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Lnv- SchlcksalSskmibe*' gestellt. 3n Baren Worten geb er einen ileberblicf über die politischen Er­eignisse vor dem Äriege. Alsdann schilderte er die wirtschaftliche und finanzielle Qlotlage Deutschlands, die durch das Versailler Friedens- diktat geschaffen worden ist. Die ernsten Worte des Redners machten einen solch tiefen Eindruck auf die Zuhörer, dab sich 30 Mitglieder der hiesigen Ortsgruppe anschlossen.

Lich, 8. Febr. Der Schützenverein Sich hielt in der Turnhalle seinen Fami­lie nabend ab. Nach einer kurzen An­sprache deS 1. Schützenmeisters Wilh. Kraus kamen mehrere Gedichte, meist vaterländischen Inhalts, zum Vortrag, die reichen Beifall fanden. Dann wechselten verschiedene musi- lalische und humoristische Vorträge mitein­ander ab. ES folgte eine Verlosung, bei der über 70 Gewinne zur Verteilung kamen. In einer Ecke deS Saales war eine Schießbude errichtet, in der die besten Schützen wert­volle Preise erhielten. Ein Tänzchen beschloß das schön verlaufene Fest. Im kommenden Sommer beabsichtigt der Verein an seinem StiftungSsesttag ein .^önlgSschühenschiehen" auf seinem Schleßstand an der Hardt zu ver­anstalten.

Kreis Büdingen.

a. AuS dem südlichen Vogelsberg, Febr. Die ersten Tage des Februar führten sich mit eigenartigen Witterungsver­hältnissen ein. Aach starkem Regen, der sich tote bei einem kleinen Wolkenbruch über Feld und Flur zur Freude der Landwirte ergeb, setzte über Rächt starker Schneefall ein, der die Benutzung des Schlitten- wieder nölig machte. Die beiden letzten Rächte haben einen in diesem Winter noch nicht dagewesenen F r o st gebracht. Die Dorfstraben sind wegen des Eises schwer passierbar.

Kreis Schotten.

A Gedern, 8. Febr. Wieder Ist einer der Kämpfer aus Deutschlands großer Zeit, der Veteran Helnr. Rull­mann II., gestorben. Hofprediger Wid­mann hielt die Grabrede. Der Kriegerverein gab dem Kameraden das letzte Geleit und legte einen Kranz am Grade nieder. Rull- maim nahm im Regiment 115 am Feldzuge 1870/71 teil.

a. Ober-CaiS, 8. Febr. Del Gastwirt Theib hielt der hiesige Gesangverein Cleberfreunb seine Jahresversamm­lung ab. Wichtigster Gegenstand der Tages­ordnung war die Wahl des Vorstandes. Sie hatte folgendes Ergebnis: Karl Emr ich (1. Präsident), Schmiedemeister Adolf 6eum (2. Präsident), Karl Rack (Rechner), Albert Hirtz (Schrift- sührer), Karl H ä h m e l und Karl Ries (Bei- sitzer), Dirigent deS Vereins ist Lehrer 01 r ö - b i n g e r. Am nächsten Sonntag unternimmt der hiesige Zweigverein des Vogelsberger Höhen-ElubS seine zweite Wanderung nach Burkhards.

a. Glashütten, 8. Febr. Unter grober Beteiligung wurde hier der Veteran Karl Engel im .79. Lebensjahre zu Grabe ge­tragen. Der Verstorbene hat an den Feld-

zügen von 1866 und 1870/71 teUgenormnen. Sie Gemeinde verliert in ihm einen aufrechten Mann und biederen Charakter. In diesem Sinne ge­dachte der Ortsgeistliche des Heimgegangenen. Der Präsident deS Kriegervereins legte einen Kranz nieder.

Starkenburg und Rheinhessen.

Darmstadt, 9. Febr. Seltenes Jagdglück hatte Herr Donderschmld- Groß-Bieberau, der einen Prachthahn der Groh-Trappe (Otis tarda) erlegte. Der Vogel hat die Größe eines Truthahns und ein Gewicht von 18 Pfund. Die Trappe, ein großer Stelzvvgel, ist bei uns in Deutschland ein sehr seltener Gast geworden. Heute findet man sie hauptsächlich noch in Ungarn, Rumänien und Südrubland. Die Jagd auf Trappen ge­hört zur sog.hohen Jagd".

* Mainz, 8. Febr. In einer hiesigen Fabrik spielte sich gestern ein Betriebsunfall mit tödlichem Ausgang ab. Der Arbeiter Fr. West Höfer wollte eine ins Stocken geratene Kohlenbeförderungsmafchine wieder in Betrieb sehen. Zu diesem Zwecke steckte er eine dicke Holz­stange zwischen die Speichen des Schwungrades und stemmte sich schwebend auf die Stange. In diesem Augenblick setzte sich die Maschine wieder in Bewegung, die Holzstange ging mit dem Schwungrad in die Höhe und Westhöfer wurde zur Erde geschleudert. In bewubtlosem Zustande wurde er in feine Wohnung gebracht, wo er eine hasbe Stunde später verstarb.

Krcis Wetzlar.

♦Ärofborf, 9. Febr. Schon im Iahre 1914 hatte derTurnvereinKrofdorf beschlossen, sich ein eigenes Heim zu gründen und eine Turn­halle zu erbauen. Baupläne und alle Vorarbeiten waren sertiggestellt und die 'Sauarbeiten sollten in dem gleichen Iahre noch begonnen werden, als der Krieg ausbrach und die Ausführung des Planes verhindert wurde. Von einer kleinen An­zahl Mitglieder wurde nun kurz nach Beendigung des Krieges der Plan, eine Turnhalle zu erbauen, wieder ausgenommen, und durch ihre Werbetätig­keit fanden sie mit der Zeit immer mehr Anhänger unter den übrigen Mitgliedern des Vereins. In der dieser Tage stattgefundenen Generalversamm­lung, die recht zahlreich, besonders auch von älteren und Ehrenmitgliedern besucht war, stand unter an­derem auch die Erbauung einer Turnhalle auf der Tagesordnung und es entwickelte sich über diesen Punkt eine sehr lebhafte, von grobem Interesse zeugende Aussprache. Wenn auch die Schwierig­keiten, unter den heutigen Verhältnissen einen der­artigen Plan zu verwirklichen, allseitig anerkannt wurden, so wurden andererseits Wege gezeigt und Anregungen gegeben, die auch in der heutigen Zeit ein Gelingen ermöglichen. Die Abstimmung ergab denn auch, dab annähernd 90Prvz. der anwesen­den Stimmberechtigten für die Erbauung einer Turnhalle waren.

Hessen-Nassau.

)l Marburg, 8. Febr. In der Stadt- verordnetensihung kam eS bei dem An­trag einiger Stadtverordneten auf Erlab eines Ortsstatuts über die Zulassung von Iugendlichen zu den Lichtspieltheatern zu einer regen Aus­sprache über die Verrohung der Iugend, den Alkoholausschank an die Jugendlichen und das

Rauchen von Zigaretten. Der Antrag wurde schlieblich angenommen. Ferner wurden die Mittel zum Einbau einer Denzolgewinnungsanlage und einer Raphthalin-Waschanstalt in die Gasstanstalt bewilligt. Die vier Fe st ungs gefange­nen, die seit Donnerstag früh hungerten, haben gestern mittag bedingungslos mit der Rah- rungsausnahme wieder begonnen. Gesundheitlich hat ihnen die Hungerkur nicht geschadet.

AuS dem Amtsvcrkünvigungsblatt.

Das Amtsverkündigungsblati Rr. 18 vom 9. Februar enthält: Bekanntmachung, betreffend' die Erhebung von Gebühren für die Ausstellung von E,laubnisbescheinigungen zum Ankauf von Kartoffeln. Desinfektoren Er­innerung an das Ausschreiben vom 7. Ianuar 1922 (Amtsverlündigungsblatt Rr. 7). Errichtung einer Zimmermeisterzwangsinnung für den Kreis Gleben. Polizei-Verordnung, betreffend Zulas­sung von Jugendlichen unter 18 Jahren zur Vor­führung von Bildstreifen. Feierabendstunde zu Burkhardsfelden.

Errichtun g einer Zimmermeister­zwangsinnung für den Kreis ©leben. Die Liste der Handwerker, die an der Abstimmung über die Errichtung einer Zwangsinnung für das Zimmermeisterhandweri im Bezirk der Stadt und der Landgemeinden des Kreises Gießen teilgenom­men haben, liegt während zweier Wochen vom Tage des Erschauens dieser Bekanntmachung auf der Registratur des Kreisamts Gieben in den üblichen Dienststunden zur Einsicht und Erhebung etwaiger Einsprüche der Beteiligten offen. Rach Ablauf der Frist angebrachte Einsprüche bleiben unberücksichtigt.

Hochschulnachrichten.

Ha lle, 9. Febr. Der Geograph ander Universität Halle Prof. Dr. August Schulz ist, 59 Jahre alt, gestorben.

Gerichtssaal.

Angetreue Postbeamte.

* Frankfurt a. M., 8. Febr. Im Post­amt 10 In Sachsenhausen hatte der als Land­briefträger beschäftigte Pvstaushelfer Jakob Schulmeyer mit 37 anderen Beamten die ankommende Briespvst auszusortieren und au 38 Reviere zu verteilen. Dabei beseitigte er wiederholt AuSlandbriefe aus Holland, dem Saarland, England und Amerika, in denen er Geld vermutete. Seine Tätigkeit wurde beobachtet und bet einer Revision fand man je drei Briefe in einer Zeitung und in der Portotasche verborgen. Diese Briefe waren für ein anderes Revier bestimmt, das nicht von ihm bedient wurde. Er gestand ein, etwa sechzig Briefe unterschlagen zu haben, die er nach dem Oeffnen vernichtete. Sch. will etwa 380 Mark in ausländischem Geld den Briefen entnommen haben. Die Strafkammer verurteilte Sch. zu 1 Jahr Gefängnis. Der früher als Postillon in Bad Homburg, später im Postamt 9 als Postbote angestellte

Karl Zimmermann war in der Werte Kammer mit Sortieren beschäftigt und eignete ich im September und Oktober 1920 in zwei Fällen Wertpakete an, während er in einem dritten Fall durch Aufkleben einer Rotadresse auf ein Wertpaket bewirkte, daß das Paket zu einer Bekannten in der Slbestraße geschickt wurde, die er informiert hatte. Dort teilte er den aus Wäsche bestehenden Inhalt mit der Empfängerin, der Ehefrau Luise Völker, die ich wegen Beihilfe vor dem Schwurgericht zu verantworten hatte und vier Monate Gefäng­nis erhielt, während der der Amtsunterschla- gung und des Betrugs angeschuldigte Zim­mermann 16 Monate Zuchthaus und 300 Mark Geldstrafe sowie 3 Jahre Ehrver­lust bei sofortiger Verhaftung erhielt.

Vermischtes.

Dampferbrand.

Paris, 9. Febr. (WTD.) Rach einer Mel­dung desReuhork Herald" bat der Passagier- darnpferNorthern Pacific" vor dem Kap Matz Feuer gefangen. Tier Personen sind bei dem Brande ums Leben gekommen.

DaSgrößteBraunkvhlenberg- werk der Welt. So wenig glaubhaft es klingen will, es ist Tatsache: Das größte Braunkohlenvorkommen der Welt befindet sich unmittelbar vor den Toren der Stadt Leipzig. Die genauen Messungen haben ergeben, daß an der Eisenbahnstrecke LeipzigHof in einem Flächenraum von 12 Quadratkilometern mäch­tige Kohlenflöze von 718 Meter Durchmesser lagern, die dem Tagbau zugänglich sind, weil sie höchstens in einer Tiefe von 40 Metern festgestellt sind. Der Freistaat Sachsen wirb den Abbau in eigener Regie vornehmen. Man schätzt den zu erfassenden Kohlenreichtum auf etwa eine Viertelmilliarde Tonnen, die man erst In einem Zeitraum von 100 Jahren ab­zubauen gedenkt, obwohl die Gesamtanlage so großzügig, wie nirgends bisher, vorgesehen ist. Die Tagesförderung wird auf 7000 Tonnen 700 Eisenbahnwagen geschätzt. Da die rich­tige Ausnutzung der hochwertigen Braunkohl« im Interesse der nationalen Wiedergenesung ; eine Notwendigkeit und Pflicht ist, wird das Riesenwerk neben der Belieferung der nahen Leipziger industriellen Anlagen vor allem auch . ein Großkraftwerk versorgen, das mit einer Erzeugungsmöglichkeit von 1200 000 Kilowatt ; oas ganze westsächsisch-thüringische Industrie­gebiet mit Energie beliefern wird. Daneben werden noch Brikettfabriken errichtet, die : ebenfalls in ihrer Grüße alle auf diesem Ge- : biete existierenden Anlagen in den Schatten : stellen werden; denn die Tagesproduktion ist [ allein schon auf 100 Eisenbahnwagen Bri- i ketts errechnet. Die Belegschaft arbeitet bereits : in drei Schichten, um das giganttsche ünter- . nehmen des Staates sobald als irgend möglich , in das Stadium des DvllbetriebeS hinüber- i zuführen.

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