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iifung deS Wahlrechts. Lrzneitaxe. Strteger- grätecfürforge. Unterbringung erßDlungd- bedürftiger oderfchlesi cher Rinder. Vermißt. Sollmut ©d? he,ung der Schrien weg-'N Gitppe. Höchst preise für Mehl und Brot. Tienstnachrich'en. Ve.ordi.u g über Die (Sin- flellung und E tlafsang t>an Arbeitern und 21 geslrsllen wahrend der Zeit der wirtschafllrcheu Lemobilmachung (Fottserung).

Der schn.-ach t .nige La Darm: Lu wig Lad - ner, geb. am 13 Marz 188Z zu Eschenrod, Streik Schrtien, ist. nachdem er vom 14. Ott>ber bis 7. Rovember 1921 in der Klinik für psychische und nervöse Krankheiten zu ©teilen verpflegt wer­den war. unbekannt wohin verschwun­den. Tie Ottspoli ^erdehörden u d Gendarme­rien werden angewiesen, nach Ladner Nachfor­schungen anzuftetten und ihn im Detrctungs all Lern Hrs> Kreisamt Schotten auf Kosten des Landarm en Verbandes Schotten vorführen ?a las« fen. Es ist zu vermuten, daß Ladner sich mit

I Hansa-Preis vom Schauplatz ob. Trainer ist nach wie vor 3. Gaida. Dem Jockey QL Zimmermann steht diesmal H. Staudinger zur Seite. Bur ein Pferd weniger, 33, umfaßt der Renn stall der Herren 21. u. E. von Weinberg, der seit dem Jahre 1920 in der Liste der erfolgreichen Rennstailbesiher an führender Stelle steht. Ein Blick in die Trainingsliste zeigt, daß die Waldsireder Züchter mit ihrem auserlesenen Material auch diesmal eine überragende Rolle spielen werden. Als einziger Fünfjähriger ist Lalaud im Training geblieben. Den Jahrgang 1918 vertreten der Derbysieger Omen, der im Vorjahre gewinnreichste Dreijährige Ossian, sowie Graf Ferry und Landesfürst. Von den 10 Dreijährigen haben neben Lentulus, dem Sieger im Preis des Winterfavoriten. Memling. Simson, Lonja und Metis ihre Maidenschaft ab­gelegt. Vervollständigt wird die Liste durch 17 Zweijährige, die durchweg von Fels, Fervor und Pergolese gezogen sind.

Betteln umhertreibt oder Aufnahme in einem Kianlenbcus oder eine andere öflentliche An­stalt gefunden hat. Gegebene falls sind d e L.r- tung der Anstalt und das Hess. Kre.samt Sch>r- ten sofort zu benachrichtigen.

Höchstpreise für Mehl und 'Brot Lurch Beschluß des Kreisaueschusles und des Kreises Gießen vom 6. d. Mts. sind mit Geneh- migung des Hesli chen Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft. Abteilung für Ernäh ung und Landwirtschaft, die Berkau spceise für Mehl und Brot am die Verbraucher der Landgemeindeil des Kreises ab 16. Hanuar d. Hs. wie folgt fest­gesetzt: 1. für Mehl: 3) Weizei 'brotinehl 2.10 Mt !daö Pfund, b) Roggenmehl 1,95 Mk. das Pfund, c) Gerstemnehl 2 MI. das Pfund: 2. für B r o t a) für den 4-Pfund-Laib 7,30 Mk., b) für den 2-Pfund-Lavb 3.65 Mk. Tas Derkaussgewicht des Brotes muß noch 24 Stunden nach seiner Fertig­stellung vorhanden fein. Tas vom Kommunal» verband gelieferte Mehl darf nur gegen Brot­marken abgegeben werden.

3n der Gemeinde Kloppen heim (Kr STiebberg) ist die Maul- und Klauen­seuche ausgebrochen. Ort und Gemarkung Klop­penheim bilden einen Sperrbezirk. Die Gemein­den Groß-Karben. Klein-Karben und Ober-Erlen­bach einschlie ßlich ihrer Gemarkungen bilden cm Bei^achtungsgebiet.

Turnen, Sport und Spiel.

S. E. 1900 Gleßen S. C. 05 Göt­tingen. Der kommende Sonntag bringt in Fort­setzung der Gauliga-Spiele die Begegnung der Mannschaften des 6. C. C5 Göttingen u.u) S. E. 1900 Gießen. Das Vorspiel in Göttingen endete mit einem knapppen Siege Gießens, der erst nach zähem Kampf errungen werden konnte. So wer­den auch diesmal die Besucher des Sportplatzes an der Hardt Zeugen eines spannenden Kampfes werden (Beginn 2 Llhr). Vormittags um 10'/, Llhr findet ein Hockey-Wettspiel zwischen den 1. Mannschaften des R. GL Wetzlar und des S. C. 1900 Gießen statt. Bei der anerkannten Spieltüchtigkeit beider Mannschaften wird sicher guter Sport geboten werden.

Stadte-Doxkarnpf WienBer­lin. Zu dem am 23. Hanuar in Berlin statt­findenden Städtekampf zwischen repräsentativen Amateur-Boxmannschaften von Wien und Berlin 'find die Verhandlungen so ziemlich abgeschlossen. Berlin wird durch folgende Mannschaft ver- \ treten sein: Fliegengewicht: Kohler (Heros). Ban- ~ tarn: Lohe (Heros). Feder: Boa cf (V. f. L.). . Leicht: Funke (Heros), Mittele Ferchow (Felfen- - fest), Halbschwer: Kupsch (B. f. 2 ). Die Wiener Mann s cha f t wird voraussichtlich folgendes Aussehen haben: Fliegengewicht: 3nns!)aufer (Sportklub). Bantam: Wottava (Fünf Haus). Fcder: Haniczik (Funshaus). Le.ch': R: (oron), 2BeIter: Czerny (Funshaus), Mittel: Tommek (3ron). Ha.bchwer: Schwarzer (F^nhaust

Internationa le Ski-Wett­kampfe in Klosters. Unter Beteiligung von dewfchen und österreichischen Skiläulern kamen in Klosters bei anhaltendem Schneefall Lang- und Sprungläufe zur Entscheidung. Den Langlauf ge­wann Marugg-Klosters mit Bote 1.3 vor Hitz- Klosters 1,4. Das größte Interesse lösten die Sprungkonkurren^n aus. Den längsten gestande­nen Sprung erzielte Luzi Bartsch mit 43 m, der auch das ©entorfpnngen der 2. Klasse ge­wann. Der Oesterreicher Hani aus Bad Aussee belegte hier den achten, der Münchener Schulz den zehnten Platz. Im Seniorspringen der 3. Klasse triumphierte Mühlbauer-St.Moritz und im Juniorsbringen Hans Lechleitner-DavoS.

Die Ställe Obpenheim und Weinberg geben die Trainingslisten für das neue Jahr bekannt. Ter S.all des Frhrn. S. A v. Oppenheim greift mit einem Lot von 34 Pferden in die Rennsaison 1922 ein. Der jüngste Jahrgang ist durch acht Henaste und vier Stuten vertreten Von den 15 Dreijährigen haben Königsadler Ma- gyare. Matador. Meerschaum. Schlingel. Sommer- flor. OrafcL Mariele. Madonna und Walpurgis schon Proben ihres Könnens abgelegt, während Dindar. Solaro. Abbazia. Isis II und Isabella noch keine Bahn betreten haben. Unter den Vier­jährigen Damenweg, Meergeist, Schalk II und Athene vertritt ersterer die beste Klasse. Von den Fünfjährigen Der Mohr. Mazzin und Wallenstein hat sich letzterer in der vergangenen Saison als ein ganz hervorragendes Pferd gezeigt. Dor ihm mußten sich im Wilamowitz- und Gladiatoren- Bennen die besten Dreijährigen wie König Midas Ossian. Gras Ferry, Geiser usw. beugen. Der Mohr trat 1921 nach seinem Siege im Großen

Berlin. 12. Han. Börsen stimm ung s° bild. Ta die Ve.'hand.ungen in 0air.es de» sonders hinsicht.ich des e igli ch-sranz s.schen Ga- vanlievertrages wegen des 'Wioerstandes der fran­zösischen Kammer und ter oje..Hießen Blcinug doch nicht ganz so glatt vonstalten zu gehen scheinen, wie vielfach erwartet wurde, trat hier bereits vormittags bei allerdings bescheidenen Umsätzen eine Bcfeftigu *g der Tevisenpreiie ein, die sich auch aus ten Effektenverkehr bei Borfen- erössnung übertrug. Der Kursstand der zu schwan­kenden Rolizen gehandelten Papiere c höhte sich durchschnittlich um 30 bis 50 Prozent, für einige Montan- und Industriepapiere im 80 bis 9), für Hösch um 135 Prozent. D.e Umsätze nahmen nur am Kalimarkt einen größeren Umfang an, wo Deutsche Kali und Asche:S eben um je 100, Westeiegeln um 400 Prozent st.egen. Sonst hiel­ten sich die Kuvsverändeiungen tn recht engen Grenzen und nur am Montanmarkt waren Hohen­lohe und Rheinstahl zeitweise etwas mehr beachtet. Geringfügiger waren die Bessern gen am Schilf' fahtts- und Banienmar't bei kleinen Umsätzen. Ter Bcntemnarlt wies ct.i se'^es Au sehen aut, namentlich für alte Reichs- und p.cu ische Kon- sols. Von Aus andsre ten waren Balkarenten fest. Oesterreich ische und ungarische Beuten waren nach den S.eigeiUngen der le;,ten Zeit abge­schwächt. In den zu Eindeitskuis.n gelxinbePen Int-ustriepaPieren zei ste sich ei ig« Kau lusi des Publikums. daS frühere Verkaufsaust cg: strich, so daß auch hier mit einem ziemlich feiten Ver­lauf zu rechnen ist. Sonst erfuhren die Kurse weiterhin üb:rnnegenb mäßige Ausbesserungen.

Frankfurt a. M.. 12. Han. Börfcn* st i n: m u n g s b i l d. Die Ereignisse von Cannes machten auf die Börse keinen Eindruck. Auf dem Devisenmärkte stellten sich ausländ.sche Zablungs- mittel im Frühverkehr höher, ooch unterlag der Dollar bald wieder mäßigen Schwankungen. Am Effektenmarkt war die Tendenz bei Eröffnung etwas freundlicher. Am Markte der urmoherten Werte zeigte sich etwas regerer Verkehr. Aus den variablen Märkten war das Geschäft nur für vereinzelte führende Papiere etwas reger. Am Btontanmarfte festere Stimmung für Gelsenkirchen. Luxemburg und Oberbedarf. Anilinwerte gut be­hauptet. Der Einheitsmarkt zeigte ruhiges Aus­sehen. Die Tendenz gestaltete sich weiterhin gut behauptet. Privatdiskont 4>/x Prozent.

Frankfurter Schweine- und Kleinviehmarkt.

F rankfurt a. M.. 12. Han. ('Amtlich.) Marktverlauf.' In allen Viehgattungen wurde bei lebhaftem Handel ausverkauft. Aufgetrie­ben waren: 1068 Kälber, 687 Schafe und 279 Schweine. An Preisen wurden angelegt p. Ztr. Lebendgewicht: für Kälber beste Qualitäten 12001350 Mk., mittlere Qualitäten 1100 bis 1200 Mk., geringe Qualitäten 10001075 Mk., geringste Qualitäten 625800 Mk.; Hämmel 500850 Mk.; Schweine unter 80 Kilogramm Lebendgewicht 14001600 Mk., von 80 bis 100 Kilogramm Lebendgewicht 16001750 Mark, von 100200 Kilogr. Lebendgewicht 16001750 Mk., von 120150 Kilogr. Le­bendgewicht 16001750 Mk., über 150 Kilo­gramm Lebendgewicht 16001750 Mk. Außer­dem wurden 109 Binder ohne amtliche Preis­notierung gehandelt. Die Marktpreise liegen um so viel über den Stallpreisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, Spesen und Händlergewinn in sich schließen.

Frankfurt a. BL, 13. Januar. Berliner Devisenmarkt.

Geld Brief Geld Brief

Datum: 11. Ian. 12. Ian.

Amsterdam-Botterd. 6493,50 6506,50 6653,306666,70 Brüssel-Antwerpen. 1398, 0 14 1,40 1433,55 1436,4® Ehristiania 2747, 5 2752,75 4*22,15 2S27 85 Kopenhagen 3511,45 351b, 5 3621/5 362b,6& Stockholm 4420,55 4429 45 4^05,45 4514,55 Helsingfvrs 324,65 325*35 335,15 335,85 Italien 759,25 760,80 78 \73 782,30 London 748,25 749,75 764,20 765,80 Reuyork 176,57 176,93 180,81 lbi,l8 Paris 14'8,501461,50 1497,501500,50 Schweiz 3126,55 3433,45 3 496,50 3503,50 Spanien 2637,35 2642,65 26j7,J0 2702,70 Wien (alte-) .... _

Deutsch-Oesterr.... 5,18 6,23 6^13 6,*17

Prag......... 284,70 285,30 238,20 288,90

Budapest 28.37 28,43 29,22 2-,28

Buenos AireS . . . 58,90 59,10 60,15 60,35

Bulgarien 116,85 117,15 122,35 122,65

Börsenkurse.

Sranifurt Berlin 1-Uhc- 1-Uhr- Schluß- Schluß- Kurs Kurs KurS Kurs

Datum: II. 1.

5"/, Dtsch. Kriegsanl. 77,50 4°/Dtsch. Reichsanl. 89.- 3°/» Dtsch. Rcichsanl. 102,75 4°/0 Preuß. Konsuls 71,75 Hamburg-Paketf.. . 415,- Borddeutscher Lloyd 430, - Comm.u.Privatbank *92,- Darmstädter Bank . 286,- Deutsche Bank . . . *50, - DiSconto-Gefellschaft 4°9, - Dresdner Bank. . . 320, - Mitteid. Cred itbant. 300, - Bativnalbank f. D. . 280, - Boch. Gußstahlwerke Bub.-@Uento.-Brt.. 720,- D.-Luxemb. Bergw.. 7«8,- Gelsenkirch. Bergw.. 788,- Harpener Bergbau. 1145,- Oberschl. @isenb.»B. 735, Oöerschles. Eisenind. 880,- Phönir-Bergb.-Akt. Bad.Bnilin-u. Soda 570,- Höchster Farbwerke. 555, - Bllg. Glektr.-Ges. . . 605,- Felten & Guilleaume 960, - Schuckertz-Werke. . . 590, Bdlerwerke 640,- Daimler 495,- 4° n Hess. Staatsanl. 76,75 Electron Griesheim 350,-

Dtsche. Vereinsbank 2 9, -

12. 1.

77,50 88,-

103,-

71,- 414- 412,- 287.- 280,- 480,- 409.- 312,50 300, 290, - 899,- 710, 8 ö,- 848,-

1100,- 76^,

8.1 - 950,- 5i0,- 560,- 655,- 980,- 600,- 625,- 503,-

76,75 660.- 229,-

11.1. 12. 1. -,- 77,50 -,- 88 50

104,50 - - 71 10

418,75 - - 421-

330 - - - 285,- - 475.-

420 - 315,- - - 3GU,- 290,- - - 920,- - - 720,- - - 835,- - - 850,50 - - 12o0,-

765,- - - 840,- -*- 925,-

579,-

-,- 561,-

648,- -,- 962,-

610,- ,- 600,-

500,50 76.-

660,-

Für 100 deutsche Biari wurden gezahlt:

Datum: 1.7.14. 11.1. 12.1.

Zürich Fr. 125 40 2,t5 2,85

Amsterdam Fl. 59.20 1,55 1,49

Kopenhagen Kr. 88.80 2 92 2,85

Prag Kr. 117 80 34,75 34 -

vtockholm Kr. 88.80 2,30 2,30

Wien Kr. 117.80

London Sh. 97.80 7,42 7 65

Paris Fr. 125 40 6,69 6 66

Beuyork $ 23-80 -,57 -,5b

Züricher Devisenmarkt.

12. 1. 13.1.

Wechsel auf Schweizer Franken

Holland 100 Fl. = 163.-5 189. Deutschland 100 Mk. = 2.95 2.60

Wien 100 Kr- = 0.175 0.17

Prag 100 Är. = 8.30 8.20

Bari« 100 Fr. = 4 '.05 42.55

London \ £ 21.8t 21.76

Italien 100 L. = 22.45 22.22

Brüssel 100 Fr. «= 41.30 39.90

Budapest 100 Kr. --- 0.83 0.825

Beuyork 100 $ 515.- 516.-

Bgram 100 Kr. --- 1.65 1.60

Warschau 100 Är. = 0,195 0,18

(In einem Teil der Auflage wiederholt.) Die englische Denkschrift.

Paris, 11. Han. (Fortsetzung des Aide Btcmolre.) Diese Zahl hat sich In der Folge schnell vermehrt und im Verlaufe der zwei letzten Kriegsjahre hat das britische Beich in Frank­reich und in Flandern trotz der merklichen Schwächung, die durch die fortwährenden Ver­luste verursacht wurde, eine Streitmacht von zwei Millionen Menschen unterhalten. Großbritannien hat insgesamt 6 211 427 Mann zum Dienste zu Lande, zur See und in der Luft einberufen. Die autonomen Dominions, Indien und die gesamte Streitmacht, die das britische Reich in den Krieg geworfen habe, betrage also annähernd 10 Mil­lionen Menschen. Die Verluste an Toten und Ver­wundeten und Vermißten haben 3 268 733 Mann erreicht. Davon sind 947 364 gefallen. Es ist un­denkbar, daß Deutschland diese Tatsachen mitsamt der Schlußsc-.gerung, die sich daraus für die Ga­rantie des französischen Bodens ergeben könnten, übersieht. WaS das britische Beich einmal für die Zivilisation getan hat, wird es wieder tun, wenn dies nötig ist. Die großen Reserven an ausgebil­deten Offizieren und Mannschaften, die ihm der Krieg gelassen hat, wird (Großbritannien genau so lange nutzbar machen können, wie es auf deut­scher Seite der Fall ist. Das für den Krieg her- gestellte Material wird in Großbritannien be­sonders den künftigen Generationen zur Ver­fügung stehen, während daS deutsche Material von den Alliierten vollständig weggenommen ist. Infolgedessen wird Deutschland, wenn es sicher ist, daß das britische Reich in einem künftigen Kriege an der Seite Frankreichs ist, nicht ver­suchen. etwaige Revancheträume auszuführen. Es ist ebenso wichtig, die Deutschen von derartigen Bestrebungen abzubringen, wie es auch wichtig ist, Maßnahmen zu treffen, um die Biederlage dieser Bestrebungen, wenn sie zur Reife kommen sollten, sicherzustellen. Die britische Regierung glaubt, daß oiese zwei Ziele erreicht werden, wenn eine Abmachung getroffen wird, daß die beiden Batla» nen einem nichtherausgeforderten Angriff Deutsch­lands gegen das französische Gebiet gemeinsam die Stirn bieten werden. Es glaubt auch, daß eine derartige Verpflichtung die Bande der Freund­schaft zwischen den beiden Ballonen von Hahr zu Hahr enger und kräftiger gestalten werde. Diese gegenseitigen Verpflichtungen könnten auf zwei verschiedene Arten eingegangen werden: Einer­seits lasse sich ein O f f e n s i v° u n d D e f e n s i v- bündnis denken. Ein derartiges Bündnis könnte in Frankreich als wünschenswert betrachtet werden. In Wirklichkeit aber würde es den sran- zösischen Interessen schlecht dienen, weil derartige

I Bündnisse den britischen Traditione» widersprechen. Das britische Volk begreife» daß Frankreich das Recht fordere, gegen eine Invasion seines Gebietes eine Garantie zu haben; aber es würde nicht freiwillig Verpflichtungen militärischen Charakters auf sich nehmen, wenn der Friede eines andern gestört werden sollte. An militärischen Unternehmungen in Mittel­oder Osteuropa teilzunehmen, würde seiner Absicht nicht entsprechen. Sin Bündnis, das eine derartige Verantwortung ein­schließen oder auch nur anscheinend einschließen würde, würde nicht die herzliche Unterstützung des britischen Volkes haben. Es würde infolge» dessen für Frankreich nicht denselben Wett haben, wie eine in anderer Form eingegangene Ver­pflichtung. Auf der anderen Seite lasse sich ein klarer Garantievertrag den!en, wonach das britische Reich an Frankreichs Seite einem nicht provozierten deutschen 2lngr.fi die Stirn zu bieten hätte. Die Lösung, die die Regierung Seiner Majestät anzunehmen vorsieht, ist die folgende: Die Regierung sieht In dem Plan efTiedBer» träges zwischen Großbritannien und Frankreich, der diesem Memorandum a n g e f ü g t i st, und dessen Annahme sie vor- schlägt, dte Form einer Verpflichtung, die am geeignetsten ist, die gemeinsamen Interessen der oeiden Mächte in Westeuropa zu schützen: indessen ist es, damit der Vertrag Folgen zeitigen kann, nötig, daß er durch ein völliges Einver« n men zwischen den leiden Ländern beg e.tet wird. Was die Ll-Voot-Frage anbetrifft, so würde die öffentliche Meinung in Großbritannien unfehlbar auf der Annahme eines großen Bauprogrammes von U-Bootzerstürern be­stehen. wenn das franzöfifche Programm bezüglich der U-Boote ausgeführt würde. Ein solcher R ü ° ftungStocttbetoerb muß jedoch durch ein beiderseitiges Abkommen vermieden werden. Hebe» die Einladung der russischen Regierung zu der Konferenz von Genua wird gesagt, daß die Gegenwart der wirklichen Führer Rußlands für den Erfolg einer solchen Konferenz nötig fei. Man müsse natürlich gewisse Sicherheiten haben, um mit Rußland Handel treiben zu können. Ruß­land müsse alle Schulden anerkennen und sich ver­pflichten. jede Propaganda zu unterlassen, die der Staatsform eines anderen Landes gefährlich wer­den könne. Die Regierung S. M. ist der Ansicht, daß auch der Friede im Orient wieder her- gestellt werden müsse, und daß zwischen Groß­britannien und Frankreich auch hier ein U e her­ein l o m m e n getroffen werden müsse. Dieselbe Erwägung gilt für andere wichtige Fragen der auswärtigen Volitik. Die Zeit ist vorüber, da die Staatsmänner im Barnen ihres Landes Verpflichtungen qlngehen konnten ohne dabei völ­lige Rücksicht auf das Volk zu nehmen, deren Ver­treter sie sind. Damit der ins Auge gefaßte Ga­rantievertrag einen dauernden Wert für beide Länder besitzt, ist es nötig, daß die Demokratien des britischen Reiches und der französischen Re­publik sich sicher fühlen, daß sie großen Zielen unb Idealen zugeführt werden. Die Regierung S. M. ist der Ansicht, daß gegenwärtig keine Fraae be­steht, die nicht in einer für beide Teile befrieotgen» den Weise geregelt werden und daß der Garantie­vertrag sicherlich zwischen beiden Ländern dem­nächst abgeschlosfen werden kann durch ein voll­ständiges und dauerhaftes Einvernehmen. Sie wünscht außerdem ganz besonders, daß dieses Ein­vernehmen zwischen Großbritannien und Frank­reich. weit davon entfernt, andere Rationen auszu- fchließen, die Grundlage des Planes der inter­nationalen Zusammenarbeit bilde, um den Frieden in ganz Europa zu sichern. Die Sätze der in dem grundlegenden Memorandum für die Wittschastskonferenz ins Auge gefaßten Bedingungen umfassen folgende einfache Vor­bedingung für bieintemationaleilebereinftimmung. Alte Länder sollen gemeinsam die Verpflichtung übernehmen, sich jedes Angriffes auf ihre Bach- bar n zu enthalten. Großbritannien hofft, daß diese Verpflichtung für alle Bationen Europas ohne Ausnahme erlangt werden kann. Es fei not­wendig, daß die Einteilung der europäi­schen Bationen in zwei mächtige La­ger sich nicht durch das Fortbestehen von eng­herzigen Besorgnissen auf selten der siegrei­chen Bationen ober infolge geheimer Revanche- gehanken auf feiten der Besiegten verewige. Es ist notwendig, daß die feit dem Krieg durch die Entstehung der jungen Bationen hervorgerufene Rivalität nicht sortbestehe. und daß diese Ba­llonen den Weg der Zusammenarbeit und des guten Willens wählen. Es ist ebenso wesentlich notwendig, daß der Konflikt zwischen dem sozialen und wirtschaftlichen System, den die russische Re­volution in großem Maße verstärkt hat, keine Besorgnis auf feiten der Rationen entwickelt. Wenn dieser nicht in Europa durch diese neue Zu­sammenarbeit der Stationen geregelt werde, kann der Friede nur von kurzer Dauer sein und Europa würde wiederum in eine neue Welt­krise gestürzt werden, die feine Rehabili­tation ruiniere und noch größere Verzweiflung Hervorrufen Kann.

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