dss eurv pätschen Friedens das 'IBditi toteTiertereinten Oberschlesiens und begrüße Herz- Sir* - ^rsEMlung nehmen anch lichst die hier anwesenden Vertreter der Reichs- als belaischer Delegierter der Sozialist de Drouk» und preußischen Staatsregierung. — Rach einem ♦ ^^»^^oftscher die sozialistuchen Ab- dreifachen Hoch auf das deutsche Vaterland stimmte
geordneten Marcel Sembat und Mostet teil.
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WM
" Amtliche Personal nachrichten. Ernannt wurde am 6. Juli der Schulamtsanwärter Karl Bungert ans Nieder- lahnstern zum Lehrer an der Volksschule zu Fürth, Kreis Heppenheim. — 3n den Ruhestand versetzt wurde am 6. Juli der Amts- vbergehilfe an der Hessischen Brandversiche- rungskammer Fr. Schneider in Darmstadt auf sein Rachsuchen unter Anerkennung seine» dein Staate geleisteten Dienste mit Wirkung von: 1. August 1922 an.
** Reuregelung der B ackwaren- p reise. Das Lebensmittetamt gibt un unserem heutigen Anzeigenteil Mannt, das; die Preise für auf B roturarke n ab u gebende Backwareri mit Wirkung von morgen ab neu festgesetzt sind. Die weitere Erhöhung der Backlöhne, der Preise für Heizstoffe und der sonstigen Unkosten werden als Grund der Erhöhung genannt.
** Reue Koh lenhöch st preise sind mit Wirkung von morgen ab von der Stadtverwaltung festgesetzt worden. Man beacht« die Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil.
** Die Fahrscheinheft chen für die Straßenbahn werden vom 15. ds. MtS. ab nur noch in den bekannten Verkaufsstellen aus- gegeben. Der Verkauf durch die Wagenführer findet nicht mehr statt. (Siehe Bekanntmachung in unserem heutigen Anzeigenteil.)
rischen Standpunkt sehr beklagenswert, leichter überwunden wird, weil seine Person, ob mit oder ohne eigene Schuld entzieht sich unserer Kenntnis, eine ständige Quelle des Unfriedens und der Beunruhigung war. An sein gegen den Willen des Orchesters erfolgtes Engagement knüpfen sich die Erinnerungen an die unliebsamen, unsere Oper schwer gefährdenden Konflikte zwischen Ballmg und Hartung.
Das Schauspiel sieht einen feiner Besten und Größten scheiden- Walter Rehmer, dessen indiriduelle starte Künstlerschaft eine ganz n^ic künstlerische Rote in unser Ensemble brachte, oer ein ausgezeichneter Sprecher und ^rodernrr Darsteller war. Sein Kean, Lours Feroinand. um nur diese zu nennen, waren Rollen von höchster künstlerischer Vollendung. — Daß auch Edith Biele" feit, die entzückende amnutvolle uird bestrickende junge Tanzkünstlerin geht, ist für sie von Vorteil. Zwei so verschieden geartete und so verschieden künstlerisch gerichtete Tanzkünstlerinnen, wie sie und Rim Willens, können nicht nebeneinander wirken. — Em schmerzliches Scheiden in gewissem Sinne bereitet auch Joseph Schlembach, unser erster Bassist. Er bleibt zwar der Oper als Oberregisseur erhalten, nicht aber als Sänger. Seine vornehme nie versagende Künstlerschaft bedeutet für die Oper einen fühlbaren Verlust, über den nur die Hoffnung hinwegtröstet, daß wir ihn doch öfters als Gast hören werden. — Schließlich sei auch der Herren Oberregisseur Hehthecker, Bühnenarchitekt Pilarh und Theatermaler Scherl gedacht, denen wir manche schöne und großzügige Reuheit verdanken.
Für die Sommerspielzeit hat nun Bruno Harprecht das kleine Haus übernommen, um es ausschließlich der heiteren Muse zu widmen. Mit der Ballerina des Königs hat er einen vielversprechenden Anfang gemacht, wird aber das 12 Millionendefizit kaum mindern können.
MaxStreese.
Aus neuen Erinnerungen Theodor Fontanes.
Theodor Fontane hatte die Absicht, in seinen klassischen .Wanderungen drrch tie Mark" dem
Vom Bürgerkrieg in Irland.
L o n b o n. 11. Juli. (WTB.) Aus Belfast wird gemeldet: Frische Irreguläre haben fünf Eise nba Andrucken in die Luft gesprengt und dadurch die Bahnverbindung 'Giblin—Belfast unterbrochen.
Aus Hessen.
Vertagung der politischen Aussprache hn Landtag.
rm. Darmstadt, 10. Juli. Da der Staatspräsident tllrich sowie Minister von Brentano zu wichtigen Reichstagsberatungen heute abend nach Berlin gereift sind, wurde die für den Beginn der Landtagsberatungen am Dienstag vorgesehene große politische Aussprache zunächst ausgesetzt. Sie soll dann nach der Rückkehr der beiden Herren mit der Generaldebatte über den Hauptvoranschlag verbunden werden. Der Landtag wird daher zunächst die übrigen Punkte der Tagesordnung erledigen.
Das Befinden Dingeldehs.
rm. D a r m st a d t. 10. Juli. Wie wir erfahren. ist der Zustand des Abg. Dingeldey noch derartig, daß es ihm unmöglich ist, an den nun beginnenden Landtagsverhandlungen teilzunehmen, da einzelne Kopfwunden noch eiterige Ausflüsse zeigen. Der Arzt soll auch wegen des allgemeinen Körperzustandes noch möglichste Ruhe und Schonung ungeordnet haben.
Die Haager Verhandlungen mit den Russen.
Haag, 10. Juli. (WTB.) Heute hatte der älnterausschuß für die Kredite wieder eine Z u - sammenkunft mit der russischen Abordnung. Der Vorsitzende des älnteraus- schusses legte den Russen eine Reihe von Fragen wegen des Wiederaufbaues von Rußland vor. 3n der Auseinandersetzung, die dreiviertel Stunden dauerte, erteilte Krassin über diese Fragen Auskunft. 11. a. gab er Auskunft über das Material, das die russischen Eisenbahnen brauchen und über die landwirtschastlichen Bedürfnisse. Bezüglich der zu verleihenden Konzessionen teilte er mit, daß die russische Regierung nur für neue Eisenbahnlinien Konzessionen erteilen werde. Schließlich machte Krassin noch Mitteilungen über die den russischen Außenhandel betreffenden Fragen. Ramens der russischen Abordnung legte Litwinow eine Reihe von Fragen vor. Heber die statistischen Fragen wird der britische Abgeordnete demnächst Antwort geben, während hinsichtlich der politischen Fragen der Vorsitzende crflärtc, daß die Aussprache darüber sich noch nicht so entwickell habe, daß man diese Fragen schon beantworten könne.
densvertrages von Versailles für , diejenige« Staatsangehörigen der alliierten und affccirenen' Mächte stattzufinden. die ihren Wohnsitz oder dauernden Aufenthalt im deutschen Reichsgebiet haben. Da die Staatsangehörigen di.ser Mächte aus Grund dieser Bestimmung keiner höheren Abgabe unterworfen werden können, als die Reichsdeutschen, brauchen sie, soweit sie tnt deut schcn Reichsgebiet Wohnsitz oder dauernden Aufenthalt haben, eber.so wir derartige Reichsdeutsche die Stempelabgabe nur in Papier- mark zu zahlen. D.i Berechnung der Stempel- aE gäbe in Gold mark ist der jeweils von der Reichsbank allwöchentlich neu festgesetzte Ankaufspreis für Gold am Tag der Entrichtung oder Anforderung der Stemp.lAbgabe zur Grwde za legen. Wochenjagopässe (50 Mk.) können nach wie vor nur solche Personen, Reichsdeutsche oder Ausländer erhalten, die im Volks staut Hessen weder einen Wohnsitz noch dauernden Ausenthalt haben und sich im Besitze eines von einer nichthifsischen deutschen Staatsbehörde ausgestellten, noch gültigen Zahresjagdwafsenpasses befinden.
Um zu vermeiden, daß Ausländer oder im Ausland ansässige Deutsche sich ter in Goldmart zu zahlenden Abgabe dadurch entziehen, daß sie aus den Inhabeipaß eines evtl, nur vorgescho Venen deutschen Pächters oder Mitpächters (z. D. eines zu diesem Zweck als Mitpächter eingetragenen Iagbhüters) die Jagd ausüben, ist die Abgabe des Inhabeipasscs an di» oo-g nannten Personen durch den Iagdpächter ausgeschlossen worden.
Tie vielerlei Klagen über mißbräuchliche Benutzung von Hagdwassenpässen bei Ausübung der Jagd und die entsprechenden Vorstellungen aus Oägcrtreten, haben veranlaßt, anzuorduen, daß in Zukunft der auf den Ramen ausgestellte Hahresjagdwasfenpaß mit dem Lichtbild und der Unterschrift des Paßinhabers versehen sein muß. Das Lichtbild deü Paßinhabers, das aus neuerer Zeit sein muß. ist mit der Jagdkarte durch Abstempelung derart zu verbinden, daß ein Loslösen und Einfügen eines anderen Bildes sofort u erkennen ist. Die Heber» einflimmung des Lichtbildes mit der Person des Paßinhabers und der eigenhändige Vollzug der llnterschrift ist vom Kreisamt oder vop der Orts- pvlizeibehörde des Wohnortes des Payinhabers zu bescheinigen.
Wettervoraussage
für Mittwoch.
Wechselnd bewölkt, kühl, troffen, vorwiegend Rordwestwinde.
Der tiefe Druck hat sich nach Finnland verlagert, während ein Barometermarimum vvn etwa 770 Millimeter über Deatschl-aird und England liegt Die Wetterlage bringt das Emst römen kühler Luftwaffen aus dem Rorden.
Hessisches Landestheater.
Saisonschluß.
Darmstadt, Öen 9. Juli.
Die letzten Vorstellungen der nun zu Ende gegangenen Spielzeit brachten ein großes und für viele Theaterbesucher schmerzliches Abschiednehmen. Es scheiden eine Reihe von Künstlern aus dem Ensemble des Landestheaters, die nicht mit Anrecht zu den sogenannten Lieblingen des Publikums geworden waren, die aber auch der Kritik ein herzliches Bedauern erpressen, weil nach allem, was bisher für die Scheidenden gastierte, der Ersah zum Mindesten nicht vollgültig ist. Da ist vor allem unser Heldentenor Peter I o h n s s e n. der nach Berlin berufen wurde. In den fünf Jahren feines Wirkens an unserer Oper hat dieser nordische Künstler, begabt mit wundervollen stimmlichen Mitteln ununterbrochen und unermüdlich an sich gearbeitet, Lücken in seiner Künstlerschast, die für den Ausländer besonders auf sprachlichem und darstellerischem Gebiete lagen zu bessern und er hatte schließlich einen Grad der Bollendung erreicht, die seinen Verlust doppelt schmerzlich empfinden lassen, im Angesicht der Tatsache, daß Heldentenöre immer schwieriger zu finden sind und was für uns ins Gewicht fällt, immer „unbezahlbarer" werden. - Leichter hatte es Frau Hesse, unsere Hochdramatische, die uns Dresden wegholte, sich in die Herzen der Darmstädter hineinzusingen. Sie brachte viel natürliche Veranlagung, eine große Intelligenz und einen menschlich gediegenen Charakter zu ihrer großen ernsten Künstlerschaft in innigem Verein. Sie hatte auch noch die leider immer mehr verloren gehende große Geste für die Wagneropern. Wenn nicht alles täuscht, blüht dieser Künstlerin noch eine bedeutende Zukunst. — Diese ist auch wohl Jenny Jung bau er gesichert, die wieder dem trotzalledem schönen Wien entgegen geht, daß sie uns einst gab. Diese echt Wienerische Künstlerin war eine blendende Koloratursängerin ; sie verband ftüt ihrem Können ein schönes Temperament und ein immer heiteres , liebenswürdiges Menschentum, das sie allen Kreisen sympathisch machte. — Endlich ging auch Kapellmeister Szell, dessen Scheiden, vom kunstle-
Aus Stadt und Land»
Gießen, den 11. Juli 1922.
Oberhessisches Museum und Garlsche Sammlungen.
Das vergangene Vierteljahr hat den Beständen einsn Zuwachs von etwa 200 Rummern gebracht, großenteils Geschenke, über deren wichtigste demnächst berichtet wird. Bon den Stif tern seien genannt, soweit das nicht verbeten wurde, oder der Rame unbekannt blieb: Aus Gießen Ingenieur Gutmann, Frau Haas (f, Vermächtnis), Landgerichtsrat Hirsch, Amts- gerichtsrat Höckel, Hauptmann König, Major Lrndenau, Oberstleutnant Mohr. Kommerzienrat Roll, Oberst Suur, die Wilhelm-Gail-Stiftung, Berichterstatter Wohlmuth; aus Bersrod die Herren Graulich: aus E i s e n b a ch Erbmarschall Freiherr Riedesel zu Eisenbach: aus Fried-
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die Menge „Deutschland, Deutschland über alles" an. Darauf wurden noch zwei Degrußungstele- gramme, die vorn Reichspräsidenten und dein Reichsminister des Innern Dr. Köster eingegangen waren, verlesen.
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Aus dem Reiüre.
Die Rotlage der Presse.
Berlin, 10. Juli. Der Reichsrat beschäftigte sich heute mit den Ausschußbe- richten über den Entwurf eines Gesetzes über Maßnahmen gegen die wirtschaftliche Notlage der Presse. Es wurde ein Antrag Preußens angenommen, in dem es heißt: „Bei der Veräußerung von Holz durch die zur Gewinnung des Holzes von forstwirtschaftlichen Grundstücken Berechtigten wird eine Abgabe von 7, Prozent des Verkaufspreises erhoben. Die Rutznieher von forstwirtschaftlichen Grundstücken unter 10 Hektar bleiben frei. Die Abgabe ist an die Rückver- gütungSkasse für die deutsche Presse abzulie- fern. Das Gesetz soll vorläufig bis zum 31. Dezember 1923 gelten. In erster Linie soll die " I eine und mittlere Pre sse berücksichtigt werden. Außer der Umsatzsteuer bei Holzverkäufen wird eine Ausfuhrabgabe von anderthalb vom Tausend erhoben. >,
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Das Amnestiegesetz.
Berlin, 10. Juli. (WTB.) Der Rechts- tusschuh des Reichstags beriet heute das Am n e st i eg e s e tz. Reichsverkehrsminister Grö- ner erklärte in der Debatte, daß eine Amnestie .für bie anläßlich des Eisenbahnerstreiks zur Verantwortung Gezogenen die Autorität der Reichsregierung ernstlich gefährden würde, doch versicherte er, daß er für milde Behandlung der au ahndenden Fälle eintreten werde. Der Antrag der Sozialdemokraten und Unabhängigen auf Ausdehnung der Amnestie auf gewisse politische Straftaten wurde abgelehnt. 3m übrigen wurde bie Regierungsvorlage unverändert angenommen. Gegen .das Amnestiegesetz stimmten die Deutsch- nafiDna'en, die Deutsche Volkspartei und die Bayerische Voltspartei.
Auslösung der deutschnationalen
Gruppen in Braunschweig.
Braunschweig, 10. Juli. Das StaatS- ministerium hat sämtliche im Freistaat Braunschweig bestehenden Gruppen der Deutschnationalen Volkspartei aufgelöst.
Die Organisation C.
München, 10. Juli. Wegen angeblicher Zugehörigkeit zur Organisation C wurden hier drei Studenten fest genommen. Die Haussuchungen förderten kein Belastungsmaterial zutage, so daß die Freilassung der Studenten bevorsteht. Die Vernehmung zahlreicher Personen, darunter des Generals Ludendorff, verlief ergebnislos.
langjährigen Chefredakteur der „Kreizzeitung", Hermann W a g e n e r. mit dem er als Redakteur lange zusammen gearbeitet, ein besonderes Kapitel zu widmen, denn er empfand ihn in vieler Hinsicht als einen bezeichnenden Vertreter märkischen, ruppinischen Wesens. Rar aas Raam- inangel b.ieb duses Kapitel dann fort, aber es sind Entwürfe für Lichen Aufsatz im Rachlaß erhalten, und aas ihnen teilt Mario Strammer im neuesten Heft der „Deutschen Rundschau" Zehr bezeichnende Stellen mit, die nicht nur den Eha- raller des Da.g.cht.l.ten, sondern auch den des Darstellers beleuchten. Fontanes Absicht ging Lahin, ein Bild Wageners im Rahmen einer Schilderung seines ruppinischen Heimatortes Sege- leetz, wo sein Vater Pfarrer gewesen war, zu entwerfen. An eine Beschreibung des Doches und der Pfarre sollten sich „Stellen mus verschiedenen Zeitungen" schließen, und ba.m wollte der Dichter eigene „Wahrnehmungen" mitteilen. In diesen Wahrnehmungen hat er persönliche Eindrücke niedergelegt un) schildert Len „Kreaz- zeitungs-Wagener" als einen „faperioren Mann": „Er war wirtlich eine superiore Ratur und gehört zu den Wenigen mir in meinem Leben begegneten Menschen, denen man diese Superiorität abfühlle. Das ewig Wiederkehrende, ganz besonders bet Beamten in hohen Stellungen ist das, daß man die Sache nicht recht begreifen kann. Hier tag es anders. Er hatte die Allüren dieser Superiorität und durste sie haben. Diese Allüren aber — ein Kennzeichen mehr für seine ganz ungewöhnliche Potenz — waren keineswegs von der bureaukratischen Sorte, ganz im Gegenteil, erhalte was Bummelig-Geniales, anscheinend Leidenschaftsloses, viel Donhommie, glänzenden Witz, wundervolle Einfälle und ließ dies alles ruhig spielen und gewärtigte die Wirkung aller dieser Gaben und Vorzüge. Diese Wirkung konnte bei leidlich klugen Menschen auch gar nicht ausbleiben: blieb sie aber bei den Stupiden oder lächerlich Selbstbewußten doch aus, so half er mit einem Witz, einem feinen Spvttwort nach, und ich habe nicht erlebt, daß jemand diesen hingeworfenen Handschuh ausgenommen hätte. Dabei war er von einer enormen Forschetö, ganz granö, ganz unkleinlich, und wenn man ihm, unb mit Recht,
Eine deutsche Feier in Oppeln.
O p p e l n, 10. Juli. (WTD.) Bei leuchtendem Sonnenschein fand heutedieW iederbesehung des letzten Stückes der wieder an Deutschland fallenden oberschlesischen Erde durch das deutsche Mllrtär ihren Abschluß. Mit der Begrüßung der Reichswehr war der feierliche Akt der formellen Uebergabe der Regierungsgewalt, die gestern von der interalliierten Kommission dem deutschen Gesandten von Eckardt übergeben worden war, an die Reichs- und Staatsbehörden verbunden. Der Festakt wurde eingeleitet durch einen Gottesdienst in der tltcn Pfarrkirche. Als Ver- , tretet des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers war Reichsminister Braun erschienen. Das Reichsministerium des Innern hatte Ministeinal-: rat Geheimrat Dr. Schmidt, das Auswärtige Amt Regierungsrat vvn Liers entsandt, die preußische Staatsregierung den preußischen Minister des Innern Severing. Den Ring, auf dem der feierliche Akt vor sich ging, umsäumten zahlreiche Vereine, Körperschaften und studentische Korporationen mit ihren Fahnen. Gegen liy2 älhr erreichte der Jubel seinen Höhepunkt, als der Stab der Reichswehr mit Generalmajor von Ledebour an Iber Spitze in den Ring einritt und vor der Rednertribüne Halt machte. Rach einem vom Oppelner Musikverein zum Vortrag gebrachten Lied übergab Gesandter Dr. Eckardt mit kurzen Worten . die Legierungsgewalt Oberpräsident D i 11 a. Bitta erwiderte darauf mit einer Ansprache, in t der er u. a. sagte: Freude und Schmerz bewegen heute unser Gemüt, Freude, daß unser Ober» F schlesien nach zweieinhalbjähriger D:sehung vom Druck des FLindbundes befielt ist, aber 0 ich Schmerz, daß so viele oberschlesifche Brüder von uns getrennt und einem anderen Lande zugeteilt worden sind, zu dem sie innerlich nie gehört haben. Wir wollen es genug fein lgsfen des Haders, der Zwietracht und der Berleumdung, die unserer Heimat so schwere unb tiefe Wunden geschlagen haben. Die allgemeine Sehnsucht nach Ruhe und Frieden t gibt mir Gewähr dafür, daß jeder Oberfchlesier und jeder wahre Freund Oberschlesiens durch unbedingte Ruhe unb Orbnung, burch Arbeitsamkeit und Betätigung christlichen Opfersinns an bem Stieben unserer engeren Heimat unb bamit auch an dem unseres großen Vaterlandes nach Kräften toetterarbeiten wird. Mit diesem Gefühl übernehme ich nach genau 29 Monaten die Verwaltung des
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einen grenzenlosen Geldkonsum vorgewvrfen hat, so bars boch aber auch gesagt werden, er leistete was damit unb hatte eine offene Hanb und einen offenen Weinkeller.
Dies war überhaupt eine glänzende Sette bei den damaligen Trägern der „Kreuzzeitung", nicht der Kreuzzeitungspartei, fondern der Kreuzzeitungsleute selbst, und Georg Hesekiel trieb es bis ins Großartige. Im Gasthause Alexander ht der Reuen Friedrichstraße habe ich Abende mit durchigemacht, wo er für die ganze Gesellschaft zahlte. Ausgaben von 50 bis 100 Thalern waren nichts Seltenes, was damals — Anfang der 50er Jahre — eine große Summe war. Er verschuldete bann auch burch Zins auf Zins bis hoch in die Tausende hinein, bat aber durch einen noch großartigeren Fleiß alles wieder abgearbeitet. Auch darin ganz wie fein großes Vorbild Walter Seott. ünb so war auch Wagener, vielleicht nicht ganz so gütig, aber bei seinen großen Mitteln viel großartiger in der Inszenierung der Sache. Alle diese Leute hatten einen genialen Zug, und Wagener war pur fang.“ In einem zweiten Entwurf faßt dann zum Schluß Fontane feine Charakteristik des „klügsten Ruppiners" zusammen: „Mein ilr« tetf, wie sich's jetzt stelll. — Höchst anfechtbar, aber doch mit einer ganz anderen Elle zu messen. Tritt man an ihn mit der gewöhnlichen bürgerlichen Respektabilitätsette heran, so kommt er zu kurz. Aber es ist, wie wenn man Bismarck nach ben Grausamkeiten gegen Harry Arnim, nach Gefscken usw. beurteilen wlll. Viel Licht, viel Schatten. Aufs Ganze hingesehen, war er ein bcbcutenber, ganz gewiß ein eminenter Mann. Talent, Klugheit, ganz ungewöhnlich. Aber was er auch pecciert haben mag, auch bas Land, die Gesettschaften haben große Vorteile von ihm gehabt. Er hat die Bourgeoisie und ben Liberalismus bekämpft, aber er hat immer ein Herz, ein Interesse, eine große Wirksamkeit für Doll unb Menschheit, für die großen Realitäten beS Lebens gehabt. Mit der Bourgeoisie ist es so. Ich mag in ihren Derdammungsschrei nicht einstimmen, aber ich begreife den Haß gegen dieselbe. Sie legt das Gewicht auf das Fragwürdigste, das Geld."
berg Medizinalrat Dr. Rebel: aus Heuchelheim Rektor Dietz: <uk» Lauterbach die Frhrl. Riedesel'sche ForstR'rwaltung: aus Leihgestern Lehrer Loh; aus L i ch Frau Oekonomie- rat Weitzel: aus Rieder-Dessingen die Herren Pein. — Geldliche Zuwendungen zu bestimmten Sammlungszwecken werden neuer» bings verdankt ben W. Gailschen Tonwerlen A.-G. zu. Gießen, sowie manchem banfbaren Besucher der Museen, ber in ber Sammelbüchse zugunsten der Ausgrabungen einen höheren als ben vorgeschrie- benen Eintrittsbetrag niederlegte. — Bei ber Herstellung von zeichnerischen Borlagen für bie Dikb- ausstattung einer umfaffenben „ V 0 rgeschichte Oberhessen s". bie im Laufe bes Bahres erscheinen soll, arbeiteten mit Primaner Rühl (Großen-Duseck) unb vor allem Ingenieur Dunkel (Gießen): einige Zeichnungen lieferten das Römisch-germanische Zentralmuseum in Mainz und das Hessische Landesmuseum in Darmstadt, ferner Altbürgermeister Döring (Dirlammen). ^Zuschüsse zu den hohen Kosten derDruckstöcke wurden bisher geleistet von der Provinz Oberhessen, der Stadt Gießen, der Firma Gg. Phil. Gail, der Firma Schafsstaebt, beide in Gießen. - An Ausgrabungen nahm tätigen Anteil Stub. jur. et rcr. pol. Horneffer (Gießen. — Die Inventare verzeichnen zurzeit etwa 20 000 Rummern, beren viele mehrere Gegenstänbe umfassen, so daß es nicht zu hoch gegriffen sein wirb, wenn man ben Gesamtbestanb ber Sammlungen auf rünb 50 000 Cinzelstücke veranschlagt.
23JahreKaufmürrnischesVereittshaus
Heute jährt sich zum fünsuudzwauzigsten Male der Tag, an bem das Kaufmänni- schc Vereinshaus eingetveiht und die Kaufmännische Fachschule dahin verlegt wurde. Vvn einer festlichen Würdigung dieses Gedenktages hat der Kaufmättnische Verein jetzt Abstand genommen, well er im nächsten Jahre sein 50jährigeS Bestehen feiern und dabei des heutigen Tages mitgedenken wlll.
Auf eine 25jährige Tätigkeit als Verwalter des Kaufmännischen VereinShauseS kann heute gleichzeitig Herr Johannes Rinn zurückblicken. Er hat in hieser Zeit sowohl dem Verein, wie auch der Schule stets die treuesten Dienste geleistet. In dankbarer Würdigung dieser Dienste haben der Vorstand des Kaufmännischen Vereins und der Rektor der Schule Herrn Rinn ein Ehrengeschenk überreicht. Da der Jubilar gleichzeitig auch 25 Jahre als Wirt tätig ist, hat der Wirteverein den Anlaß benutzt, Herrn Rinn auch seinerseits eine Ehrengabe darzubr'mgen.
Jagdtvaffenpässe.
In einer Beiordnung des Ministeriums des Innern wird bie Stempelabgabe für den Iahresjagdwaffenpaß für Reichs- beutsche, bie im Dollsstaat Hessen, und für solchr, bie in einem anderen deutschen ßaitb? ihren Wohnsitz ober bauer oben Aufenthalt haben, gleich hoch auf 200 Ml. festgesetzt. Die seitherige inter» schiedliche Behandlung dieser Personenkategorion hinslchllich der Stempelabgabe ist somit weggefallen. Die Ausländer- und solche Reichsdeutsche, die int Reichsgebiet weder einen Wohnsitz noch dauernden Aufenlholt haben, haben die Stempelabgade in Golbmarl zu bezahlen. Eine Arsnähme hat jedoch auf Grund des Artikels 276 des Frie-


