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11.3.1922
 
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Samstag, März 1922

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Drurf »nd Verlag: vrllhllsche Univ.vuch- and Lteindruckerei R. lange. Lchristleltung, Geschäftsstelle und Druckerei

Zchulftraße 7.

Nr. 60

Ter Eichener Hnjelaer

Die Konferenz von Genua.

Zu der amerikanische« Absage.

Bern. 10. Marz. (WTD.) Der*3unb findet die Absage Amerikas befremdend und be­dauerlich. Dadurch sei die größte und bedeutendste Rachkriegskonferenz Europas, die erste, die alle Staaten Europas vereinigen solle, von vornherein zur Anfruchtbarkeit verurteilt. Die Absagebegrün­dung Amerikas klinge wie eine Ausrede. Die Vereinigten Staaten seien mit dem Ziel der Politik Poincarös nicht einverstanden. Ihre Ab­sage richte sich gegen Frankreich, genauer gegen Poincare.

Paris, 10.März. (WTB.) DerTernps" hebt hervor, daß derReuhork Herald" aus der Antwortnote der Vereinigten Staaten an die italienische Regierung folgende Stelle mitteilt: Gewisse Fragen seien von der Debatte der Kon­ferenz in Genua ausgeschlossen, ohne daß vorher eine befriedigende Lösung hierfür gefunden wor­den sei. Infolgedessen sei die Regierung der Ver­einigten Staaten genötigt, die Konferenz von Genua eher als eine Konferenz politischen als wirtschaftlichen Charakters anzusehen; man werde nicht in nützlicher Weise teilnehmen können. Das halbamtliche 'Blatt meint, das könne bedeuten, daß die Vereinigten Staaten an der Konferenz von Genua teilnehmen würden, wenn gewisse Fragen von der Debatte ausgeschlossen seien. Das könne man nicht annehmen. Welches seien also di^ Fragen, auf die die amerikanische Regie­rung Hinweise? Offenbar die, welche Lloyd George und Poincare in Voulogne als nicht diskutabel bezeichnet hätten, die Fragen betreffend das Reparationsproblem und die Friedensverträge. Wenn diese Fragen auf der Tagesordnung stehen würden, würde sofort die Konferenz von Genua den politischsten Charakter annehmen, den man sich denken könne. Da aber die Vereinigten Staa­ten gerade erläuterten, sie wollten nicht nach Genua gehen, weil die Konferenz der Gefahr aus- geseht sei, politischen Charakter anzunehmen, hätte man, wenn man die Revision der Verträge in Genua doch diskutieren wolle oder die anderen

Sonn« und Feiertags. Monallichtvezugrpreise: Mk 11.50 emschl Träger« lohn, durch die Post Mk 14. - einschl. Bestell, geld, auch bei Nichlerschei« ntn einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fern 1p rech-Anschlüsse: für dieSchnstleitung 112; für Druckerei, Verlag und Gefchastsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten Anzeiger Stehen.

roft,d)edfonlo:

Jjranffurt a. M. 11686.

Führung der Verträge mit Oesterreich und An« g<rrn. Sie umfaße weiter die Ausgaben der internationalen Organisationen und die der na­tionalen Delegationen, außerdem die Ausgaben des Hauptsihes in Paris und diejenigen der aus­wärtigen Organismen in Verlrn, Esssen, Wies­baden, Wien und Vudapest. Endlich sind in diese Summe auch einbeixriffen die Kosten der Liquida­tion des deutsche» Kriegsmaterials, einer Ope­ration, mit der die Kommission nicht durch den Vertrag, sondern durch die Entscheidung der alli­ierten Regierungen beauftragt wurde. Die Aus­gaben Kommiission, soweit sie sich auf die Restitutionen und auf die Reparationen beziehen werden von Deutschland, Oesterreich und Ungarn bezahlt, m der QUeife, daß jedes Land für den ihm obliegenden Anteil aufkommt. Die Kosten der Liquidation W Kriegsmaterials werden von dem Erlös aus Dem Verkauf dieses Materials

vorweg genommen.

Lloyd George über die indische Botschaft.

London, IQ. März. (WTD.) Das Reuter» sche Bureau veröffentlicht eine Erklärung Lloyd Georges zu der Botschaft der indi­schen Regierung, die im Zusammenhang mit dem Rücktritt Montagnes besagt: Unsere Haltung gegenüber den Griechen und der Türkei ist gerecht und unparteiisch. Wir wollen einen wirklichen Frieden. Die Veröffentlichung eines solchen Do­kuments (die Bot schaft der indischen Regierung) mache die Verhandlungen für einen guten Frieden schwierig. Wir haben immer sehr großen Wert auf die Bewegung der Mohammedaner in Indien gelegt. Diese übten ständig einen sehr großen Einfluß auf die Orientierung unserer Politik aus. Die Rolle, die die Mohammedaner in dem großen Kriege g<spielt haben, hat uns stets hohe- Achtung eingeflößt. Sie haben das volle Recht, ihre Absichten auszusprechen.

armiger Feldschüh hat mir erzählt, er hätte sich für den nächtlichen Dienst einen Hund ange­schafft; da verlangte die Gemeinde von ihm 40 Mark Hunde st euer. Also schaffte er seinen Hund ab und bleibt nun nachts zu Hause."

Der mißhandelte Feldschütz steht in der hintersten Etappe des Erwerbslebens; er be­sitzt keine Waren, kann keine Preise herauf­setzen und verfällt der Verarmung, weil ihm nicht die kampferprobte, gewerkschaftliche Or­ganisation zur Seite steht, durch die andere Werktätige immerhin sich zu helfen wissen. Dasselbe Schicksal teilen aber noch eine ganze Reihe von Ständen, denen in Staat und Ge­sellschaft die wichtigsten Funktionen zufallen: Vvlksbildner, Künstler, Gelehrte, sozusagen Feldschützen auf dem Gebiet der K u l t u r p f l e g e, wo die Lagesarbeit des Einzelnen viel wichtiger ist als große Worte und Programme bei festlichen Gelegenheiten. Wenn man hört, daß bei den neuen Gehalts­regulierungen die Regierung einem verhei­rateten außerordentlichenAniversi- tätSprofessor neben begrenzten Einnah­men aus Vorlesungsgebühren ein Iahresein- vmmen von 27 000 Mark bewilligen will, so ragt man sich, warum der Hunger als Förderer der Wissenschaft angesehen wird? Privatdozenten erhalten natürlich noch viel weniger! Werden die Lehrstühle dabei nicht veröden? Eine maßgebende Persönlichkeit in Darmstadt soll geäußert haben, wer die Do- zentenlaufbahn erwählt, möge vorher beden­ken, was ihm bevorstehe! Die ganze Trost­losigkeit unserer staatlichen Verhältnisse scheint daraus zu sprechen. Die Beispiele ließen sich fortsetzen. Berufsstände, deren Ge­deihen für Kultur und öffentliches Leben von allergrößter Bedeutung ist, werden von der mammonistischen Geistesrichtung, die nur in den unmittelbaren Hilfsleistungen für Erfolge im Geschäftsleben noch schätzbare Werte er­kennt, zurückgesetzt und allmählich erwürgt.

Das sind Erscheinungen und Kräfte, die den nationalen Staat, wie Stegerwald richtig erkennt, jenen nivellierenden Tendenzen überliefern, an denen das Deutschtum zugrunde geht. Wenn Stegerwald die Parole ausgibt: Berufsethos" gegenBranchen- e g o i s m u s", so hat er dabei im Auge, daß nur eine höhere Auffassung des Berufs auf sittlich religiöser Grundlage Staat und Ge­sellschaft sichern könne. In den von uns an­geführten Fällen erlischt aber eine solche Auf­fassung ganz von selbst. Denn es ist der G e i st der Zerstörung jedes guten Willens, die Abschlachtung aller berufsethi­schen Erwägungen, wenn, wie im Falle des Flurschützen und seiner gleichartig behan­delten Leidensgefährten, Recht und Gerechtig­keit das Feld räumen. Die Gemeinden schnei­den sich ins eigene Fleisch; mit chnen haben zugleich die Allgemeinheit und der Staat den Rachteil. Wollen die Reichslenker wirklich etwas von Goethes Vermächtnis auf alle Volksgenossen übergehen lassen im wört­lichen Sinne ist es eine Anmöglichkeit. weil die Meisten Goethes Gedankenwelt nie er­reichen können, so mögen sie einen anderen Geist, eine bessere Entwicklung unseres Staats- und Wirtschaftslebens fördern, als wir sie jetzt um uns sehen. Wem ist bei der Aebcrwucherung unseres öffentlichen und ge­sellschaftlichen Lebens durch schrankenlosen Geschäftsgeist nicht schon der Gedanke gekom­men, daß eine einfache Wirtschaftsdik­tatur, nach aristokratischem Grundsatz und

Annahme von Anzeigen für die lagesnummcr bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigeno 34 mm Breite örtlich 90 Pf., auswärts 120 Pf., für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 350Pf. Bei Platz- Vorschrift 20° Aufschlag. Hauptschristleiter: Äug. Goetz. Verantwortlich für Politik. Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Karl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in (Bießen.

liches Budget von ungefähr 13 Mil­lionen Goldmark. Diese Summe wird auf-, --------------- -

gewendet für die Gesamtheit der Reparations- an den Wörzerverband für Mosel, Saar und Operationen im eigentlichen Sinne und für wich-1 Ruver angec rbnet hat, und daß Dr. Hermes >

verkchrsminist.w, der Reichsfinanzminister und auch der Reick skanzler. Unter solchen Umständen sei an eine W-r iterfüßrung der Besprechungen nicht zu denken gew esen. Darauf wurde die Sitzung ge- . schloffen. Im Anschluß daran besprachen die Ge­werkschaf tsverrtieter noch einmal den Fall. Die Gcwerkfchaste» wollen den Reichskanzler um fein Eingreifen in der Angelegenheit ersuchen.

Kein gemeinsames Vorgehen der beiden Linksparteien.

Auf die. Aufforderung der Zentrale der KPD. zu einer gemeinsamen Aktion ge­gen das Steuerkompromiß hat die Zen­trale der ASP. geantwortet, daß die Beratungen über ein gemeinsames Vorgehen nicht erfolg­versprechend sein können, da die Unabhängige Partei fortgesetzt in dem Zentralorgan der KPD. beschimpft und verleumdet werde.

Zum Weiitbezng des Minister Hermes.

Wochenrückblick.

Herr Rathenau hat uns in seiner letzten Rede gezeigt, wohin die Reise gehen soll. Don Genua ist nicht viel, auch nicht deo Anfang einer Revision des Versailler Ver­trags zu erhoffen. Mit seinem abgeklärten Pessimismus eröffnete der Minister des Aus­wärtigen noch die Aussicht auf eine Reihe, weiter folgender internationaler Konferenzen, die durch die nächsten Jahre hindurch die künftige Lage bestimmen sollen. Rur ein ganz klein wenig resignierte Herr Rathenau in seiner Erfüllungspolitik: diese hätte Gren­zen, die nicht nur an das Können, sondern auch an das Dürfen der Reichsregierung ge­bunden wären. Ein so zarter Einwurf ist aber nicht dazu bestimmt, in London oder gar Paris irgendwelchen Eindruck zu machen.

hatte vor einigen Tagen in unserem Blatte die zunehmende Unsicherheit auf dem Lande einer Erörterung unterzogen, die einen vberhessischen Feldschüyen veranlaßte, bei uns vorzu­sprechen. In der folgenden Zuschrift, die er uns in bescheidenem Auftteten übermittelte, ist das Wesentliche dessen, was unsere Leser inter­essiert, enthalten:

.Cs ist richtig, daß die Diebstähle zu­genommen haben, aber der Schutz- und Wirt­schaftsbund sollte sich auch einmal erkundigen, wie Fcldschützen heute teilweise bezahlt werden. Das hessische Ministerium hatte Richtlinien für die Be­zahlung der Gemeindebeamten aufgestellt; Da be­kam ein Feldschüh an Gehalt bei Vollbeschäftigung 11000 Mack. Es gibt Gemeinden, die bezahlen diese Summe auch, aber die meisten Feldschützen bekommen, kann man sagen, einen Hungerlohn. Ich zum Beispiel bekomme 5000 M k. bei 48 Stunden Dienstzeit. Im Winter muß ich noch Arbeiten verrichten, wofür ich nichts bezahlt be­komme. Sonst in der Landwirtschaft arbeiten ist verboten. Da kann sich jeder denken, was man für Freude am Dienst hat! Bei einer solchen Be­zahlung wird ja ein Beamter selbst gezwun­gen zu stehlen, wenn er seine Kinder nicht betteln schicken will. Der Schutz- und Wirtschafts­bund schrieb weiter, die Feloschühen, so tüchtig sie auch seien, ließen an Strammheit und Festig­keit viel zu wünschen übrig. Der Dienst ist aber, besonders bei Rächt, viel schwieriger und gefähr­licher geworden, und wir sind nur ausge­rüstet mit einem Stock. Warum gibt uns die Regierung nicht auch die Berechtigung zum Waffentragen wie den Forstwarten? Ein ein-

Mittlerweile steigt in Deutschland die Flut der wirtschaftlichen und finanziellen Be­drängnisse beängstigend an. Es mehren sich die Bedenken gegen die Tatlosiakeit des Reichs- kabinettS. Stegerwald yielt vor einigen Tagen in Bochum eine vielbeachtete Rede, in der er erklärte, er halte esnicht für eine weitschauendeauswärtige Politik, wenn immer restlos und vorbehaltlos unser CrfüllungSwille betont und dem Gegner nicht mit aller Energie klargemacht wird, daß wir wirtschaftlich ausgepowert sind, daß wir drei Jahre aus der Substanz des Ver­mögens gelebt, mit Scheingewinnen gearbeitet haben und am Rande unserer Kraft sind". Was der frühere preußische Ministerpräsident weiter über sein bekanntes Essener Programm ausführte, ist in mancherlei Beziehung höchst interessant. Indem er noch immer in der Pflege eines tiefgreifenden nationalen und sozialen Gemeinschaftsgeistes die Voraussetzung für den Wiederaufstieg des deutschen Volkes sieht und die Bedeutung christlicher Triebkräfte dafür unterstreicht, äußert er die Besorgnis, daß die wirtschaftlichen Kräfte, die in der Aus­dehnung der Interessengruppen und Berufs­organisationen bei uns am Werke sind, all­mählich die StaatSautorität überwuchern. And damit hat er vollkommen recht. Der Staat, wie wir ihn früher kannten, mit manchen; sehr einflußreichen antikapitalistischen Grundtendenzen, ist zerrüttet, aber nicht neu gefestigt. Stegerwald spricht etwas aus, was man täglich sehen und festststellen kann:

Roch nie ist das deutsche Volk so bewuchert und ausgebeutet toorbc«i, wie seit der Revolution. Es ist dem Kapi­talismus, ober besser gesagt, der Hochfinanz, immer leichter gewesen, zu überwiegender Macht und Einfluß zu kommen in einem Augenblick, wo die Demokratie durch eine Revolution formal cingefübrt wurde, ohne daß sie sich in langsamer Entwicklung als Gcsinnungsdemvkratie im Volke oorbereitet hätte. Heute gehen die fast unsichtbaren Kanäle der Hochfinanz in beinahe alle Parteien P"!.eln, auch in jene, die sich äußerlich als die schärfsten Bekämpfer des Kapitalismus gebärden."

Die Gefahren einer solchen Entwicklung in unserer auswärtigen Politik liegen aus der Hand. Stegerwald warnt davor und muß doch wohl bestimmte Ansätze des amt­lichen deutschen Verhaltens dabei im Auge "icht dazu kommen, daß die WrrtschastSmittel Europas von dem egoisttschen Bestreben der internationalen Hochfinanz reguliert und auSgebeutet werden. ES kann nicht das Ziel der Zukunft sein, ein Durch­einanderwürfeln der Völker hrrberzuführen und die Seßhaftigkeit und damit auch die Ge­sellschaft und Gemeinschaft erhaltenden Kräfte zu vernichten. Hier muß der nationale S taa t ein Bollwerk sein". And diesem natio­nalen Staat wünscht Stegerwald die breite weltanschaulicheDasiS.die ihre Wur­zeln in den ewigen Wahrheiten des Christen­tums habe. ES ist ganz klar, daß er die Wege Rathenaus und Wirths für äußerst bedenklich hält, und es wird von großer Bedeutung sein, zu beobachten, ob diese Bochumer Rede be­sonders in der ZenttumSpartei eine nachhaltige Wirkung haben wird . . .

* * *

Die neuen gesellschaftlichen Verhältnisse Deutschlands werden von den verschiedensten Richtungen her kritisiert und bespöttelt, und wenn eine gewisse Parteipolitik unentwegt be­flissen war, nur ja nichts auf den Ehrenschild oder die weiße Weste der Republik kommen zu lassen, so wurde damit eigentlich nur aufs neue die geistige Armut der republikanischen Schildhalter bezeugt. Die kulturwidrige Ge­schäftsunmoral, die unser ganzes öffentliches Leben durchdringt, hat in den neuen Staats­einrichtungen keinerlei Schranken gefunden. Wohlmeinende Versuche, wie die Frankfurter Goethe-Woche, werdenvon des wilden Augenblicks Gewalt" grausam verschlungen. Wie die notwendigsten Stützen des erwünschten kulturellen Aufbaues oft geradezu mutwillig Zerschlagen werden, dafür möchten wir ein be­sonders charakteristisches Beispiel anführen. Der Hessische Schutz- und Wirtschaftsbund

Abbruch der Verhandlungen mit dcm Beamten.

D e rlin, 1,1. März. Die Verhandlungen im Reichssinanzmim.steriurn über die Erhöhung der Gehälter der Qkamten und Staatsbediensteten wurden wie die Blätter mittcilen, abgebrochen, da die Rejchs^gewerkschaft deutscher Eisenbahnbeamten /ich weigerte, ihren Vorsitzenden Menne, den die Regierungsvertreter als Verhandlungskontrahenten abgelebt hatten, durch einen anb rren Beamten zu ersehen.

lieber die Vorgänge bei den Verhandlungen weiß eine Berliner Korrespondenz folgende Einzel­heiten zu melden: Als man in die Debatte über eine Abänderw ig der Grundgehälter eintreten wollte, habe ein Regierungsvertreter den Eisen­bahn beamt en Menne erkannt. Der Vorsitzende Ministerialdirektor von Schlieben forderte Menne auf, den Saal zu verlassen. Menne fügte sich nach einigem Widerstreben der Entscheidung des Vor­sitzenden. Die Satzung wurde daraus unterbrochen, da die Beamter:- und Arbeitervertreter zu dem Ausschluß Meines Stellung nehmen wollten. In der Besprechung stellten sich die Bevollmächtigten des Allgemeinen Deutschen Gewerk chasribuades, des Gewerkschastsringes. des Deuttchm Beamten- bundcs und bei Asa auf den Standpunkt, daß die Regierung einen Bevollmächtigten irgend einer anerkannten Körperschaft nicht beanstanden könne Der Reichsbund höherer Beamten und der Deut­sche Gewerksch: lftsbund (christlich) vertraten da­gegen die Ansicht, daß man der Regierung aus Gründen der E taatsautvrität nicht zumuten könne, mit einem Beamten zu verhandeln, gegen den ein Disziplinarverfahren im Gange sei. Da die Mehr-» heit der Gewerkschaftsvertreter sich für die Teil­nahme Mennes an den Verhandlungen entschieden hatte, erschien dieser bei Wiedereröffnung der Sitzung wieder im Saal. Ministerialdirektor von Schlieben gab offiziell die Erklärung ab, daß die Regierung niöht mit einem Beamten verhandeln könne, der weg en schwerer Verfehlungen in seinem »Berufe ein >isziplinarverfahren notwendig ge­macht habe, ^stiesen Standpunkt teile der Reichs-

Probleme. die aufgeworfen seien, der amerikani­schen Regierung keinen Grund geliefert, der Kon­ferenz beizuwohnen, sondern ein noch ernstlicheres Motiv, nicht zu erscheinen.

Keinerlei Ueberraschung in London.

London, 10. März. (Wolfs.) Der Londoner Berichterstatter des Wolff!: ureans erfährt, Latz der Entschluß der amerikanischen Regierung, nicht an der Genueser Konferenz teilzunehmen, in gut unterrichteten Kreisen Londons nur wenig bzw. keinerlei Aebervaschung er­zeugte. An dem Programm seien aber keine Aen- berungen vorzunehmen, da man stets der Ansicht war, daß selbst ohne die Teilnahme amerikanischer Vertreter die Konferenz viel zur Wiederherstel­lung des europäischen Gleichgewichtes beitragen könne. Die Gründe Amerikas für die Richteil- nahme werden als ein direkter Wink angesehen, daß Europa erst sein eigenes Haus m Ordnung bringen oder ernstliche Schritte in dieser Richtung unternehmen müsse, bevor Amerika an der wirt­schaftlichen und finanziellen Wiederherstellung Europas mithelfen könne. Es herrsche wenig Zweifel darüber, daß. falls die Ergebnisse der Genueser Konferenz befriedigend seien, ein großer Schritt in der Richtung der Sicherstellung eines wirksamen Interesses Amerikas an den europäischen P r oblemen getan würde.

Einiqnng ans der Pariser Finanzkonsercnz.

Paris. 10. März. (WTB.) Havas meldet: In der Rachmittagssihung der alliierten F i n a n z m i n i st e r. 6ie von drei bis sieben Ahr dauerte, ist eine Einigung s o gut w i e zu­stande gekommen. Das im Laufe der drei­tägigen Beratungen von den Delegierten bzw. den Sachverständigen ausgearbeitete Verteilungs- system wird im Laufe des morgigen Sihungstages endgültig festgestellt werden können. Jin Laufe des Rachmittags haben die Minister ihren Mei­nungsaustausch über die Mittel, wie die deutsche Schuld flüssig zu machen ist, fortgesetzt.

Ein (Kommunique der Reparationskommission.

Paris, 10. März. (Havas.) Die Repara­tionskommission veröffentlicht folgendes Communiquö: Die Reparationskommission hat in ihrem Communique vom 8. März im Ein­zelnen den Wert der von Deutschland seit Lern Waffenstillstand bis zum Ende des Jahres 1921 geleisteten Zahlungen, Lieferungen und Gebietsabtretungen artgegeben. Die Summe beträgt ungefähr 6; Milliarden Goldmark. wobei der Wert der Restitutionen und gewisser dirett an die Besatzungsarmeen aus­geführter Leistungen, sowie die an die Aus­gleichsämter gezahlten Summen und die zu Lasten Deutschlands gehenden Kosten der verschiedenen Kommissionen nicht einbegriffen sind. Von d e en Kommissionen Haden die Reparationskommisston und der Garantieausschutz gegenwärtig ein j ä h r-

Der Vvvstand der Reichstagsfraktion der A S P. hat an den Reichskanzler D r. Wirth und die Zentrumsfr.aktion ein Schreiben gerichtet, in dem erklärt wird, daß sich der Vorstand der Fraktion davon überzeugt hat, daß Dr. Hern ces im April 1920 187 Flaschen Wein im Gesamtbc trage von 8483 Mark bezogen und dafür 600 2Lark bezahlt habe, ferner daß Dr. Hermes in einer Ressortbesprechung am 18. De­zember 1920 eine besondere Zuweisung von Zucker

Erster Blatt 172. Jahrgang

GiehenerAnzei

mit ausgesprochen sozialen Zielen, uns viel- s tige Restitutions-Operationen. Sie umfaßt di« leicht Rettung bringen könnte? Aber dann Ausgaben nicht nur für die Ausführung des Ter wären ja demokratische Illusionen zerronnen,! lrages mit Deutsc^rnd. sondern auch für die Aus- und darum werden Einsicht, Wahrheit und ---" **-*- - -

Besserung sich nur langsam und schrittweise Dahn brechen können.