Montag, 9. Zanuar 1922
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen)
Zweites Blatt
Ur. 7
Die wirtschaftliche Entwicklung
DDA nach
Tasche.
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' „Wo Kapitän.
„3m
gebiet ein. DiS zum 1.April sollen alle totrt- schastlichen Grenzen zwischen Polen und Danzig fallen. Die Regelung der Währung tst aber einem späteren Zeitpunkt Vorbehalten da vorläufig an die Einführung der polnischen Mark im Freistaatgebiet Danzig nicht zu denken ist. Danzigs Zukunft beruht auf der Entwicklung Po- lens, dessen Haupt°Aus° und -Einfuhrhafen es darstellt Einen verzweifelten Kampf um seine Selbständigkeit kämpft das Memelgebiet, das augenblicklich noch unter französischer Verwaltung steht und das die Entente als Handelsobjekt betrachtet, um es nach Bedarf Polen oder Litauen zuzuteilen. Mit Ausnahme der wichtigsten Ge- treidearlen, von Kartoffeln. Hüllenfruchten, Fletsch unt> Eiern ist die Aus- und Einfuhr im Memel
gebiet vollkommen frei. M ,
Trotz der engen wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und den Randstaaten und trotz der großen Bedeutung, die die Randstaaten für Deutschland als Vermittler für den Ve^ kehr mit Rußland besitzen, ist es Deutschland noch nicht gelungen, auch nur einen einzigen Handelsvertrag mit diesen Ländern zustande zu bringen. Man hat verschiedentlich von Verhandlungen gehört, doch haben diese noch kein endgültiges Re- sultat ergeben. Man kann aber hoffen, daß es noch nicht zu spät ist, um doch noch Deutschland den Einfluß zu sichern, der ihm auf Grund seiner Jahrhunderte alten Beziehungen und seiner geographischen Lage zukommt.
überwachte. Der Kapitän schaute nach der Tür. als habe er im Sinne, die Flucht zu ergreifen. .Wer war es?" fragt« er.
„Der Mörder."
„Wer ist der Mörder?" fragte der Ka-
sehe noch Blutspuren daran," sagte er. haben Sie ihn gefunden?" fragte der
Garten," antwortete T. „3n die Erde
ersehne nes] ange Leute, ur See fahren wollen, vorder Aiiikl ii.Rei. ssfeanftel "ambarg k ill. 112. Ä. 143. I'J_:
Hause wäre oder ein Feind im Anmarsch, vor Dem man flüchten müsse
ist etwas geschehen."
Die rasche und heftige Anrede ließ eine
Kreis Alsfeld.
l. Elben r o d, 8. Han. Run hat die G r i p p e auch hier oben ihren Einzug gehalten. Reben zahlreichen leichteren Erkrankungen Legt auch eine Anzahl schwerer Fülle vor, bei denen Rippenfellentzündung mit Wasserbildung als Begleiterscheinung auftritt, ülnter den Erkrankten sind die Waldarbeiter besonders stark vertreten. — Die reichlichen Riederschläge haben nun endlich einigermaßen die W a s s e r n o t bei uns beseitigt. Lustig klappert unsere Dorfmühle wieder Tag und Rächt. Die größte Wohltat aber ist die, daß unsere Brunnen wieder ausreichend Wasser haben.
Kreis Lauterbach.
•• Die neuen Reichsmünzen. Die langwierigen und schwierigen Versuche zur Herstellung neuer Reichsmünzen sind, wie wir bereits mitteilten, zu einem gewissen Abschluß gekommen. 3m Frühjahr hofft man, mit der Aus- Prägung von 1°. 2- und 5°Markstücken beginnen zu können, sie werden nach den bisherigen Vorschlägen aus Aluminium mit einer Kupferseele bestehen. Die Neuen 1- und 2-Markstücte sind etwas größer als die alten Münzen, das 5-Mark- stück dagegen hat nur die Gröhe des alten 3= Markstücks, das nicht wieder ausgeführt wird. Prägeversuche mit einigen Avers- und Reversversuchen sind bereits ausgeführt, für die Beschriftung werden lateinistche Buchstaben gewählt. Die Plattierung und die Ausführung der Münzen schließt eine Fälschung vollkommen aus Herstellungskosten und der Metallwert der neuen Stuck sind so bemessen, daß auch bei sehr schlechter Valuta die Stücke nicht überwertig und deshalb nicht gehamstert werden
" Gröhe und Gewicht der Postkarten. Es wird von neuem darauf hingewiesen daß Postkarten im 3nlandsverkehr die Größe von 15,7: 10,7 Zentimeter nicht überschreiten und nicht mehr als 8 Gramm wiegen dürfen. Größere oder schwerere Postkarten unterliegen der Brief- gebühr und werden mit einer Rachgebühr in Höhe des doppelten des an der Freigebühr für einen einfachen Brief fehlenden Betrags belegt. Diese ^lachgebühr beträgt vom 1. Januar an z. B. im Fernverkehr 1,50 Ml. Postkarten im Auslandsverkehr dürfen nur 14:9 Zentimeter groß sein.
*• Pr euhisd) öüddeutsche Klassen- Lotterie. Die Lose zur zweiten Klasse müssen unter Vorlegung des Vorklassenloses bis 11. Januar, abends 6 Uhr, eingelöst werden, auch müssen bis dahin die Gewinnlose gegen Ersatzlose eingereicht sein.
Landkreis Gietzen.
* Lich, 7. Jan. Vielseitigen Wünschen nachkommend. hat sich der Turnverein bereit erklärt sein Weihnachtsprogramm für die Allgemeinheit zu wiederholen und zwar ist dazu der nächste Sonntag (15. Januar) vorgesehen. Außer der Operette „W i n z e r l i e s e l" gelangt ein Turnerschwank „Fritzchen in der Damen - rieg e“ zur Aufführung. Der geschlossene Der- einsübend ist für später in Aussicht genommen.
Wd.
Meli». SlQltn tr|d)iDinbtn seh |d)neO. >tnn man abtnb) btn idjaum o. Zucker1! Patent- kdliinal-Seilc emlrodnen ißl Schaum erfl morgen? bwalchen u. mit Zuckoob- ferne na^lreidjen, @ro[<- rtigtSirlung.o.2.mi|tnlfai e|töligt. In allen Apolls )rogerien, Parlament- u irtlkukg«lchislen erbältiiö n Kieken in der Trog, öintcrlwsf, Kren,platz 10, 2öwen-?roacrie ö B/ttor/a-Drogcrrc.
in Osteuropa.
Von Dr. Hans Westenbergec. Die Gerüchte, die sich an die Reisen
nn“‘ier, QJroB-
mutt
gesteckt."
„Gewiß, gewiß," erinnerte sich nun Der Kapitän, der mit einem Male ganz eifrig wurde.
„Bei der großen Eiche war er tief in die Erde gestoßen, so daß nur der oberste Teil des Messinggriffes zu leben war." . _
Verwirrt starrte er dem Detekitiv ins Ge-
verwirrt, aber sobald er i geschüttelt und das ernsthafte . .
deren erblickt hatte, sagte er:
„Ich weih was geschehen ist. Sie haben den Dolch gesunden."
Spuren im Schnee.
Roman von Sven Elve st ad.
Ermächtigte älebersetzung.
33. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)
Am anderen Morgen lag der Schnee als dichte Decke über Wegen und Feldern. Der Tag war düsterer als sonst, und in den Zimmern war es so dunkel wie zur Zeit der Dämmerung. Aus einigen Häusern schimmerte Licht. Es war draußen eine merkwürdige Stille eingetreten. Kern Rollen munterer Wagenräder war mehr auf den Straften zu hören, denn der Schnee dampfte leben Laut, und aller Lärm der vorhergegange- nen, klingenden Frost tage war plötzlrch von der Stille verschlungen. , . x
Als der Detektiv ins Haus trat, fand er ben Kapitän schlafend in seinem Sluhle. Er blieb eine Weile vor dem Schläfer stehen und betrachtete fern Gesicht. Im Schlafe, da ihm das Lebens- betoufttletn fehlte, hatte es einen Ausdruck von Schwermut und Müdigkeit, der bem uut= tretenden das Herz bewegte, denn er flüsterte verschiedene Male vor sich hin:
„Armer Kerl, armer Kerl!"
Dann weckte er ihn, indem er ihn schüttelte. „Geschwind, stehen Sie auf!“ rief er. „Es
L Angersbach, 8. Ian. Hier findet am 21. Mai d. 3- ein großer Gcsangswettstreit statt. Zahlreiche Vereine, darunter solche von altbekanntem Rufe, haben sich angemeldet. Erprobte Dirigenten und Komponisten werden als Preisrichter tätig fein. Gewertet werden: Tonreinheit, Rhythmik, Stimmenausgleich, Aussprache, Dynamik und Auffassung. Zahlreiche wertvolle Preise stehen schon jetzt zur Verfügung. Es wird in einer Stadtklasse und in einer Landllasse gelungen, die nach der Anzahl der Sänger wieder in Unterabteilung gen gegliedert sind. Jede Klasse singt einen auf- gegebenen Preischor, der 12 Wochen vorher zu» gestellt wird. Außerdem trägt jeder Verein ein selbstgewähltes Lied vor, mit dem er noch nicht preisgekrönt war. Für diejenigen Vereine, die nicht am Wettstreit teilnehmen, aber doch erscheinen, findet ein Gastsingen statt, nach dem den Teilnehmern Ehrenurkunden ausgehändigt werden Wenn der Verlauf des Festes den Vorbereitungen entspricht, die schon jetzt getroffen werden, wird es für unsere Gegend ein noch nie dagewesenes Ereignis sein.
rr. Schlitz. 7. Han. Die Hessische Landeswanderbühne hatte die Absicht, am Dienstag hier ein Gastspiel zu geben. Infolge eines Defekts, den das Lastauto der Schauspielertruppe bei der Fahrt durch den Vogelsberg erlitt, konnten erst gestern abend die in Aussicht gestellten Stücke „Sie Laune des Verliebten" und „Der zerbrochene Krug" in Szene gehen. Die Darbietungen waren vorzüglich und bei: Beifall des sehr gut besetzten Hauses wohlverdient.
Kreis Friedberg.
Za" erwiderte der Detektiv. „Der Mörder ist endlich entdeckt. Muß ich Ihnen sagen, wer es ist?"
Der Kapitän schlug die Hände vors Gesicht. Eine entsetzliche Angst schien ihn ergriffen zu haben. „ „
Sagen Sie es!" erwiderte er. „Seit gestern aftne ich es. Da leuchtete Ihnen Ihr Verdacht aus den Augen und weckte eine dunkle Erinnerung in mir an meinen Traum. Und doch wird mir meine Ahnung nicht klar."
T. zog einen langen, spitzen Dolch aus der
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pitän atemlos. , „
Ser Detektiv betrachtete ihn einen Augenblick voller Reugier. Der andere sah ihn slehent-
^Der Mörder," wiederholte T. und indem er dem anderen eine Hand auf die Schulter legte, sagte er:
„Der Mörder sind Sie!"
Eine Stunde danach hatte der Detektiv dem Kapitän den ganzen Verlauf des Trauerspieles auseinandergeseht.
Den ersten Verdacht hatte er gefaßt, alS er von Maria hotte, daß der Kapitan m lemem Stuhle zu schlafen pflege und zuweilen des Rachts a*1 er wußte, daß der Kapitän Kokainist war, hielt er es für möglich, daß der Kapitän diese nächtlichen Wanderungen in unbewußtem Zu st and: mache, nervös, wie er war teils von dem übermäßigen Gebrauch des Reizmittels und teils von den unheimlichen Begebenheiten, deren Zeuge er gewesen war.
Der Gedanke, der Kapitän konnte tm Dämmerzustand den Apotheker ermordet haben, be
drohende. Gefahr bermuten, toie '^ Sjuer Jm | ich mich daran,
ich habe es ja gesehen!"
Klavierspieler 1 nach W il W >i für Kim> oöer J lnL lieft an E. HeidbuK 3i. Laaövbe. Vnbinn.
Rußland
In engster Beziehung zu Deutschland steht Litauen, das unmittelbar an die Provinz Ostpreußen grenzt. Zwischen Ostpreußen und Litauen bestand bereits früher ein enger geschäftlicher Verkehr, der auch nach dem Kriege, besonders geförbert durch die Deutsche Ostmesse Königsberg, ausgenommen worden und in stetigem Wachstt'.m begriffen ist Erleichtert wurde dieser Verkehr mit Deutschland dadurch, daß Litauen die von der Okkupationsmacht seinerzett ausgegebene deutsche Ostmark als Währung bei- behalten hat. Dies war für Litauen, dessen Grenzen infolge der Wilna» Frage nod)> nicht einmal festgelegt sind, ein erheblicher Votteil. Rach dem katastrophalen Sturze der Mart glaubt aber Litauen die Zeit für gekommen, sich von der deutschen Währung frei machen zu müssen. Die Flucht vor der Matt hat in Litauen große Llmwälzun- gen hervorgerufen. Eine Teuerung aller Le- densverhältnisse ist emgetreten, gegen die die deutsche Teuerung noch bescheiden zu nennen ist. Gestützt auf die reichlichen Dollarmengen, die rück- getoanberte amerikanische Litauer dem Lande zugeführt haben, und die noch monatlich mit etwa 100 Mill. Mark aus Amerika zuströmen, beabsichtigt die litauische Regierung eine auf den Dollar basierte eigene Währung einzuführen. Ob oas angesichts der unbestreitbaren Abhängigkeit Litauens von der deutschen Industrie gerade zweckmäßig ist, mag dahingestellt bleiben. Rach einer Rede des litauischen Industrie-, Handelsund Finanzministers Galwanauttas kommen b.e Pläne einer Dollarwährung halb zur Ausführung Litauen bezieht seinen gesamten Bedarf an In- dustrieerzeugnisten aus Deutschland. Seine Aus- fuhr, die hauptsächlich aus Bodenprvbutten und landwirtschaftlichen Erzeugnissen best Hst g ht zum größten Teil nach England und Amerika.
Lieber P o 1 e n ist zu sagen, daß seine Gesundung nur im engsten Anschluß sowohl an Rußland wie an Deutschland erfolgen kann. Wie die gegen- toärtigen Verhältnisse liegen, dürfte in Deutschland bekannt sein. Als Gradmesser kann man den Stand der polnischen Matt betrachten, deren Wert in letzter Zeit zwischen 3 und 8 Pf. schwankte.
Die beiden vom Deutschen Reich getrennten Ostseehäfen Memel und Danzig haben fich verhältnismäßig günstig entwickelt. Die Abtten- nung ist ihrem Hafenverkehr zugute gekommen Am 1 Januar 1922 tritt Danzig in das polnische Zoll-
Unterbliebenen: S "es Weitzel. V |
91 uflnuar IM D «n dnebbofitatt. 5$ ^'7?® -
Die wirtschaftliche Lage der Republik Estland ist verhältnismäßig günstig. Estland hat nn Friedensvertrag mit öotojetruftlanb vom 2 Februar 1920 auch feine wirtschaftlichen Beziehungen zum russischen Hinterlande geregelt und aus dem russischen Transit bereits große Vorteile gezogen. Wenn sich dieser Transitvettehr auch teilweise in den primitivsten Formen des reinen Warenaustausches abspielt, so hat er doch das gesamte geschäftliche Leben der jungen Republik außerordentlich befruch ei. Im September wurde erstmalig eia Ausfuhrü.erschuft von 58,3 Millionen Estimark erzielt. Damals zahlte man allerdings noch für hundert deutsche Reichsmatt 320 Estimark. Heute ist der Kur-s der Estimark nicht irehr weit von demjenigen der Reichsmatt entfernt Die Ausfuhr im September betrug 451 Millionen Estimark und die Einfuhr 395Millionen Zsftmatt. Im ersten Halbjahr 1921 wurden aus Deutschland 1 324 377 Pud in erster Linie Metall- toaren und Maschinen, Stoffe und Schuhwett ein- geführt An zweiter Stelle steht England mit 570 799 Pud. In der Ausfuhr des Landes nimmt England mit 598 022 Pud die erste Stelle ein, wahrend nach Deutschland nur 56 516 Pud aus- geführt wurden (1 Pud gleich 16,33 Kilogramm). Exportartikel Estlands sind Saaten und lebende Pflanzen, Papier, Furniere und Bretter, die hauptsächlich nach England, Finnland, Schweden und Deutschland gehen. Der Hafenverkehr in Reval ist durch den russischen Transit vollkom- fommen in Anspruch genommen; zumal in diesen Sagen wo der Petersburger Ha'en bereits vereist ist' bildet Reval den wichtigsten Einsuhrplatz für alle nach Rußland gehenden Güter.
Während sich für Estland die Hoffnung auf den russischen Transit im allgemeinen erfüllt hat. ist der Anteil Lettlands und seiner Häsen Riga und Libau bisher sehr bescheiden. Es ist dies wohl in erster Linie auf die Politik der lettischen Regierung zurückzufüh en. die unter dem Eins laß des Finanz- und Handel-Ministers Kal-
• Friedberg, 8. Fan. Zu unserem Berich! über die Stadtverordnete nsihung am 22. Dezember wird uns berichtigend mitgeteilt, baß in dieser Sitzung von feiten des Bürgermeisters erklärt wurde, Friedberg und Bad- Rauheim hätten die beantragte Oberrealschule genehmigt erhalten.
Starkenburg und Rheinhessen.
rm Darmstadt, 7. Jan. Ein Konflikt ist zwischen dem hiesigen Lebensmittelamt und sämtlichen hiesigen Z e i t u n g s v e r l e g e r n ausgebrochen, der noch weitere Kreise ziehen wird. Die'Stadtverwaltung hat die jetzt neu zur Ausgabe gelangenden Bro.- bzw. Lebensmittelkarten mit etwa 70 Reklameadressen hiesiger Firmen versehen lassen. Sie erspart hierdurch die Druckkos^n, und macht sogar noch ein Gesckrist dabei. Sie Darmstädter Zeitungsverlage sind aber der Auffassung, daß sie hierdurch stark geschädigt »erben, zudem sie auf der anderen Seite zahlreiche städtische amtliche Rotizen ohne Vergütung aufnehmen sollen. Sie haben gegen das Vorgehen der Stadt Verwahrung eingelegt, die aber zu keinem Ergebnis führten. Sie veröffentlichten nun ohne Ausnahme nachstehende Roth: „Bestimmter Maßnahmen des Lebensmittelamtes wegen sehen sich die sämtlichen Zeitungsverlage Darmstadts von heute ab veranlaßt, die Liste der gültigen Lebens- mittelkarten in ihren Zeitungen nicht mehr zu veröffentlichen." ,
* Offenbach, 8. Han. EinDammrutfch. der leicht verhängnisvoll werden konnte. Der neuer baute Eisenbahndamm tfi, oer „Offfenb. Ztg." zufolge, an der Pattstrafte, nahe dem ilcbergang am Schlittschuhklub, infolge des anhaltenden Regenwetters der letzten Tage zu- sammengerutscht. Die Gleise der Strecke Offenbach—Frankfurt wurden verschütte-. Bahnpolizei beamte bemerkten den Dammrutsch rechtzeitig. Es konnte durch Sperrung des $auptgleife0ein Unfall durch Entgleisung verhütet werden. Der Schaden ist von besonderen Baukolonnen durch Errichtung einer neuen und etwas kräftigeren Stützmauer wieder beseitigt worden. Da bereits Bau- Materialzüge auf dem neuen Bahndamm verkehren, ist hier besondere Vorsicht geboten.
* Mainz, 8. Jan. lieber einen Etfen» baftnunfall gibt die Eisenbahndirektion o^ gen de amtliche Mitteilung aus. Am 5.3anuar vormittags 6.18 llhr, fuhr auf Bahnhof Boppard der von Mainz kommende Eilzug 301 auf den Schluß des im Bahnhof rangierenden (Silgutet- zuges 6231 auf. Vier Wagen !^s Silguterzuges wurden zertrümmert und die Lokomotive des Eilzuges stark beschädigt. Personen sind nicht zu Scha- den gekommen. Beide Hauptgleise sind voraus- festigte sich immer mehr in ihm. Damit war ja alles erklärt, und er tonnte die Kette Glied an Glied zusammenfügen, wie sich das Verbrechen , entwickelt haben mußte.
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Aus Stadt und Land.
Gießen, den 9. Han. 1922.
’• Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurde am 3. Januar 1922 der Amtsgehilfe bei dem Amtsgericht Wald-Michelbach Friedrich Schneider zum Kanzleiassistenten bei diesem Gericht. — Ernannt wurde am 4. Januar 1922 der Obeijustizsekretär Rikolaus Knöll tn Groß-Gerau zum Oberjustizsekretär bei dem Amtsgericht Lorsch. — ilebertragen wurde am 2 -Januar dem Lehrer Philipp D e ck e r zu Schwaben» rod die Ceftrerftelle an der Volksschule zg Appen« rod, Kreis Alsseld. dem Schulamt.anwärter G.org Wilhelm aus Seidenbuch eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Rieder-Gemünden, Kreis Ms- feld: am 3. Hanuar dem Schulamtsanwärter Paul
Stieler aus Frankfurt a. M. die Lehrerstelle an der Volksschule zu Seibelsdorf, Kreis Alsfeld: am 4. Januar dem Lehrer Angelin Rau zu Hainhausen eine Lehrerstelle an der Volks- schule zu Klein-Ha äsen, Kreis BenSheim.
ning eine für den Außenhandel Lettlands sehr , nachteilige Richtung einaeschlagen hak. In dem | berechtigten Bestreben, den lettischen Rubelkurs < zu stabilisieren, der scheinbar unaufhaltsam im । Sinken begriffen war, und der sich im September noch zum deutschen Reichsmattkurs wie 1:4 verhielt, hat Kal. lag einen Zo l arif au gestellt und in jeder Beziehung den Handel mit derartig hohen Abgaben bcLiftet, daß der Verkehr nahezu lahmgelegt wurde. Zwar ist es gelungen, den Rubel- turs zu heben und der Staatskasse erhebliche Einnahmen zuzuführen, doch ist auch gleichzeitig der geschäftliche Verkehr erstickt worden. Die Be» schränkung des Rotendrucks hat eine ungeheuere Teuerung im Lande berbergerufen, so daß 5 B ein Amerikaner heute in Lettland trotz seiner Doliarwährung teuerer lebt, als in Amerika selbst. Solange die Verhältnisse so liegen, wird nicht daran zu denken sein, die durch den Krieg zerstörte Rigaische Industrie wieder aufzubauen. Der Außenhandel leidet noch unter einer sehr hohen llnterbilanj. Einer Ausfuhr von 112 Mtll. Rubel im September stand eine Einfuhr von 4.9 Mill Rubel gegenüber. 75—80 v. H. aller nach Lettland eingesührten Waren stammen aus Deutschland. Der größte Teil der eingesührten Erzeugnisse geht weiter nach Rußland. Der lettische Markt'selbst ist vollkommen tot, obwohl der lettische Rubel besser steht als die deutsche Mark. (100 Reichsmark gleich 30 bis 90 kett. Rubeb)
Finnland nimmt insofern unter den Rand- ftacten eine gewisse Sonderstellung ein, als es bereits unter der Zarenherrschaft eine Art Selbstverwaltung besaß, so daß hier nicht erst der getarnte Regierungs- und Verwaltungsapparat neu geschaffen werden muftte. Finnland ist auch früher bereits nicht so ganz und gar abhängig gewesen non Rußland, wie das bei den übrigen Rand- flaaten der Fall war. Trotzdem ist selbstverständlich auch Finnland statt durch die russiiche Entwicklung beeinflußt. Die großen Hoffnungen, die man auf den russischen Transitverkehr setzte, haben sich in dem entarteten Umfange wohl nicht erfüllt. Die Weltwittschaftskrisis hat sich im Sommer in Finnland sehr fühlbar gemacht und Arbeitseinstellungen in großer Zahl bewrrktt In jüngster Zeit hat sich aber der Außenhandel wieder belebt und Finnland konnte den Monat September z. B. mit einem Ausfuhrüberschuß von 163,3 Mill. Fmk. abschließen. Die finnische Einfuhr stammt größtenteils aus Deutschland, was nicht verwunderlich ist, da für 100 Fmt. in Berlin 558 Reichsmark (11. Rov mber 1921) zu zahlen find. Die finnische Ausfuhr, bestehend aus verarbeitetem Holz, Papiermafse und Karton, geht hauptsächlich nach Schweden, England und
Htinnes nach London und von Rathenau Frankreich knüpfien, der Rotenwechsel zwischen Tschitscherin und der Entente über die An- vn ennung der Vorkriegsschuld und die Einberufung einer internationalen Konferenz, außerdem vi« Q(eubefel)ung der Abteilung für Ostfragen im deutschen Auswärtigen Amt mit dem F.eiherrn von Maltzahn haben erneut die Aufmerksamkeit auf den Osten Europas gelenkt. Immer stacker dämmert die Erkenntnis auf, daß die Entwicklung im Osten Europas, insbesondere in Solvietrußwnd für Deutschlands Zukunft von ent» schadender Bedeutung ist. Die Sow,etrepubltr bar vor ein paar Tagen ihr vierjähriges Bestellen feiern können. Es ist bereits genügend Darüber geschrieben worden, wie wenig der heutige Zustaird den ursprünglichen Ideen entspricht, und die deutsche Presse hat bereits eingehend über die Maßnahmen berichtet, die die Umstellung der Sowietwittschaft beireffen. Doch hat man hierbei in erster Linie diejenigen Reformen hervorgehoben, die sich auf das innere Leben und den inneren Verkehr der Republik beziehen. Weniger beachtet worden sind die für Deutschland besonders wichtigen Resormmaßnahmen des Außenhandels. Lkrsprünglich waren b.kann'.lich nur die offiziellen Vertreter der Dowjetrepu- Mit im Ausland« berechtigt, Einkäufe zu machen. Reuerdings hat aber der Oberste Wirtschafisrat auch den Kooperativen (Genossenschaften) und !v- gar privaten Unternehmern die Einkauf im Ausland gestattet. Diese bereits in der „(Sion. Shisn" vorn 4. Ottober 1921 veröffentlichte Verordnung gibt privaten Unternehmern, den Besitzern von nicht "nationalisierten Unternehmungen und den Pächtern staatlicher Unterneftmu gen das Recht, aus'dem Auslande Maschinen, Brennstoffe, Kler° düng Lebensmittel usw entsprechend dem 'Ve- darf ihrer Industrieunternel-men einzuführen. Die Kooperativen haben außerdem noch das Recht, Waren für Warenaustauschzwecke einzuführen Sie privaten Unternehmer haben weiterhin das Rtzcht, für den inneren Markt freigegebene Waren als Kompensation für die Einkünfte nach dem 2Urslande auszuführen." Das Außenhandels- kvmmissariat ubt nur eme Kontrolle über diele Auslandsgeschäfte aus. ähnlich wie das auch tn Teutschland Der Fall ist. Die Individualisierung und Kapitalisierung der russischen Wittschast scheint schneit im Fortschreiten b-griffen zu sein. In Moskau und ^Petersburg sind Handelsbörsen eröffnet, in Petersburg eine Handels'.ammer tns Leben gerufen worden. Durch die günstige Entwicklung in Rußland ist für Deutschland dte Möglichkeit gegeben, auch das Verhältnis zu den Randstaaten auf eine feste Basis zu stellen- denn die Randstaaten, insbesondere Estland und Lettland, sind auf das engste mit dem Schicksal der Sowjetrepublik verknüpst.
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Es hatte damit angefangen, daß das schon zerüttete Rervensystem des Kapitäns durch die Rachricht von Doktor Flodins S-lbstmord einen gewaltigen Stoß erlitten hatte. Dre Erzählung des 2Ipothekers von seiner letzten Unterredung mit dem Selbstmörder hatte auf den Kapitän unzweifelhaft einen ungemein statten Eindruck gemacht Die Aeußerung von dem Unglück das m einer verhängnisvollen Rächt herbei geschlichen und der Gerechtigkett einen Dolch ins Herz stoßen werde, hatte sich in seinem Hirn festgesetzt und da eine fixe Idee auSgebrütet, deren er Tu» tm wachen Zustand nicht bewußt war, die stch faber in der Rächt, während seines nervösen Schlafes, weiter entwickelte, und da er in seinen Traumen seinen eigenen unglücklichen Zustand mit oer traurigen Geschichte Doktor Flodrns ^durchein- anderbrack-te, befahl ihm diese fixe Idee, den Apotheker umzubtingen.
Der Kapitän war von jeher Echlafwandlert In jener Schreckensnacht hatte iftn zu allererst ^toi’tTSir bJr Wunsch geleitet. " V
verschaffen, da der Apotheker gedroht hatte eS ihm zu verweigern. Schlafwandelnd g.nq er^also Lch um sich iS Reizmittel zu holen. So waren auch vor dem Ei chruchsvettuch der berden Man oer die anderen Geräusche, dte der Apotheker gehört hatte, zu erilären.
(Schluß folgt)
Der^Kapitän war zu Anfang ein wenig 1 „Es ist l>eate^ nacht Wied« jemand in der - - - öen Schlaf ganz ab- Apotheke gewesen, berichtete T., der die ganze Kifte Gesicht des an-1 Zeit über alle Bewegungen des anderen scharf
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