Einzelbild herunterladen

Ss

«. ' Geld

>2057 ?23«p

Mik Oa..'i35

' ,»0,66 ü» '81.50 °Ä

[em, ^"-ratiovr.

Ä2 Ä sfist ehtÄY* ftprbon i lNüllcu- sL°"°6« » fienmg fcet Nbe.

Z2SS Greifet, der das N Mlen, Eng- N°-Slvwalei itti) pfählt auf der intu, estatigt.

^VLrWesim.

QB9y. polnische Oberschlesm gegen die Arbeiter führte zur Hütten und Tcubenan^ n der 'Betrieb der S& ingefteHt, iveil die deut- hren ArbeitsftLtlen vei' Stich'losiverlen in Chor- 'ickfal. M gleichen Zu- Darzrube und der Srä- us der ZoildrmhLtte

^1|25 ioV

S &

U??135«ä

2«,ss ,ä,$ S-*5

10>8^6 S "H uL 191.95 .!Y'5< «n.Rc

in Frankreich, DTD.) Jach einer Do ischen Lage Deutschlands [ le daraus hin, daß der tiefgründige Dort gt- i möge eine Politik feine berechtige zu der Frage, der jeijigen Aegierungs Die Politik Poincares wären sie Geeignet, dir vWeren, ober seien sic :er werdende Tchwimg- (en von einer Furcht vor Daudet scheine Poincare Zwangspolitil zutvenden ms für vereinzelte 2In: d verstecke Kontrollmah' en des Deutschen Leiches stützungsgedanke sei das o die deutsche Depublil Ws stehe imt den Nonar^ M 3a, s° ^rde man den Plan Lc 2roc- beruhigt. S^ift aui ben Merands zurakhusuhren, are nut gezwungen an, n Weg müssen vtr uns i unseren 3nteresien, die

mtü®. ®11

e ihre SteuerpoM hre ! unb ihre SparsamleA n [ann. DietM wll^ äne Xättgktt ta tn Zusammenarbeit ao ; und Dettrauen dazu men Tun wir das nB,

DeM>» m bte

<n üb??

nb in Drasiliev-

® 7 3ulL Kamm- .nn qn Tagen

?^-n sollen Granaten

Erstes Blatt

\tl. Jahrgang

Dienstag, V. Juli 1922

der

diplo

heute

einer New

Präsident Harding über die deutsche Krisis.

Dergarbeiterstteik verlangen und für einen solchen Streik alle Vorbereitungen getroffen hatten, bevor sie von der Streikabsicht gegen- Mer den mit ihnen in der Arbeitsgemein­schaft sitzenden christlichen Gewerkschaften ttrgend etwas hatten verlauten lassen. Die Taktik ist klar: Man hoffte, bei der allge­meinen Erregung der Bergleute die andern Verbände überrennen und zum Streik zwingen zu können, wenn man sie vor eine vollzogene Tatsache stellte. Sie haben sich darin geirrt! Die christlichen Gewerkschaften, die jederzeit bereit sind, auch mit dem äußersten gewerk­schaftlichen Kampfmittel einzutreten für be- rechtigte Forderungen, wenn im Wege fried­licher Verständigung eine Lösung nicht ge­funden werden kann, halten es für ein Ver­brechen, in der gegenwärtigen Situation einen Dergarbeiterstteik im Ruhrgebiet anzuzetteln. Sie haben einen Aufruf beschlossen, in dem sie warnend darauf Hinweisen, daß der in England gegen den Rat der besonnenen Ge­werkschaftsführer angezettelte Dergarberter- streik einen Lohnabbau um 33Vz v. Sy ge­bracht und außerdem die Bergarbeiter zu einer Mehrarbeit verpflichtet hat. In dem Aufruf heißt es weiter:Ein Stteik im Berg­bau ist ohne Erschöpfung aller friedlichen Mittel unverantwortlich. Er wird un- serm Wirtschaftsleben einen gewalttgen Stoß versetzen. Dadurch wird die Geldentwertung und die Teuerung rapide zunehmen. Auch wird durchs einen Streik die Gefahr einer Besetzung durch die Ententetruppen heraufbeschworen. Der Streik ist ferner eine große Gefahr für den Bestand des demokratischen Volksstaates und wttd für die Putschisten von rechts und lbrks den sehnsüchtig erwarteten Bürgerkrieg zur Folge haben."

Am Sonntag, den 9. Juli, hatSteger - Wald in Essen den Bergleuten, vom staats- pvlitischen Gesichtspunkt ausgehend, die ganze Schwere der Verantwortung vor Augen ge­führt, die«auf ihnen lastet. Mit fester Ent­schlossenheit werden die christlichen Gewerk- > schäften der Aufforderung ihrer Führer folgen juü> den beabsichtigten Schlag der radikalen

darüber sei, daß der Zusammenbruch der Mark den Ausfuhrhandel Englands mit Deutschland sehr be­nachteiligen könne. Baldwin erwiderte, die Regierung sei sich über den Ern st der L a g e t l a r. Ein Mitglied des Hinterhauses fragte den P r e m i e r m i n i st e r, ob angesichts des Schadens, den der Llmstand, daß die Reparations­frage noch nicht geregelt sei, dem europäischen Han­del im allgemeinen und dem englischen Handel im besonderen zufüge, die englische Regierung bereit sei, zu Frankreichs Gunsten auf einen Teil oder die Gesamtheit seiner Ansprüche an die Repara­tionszahlungen zu verzichten und einen Vorschlag bezüglich der Regelung der französischen Schulden an England zu machen. Lloyd George erwiderte, die Frage sei so verwickelt, daß es nicht möglich sei, sie in Form einer

Die Finanzkrisis.

London, 10. Juli. (Wolff.) Der

Die Sozialdemokratie gegen die Mitarbeit der deutschen Dolkspartei.

Berlin. 10. Juli. (WTB.) In

kommen.

Die Tätigkeit der Sozialisten in Frankreich.

Paris, 10. Juli. (WTB.) Rach einet Havasmeldung aus Marseille wird auf Einladung der französischen Sozialistenpartei 'dort morgen der englische zur Laboui-Patth gehörige Abge­ordnete Tom Shaw ankommen und in einer Versammlung für die AufrechtertzalLu«^

Br. 160

Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit derSamstagsbeilage: GießenerFamilienblätter Monatlicheßezugspreise: MK. 22.50 und MK. 2.50 Trägerlohn,durch diePost MK.25., auch bei Nicht­erscheinen einzelner Num­mern infolge höherer Gewalt.- Fernsprech. Anschlüsse: für die Schrift, leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger Siehen.

postfcheskonto:

Zranksurt a. M. 11686.

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit, preis für 1 mm höhe für Anzeigen v. 34 mm Breit- örtlich 150 Pf., auswärts 180 Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm BreitebOOPf. DeiPlah- vorfchrift 20 °/0 Aufschlag. Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen.

Fraktionssihung der sozial demo- tratschen Partei, die heute nachmittag stattfand, wurde folgende Entschließung ge­faßt:

Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion erklärt, daß die zum Schuhe der Republik zr beschließenden Gesetze nur von einer entschieden republikanischen Regierung durchgeführt werden können. Die Deutsche Volkspartei ließ bis in die letzte Zeit in der Bekämpfung einer Reihe wichtiger Regierungsvorlagen die notwen­dige Rücksicht auf die Interessen des Staates und die Bedürfnisse der breiten Volksmassen ver­missen und lehnte noch nach der Ermordung Rathenaus die Vorlage über die Getreideumlage ab. -Unter diesen Umständen würde bei Ein­beziehung der Deutschen VolkZpartei in die Re- gierungskoalition bei den breitesten republikani­schen Massen das Vertrauen auf die Absicht der Regierung, das Gesetz zum Schuhe der Republik energisch durchzuführen, aufs tiefste erschüttern. Für die sozialdemokratische Reichstagsfrattion kommt daher eine Mitarbeit in einer nach rechts erweiterten Regierung nicht in Frage."

Paris, 10. Juli. (WTB.) Nach Meldung derChicago Tribüne" aus Concord (Ohio) hat Präsident Hard in g gestern in einer Adresse an die Studenten des Muskingum-Kollege erklärt, angesichts der bevorstehenden Krisis in Deutschland fei die erste Pflicht Amerikas, für seine eigene Sicherheit Sorge zu tragen, so daß es dann besser in der Lage sei, der Welt bei ihrem Wiederaufbau zu Hilfe zu

Die Verhandlungen der deutschen Vertreter mit der Reparationskommission über die Liefe­rung von Reparationskohle sind h vornrittag wieder ausgenommen worden.

Für die Oeffentlichkeit ganz unerwartet kommt daher die Kunde aus dem Ruhrgebiet, daß trotzdem die radikalen Elemente in dem alten .sozialdemokratischen Bergarbetterver- band über die besonnenen Führer hinweg den

JJ

Bergarbeiter gegen unsere Wirtschaft und die gesamten Volksinteressen abwehren. Bei der Stärke der christlichen Bergarbeiterorganisa- tion ist aber ein Stteik ohne deren Hilfe von vornherein völlig aussichtslos.

Wer aus den Bergarbeiterkämpfen des Jahres 1912 weih, wie außerordentlich schwer es für die Arbeiter gerade im Bergbau ist, sich streikenden Kameraden gegenüber für die Fortsetzung der Arbeit durchzusetzen, dessen volle Sympathie wird bei den wackeren Berg­leuten sein, die in dieser Stunde der Vernunft gehorchen und ohne Rücksicht auf die damit verbundenen Gefahren sich der Welle der Un­vernunft entgegenstemmen. Wenn nicht alle Zeichen trügen, wird für den sozialdemokra­tischen Dergarbeiterverband sein Beschluß den Verlust vieler tausender besonnener und auf­rechter Mitglieder bedeuten. Die sozialistischen Gewerkschaften treiben der Stunde entgegen, die eine Scheidung der verantwortlichen und der unverantwortlichen Elemente bringen wird. Das sehen die Besten unter ihren Führern. Sie haben deshalb sich vorgenommen, am 14. Juli nachmittags zur Streitfrage Stellung zu neh­men. Es bleibt abzuwarten, ob die Vernunft siegt oder der politische Radikalismus sich völ­lig durchsetzen wird. Angesichts der Festigkeit der christlichen Bergleute ist vielleicht noch Raum für eine schwache Hoffnung auf Er­haltung des wirtschaftlichen Friedens gegeben.

(Ein unverantrvorLlicher I Vergarbeiterstreik.

Von Otto Thiel, M. d. R.

2. Vorsitzender des Deutschen Gewerkschafts- bundes.

Man kommt sich vor, als befände man 'sich in einem Narrenhause, wenn man das gegenwärtige Durcheinander in unserem 2ani>e sieht. In höchstem Maße bedenklich muh es einen jeden, der es ehrlich meint mit unserem Voll, stimmen, wenn man sieht, wie die ver­nünftigen Geweickschaftsführer im Lager der sozialdemokratischen Gewerkschaften von Tag zu Tag an Einfluß verlieren.

Aus Düsseldorf und Köln, aus Dortmund Und Frankfurt a. M., aus Magdeburg und Niederschlesien, kurz aus allen Teilen des Reiches werden scharfe Ausschreitungen ge­meldet, die im Verlaufe der Demvnsttattvnen der sozialistischen Gewerkschaften am ver­gangenen Dienstag sich ereignet haben. Un­zählige Verwundete und viele Tote sind zu beklagen und alle Leidenschaften sind aufge- pettscht worden, als ob das Ziel der Ver­anstalter wäre, den Kampf aller gegen alle herbeizuführen. Der Dollar kletterte von Tag zu Tag um Dutzende von Punkten und hat einen Stand erreicht, der auch dem Blöde­sten zeigt, .wohin wir mit derartigen Un­sinnigkeiten kommen, die mit einerTrauer- kundgebung des Landes für den Reichsminister Rathenau" absolut nichts mehr gemein haben. Angesichts dieses Amstandes muß es als eine weitsichtige Politik der Wirtschaftsführer im rheinisch-westfälischen Industriegebiet bezeich­net werden, daß sie die berechtigten Forde­rungen der Bergarbetter, die in ihrer Lohn- Entwicklung während der letzten Monate weit hinter den Metallarbeitern, insbesondere aber Hinter den Bauarbeitern zurückgeblieben waren, im großen und ganzen erfüllt haben. iRichtig war es auch, daß die Reichsregierung ffid) energisch darum bemühte, hinsichtlich des ^Manteltarifs Verbesserungen zu erzielen, so daß die Gefahr eines Bergarbeiterstreiks im Ruhrgebiet gebannt erscheinen konnte. Das war umsomehr zu erwarten, als der sozial­demokratische Bergarbeiterführer Hufe- mann entschieden für Annahme des zustande- gÄommenen Abkommens zwischen Arbeit- geder- und Arbeitnehmerverbänden eintrat und insbesondere den nach seiner Ansicht be­deutend verbesserten Manteltarif als Gegen­leistung für das Aeberschichtabkommen be- >sonders hervorhob.

Dinge in den nächsten Tagen derart entwickeln würden, daß die Regierung den Wunsch haben werde, eine Crllärung abzugeben. Auf eine An­frage, ob die Regierung keine Politik finden könne, die eine Beseitigung der Schwierigkeiten ermögliche, antwortete Lloyd George, weder er noch die Regierung hätten die Verantwortung für die Schwie­rigkeiten, sondern mehrere Natio­nen, deren Interessen miteinander in Einklang gebracht werden mühten. Die Frage sei viel schwieriger, als die Frage stellec anzunehmen schienen. Auf eine weitere Anfrage erwiderte Lloyd George, die Deutschen hätten Ersatz an Frankreich und Belgien für den tatsächlich angerichteten Schaden nicht geleistet. Dies fei eine der Schwierigkeiten, die man in Betracht ziehen muffe.

London, 11. Juli. (WTB.) DerM a n - chester Guardian" schreibt in einem Leit­artikel, England könne die Krise nicht gleichgültig mit ansehen. Die Auflösung Deutsch­lands würde die Auflösung Mittel- europas bedeute n und eine kommunistische oder, was wahrscheinlicher ist, eine monarchistische Reaktion zur Folge haben. Die junge Republik befinde sich in einer unmöglichen Lage. An der einen Stelle habe man ihr etwas weggenommen, an der anderen werde sie beseht gehalten und an der dritten Stelle werde sie geteilt. Daß die Mehrheit der Devöllerung alles dies aushält. zeigt, daß mehr politischer Sinn im deutschen Volke steckt, als man gemeinhin annimmt.

DerTemps" gegen den Obersten Rat und für Streichung der interallierten

Schulden.

Paris, 10. Juli. (WTB.) Zur Erörterung eines Zusammentritts des Obersten Rates ob-T der alliierten Finanzminister in englischen Blök tcrn schreibt derTemps": Obwohl die fran-- zösische Regierung bis jetzt ireber zu einer Tagung des Obersten Rates noch zu einer Konferenz der Finanzminister eingeladen worden ist, muß gc zeigt Iverden, warum beides nicht wünschenswert erscheint. Der Oberste Rat ist finanziell nn zuständig und hat bis jetzt, wenn er sich mit den Reparationen beschäftigte, keine glückliche Hand gehabt: Sein Werk ist das Londoner Abkommen. Es besteht wirklich kern genügender Anlaß zu einer Einberufung in einem Zeitpunkt, in dem dieses Abkommen eine solche Enttäuschung bereitet. Die Finanzminister aber würden sich höchst: unnütz bemühen, so lange man weder be­weise, was Deutschland fordere, noch was man von diesen Forderungen denkt, noch was das Garantiekomitee in Berlin getan und gesehen hat. DerTemps" verlangt demgegenüber die Be­fer tigung der interalliierten Schul­den, auf deren Vorhandensein er den Mißerfolg der Anleiheverhandlungen zurückführt. Gegen den Einwand, daß das englische Parlanrent diesem Schulderlatz seine Zustimmung versagen werde, führt das Blatt an, daß die englische Regierung offiziell ihren unwiderruflichen Entschluß mitge­teilt habe, Rußland einen großen Teil seiner Kriegsschulden zu schenken, obwohl die Vereinig­ten Staaten ihrerseits noch nichts von ihren For­derungen an die Alliierten aufgegeben hätten. Sobald die europäischen Alliierten, sagt der Temps", ihre gegenseitigen Forderungen ge­strichen hätten und auf ®runb dessen einen ver­nünftigen Plan für die deutschen Schulden aus­zustellen in der Lage wären, würden die Ver­einigten Staaten entdecken, daß Europa wieder zu Verstand gekommen sei, und dann wäre eine Re- parationsanlLihe in großem Stile möglich. Daraus folge: Was sobald wie möglich erörtert werden sollte, ist: nicht das deutsche Moratorium, ist viel­mehr die Beseitigung der interalliierten Schulden

Die neuen Verhandlungen mit der RcparationskommLsion. Paris, 10. Juli. Die Staatssekretäre Fischer und Schröder hatten nachmittags private Linkerredungen mit den Mitgliedern der Reparationskommission. Bestimmte Schlußfolge­rungen sind erst in einigen Tagen zu erwarten. Man rechnet damit, daß das offizielle deutsche Ersuchen um Zahlungsaufschub Mitte der Woche eintreffen wird. DieReParakionskommission wird sich jedoch erst nach Kenntnisnahme des noch nicht eingegangenen Berichtes des Garantie­komitees mit der Frage beschäftigen.

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Gberhefsen

Druck und Verlag: Vrühl'fche Univ.-Vuch- und Steinbruderei R. Lange. Schristleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstratze 7.

matifche Berichterstatter desDaily Telegraph" hält eine baldige Zusammenkunft der alliierten FinanzministLr und Reparations-Sachverständigen für unvermeidlich. Hierbei würden vielleicht mit Rücksicht darauf, daß der Sturz der Mart buch andere Länder nicht nur im Westen, sondern auch im Osten und Südosten in Mitleidenschaft ziehe, noch einige andere Signatarmächte des Versailler Vertrages zur Teilnähme eingeladen werden als die, die im allgemeinen tm Obersten Rat vertreten sind. Infolge des Zusammenbruches der deutschen Mark würöm die Alliierten viel­leicht das Bankierkomitee einladen anstatt im Herbst schon jetzt zusammenzutreten, und ihm Vollmachten geben bezügliche aller Einzelheiten des Reparationsproblems. Angesichts der Folgen des Mißerfolges oes Komitees werde Frankreich vielleicht dem Komitee volle Freiheit in feinen Beratungen lassen.

London, 10. Juli. (Wolff.) DieWest­minster Gazette" meldet aus Neuhork, die amerikanische Regierung beobachte die Entwick­lung in Deutschland mit unverkennbarem Interesse. Es könne auf Grund zuverlässiger In­formationen gesagt werden, daß, wenn die Hal­tung der französischen Regierung in der Frage der Reparationszahlungen nicht in einer Weise geändert würde, daß Deutschland Sicherheiten für eine ausländische Anleihe bieten könne, die Ver­einigten Staaten kein Geld mehr geben würden.

Daily News" schreibt: Der neue sen­sationelle Zusammenbruch der Mark ist nur auf Grohankäufe ausländischer Zahlungsmittel zur Bestreitung der Reparationsleistungen zurückzu­führen. Dies ist selbstverständlich den französischen Bankiers ebenso genau bekannt wie irgendwelchen anderen Teilnehmern der Dankierkonferenz. Die unbelehrte öffentliche Meinung aber hindert die Regierung, dies zuzugeben. Es ist Sache der französischen Politiker, zu entscheiden, wann sie ihren Wählern die Wahrheit sagen; es ist aber nicht einzusehen, warum her Rest Europas ebenso darauf warten soll. Wir müssen uns entschließen, mit ober ohne Frankreich zur Lösung des Problems zu schreiten, damit der Friede eine feste Grundlage erhält.

Daily Expreß" verlangt den Abschluß eines neuen Friedensvertrages.

Daily Expreß" verlangt, daß anstelle des Versailler Vertrage s ein neuer Friedensvertr ag geschlossen werde. Die Männer von 1919 hätten im Dunkeln gearbeitet und hätten nicht wissen können, wie das Rach- kriegseuropa aussehen würde. Heute aber wüßten sie es. .Das Blatt hofft, daß Harding nach den Novemberwahlen die Signatarmächte des Ver­sailler Vertrages zu einer Konferenz nach Washington einladen werde, um einen neuen Vertrag abzschlietzen.

Eine Besprechung im englische» Unterhaus.

London, 11. 3uli. (WTB.) Die Befürch­tungen, die der katastrophale Sturz der M a r k in England hervorgerufen hat, kamen auch in der gestrigen Sitzung des Hinterhauses zum Ausdruck. Kennworthh fragte den Präsi­denten des Landesamtes Baldwin, ob er sich klar

Eine Kundgebung der Demokratischen Partei.

Berlin, 10. Juli. Die Demokra­tische Partei erlaßt soeben nachstehenden Aufruf:

Trotzdem die sozialistischen Parteien und Gewerkschaften sich anscheinend entschlossen haben, auf eine dritte Wiederholung - der Straßenkundgebung zu verzichten, werden in einzelnen LandesteilenGeneralstreiks", Teuerungskundgebungen" usw. geplant. Offenbar haben die verantwortungs­bewußten Führer den Einfluß auf einen Teil der Masse verloren. An­verantwortliche Führer suchen die Arbeiter an sich zu ziehen.

Die Demokratische Partei lehnt wie­derholt jede Gemeinschaftmit sol­chen Straßenveranstaltungen und jede Verantwortung für solche ab. Wer sich an Kundgebungen dieser Art be­teiligt, entfernt sich von der demokratischen Staatsauffassung und dient der Gewalt­politik, die letzten Endes immer reak­tionär ist.

Wir ersuchen /rlle demokratischen Repu­blikaner, jede Beteiligung an solchen Kund­gebungen abzulehnen. Wir ersuchen, sich dem Terror der Putschisten mit allen Mitteln zu widersetzen. Wir ersuchen, die Arbeit auf je­den Fall weiterzuführen. Von der Staats­gewalt erwarten wir, daß sie jeder Störung Der Ordnung, möge sie von rechts oder von links kommen rücksichtslos entgegentritt.

Die deutsche Republik muß ohne Schwan­ken nach rechts oder links Ruhe, Ordnung und Sicherheit aller Staatsbürger erzwingen können.

Eine Rede Dr. Petersens.

Der sonst bei Gelegenheit oft ziemlich scharf nach links abglertende demokratische Parteiführer Reichstagsabgeorbneter Senator Dr. Petersen äußerte sich, so lesen wir in derKöln. Ztg.", in einer Hamburger Mitgli^rerversammlung sei­ner Partei über die cheißumstrittenen Tagesfragen im ganzen sehr gemäßigt und sogar ab­weisend gegen die sozialdemokratische Linke m ihren parteipolitischen Aeberspannungen. Zwar trat er für das Ausnahmegesetz ein. aber nur, weil es nach seiner Meinung kein Ausnahmegesetz sei, sondern nur eine notwendige Ergänzung des Strafgesetzes. Er sagte aber auch folgendes: Ein Ausnahmegesetz gegen rechts müsse seine Partei entschieden ablehnen; deshalb werbe sie sich auch bem leidenschaftlichen Verlangen ber gesamten Sozialdemokratie nach einem Ausnahmegesetz widersetzen. Die Me'hrheitssvzialisten sähen den Tag der Einigung mit links gekommen und seien deshalb sehr tolerant gegen die -Unabhängigen, obwohl biefe eine rote Ärbeiterarmee forderten. Selbstverständlich mache so etwas dieDemokrattsche Partei nicht mit. Petersen sagte weiter, die jüng­sten Reben des Deutschnationalen Düringer und Stresemanns bezeigten ber bemokratisch-republi- kanischen Staatsform wenigstens Achtung. Daraus sei zu folgern, baß bic bepossebierten Oberschich­ten für biefe Staatsform gewonnen werben muh­ten, benn auf der Arbeiterschaft allein könne die Republik nicht auf gebaut werden. Innerpolitisch könnte man der Koa­litionserweiterung wohl zustimmen, aber außen­politisch betrachtet, wäre sie gefährlich; benn wenn 170 Sozialdemokraten mit 40 bürgerlichen Demo­kraten die Regierung bilden würden^ bann Halle feine Partei das für eine außenpolitische Gefähr­dung. Zum Schluß trat er für große deutsche Ge- , - - _

sichtspunkte in ber Politik ein. Wehe aber auch I parlamentarischen Anfrage zu bchaiibeln. Auf der Welt wenn bem beutschen Voll nicht drrrch eine weitere Frage Kennworthys erwwerte eine klare Tat Hilfe gebracht werbe. 1 Lloyd George» es sei möglich, daß sich die