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Ausweisungen aus Elsatz-Lothringen.

Berlin, 12. Aug. Die f ran z ö si sche Ätzgierung hat der Reichsregierung eine Ver­balnote überreichen lassen, in der mitgeteilt wird, daß bis zum 12. August 500 deutsche Staatsangehörige aus El- sah-Lothrin gen ausgewiesen wur­den. Die Ausweisung weiterer 500 Deutscher wird angelündigt, falls den französischen For­derungen nicht entsprochen wird.

Enthüllungen eines englischen Blattes über die Lügengrund­lagen des Versailler Vertrages.

London, 11. Aug. (WTB.) Unter der fett­gedruckten UeberfchriftDas französisch» zaristische Kriegskomplott enthüllt" veröffentlichtDaily H e r a l d" Mitteilungen D. G. Mo r e l s überDie sensationellsten ®nt- Hüllungen, die die kaiserlichen Archive bisher zu­tage gefördert haben", nämlich die Protokolle oer Konferenzen zwischen den französischen und russi­schen Obersten Generalstäben in den Jahren, die dem Beginn des Krieges unmittelbar voraus­gingen. Diese Protokolle, von denen einige von Zoffte und Millerand unterzeichnet sind, be­weisen lautDaily Herald" über alle Zweifel, dah Frankreich und Rußland vorsätzliche Vorbereitun­gen zum Offensivkrieg gegen Deutsch­land trafen. Es wird darin endgültig erklärt, dah dieersten großen Zusammenstöße wahr­scheinlich in Lothringen, Luxemburg und Belgien stattfinden werden". Die Behauptung, daß der Krieg als eineU e b e r r a s ch u n a" für die alliierten Mächte kam, wird durch diese Doku­mente himmelhoch in die Lust gesprengt. In einemDie Lüge" überschriebenen Leitartikel schreibtDaily Herxrld":Der sogenannte Friede" von Versailles, die Ursache der augenblicklichen Rot Europas, sei auf eine Lüge gegründet worden. Dieser wirtschaft­lichen und politischen Zwecklosigkeit sei eine An­nahme zugrunde gelegt worden, der die Alliierten tvahrscheinlich den QtomenMoral" geben, näm­lich die Annahme der alleinigen Schuld Deutsch­lands am Kriege. Man sehe in den Dokumenten das kaltblütige Zugeständnis, dah der Angriff Deutschlands nicht unerwartet war, daß die Ver­letzung Belgiens nichts mit der Teilnahme Groh- beitaimiens am Kriege zu tun 'hatte und daß d i e Pläne auf die Zerstückelung Deutsch­lands tief gelegt waren und dah Groß­britannien, vertreten durch seine 'chauvinistischen Liberalen", Seil daran 'hatte.

Die Derfassungsfeier in Berlin.

Berlin, 11. Aug (WTB.) Der Tag der Wiederherstellung der deutschen Einheit und der Geburtstag der Verfassung im Reiche und den Ländern wurde heute mit einer- amtlichen Feier aller Behörden im großen Saale des Reichs­tages unter lebhafter Beteiligung der Bevölke­rung in würdiger Weise begangen. Eine verstärkte Ehrenkompagnie hatte vor dem Reichstagsgebäude Aufstellung genommen, die kurz vor 12 Uhr der Reichspräsident unter den Klängen des Liedes Deutschland, Deutschland, über alles!" abschritt. Der große Sitzungssaal war hübsch geschmückt, als das philharmonische Orchester stimmungsvoll -und mächtig die Feier mit BeethovensEgmont"- Ouvertüre eröffnete. Dann hiell der badische t Staatspräsident Dr. Hummel die Feier- rede, in der er den Reichspräsidenten und den 6 Reichskanzler als Badener begrühte. Er sprach , über das Entstehen des badischen Staatsgefühles. Die Stärke des Reichsempfindens in Baden sei zu verstehen aus der Gleichzeitigkeit der Entstehung von Staatsgefübl und Reichsgefühl. Aus diesem Gedanken begrüßte der Staatspräsident dieReichs- verfassung vom 11. August 1919 als ein groß­artiges Gefehgebungswerk mit dem Ziele der Auf­rechterhaltung der Reichseinhett. Die Rede schloß "mit einem Hoch auf die Republik, das deutsche Vaterland und das deutsche Voll. Die festlich jubelnden Klänge des Vorspiels zu den Meister­singern von Rürnberg schlossen die eindrucksvolle Feier.

Berlin, 11. Aug. 3m staatlichen Schau­spielhause fand abends aus Anlaß des Der- fassungstages eine künstlerische Abendfeier statt, die einen sehr eindrucksvollen Verlauf nahm. Dem Dichter Gerhart Hauptmann, aus dessen Iahrhundertfestspiel Teile zur Aufführung ge­langten, wurde eine begeisterte Ovation dar­gebracht. Rach der Ausführung hielt von der Freitreppe des Schauspielhauses aus derR eichs- präsident eine Ansprache, in der er die deutsche Republll feierte. Rach dem Reichs­präsidenten sprach der Reichskanzler. Beide Ansprachen wurden mit Begeisterung ausgenom­men.

(Ein Telegrammwechsel mit Präsident Harding.

Berlin, 11. Aug. (WTB.) Der Präsi­dent der Vereinigten Staaten hat an­läßlich des Derfassungstages an den Reichspräsi­denten folgendes Telegramm gerichtet: Präsi­dent Ebert, Berlin. Zur Wiederkehr des Tages, an dem Deutschland die republikanische Staats- fvrm angenommen hat, bin ich glücklich, 3hnen meine Hoffnung auszudrücken, dah die große deutsche Republik stetig vorwärts schreite auf den Wegen des Friedens, die zu einer guten Verständigung und zu Gedeihen und Glück führen werden. Harding.

Der Reichspräsident erwiderte: Präsi­dent Harding, Washington. Aufrichtig erfreut durch Ihr freundliches Gedenken unseres Der­fassungstages bitte ich, mit herzlichem Dank meine Wünsche entgegenzunehmen für das Wohlergehen der Vereinigten Staaten. Deutschland hofft, daß die gleichen Grund ätze unserer gemeinsamen repu- bllkanischen Slaatsform zu dem guten Ideale einer Verständigung und glücklichen Zukunft un­serer Völker führen mögen. Ebert.

Aus dem Reiche.

Die Verhandlungen mit Bayern.

Berlin, 11. Aug. (WTB.) Die Verhandlungen der Reichsregierung mit der bayerischen Regierung wurden heute vormittag beendet. Das Ergebnis wurde in einem Protokoll zusammengefaßt. Die Vertreter der bayerischen Regierung sind heute gegen Mittag nach München zurückgekehrt. Das

I Protokoll wird dem bayerischen Ministerrat vorge­legt werden, der die endgültige Entscheidung für Bayern zu treffen hat. Für die Reichsregierung ist die Zustimmung des Kabinetts bereits erfolgt.

Reue Postgebührenerhöhung.

DerVorwärts" meldet, daß wegen der neuen Ausgaben im Posthaushalt eine weitergehende als die bisher geplante im Reichspostministerium aus­gearbeitet werde, die den Teuerungsverhältnissen Rechnung trägt und eine Steigerung um fast 50 Prozent der bestehenden Gebühren vorsehe. Danach soll ab 1. Oktober der Brief im Ortsverkehr bis zu 20 Gramm 1,50 Mk., bis 100 Gramm 4 Mark, bis 250 Gramm 6 Mark kosten. Im Fernverkehr sollen die Kosten für einen Brief bis 20 Gramm 6Mk., bis 100Gramm 7 OHL, bis 250 Gramm 8 Mk. betragen. Für Post­karten sollen die Gebühren im Ortsverkehr 1 Mk., im Fernverkehr 4 Mark fein. Auch die Gebühren fürPakete, Wertbriefe, Wertpakete, Postanweisungen usw. sollen entsprechend erhöht werden. Im Tele­graphenverkehr soll die Wortgebühr auf 3 Mk., im Fernsprechverkehr der Zuschlag zu den gesetzlichen Fernsprechgebühren auf 400 Prozent festgesetzt wer­den. Der Verkehrsbeirat des Reichspostministeriums wurde auf Montag, den 4. September einberufen. Eine Aktion der Deamtenorganisntionen.

Berlin, 12. Aug. Wie die Blatter Mitteilen, haben die gewerkschaftlichen Spitzenorganisationen der Beamten und Angestellten tm Staat und den Gemeinden beschlossen, die Reichsregierung zu er­suchen, sofort in Verhandlungen einzutreten, damit die Augustbezüge des im Reichs-, Staats­und Gemeindedienst beschäftigten Perso­nals aufgebessert w.rden. Uber die Höhe der zu erhebenden Forderungen soll erst Beschluß ge­faßt werden, wenn bei Beginn der Verhandlungen sich Geldentwertung und Preisgestaltung völlig über­sehen lassen.

Aeue Verhaftungen in der Morduffäre Aathenau.

Frankfurt a. M, 11. Aug. (WB) Der wegen der Teilnahme an den Vorbereitungen zu dem Morde an dem Reichsminister Rath en au gesuchte Ernst v. Salomon wurde gestern von der Kriminal­polizei hier festgenommen.

Der frühere Sekretär Kurt Eisners verhaftet.

München, 11. Aug. (WTB.) Zu der Meldung aus Halle, wonach der frühere Se­kretär Kurt Elsners, Felix Fechenbach, verhaftet worden sei, erfahren dieMünchener Reueften Rachrichten" von zuständiger Seite, daß der Haftbefehl von der Staatsanwalt­schaft am VvlkSgericht München I wegen des dringendenBerdachtSdeSLandeS- verrats erlassen worden ist. 3m Interesse der Untersuchung könnten nähere Angaben noch nicht gemacht werden.

Aus Slafct Lsnd.

Gießen, den 12. Aug. 1922.

Der Verfassungstag in Gießen.

Im Reichstage liegen Anträge aus den Reihen der Koalitionsparteien vor, die darauf hinzielen, den 11. QI u g u ft, den Tag der Deutschen Reichsverfassung, durch Reichsgesetz zum Rationalfeiertag zu machen. Diese Anträge sind in der verflossenen Arbeits­periode des Reichstages nicht mehr zur entschei­denden Beratung gekommen. Um aber trotzdem den Versassungstag aus der Reihe der Werktage herauszuheben, hat sich die .Reichsregierung an die behördlichen Stellen im ganzen Reiche ge­wandt mit der Empfehlung, mit einem Festakt diesen Tag zu feiern. Die hessische Regierung hat dem Ersuchen der Reichsregierung entsprochen und ihrerseits die Kreisämter ersucht, am gestri­gen Tage Derfassungsfeiern zu ver­anstalten.

Die Gießener Feier, zu der Oberregie­rungsrat Welcker in Vertretung des beurlaub­ten Kreisdirektors eingeladen hatte, fand gestern abend im Stadttheater statt. Die Spitzen der Behörden, eine Abordnung des hier garnisonieren- den Bataillons des Reichswehr-Infanterie-Regi- rnents Rr. 15, sowie zahlreiche Bürgerinnen und Bürger hatten der Einladung Folge geleistet. Oberregierungsrat Welcker betonte in seiner Begrüßungsansprache, es gelte jetzt, den Blick nicht mehr rückwärts, sondern vorwärts zu lenken, denn nur die Zukunft könne aufbauen. Einigkeit, Recht und Freiheit mühten die "Marksteine der neuen Staatsform Jein. Einig züsammenstehen müsse das ganze Volk auf dem Rechtsboden der neuen Verfassung, barm werde es die Freiheit im Innern haben und sich auch die Freiheit nach außen erringen. Die Hauptrede des Abends hielt Iustizrat Dr. Grünewald, der über das Thema:Rationalversammlung und Ver­fassung" sprach. Er ging in seinen Ausführungen von der Flaggenfrage aus und trat dabei für die unbedingte Respektierung der neuen Reichsfarben ein. Gr selbst 'habe in der Rational- Versammlung za der Minderheit gehört, die für die Beibehaltung der Farben schwarz-weih-rot ge- sttmmt habe, aber nachdem sich die große Mehr­heit des verfasfunggebenden Parlaments für schwarz-rot-gold entschieden, sei es die Pflicht der Minderheit, sich dem Mehrheitswillen zu fügen und den neuen Farben als Symbol des Reiches die schuldige Achtung zu erweisen. Wer sich an den neuen Fahnen vergreife, müsse die ganze Schwere des Gesetzes spüren. Der Redner ging dann in großen Zügen auf die Vorgeschichte und die Entwicklung des Verfassungswerkes ein, gedachte dabei der überaus schwierigen Umstände, die zur Zeit der Schaffung der Verfassung innen- und außenpolitisch bestanden, wies forz auf einige wichtige Kapitel des neuen Reichsgrundgesehes hin und schloß mit der Mahnung, auch in Zu­kunft zusammenzuhalten, da das neue Reich sicher­lich noch manchen Stürmen ausgesetzt sei. Im engen Zusammenstehen auf dem Boden derReichs- verfassung werde unser Voll catch künftige Schwie- rigkriten sicher überwinden können. Die Versamm­lung banttc dem Redner für feine etwa eir.stündige Ansp ache mit starken Deifallebczrugun-ee.. Ober- regicrungsrat Welcker faßte diesen Dank des Publikums in einige herzliche Werte an den Red­ner zusammen. Instrumentale Darbietungen der Reichswehrkapelle boten eine wertvolle Verschö­nerung des Abends. Der Rednertisch auf der blattpslanzengefchmückten Bühne war mit den Reichsfarben geziert.

Die öffentlichen Gebäude wiesen sämtlich Flaggenschmuck in schwarz-rot gold u:.d zum Teil, auch in rot-weiß auf. Das werktägliche Leben i ging seinen gewohnten Gang,

Neue Höchstpreise für Mehl und Brot im Landkreise Gieften.

Durch Beschluß des KreiSausschusses des Kreises Gießen lind die Verkaufspreise für Mehl und Brot 'an die Verbraucher der Land­gemeinden des Kreises ab 18. August wie folgt festgesetzt:

1. für Mehl:

a) Weizenbrotmehl Mk. 8 40 das Pfund,

b) RvggenmeHl Mk. 8, das Pfund:

2. für Brot:

a) für den 4-P-und-Laib Mk. 28,70,

b) für den 2-P,und°Laib Mk. 14.35.

Das Derkaufsgewicht des Brotes muß noch 24 Stunden nach feiner Fertigstellung vorhan­den fern.

Das vom Kommunalverband gelieferte Mehl darf nur gegen Brotmarken abgegeben werden.

Wettervoraussage

für Sonntag:

Wolkig, warm, trocken, Südwestwind.

Die Depression über Island dehnt sich Wetter aus und beeinflußt bereits die Witterung über England. Wir haben morgen noch mit gutem Wetter zu rechnen, doch steht ein baldiger Witte- rungsumschlag in Aussicht.

«

* * Reue Bro t ma rken für das in der Mitte dieses Monats beginnende neue Wirt­schaftsjahr werden in den nächsten Tagen in alten Bezirken ausgegeben. Die bisherigen Brotmarken Rr. 34 und 35 für die Woche vom 21. August ab werden nicht mehr beliefert Räheres wird durch amtliche Bekanntmachung noch mitgeteilt

* Straßensperre. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten ist die S ch l o ß g a s s e bis auf weiteres für jeglichen Rad fahr- und Fuhrwerksverkehr gesperrt

* * Fahrraddiebstahl. Ein Fahrrad, MarkeZeitgeist", Fabriknummer 28 423, ist hier gestohlen worden. Das Rad hat schwarzen Ruh- menbau, gewöhnliche, vernickelte Lenkstange mit neuen Korkgriffen, Torpedofreilauf mit Rücktritt­bremse. Die Reifen find fast neu. Vor Ankauf wird gewarnt Sachdienliche Mitteilungen erbittet die Kriminalpolizei.

'* Ein herrenloser Spihhund tft ftattung der Unfoften kann er dort abgehvll beim Polizeiamt eingeliefert worden. Gegen Er­werben.

* Oberhessischer Kunstverein. Die älbbelohde-Gedächtnis-Ausstellung, welche nur kurze Zeit hier verbleiben sollte, ist nunmehr ge­sichert bis gegen Mitte September. Von hier aus gelangen die Werke nach Kassel, Frankfurt a. M., und Karlsruhe zur Lttrsstellung.

Vornotizen.

Tageskalen der für Sams­tag. Felsenkeller Heute und morgen: Pllg- crusstellung. Kaufmännisches Vereiushaus, 8j/2 Ahr: Hauptversammlung des Obst- und Gartenbauvereins. Astoria - Lichtspiele, heute und morgen:Zirkus des Lebens" und Anständige Frauen". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, heute und morgen:Der Strom" undDie kleine Dagmar".

Der Wartburgverein hält seine Veran­staltung morgen nicht im Dereinslokal, sondern im Gemeindehaus, Kirchstrahe 9, ab. (Siehe Anzeige.)

Aus dem Dtadttheaterbureau. Wie aus dem heutigen Anzeigenteil ersichtlich, findet am kommenden Dienstag wieder ein Gastspiel des staatlichen Kurtheaters Bad-Rauheim im Stadt­theater statt. Zur Aufführung kommtChprienne", Lustspiel in 3 Akten von Sardou- und de Rajac. In den Hauptrollen find beschäftigt: Frau Orczy und die Herren ßambertin, Schüler, Hellborn und Dolck. Die Spielleitung führt Herr Goll.

Landkreis Gießen.

* Albach, 10. Aug. Am vorigen Sonntag wurde hier ein Denkmal für die im Welt­kriege gefallenen 21 Krieger unserer Ge­meinde eingeweiht Das Denkmal steht auf dem Friedhöfe: es ist nach dem Entwürfe des Kreisbauamtes Gießen entstanden und besteht aus einem Obelisken aus einfachem Kunststein mit ausgehauenem Stahlhelm und metallenem Kreuz als oberen Abschluß: auf der Vordersette des Denkmals ist eine entsprechende Inschrift angebracht. Zu beiden Seiten der Säule sind die Gedenksteine mit Inschriften für die Ge­fallenen gruppiert. Der Ortsgeistliche hielt die Weiherede und danach übernahm Bürgermeister Arnold das vom Regierungsbaumelster Schneider vom Krelsbauamt Gießen über­gebene Denkmal in den Schutz der Gemeinde. Der Kriegerverein feuerte den gefallenen Kame­raden zu Ehren eine Ehrensalve ab, Vorträge der beiden hiesigen Gesangvereine, Gesänge der Schulkinder und weihevolle Klänge des Posaunen - ch-vrs von Oppenrod verschönten $te eindrucksvolle Feier. Die Denkmalsanlage soll von der Ge­meinde nach einhelllichen Gesichtspunkten gepflegt werden.

* Bersrod, 11. Aug. Wegen Vornahme von Wasserleitungsarbeiten in Bersrod ist die K r e i s st r a ß e am Ortsausgang Bersrod Beuern für den Durchgangsverkehr von morgen, Samstag, ab bis auf weiteres gesperrt.

Oueckborn, 10. Aua. Wieder ist einer von den wenigen noch lebenden Kämpfern von 1870/71 geftorben, nämltth der Landwirt Bal­thasar Schmidt, der während des Feldzugs in dem Gießener Infanterie-Regiment 116 mit-, kämpfte.

Kreis Büdingen.

tz. Hirzenhain, 11. Aug. Bei den Bauanlagen an der Talsperre zwischen hier und Lißberg verunglückte heute morgen der 22jährige G. Preu sch, als er den Stark­strom ernschalten wollte, tödlich. Der Ver­unglückte ist ein Sohn des Maurers Pr. in Ober-Lais.

>( Selters (Hessen), 11. Aug. Am 19. d. MtS. findet gelegentlich einer General­versammlung der Gewerk schäft Sel- ters-Ortenberg die Eröffnung un­seres Bades statt. Der unermüdlichen Ar­beit der Handwerker ist es trotz aller Schwie­rigkeiten endlich gelungen, das Badehaus fertigzustellen. Es erhebt sich im herrlichen Tal der Ridder und grüßt den Wanderer schon von weitem durch seine hellen schönen Farben. Eine Allee führt von der OrtSstraße zu dem im Jahre 1903 erbvhrten, in den beiden letzten Jahren neu gefaßten Bene-

diktus-Sprudel, der fernen Ramen nach dem 21. März, an dem der Sprudel zur Ober­fläche kam, führt. Aeber ihm erhebt sich jetzt eine Helle, geräumige Trinkhalle. Der immer sprudelnde Quell gibt in der Stunde 13 800 Liter. An die Trinkhalle schließen sich eine Anlage für die Abfüllung und den Versand des Hellwassers und die Dureauräume. Das Badehaus enthält 12 große, Helle Badezellen. Schon jetzt wird fleißig gebadet, die Zahl der täglich verabreichten Bäder beträgt schon 3040. Da unser kleines Dors und das an­liegende Ortenberg die Zahl der Badegäste schon jetzt kaum fassen kann, soll in der Gene­ralversammlung der Frage der Erbauung eines in unmittelbarer Rähe des Badehauses gelegenen Kurhauses näher getreten werden.

Kreis Lauterbach.

Schli tz, 10. Aug. Im Echlitzerland besteht der alte Brauch, daß Burschen von außerhalb, die sich in irgendeinem Dvrse ihre Lebensgefährtin erküren, den ledigen Burschen des betreffenden Ortes als denGeprellten" etwasabgeben" müssen. Diese alle Sitte führte dieser Tage zu einer Roheit, bie ein gerichtliches Rachspiel tm Gefolge haben wird. Ein junger Alaun aus Llnter-Wegfurth besuchte in Queck seine Braut. Als er sich in später Abendstunde auf den Heim­weg machte, wurde er von Quecker Burschen überfallen und derart mit Latten ge­schlagen, dah er sich nur noch mit größter Mühe fortbewegen formte. Wie die Täter an­gaben, soll ihnen der auswärtige Bräutigam nicht genug Alkohol spendiert haben. Etwa 100 hiesige Siedler haben sich organisiert und eine OrtsgruppeSchlitzderhessischenAr- b e i t s g e me i n s cha f t für Siedlungs­wesen gegründet. Vorsitzender wurde F. Rein­hardt. In nächster Zeit soll der Vorsitzende der hessischen Arbeitsgemeinschaft Walther- Düdingen einen Vortrag halten.

Steinfurth bei Herbstein, 9. Aug. Auch hier und in den Rachbarorten Rösberts, Schlech­tenwegen, Stockhausen wird jetzt am elektri­schen Licht gearbeitet, die Ortsanschlüsse sind zum Tell schon fertiggestellt. Dis Herbst soll das Licht brennen. Dieser Tage fanden wieder Vermessungen zur Errichtung einer Tals perre unterhalb unseres Dorfes statt. Im Quellgebiet unseres Daches sollen tm Oberwald einige wei­tere Quellen erbohrt und dem Flüßc^n zu­geführt werden: dadurch soll die Wassermenge erheblich verstärkt werden. Die Sperrmauer ist zwischen Steinfurth und Blankenau vorgesehen, an der engsten Stelle des Tales. Das kleine Elektrizi­tätswerk soll dann mit der Zentrale Wölfers­heim verbunden werden. Der 6ta,,fee wird von ber Mauer bis an die Gehrigsche MüUe unter­halb Steinfurths reichen.

Kreis Friedberg.

ch. Münzen berg, 8. Aug. Auch unfern Gemeinde wird nunmehr in Kürze ein D en k- mal zu Ehren der im Weltkriege für das Vater­land auf dem Felde der Ehre Gefalle­nen ober im Lazarett verstorbenen Glieder un­serer Gemeinde erhalten. Die Ausführung ver­spricht nach dem von Herrn Architekt Hanö Burg, Gießen, entworfenen Plan sehr schön zu werden. Die Dildhauerarbeit wird Herr Bild­hauer K ö d d i n g , Gießen, übernehmen. Das Denkmal wird in unmittelbarer Rahe unserer alt­ehrwürdigen Kirche, unter dem Schatten einer hohen Linde, aufgestellt.

Hessen-Nassau.

Deihülfen für die Echulheizung durch die Schüler.

fpd. Kassel, 11. Aug. Die städtischen Körper­schaften beschlossen, von sämtlichen Schülern und Schülerinnen der ^oberen Lehranstalten, Mittel­schulen und der Handels- und Gewerbeschule zur Deckung der außerordentlich hohen Heizungs­gelder neben dem Schulgeld einen Hei­zungsbeitrag von 100 Mk. für die kommende Heizperiode zu erheben. Familien mit mehreren Kindern sollen Ermäßigungen gewährt werden.

Der DuchdruckersLreik in Frankfurt.

fpd. Frankfurt a. HL., 11. Aug ©eit Don­nerstag mittag verhindern größere Trupps ftreitenber Buchdrucker den Verkauf aus­wärtiger Zeitungen durch die Dahnhc^s- buchhandlungen. Sie haben dabei verschiedenllich Gewalt angewendet und die neueingetroffenen Zeitungspakete zerrissen. Heute nachmittag ver­suchten Buchdrucker die.aus Berlin eingetroffenen Zeitungen den Dahnhofsbuchhändlem am Zuge fortzunehmen. Die Schutzpolizei mußte alarmiert werden, unter deren Schutz die Pakete dann in das Verwaltungsgebäude gebracht und sicherge­stellt wurden. Die Verkaufsstände werden ständig von Streikposten beaufsichtigt. Die Polizei ist gegen diesen Terror machtlos. Auf der Eschen­heimer Landstraße wurde ein 70jahriger 3ei»x tungsverkäufer beim Verkauf von Zeitungen an­getroffen und von Ausständigen mißhandelt. Der Strahenverkauf von Zeitungen ist eingestellt. Frankfurt ist buchstäblich ohne Zei­tungen. Mm Zeitungsblätter reiht man sich hier förmlich. Bisher ist es noch zu keiner Eini­gung zwischen den Arbeitgebern und Arbett- nehmern gekommen. Jedenfalls werden noch Tage darüber vergehen, bis die Arbeit wieder ausge­nommen wird.

mc. Frankfurt a. M, 11. Aug. Gestern wurden von streikenden Duchdruckergehilfen die Erkerscheiben derOffenbacher Dollszettung" ein- geschlagen, well man dort die amtlichen Wolff- depeschen ausgehängt hatte. In Frankfurt drangen kommunistische Buchdrucker in eine kleine Druckerei in der Allerheiligengasse und nötigten den Geschäftsinhaber zur Riederlegung Der Arbeit. Durch einen Schutzpolizisten wurde einer der beteiligten Streikenden t^er haftet, zwei andere an der Rötigung beteiligte Buchdrucker wurden nachts in ihren Wohnungen von der Polizei aus Den Dellen geholt und sistiert. Man ließ sie aber nach kurzer Vernehmung wieder frei

Wilde Gerüchte in Frankfurt.

fpd. Frankfurt a. M., 11. Aag. Frank­furts Bevölkerung lebte am Dvnnersatg im Zeichen wilde st erGerüchte. die durch das Fehlen jeder Zeitung immer phantastischere For­men annahmen. Sine große militärische Hebung französischer Truppen, allerdings in Stärke einer ganzen Division, auf mehreren hundert Kraft­wagen 'gab die Veranlassung dazu. Die Truppen fuhren über Höchst, Soden und Königstein weiter in den Taunus hinein. In wenigen Augenblickenr wußte Frau Fama von der Besetzung desVor- orteS Rödelheim zu berichten. Am Eisernen