Ausgabe 
9.12.1922
 
Einzelbild herunterladen

Nt

B* N

rotmulare

Ws.

,schien [ an- ^anzung ^rlvendr.

'schlichen

^Mngen tuen Qf.

gelegene RrM. ' m 11 «btt;

brr, lüft;

'tembn lagen der- Pt nicht Dielen be. ucch Zer- Haden ver- nspvrlable i.

Diesen o lange

"eien mit war vom

rtde aus ünsiliche ideberechti-

>enen Der» S auch für

rls Diesen f Art. 2-5 lungcn be- lintmachung

einberg. Ilauenseuche

>us der Te- sgebiet be- Sarbenteich,

tr. 122 des ung.

lütbnunQtn iieniiich be» B. mit Ge»

Weihnachten, e Regelung wirtschaft« Seite 317) >r Dßib« 23. Dezem- i fürben

n

eiH®1

(T

*s«,s-

Ekilbklttk. , «*2Sä .

Nr. 290

trjdjent lägHd), trwfjCT Sonn- und Jrirrlaq«, mit berSamstaasbeilage: (Biebener^umilienblättcr Monatliche vejuorpreise: 380 Mark und 20 Mark Irägrrlobn.burd dirPost 400Mark,auch bei Nicht­erscheinen einzelner Num­mern infolge höherer Gewalt. - 3 ernlpred)« Lnichliisfe sürbieöchlnft- leilung 112, für llerlag enb Gefchäsissielle 51. Anschrift für Drahtnach­richten Anzeiger Olebea.

postschedlonto.

Lrankfurl e. Dl. 11M6.

Samstag, 9. Dezember 1922

172. Jahrgang

Erstes Blatt

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

VniS rmd Verlag: vrühl'sche UniversifSlz-vuch' nnb Steinbruderei K Lange in Sieben. Zchristleltung und Gefchaftrstelle: Zchnlstratze 7.

Annahme von Anzeigen für die Tagesnuminer bitt zum Nachmuiaq vorher ohnejede Verbindlichkeit. Srcis für 1 mm hohe für nzeiqen v 27 mmBreite önlid) 12 Mk, auswärts 15 Tih.; |ur ftcMamt* Anzeigen von 70 min

Vorschrift 20',. Aufschlag. Lzaupifchriftleiter: Äug. Goetz Berantwortlich für Politik Äug. Goetz- für den übrigen Teil: ErnstBlumfchein- für den Anzeigenteil , ha ns bedk, sämtlich in Gietzen.

Wochenrückblicku

Heule beginnt in London die vielbe­sprochene Konferenz über d.e Wiederhcr- stellunasprobleme. die noch so verworren Herumliegen wie nur je zuvor. Donar Law. der Stille und Zurückhaltende, ist nicht ganz so nachgiebig, wie Poincarä eS sich gedacht hatte. Seil den Neuwahlen in England hat sich die Entschiedenheit verstärkt, mit der die Arbeiterpartei und die Liberalen die Versail- ler Methoden tadeln und einen vernünf­tigen Ausbau Europas fordern. Auch die Neigung Amerikas bleibt Gewaltstreichender Neuordnung abhold. Mehr als der aufdring­liche. in seiner politischen Ausnutzung vom Präsidenten Harding sanft abgewehrte Be­such ElömenceauS im Weihen Hause ist die auch von uns weiterverbreitete Erklärung des amerikanischen Botschafters Harvey in London ein Fingerzeig für die künftige Ent- wicLIung: Denn die verantwortlichen Staats­männer. so sagte er, diesmal wieder ohne wesentliche Ergebnisse ihrer Derhandlungen auseinandergehen, so ist dies der rapid näher ziehende Zusammenbruch der europäischen Kultur und Wirtschaft. Der Deist der Mäßi­gung und E.nsicht unter den Sieger- und Gläubigerstaaten muh unverzüglich eingrei­fen. Dec Verband der englischen Handelskam­mern hat in ähnlichem Sinne seine einsluh- reiche Stimme erhoben. Die unfertigen Lö­sungen und gefährlichen Gruppierungen auf der Lausanner Konferenz mahnen ebenfalls zu baldigen Klärungen und Entscheidungen.

Es ist ein folgerichtiger Gedanke des deut­schen Kabinetts, dah es in so schicksalsschwerer Stunde handeln müsse, sich nicht mit Ab­warten begnügen dürfe. Der Reichskanzler Dr. Cuno hat darum am Sonntag vor dem Bresseverein eine zwar das Nationalernpfin- Den anfeuernde, aber doch sorgfältig auf die nächstliegenden Notwendigkeiten hinzielende Rede gehalten, und der Reichsfinanzminister Dr. HermeS zeigte bei der Durchleuchtung der dunkeln Re chshauShal.Skammer und der Nacht des deutschen Elends den einzigen Ausweg ins Stelle: die internationale Anleihe für Deutschland, verbunden mit einer schleunigen Lösung der Reparationsfrage. Die UnDcr- söhnlichkeit der Franzosen stellte und in der Militärkontrollfrage vor peinigende Entscheidungen: am 10. Dezember sollen die bekannten Süh Beförderungen für Passau und Ingolstadt erfüllt sein. Die deutschen Länder­minister waren in Berlin, und ihre Konferenz mit dem Reichskanzler soll die Einigung für einen bestimmten Weg ergeben haben. Plötz­lich herrscht in der deutschen Lefsentlichkeit so etwas wie ein allgemeines Einvernehmen. Die Herausforderung der Pariser Note er­scheint im Lichte einer politischen Berechnung. ES ist eine Kraft- und Willensanstrengung, mit allen Argumenten die Pfänderpolitik durchzusetzen, und wenn d e deutsche Regierung den Fehdehandschuh aufnimmt, dann herrscht bei der Londoner Mpara ionSbesprechung ein schlechtes Wetter der Unlust, bei dem die finsteren Pläne über die guten Absichten triumphieren möchten. Herr Dr. Cuno und seine Helfer wollen daher nicht nur eine wür­dige Antwort auf die Sühneforderung er­teilen, sie wollen auch den Londoner Kreis durch den Lichtstrahl eines die deutsche Note vom 13. November ergänzenden Vorschlags erhellen. Noch wird über das Wie und Was dieses Vorschlags begreiflicherweise Zurück- | Haltung geübt. Die volksparteiliche3eit meint, man könne nach allem, lvaS bisher schon erörtert worden sei,annehmen, dah es sich bei dem Vorschlag um einen Plan handelt, die deutschen Wirtschaftskräfte Im Zusammen­gehen mit Frankreich für eine endgül­tige Regelung einzuseyen, die nicht nur eine Festsetzung der Entschä di- g u n g S s u m m e in sich schliefst, sondern auch für Frankreich wie für Deutschland unmittel­bar Mittel flüssig macht. Der Gedanke ist von der übrigen Presse im allgemeinen mit Verständnis begrüßt worden. DerVor­wärts plätscl)ert freilich mit etwas über­triebener Genugtuung in dem Gewässer der erstrebten deutsch-französischen Verständigung herum und leistet sich gar die Wendung, das Ziel werdenoch ganz andere Opfer kosten als solche, wie sie in der letzten Bot­schafternote gefordert werden". UnS deucht, eS wäre nicht gerade nötig, die Pariser Sühne- zumutung gar zu bereitwillig auf die leichte Achsel zu nehmen, aber das ist Geschmacks­und Gesinnungssache. Das große Gebot der Stunde ist. alles Trachten der deutschen Poli­tik zu konzentrieren aus das, was jetzt in Lon­don vor sich geht. Es ist nicht damit getan, dah die deutsche Regierung einen Repara­tionsvorschlag macht, mindestens ebenso wich­tig ist es, dah das gesamte deutsche Volk die Situation begreift und seinen verzweifelten Willen in die Wagschale wirft. Nicht die Theorie kann siegen, sondern die Energie!

Ganze Arbeit soll jetzt gemacht werden, I nicht halbe! Wir wissen besser noch als Herr Harvey, dah jetzt die letzte, höchste Not ist, und wenn die Londoner EntscheidungStaae die Sprengung der Entente in den Bereich des Möglichen rücken, so soll auch das deutsche Volk sich mit hartem Vorsatz wappnen und hinter dem Friedensvorschlag seiner Regierung einige Postulate aufstcllen, etwa wie sie Herr Tschit­scherin in Lausanne den dortigen Wort­führern flammend vor die Seele stellte. Wenn jetzt nicht in Recht und Gerechtigkeit durch friedliches Einvernehmen die Dinge ge­ordnet werden, so wird Gewalt später alles wieder umstohen. Ein Blatt im gefährdeten deutschen Rheingebiet, dieK ö l n i s ch e Z e i- t u n g, unterstreicht in einem Aufsatz von Will). A r n y ebenfalls die zwingende Not­wendigkeit, allem Fortwursteln nun Valet zu sagen. Es mühte der heihe Wunsch aller wirklich friedliebenden Länder sein, die bis­herige kostspielige Methode der Auf­schübe, Sicherungen und Sanktionen über Bord zu werfen und eine endgültige Re­gelung zu treffen, die und wieder Beständig­keit, Vertrauen und ruhige, ersprießliche Fort­entwicklung bringt. Das Blatt preist den Kre­dit als bestes, unter vernünftigen Bedin­gungen fast auch schon allgemein anerkanntes Mittel zur lieberorüdung der Gegensätze und saht seine programmatischen Forderungen in folgenden Sätzen zusammen:

1. Preisgab: der Forderung des ZahlungS- auf'chibs 2Iu bictung aller lestrn Möglichkeiten zur Leistung ver fälligen Zahlungen.

2 Umfassende Jnuiatlve einer auf breitester Grundlage gestützten Regierung zur Herbei üh- tung einer gründ ätzllch?n und endgültigen Lösung der Repa ratioirs, rage durch fofortige vollständige Realist erung drr deutschen ReparaNonssclmld und Aushebung aller bisher ihrer Sicherung dienenden Abmachungen und Einrichtungen im Augenblick der vollzogenen Realisierung.

Die Lösung bestände in folgendem:

1. Endgültige Begrenzung der Schuld­summe so. wie es xur Sicherung De3 Gelingens der Realisierung erforderlich und für dir Ver­bündeten durch ihren Nutzen gerechtfertigt ist.

2 Realisterung der Schuld umme teils durch Sach'.ieferungen und Leistungen teils durch eine Internationale Anleihe, wobei Deutsch­land durch Austausch einen Anteil der inneren Anleiheschulden der Gläubigerstaaten übernimmt und den in anderen Währungen eingezahlten Zeichnungsbetrag in vereinbarter Höhe be i Gläu­bigerstaaten zur 2lbu«lung ihrer fremden Schul­den übergibt.

3 Unverzügliche Ausnahme des Zinsen- di en st es durch Deutsch and. Tllgu gspslicht vom 6. Jahre an mit Ab ch' im 30 Jahre.

4 R?algarantie du j Goldmarkobligationen der deut'chm Wirt chistso. rbänbe, polnische Bürg­schaft durch freie Staatsverträge unter Schieds- hoh.it des Bolle bund?s. dem Deutschland mit dem Tag des Lösungsabkvmrnens beitritt.

5. Befreiung Deutschlands von den wirtschaftlichen und allgemeinen R e ch t s b e - schränkungen aus den F i densvertrag vom Tage der Auslegung der Realist rungsanleih: an.

6 Zurückziehung jeder Besatzung aus deutschem Gebiet innerhalb eines Monats nach GrleMgung der Realist rung, abgesehen von den Sach'.iefcrungen und -leiilungen

Ganz richtig betont dieKöln. Ztg., dieses Programm erfordere eine große orga­nische Politik. Der geistige Schlüssel der Lage sei bor allem andern die Kühnheit, Un­bedingtheit und Gewalt des Willens. Vielleicht erhält tin tatkräftiges Vorgehen im geeigneten Moment auch von anderer Seite noch Unterstützung. Ein Pariser Dementi weist es heute zurück, daß die amerikani­schen Botschafter für Deutschland und Belgien, die sich gegenwärtig in London auf­halten, dort eine politische Mission zu erfüllen und im Auftrage der Washingtoner Regierung Vorstellungen zu erheben hätten. Aber sie sind doch dort und nicht hingegangen, um in den Straßen der Hauptstadt zu bummeln. Man munkelt auch, dah der bekannte amerikanische Senator Mc Cormick der geistige Valer des deutschen Vorschlags für die Londoner Kon­ferenz sei. Die Zeit ist reif und erfüllt für entscheidende Schritte zu einer enbgültigen Regelung der ReparationS- und Schulden­fragen. Lloyd George kündigt Zeitungsenthül­lungen über die französische Politik an. ES gibt also genug Einwirkungen und Anregun­gen für das zögernde Kabinett Donar Law, dem die Dolle, schwere Verantwortung für das Kommende fast ebensoviel Sorge bereiten mag als den neuen Männern an der Spitze der deutschen Regierung.

Ium Beginn der Londoner Konferenz.

Paris, 8. Dez. (WTB.) DerTemps" schreibt zu ver Londoner Konferenz: Auf Dem Wege zu Den Londoner Besprechungen ist Frank­reich von keinerlei egoistischen Ideen besessen. Do wichtig für uns die Rotw-endigkeit von Zahlungen fein mag, wir verkennen nicht, dah andere Inter­essen mit im Spiele sind. Außer den Geschädigten.

die Anspruch auf Reparationen und den Regie­rungen, die schon große Opfer gebracht haben, um ihre verwüsteten Gebiete wieder aufzubauen gibt es zwei Arten ausländischer Interessenten, denen die Zukunft Deutschlands schwere Sorge macht, auf Der einen Seite jene großen Wirtschaftsinteressen besonDerS in England, für die unvermeidlicher­weise, solange di? Entwertung Der Mark Die Käufe Deutschlands beschränkt. Die deutsche Kon­kurrenz gefährlich ist, auf Der anderen Seite die Interessen aller jener Ausländer, die deutsche Papiere deutsche Immobilien und deutsche Mark­gekauft haben. Die letzteren Interessen sind nicht immer Die wichstgsten Aber sie sind vorhanden, unb wir wollen niemand ruinieren. Trotz seiner niedrigen Gestehungskosten, sagt DerTemps", ist Deutschland angeblich zahlungsunfähig. Warum? Bor allem, weil die d irische Großindustrie allein von der Lage Profi steren will, neben dem 0 aat. d:n sie Dem Bankrott ent icgeng'eiten läßt, neben dem Volke, dav ,uc sie arbeitet, neben Den Alliierten, die sie nicht bezahlt, neben den Kon­kurrenten, deren Absatzmärkte sie an sich reißt, und neben den Markbesttzern, die alle ihre Ein- ähe verlieren. Diesen unheilvollen Mißbrauch wird man nicht mit ilcberreDungen abstellen kön­ne n. Es muß dieRuhr kohle gepfändet werden. Das ist die Vorbedingung je­des Moratoriums Sobald man dieses Pfand in der Hand hat, kann man an Die finan­zielle Sanierung Deutschland»- heranget)en. Bis dahin verschlimmert jeder Tag nur Das Hebel.

DasJournal des Debats" ist der Qln'idjt, daß die bisherige französisch.' Slelluna- nabme zu dm Londoner Besp echungen nicht die Bedeutung habe, daß diese sich ftren-g auf Die Moratoriums- und Die Psänderfrage zu bc- sch änfen hätte. England sch.stne ten Wunsch zu h.-gen, dah in London in großen Zügen die künftige ReparationSpolilik befprochm werde, d. h, England wünsch' ben französisch n Standpunkt kennen zu lernen und Einblick in Das frarrzösische Programm zu getotmien. Das Blatt lagt, eine umfassende freimütige Aus­einandersetzung, eine vollständige Darstellung un­serer Bedürfnisse und unserer Pläne könne nur von Vorteil fein. Frankreich träum? nicht nur von Sanktionen und Zwang, eS werd? Die Ge­walt nur zu Hilfe nehmen, wenn eS nicht ge­lingt, eine vernünftige Lösung Der Frage zu erzielen. Frankreich, das viel Geduld gehabt und Diele Opfer gebracht habe, ntüffe jetzt ein praktisches P r oje k t vorlegen, das Dann auch die öffentlich? Meinung Der ganzen Welt für sich habrn toerDe. W mi es unter Dem Druck der Ereignisse Veranlassung f in Den wird, Die Veiwirklichrng dieses Planes allein und mit eigenen Mitteln zu betreiben, so werd? es frei­lich verpflichtet sein, das zu tun. Aber sein Wunsch sei es nicht. Am Rhein wie am Bosporus lägen die besten Voraussetzungen für ein fran- zöiisch-englischeö Einvernehmen.

London, 8.Dez. (WTB.) Der morgen be­ginnenden Konferenz Der alliierten Premier­minister wird mit außerordentlicher Spannung entges'.engeschen. Der Sonderberichterstatter des QU anchester Guardian" schreibt, wenn die Ansicht Poincarös in der französischen Presse richtig wiedergegeben werde, so wird Donar Law vor die unagenehne Wahl gestellt werden, Frank­reich seinen Willen in bezug auf das Ruhrgebiet zu belassen, was das wirtschaftliche Chaos in Europa bedeuten würde, oder Frankreich Wider­stand entgegenzusetzen. Eines der Hauptrersprechen Bonar Laws sei eS gewesen, daß er engere Be­ziehungen mit Frankreich Herstellen wolle. Mor­gen werde dieses Versprechen auf eine harte Probe gestellt.

Amerika und die Londoner Konferenz.

Paris, 9. Dez. (ÄTB.) Nach dem Matin entspricht eS nicht den Tatsachen, daß t-er amerikanische Botschafter in Paris sich während der Dauer der Kon­ferenz nach London begeben werden. Anderer­seits dementiert man auch, daß dis Botschafter der Vereinigten Staaten in Belgien und Deutschland sich augenblicklich in London auf "Verlangen des Weißen Hauses befänden, um eine MMon politischen Charakters auszu­führen. a

Frage und Antwort im englischen Unterhaus. London, 8. Dez. 3m Unterbaute fragte gestern Morel, ob Sir William Threll vor drrzem in Paris im Auftrag Der britifefen Regierung gewesen sei, ob seine Mission Frank­reichs Plänen betreffs Der Rhein Provinz unb der Ruhr gegolten und ob im Verlaufe fcineS Aufenthaltes in Paris Threll ten Präsi- Dentcn Der französisch n Republik gesehen habe; ferner, weshalb Dieter Beamte des For.stgn Office statt des übstchrn Kommw i ationskanals ver­wandt worden, und welch: Vereinbarungen zwi- sch.n den beiten Regierungen vorgeschlagen oder getroffen worden seien.

Donar Law erwiderte, er Birne keiner­lei Informationen bezüglich der Verwendung eines jeden einzelnen bsttischm Beamten geben Wie er bereits mitgeteilt habe, seien keinerlei Vereinbarungen getroffen ober auch nur angeregt worden Die Frage werde auf Der bevorstehenden Kons-n-enz Der alliierten Premierminister erwogen werden

Kenworthy fragte hierauf: Sind wir nicht berechtigt, zu erfahren, was Die Politik der Re­gierung in einer so vitalen Frage ist?

Bonar Law erwiderte: Wie kann ich eine Politik umreiben über Dorschläge, Die mir txm

anderen Regierungen vorgelegt werden sollen, bevor ich sie gesehen habe ?!

Kenworthy fragte weiter, ob Donar Law dem Hause nicht die Ansicht Der britischen Re­ste rung mit teilen könne oder ob diese reine An- ichtcn habe.

Bonar Law erklärte hieraus unter Ge­lächter. Die Regierung habe viele Anlichien, aber efi würbe sehr lange Zeit in Anspruch! nehmen, sie auszudrücken.

Lloyd George fragte hierauf, ob Bonar Law Dem Hause vor seiner Vertagung eine Er­klärung über diele tatsächlich sehr wichtige Frage abgeben könne. DaS Hau» habe noch nicht die Ansichten der britischen Regierung in der Frage Der Reparationen und Der internatio­nalen Schulde n gehört. Es sei wichtig. Dufj das HauS auS Dem Munde Donar Laws erfahre, was dessen Ansichten und Die der Regierung In dieser Frage seien, und daß eine Gelegenheit für das HauS bestehe, sie zu erörtern, bevor es aaS- einandergehe, in Anbetracht dessen, daß Bonac Law im Begriff stehe, an einer Internationalen Konferenz teilzunehmen.

Bonar Law erwiderte hierauf, er werde fein Bestes tun, um eine Erklärung abzugeben, wenn dies möglich sei. .

Wedgwood fragte nunmehr: Können wir eine Versicherung erhalten, daß das HauS von dem Premierminister nicht zu einet Aitionslinie verpslichüst werden wird, bevor eS weiß, wel­ches diese Politik ist.

Donar Law antwortete, das Haus habe ein Recht, nicht in irgendeine Politik geführt za werden, ohne davon unterrichtet zu werden Abir cS sei klar, daß keine Regierung Derhandlungm führen könne, wenn sie sich binden solle, bevov die Derhandlungen begonnen hätten.

Lloyd George erklärte hierauf, er wolle nicht so weit in Bonar Law dringen: er ersuche ihn nichb eine Erklärung abzugeaen. Aber wolle Bonar Law nicht Dem vernünftigen Herkommen folgen und Dem Unterlaufe innerhalb der Grenze DeS Möglichen Mitteilung Darüber machen, welches die Politik der Regierung sei?

Donar Law wandte ein: wie weil eine Er­klärung gehen könne, Da» hänge von Den Ereig­nissen ab.

Churchill bat darum, dah, wenn Donar eS moglich finDe, eine Erklärung ab zu leben, er dies unter Dedtngungen machen möchte, Die das Hau» InftanDfegton, sie auch zu erörtern.

Hieraus erklärte der Sprecher, er habe bereits Borkehru igen getroffen, Daß diese Frage, wenn es gewünscht werde, bei der Eonsolidated Fvnd Dill Erörtert werden 'An ne Lloyd (5 e o r g c fragt:, o> Dam d e Fvrg: Der in.'cr- alliiertei Syu.den ebenfalls er>. cri werden so !e. Der Sprecher erwiderte. Die beiden Stagen hingen zusammen.

London, 8. Dez. (WTB.) H"ute fand eine Vollsitzung des Kabinetts statt, de anderthalb Stunden Dauerte und i i Der die Re­pa rationSfrage erörtert touiDe. Der belgische Ml- nlflecprällDcrtt TheuniS wird morgen vormittag erwartet. Poincar 6 und Mussolini feilen morgen nachmittag eintreffen.

(?inc Artikelserie Lloyd «tcorflrd.

PariS, 8. Dez. (WTB.) Nach einer Ha- vaSrneldung aus Neuyork werden eine Anzahl Blätter eine Artikelserie Lloyd Ge­orges über die europäischen Vorgänge im Jahre 1922 veröffentlichen. Der erste Ar­tikel erscheint am kommenden Sonntag im Neuyork American". Lloyd George wird darin die Reden Clömenceaus be­antworten und die derzeitige Politik Frankreichs einer Kritik unterziehen.

«Mussolini und Millcrnnd.

Paris. 9. Dez. (WTB.) Mussolini hat gestern bei der Durchfahrt durch Paris ein Telegramm an den Präsidenten der Repu­blik. M i l l e r a n d, gerichtet, In dem er v o n dem milden und starken (douce et forte) Frankreich spricht und von jener Freund­schaft zwischen Italien und Frankreich, die das gemeinsam vergossene Blut geheiligt habe. Er hosfe. daß sich auch in der Friedenszeit die Interessen der Alliierten in einer imm- r Herz- kicher werdenden Form ausbreiten könnten. Millerand dankte herzlich und erflärte, seine Gefühle entsprächen den von Mussolini ausgedrückten Gefühlen.

Der Luxus der Besatzunqslruppen.

Berlin, 8 Dez. (WTB.> In Drr geünaen Reichstagssitzu >g wies beim Rachtiag^eta' für i ns Reichss?-ahminister.u.n Dec 2I5g r | i n g ( J. > auf Die übertriebenen Ansprüche Der Be - sahungstruppen auf Möbel, Klubse sei, Damenschreibtifch^, Bidets, Wein , Sekt u b Likörgläser usw. hin. Das drulsche Volk könne niHi einmal für seine Kranken und Kin er gen ig sorgen. Haben Die Ententeoffiziere, fragte Ersing. ü ec- haupt ein bißchen menschliches Mligesühl? Das Deutsche Volk hungert, während Die Besatzung ungeheuer schwelge. Diese wahnsinnige V rshwen- iungei mit i a an schuld tah |ü die ^erftö I n e- biete RyrDfrankreichs nicht genug g.sche.hen könne Man müsse an Die ganze Welt appellieren, daß diesem Wahnsinn enDticy ein Ende gemacht werde