Ausgabe 
9.3.1922
 
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Nr. 58 Zweiter Blatt Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Donnerstag, 9. März 1922 ~ ' ---- - - ' ......... -t ri

Die Tätigkeit der Landesversicherungsanstcrli

Hessen im Jahre 1920.

Der von uns schon kurz erwähnte Derwal- runA-beiich! der £a id>"u ig£aiflalt Hes­sen für bas Gescha t_jah. 1920 liegt nunmehr vor. Ec gibt Kenntnis von einer außerordentlich gro­ben Ärbeitsbewältigung und von einer mannig» faltigen, leguiä ddjen Lättgteit auf dem Gebiete der Volkswohlsayrt.

3n 1920 waren 8295 Anträge auf Inva­liden- und Kranken-, Alters-, Wit­wen- und Waisenrente n.W i l w e n g e l d und Waisenausstcuer zu bearbeiten. Don diesen wurden 5981 bewilligt und 549 unerledigt in das 3abr 1921 übernommen. Dir übrigen An­träge fanden ihre Erledigung durch Ablehnung, Zurücknahme i?c3 Antrags, Erteilung eines An- wartscha.tsbesHcids u w.

An Hinterbliebene von im Felde gefallenen Versicherten wurden bis ein- schließlich 31. mber 1920 bewi'l.gt: 6739 Wai- senrei.ten, 4989 A.iwartschaftsbe chnde, L92 W.t- wengelder. 224 Witwenrenten, 23 Wttwenkranken- tei.len, 61 Wai rnaussteuern.

An zulammen 39 428 Rentenempfän- gc r trurLe.i in 1920 an Renten einschließlich Zu­lagen 14 978 777,22 Mk. gezahlt. Für Witwen­geld und Waisenaussteuer -te'angten ins- aesamt 26 275,06 Mk. zur Auszahlung. Diesen Ausgaben stand nur eine Deilrags3nnahme von 8 575 188,95 Mk. gegenüber.

Einen breiten Raum im Tätigkeitsbericht neh­men die freiwilligen Leistungen ein. Die Landesversicherungsanstalt Hessen hat hier das größtmöglichste getan und steht mit ihren freiwilligen Leistungen mit an erster Stelle bei den beut icben Versieh'vungsanstal en.

3m Geschäftsjahr 1920 waren 6739 An­träge aus Heilverfahren zu bearbeiten. Von diesen wurden 3845 bewilligt, 1699 sanden ihre Erledigung durch Ablehnung bzw. auf andere Art, 1195 wurden als unerledigt in das Hahr 1921 übernommen. Eine Heilbehandlung baten 1522 Personen durchgemacht; davon waren 830 an Lungen- und Kehlkopftuberkulose, 7 an Knochen- und Gelenktuberkulose, 19 an Lupus und 666 an sonstigen Krankhrnten erkrankt. Die Auf­wendungen für diese Heilverfahren betrugen 1920 bei 85 887 Pflegetagen 1 713 368 Ml. Erfolg halte das Heilverfahren in 1376 Fällen, keinen Erfolg in 104 Fällen: ohne normalen Abschluß der Kur wurden 42 Erkrankte mit 629 Pflegetagen ent­lassen.

An sonstigen Heilverfahren wurden 2323 durchgeführt, von denen 2299 auf Zahnersätze und 24 auf künstliche Glieder, Stützapparate und dergleichen entfallen. Der Gesamtaufwand hierfür betrug 266 384 M.

Die 3nvalidenheimpflege umfaßte 74 Personen (38 Männer unb 36 Frauen), die in 9 3nvalidenstattonen untergebrach! waren. Der Aufwand der Landesversicherungsanstalt hierfür belief sich nach Abzug der Erstattungen (Renten, Zuschüsse usw.) bei 8693 Pflegctagen aus 65 155 Mark. (3m Jahre 1919 bei 9241 Pflegetagen 28 986 Mk.)

Sie in den Kriegsjahren begonnene Für - forgetätigleit für tuberkulöse und ltuberkulosebedrohte Angehörige von Versicherten und von Kriegsteilnehmern wurde im Jahre 1920 erfolgreich weiter geführt und auf nichtversich.rte Tuberkulöse ausgedehnt. Auch in diesem Berichtsjahr ist eine Steigerung in der Zahl der behandelten Personen zu verzeichnen. Hierdurch und durch die Erhöhung der Pslegesätze in den einzelnen Anstalten wuchs die Ausgabe ganz erheblich. Während die Durchführung der Kuren im Jahre 1919 eine Ausgabe von 194 612,42 QUarf erforderte, stiegen die Aufwendungen der Landesversicherungsanstalt für diese Zwecke im Jahre 1920 auf 415 073,66 All.

Sie Zahl der in Kur befindlichen skrophu - losen und tuberkulofebedrohten Kin­der flieg von 1550 in 1919 auf 2316 im Jahre 1920. Sie waren untergebracht in den Kinder­heimen Haus Sonnenblick, Haus St. Georg, Ket- telerheim und Elisabethhaus in Dad-Rauheim, j»au£ Burgwald bei Eberstadt, Haus Martin- Magsaam in Wimpfen, im Kinderheim des Kath. Krankenhauses in Lorsch und in der Kuranstalt Kuppelsmühle bei Dad Orb. Die Kurerfolge toaren öurdjtoeg befriedigend. Die Gesamtausgabe für drese Kuren betrug 610 990,38 Mk.

Sie Unterbringung von an Tuberkulose er­krankten Kindern erfolgte hauptsächlich in den von dem Heilstättenvercrn für Hessen in Darmstadt eingerichteten Kinderheilstationen in Lampertheim, Hirschhorn und Wold-Michelbach. Eine kleine Zahl von Kindern wurde im Diakonissenhaus in Bad Ems, in der Prof. Sr. Dulprusschen Klinik in Heidelberg, im Sonnen- und Solbad-Sana­torium Rappenau und im Elisabethenstift Darm­stadt untergebracht. Es wurden 168 Kinder, dar­unter 39 Wais enrentenempfänger, an 14 400 Pflegetagen in Kur genommen. Der hierfür von der Landesversicherungsanstalt verausgabte Be­trag belief sich auf 50 054 Mk.

Zur Ermöglichung von Lungenheilstät- l e n l u r e n und Invalidenheimpflege für nicht oder nicht genügend versicherte tuber­kulöse Männer und Frauen leistete die Landes- Versicherungsanstalt erhebliche Zuschüsse. Es wur­den in 1920 73 Erwachsene, die keinen Anspruch an die Landesversicherungsanstalt hatten, in Lun­genheilstätten und 3nvalidenheime eingetoiefen. Insgesamt wurden für diese Personen an Zu­schüssen 28 291,50 Mk. ausgewandt.

Im Berichtsjahre wurden in Hessen drei Krüppelberatungs st elfen errichtet, und zwar in Darmstadt, Mainz und Gießen. Zu den Kosten der Maßnahmen zur möglichsten Snt° krüppelung leistete die Landesversicherungsanstalt in 18 Fällen Zuschüsse.

Den Fürsorge stellen für Lungen­kranke gewährte die Landesversicherungsanstalt zur Bestreitung der Kosten von sogenannten klei­neren Fürsorgernahnahrnen (Beschaffung von Rahrungs- und Stärkungsmitteln, von Betten und Bettzeug, Gewährung von Mietzuschussen usw.) Beiträge in Hohe von 22 103 Mk.

Sie Gesamtausga den für Heilver­fahren, Invalidenheimpflege und Fürsorgetätigkeit belaufen sich für die Landesversicherungsanstalt auf 3 333 692,78 Mark.

Sie gesamten Einnahmen und Aus­gaben der Landesversicherungsanstalt Hessen in 1920 balancieren mit 21 282 442,53 Mk. Das Rein­vermögen am Schlüsse des Geschäftsjahres betrug 37 022 191,23 Mk. Am Schlüsse des Geschäfts­jahres 1919 waren 41 602 275,08 Mk. Reinver­mögen vorhanden. Der Dermögensbestand hat sich also um 4 580033,85 Mk. verringert. Diese un­günstige Dermögensentwicklung trat aber nicht nur bei der Landesversicherungsanstalt Hessen, son­dern bei allen Versicherungsanstalten in Erschei­nung. Da sich im Jahre 1921 die Ausgaben weiter gewaltig erhöhten, hat der Reichstag, um eine Sanierung der finanziellen Lage der Landesver­sicherungsanstalten herbeizuführen, durch Reichs- gesetz vom 23. Juli 1921 ab 1. Oktober 1921 eine Erhöhung der Beiträge beschlossen. Ob das Gesetz die Erwartungen erfüllt und die Möglichkeit gibt, die freiwilligen Leistungen zum Wohle der Ver­sicherten nicht nur fortzusetzen, sondern noch weiter auszubauen, wird sich erst im Jahre 1922 zeigen.

Präsident Reumann.

Die Aussprache nach Rathenaus Rede.

Im Hauptausschuh des Reichstags folgte auf Rathenaus Rede folgende Aussprache:

Abg. Dr. Hoetzsch (Sn.) hob hervor, daß das Programm, das der Reichsminister Dr. Rathenau für die Konferenz von Genua ent­wickelte, zu unklar und unbestimmt gewesen sei.

Abg. v. Rheinbaben (D. Vpt.) erklärt, mit Befremden habe er gesehen, daß in den letzten Wochen von gewissen und gerade der Regierung nahestehenden Seiten mit der Konferenz von Genua geradezu Popanz getrieben werde. Er stehe der Konferenz skeptisch und kühl abwartend gegenüber. Er glaube, daß das Entscheidende für die Losung des Reparationsproblems auf anderem Wege gesucht werden müsse.

Abg. Dr. D r e i t s ch e i d (älnabh.) erklärt, die Erfüllungspolitik des gegenwärtigen Kabinetts habe seine Partei im wesentlichen immer unter­stützt. Redner wünscht Auskunft darüber, wie sich der Außenmiirister die diplomatischen Beziehun­gen zu den Randstaaten und das Verhältnis zu den Staaten der Kleinen Entente denke.

Abg. Dauch (D. Vpt.) meint, die Regierung habe stets die wirtschaftliche Kraft des deutschen Volkes überschätzt. Die Politik Wirths suche den Ruin Deutschlands durch Abwendung der Gewalt­taten von außen zu vermeiden: sie scheine aber

nicht zu erkennen, daß dadurch der Ruin von innen herausbeschwore.i werde.

Abg. Dr. Haas (Dem., erklärt, seine Partei habe den Wert des Wiesbadener Adtommens von vornherein darin erblickt, daß es dazu bei­getragen habe, die Atmosphäre zu verbessern und die Welt mehr und mehr zu der Erkenntnis zu bringen, daß man mit den Methoden von Versailles und London nicht weiterkrmme.

Abg. Müller (Soz.) hofft, daß die Kon­ferenz von Genua Deutschland weiterbringe. In der Frage der Kriegsschuld könne Deutsch.and nur dann einen Erfolg in der Welt haben, wenn es einen Teil der Schuld zugebe, namentlich gegen­über Belgien. Die Alleinschuld Deutschlands werde von der SPD. nicht behauptet.

In Erwiderung dieser Ausführungen meinte Rathenau, in der internationalen Diskussion habe jetzt eine große Bedeutung gewonnen nicht die Frage: »Was kann erfüllt werden?", sondern: Was darf erfüllt werden?"

Rathenau fügte dann seine gestern schon be- lanntgegebcnen Ausführungen hinzu.

Schwurgericht.

Gießen, 7. März.

Heute stand der Gastwirt Eduard Traut aus Praunheim wegen Verleitung zum Metn- e i d vor den Geschworenen. Der Anklage lag folgender Tatbestand zugrunde: Traut war von dec Köchin Barbara K. aus Mainz als Vater ihres außerehelich geborenen Kind s in Anspruch genommen worden. Er gab zwar im (ivilprozeß zu, daß er, obwohl verheiratet und Vater von 4 Kindern, mit der K. innerhalb der maß­gebenden Zeit verkehrt habe, behauptete aber, das Mädchen habe auch noch mit anderen zu tun gehabt und benannte dafür den Bauhilfs­arbeiter Andreas Wiegand in Vilbel als Zeugen. Dieser beschwor denn auch, was Traut behauptet hatte unb brachte dadurch die Alimen- tationsklage zu Fall. In einem demnächst wegen Cidesverlehung anhängig gewordenen Straf­verfahren gab er reumütig zu, daß er einen Meineid geschworen und hierzu von dem An­geklagten Traut durch Hingabe eines Geld­geschenkes von 200 Mk. verleitet worden sei. Traut habe ihn bestürmt, er müsse ihn heraas- schworen, sonst müsse er ins Wasser gehen, er müsse sich vor seiner Familie schämen und bergt, mehr. Wiegand wurde in der verflossenen Schwargetichtsperiode wegen Memeids mit Zucht­haus bestraft: heute nun sollte der Anstifter Traut abgeurtcilt werden. Obwohl Wiegand auch heute bei seinen, den Traut belastenden An­gaben blieb, und obwohl der Sachverständige über den Geisteszustand des Wiegand bekundete, daß er zwar beschränkt, aber vollkommen ver­nünftig und glaubwürdig sei, sprachen die Ge­schworenen einR ich t s ch u l d i g" aus.

Es waren eine große Reihe von Entlastungs­zeugen erschienen, die dem Angeklagten ein gün­stiges Zeugnis ausstellten.

Wie wir erfahren, hat die Staatsanwaltschaft gegen das unerwartete Mrteil Revision beim Reichsgericht eingelegt.

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Gießen, 8. März 1922.

Als dritte Sache stund vor dem Schwurgericht eine Anklage gegen die Hebamme Anna Katha­rina Schaub, verwitwete Schackeh. wegen Ver­brechens gegen das keimende Leben. Sie soll im April 1921 in Friedberg der ledigen Martha Klinger aus Falkenstein i. V., die da­mals in Dad-Rauheim in Stellung war, gegen Bezahlung die Leibesfrucht abgetrieben haben. Den Vorsitz führte Landgerichtsrat Schade. Die Angeklagte wurde aus dem Landeszuchthaus Marienschloß vorgeführt, wo sie bereits eine Zucht­hausstrafe von einem Hahr wegen Lohnabirei- bung verbüßt. Sie war verteidigt durch Rechts- anwalt Dr. Meuser: die Anklage vertrat Staatsanwalt Sr. Ecker 1. Wegen Gefährdung der Sittlichkeit war die Öffentlichkeit ausge­schlossen. Rach mehrstündiger Verhandlung, in der neben verschiedenen Zeugen der Frauenarzt Medi­zinalrat Prof. Sr. Walther und Amtsarzt Sr. Schüppert als Sachverständige öemommen wurden, verurteilte das Gericht die Angeklagte zu einer Zuchthausstrafe von einem Jahr, die mit der früheren Strafe zu einer Gesamtzuchthausstrafe von einem Jahr sechs Mo­naten vereinigt wurde.

Kirche unb Schule.

ri. Hungen. 8. März Mn:cc dem Vorsitz non Dekan Engel- Oboorn^o.eu tag e hier bic Pfarrkonserenz des evangelischen Detanates, die durch eine von Pfarrer Weber- Treis-Horlofs ge.v.Itene kurze An Lacht eröffnet trurbe. Au er amtlich n Bespreckungn wur^e von Pfarrer Becke l-Sobel ein Vortrag gehalten, in dem ein lebendiges Bud von dem Leben und Wirken des echt deutschen Rürnbergcr ca.ufterd und Meistersingers Hans Dachs ent­worfen wurde.

tz Ruppertenrod, 8. Marz. Wie in Ober-Obmen und Mnter-Seibertenrod so hielt Pfarrer Jung auch in hiesiger Kirche einen Lichtbildervortrag über .Ra isens Rord- prlarfahrt". Sie Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Lichtbilder gaben eine klare Anschauung von Rai s.ns 5er.d u g .,i j i Rächt unb Eis. Die Kollekte, die am Schlüsse des Vor­tages erhoben wurde, ergab den ansehnlichen Betrag von 130-140 Mk. Der MebeZeouß wird zum Besten der deutsch-russischen Kinder im Hungergebiet verwendet.

Turnen, Sport und Spiel.

Sic Endspiele um die West- deutschc Fußballmeisterschaft nehmen am kommenden Sonntag ihren A ifang Teilnahme- berechtigt sind die fünf Gaumei ter und der oor- jäh.ice Verb ind mci er D u i s b u r g e rS p i e l- herein. Letzterer trifft in Dortmu >d mit dem Turn- und Sport-Verein 48 Kassel zusammen. Aus dem Platze der Sportfreunde Reuß begegnen sich Kölner Ballspielktub und Essener Turnerbund, während der Muster des W-estfalengaues, Arminia-Bielefeld, in Münster den Fußballverein 08 Duts- burg als Gegner hat.

Fußball-Städtekamps Ham­burg-Berlin. Der 26. Mär; wird aus bie große Zu) 5 l grmcirb; in Deutschland besondere Anziehungskraft ausüben. Zu gleicher Zeit, wenn in Frankfurt a. M. die Ländermannschaften von Deutschland unö der Schweiz den Kampf auf- nehmen, stehen sich im Deutschen Stadion in Berlin die Städtemannfchaf'en von Hamburg und Berlin im trabitionellen Faßballtreffen ge­genüber. 17 Kämpfe find zwischen den beiden Städten bisher ausgetragen worden, acht gewann Berlin, sieben Hamburg, zwei endeten unentschie­den. Das Torverhältnis steht 36:35 für Ham­burg. Man kann also mit vollem Recht von einer Gleichmäßigkeit d/id r G.g er sprechen, die spe­ziell in den letzten Spielen, die als Resultate 4:3 uyd 2:1 für Berlin. 1:0 für Hamburg und 2:2 ergaben, voll zum Ausdruck kommt.

Berliner Reit- und Springe t u r n i e r. Das Dienstagnachrntttag-Programm, das wieder vor gut besuchtem Hause abgewickelt wurde, bot besonders in der Aktionsprüfung für inländisches Zuchtmaterial gute Leistungen. Der 15jähr. br. Hengst Renner des Landgestüts Celle blieb hier Sieger. Die Fahrkonkurrenzen waren schwach bestritten. Das Kanonen-Hagdspringen versammelte die besten Springpferde, die wir im Lande haben. Die gebotenen Vorführungen waren ganz vorzüglich. Der Gewinner des Hamburger Springderby. Teufel, blieb ohne Fehler unter 2t. Andrea Sieger.

Berlin, 9. März. Rach demQ3erL$agebl. siegte bei dem internationalen Box­kampf im Berliner Sportpalast der Engländer Harry Reese über den deutschen Schwergewichts­meister Breiten st räter in einem aufregen­den Kampfe.

Das Reuhorker Sechstage­rennen hat am Montag unter Beteiligung fol­gender 16 Mannschaften seinen Anfang genom­men : Rütt Krupkat (Deutsch'and). Coburn Lands (Amerika), EggEaton «SchweizAme­rika), DroccoBeruhter (FrankreichBelgien), Mac RamaraGrenda (Amerika), Lawrence- Thomas (Amerika), DebaetsPershn (Belgien), Bolzoni Oliveri (Italien), Kopski Erskine (AmerikaAustralien). H^seretBegrabe (Frank­reichBelgien), Dello-Gaffneh (Amerika), Ho- ranFitzsirnrnons (Amerika), DrobachHan» ley (Amerika). Mac DeathMagin (Austra­lien- Amerika), GoulletMadden (Austra­lienAmerika), Kais:rTaylor (Amerika). Rach- bem der Boxweltmeister: Hack Dompseh den Start­schuß abgegeben halte, setzte sich das Feld unter Führung von Goullet in Bewegung.

Behördliche Anzeigen

Bekanntmachung.

Aus den Waldungen der Stabt Gießen, Bezirk Oes Försters Geisel, und zwar aus den Abteilungen 101b, 102a, 104 sollen am Freitag, den 10. März 1922, norm. 9'/, Uhr beginnend, versteigert werden: 51,7 Rm. Kiefernscheit

16 Fichtenscheit

100,4 Kiesirnknüppel

1 Lärchenknüppel

38,5 , Fichtenknüppel

91 Kiefernreisig

48,6 Kiefernstöcke.

58,4 Fichtenstöcke

Zusammenkunft: Alter Steinbacher Weg, 6. Schneise.

Gießen, den 6. März 1922. 2321B

Der Oberbürgermeister. I. D.: Dr. Rosenberg

Arbeitsvergebnng.

Die nachstehenden Arbeiten sollen öffentlich ver­geben werden. Lröffnungstermin der Angebote ist: Donnerstag, den 16. März 1922, norm. 10 Uhr.

1. Kleinwohnungsbauten Kaiserallee: Aeußere Verputz- und Anstreicherarbeiten (4 Lose).

2. Herstellung der Einfriedigungen unb Hof- befeftigungen bei benKleinwohnungsdauten Kaiser­allee unb Bleichstraße:

a) Erd« und Maurerarbeiten,

b) Schreinerarbeiten (Tore),

c) Spaliereinfriedigungen,

d) Schlosserarbeiten (Anschlägen der Eingangstore), e) Anstreicherarbeiten

Zeichnungen, Arbeitsbeschreibungen und Beding­ungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Termin an uns einzureichen. Iuschlags- frift 3 Wochen. 2379B

Gießen, den 8. März 1922

Stadtbaucunt Gießen. Draubach.

Stadt. Arlieitsamt Gietzen

Lirbigftratze 16, Teleph. 2054.

ES können eingestellt werden:

n. bei bicsiaen Arbeitgebern: zwei ProvisionS- reisende, 1 Verkäufer der Leberbranche, 1 Möbel­schreiner, 3 Schneider.

Lehrlinge: 3 Frjseure, 1 Kaufmann, 1 Glaser, 1 Lackierer, 1 Uhrmacher, 1 Photograph, 1 Gärt­ner, 1 Polsterer, 2 Bilderrabmenmacher, ein Bildhauer, 1 Steinhaner, 1 Dachdecker, 2 Bäcker, 1 Metzger, 1 Spengler unb Installateur, 1 Buch­binder, 1 Stukkateur, 1 Wagner.

b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 2 Steinmetze, 10 Hauer und Schlepper, ein Werkzeugschleifer, Stnkkaieure, 1 Schuhmacher, 1 jüngerer Spengler, 1 Gut-kschmieb, 4 Aormcr, 1 Sckastemacher, ein Steinbildhauer, 3 Eisendreher, 1 Schreiner, ein landw. Eleve, 2 Schneider, 1 Schuhmacher.

Lehrlinge: 1 Glaser, 1 Schreiner, 2 Friseure, ein Schlosser. 1 Kellner.

ES suchen Arbeit: Kaufleute, Schreiber unb Neiiende, Pucker, Haukbiirschen unb Ausläufer, Maschinenschlosser, Bauscklosser, Tlaurer, Weiß- binber, Schuhmacher, 1 verh. lanbwirtsch. Knecht, 1 Krankenpfleger, 1 Sattler tu Polsterer, Bäcker unb Metzger, mehrere Kellner, 1 Former, 1 jung. Sckmieb, 1 Buckibinber, Mechaniker, 1 Wagner, 1 Schäfer, 2 ©ärmer, 1 Handschuhmacher, Berg­arbeiter, Autoschlosser, 1 Installateur u. Svengler, 1 Monteur, 1 Bandagist, Maschinisten unb Heizer, 1 Zeichner, 1 Verwalter, 1 Photograph, 1 Müller, 1 Schleifer. 1 Kraftfahrer, Bauhilfsarbeiter, Erb- arbeitet.

Lehrlinge: 1 Elektromonteur, 1 Elektrotechniker, 1 Schuhmacher, 3 Autoschlosser, 1 Maschinen­schlosser, 1 Schreiner, 1 Mechaniker, 1 Schrmsetzer.

Gelegenheitsarbeiten werben ebenfalls entgegen­genommen.

Weibliche Abteilung:

Es können eingestellt werden:

a. bei diesigen Arbeitgebern: Mädchen für tags- über, Dienstmädchen, Laustrauen unb -mäbchen für einzelne Tage, tüchtige Alleinmädchen. 1 Küchen­mädchen. 1 Stütze iJsraeli'.iu», 1 Zimmermädchen, 1 Kochlehrmädchen. 1 Lehrmädchen.

b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 2 landwirt­schaftliche Dienstmädchen, Dienstmädchen, Allein-

mädchen. Zimmermädchen, Küchenmädchen, eine Köchin, 1 Haushälterin, 2 ServlersräuleinS. eine Sekretärin

ES suchen Arbeit: 2 Verkäuferinnen, 3 Wasch­frauen, einige Lauffrauen, auch für Nachmittags, beschäftigung, Mädchen f. tagsüber, 2Büglerinnen, 1 fträulein erteilt französischen Unterricht, eine Schneiderin als Beihilfe bet Herrensckneider- 4 Verkanferinnenlehrmädchen, 1 Haushälterin, 1 Flickerin, 1 Kontoristin.

Die Berufsberatung und Arbeits Dermitt- luug siir Musiker findet werktags von 10 bis 12 Uhr statt. 2378B

Holzversteigerung

des Gräflichen Forstamts Laubach.

Dienstag, den 14. b. Mts., vormittags 10 Uhr, im Saale bes Solmserhofs zu Laubach aus den Distrikten: Baumkircherwald, Peterwald, Winters- berg, Schömberg und Mus hau: Scheiter Rm: 490 Buche, 0,7 Kirfchbaum (Rundscheit 1,25 Meter lang), 9 Fichte: KnüppelRm: 209Buche, 3Kirsch­baum, 61 Fichte: Stöcke Rm: 119 Buche: Reiser- knüppel Rm: 209 Buche (teils Stammreiserknüppel) 3,4 Ahorn: 20 Rm. Fichten-, Ruhstamm-, und Zopf- reifer.

Kohlreiser und Leseholz flachenweise. Aus­geboten werden nur die rot unterstrichenen Rum- mem. Aus Wintersberg, Schömberg und Mushau kommen Buchen-Scheit und -Knüppel nicht zum Verkauf, aus Peterswald nur Scheiter. Händler sind nur zeitweise zugelaffen. Die Holzabfuhr ist wieder freigegeben. 2381D

Holzversteigernng

in der Oberförsterei Krofdorf.

Freitag, den 17. März, vormittags um 10 Uhr, werden zu Odenhausen a. b. Lahn bei Klinke! aus der Försterei Salzböden, Distr. 61, 62, 64, 70, 72, 76, 77, 81 etwa 1000 Rm. Eichen- und Buchen-Scheit unb Knüppel, 4000 Rm. Eichen- und Buchen-Reiser öffentlich meistbietend versteigert. [2385D

Nutzholz - Berfteigernng im Butzbacher Stadtwald.

Montag, den 13. März werden im Duhbachei Stadtwald in den Distrikten Struth, Dillenberg, Jungwald, Psingstweide und Zipfen versteigert:

1. Stämme: Eichen: 1/2. Klaffe 1,83 cbm, 9 3. Klaffe = 8,88 cbm, 72 4. Klaffe 49,34 cbm, 67 5. Klaffe = 30,68 cbm u. 32 6. Klaffe = 9,81 cbm (Schnittholz, Bauholz, Wagnerholz usw.) Buchen: 2 3. Klaffe 1,77 cbm, 9 4. Klaffe = 6,33 cbm 5 5. Klaffe = 2,32 cbm, (Schnitt- und Wagnerholzsi Kiefern: 3 3. Klaffe = 1,83 cbm, 11 4. Klaffe 5,31 cbm, 5 5. Klaffe 1,57 cbm (Schnitt- und Bauholz). Fichten und Weihtannen: 4/4. Klaffe = 4,29 cbm, 7/52-Klaffe 4,39 cbm, 46/5b-Klasse 12,22 cbm (Bauholz).

2. Derbftangen: 20 Weihtannen 1. Klaffe = 0,97 cbm und 30 2. Klaffe 0,63 cbm.

3. Nutzscheiter: 4 rm Hainbuchen (Roller).

Zusammenkunft vormittags 10 Ahr am Butz­bacher Forsthaus. Beginn mit Eichen» und Buchen­stämmen bei der Kreisstraße nach Espa. Vorherige Auskunft durch Herrn Förster Lammersdorf.

Butzbach, den 4. März 1922.

_______Hessische Bürgermeisterei: Kohler. 2384D

Bekanntmachung.

Der vom Gemeinderat burchberatene Voranschlag für Rj. 1922 bet Gemeinde Burkhardsfelden liegt vom Donnerstag, den 9. März bis Donnerstag, den 16. März, beide Tage einfchl., auf dem Geschäftszimmer der Bürgermeisterei zur Einsicht offen. Einwendungen können während dieser Zeit bei uns vorgebracht werden. Ls ist eine Umlage beschloßen, zu der auch die Ausmärker beizuttagen haben.

Burkhardsfelden, den 7. März 1922.

Hessische Bürgermeisterei. ________________Schmidt.__________[2391D haus mit Bäckerei zu taufen gesucht eötL auch in Verbind ng mit Wirtschaft^ oder Rolonialwarengcschatt. 2383A

Wolff. Moos & Co., G.mHL. in Bensheinv