Ausgabe 
9.8.1922
 
Einzelbild herunterladen

iJSJgg

'n AusM^n mg q? 9?«*S*MC «11 Sitzen t^'Qnu«i

und 1 «"d fütik^ngen. unseres T^v^Nen m°chk d^7 5 ^dung Ä«y«f verbsle^ ufe erbfirf^6 eilige tohSra» ssch

«d Canb.

n' $ Ung, M Wtz Srs - Notgeld außer Kur? " ^eues darf nickt t ausgegeben werden Ze etz als Crsatzgeld, Münzen, m Scheinen ^gegeben. Cs mH Aer Verkehr gefeg, ) e 'hm etwa darüber I'eit, ohne Rücksjch, MS der Urkunde«. 2m 24. Oktober ab 3ie gesetzlichen Zah­nen Geldbetrag lau- ufschrift, oder Geld.

lsfeld.

Aug. 24 Schüler und der Oberrealschule und Mädchen-) Schule un- :r diesjährigen Svm- erfahrt über Han- er ÄordseeinselShlt i dortigen Hamburger n Klent dauerte vier- lg lag in den Händen i. Die Schüler haben hten Reiseandenken in reichen AuLstelkmg in ergelegt.

,7. Aug. Verschiedene >re feit Oftem in tm» ichte elektrische (aus der Zentrale betrieb zumtze. Sie t Herrichten, womit sie waschtnen. Sägewerke

chotten.

Mg. Die Laubacher )aftM feierte gestern -a die Weihe ihres tigesDergfeuer k)- eLlich erklangen die n nächtlichen Himmel lC Gäste lvaren Mr- inL MW erschien. >omehmlich fröhlichem mteren Ausflügen in , mferes Städtchens. Aug. Seit einigen WM«, de" E Zentral« ;

Z-W * M* rhen-

nEtpc historisch^, . sind, die

Nid ^^nalichkeit. di- ner Ä W r

< der

Dls Dün,'

Peter O

Hd W' So®1 d-e ® jiebcA Ht.

Mittwoch, 9. August A922

172. Jahrgang

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v. 34 mm Brette örtlich 150 Pf., auswärts- 180 Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 500Pf. Bei Platz- Vorschrift 20 °/0 Aufschlag. Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Gruft Dlumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen.

SietzeimAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhesien

vroa nnb Verlag- vrühl'sche Mio,Much. und LteindruSrrei H. Lange. Schristleitung, Seschästrftelle und Druckerei: Schulstratze r.

Nr. 185

Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit derSamstagsbeilagc: GießenerFamilienb lätter Monatliche Bezugspreise: Mk. 29. - und Mk. 3. - Irägsrlohn,durch disPost Mk. 32., auch bei Nicht- erscheinen einzelner Num­mern infolge höherer Gewalt.- Fernsprech- Anschlüsse: für die Schrift- lettung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 5L Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger Siehe».

Postscheckkonto:

Sranffurt a. M. 11686.

Vor einem Bruch der Entente?

Die NachmMagssitzung

gramm nicht geändert werde, die En­tente cvrdiale nur schwierig fort» g eseht werden könne.

richtet.

Dem Sonderberichterstatter desIittransi- geant" zufolge habe ein französischer Mi­ni st e r die Lage nach dem ersten Verhandlungs- tag wie folgt gekennzeichnet: Wir sehen der Umwandlung der deutschen politi­schen Schuld in eine reine Handels- schuld entgegen, d. h. der Mobilisierung der deutschen Verpflichtungen durch eine Anleihe. Er habe den Eindruck, daß der Bruch der alliier­ten Einheitsfront nicht mehr zu befürchten sei.

sehung der Reparationssumme, sondern auch eine Zurückziehung der Besahuirgsarinee, ein Verzicht auf die ausländische Kontrolle des deutschen Finanzwesens, Zulassung Deutschlands in den Völkerbund und Aushebung der kleinlichen wirtschaftlichen Sanktionen, die Frankreich soeben hx Kraft gesetzt habe.

Die Pfändervorschläge Poinear^s dem Sachverftändigenausschutz überwiesen.

Die argentinischen Fleischlieferungeu.

Wie dieVossische Ztg." mitteilt, sind die Verhandlungen des Handelsbevollmächtigten der argentinische Regierung Dr. Bartolomeo Daneri über die Lieferung argentinischen Fleisches nach Deutschland zum vorläufigen Abschluß gekommen und Dr. Daneri ist von Deutschland nach Buenos Aires zurückgereist. Die Schlußverhandlungen werden in Argentinien stattfinden. Vorläufig ist ein Mindestimport von 100 000 Stück Lebendvieh und 100 000 Tonnen Gefrierfleisch, das auf deut­schen Schiffen verfrachtet werden soll, in Aussicht genommen. Wie das Blatt mitteilt, werde es möglich sein, das argentinische Fleisch um ein Drittel billiger zu liefern als das deutsche Fleisch ___________

Die Grieche« vor Konstantinopel.

Konstantinopel, 8. Qhig. 3n Rodesto am Marmarameer sind weitere ariechische Trup». Pen eingetrvffen.

Aus dem Reiche.

Heutiger Stand des Dollars

10 Uhr vormittags:

Berlin 797,50. Frankfurt cu M. 813

Paris, 9. Aug. (WTD.) Der Sonder­berichterstatter desPetit Parisien" meldet, er glaube zu wissen, daß, als Poincare im Laufe des in der belgischen Botschaft gegebe­nen Frühstücks wiederum davon gesprochen habe, evtl, seine Handlungsfreiheit zurückzunehmen, Lloyd George ziemlich streng seine Meinung da­hin geäußert habe, daß ein Bruch unvermeidlich sei. Der englische Pre­mierminister hätte hinzugefügt, ein Bruch sei vom englischen, und vom französischen Stand­punkt aus gleich bedauerlich. Aber die nun ein­mal von Poincare eingenommene Stellung scheine ihm keinen anderen Ausweg als den Bruch zu lassen. Dieses sei übrigens gestern abend auch bereits einer Anzahl von Vertre­tern der britischen Presse mitgetrilt worden.

Paris, 9. Aug. (WTD.) Pertinax telepho­niert demEcho de Paris" um 1 Uhr vormittags aus London, man versichere, Sir Eduard Grigg, der Privatsekretär des englischen Premierministers, habe gegen 9J/2 Uhr abends in der Downing- Street die meiften englischen Journalisten emp­fangen und vor ihnen erklärt, daß Lloyd

P a r i s, 8. Aug. (WTD.) Die Lieberweisung des Poinca reschen Programms, das er vor dem Obersten Bat vorgebracht hat, an ein! Sonderkommission mißfällt demT e m p s", der darauf hinweist, daß dieChicago Tribüne" in einem Londoner Telegramm erllärt habe, die For­derungen Frankreichs seien auf ein totes Gleis geschoben worden. Das Blatt sagt, es sei schon unwürdig, daß derartige Absichten bestehen und daß sie sich hervorwagen könnten. Man habe der französischen Regierung anempsohlen, gegen Deutschland die sofortige Feststellung der Ver­fehlung zu verlangen. Das wäre das Mittel ge­wesen, uni afc8balb zur Prozedur der Sanktionen zu gelangen. DerTemps" ist glücklich, daß der Ministerpräsident in seiner Weisheit sich ent­halten habe, das zu tun. Auch die von der fran­zösischen Regierung ins Auge gefaßte allgemeine Regelung der Reparationen sei unmöglich ge­worden durch die englische Stote vom 1. August. Poincarö habe deshalb von Pfändern gesprochen, da er gewußt habe, daß der Ministerrat ihm am letzten Donnerstag das imperative Mandat gegeben habe, D eutsch- land kein Moratorium zu bewilligen, wenn man nicht produktive P sänder verlange. Man hätte zwei Umstände anwenden können: Die französische Regierung hätte sich daraus beschränken können, die grundsätzliche Ent­scheidung anzukündigen und zu rechtfertigen, indem, sie es ihren Alliierten überlassen hätte, ihrer­seits zu erklären, welche produktiven Pfander in Deutschland beschlagnahmt werden konnten. Wenn aus Zufall die Alliierten Frankreichs er- 1 klärt hätten, es gebe in Deutschland keine produk­tiven Pfänder, dann hätte die französische Regie­rung das Recht gehabt, zu antworten, daß ein

Man die Befürchtung aus, daß die Zeit noch nicht gekommen sei, wo der französische Minister­präsident es wagen werde, die übertriebenen Hoff- nungen seiner Landsleute bezüglich der Repara­tionszahlungen zu enttäuschen. Der hohe finanzielle Verlust auf dem Papier, der mit einer vernünftigen Regelung der Reparationsfrage Hand in Hand gehen müsse, werde auch nicht durch einen Ver­zicht Englands auf die ihm geschuldeten Gelder vermieden. Es sei aber noch gar nicht an der Zeit, von einem solchen Verzicht zu sprechen, denn die Voraussetzung dafür wäre nicht nur eine Herab-

London, 8. Aug. 3n der Sitzung der Sachverständigenkommission erklärten die britischen Sachverständigen, daß die Alliierten berei ts über präzise pro­duktive Pfänder verfügten, wie z. D. die 26prozentige deutsche Ausfuhrabgabe. Ebenso der Garantiecmsschuß berechtigt, ähnliche Maß­

kollektives Vorgehen nunmehr zur Unfruchtbarkeit verdammt sei und daß Frankreich den gemeinsamen Interessen durch seine eigenen Mittel dadurch dienen würde, daß es die Pfänder beschlagnahme, die nicht nach seiner Ansicht ertragsfähig feien und dadurch, daß es ihren (Nettoertrag zu Re­parationszahlungen verwende. 3n zweiter Linie hätte die französische Regierung sich damit be­gnügen können, den Grundsatz aufzustellen, sie hätte auch die Ausführungsmodalitäten Vorschlä­gen können. 3n diesem Falle hätte sie sich na­türlich einer Diskussion und einer Expertive nicht entziehen können. Aber andererseits hätten die Alliierten diese Diskussion nicht verlangen dürfen, ohne daß sie von vornherein das grundlegmrde Prinzip angenommen hätten: Kein Moratorium ohne produktive Pfänder.

Auch dasJournal de D6bats" ist nicht sehr hoffnungsvoll. Es schreibt, die Er­fahrung der zahlreichen ht den letzten Zähren abgehaltenen Konferenzen gestatte nicht, auf die gestern angenommene Prozedur viel Hoffnung zu setzen. Die Spezialisten hätten die natürliche aber unangenehme Tendenz, die Dinge in kleinen Dahnen zu sehen, und ihre Irrtümer seien sehr zahlreich gewesen, man hätte jedoch nicht ver­weigern können, die Sachverständigen zu Rate zu ziichen, aber man müsse erwarten, daß man sich nicht blind ihrem Urteil füge. Was man vermeiden müsse, sei, daß wie so ost, die Staats­männer. die geteilter Meinung seien, um den Bruch zu verhindern, aufs Geratewohl irgendein Kompromiß annehmen würden, das die Lage nicht mehr verbessern werde, als alle die anderen Kom­promisse der letzten drei Jahre.

Ein Schritt der deutschen Regierung in London?

Berlin, 8. Aug. DieVoss. Ztg." be­merkt zu dem falschen Gerücht, daß Staatssekre­tär a. D. Bergmann der Träger einer Sonder­mission in London sei, daß die deutsche Re­gierung lediglich auf normalem dipl o - manischem Wege den Alliierten die Darstellung der politischen und wirt­schaftlichen Situation Deutschlands ü b e r m i 11 e l t h a b e, in der darauf hingewiesen worden .sei, daß Deutschland eine gewisse Zeit zur Erholung gewährt werden müßte and daß die ewige Aolittk der Drohungen außen- und innenpolitisch die allerschlimmsten Wirkungen aus­übe. 3n dieser Darlegung wurde das Ersuchen ge­stellt, die Lösung des Reparationsproblems her­beizuführen, die Deutschland nicht Unmögliches zumute und es nicht zur Verzweiflung treibe.

Berlin, 8. Aug. Zu den gestrigen Verhand­lungen in London bemerkt dieG e r m a n i a u. a., es sei eine Unwahrheit, wenn Poincare behaupte, Deutschland weigere sich, die, zerstörten Gebiete wieder herzustellen. Frankreich besitze heute den größten Militarismus der Welt und denke gar nicht daran, diesen ab­zubauen. 3m Gegenteil, wir erleben hier das merkwürdige Schauspiel, daß ein Land, dessen Mi­nisterpräsident den unmittelbaren wirtschaftlichen Ruin befürchtet, die größten Ausgaben für mili­tärische Dinge, also für ganz unproduktive Zwecke leistet. Die im Zusammenhänge mit den produk­tiven Pfändern erhobene Forderung einer inneren Kontrolle bezeichnet dieGermania" als gleich­bedeutend mit einer französischen Finanzhoheit. Nichts als Wahnsinn sei es, wenn Poincare noch die Beschlagnahme und die Ausbeutung der staat­lichen Bergwerke sowie der Domanial- wälder beanspruche. Aehnlich wahnsinnig sei die Beteiligung Frankreichs an unseren großen Industriegesellschaften. Poincare wisse sehr wohl, daß sie das Rückgrat der deutschen Wirtschaft seien, und daß gleichzeitig mit ihrer Vernichtung Deutschland aus der Weltwirtschaft getilgt wäre.

Französische Presseftimmen.

Eine Kundgebung des Neichswehrministers.

Wie die Blätter mitteilen, hat der Reichs- wehr Minister jetzt dem Reichsheere offiziell von der Erklärung Kenntnis gegeben, die er im Reichstag über die Vorgänge bei der Hinden­burg f e i e r in Königsberg hat abgeben lassen und ferner von dem Schreiben an den Reichspräsidenten, in dem er um die Einsetzung ,-ines Untersuchungsausschusses für die Reichswehr bittet Der Reichswehrminister erllärt in dem betreffenden Erldß an das Heer: Ich lege Wert darauf, zum Ausdruck zu bringen, daß mir eine derartige Untersuchung als der beste, wenn nicht der einzige Weg erscheint, um die systema­tische Lügenpropaganda gegen das SSeer in aller Öffentlichkeit aufzuklären. Der Schild der Reichswehr ist blank. Ihre Haltung und ihr Auftreten wird und muß vctt ledern Unparteiischen, wie gerade jetzt in Oberschlesien, gern anerkannt werden. Wo Fehler Vorkommen, werden sie abgestellt. Wir haben es nicht nötig, uns beschimpfen zu lassen und brauchen keine Untersuchung zu scheuen.

Ein preußisches Beamtengesetz.

LautDosfischer Zeitung" liegen Teile des Entwurfes eines allgemeinen preu­ßischen Beamtengesetzes, das von dem Staatskommissar für Vorbereitung der Verwallungsreform Dr. Drews ausgearbettet wird, dem preußischen Staats Ministerium be­reits vor. Es handelt sich hierbei namentlich um das Disziplinarrecht. Mit den Spitzen- organisationen der Beamten findet am 22. und 23. September eine Vorbesprechung über das Beamtengesetz statt.

Waffenfunde in Neiße.

Berlin, 8. Aug. Die Havasmeldung von der Auffindung von 1000 Tonnen Kriegsmaterial in der Festung Neiße wttd .von zuständiger Sette bestättgt. Es ist anzunehmen, daß die Waffen von dem soge­nannten wilden Selbstschutz in Oberschlesien während der Unruhen dort versteckt wurden. Da auch große Mengen von Schrott vor­gefunden wurden, wttd vermutet, daß das Material aus gewinnsüchtigen Zwecken dort versteckt wurde, um bei Gelegenheit ver­wertet zu werden. Von irgendwelcher mili-v tärischen Bedeutung ist der Fund mit Rück­sicht auf die geringe Zahl der vorgefun­denen Waffen nicht.

George entschlossen sei, das Pro­gramm Poincares zurückzuweisen. Er habe hinzugefügt, daß, wenn dieses Pro-

der Sachverständigen.

London, 9. Aug. (WTB.)Associated Preß" meldet über die gestrige R a ch m ittags- fitjung des Sachverst ändigenaus- schusses: Der Vertreter Frankreichs war bei Beginn der Sitzung nicht anwesend, kam aber bald darauf. Gegen Abend wurde bekannt, daß die im oer ^aiuiuimux-iu^Q . Arbeiten etwas langsam fortgeschritten sind. Die

nahmen zu ergreifen. Der französische Fi- Erörterung verlief nicht ganz glatt. Die franzofi- nansmin ift er behauptete, daß Deutschland schen Vertreter wollen naturgemäß in weitem sich feiner Verpflichtungen bezüglich der Export- Maße die von Poincare gezogenen ßimen em= abaabe nicht mehr entledige. Die ins Auge ge- halten. wonacy keine weiteren Zugeständnisse an faßten Pfänder hätten feinen militärischen Cha- Deutschland gewahrt werden sollen außer unter ^cktm den ausdrücklichen Garantien. Andere Mit-

«Äs» &SSS5 -y.,E'ÄÄ getreten. , düng des Sonderberichterstatters der Havas-

Rach demObferper fmb die franäoftfdjen I Agentur über die gestrige Rachmittags- Borschläge bis ins Einzelne ausgearveitet. isitzung des Sachverständigenaus-

OnnJ... O oritn IWTB 1 SSeute mittaa s chusses erstreckte sich die Aussprache haupt- Olnhb Geora eED o iTca rTein sächlich auf die Beschlagnahme der deutschen V 'Rnttoaf t Bergwerke im Rheingebiet und der D o m a -

Frühstück in der französischen Botschaft. Lialforften auf dem linken Rheinufer. Die

London, 8. Aug. (WTD.) Der parlamen- belgischen Sachverständigen hätten den Bor- tarische Korrespondent desDaily Expreß" schlag in diesen beiden Punkten unterstützt und schreibt, die britische Regierung, die sich über die erklärt, daß es unzulässig sei, daß Deutschland ernste Lage Deutschlands und Europas klar sei, ^^ch nicht die vorgeschriebenen Mengen Holz und sei der Ansicht, daß die Franzosen ihre Kohle abgeliefert habe, trotzdem es dazu im Beschwerden übertrieben. Der erste stände sei. Die Sachverständigen beschlossen, an- Eindruck von Poincares Plan sei zuempfehlen, daß die 26prozentige Ab- nicht günstig. Die britische Regierung werde gäbe von der deutschen Ausfuhr un- auf keine leichtsinnige Politik eingehen, die ein mittelbar von der Ausfuhr der Erzeugnisse von weiteres Chaos in den europäischen Finanzen Reparationskommission erhoben werde, wäh- anrichten könne. Aus demselben Grunde, aus dem ten& bis jetzt das Deutsche Reich nur verpflichtet Großbritannien gegen militärische Aktionen sei, I war, insgesamt den Betrag zu bezahlen. Die würden die praktischen Kontrollmaßnahmen jetzt Sachverständigen werden, wie der Sonderbericht- für den englischen Standpunkt vielleicht unmöglich erstatter weiter meldet, heute vormittag den Be- fein. Die Stimmung der diplomatischen Kreise sei ^cht Bemelmans entgegennehmen, der beauftragt gestern abend sehr sorgenvoll gewesen, aber alle worden ist. sich über die Ergiebigkeit der ins Ministerpräsidenten hätten darin übereingestimmt, 2Iuge gefaßten Maßnahmen auszusprechen. Die daß die äußersten Anstrengungen unternommen güjrer der Delegationen würden sich dann zu­werden müßten, um die Einigkeit der Alliierten sammenfinden und entscheiden, ob sie den Be- bezüglich ihrer Ziele und ihrer Politik aufrecht-1 ^cht ganz oder teilweise annehmen.

zuerhalten. Die Mehrheit des Ausschusses

Wie der Berichterstatter desEcho de Pans s;e französischen Vorschläae.

mitteilt, hat Poincare gestern vormittag er- gegen Die

wenn seiner Forderung nicht Rechnung Stagen d rge n a us sen N e^bervorgehm m^e würde. Lloyd George sei gefragt worden, d?e Erricktuna

ob er vor einem regelrechten ü11imatum 8.°h n Dorsch tag über ^rnchtti g stehe. Chamberlain habe aber alsbald die einer Zollsch^nke und die hon <Steu2rn

Kontroverse beendet, indem er erklärte, er hätte mi besetzten Gebiet sei. ^er Vorschlag wegen der beim Anhören der Rede des französischen Staats- Beschlagnahme der Bergwerke u. Forsten ^ei eben mannes nicht den Eindrua gehabt, daß den Mi- falls verworfen worden doch soll em System terten ein regelrechtes Ultimatum hingeworfen von ©aranticn erwogen toerben, um ,

werde. Gr habe Poincare gebeten, seine Auf fas- ,.*£9 and Holz die Alliierte 6

fung bestimmter auszudrücken. Dieser sei gut- sichern. 2brch der Vorschlag wonach Deutschland Lillig darauf eingegangen, und dabei sei es ge- aufgefordert werden isÄll^n

TSTtolwi den zu erklären, daß Anteile an den industriellen

dneuen. Konzernen den Alliierten gegeben werden, sei

L ondon, 8. Aug. Die Sorge, daß P o i n - ebenfalls abgelehstt worden. Die von dem italie- cares Rede eht Ultimatum bezüglich des selb- nischm Minister des Acutzern ausgesprochene An­ständigen Vorgehens Frankreichs enthalte, wurde sicht, daß ein Widerspruch darin liege, ein Mo - durch die Intervention Chamberlains ratorium zu gewähren und gleichzeitig zerstreut, durch deren Eindruck Poincare zwar deutsches Eigentum zu beschlagnah- die Anerkennung des Grundsatzes einer Kontrolle men, habe günstige Aufnahme gefunden. Man betont, aber ihre endgültige Form als offene glaubt, daß diese Schritte nicht notwendig seien Frage darstellte. Einer der Haupteinwände Lloyd angesichts der jüngst vom Garantieausschuß nach Georges gegen den Plan Poincares war, daß die seinem Besuch in Berlin auferlegten Garantien, anjutoenbenben Methoden sich im Gegensätze zu Qitan sei der Meinung, daß es notwendig sei, früheren Sanktionen im Rheinlande bezahlt einige dieser Maßnahmen nicht nur vom machen mußten. finanziellen Standpunkte zu beurteilen,

Der italienische Außenminister Schanz er sondern auch ihre politische und mora- beutete an, daß er noch nicht bereit sei, sich lische Wirkung in Rechnung zu ziehÄi.

vorbehaltlos dem brttischen oder französischen «&fimifäifcher EindMLÄr Standpunkt anzuschliehen. V n V

Belgien war an der Frage der Kriegs-1

schulden nicht interessiert, hielt aber die Der- Paris, 9. August (WTB). Havas be- binbung dieser Frage mit der Frage der Repara- ric&tet ouß London, in den britischen Kreisen M«. Ä ÄS h°b° man heute A-cht einen mehr Pessi-

®egen Schlub der Sitzung betonten 2[ot)bTm tunTbTuU

George und Poincare die Wichtigkeit der Einigkeit baß die engl.sche Regierung Y

und der Solidarität unter den Alliierten. am 9., den Gesamtplan Poincares zurückweisen werde, und man gab

. r zu verstehen, daß der Heutige Tag

Havas erfährt von emern Sonderbericht- ganz besondere Bedeutung erstaller in London, ihrem Auftrage gemäß B ®

hätten die alliierten Sachverständigen in der heu- haben werde, ja sogar eine Ruckwrrk tigen Atzung die Frage geprüft, ob die von ung auf die Zukunft der Beziehungen Poincare vvrgeschlagenen Maßnahmen produk- zwischen England und Frankreich.

tiver Art wären. Sie hätten sich darüber ge- London, 8. Aug. (WTB.) In einer Be- einigt, daß die Maßnahmen tatsächlich eine im sprechung b^r gestrigen ersten Sitzung der Lon- Vergleich zu den deutschen Verpflichtungen geringe | fconer Konferenz drückt derM a n ch. G u a r- Summe einbrächten, die sich aber immerhin auf 3400 Millionen Goldmark stellen werde. Eng­lischerseits habe man indessen eingewandt, daß die vorgeschlagenen Maßnahmen nur geringen Ertrag und die Gefahr mit sich brächten, das deutsche Wirtschaftsleben zu b esvrganisieren. Der englische Wiberstand habe sich besonbers gegen die Besteuerung der aus dem Ruhrgebiet abbeförderten Waren ge-