Ausgabe 
9.3.1922
 
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rufen. Der Dienst beS KtrchenvorstehcrS an der Gemeinde müsse heraussliehen aus dem Ge­danken:Alles, was ich tue, ist Gottesdienst." Aach diesem mit grobem Beifall aufgenommenen Bortrag setzte unter der Leitung des OrtspjarrerS eine sehr lebhafte Aussprache ein, an der sich die Kirchenvorsteher D ö l l - Ulfa, Lehrer Hof - man n-Bübingen, Bürgermeister Len z-Tffolder- bach, ein Kirchenvorsteher aus Langsdorf, Präsi­dent RieS vom Gesangverein Wallernhausen sowie neben dem Referenten die Pfarrer Laut - Ribda, Römer-Ulfa. Raumann-Schwickarts­hausen und W e i d n e r-Ober-Lais beteiligten. Auch diese Aussprache brachte noch manche wert­volle Anregungen, die neben den Borträgen ihr Teil mit dazu beigetragen haben, dab der Zweck der Tagung, sich gegenseitig zu stärken und zu fördern in der Arbeit an den Gemeinden, bei treuer Pflichterfüllung sicherlich erreicht wird. Um 5 Uhr war die Tagung beendet. Diese erste Zusammenkunft der Kirchenvorsteher auf Be- schlust der Rachmittagsversammlung soll in Zu­kunft jedes Jahr eine Tagung stattfinden hat einen schönen Verlauf genommen. Die Dorfkirchen­freunde können auf sie mit Stolz und innerer Befriedigung zurückblicken, auch deshalb, weil auch sie gezeigt hat, baß das Bedürfnis nach Religion in weiten Kreisen unseres Landvolkes noch da ist oder wieder erwacht ist. Möge dieses Bedürfnis bleiben, möge es zunehmen in Dorf und Stadt!

Kreis Lauterbach.

ZX Lauterbach, 8. März. 3n der Villa des verstorbenen Baurat Diehm. der bis zu feiner Versetzung in den Ruhestand in Gießen tätig war, wurde ein s chwere r Einbruch verübt. Die Diebe entwendeten Kleider, Geld und Wertsachen.

ZI Lauterbach. 8. März. Der Land­wirtschaftliche Verein für den Kreis Lauterbach hielt unter dem Vorsitze des Kreis- ratS von Werner in der Burgwirtschaft eine Versammlung ab, die der Förderung des Obst­baues gewidmet war. Obstbauinspektor Wiest- n e r sprach über Pflege des Obstbaues und die Obst Verwertung. Cr gab die Obstsorten, beson­ders Aepfel und Dirnen, bekannt, die sich nach den angestellten Versuchen zur Anpflanzung im Vogelsberg und im Schlitzerlanbe am besten eig­nen. Vor allem stellte er fest, dast die viel ver­breitete Meinung, der Vogelsberg eigne sich nicht zum Obstbau, und bringe keine nennenswerten Erträge, falsch sei, man müsse nur die rechte Sorte wählen. Besonders empfiehlt er spät blühende Sorten. Gutspächter Geyer sprach über die verschiedenen Arten der Obslweinbereitung, wie Apfelwein und Beerenwein.

Starkenburg und Rheinhessen.

* Mainz 8. März. Ein verbrecheri- scherAnschlag. 3n einer Fabrik in Mombach, die Gleisanschluß an die Staatsbahn hat, wurde die Weiche zum Hauptgleis mit einem starken Gisendraht festgebunden. Zum Glück wurde der verbreche rische Plan noch rechtzeitig entdeckt, sonst hätte leicht ein gröberes UnglücE eintreten können. Die Ermittelungen sind im Gange.

Hessen-Nassau.

Frankfurt a. M., 8. März. Bei An­streicherarbeiten auf einem Hängegerüst in einer der groben Hallen des Hauptbahnhofs stürzte ein Weißbinder namens Isenborb aus Westfalen aus 25 Meter Höhe in die Tiefe, wo er mit gebrochenen Gliedern liegen blieb. Der Unglück- liche lebte zwar noch, als man ihn im Kranken­hause ablieferte, doch ist er dort bald danach gestorben.

spd. Frankfurt a. M., 8. März. Rach Be­seitigung aller Schwierigkeiten verwaltungstech­nischer Art, die der Errichtung des ersten deut­schen Hochhauses entgegenstanden, ist heute mit den Vorarbeiten auf dem Festhallengelände begonnen worden. An dem Riesenbau, der in zwei Jahren vollendet fein soll, werden mehrere hundert Arbeiter Beschäftigung finden.

][ Marburg, 8. März. Die infolge der Zettverhältnisse seil Jahren zurückgestellte Frage der Einrichtung eines großen Sportplatzes für die Universitäts- und Stadtjugend auf dem Gelände der Hensel- Stiftung im Hirsenfeld beschäftigte gestern stundenlang die Stadtverordneten. Die Gesamtkosten sind mit 639 000 Mk. berechnet, von denen 404 000 Mk. die Universität und 235 000 Mk. die Stadt aufbringen soll. Bei der Aussprache wurde gesagt, daß die größe­ren Vereine sich mittlerweile eigene Sport­plätze zugelegi und für die sonstige Stadt­jugend, für die eigentlich die Stiftung ge­wesen sei, doch nicht mehr viel übrig bleibe. Rach eifriger Befürwortung seitens des Ma­gistrats wurde die Vorlage abgelehnt.

(Siebener Stadttheater.

Der keusche Lebemann."

Sieben, 9. QHärx 1922

Es ist nicht alles Gold, waS--aus Berlin

kommt: auch nicht dieser Schwank der Herren Franz Arnold und Ernst D a ch Die Verfasser haben eine 3dee gehabt: Sin dem übermodernen Fräulein Gerth Seibold nicht genehmer weil zu uninteressanter Freier soll ihr begehrenswert

gemacht werden dadurch, bah man ihm ein .Vor­leben" schafft. Das hätte den Stofs für eine scharfe Satire auf unsere Zeil, für ein fein- geschliffenes Lustspiel geben können: die Autoren haben einen reichlich platten, nur, aber auch nur mit rein äußerlicher Situationskomik ar­beitenden Schwank daraus gemacht und sind, wenn ihr Machwerk trotzdem gefallen soll es muh fürchterlich langweilig fein, diesen Schwank zu lesen - auf Gnade oder Ungnade den Darstellern auggeliefert

*

Es ist erfreulich, seststellen zu können, dah gestern der Wert der Darstellung im umgekehrten Verhältnis zu dem des gespielten Stückes stand.

Um die ausgelassen frohe Stimmung der Zu­hörer und ihren reichen Beifall zu verstehen, genügt es, drei Ramen zu nennen: Oskar Fe i - gel. Rudolf Goll und Karla Keller. Fei­gels zwerchfellerschütternde Komik und Golls gewinnenden, mehr innerlichen Humor muh man gesehen haben, kann man nicht.schildern: Karla Keller lernte man von einer ganz neuen Seite kennen: sie zeigte, dah sie auch für heiteres Spiel den rechten Ton treffen kann. Else Koop und Luise Sammel, Georg Heding und Wladimir Brandes bemühten sich im Verein mit den Genannten mit gutem Gelingen um ihre Rollen. .

Die Aufführung war kein Erfolg für die Ber­liner Schwankfirma Arnold und Dach, wohl aber einer für die Mitglieder unseres Theaters, die gestern eine verlorene Sache retteten.r.

Vermischtes.

Zu Tode geprügelt?

Derlin, 9. März. DerLokalanzeiger" be­richtet aus Halle a. S.: Der Schisser Friedrich Garz, der wegen Trunkenheit von der Schupo festgenommen wurde, ist angeblich von den Beamten derartig verprügelt worden, dah er am nächsten Tage starb. Die Polizeiverwal­tung hat die Staatsanwaltschaft, die Regierung und das Polizeipräsidium in Magdeburg von diesem Vorfall verständigt.

Ein Unglück infolge des Sturmes.

Erkrath, 8. März. (WTB.) Die Mauer der kürzlich durch einen Brand teilweise zer­störten Chamottefabrik ist heute infolge des herrschenden Sturmes auf eine Arbeiter­aufenthaltshütte herabgestürzt und hat zwölf Arbeiter, die in der Hütte ihre Mit­tagspause hielten, unter s i ch begraben. Acht davon, meist Familienväter, konnten nur als L e l ch e n geborgen werden. Von den übrigen vier find zwei schwer verletzt. Einer davon ist seinen Verletzungen auf dem Transport zum Krankenhause erlegen. Die letzten beiden sind leichter verletzt.

Kirchliche Nachrichten.

3fraeL2teIigiondgcmeinbe. Gottes­dienst in der Synagoge (Subanlage). Samstag 11. März 1922. Vorabd. 6. Morg. 9. Abds. 6.30 und 7.10 Uhr. (

Israel. Religions - Gesellschaft. Dabbatseier. 11. März 1922. Freitag abd. 5.55. Samstag Dorrn. 8.30. Rachm. 3.30. Sabbataas­gang 7.10. Wochengottesdienst: morg. 6.45, abds. 5.30. Montag abd. 6.15. Dienstag früh 6.15 Uhr.--

Handel.

Derlin, 8. März. Börsen st immungs- b i l d. Die gestern für die lustlose und abwartende Haltung angeführten Gründe beeinflußen auch heute die Kursgestaltung uneinheitlich. DieGrund- ftimmung war aber wesentlich freundlicher. Die Kurse selbst bekundeten, obwohl überwiegend nied­riger, im Verlaufe entschiedene Widerstandsfähig­keit gegen weitere Rückgänge. Die Einbußen be­trugen durchschnittlich 40 Proz., am Montanmarkt vereinzelt 50 Proz. und gingen nur bei einigen wenigen Papieren über diesen Satz hinaus. Da­neben war aber für eine ganze Anzahl Papiere Kursbesserungen im ungefähren Ausmaße von 30 Proz. und vereinzelt Darüber festzustellen. Bemerkenswert ist die feste Haltung einzelner Kalipapiere, von denen bei großen Umsätzen deutsche Kaliaktien 225 Proz. und Ronnenberg über 200 Proz. auf starke Käufe einzelner Firmen fliegen. Diese Bewegung hängt anscheinend mit der noch lange nicht zum Abschluß gekommenen Zusammenschluhbestrebung und Ausgestaltung einzelner führender Gruppen zusammen. Weiter­hin unterlagen die Kurse bei unverändert stillem lustlosen Geschäft nur geringen Veränderungen. Das Publikum beteiligte sich in geringem Um­fange und beschränkte sich in der Hauptsache auf Käufe und Verkäufe in einzelnen beliebten Pa­pieren am Einheitsmarkt, wo infolgedessen die Kursbesserungen und Rückgänge sich ungefähr die Wage halten dürften. Auch Schiffahrtsaktien waren mit Ausnahme der wesentlich niedrigeren Hamburg-Südamerikaner still. Die Devisenpreise zeigten bei kleinen Umsätzen keine wesentlichen Veränderungen.

Frankfurt a. M., 8. März. Börsen- st i m m a n g s b i I d. Die Haltung der Börse war zunächst ungleichmäßig, im späteren Verlaufe war eine mäßig gebesserte Stimmung zu erkennen, da auch Rückkäufe vorgenommen wurden, wodurch

sich Kurserhoyungen einfiellten. BaS Geschäft war wenig lebhaft, da immer noch die Lage des Geldmarktes an der Börse Sorge macht. Dir ausländischen Zahlungsmittel waren im Früh- verkehc fest. Der Dollar fing mit 259 an and stellte sich in der ersten Stunde auf 260, 258 bis 261. Dalutapapiere mäßig schwächer. 3m freien Verkehr war die Stimmung schwach. Hansa Lloyd 340, Dtfche. Petroleum 1950, Ufa 305300, Benz 710 690. Die variablen Werte lagen im allgemei­nen still. Ehern. Aktien meist gut preis haltend. Elektrvpaplere neigten zu mäßiger Befestigung. Schisf.-Aktien gesuchter. Die Tendenz blieb im Ver­laufe unregelmäßig: aber vorwiegend behauptet. Privatdiskont 4l/j Prozent.

Frankfurt a M., 9. März Börsenkurse.

Frankfurt Berlin

Schluß- Schluß- Schluß- Schluß- Kurs Kürs Äurd Kurs

Datum: 7.3. 8.3. 7.3. 8.3.

S'/.Dtsch.KriegSanl. 77,50 77,50 77,50 ?7,50

4°,Dtfch. Reichsanl. 91,- 90,- 90,25 90,50

3°/<»Dtsch. Reichsanl. 119,50 119,50 120,- 120,- 4e/0 Preuh. Konsols 74,50 74,50 74,75 75 -

Hainburg-Paketf.. . 535.- 537,- 534,- 535,- Rorddeiitscher Lloyd 409, 412,- 410,- 4u» Eomm.u.Privatbank 342,- 340, 346, - 341,- Darmstädter Dank . 332,- 334,- 335,- 332*50 Deutsche Bank . . . 565,- 585,- 563,- 55b'- Disconto-Gesellschaft 483,- 484,- 484,- 484'50 Dresdner Bank. . . 366,- 365, 372 - 372 - Witteld.Ereditbank. 316,- 315,- 316'- 312*- Rationalbank f. D.. -,- 338,- 344, 342*- Doch. Gußstahlwerke -,-1214*- 1150* Bud.-Eisenw.-Akt.. 995,- 1000 - 1009,- 1000 - D.-Luxemb. Bergw.. 1125,- 1130,- 1125,- 1106 - Gelsenkirch. Bergw.. 1160,- 1105*- 1140,- 1100,- Harpencr Bergbau. l?90 - 1775 - 1805,- 1730*- Oberschl. Eisenb.-B. 1240,- 1205, - 1220,- 1150,- Ooerschles. Cisenind. 1030 - 1000, - 1020, 980,- Phönik-Bergb.-Akt. 1259,- 1233,- 1249,50 1200,- Bad.Anilin-u. Soda 725,- 723,- 740,- 725,- Höchster Farbwerke. 710,- 700*- 700* - 690,- Allg. Elektr.-Ges. . . 860,- 880,' - 870,- 865,- Felten L Guilleaume 1160, - 1180,- 1180,- 1190,- Schuckert-Werke. . . 790,- 785,- 775, 760,- Adlerwerke......590,- 675^- 625.- 565,-

Daimler....... 550,- 555,- 557,- 551,-

4 , Hess. Staatsanl. 75.- 76,50 75,50 Electron Griesheim 975,- 810, - 960.- 945,- Dtsche. Vereinsbank 248,75 246,-

Berliner Devisenmarkt.

Geld Brief Geld Brief

Datum: 7. März. 8. März.

Amsterdam-Rotterd. 9890,10 990),90 9865,10 9884,90 Brüssel-Antwerpen. 2232,75 2237,25 2162,20 2167*20 Christiania..... 4595,40 4604,60 4650,30 4659.70

Kopenhagen 5489,50 5500,50 5509,45 5520 55 Stockholm 6359,10 6866.90 6818 15 6831 86 HelsingforS 537,45 5d8*55 538,45 539*55 Italien........ 1348,651351,35 1278,70 1281,30

London 1143,85 1146,15 1136,361138,65 Reuyork 260,73 261,27 259,'<4 260,26 Paris 2352,60 2367,40 22u0,20 2294,80 Schweiz 6062,40 5072,60 5004,95 5005,05 Spanien 40^0,90 4090,10 4055 90 4064,10 Deutsch-Oesterr.. . . 4,03 4,07 3,98 4,02

Prag 423,55 424,45 422,55 423,45

Budapest 35,96 36,04 34,76 34.84

Buenos Aires . .. 97,40 97,60 95,15 96,35

Bulgarien ..... 174.80 175,20 174.80 175,20

Marknotierungen.

Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt:

Saturn: 1.7.14. 7.3. 8.3.

Zürich Fr. 125.40 2,- 1,99

Amsterdam Fl. 59.20 1,01 1,13

Kopenhagen Kr. 88.80 1,85 1,85

Prag Kr. 117.80 23,95 23,76

Stockholm Kr. 88.80 1,48 1,48

Wien Kr. 117.80 2622,- -,-

London Sh. 97.80 5.65 5,70

Paris Fr. 125.40 4,30 4,4q

Reuyork $ 2L80 ,39 -.38

Züricher Devisenmarkt.

8. 3. 9. 3»

Wechsel auf Schweizer Franken

Holland 100 Fl. = 195.25 195.25

Deutschland 100 Mk. = 1.98 2,04

Wien 100 Kr. 0.08 0.08

Prag 100 Kr. = 8.40 8.35

Paris 100 Fr. = 46.16 46.15

London ....... \ £ =- 22.51 22.50

Italien 100 2. ---> 26.70 26.15

Brüssel 100 Fr. « 43.26 43.25

Budapest 100 Kr. 0.70 0.68

Reuyork 100 $ --- 514.- 514.75

Agram 100 Kr. 1.70 1.726

Warschau 100 Kr. --- 0,11 0,11

(In einem Teil der Auflage wiederholt.)

Die Konferenz für den nahen Osten.

London, 8. März. (WTB.) DieTimes" berichten, daß die Zusammenkunft der Außenminister Englands, Frank­reichs und Italiens zur Erörterung der Fragen des nahenOstensam2 2. März in Paris stattfinden werde. Man erwarte, daß Zufsuf Kemal Dey, der Außenminister der nationalistischen Regierung, der soeben in Paris eingetroffen ist, nur einen Tag in Paris ver­bleiben und bann feine Reise nach London fort»

fetzen werde, um in Fühlung mit der britisch«. Regierung zu treten, bevor die Konferenz für den nahen Osten stattfinde.

Verschiebung der Sachderständigenkonserenz.

Paris, 8. März. (WTB.) Wie der .P e t i t Parisicn" mittcilt. hat die italienische Regie­rung von der britischen Regierung verlangt, den Begin n der Beratungen der S ach v c r- ständigen der Alliierten zur Vorbereitung der Konferenz von Genua vom 13. auf den 2 0. März zu verlegen. Eine Entscheidung hier­über werde heute oder morgen getroffen.

Die englische Ministerkrise.

London. 8. März. (WTB.) .Daily Cpro nie le" schreibt in einem Leitartikel, bie Ministerkrise habe entschieden ctnxi5 nach­gelassen. Sie werde sich vielleicht wieder­holen, wenn es jedoch in der Mach, der Minister liege, so werde das nicht vor Schluß der Kon­ferenz von Genua geschehen.

London, 8. März. (WTB.) Der politische Berichterstatter deSDaily EhronicIc ' schreibt, die Stellung l>er Koalition sei durch Balfurs gestrige Rede nicht gefestigt worden. Sogar die meisten Konservativen seien durch die Rede enttäuscht. Balfour habe den Unruhestiftern im unionistischcn Lager keine Zurückweisung erteilt.

Lord Rorthcliffs Propaganda.

Berlin, 7.März. (WTB.) Zu der Anfrage im englischen Unterhause, wie sich die eng­lische Regierung zu der antibritischen und antifranzösischen Propaganda stelle, die der deutsche drahtlose Pressedienst angeblich von Rauen aus über die ganze Erde verbreite, teilt die Transocean G. m. b. H. mit: Die Anfrage im Unterhause entsprang offenbar einem von der Presse Rorthclisfes hervor- gerufenen Irrtum. Einen deutschen drahtlosen Propagandadienst gibt es nicht. Der von Rauen in deutscher und englischer Sprache ausgehende Pressedienst Transocean G. m. b. H. ist lediglich von journalistischen Gesichtspunkten aus zusam­mengestellt und dazu bestimmt, die Vertreter der Transocean in den entfernt gelegenen, vor allem den überseeischen Ländern, sowie andere an ben Rach richten interessierte Organisationen unb Einzelpersonen über bte wichtigen Vorgänge in der Politik unb Wirtschaft zu unterrichten. Gerade auf die tendenzfreie Objektivität in Form und In­halt dieser Rachrichten ist es zurückzuführen, daß der Dienst auch von fremdsprachigen Zeitungen überall im Auslande und auch auf nichtdeutschen Schiffen aufgefangen und verbreitet wird.

Reue Kämpfe in Kleinasien.

London, 8. März. (WTB) Die .Time berichten aus Smyrna, dah an der Eskischc- hir- Front der Kampf wieder ausge­nommen worden sei. Es habe auf beiden Seilen Verluste gegeben.

Kabinettswechsel in Spanien.

Madrid. 7. März. (Havas.) Der König empfing nacheinander den Grafen Romanono, ben Marquis Alhucemas, sowie die Präsidenten der Kammer und des Senats und endlich Maura. Er hat sodann den Kammerpräsidenten Sanch:z G u e r r a, den Vorsitzenden der konservativen Partei, mit der Bildung des neuen Ka - binett« betraut. Sanchez ©uerra hat die Mission im Prinzip angenommen unb wird mor­gen vormittag 10 Uhr dem König feine endgültige Antwort geben.

Die Notlage der Preffe.

Berlin 7. März. (Wolff.) Die unaufhalt­sam in bedrohlichster Weise sich weiter verschär­fende wirtschaftliche Lage der deut­schen Presse hat dem Verein der deutschen Zeitungsverleger (Herausgeber der deutschen Ta­geszeitungen) gezwungen, zum 18. März eine auhercröent iche Hauptversammlung nach Weimar einzuberufen, an der teilzunehmen er auch die ZeitungsVerleger bittet, die ihm nicht als Mitglieder angehören. In der Versammlung soll die Gesamtheit der deutschen Zeitungsoer­leger Stellung zu der derzelligen überaus kriti­schen wirtschaftlichen Lage der deutschen Prelle nehmen und die Maßnahmen beraten, die geeignet sind, einer Zeitungstätastrophe vorzubeuqen, die unser nationales und wirtschaftliches Leben in feinen Grundlagen erschüttern muh. Es wird die bestimmte Erwartung ausgedrückt, dah die deut­schen Zeitungsverleger in der Erkenntnis, daß es sich jetzt tatsächlich um Sein oder Richtsein der deutschen Presse handelt, möglichst zahlreich an den Verhandlungen teilzunehmen.

Dr. Schleich gestorben.

Berlin, 8. März. Der Arzt, Dichter, Künst­ler und Philosoph Geheimer Sanitätsral Dr. Karl Ludwig Schleich ist gestern in einem Sana­torium m Saarow-Piestow bei Berlin im 63. Le­bensjahre gestorben. Schleich hat sich durch die Entdeckung der örtlichen Betäubung in der medi­zinischen Welt einen besonderen Ramen gemacht.

Ein Zyklon.

L o n d o n, 7. März. (Havas.) Rachrichlen aus Mozambique bestätigen, daß durch einen Zyklon in der Gegend von Chinde großer Schaden ver­ursacht wurde. In den Depeschen wird von 56 Toten gesprochen, darunter sechs Weißen, im Be­reich ber Konzession einer einzigen Gesellschaft.

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Die unterzeichneten

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sind durch die ständig steigenden Preise der Rohmaterialien sowie der allgemeinen Unkosten genötigt, auch ihrerseits eine Erhöhung der Preise öfofoeten zu lassen. Wir bitten die uns besuchenden Gäste und Kunden, hierfür Verständnis und wohlwollendes Verhalten zeigen zu wollen. Mit den erhöhten Preisen sind wir noch °lcht da angelangt, wie es die Kaffee-, Kohlen- sowie die übrigen enorm hohen Preise eigentlich erforderlich machen müßten. W1

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