Ausgabe 
10.3.1922
 
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Deutscher Reichstag.

181. Sitzung. 2 LIHr

'Berlin, 9. März 1922.

Abg. Eggerstedt lvoz.) begründet die Notwendigkeit einer Erhöhung der Sleuerein- nabmcn aus dem 'Branntwein mit den Forderun­gen der Entente. Es handelt fl4> hier um Tein 5abiitaÜonÄmonot>ol, sondern um cm Zwischen- Handelsmonopol. Die Ware ist. wie wir uns Überzeugt Haden, einwandfrei (3urut der Äom- muniflen: Wir Haden nicht milflefoffen.) Wenn Tic von Korruption nichts wissen wollen, verweise ich Tie auf Moskau. 2lbg. Äonen (Äomm.): Sie Schass köpf!) Die Tagung des Reichsland- t-unkeS Hal uns bewiefen. daß für £>ic 'Brennerei- intcrc;icn ter Landwirtschaft ausschließlich die nc.dtc £rofü|ud)t ausschlaggebend ist. Demgemäß scheint uns die Zusammensetzung der Monopol- rciiraltung bedenklich. Der Borlage stimmen wir zu, da die Erträgnisse des Monopols auch fo­ulen v,trcdcn zugesührl werden und der Weg zum 'Vollmonopol frei ist.

Abg. S ch u l z - Gahmen <Ztr ) sieht in der 3 i läge ein überwiegend wirlschaf ispoltlisches Ge­le - Durch den Beirat Haden Oesfentlichlcit und jieid/itag ein Kontrollorgan. Redner stimmt auch i er «Entschließung deS Ausschusses zu, weiche die Beiwertungsstelle de^ Bkonopolamts in eine Al^c. g-s.llschast umwandeln will. Redner sährl soii Schwere Bedenken hat meine Partei gegen die Alkoholherstcllung. wie sie in diesem Ge­le - fe,«gelegt wird und wodurch die landwirt- schasiliche Branntweinbrennerei unter 35 Proz. les Brennrechts herabgedrückt werden lami. 3m übrigen stimmen wir der Borlage zu und wün­schen nur. Las) die Borschriften über Entschä­digungen auch aus solche Betriebe ausgedehnt werden, deren Inhaber infolge deS Friedens- Vertrages aus den abgetretenen Gebieten abge­wandert sind

Abg. Körner (Dntl.) tritt für eine engere 'Begrenzung Les Monopols ein. Der Landwirt- schast mülle der notwendige Hilfsbetrieb der Bvanntweinbrennerei nach Möglichkeit im alten Umfange Erhallen bleiben. Die landwirtschaft­lichen Brennereien seien wichtig im 3ntercf|c der Erzeugung wichtiger Lebens- und Nahrungsmittel. Die erhöhte Abgabe werde aber nicht ohne Ein- fluß auf die Produktion bleiben, denn die Brrn» nereien seien schon heute ein Sorgenkind der Landwirtschaft. Es mühten demgemäß weitere größere Mittel für Kartoffel üusgeworfen werden.

Abg. Dusche (D. Vp.) bedauert, £ das Branntweinmonopol auf) er halb des allgemeinen Rahmens der Steuergesetze behandelt wird. Er stimmt der Umwandlung der Berwertungsstelle der Monopolverwaltung in eine Aktiengesellschaft zu und gibt der Erwartung Ausdruck, das) das Gesetz kein Gewerbe erdrosseln möge.

Abg. Puchta (Ll.S.P.) sieht in dem Gesetz keinen Schritt zum Staatsmonopol, sondern höch­stens den Schalten eines Monopols Es sei ebenso nicht zu rechtfertigen, das wichtigste Rahrungs- miltel, die Kartossel, den Agrariern zu opfern. Spiritus wie auch Essig seien auch von anderen Rohstoffen zu gewinnen. Dieses Gesetz hindere aber die Produktion und wolle das Brcnngctocrbe künstlich erhalten. Darin werde aber die traditio­nelle Bevorzugung der Agrarier ausgedrückt. Söine Partei lehne das Gesetz ab, da die sonstigen Steuerguellen noch nicht erschöpft feien.

Abg. Dietrich- Baden (Dem.) stimmt der flmtoanblung der Berwertungsstelle in eine Aktiengesellschaft zu, will aber trotzdem an dem Monopol festhalten. Die Landwirtschaft tonne auf die Brennereien nicht verzichten, sonst würde sie bei Witterungsumschlägen zu große Abfallmengen haben, Jedenfalls dürfe die Berwertungsgefell- schaft nicht im Geiste der alten Kriegsgesellschaf­ten arbeiten, sondern müsse mit geringen Mitteln Höchstleistungen schaffen.

Abg. H e r b e r t - Franken (Bahr. Bpt.): Ein Volksmonopol könnte uns nicht beglücken. Es würde ein Schritt zur Sozialisierung sein. Das Gesetz enthält namentlich für Süddeutschland be­sondere Härten. Zu beben (en ist, daß die bayerische Kartoffel weniger Stärkegehalt besitzt und die Kohlen weit teurer bezahlt werden müssen. Deutschland kann nur gesunden, wenn die Rechte der Einzelstaaten nicht weiter beeinträchtigt werden.

2lbg. Dr. Geher (Komm. Arbeitsgemeinsch) ^vrtt das Gesetz ab und fordert das Verbot der Herstellung und des Transportes der Ein- und Ausfuhr von Branntwein.

Abg. H ö l l e i n (Kvmm.): Diese Politik paht durchaus in die Stinnesrepublik und in die Stinnespolitik. Deshalb bekämpfen wir das Branntoeinnronobol mit allen Kräften und wollen es zu Fall bringen. Rur zu technischen und medi- zuuschen Zwecken sollte Alkohol hergestellt wer- ^nr,Utr D^ne ^a^>UTX^ bte Volksernährung zu bc= etnfluffen. y 0

®amit schließt die allgemeine Aussprache.

r rc? Uhr: Pensionskürzungs-

Sesctz, Kapitalflucht, Spezialberatung des Brannt- wemmonopols und ReichsernährungSetat

Schluß 6 Ahr.

Sitzung der Stadtverordneten.

Gießen. 10. März 1922.

2luf der Tagesordnung der gestrigen Sitzung standen nur kleinere Vorlagen, die größtenteils ohne Aussprache erledigt wur­den. Angekündigt wurde gelegentlich einer Verrechnungsanlage betr. die Freifahrtender Stadtverordneten eine weitere Tariferhöhung bei der Straßenbahn.

Anwesend sind: Oberbürgermeister Keller. Bürgermeister K r e n z i e n, die 'Beigeordneten und 29 Stadtverordnete.

Als neues Mitglied der Versammlung wird Stadtv. Heinrich Günther vom Oberbürger­meister eingeführt und verpflichtet.

Gemäß dem Anträge der Baudeputation wird für die 11 ehertoö Ibu n g des Klingel- baches zum Ausbau der verlängerten Bleich­straße ein Kredit von 11 430 Mk. bewilligt.

Dem Anträge, die Häuser Südanlage 16a, 17a und 18a m .An der jobanneskirche" 1, 2 und 3 umzunennen, wird zuge^.immt.

Für die Reueindectung des Daches einer ber Bar arten am Trieb werden 2520 Mk. be­willigt. Die Stadtv. Höhn und W i rt n fordern dringend baldmöglichste Räumung sämtlicher dort befindltcher Baracken, da sie zu Wohnzwecken ungeeignet sind. Für den Abbruch der Ba­racken des Durchgangslagers wird der laufende Kredit genehmigt.

Für den Abbrucheines baufälligen Rebengebäudes zum Grundstücke Ki'wcn- platz 10 werden 3000 Mk. bewilligt

Dem Gesuche des Eisvereins um ilebernabmc von Znstailationskvsten (951,35 Mk.) wird entsprochen

3n der Turnhalle der Oberreal - schule soll statt der Gasbeleuchtung eiet iri­sches Licht eingeführt werden, wofür die Kosten in Höhe von 2000 Mk. genehmigt werden.

Die Rechnungsabschlüsse dcs Gas- und Wasserwerks sowie des Elektrizi­tätswerks und der Straßenbahn für 1922 sind von den Stadtv. Stimmer und Simon geprüft worden und werden von der Versammlung gutgeheißen.

Die Lieferungen für die Kanäle in der verlängerten Bleich st raße und in der Straße gegenüber der Siechen- a n ft a 11 werden gemäß dem Vorschläge der Bau­deputation vergeben.

Gesuchen des akademischen Ausschusses für Leibesübungen, der Gießener Rudergesellschaft und des Eisvereins um Preisnachlaß für auS dem Durchgangslager abgegebene Baustoffe wird stattgegeben: ein weiteres Gesuch gleicher Art abgelehnt, da der Antragsteller in der Ge­meinde Heuchelheim wohnt und deshalb diese zu­ständig ist.

Dem Reichsbund der Kriegsbeschä­digten wird die Leihgebühr für Fahnen usw. erlassen.

Die Verrechnung der an Mitgliederder Stadtverordnetenversammlung aus- gegebenen Fahrkarten f ü r die Straßen­bahn soll nach den Vorschlägen der Verkehrs- deputation und des Finanzausschusses in der Weise erfolgen, dah aus den allgemeinen Der« waltungskosten dem Elektrizitätswerk für jeden Stadtverordneten die Summe von 500 Mark im Jahre gutgeschrieben wird. Rach einer Aus­sprache, in der sich einige Stadtverordnete gegen die Freikarten überhaupt als unverträglich mit einem Ehrenamte, sämtliche Redner gegen die Höhe des Betrages von 500 Mark wenden, wird der Antrag abgelehnt.

Für die Beschaffung von Türen an den Straßenbahnwagen werden 20 000 Mark bewilligt.

Für die Gewährung freier Lern­mittel an den Volks- und Fortbildungsschulen wird die Einkommen sg renze für 1922 auf 15 000 Mark (für jedes weitere Kind 2000 Mark) festgesetzt. Der notwendige Kredit von 50 000M1. wird bewilligt.

1 7 10 0 Mark Vorschüsse an inzwischen ausgeschiedene Arbeiter werden niedergeschlagen.

Für die Georg-Gaffkh-Stiftung wird der von der Wohlfahrtsdeputation vorge­schlagenen Ordnung zugestimmt. Die Minna- Holberg-Stiftung in Höhe von 10 000 Mk. wird angenommen.

Für die Quäkerspeisung wird ein weiterer Kredit von 10 000 Mark, für die Aus­übung der r ei ch s g c s e tz 1 i ch e n Sozial- Rentenfürsorge vorläufig 30 000 Mark be­willigt.

Zum Schluß der öffentlichen Sitzung wurden verschiedene Mitteilungen gemacht. Der Ober­bürgermeister berichtete, dah die Verwaltung ge­mäß der Ermächtigung durch den Finanzausschuh notleidenden Rentnern bereits Beihilfen gezahlt habe. Ein Kredit von 15 000 Mark wurde hierfür genehmigt.

Kirche und Schule.

** Der Evangelische Landeskirchen­tag begann in Darmstadt seine Beratungen, die in der Hauptsache den Entwurf einer neuen Ver­fassung der Evangelischen Landeskirche in Hessen zum Gegenstand haben. Wir werden morgen aus­führlich über die Tagung berichten.

Aus dem Amtsverkündigungsblatt.

** Das Amtsverkündigungsblatt Br. 32 vom 9. März enthält: Bedeckung der Stu­ten. Verarbeitung von Brotgetreide, Gerste und Hafer auf Branntwein. Arbeitsmarkt und Erwerbslosenfürsorge. Erledigung des Aus- schreibens den Heinrich Wagner aus ©roßen- Buseck betreffend. Kinderarbeit in den gewerb­lichen Betrieben. Veterinärpolizeiliche Beauf­sichtigung der Zuchthengste. Landespolizeiliche Prüfung des Entwurfs für die Herstellung des Entwurfs einer Laderampe auf dem Bahnhof Lich. Viehseuchen. Dienstnachrichten. Be­steuerung der Klaviere, Automaten und Musik­werke, Luxuswagen und Luxusreitpferde. Er­hebung der Stempelabgabe für Fahrräder.

I Elberfeld, Gelsenkirchen, Münster. Karlsruhe und | Mannheim. 3m Zemsprechverlchr mit dem Aus- I lande fehlt die Verbindung mit Paris, Straßburg, I Rotterdam, Amsterdam und Brussel. Ebenso be- I ^ehen im Verkehr deS HaupttelegraphcnamtcS Störungen, in besonderem Umfange nach dem Rheinlande. Der Tclcgrammverkehr nach dem Auslande ist nach Paris, Belgien, Holland und 3atlien unterbrochen.

Der Fall Kähne.

Berlin, 9 März. Rachdem die gericht­liche Voruntersuchung in der Angelegenheit von Kähne zu dem Erglwnis gekommen ist, dah der Rittergutsbesitzer von Kähne bei der Riedcrschie- ßung des Arbeiters Bieter! in Rotwehr gehandelt hat, hat jetzt Herr von Kähne gegen den Arbeiter Bietert Strafantrag gestellt.

Handel.

* Berlin, 8. März. Der Aufsichtsrat der Disconto-Gcsellschaft hat in seiner heu­tigen Sitzung beschlossen, der auf den 28. März einzuberufenden außerordentlichen Generalver­sammlung der Kommanditisten vorzufchlagcn, das Kommanditkapital von 400 Mill, um 210 Mill auf 610 Mill, durch Ausgabe von 210 000 Stück auf den Inhaber lautenden, vorn 1. Januar 1922 ab gctoinnbcrccßtigten Anteilen zu erhöhen. Die gesamten 210 000 Stück neuen Äommanbitanteile im Gesamtnennbetrage von 210 Mill. Mark sollen unter Ausschluß des gesetzlichen Bezugsrechts den Kommanditisten an eine unter Führung der Bord- deutschen Bank, Hamburg und des A. Schaaf- hausenschen Bankvereins A.°G. in Köln stehende Bankgemeinschaft begeben werden unter der Be- Dingung, dah diese verpflichtet ist, die 200 Mill. Mark neuen Anteile den Kommanditisten durch Vermittlung der Disconto-Gesellschaft derart an­bieten zu lassen, dah auf alte Anteile im Gesamt­beträge von 2000 Mk. ein neuer Anteil von 1000 Mark bezogen werden kann und die restlichen 10 Mill. Mart neue Anteile zur Verfügung der Disconto-Gesellschaft zwecks weiterer Interessen- nahme an befreundeten Bankgeschäften zu halten. Der Begebungskurs, zu dem sie den Komman­ditisten zum Bezüge angeboten werden, bleibt der Bestimmung der G.-V. Vorbehalten.

Berlin, 9. März. B ö r s e n st i m m u n g s- b i l d. Die schon seit einigen Tagen ohne oirekt erfennbarc Ursache an der Börse herrschende un­sichere und lustlose Haltung, die auch heute zu weiteren Realisationen und im weite rett Verlause zu ausgesprochener Geschäftsstille führte, bildet naturgemäß einen guten Rährboden für die Ent­stehung von allerhand unkontrollierbaren Ge­rüchten, welche die Börfenfäle durchschwirren und deren Erwähnung sich wegen der offenbaren Haltlosigkeit nicht lohnt. Was die geschäftliche Seite anlangt, so führte die Realisationsneiguna, der sich teilweise auch das Publikum anschloß, zu Kursnachlässen von durchschnittlich 30 bis 50 Proz., vereinzelt 75 Proz. und bei Goldschmidt 125 Proz., denen gegenüber einzelne Kurserhöhun­gen bis 30 Proz kaum ins Gewicht fielen. Einq Ausnahme machten nur oberschlesischc' Werte wie Laurahütte und Kattowiher an der Spitze bei Besserungen von 175 resv. 100 Prvz. Aber auch hier blieben diese Steigerungen bei weiterhin vor­herrschender starker Geschäftsstille, die das über- wiegende allgemeine Abbröckeln der Kurse be­günstigte, nicht voll bestehen. Die Kapitals­erhöhung der Diskvntogesellschaft blieb unter diesen Verhältnissen auf die Kursbildung am 'Bankenmarkt einflußlos. Festverzinsliche Werte waren wenig verändert. Auslandsdevifen schwäch­ten sich bei anhaltenden Schwankungen und kleinen Umsätzen ab.

Frankfurt a. M., 9. März. Börsen- stimmungsbild. Die Unsicherheit, die seit einigen Tagen an der Börse vorherrschte, ßieli auch heute an. Am 'Montanaktienmarkte war das Geschäft wenig umfangreich und die Kurs­bewegung nach unten nur vereinzelt erheblicher. Kaliwerte, auch Schiffahrtsakcken. verhältnismäßig besser gehalten. Vereinzelt waren stärkere Kurs- einbaßen in chemischen Aktien zu verzeichnen Schwächer lagen auch Elektro-, Auto- und Zucker- fabritaltien. Metallbank schwach. 1050. 3m freien Verkehr war die Tendenz recht unlustig und vor­wiegend schwächer. Deutsche Petroleum 1875 bis 1850. Mansfelder Kuxe 28 500, Julius Sichel 670. Vrockhues 1420, Chemische Rhenania 1145 Der Dollar bewegte sich auf 254, 248 und 252. Privatdiskont 4»/2 Prozent.

Frankfurt a M., 10. März Börsenkurse.

Gerichtssaal,

wd. Alzey. Gin für Radfahrer recht beachtenswertes Urteil fällte in seiner letzten Sitzung das Schöffengericht Alzey. Ein Buchhalter aus Weinheim fuhr bei eingebro­chener Dunkelheit mit seinem Rade nach Hause, und da seine Fahrradlaterne defekt geworden war, benutzte er, um nicht mit den Gesehesparragraphen in Konflikt zu geraten, eine elektrische Taschen­lampe als Beleuchtungsmittel. Einem des Weges kommenden Gendarmeriewachtmeister schien hier­mit § 2 Abs. 3 der Fahrradordnung, wonach jedes Fahrrad während der Dunkelheit mit einer hell- brennenden Laterne versehen sein muß, nicht er­füllt. und er erstattete Anzeige. Ein Strafbefehl lautete auf 25 Mark Geldstrafe und 10 Ma bk Kosten. Da der Angezeigte hiergegen Widerspruch erhob, da er der Meinung war, daß jede Laterne genüge und es nicht gerade eine Karbidlampe fein müßte, die den Lichtschein Derbreite, kam die Angelegenheit zur Hauptverhandlung. Vor dem Gericht wurde denn auch anerkannt, daß jede brennende Caterne genügend sei. Da jedoch die­jenige des Betroffenen nicht am Rade befestigt gewesen sei, müsse eine Bestrafung eintreten, und cs wurde auf eine Strafe von 15 Mark erkannt.

Büchertisch.

3n Reclams Universal-Bibliv- t h e k sind unter Br. 6273 zwei Schriften Lord Bj> lingbr okes: .Das Bild eines patriotischen Königs" und »Gin Brief über den Geist des Patriotismus" erschienen. Br. 6278 bringt Banb VII der Gedichte von Karl Stieler.

Vermischtes.

Sturmschäden im Fernsprechverkehr.

Berlin, 9. März. (Wolff.) Infolge der stürmischen Witterung sind ungefähr hundert von Berlin ausgehende Fernsprechleitungen gestört. Gänzlich unterbrochen ist der Fern­sprechverkehr mit Aachen, Koblenz. Osnabrück, Rostock, Stralsund. Lübeck, Beubranbenburg,

Frankfurt Berlin

Schluß- Schluß- Schluß- Schluß» Kurs Äurä Kurs Kurs

Datum: 8.3. 9.3. 8.3. 9.3.

5°/, Dtsch. KriegSanl. 77,50 77,50 ?7,5O 77,50

4'/°Dtsch. Reichsanl. 90.- 90, 90,50 90,90

3°/<>Dtfch. Reichsanl. 119,50 120,- 120,- 120 - 4°/0 Preuß. Konsuls 74,50 74,50 75,- 75,50

Hamburg-Pakets.. . 537,- 533 - 535,- 523 75

Borddeutscher Lloyd 412,- «00, 4u», 338,-

Eomm.u.Privatbank 340, 340,- 341,- 340^-

Darmstädter Bank . 334,- 330,- 332,50 33(1-

Deutsche Bank . . . 585,- 545,- 555,- 550,-

Disconto-Gesellschaft 484, - 485, - 484,50 485 50

Dresdner Bank. . . 365, 359,- 372,- 368- Mitteld.Creditbank. 315,- 314,- 312,- 310 Rationalbank f. D.. 338,- 338,- 342,- 341- Boch. Gußstahlwerke 1080,- 1150,- 1110 - Bud.-Eisenw.-Akt.. 1000 - -,- 1000,- 931'-

D.-Luxemb.Bergw.. 1130 - 1080, - 1106, - 1050*- Gelsenkirch. Bergw.. 1105,- 1085, - 1190,- 1061, Harpener Bergbau . 1775*- 1720,- 1730,- 1700 - Oberschl. ©ifenb.-B. 1205,'- 1145,- 1150,- 1112* Ooerschles. Eisenind. 1000,- 958 - 980,- 955 Phönix-Bergb.-Akt. 1233,- 1175'- 1200,- 1174*

Bad.Anllin-u. Soda 723,- 685,- 725,- 700 -

Höchster Farbwerke. 700- 670,- 690,- 685-

Allg. Elektr.-Ges. . . 880,- 830,- 865,- 820,-

Felten L Guilleaume 1180,- 1155,- 1190,- 1150*-

Schuckert-Werke. . . 785,- 750,- 760,- 736,

Adlerwerke 675,- 570,- 565,- 570,-

Daimler....... 555,- 550,- 551,- 540,-

4°, Hess. StaatSanl. 76,50 77,-,- Electron Griesheim 840,- 907,50 945,- 910,-

Dtsche. Vereinsbank 216, 245,-

Marktkotierungen.

Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt:

Saturn: 1.7.14. 8.3. 9.3.

Zürich Fr. 125.40 1,99 2,06

Amsterdam Fl. 59.20 1,13

Kopenhagen Kr. 88.80 1.85 1,92

Prag Kr. 117.80 23,75 -,-

Stockholm Kr. 88.80 1,48 1,55

Wien Kr. 117.80

London Sh. 97.80 5,70 5,44

Paris Fr. 125.40 4,4g 4,50.

Reuyork 4 2L80 -,38 -,401

Berliner Devisenmarkt.

Geld Brief Geld Brief

Datum. 8. März. 9. März.

Amsterdam-Rotterv. 9865,10 9884,90 9565,40 9584,60 Brüsiel-Antwerpen. 2162 20 2167,20 2097 «0 2102,1C Ehristiania 4650,30 4559.70 4645 35 4654,65 Kopenhagen 5509,45 5520,55 5319,65 533t-,35 Stockholm 6818,15 6831 85 6608, <5 6621.65 HelstngfvrS 538,45 539,55 517,45 518*55 Stallen........ 1278,70 1281,30 1268,70 1271,30

London 1136,35 1138,65 1096,40 1096,50 Aeuyork 259,; 4 260,26 249,75 250,25 Paris 22»0,20 2294,80 2212,75 2217,25 Schwei- 5004,95 5005,u5 4879,10 4870, «0 Spanien 4055,90 4064,10 3-26,06 39a2,95 Deutsch-Oesterr.. .. 3,98 4,02 3,73 3,77

Prag 422,55 423,45 405,80 4u7,70 Budapest 34,76 34,84 32,06 32,14

Buenos Aires . . . 95,15 96,15 93,15 93,35 Bulgarien 174,80 175,20 169,55 169,95

Züricher Devisenmarkt.

Wechsel auf

Holland 100

Deutschland 100

Wien 100

Prag 100

Paris 100

London 1

Italien 100

Brüssel 100

Budapest 100

Reuyork 100

Agram 100

Warschau 100

9. 3. 8. X

Schweizer Franken Ft. = 195.25 195.25

RN- = 2.04 1.98

Kr. = 0.68 0.08

Kr. = 8.35 8.40

Fr. =» 46.15 46.16

£ - 22.50 22.51

L. - 26.15 25.70

Fr. * 43.25 43.20

Kr. 0-68 0.70

1 514.75 514.-

Kr. - 1.725 1.70

Kr 0,11 0,11

Märkte.

Frankfurter Schweine- und Kleindiehmarkl.

F r a n k f u r t a. M.. 9. März. (Amtlich.) Marktverlauf: Bei lebhaftem Haydel wurde ausverkauft. 3m einzelnen ist zu bemerken: Aufgetrieben waren 1016 Kälber, 561 Schafe unö 266 Schweine. An Preisen wurden an­gelegt p. Ztr. Lebendgewicht: Kalber, beste Qualitäten, 16501850 Mk., mittlere Quali­täten 16501850 Mk., geringe Qualitäten 1400 bis 1650 Mk., .geringste Qualitäten 1200 bis 1400 Mark. Schafe 7501300 Mk. Schweine unter 80 Kilogr. Lebendgewicht 18002200 Blarf, von 80100 Kilogr. Lebendgewicht 2200-2400 Mk.. von 100120 Kilogr. Le­bendgewicht 23002500 Mk., von 120150 Kilogr. Lebendgewicht 23002500 Mk., Fett- schweine über 150 Kilogr. 23002500 Mk. Außerdem wurden 166 Rinder, darunter 20 Ochsen, 5 Bullen, 141 Färsen und Kühe ohne amtliche Preisnotierung gehandelt. Die Preise liegen um so viel über den Stallpreisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, Spe- sen und Händlergewinn in sich schließen.

(In einem Teil der Auflage wiederholt.) Sie Besprechung der alliierten Finanzminister.

Paris, 9. März. (WTB.) Der vom Fi- nanzminister Frankrerchs m der ge­lingen Besprechung de r alliierten gt< nanzminister vorgebrachte Plan sieht fol­gende Vorschläge vor: 1. Der Wert Z>er 0aar­ge u b e n werde nicht auf daS Konto der Re­parationen von 1922 gebracht 2. Die Kosten der Besahungstruppen werden in der Landeswährung vereinbart für jede an der Besetzung teilnehmende Armee. 3. In Zukunft sollen zwei besondere Konten für die deutschen Zahlungen eingerichtet werden: das eine für Reparationen, das anders für die Kosten der Besatzung.

Rach Havas scheint es. alS ob sich die Mr- nister auch mit der Frage der deutschen Zahlungen für 1922 und mit dem Deutsch­land zu gewährenden Moratorium befassen wür­den. Die englische Ansicht scheine dahin zs. gehen, die Teilung unter den Alliierten von der deutschen Zahlungsfähigkeit abhängig zu machen. Die Leistungen würden für 1922 und bte folgenden Jahre fest gelegt werden. Vorn ita­lienischen Standpunkt scheint man kerne ernsten Einwendungen machen zu wollen.

Paris, 9. März. (WTB.) Havas meldet: Die alliierten Finanzminister haben sich bis gestern dem Ausgleich der Ansichten über die verschiedenen Fragen gewidmet, bte noch nicht geregelt seien. Verschiedene alliierte Kreise glauben, daß die Abkommen von London und Cannes alS endgültig betrachtet werden müssen, während der französische Finanz­minister der Ansicht ist, daß verschiedene be­sondere Punkte dieser Abkommen noch große Aenderungen erfaßten müßten, ohne daß man aber deswegen die vollständige Reviswn dieser Abkommen verlangen werde. Die W i e s b a d e- ner'Bereinbarungen sind n 0 chntchtge­billigt worden. Die Ansichten auf beiden Seiten sind nach Havas noch die gleichen, uwb die Verhandelnden bemühten sich zu einer Ver­ständigung über die verschiedenen Punkte zu kommen.

Kemal Dey in Paris.

Paris, 9. März. (T£>ZrB.) Der Außen­minister der Angora-Regierung, Kemal Veh, ist gestern abend mit der türkischen Abordnung von BlarfeiDe kommend in PartS einge­troffen.

Izzet Pascha bei Poineare.

Paris, 9. März. (WTB.) Ministerpräsi­dent Poincars empfing gestern den türkischen Außenminister Izzet Pascha, der sich vor kurzem nach London begeben hatte.

Krise in der englischen Metallindustrie.

London, 9. März. (WTB) Die Bet*- Handlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitern zur Vermeidung der Aus- perrung am 11. März in der Metallindustrie ind endgültig gescheitert.

Ein füdstawisch-italienischer Zwischenfall.

R 0 m, 9 März. (WTB.) Rach einer Havas- Meldung geht in südslawischen Kreisen in Rom. das Gerücht um, daß das s ü d s l a w i s ch e K 0 n »- u la t in Zara von einer Faszist engruppe angegriffen worden sein soll. Sie hätten die Tür eingeschlagen, die Fenster zertrümmert and sonstige Schäden angerichtet.

glänzt im Nu und erhälfdie Schuh