Der AuhenhQnvel §owjeLru<zlands.
Die ^Ekonomitscheskaja Shisnj" gibt über die Leistungen des russischen Handels im vergangenen Zohre (vom L 1. bti 1. 10. 1921) folgende Daten: Die Einfuhr betrug im ganzen für diese Zeil 35586600 Pud (im ersten Viertel 2 962 100, im zweiten 8 40b 900. im dritten 24 317 900 Pud). Die Zahlen verteilen sich folgendermaßen.
ße&enämittel
12 333 678 Pud
34,7
Proz.
Brennstoffe
11 597 820 ..
32,6
MetalNraren
7 684 559 ,
21,6
Kanz enia en
923 870 .
2,6
Ehemitalien
471 035 .
1,3
Textilwaren
429 993 „
1,0
Kleider
67 193 „
0,2
Keramik
15 546 „
0,0
Verschiedenes
782 329 „
2,1
Aach den Ländern verteilt, haben Sowjet- cußland beliefert:
England 11590 431 Pud 32.6 Proz.
Deuisch'and 8 216 370 „ 25,0 .
Der Staaten 6 927 804 „ 19,5 w
Darauf folgen Schweden. Estland. Lettland, Zinnland und Litauen. Polen.
Die Ausfuhr Sowjetrußlands betrug an Cebensmitteln 332 581 Pud 7 Proz.
Rohstoffen 5 185 283 . 92,9 .
Fertigwaren 4 687 „ 0,1
Davon erhielten Lettland 2 606 537 Pud 146,7 Prvz), England 1837 164 Pud (33,6 Proz.), Türkei 330 189 Pud (6 Proz.), Deutschland 256 083 Pud (4.6 Prvz ), Aorwegen 193 187 Pud (3.6 Prozent). Italien 143 126 Pud (2,6 Prvz.), Estland 85 657 Pud (1.5 Prvz ). Deutschland hat vor allem Flllchs, Asbest und Häute erhalten.
(W. P.A)
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 9. Sehr. 1922.
Das Ende des Streiks.
Die uns von zuständiger Stelle mitge- tetti wird, ist der Streik der Cisenbahnlvko- mottvführer seit gestern auch in Gießen beendet. Heute verkehren die -Züge noch nach dem Rvtfahrplan, über den hinaus jedoch 4Persvnenzüge bis Frankfurt- Hauptbahnhof und zurück gefahren werden. Morgen werden dann voraussichtlich wieder alle fahrplanmäßigen Züge verkehren. Ratsam ist es jedoch, sich vor Antritt einer Reise nach dem Fahrplan zu eriundigen.
Die Annah^ne von Gütern wird sich in den nächsten Tagen noch nicht in vollem Maße durchführen lassen, da der Güterverkehr sich auf den größeren Bahnhöfen stark gestaut hat und erst allmählich wieder in Gang gebracht werden fann.
Vvm Postamt wird uns mitgeteilt, daß die infolge des Eisenbahnerstreikes notwendig gewordenen EinschränkungenimPost- derkehr (namentlich in der Annahme von Paketen) wieder entfallen.
•
Rach mehrtägiger, in allen Schichten der Bevölkerung drückend empfundener Behinderung wird also nun der Verkehr wieder ,in Gang kommen. Welche Schäden der Streik zur Folge hatte, wird sich erst später über- , sehen lassen. Daß in der Umgegend mehrere Werke teilweise stillgelegj werden mußten, -rrnd daß auch beispielsweise die Versorgung unserer Kliniken mit Kohlen ernstlich gefährdet - war, haben wir bereits berichtet. Wir glauben nicht, daß sich die Streikenden sonderliche Sympathien bei der Bevöllerung erworben haben, zumal sich die Folgen des Ausstandes wiederum hauptsächlich gegen die minderbemittelten Schichten richteten. Man braucht sich nur einen Fall, auf den wir hingewiesen würden, vor Augen zu halten, um das einzusehen. Wieviel Kranke mögen wohl in abgelegenen Ortschaften vergebens auf den Arzt gewartet haben, der infolge des eingestellten Verkehrs nicht zu ihnen kommen konnte!
* M *
** Amtliche Verfonalnachrichten. Steuerpraktikant Karl Maus aus Lvrsch wurde zum Obersteuersekretär ernannt — Am 26. Jan. 1922 wurden der Forstwart der Kommunalforst- wartei Gambach, Oberförsterei Vutzbach, Jakob Karl Schmidt zu Gambach, und der Fvrstwart der Kornrnunalforstwartei Radheim, Oberförsterei Höchst, Johann Schlett zu Mosbach unter der Amtsbezeichnung „ Förster" in den Staatsdienst übernommen. — Ernannt wurde am 3. Februar der Diplomingenieur Erwin Riederhvfer zu
Die Blüchermchten.
Roman von Hannsvon Zobelti tz.
24. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)
„Ra, na — mein Herr von Dause! Haben zwar erst heute wieder Uniform angelegt, müssen aber doch- Ordre parieren. Also — lassen Sie das Fräulein von Giese toS — meine Richte, Herr. Dann gehen Sie heut nachmittag zum Rhein ab. Und du, Kröf, trollst dich nach Hause Tas weitere wird sich finden I"
Spricht's und schreitet weiter. Aufrecht tote der König Salomo, wenn er ein besonders weises Urteil gefällt. Ganz wohl ist ihm Label doch nicht ums Herze gewesen. Tenn der öffentliche Skandal auf der einen, und die Giesin aus der anderen Seite: das ließ sich nicht auf die leichte Achsel nehmen.
Tie beiden freilich die e8 zunächst an ging nahmen es auf die leichte Achsel. Dis zum Rachmittag war noch Zeit genug. Felleisen und Mantelfack zu packen und zu rüsten für einen Feldsvldaten, der so manch» Campagne mit- gemacht. Aber karg waren die Stunden für Herzen. Ordre hat er Pariert: nicht einmal den Arm von Fräulein Eleonore von Giese, Les Feldmarschalls Wahlnichte, hat er durch den feinen gezogen. Ordre hat sie pariert: sie ist „nad; Haufe getrollf. DaS aber hat der Onkel Blücher ja nicht verboten, daß sie ganz, ganz dicht nebeneinander gingen, Schulter dicht an Schulter: a rch nicht day der Weg nach Hau e heut gar viele Umwege erheischte, vom Brandendurger Lor über Las Potsdamer nach dem Höllischen, und die lange Friedrichstraße bis Mr »Leitenden 2lrtt>
lerieiaserne" am Oranienburger Tor und daraus wieder zurück, bis sie endlich Matttei am letzten tn der Breilenstvaße ankamen. Da sind sie denn vor dem kleinen Ladenfenster des Monsieur La- crvix stehen geblieben, haben sich, red>t innig die schonen Lackschuhe in der Auslage beschaut oder auch nicht: daraus hat sie sich auf die Zehenspitzen gehoben, das süße Mäulchen gespitzt: „Da nimm, Lexi!" ,
Und et hat genommen. Auf offener Straße. Es ist der Lore heut auf einen öffentlichen Skandal mehr oder weniger nicht angefomnun.
Dann sind sie zwei Häuser weitergegangen und in den dunkeln Hausflur getreten. $a hat er sie hvchgehvben, sie dreimal in der Luft herum- geschwentt.
»Laß! Hetzt kommt di? CBerminft!“ sagte sie.
„Vernunft? Ich war noch nie so Vernunft g wie heute 1“ sagte er.
„71a, Lexi, da könnt' man schon verschiedener Meinung sein — von wegen der Vernunft. Wer weiß aber, wozu es gut ist, so man einmal unvernünftig ist. So — und nun: Adiei — leb wohl — sei brav — behalt mich lieb! Kannst es noch einmal mit einem Kutz geloben!1'
Den 6etam sie, reichlich. Und stürmte stürzte die Stiege binauj zur Mansarde. Hatte le ich tenbe Augen, dachte tn einem: .Daß er mir nur gesund heimtommt, der Lexi!" und gleich: „Ontci Dlücher wird schon helfen —“
Mit der Hilfe des Herrn Genrralseldmar- schalls hatte eS aber diesmal gute Weile.
Tenn erstens hatte er wirklich sehr, sehr viel zu tun. Zweiten- hatte er Verdreh und Zwar mit seinem Aflerget euesten, mit ®net;enaa Cer Durchaus sich nicht mehr mit Der schönen, aber
Offenbach a. M. zum Studienrat an den Technischen Lehranstalten zu Offenbach a. M. mit Wirkung vom 1. Januar 1922 an. — Uebertragen wurde am 28. Dezember dem Schulamtsanwärter Albert R o h l aus Reichelsheim t d. W. eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Dalheim, Kreis Oppenheim. — Uebertragen wurde am 26. Han. dem Schulamtsanwärter Friedrich Langner aus Darmstadt unter Zurücknahme der Ueber- tragung der Lehrerstelle zu Eichelsachsen eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Rainrvd, Kreis Schotten, dem Schulamtsanwärter Heinr. © t ein- Hauer aus Wisselsheim eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Eichelsachsen, Kreis Schotten. — Der Eisenbahninspektor Georg S ch m i 11 e r aus Alsfeld wurde zur Güterabsertigung nach Gießen versetzt.
♦* Univerfitätsgottesdienst wird am nächsten Sonntag, ll’/i Uhr morgens, in der Reuen Aula von Prof. Dr. Hans Schmidt abgehalten werden, an dem wie sonst außer den Studierenden auch die übrige Einwohnerschaft teilnehmen kann.
-"Diebstähle. Die Diebe der Messinghähne an den Wasserleitungen in den äußeren Gärten und Gärtnereien der Stadt sind immer noch an der Arbeit. ES wird daher nochmals Darauf hingewiesen, alle diesbezüglichen Diebstähle und Wahrnehmungen der Kriminal-Abteilung zur Kenntnis zu bringen. Dor Ankauf wird dringend gewarnt. — Von einem Friedhof in einem in der Nähe gelegenen Dorf wurden in letzter Zeit 16 gußeiserne Kreuze abgebrochen und gestohlen, hier wird vor Ankauf gewarnt.
Von Der Literarischen Gesell- schaf t wird uns milgeteilt, datz der Ballaten- Adend vvn Dr. v. Fader du Faur bereits im Herbst als Veranstaltung des Vundes zir Pflege von Musik und Literatur angezeigt und seit längerer Zeit von Der Literarischen Gesrilschaft übernommen war. Da Der Dichter W. v. Scholz wegen des Streikes nicht kommen konnte, erklärte sich Dr. v. Faber bereit, feinen Abend schon setzt zu halten, an dessen Stelle dann später der Scholz-Abend treten wird.
• • Rich Hinten für die Festsetzung von Mietpreisen in der Stadt Gießen werden im heutigen Anzeigenteile vom Städtischen Mieteinigungsamt veröffentlicht, die für Vermieter wie Mieter von gleichem 3ntereffe sind.
• • Eine Warnung zur Vorsicht beim Einkauf von Stoffen erlassen im heutigen Anzeigenteile der Verband der Arbeitgeber für das Schneidergewerbe und die Freie Schneider-Innung. Ihre Mitglieder lehnen es in Zukunft ab, minderwertige Stoffe, wie sie häufig von fliegenden Stoffhänkflern verkauft werden, zu verarbeiten.
* * 6 e i n e n 8 0. Geburtstag begeht heute in voller geistiger und körperlicher Frische Oberpostschaffner Adam C m i g, Alicestraße 19. Er ist Kriegsteilnehmer vvn 1866 und 1870/71 und Zn- Haber mehrerer Orden und Ehrenzeichen.
BornoLizen.
— Tageskalender für Donnerstag. Reue Aula, 9 Uhr: Vortragsabend zi- gunften der Ueberschwemmten von Klausen. — Asioria-Lichtspiele, ab heute bis einschb Sonntag: „Sie Macht des Mutes", 1. Teil. „3n der Schlinge des Indiers" und 2. Tell: „Ter Tod m Venedig".
— Hausbes i herverein. Am Freitag, dem 10. Febr., abertbä 734 Uhr findet im Hotel Einhorn (großer Saal) die diesjährige Hauptversammlung statt. Als Punkt 1 der Tagesordnung steht an: »Die jetzt beschlossenen Richtlinien des Mieteinigungsamtes für Mietpreisbildung". Da Deren praktische Anwendung und die Rechte and Pflichten der Hauseigentümer eingehend erläutert werden, empfiehlt es sich im eigensten Interesse der Mitglieder, die Versammlung zu besuchen.
Landkreis Gießen.
* Dettenhausen, 6. Febr. Am Sonntag brachte der hiesige Gesangverein sein Programm vom 15. Januar noch einmal zur Aufführung. Bei abermals gut besetztem Saale fanden sämtliche Aufführungen wiederum reichen Beifalls Besonders gefiel erneut der Vierakt er .Die gestört' Hochzeit oder Vadder leid's net!"
Kreis Alsfeld.
△ Alsfeld, 7. Febr. Um der Wohnungsnot steuern zu können, will Die S:adt mehrere D op p e 1 w o hn h äu se r in der Tilo- mann-Straße errichten.
^Ruppertenrod, 8. Febr. Eine Folge des Eisenbahner st reiks wurde uns gestern hier sehr anschaulich vor Augen geführt. Da kommt eine Familie, Vater, Mutter und drei Heine Kinder, durch den Schnee gestapft, alle sauber gekleidet. Der Vater trägt das jüngste, etwa ein Hahr alte Kind, in ein Tuch um seinen Racken geschlungen. Die Familie kommt von Gießen zu Fuß gewandert — bei dieser Kälte und diesem Schnee und kleinen Kindern, von denen das älteste Wohl 5 Zahre alt ist. Die Leute
immerhin bescheidenen Stellung als Generalstabschef begnügen, sondern gern ein selbständiges Truppenkommando haben wollte, während man ihn doch als rechte Hand Blüchers nicht entbehren konnte. Drittens hat er Sorgen gehabt wegen einer schweren Erkrankung seines Sohnes Franz Und viertens endlich hatte der greife Krieger — eS muß gesagt fein! - Angst. Wenn er an die Lore dachte, brummte er immer wieder vor sich hin: „Dreimal lieber in die Schlacht, als vor die Giesin!"
So hat ews denn besonders klug anfangen wollen und eine Avantgarde voraasgeschickt Morgens tat er zam zweiten Frühstück einen guten Trank, ließ sich seinen Piepkanaster behaglich mit einem gut gewickelten Fidibas anzüichen, dampfte ein paar mächtige Wolken und sagte z-,r Frau Fürstin: „(St helft allens nichts. Du mifet kur Giesm in die Trachenhöhle. Leicht wird's nicht sein, aber du hast so 'ne Art, Malchen wirst sie am End' doch persuadieren."
Tie gute Frau Amalie war immer zur Hilfe bereit und sie hat es insoweit günstig angetrof- fen, als sie Mutter Giese in eigen fünfter Stimmung antraf. Sie war am Tag vorher aus Wien heimgekehrt mit Luise und befand sich in einer Slrt Rausch. Es war ja eine schreckliche Affäre, mit der großen Brandwunde der Aeltesten und Luise mußte einem von Herzen leid tun' Tafür ledoch ist sie Braut, und der Graf ist ein so vortrefflicher Herr und die Frau Schwieger- mama eine überaus gütige Dame, die Luise lieb bat wie ein eigenes Kind. ,Za . . und schließ- N «r-1®? ,ie 8ur Frau Fürstin, „des Men-
Jluck soll ja nicht vom Gelde abhSnge.i, Euer Durchlaucht . . . gang gewiß nicht. Slehet
haben nrit der Bahn nicht weiterfahren können und sind völlig mittellos. Ihre letzte Barschaft hat Las Uebernachten in Gießen verbraucht. Die Familie will nach Lauterbach und zuletzt nach Meiningen. Ein barmherziger Menschenfreund von Ober-Ohmen hat Erbarmen mit den Armen und nimmt sie mit, um ihnen ülachtquartier za gewähren.
§ Ruppertenrod, 7. Febr. Ganz ungewöhnlich hohe Preise ergab die hier im Saale „Zum Reichsadler" abgehaltene größere D r e n n- holz Versteigerung aus den Riedeselschen Waldungen. Der Besuch war sehr stark und die Kauflust groß. Bezahlt wurde das Raummeter Buchenscheit, im Tarif angesetzt zu 110 Mk., mit 230—250 Mk., Buchenprügel und Buchenstöcke zeigten im Verhältnis dieselbe Teuerung, die am krassesten bei den Duchenreisern auftrat.
§ Aus dem Ohmtal, 8. Febr. Heute morgen hatten wir die niedrigste Temperatur in diesem Winter: —14 Grad R. Die Fenster in den Wohnstuben waren nicht eisfrei zu bringen. Die Ohm ist, nachdem sie aufgetaut, abermals zugefrvren. Einzelne Leute haben ihren Holzvorrat schon aufgebraucht, da im vorigen Zahre die Velieferung mit Holz nicht ausreichend gewesen ist. Manche Pumpen sind ein- und auf- gefroren.
Kreis Büdingen.
* Büdingen, 7. Febr. Die Sandbornquelle, die im vergangenen, außerordentlich trockenen Sommer ihre Schuldigkeit getan hat, trenn sie auch nicht alles erforderliche Wasser für die Wasserleitung mehr herbeibringen kann, fing bei den ergiebigen Regentagen vergangener Woche an sich zu erholen und ergiebiger zu werden, hat aber jetzt bei der grimmigen Kälte wieder erheb» lich nachgelassen.
e Ridda, 6. Febr. Die Gesangvereine von Eichelsdorf, Eichelsachsen, Ridda, Oberschmitten, Rainrod, Tumgesangverein Schotten und flllsa haben sich nach einer vom Kreisamt ausgegangenen Anregung zu einer Sänger Vereinigung zusammengesch'lossen. Zum Bindesdirigent-rn warte Lehrer Diehl-O bersch mitten, zum Bundesvorsitzenden Sägewerksbesitzer Schäfer-Eichels dorf gewählt. Man erwartet bestimmt, datz die Zahl der angeschlossenen Vereine sich bald auf 12—15 erhöhen wird. 3n Kürze soll unter Zuziehung eines Musik- sachverständigen eine Dirigenten ko n f e r enz stattfinden, die Richtlinien und Winke zur Erzielung eines schönen Gesanges geben und die Grundlage zielbewusster Arbeit in den einzelnen Vereinen geben sott. Auch zu den Bun des - festen und Sängertagen soll ein Sachverständiger zugezogen werden, der keine Wertung nach Punkten vornehmen, wohl aber die vorgetra-- genen Ehöre einer objektiven Kritir unterziehen und sachgemäße Anregungen geben soll
Kreis Lauterbach.
Zä Eichelhain i. Vogelsberg, 7. Febr Eine großes Ereignis war es, als dieser Tage die »Licht ki rmes" stattftnden konnte. Zum ersten Male erstrahlte das Dorf in elektrischem Lichte. Die ganze Gemeinde und die Schule verfammelie sich am llmschaltehäuschen. Die Schüler fangen unter Leitung des Lehrers Sils emen Chor mb Bürgermeister Schaa f dankte der Kreis- und Provinzialbehörde sür den Anschluß an die Zentrale Wölfersheim. Ramens der Rheinelektra sprach Monteur Volk: Lehrer Sils dankte tem Orts vorstand.
rr. Pfordt, 7. Febr. Rachdem bis dahin Queck als einzige Schlitzerlanter Gemeinde ein Kriegergedächtnismal errichtet hat, wird nunmehr auch in unserer Gemeinde auf dem schön gelegenen Friedhof ein solches Denkmal erbaut. Die. Ausführung wurde dem Steinmehmeister Zohann Schmidt in Schlitz übertragen.
△ Schlitz, 7. Febr. Zimmermeister Heinrich Metzendorf, ein Veteran von 1 870/7 1, wurde unter allgemeiner Beteiligang beerdigt. Ramens des Krieger- und Veteranenvercins legte Fabrikant Habermehl einen Kranz nieder. Metzendorf hatte im 4. Hessischen Infanterie-Regiment Rr. 118 gedient.
rr. Schlitz, 7. Febr. Der Gesangverein „Harmonisches Kränzchen" hielt dieser Tage seine Generalversammlung ab. Sein Mitgliederstand beläuft sich zur Zeit auf 295. An Stelle des bisherigen Vorsitzenden, des Sparkassenrechners Karl Reinhardt, der 12 Zähre lang den Verein geleitet, diesmal aber eine Wiederwahl entschieden ablehnte, wurde Stadtrechner Zohann Hühn gewählt und an dessen Stelle Buchhalter Theodor Hahn zum Schriftführer: alle anderen bisherigen Vorstandsmitglieder bleiben auf ihrem Posten. Es wurde schließlich noch beschlossen, die in diesem Zähre in Angersbach und Dlitzenrod stattfindenden Ge- sangswettstreite zu besuchen.
Kreis Schotten.
e. Ulrichstein, 7. Febr. Zum Mitglied« des Vorstandes der hiesigen israelitischen Gemeinde wurde HeSkiaS Reiß vvn hier ernannt und verpflichtet.
8. Febr. Zn vielen Gemeinden wurden bereits die ersten Brennholzversteigerungen abgehalten. Der Gedanke, daß mit einer neuen Preissteigerung zu rechnen sei, hatte 1 viele Kauflustige herbeigetrieben. Die starke Rachfrage hatte zur Folge, daß das Klafter Knüppelholz 900—1000 Mk. und 4 Raummeter Buchenscheitholz 1. Qualität 1200 Mk. und geringerer Güte bei schlechter Abfuhr für 1100—1175 Mk. zugeschlagen wurden. Die Buchenwellen stellten sich vielfach auf 5—6 Mark pro Stück. Der fortgesetzt strenge Winter hat in vielen Familien die geringen Hvlz- und Kohlenvorräte bereits vollständig auf» gezehrt.
ra. Krofdorf, 8. Febr. Der hiesige Gesangverein „Germania" hat für den letzten Zunisonntag das Bundesfest des DünSberg-SängerbundeS übernommen und gedenkt damit fein 8 0. Stiftungsfest zu verbinden. Außer Wertungssingen wird noch eine besondere Klasse gebildet aus Gastvereinen, die dem Bunde nicht angehören. Die Dorbereittmgen zu diesem großen Sängertag werden schon eifrig betrieben-, bei günfttger Witterung ist auf starken Besuch zu rechnen.
Starkenburg und Rheinhessen.
fpd. Groß-Gerau, 7. Febr. Unter einer Herde von 600 Schafen, die zwei Schafhalter aus Corbach in Waldeck tn die Pfalz bringen wollten, und die vorläufig auf den Wiesen bei Mörfelden lagert, ist die Räude auSgebrvchen. Das KreiSamt hat um- faflende Maßregeln gegen die Weiterverbreitung der öeudfc ergriffen.
rm. Nauheim b. Gr.-Gerau, 7. Febr Beim Holzfällen im Walde erlitt der Holzmacher G. B o l l b a ch VI., der gerade von der Grippe wieder geheilt war, einer Schlaganfall, der feinen sofortigen Tod herbeiführte.
" O f f e n b a db, 7. Febr. Gin mißglück« ter Einbruch. Eine hiesige Arbeiter in, die sich zuletzt in Essen auf hielt, vereinbarte, wie di? „Offenb. Ztg." meldet, mit zwei zweifelhafter Männern, die sie dort kennen gelernt hätte, za- fammen nach Offenbach fahren, um tn bei hiesigen Wohnung ihres D'uders einen Einbruch zu begehen. Gestern abend kam das.Trio hier an Tie Anstifterin bezeichnete ihren beiden Komplizen das betreffende Haus und zog sich dann selbst zurück. Als die beiden Diebe kaum in die Wohnung eingedrungen waren, to irie.i sie von der zuriickiehrenden Frau Les Wohn angsiüHaders überrascht. Aus deren Hilferufe ergriffen sie Die Flucht. Der eine von ihnen konnte durch herbei- geeilte Polizeibeamte Les naheg. legenen Reviers nvch> auf der Flucht ergriffen und der zweite sowie das Weib späterhin auch noch festgenommen werden.
e. Offenbach <l M., 7. Febr. Infolge der durch den Eisenbahner streik emsllich gefährdeten Fleischverforgung unserer Stadt hat die hiesige Metzgerinnung der mangelnd«iViehzufuhr durch Ankauf von Vieh in München zu begegnen versucht. Das Schlachtvieh soll bis Aschaffenburg mit der Bahn befördert und von dort hierher auf dem kürzesten Wege angetrieöen werden. — Die der Reichspostgewerkfchaft angeschlvsse- nen Verbände haben in einer Versammlung die Verordnung des Berliner Polizeipräsidenten wegen Beschlagnahme der Kassengelder, deren Freigabe gefordert wird, und den Erlaß des Reichspräsidenten vom 1. Februar verurtellt. Die Versammlung billigte die Gründe, die zum Streik geführt haben, und verlangte von der Regierung
Loch schon in den Psalmen: ,Fällt euch Reichtum zu, so hänget das Herz nicht daran/ Ader der weise Salomo hat auch gesagt, datz .Reicht un ein köstliches Ling sei im Leben? Das merket besonders der, bei dem Knapphans oft Weister gewesen."
Hat die gute Frau Amalie, die Fürstin, herzlichst gratuliert und alle Einzelheiten über, sich ergehen lassen, bis sie endlich mit der Affäre Lore herausgerückt ist.
Worauf Mama Giese gelacht hat, dann aus dem Rähkasten eine zerknitterte Rümmer der „Königlichen Privilegierten Vossischen Zeitung für Staats- und gelehrte Sachen' hecausgekiamt: „Ein sauberes Pflänzchen, meine Lore! Das h er hat mir der Schützer von nebenan he.anfgebracht, weil ihn der Zufall just auch ans Vi andenburger Tor geführt, als die Lore ihre. Komödie aaf- gesührt. Dacht', es wird mich interessieren. Zst ja hckarllein drin geschildert, grab datz die Schreiber unfern ehrlichen Ramen fortgelassen. .Eine junge, vornehme Dame . . / Vornehm . . . da versteh' ich was anderes brun er."
„Aber, liebe Frau vvn Giese, wenn sie sich doch nun so lieb haben . .
„Halten Durchlaucht zu Gnaden: was weiß solch ein albernes Ding vvn lte5haben? Zst knapp achtzehn und noch naß hinter den Ohren 1"
„Liebe Frau von Giese, ich muß Sie d.-;ch darauf Hinweisen, Halts für meine Pflicht, daß der Herr von Bause ein zuverlässiger Ehrenmann ist und zudem eine gute Partie. Der Leberecht hält große Stücke auf ihn."
(Forpeyung folgt.)
Kreis Friedberg.
• Rieder-Erlenbach, 6. Febr Fest» genommen wurden hier bei „Oberh. Ztg." zufolge zwei Personen, bie in bet Rahe von Friedberg auf einen Zag gespringen sind, at| dem Trittbrett entlang liefen bis zur zweiten Wagenklasse und diese revidierten. Als die Räuber merkten, bah man ihnen auf der Dprr war, gingen sie in Vilbel flüchtig, wurden aber von der Vilbeler Gendarmerie verfolgt und tn Rieder-Erlenbach festgenommen. Zm Acrcsthause in Vibbel stellte sich> Herats, datz beide geloben2 Pistolen mit sich führten. — Hier bereiteten sie einen Flachtversuch vor, dirchbrachen die Zellenwand und bearbeiteten das Gitter mit einer Säge Das Vorhaben der Arrestanten wurde aber rechtzeitig bemerkt and die Flacht verhm- tert. Am lammenden Tag verschickte der eine einen Eßlöffel, der noch nicht entfernt werten konnte. Die Rachforschungen haben ei geben, daß auch ihre Ramensangabe unrichtig war inb daß man es mit zwei vorn Rhemlandtzrus steckbrieflich verfolgten Räubern zu tin hat.
Kreis Wetzlar.
ra. Aus- dem Kreise Wetzlar,


