Nr. st ZWeites Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhejsen) Freitag, (3. Januar 1922 ________. r|->| |B M[ M t ,| -----1--------———— —— ,
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Ebenso hielt man die Pflichtzugehörigkert zu den Handwerkerorgan.sativnen fir angeb acht. Bezug- Nch der verschärften Wucherbestimmungen wurde
vorhanden.
Auftrag der Liga
(Nachdruck verboten.)
2. Fortsetzung.
kreischte.
(Fortsetzung folgt.)
Der Parteitag der Unabhängigen.
Die Blüchernichten.
Roman von HannsvonZobeltitz.
scheu Kultur _
tzen) in der Wirtschaft Lemp dahier einen Dortrag über die Entwicklung der deutschen Landwirtschaft, der 'den uneingeschränkten Beifall der zahlreichen Zuhörer fand. Mit dem Dortrag war die Dor- führung von Lichtbildern verbunden__
(j Marburg, 11. San. Eine im Lederer» schen Saale gestern abend abgehaltene, stark 6c- suchte Versammlung desKreishandwerker- b u n d e s , m der Reichstagsabgeordneter Schrei- nermeister Kniest aus Kassel einen Dortrag über „Lebensfragen des Handwerks" hielt, sprach sich gegen die Vergünstigung der Konsumvereine und Genossenschaften bei der Umsatzsteuer aus
Aus dem AmtsverküudigurrgSblatt.
•• Sa« Amtsverkündrgungsblatt Ar. 7 vom 12 Januar enthält: Mrtteiiungrn der Amtsgerichte an andere Behörden betr. Aus-
Stich auf Stich tat sie, bis die Schwestern ihre Röslein hart an die Fensterscheibe gedrückt hatten Dann lieh sie wohl die Arbeit aus ein paar Momente sinken und sah geradeaus auf die andere Wand. Ganz steif und starr, als ob Ls dorten etwas Besonderes zu lesen gäbe. Lind war doch nichts da, als ein paar alte schlechte Stiche in häßlichen Rahmen.
Mit einem Male jubelten jetzt die am Fenster auf' Da kommt er! Da kommt der Fürst!" Lind sie rissen Las Fenster auf, beugten sich weit hinaus. Die strenge Frau Mutter hatte das ja freilich verboten. Ader Las junge Dolr war nicht immer -u bändigen.
Die drüben auf der andern Seite der Straße taten's ja auch nicht anders. Lleberall flogen die weihen Mullgardinen zur Seite, in allen Etagen, bis in die Dachkammern hinauf. War doch auch etwas: so den Sieger von der KatzbaH und von Möckern, von Paris und in zehn andern Schlachten zu schauen, der Len Napoleon, den L^orsen, kleingekriegt hatte, Lah er jetzt auf dem elenden Felseneiland Elba im Mittelländischen Meere Kleinkaiterlrin spielen mochte. War doch etwas, dem Mars.tzall Vorwär s zuz -j b In, in die Hönde zu klatchrn, Lah es von Haus zu Haas schallte und hallte. War recht etwas für die lieben Berliner, die immer Lärm machen und haben müssen, nun zumal, wenn das Herz dabei ist.
Der gegenwärtige Stand der Landfrauenbewegung.
Don Helene Wenck.
Die Landfrauenbetvegung ist mit der allgemeinen Frauenbewegung insofern nicht zu dergleichen, als chre Geschichte noch in den Anfängen steht, während die städtische Frauenbewegung schon einen gewissen Ab- schluh erreicht hat, dem ein Neuaufbau mit anderen Zielen folgt. Erst ganz allmählich entwickeln sich die von den führenden Land- fraucnorganisationen ausgehenden Bestrebungen und Bemühungen, Einslus) auf die behördlichen Maßnahmen und auf die Gesetzgebung zu gewinnen und die Interessen der Landfrauen in jeder Weise auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens zu vertreten, zu einer wirklichen ,.Bewegung", die ihre Wellen durch ganz Deutschland bis ins kleinste Dorf hinein trägt. Jedenfalls hat die Landfrauenbewegung sich bereits soweit durchgesetzt, daß sie anerkannt und nicht mehr von Persönlichkeiten befehdet wird, dir jeder Selbstbehauptung der Frau gern Kampf ansagen, well sie fürchten, daß ihre Alleinherrschaft dadurch erschüttert wird. Die Landfrauenbewegung ist kein Kampf um Rechte, viel eher um Pflichten, sie ist kein Kampf gegen den Mann, sondern ein Kampf mit dem Mann für das Wohl und die Gesundung deS Landes und der Landwirtschaft und damit zugleich des Vaterlandes.
Wichtige Beratungen, bei denen es sich um erstrebte Neuerungen im Interesse der Land- frauen-ArbeitSgebiete handelt, werden daher innerhalb der Landfrauen-Organisativnen immer mit den maßgebenden Herren der landwirtschaftlichen Beruf Sve ctretun gen gemeinsam gepflogen bzw. es werden sachverständige Persönlichkeiten zugezogen. Die Zentrale der deutschen Landfrauen pflegt eben so gewissenhaft die Verbindung mit der HauptlandWirtschaftskammer und den landwirtschaftlichen Reichs-, Landes- und Provinzialbehörden. wie der ReichSverband der landwirtschaftlichen Hausfrauenvereine mit dem Reichslandbund und der Deutschen Land- wirtschaftSgesellschast zusammen arbeitet.
Ein positiver Erfolg der Landfrauenbewegung, vertreten durch dir Zentrale der deutschen Landfrauen, ist dir im Gesetz vom 16. Dezember 1920 scstgrlegte Wahlberechtigung der selbständigen Landwirtinnen und der Ehefrauen der Eigentümer, Nutznießer und Pachter zu Mitgliedern der Landwirtschaftskammern. Wenn auch zunächst nur sechsundzwanzig Frauen durch die gesetzlich geforderte Zuwahl am 20. März 1921 in die Preußischen Landwirtschaftskammern einge- gezvgen sind, so können sie doch in den Haupt - irersammlungen, in den Fachausschüssen für Gartenbau, Geflügelzucht, Milchwirtschaft, ländliche Wohlfahrtspflege und Hauswirt-
Kartoffelernten.
•• Gemeindesteuerzahlung Lin er den heutigen amtlichen Bekam tmachungen der Statt Gießen befindet sich auch die Mahnung Les 1.—3. Zieles Gemeindesteuer vom Grundbesitz und Gewerbebetrieb für das Ri. 1921. Die Zahlung kann noch bis elnschl. 28. Zanuar ohne Kosten Lei der Stadt'asse erfolgen. — Am 36. Za- iruar beginnt die Be treib rng, wobei die vorgeschriebenen Kosten erhoben werden.
Aus Stabt und Land.
Gießen, den 13. Jan. 1922.
L. Ll. Don der Landesuniversitöt.
... Burk, der sich für das Fach der Landwirtschaft an unserer Llniversitat zu habilitieren wünscht, wird am Montag den 16. Januar 1922, nachm. 5 LIHr c. t, in ter Kleinen Au a ferne öffentliche Probevorles ung halten über das Thema: Maßnahmenzur Erhöhung der
Der fiurfl von Wahlstatt ging damals — Mehr: er vor amro 1815 — meistens im Bürgerkleide. Rur! mödels wohnten; er warf
zu und sprang ab. Immer noch wie ein Jüngling, I der Greis.
Nun stoben die am Fenster auseinander, hatten plötzlich rote Gesichter, trabten durchs Stübchen, liefen bis zur Küchenlür, rissen sie auf: „Frau Mutter, ch6re Mama . . . der Marschall . . . Onkel Blücher . . . Durchlaucht ... er kommt zu uns . . ."
x „llnfimi!“ schallte es zurück. „Was ihr Gänse euch immer einbildet."
„Gewiß und wahrhaftig, gnädigste Frau Mutter. Er ist schon auf den Stiegen."
Do tauchte denn die lange hagere Gestatt der Frau Majorin in der Türe auf. Auch sie hatte ein rotes Gesicht: das kam aber fteter vom Herdfeuer. Einen hölzernen Qnrl hatte ße in der Hand und fuchtelte damit in der Lu.t herum. „Wenn ihr lügt, ihr Langen, letzt es wasl Lind ihr lügt gewiß. Durchlauft sollte — was ihr euch embildet! Der Herr Feldmar- s4all ..."
Da klang auch schon die leise Schelle der Flur- tür. „Du lieber Himmel! Wahrhaftig, Ad ich nicht angezogen — mach du auf, Corel 3d) will mir schnell die Schürze abbinden neue Häubchen . . . Streicht euch das Haar glatt ihr WUdförge . - .“ Hrnaus war bte £ra_t TTiutter Aber man horte fte noch öu Kochtöpfe rücken und hörte i&r: ,,«ie trennen nnr wahrhaftig noch> an, bte Buben . . . Was er
an den Tagen, wo große Parole war. legte er die Montur an. So heute. Ein paar Offiziere waren um jhn und ein paar Ordonnanzen dahinter. Aber all die Leute an den Fenstern sahen nur öen alten Husaren mit dem rosigen, offenen Angesicht, mit dem weißen mächtigen Schnauzbart über den vollen Lippen und den jugendlich-feurt- gen Augen. Sahen, wie er lächelte und lachte, wie er mit den Offizieren sprach und scherzte und bald hierhin und bald dahin grüßte. Sahen auch, wie er nach einem Mansardenfenster hin, aus dem vier blonde Mädelsköpse wir Rosenknospen hingen, eine Kußhand hinaufwarf.
Tlein, es waren nicht mehr vier, es waren ja nur noch drei. Der eine der Zwillinge, die Sophie mit den Kornbiumenaugrn, war plötzlich aus dem Schwesternkreise fottgehuscht. Plötzllch. grab als der Zägeroffizier. der links neben dem Feld- marschall ritt, fjinaufgegiüf't hatte. Kurz und heimlick hatte sie zurückgenickt, war dann zu der Schwester auf Las Kanapee geflüchtet und starrte nun auch auf Las Bild an der 'Wand gegenüber, auf Öen gleichgültigen Stich, der eine ve fallende Mühle am Bachrand Larstelttr. Aber wahrend Julie wie immer einen feuchtschimmerirden Glanz in öen schönen dunkeln Augen hatte, glitzerten in ihren hundert Kobolde und spielte um ihre Lippen ctroas wie trotzige Siegeszuversicht.
„Hallo, Ztekchen," rief es jetzt vom öenfter . her. „Du versäumst etwas. Was ganz Besvn-
Der Alle hat übrigens nicht große Llmstände gemacht An die schrna'en Schultern hat er das Lorchen gefaßt und sie vor sich hergeschoben: „Wlll die gnädige Frau Muller sprechen, Kindl" Bis zur Stubentür schob er sie und hat ganz derb zugepackt, so daß sie einmal trotz allen Respekts ,.Au!" sagte.
»Also La ist ja Las ganze Gemüse!" hat er dann drinnen gesagt, hat mit seinen großen blanken Augen auf die fünfe geschaut und gelacht. Laut und so herzlich, wie er nur konnte. „Wie Kraut uni) Rüben steht das herum. Also 'nu maf fix antreten!“ Lind er schiebt sie zusammen in eine Reihe und zählt batet: „Lowise—Ialchen— Fiekchen—Lottchen—Lorchen! Ist's fo rlch ig. Hol mich dieser oder jener: Leicht ist's nicht, die Ranren von die Rangen alle zu behalten. Aber nu Dtillgestanden und die Fingerchen an die Hosennaht!"
Wie die Lichter standen sie. Lind er ging die Reihe herunter, und jede kriegte einen tüchtigen Schmatz. Richt etwa solchen kühlen Onkel-' kuß auf die Stirn, sondern einen ordentlich«: Kuß auf die Lippen. Rach jedem Kuß schnalzte er mit der Zunge, wischte sich über den Schnauzbart und ging weiter. Dis er zur iGore tarn. Die bekam nur einen kleinen Stups auf die Stupsnase und war unzufrieden: „Herr Oheim, ich will auch einen Kuß!" schmollte sie und y)g das Mäulchen. Worauf er wieder aoflachte. „Seht mal da- Kiekindiewelt. Ra also . . . da haft du ihn!" Lind er rieb ihr leinen lang herabhängenden D»rt auf öen roten Kindermund, daß sie laut auf»
Kreis Lauterbach.
§ Dom vorderen Dogeisberg, Il.Ian. Run kann der Landwirt seit einem Jahr zum ersten Male wieder an die Wässerung geben. DaS Wässern der Wiesen geschah in normalen Jahrgängen im November Die Hauptsache aber ist, daß es überhaupt erfolgen kann, und zwar gründlich. Durch den reichlichen Schneefall am Sonntag und den darauf einsetzenden Landregen sind zum erstenmal feit Jahresfrist die Bäche bis Zu den Ufern geschwollen und die versiegten Wasserläufe wieder neu erstanden Donnernd stürzen wieder die Wassermassen über die lange slittgestandenen Mühlenräder, und die Klein- müller brauchen nicht mehr zu den größeren Müllern zu fahren, um ihre Kunden zu befriedigen. Auch in den Oelmühlen hört man wieder das Gepolter der Stampfer und den Schlag der Bolzen. Sn den Brunnen ist das Drundwasser höher gestiegen, und wo es ganz versiegte, da sprudeln wieder die Quellen. Ueberall bringt das Ueberwasser lang entbehrten Segen
Kreis Schotten.
tz Eschenrod, 11. San. Ein Zagdtefitzer aus der Rachbarschaft hatte das Glück, mit einer Tel'.etfalle vier Füchse zu fangen Der letzte pon ihnen ist aber mit der Falle spurlos verschwu 'den. Man nimmt än. Laß er einem Linke u’eaen in it? Hä de gefa len ist.
s. Laub ach. 12 Han. GefiederteGäste. aus der Hochtundra. Hie: wurde ein mehrere hundert Individuen umfassender Flug Schnee - oder Eisammern beobachtet, die sich längere Zeit auf einem baumfreien Strauch- selde au, hielten und nach Sämereien und Insekten suchten. Die Dchneeammer ist ein Kind der Tundra und folgt ihr bis in den höchsten Norden, wenn der einige Schnee auch mir für wenige Wochen gewichen ist. Sie ist auf Island der gemeinste Vogel und brütet selbst noch in Rordgrönland und auf Spitzbergen. Don hieraus wandert sie im Winter soweit nach dem
Süden hinab, als sie unbedingt muß. inerter südlich höchstens als verflogener I.-rgast, und kehrt, sobald sie kann, nach dem Rorden zurück. Bezeichnend für die Schneeammer ist die grobe Menge, in der sie auftritt. In Deutschland, das sie im Winter besucht, stellt man jedoch seltener solche Massen fest. Al er in Rußland, wo man sie „Schneeflocken" nennt, ist dieser Rame für sie ganz angebracht: denn, wenn sie au {treten, tolrteln sie wie Schneeflocken vorn Himmel herab und bedecken ganze Straßen, Dächer und Felder.
e. Alrichstein, 12. Jan. Die Gesangvereine des Bezirkes Ulrichstein beabsichtigen sich mit den nächstliegenden Orten des Kreises Alsfeld zu einem O h m - Felda-Sängerbund zusamae ^schlle- ßen. Solche Vereinigungen mehrerer Heiner Vereine zu einem Bunde können der Pflege eines schönen deutschen Gesanges durch gegenseitige Annäherung nur förderlich sein.
a. Aus dem südlichen Vogelsberg, 12. Ian Das Vergnügen der S ch l i 11 e n b a r • tien, die am letzten Sonntag nach Möglichkeit gehuldigt wurde, war leider sehr kurz. Räch' dem schon am Montag leichter Regen niederging, nahm der Regen in den b'iden letz en Tagen zu, daß heute der Schnee, der sehr start gefallen war, wieder vollständig verschwanden ist. — Das elektrische Licht macht in letzter Zell wenig Freude. Kaum vergeht ein Abend, ohne daß eine Störung eintritt Bei den gegenwärtigen hohen Strompreisen sollte das nicht so oft Vorkommen.
Hessen-Nassau.
Leipzig, 11. Jan. Im Mittelpunkt heutigen Dormittagssi^ung stand Crispiens Referat über die sogenannte Wiener Internallo- nale Die internationale Arbeitsgemeinschaft sozialistischer Parteien, so führte nach einem Bericht öcr „ Frkf. Ztg." Crispien aus, wolle nicht d i c Internationale sein, sondern das Mittel zur Schaffung einer allumfassenden aktionsfähigen Internationale. Man sehe die vergeblichen Bemühungen der kapitalistischen Mächte, die totrte schaftlichen Weltprvbleme zu lösen. Hinsichtlich der Entwaffnung nehme Frankreich jetzt die Haltung res früheren Deutschland ein. Was sich jetzt auf den Konferenzen abspiele, sei der Kampf um die kapitalistische Aufteilung der Erde. Die Methode des Klassenkampfes hänge ab von den verschiedenen Bedingungen in den verschiedenen Ländern Die Demokratie sei ein günstiges Terrain für diesen Kampf. Cs werde daher in Deutschland •einer Macht gelingen, sie wieder zu beseitigen. Wenn nun aber auf dem Wege der Demokratie sich die Herrschaft des Proletariats entwickle, dann werde die Bourgeoisie die Demokratie wieder zu zerschlagen suchen. Für diesen Fall fei man entschlossen, alle Kampfmittel anzuwenden bis zum bewaffneten Aufstande des Proletariats. Crispien richtete die Warnung an M o s k a u, von den Verbuchen abzulassen, den Ausbau der Wiener Internationale zu durchkreuzen. Man müsse sich vor den Fehlern Moskaus hüten, um das Vertrauen der Massen nicht durch sinnlose Aktionen zu erschüttern. Crispien schloß mit dem Bekenntnis: „Wir kennen keine Rationen und auch kein deutsches Vaterland. Linser Vaterland ist die Erde, das Proletariat."
Bei den nun folgenden Abstimmungen wurde, wie bereits gemeldet wurde, das Manifest einstimmig angenommen und der F.attion ebenfalls
bered!“
Sie rührte sich nicht. Lind doch war es wirklich etwas ganz Besonderes. Denn Durchlaucht hatten sich unfern des Schloßplatzes von feinen Herrn verabschiedet und kam, nur von circr Ordonnanz gefolgt, langsam zurückgerllten Mehr: er hielt vor dem Hause, 'm,Dem die Gtese-
ten Rächte wurde einem hiesigen Einwohner das lederne Verdeck seines Wagens durch mehrere Messerschnitte von einem Rohling beschö- d i g t. Auf Ergreifung des Täters hat der Geschädigte eine Belohnung von 100 Mark ausgesetzt. — Die Grippe scheint hier noch nicht abnehmen zu wollen. Auch die 3. Schulllasse muhte wegen Erkrankung des Lehrers geschlossen werden. Die Krankheit verläuft im allgemeinen milde. — Im ~ ’ ja »um Schuhe der beut» hielt Dr. Falckenberg (Gie-
•* Zur Behebung der Brennstoff- not soll eine Ausstellung beitragen, die auf Veranlassung der hiesigen Firma I. B. H ö u f e r dieser Tage bis einschließlich heute im „Einhorn" stattfindet. Die Frankschen Eisenwerke in Adolfshütte-Riederscheld führen dort ihren Sparheizer „Dränier" vor^Dieser Apparat, der die Abgase der Oefert ausnutzen soll, ist mit einem Ein- und Auslaß stutzen versehen, verstellbar nach den jeweiligen Ofengrößen bzw. der Schornsteinlage. Die Abgase des Ofens werden nun mittels einer Rohrmuffe durch den Sparheizer geleitet und find in ihrer Geschwindigkeit durch geringere oder größere einschaltbare Widerstände regulierbar. Die Widerstände verlangsamen den Zug und zwingen die Gase, ihre Wörme bei; äußeren Heizfläche des Apparates mibuteUen und von da aus in gleichmäßiger Weise den Räumen. Dadurch ist es möglich geworden, die Mgastempe.aturen, die bei irischer Oete.i c b s 800 Grad betragen, auf 100—150 Grad herabzudrücken. Cs ergab sich bei Versuchen je nach der Brennstoffart eine Ausnützung von 68 bis 93 Prozent. Der Sparheizer kaim entweder zur Ergänzung des Ofens für die Heizung eines Raumes verwendet werden, oder er kann in einem angrenzenden Raum zur Beheizung desselben aufgestellt werden. Für (Srtoärmung des Raumes, ohne den eigentlichen Heizofen in Tätigkeit zu sehen, ist ein Dparheizer mit Hllfsfeuerung konstruiert. Die Ausstellung bringt ausgiebiges statistisches Material (Diagramme usw.), auf Grund dessen die Angaben leicht und übersichtlich nachzuprüfen sind.
06 Das Fest der silbernen Hoch- z e it begeht heute das Ehepaar Pvlizeiwacht- meister Richard Reinhardt und Ehefrau geb. Roß.
Landkreis Gietzen.
tt. T r e i s a. d. Lda., 12. Jan. In einer der leh-
gewünscht, daß man da bei den „Großen" und nicht bei dem Mittelstand zufassen solle, denn die unheimlichen Gewinne bei diesen bildeten die Llr- sache der Teuerung. — Auch hier tritt die Grippe sehr stark aus. Fast in jedem Haus sind Erkrankte
einstimmig das Vertrauen des Parteitages ausgedrückt. Aus dem Geschäftsbericht, der nunmehr erstattet wurde, ist zu entnehmen, daß die Partei jetzt 300 659 zahlende Mitglieder stark ist. darunter 44 000 weibliche. Die Zahl der Parteizeitungen beträgt 48, die in 28 eigenen Druckereien hergestellt werden.
Am Rachmittag wurde die allgemeine Aussprache fortgeseht, ohne nennenswerte Einzelheiten zu bieten.
Leipzig, 12. Ian. (WTD.) In der heutigen Sitzung des Parteitags der Ll. S. P. D wurden zu Vorsitzenden der Parteileitung gewöhll: Crispien mit 181, LeLediur mit 124. Dittmann mit 164 von insgesamt 183 Stimmen. Zum Schluß begrüßte Vorsinender Dittmann noch die Vertreter der ausländischen Bruderparteien Die Tagung habe bewiesen, welch hohes moralisches und politisches Ansehen die Ll. S. P. D in der proletarischen revolutionären Internationale besitze. Mit einem dreifachen Hoch auf die Ll. S. P. D. und die revolutionäre internationale Sozialdemokratie wurde der Partellag geschlossen.
nur wlll. “ '
Core öer Rokokobackstsch, hatte geöffnet und hatte einen tiefen Knicks gemacht, faft einen richtigen Hofknicks. Man hätt's ihr cmsehen tonnen »s «e
schall linbLi.tschaftlicheö Bilduniswe e.i ih e.i Einfluß geltend machen. Einzelne Kammern, so in Brandenburg, Sachsen, Hannover, Schlesien und Rheinland haben Frauen als Referentinnen für die Frauenarbeitsgebiete eingestellt, denen zugleich der Ausbau der Wanverhaushaltungsschulen auf dem Laude und der Organisation det Landwirtschaftlichen Hausfrauenvereine obliegt. Es sind vor kurzem Eingaben der Landfrauen-Organisativnen an die Regierung gerichtet worden, sowohl im Landwirtsck-aftSministerium, als in der Haupt- landwirtschaftskammer Frauenreferate einrichten zu wollen. Begründer werden diese Forderungen schon allein durch die Tatsache, daß die landwirtschaftliche Produktion zum großen Teil auf der Mitarbeit der Frau beruht. Schon 1907 arbeiteten 4 593 000 Frauen hauptberuflich in der Landwirtschaft. Ihr Anteil erreichte fast 50 v. H. bei einer Zahl von insgesamt 9 883 000 landwirtschaftlich Berufstätigen. Von den in der Landwirtschaft arbeitenden berufstätigen Frauen sind der größte Teil, fast 3 Millionen, also etwa 60 v. H. aller landwirtschaftlich berufstätigen Frauen mithelfende Familienmitglieder. Ohne die Mitarbeit der Frau würde die Landwirtschaft nicht in der Lage sein, ihren Betrieb aufrecht
zu erhalten und den an sie gestellten Anorderungen gerecht zu werden.
Das Bestreben des ReichSverban- des der landwirtschaftlichen Haus- rauenverrine geht dahin, die Mitarbeit der Frau im landwirtschaftlichen Betriebe nicht nur im vollen Llmfange auftecht zu erhalten, sondern mit allen Kräften im Interesse der Landwirtschaft und des Staates zu steigern. Die Vereine haben den Zweck, die Fähigkeiten der Landfrau durch fortgesetzte Schulung zu erweitern und die Mitglieder in dem Svlidari- tätSgedanken der gemeinsamen landwirtschaftlichen Interessenvertretung zu stärken. Der ReichSverband erstrebt gemeinsam mit bc: Zentrale der deutschen Landfrauen die Vertretung der landwirtschaftlichen Hausfrauen als Produzentinnen im Reichswirtschaftsrat, in dem sie bisher unbegreiflicherweise noch nicht Sitz und Stimme haben. Er wird darin unterstützt vom Bund deutscher Frauenver- eine, der kürzlich in einer Eingabe die Einberufung von 2 Mitgliedern der L.H.V. in den Reichswirtschaftsrat beantragt hat.
Aus dem Jahresbericht der Landfrauen- zcntrale geht die FvrtschrittSbewegung der Landfrauenbestrebungsn deutlich hervor. Das ländlich-hauSwirtschaftliche Bildungswesen, die ländliche Berufsberatung, HauSangestell- ien- und Arbeitsnachweisfragen und soziale Aufgaben wie: Anstellung von Wohlfahrts- Pflegerinnen, Kinderfürsorge, Iugendwoyl- ahrt, Seuchenbekämpfung, Hilfe für Deutsche ouö geraubten Landesteilen, erfreuen sich der ständigen 'Beobachtung und Bearbeitung von eiten der Zentrale und werden den jeweiligen örtlichen Verhältnissen entsprechend berücksichtigt, gefördert und durch praktifche Maßnahmen den Bedürfnissen der Neuzett an- gepaßt.
Letzten Endes bauen alle diese Frauenkräfte an der FrledenSbrücke, die Stadt und Laird miteinander verbinden soll. Stadt- und Landfrauen nähern sich gegenseitig in den Versammlungen der HauSsrauenvereinr, hören dort von den gegenseitigen schweren Nöten, lernen einander verstehen, können Llnbegreif- liches aufllären und zwei Gesellschastöschichten miteinander verbinden, die trotz aller Gegensätze und trotz der scharfen Grenze zwischen den beiden verschiedenen Wellen „Stadt und Land" unlöslich aufeinander angewiesen sind.


