Ausgabe 
9.1.1922
 
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Berliner Devisenmarkt.

in Cannes.

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Budapest. . . Buenos Aires Bulgarien. . . Konstantinopel

4. Die Rationen müssen über bequeme Aus­tauschmittel verfügen. Allgemein gesprochen, müs­sen bezüglich des Finanz- und Geldwesens Be­dingungen bestehen, die dem Handel genügende Sicherheiten bieten.

5. Alle Rationen müssen sich verpflichten, von jeder Propaganda Abstand zu pehmen. die die Ordnung oder das politische System eines an­deren Landes benachteiligen.

6. Alle Länder müssen gemeinsam die Ver­pflichtung auf sich nehmen, von jedem Angriff auf ihre Rachbarn abzusehen.

Wenn zu dem Zwecke, die für die Entwickelung des Handels und der Industrie in Ruhland not-

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getroffen ist. werden wichtige Ergebnisse der rus­sischen Begitschew-Expedition mitgeteilt, durch die die Tiagöi.ie der An undsen.ch n Forschungs eise in vieler Hinsicht aiUigeklärt wird. Die russische Expedition, die zu dem Zwecke aufgeb.ochen war, um die beiden vermieten Mitglieder der Amundsen-Gxpedition. Leisem und Knudsen, zu suchen, fand am Kap Wild einen Bries der beiden Männer, der vom 10. Rovember 1919 datiert und nach Dickson in der Rähe von Kap Sterge- low adressiert war. 3n dem BFcf teilten die beiden mit, das) sie nur noch Rahrung für höch­stens 20 Tage hätten, da Polarbären ihre De­pots geleert hatten. Rach der Entdeckung des Brieses setzte die Begitschew-E pedck on ihre Fahrt nach Dickson fort, wo man eine Karie fand. Man entdeckte auch die Asche ei es aus­gebrannten Feuers westlich von Kap Primetny uird die rlebcrreste eines verkohlten mensch ichen Körpers sowie Flintenkugeln und verschiedene an­dere Gegenstände. Ski nut scheint als sicher er­wiesen. das) der eine der beiden Bermiyten tot ist. von dem andern wurden bisher noch keine Spuren gefunden.

* Die Gefährdungeineshistvri- schen Berg eS. Wiederum ist ein deutscher 'Berg, ein Träger uralter geschichtlicher ileber= heferung und ein Wahrzeichen der deutschen Landschaft, durch die Industrie aufs schwerste gefährdet. Wie in derHeimatschutz-Chronik" mitgeteilt wird, handelt es sich um den H o h e n st o f f e l n, der im Kranz der Hegau- berge als unlöslicher Bestandteil dieser histo­rischen Landschaft angesehen worden muh. Am Hohenstoffeln wird seit längerer Zeit 'Basalt in Steinbrüchen gewonnen, die bereits zu einer beklagenswerten Veränderung des Berges ge­führt haben. Schon vor drei Jahren trat infolge der Ausbeutung em Bergrutsch ein; eine teilweise Abholzung war unvermeidlich; von der Burgruine auf dem Gipfel, deren Erhaltung der Besitzer der Steindrüche ver­bürgt hatte, muhte der westliche Eckpfeiler gesprengt werden, nachdem ein Arbeiter durch einen herabfallenden Steinsplitter getötet wor­den war. Jetzt ist der oberste Rand des Stein­bruches nur noch etwa 80 Meter vom Gipfel des Berges entfernt, und die Sprengungen schreiten so rasch vor. datz eine baldige Ver­nichtung des Dergkegels zu befürchten ist. Am weitere derartige Zerstörungen solch ge­schichtlich und ästhetisch wertvoller Naturdenk­mäler zu verhindern, soll mit allen Kräften auf den Erlaß eines umfassenden deutschen DergschutzgesetzeS hingearbeitet werden.

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r a n t i e n, die von den Bolschewisten g e* fordert würden, mühten daher mehr als n ir Verpflichtungen sein.Daily Chronicle" sagt, wenn die Minister zu den Einzelheiten tarnen werde die Frage der Garantien vielleicht Schwie­rigkeiten verursachen. Zeder Mann, dec Wider­stand leisten wolle, könne es tun. indem er Be- tnngungen verlange, denen weder Der in noch Moskau entsprechen wolle.Westminster Ga­zette" drückt ihre Befriedigung darüber aus, Latz die internationale Konferenz, wenn auch erst im Prinzip, angenommen sei; denn sie sei die erste Gelegenheit nach dem Frieden. Deutschland und Ruyland wieder in den Rat der Rationen zu bringen und die kriegerische Atmo­sphäre zu bannen, die bisher alle Versuche vereitelt habe, die internationalen Beziehungen wieder in Fluh zu bringen. Bezüglich der deut­schen und russischen Garantien würden keine Schwierigkeiten bestehen, iretn nur Eigland ini Frankreich zu einem Üebereinkommen in der Frage der Sicherheit Europas kommen würden. Das sei immer noch der wichtigste Teil der Konferenz in Cannes.Daily Expretz" hofft, datz die Fran­zosen genug Einsehen haben werden, um nicht die Rolle Wilsons zu spielen und ihre Freund» und Feinde durch Riederreiyung der Säulen des europäischen Tempels zu veimichten. »Dai y He- rald" nennt die Absicht, Sow.elrutzland anzu­erkennen, gesunden Menschenverstand.

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Die Auszahlung des Krankengeldes

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Die Beschlußfassung m EanneS.

Cannes. 6. Jan. (WTD.) Die Rachmittags von den Vertretern der Mächte beschlossene Reso­lution hatte folgenden genauen Wortlaut (verstümmelt schon auf der ersten Seite wieder- gegeben):

1. Die Rationen dürfen nicht das Recht in Anspruch nehmen, sich gegenseitig die Grundsätze aufzuerlegen, nach denen sie die Frage des Besitzes, die wirtschaftliche Regelung und die Regelung im Innern ihres Landes vornehmen wollen. Es ist Sache jedes Landes, das System auszunühen, das es in dieser Beziehung bevorzugt.

2. Auf jeden Fall darf ausländisches Kapital nicht dazu benutzt werden, einem Lande Hilfe zu leisten, auhcr wenn die ausländischen Eigentümer dieses Kapitals die Gelegenheit haben, das; ihre Güter und Rechtsansprüche geachtet werden ünd datz der Gewinn aus ihren ^Intermehmungen ihnen gesichert ist.

3. Dieses Gefühl der Sicherheit kann nur wie­derhergestellt werden, wenn die Rationen (oder

die Regierungen der Rationen), die ausländische Kredite zu erhalten wünschen, freiwillig folgende Verpflichtungen auf sich nehmen: a) alle Schulden und öffentlichen Verpflichlungen anzucrlennen, die von den Staaten, den Gemeinden und andern öffentlichen Körperschaften eingegangen sind, und die Verpflichtungen, die aus der Konfiszierung ausländischen Eigentums erwachsen sind, anzu­erkennen; b) ein gesetzliches und juristisches'System einzurichten, durch das die unparteiische Aus­führung aller Handels- und sonstigen Verträge sichergestellt wird.

Wechsel auf Holland.......

Deutschland .... Wien........

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Warschau......

sichtlich auf mehrere Stunden gesperrt. Der Per­sonenverkehr wird durch älmsteigen aufrcchter- halten. die Schnellzüge werden bis zur Wieder- sahrbarkeit bei Gleise über die rechtsrheinische Strecke geleitet.

Hessen-Nassau.

fpd. Diez. 8. Ian. Der Dr. med. als Pfarrer. Der Vikar Dr. med. Walter Minor aus Wiesbaden wurde zum Pfarrer d^r evangelischen Kirchengemeinde im nahen Ackerbach ernannt.

Vermischtes.

* Die Tragödie der Amundsen- ESpedition aufgeklärt. In einem Tcle- gtaenm ans Moskau, das in Christtania ein­

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Amerikas Teilnahme an der Wirtschafts» konferenz.

P a r i s. 7. Ian. (WTB.) Wie berichtet wird ist eine formelle Einladung an die Vereinigten Staaten ergangen, an der internationalen Wirt­schaftskonferenz teilzunehmen, die im März statt- finden soll. Botschafter Harvey habe diele Rach- richt der amerikanischen Regierung mitgeteilt und erklärt, die Vereinigten Staaten würden diese Einladung an nehmen.

Familientragödie.

Berlin. 6. Jan.B. 3 meldet: Die 5 r a u des Direktors Ebbeke von Maerk (Elektrizitäts-Gesellschaft) hat gestern nachmittag sich und ihre d r e i K i n d e r in der Charlotten­burger Wohnung durch Gas vergiftet. Sie wurden am Abend von den Hausbewohnern be­wusstlos aufgefunden. Frau Ebbeke konnte ins Leben zuruckgerufen werden, die Kinder starben unter den Händen der Samariter. Direktor Ebbeke ist seit einigen Tagen verreist.

ssä dovveller, wenn rurvPäWn 6t< an den Nrhcm Dieduausbau 2

Dem man Smges genaue svlutivn. aus w tztaatsmämer mm zu dem E Diederaus^ Europas die" stissmüich die hing eines de nisses. Diese längst erfaimt worden; abe den Miierte durch die dcu lichst viel Mi holen. Es erj früher von se wickelten Plar Industrie nur lischr Aechmm sehr im Degen über Vorsicht c drücklichdieL oetänilät der« fung ves Joden

Ilekerhaupt 2üe Lloyd G< bickeli wird, n, nntg beöns. 1 Aespäliening de »Msstücke §r Mgehallen w densoertrag vor Meigcnium als recht aligm rantien für gc-su flogen- gesagt 1 Uch davon auf A land bezieht. Je swnzöfifckier Qu angeblich v ®nwntieft)f:cm iXlrativnszah'ung ^nehmen, und e

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wendigen Bedingungen zu sichern, die russische Re­gierung ihre offizielle Anerkennung fordert, so können die alliierten Mächte diese Anerkennung aussprechen, wenn die russische Regierung die vor­genannten Verpflichtungen übernimmt.

Englische Pressestimmen über Lloyd George- Rede.

London, 7. Jan. (WTB.) Lloyd Ge» orges Rede hat in der Presse große Anerken­nung hervorgerufen.Daily Telegraph" schreibt, es sei gut. das) die Tatsache, datz Deutsch­lands Zahlungsfähigkeit von der Wiederherstellung Rußlands für den Handel a> hinge, so freimütig dargelegt fet Der Hauptpunkt sei die Frage der Bedingungen, unter denen die Teilnahme Rutzlands erfolgen solle. ES sei daher noch zu früh, Lloyd Georges im Prinzip aus­gezeichneten Vorschlag als bereits verwirklicht an- zufehen. Dem wic-tjchast.'ichen Wiederaufbau Eu­ropas habe bisher ein Regime in Rußland im Wege gestanden, daS auf den wir-tschqMchen R itn hinziele. Der Oberste Rat und die hinter ihm stehenden Rationen würden für vollständige Sicherheit sorgen müssen, bevor sie auf die Teil­nahme RufstairdS an der geplanten Konferenz tollen konnten. Die .Morni '.gpvst" schreibt, erhebe sich sofort die Frage, ob i> gendwelä)e Ga­rantien, die die Bolschewisten gäben, das Papier toert seien, auf das sie geschrieben sind. Die bol­schewistischen Führer hätten ihre Taktik geän­dert, doch nicht ihre Ratur. Die neuen Ga-

Gießener Strafkammer.

G i e 6 e n. 6. Jan. 1922.

3n der Berufungsinstanz wurde gegen H. wegen Vergehens gegen das älrkunden- stempelgesetz verhandelt. Die Verhandlung drehte sich um die Frage, ob für jede einzelne Kinevorstellung eine besondere Stempelabgabe zu entrichten sei. Ziff. 4 der Tarifnummer 35 des Urkundenstempelgesetzes ist sehr unglücklich gefaßt. Obwohl hier durch einen Klammerzusah auf § 33a Der 'Gewerbeordnung hingewiefen wird, weicht der Inhalt von dem § 33 a der GO. erheblich ab; während es in § 33a GO. heißt »Schaustellungen von Personen." findet sich in dem ilrfun&en- stempelgrsetz nur das Wort »Schaustellungen". Das Schöffengericht vertrat den Standpunkt, die Erhebung der Stempelabgabe nach Ziff. 4 der Rr. 35 des älrk.-Stempcl-Def. habe den Tatbestand des § 33 a GO. zur Voraussetzung; eine Kino­vorstellung sei keine »Schaustellung vcn Personen". Das Urteil erster Instanz lautete daher auf Freisprechung. Hiergegen verfolgte die Staats­anwaltschaft Berufung. Sie führte aus: In Zisf. 4 der Tarifnummer 35 des 41rk.-St.-G. fei nur die Rede von .Schaustellungen"; diese Bestimmung umfasse daher auch Kinovorstellungen; aber ab- aesehen davon fielen Kinovorstellungen auch unter den Begriff »Schaustellungen von Personen" in­sofern, als die musikalischen Darbietungen, die zu jeder Kinovorstellung gehörten und die mit dieser zusammen ein einheitliches Ganzes bildeten, durch körperliches Tätigwerden von Personen erfolgten. Die Strafkammer fchloh sich der Auffassung des ersten Urteils an und wies die Berufung der Staatsanwaltschaft zurück, indem sie insbesondere ausführte, datz die Musiker stets an verdeckter Stelle spielten und vom Publikum nicht gesehen werden könnten, man infolgedessen auch nicht von einer »Schau,tellung von Personen" sprechen forme.

Der Diehwärter L B. aus Büdingen wurde wegen Sittlichkeitsverbrechens nach § 176 Ziff. 3 StGB, zu 10 Monaten Gefängnis verurteilt unter Anrechnung von einer Woche der erlittenen älntersucbunashaft.

3. F. aus Friesenhausen war vom Schöffen­gericht Schlitz wegen Betrugs zu 2 Tagen Gefängnis verurteilt worden, weil er mehrere Male angeblich für seinen Dienstherrn in einem Geschäft Zigaretten auf Borg geholt hatte. Seiner Berufung wurde insofern stattgegeben, als statt der 2 Tage Gefängnis auf eine Geldstrafe von 200 Mk., ersatzweise 2 Tage Gefängnis, erkannt wurde.

Der Kutscher St K aus Holzhausen erhielt wegen Fahnenflucht und LI n t e r s ch l a - g u n g von Militärischen Bekleidungs- Rüden eine Gesamtstrafe von 4 Monaten und

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* Die Ausstellerzahlauf der Leip­ziger Messe wird auch im kommenden Früh­jahr wieder sehr bedeutend sein. Rach dem bis­herigen Ergebnis der Anmeldungen ist anzuneh­men. datz die Frühjahrmesse von der Industrie noch umfassender beschickt sein wird als die ver­gangene Herbstmesse.

Frankfurt a. M.. 9. Januar.

Züricher Devisenmarkt.

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