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beiden Händen an dem Gepäcknetz feffgehalten habe. Später sei dieser Wann bann mit zwei anderen in eiligem Schritt nach der Dahnsteia- sperre gegangen. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß diese drei jungen ßeute, die als Täter in Frage kommen, in der fraglichen Nacht in rkfurt ilnterfunft gesucht haben oder sogar wohnhaft sind. Alle drei Täter sind zi^ka 1,70—1,80 Meter grob, schlank und trugen dunkle Mäntel und glattrasierte Gesichter. Gepäck oder Stöcke führten sie nicht mit sich.
fpd. Höchst a. M., 6. Nov. Aus einem Laboratorium der Farbwerke wurden in in einer der letzten Nächte mehrere kostbare Mikroskope und ein Refraktionsapparat im Wert von rund einer Million Mark gestohlen. Auf die Wiederherbeischaffung der Instrumente setzte die Fabrikverwaltung eine Belohnung von 100 000 Mark aus.
Landwirtschaft.
Getreidemnlage und WetterschLdeu m Hessen.
Die Ernte in Getreide ist nach den Feststellungen des hessischen Arbeits- und Wirtschaftsministeriums in diesem Jahre in der Provinz Oberhessen schlecht ausgefallen; die ungünstigen Witterungsverhältnisse während der letzten Wochen haben es mit sich gebracht, dah in den höher gelegenen Teilen der Provinz Oberhessen ansehnliche Fruchtmengen bis Anfang Oktober noch nicht eingebracht werden konnten. Auch in der Provinz Starkenburg ist im allgemeinen die Ernte eine mangelhafte gewesen, insbesondere hat die Ernte in den westlichen niedergelegenen Teilen der Provinz unter den Wirkungen der Rässe besonders gelitten. Diese Umstände sowie die besonderen durch die Besetzung be- dringten Verhältnisse der Provinz Rhein- Hess e n gaben dem Ministerium Veranlassung, bei dem Reich um einen wesentlichen Nachlaß der zunächst aufge- gebenen Landesumlage rachzusuchen. Dis jetzt sind diese Bemühungen noch ohne Erfolg geblieben und das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft ist, wie es in einer RegierungSantwort mitteilt, deshalb auch nicht in der Lage, dem Wunsche der Abgeordneten Jost und Stein entsprechend Zusagen hinsichtlich der Umlage in solchen Gemeinden zu machen, die durch die Witterungsverhältnisse der letzten Monate besonders gelitten haben.
Frankfurter Erstausführung.
Wassermann: »Die ungleichen Schalen". Frankfurt a. M., 5. Rod. 1922.
Sin angenehmer, keineswegs aufregender No- Dttätenabenb des Neuen Theaters machte mit drei Einaktern älteren Datums von Jakob Wassermann, dem gefeierten Erzähler bekannt. „Die ungleichen Schalen", so heißt der gemeinsame Titel der kleinen Stücke, von denen das mittlere durch fein entwickelten Dialog besonders für sich einnimmt. Zweimal wird an historischen Fi- Sren das Problem der Liebe und Ehe zwischen
•rtretem verschiedener Altersgenerationen und sozialer Kreise abgewandelt: »Gentz und Fanny Elssler" gibt Abschieds- und Resignationsstimmung, da die jugendlich blüh«che Tänzerin zu dem alternden Hofrat nur Freundschaft, nicht Liebe empfinden kann. »Lord Hamiltons Bekehrung" zeigt dagegen, wie die gefeierte Schönheit JSmma Lhen im Verlauf eines Gesprächs unter vier Augen Macht Über den sittenstrengen englischen Aristokraten bekommt, und wie sie Lord Hamilton, der zuvor nichts von ihr als Schwiegertochter wissen will, zu seiner Frau erhebt. Diese Sinnesänderung geht allerdings etwas rasch vor sich obwohl sie Wassermann durch den kunstvollen Aufbau der Konversation psychologisch be- greiflickTr macht. Den beiden Sittenbildern einer näher bestimmten Geschichtsepoche reiht der Autor ein drittes zeitlich ungebundenes »Heckenjes" an, ein kleines Kapitel der großen »comödie humaine", und schildert hier mit vergnüglichem Humor und treffender, aber nicht bissiger Satire, wie dem Künstler Heckenjes, den alle Welt für tot hält, unter viel schönen Reden ein Denkmal enthüllt wird, während der lebendige Heckenjes im gleichen Moment sich die größten Injurien von derselben Gesellschaft gefallen lassen muh. Der Vorwurf und die Aufführung der hübschen kleinbürgerlichen Milieuszene könnten diesmal auch von Ludwig Thomas stammen.
Das Publikum nahm die drei Akte mit viel Behagen entgegen. Auch die Aufführung, von Direktor Hellmer sorgsam geleitet, warb für sie. und mit einfachen Mitteln wußte Gerhard F. Duchholz stilvolle Bühnenbilder zu stellen. In den größeren Rollen des 1. und 2. Stückes tat sich Walter Iung, zumal als Hamllton von bemerkenswerter Hallung, hervor.
Dr. Georg Schott.
Sandel.
Berlin, 6. Rov. BörsenstimmungS- bild. Am Effekienmarkt war die Kursbewegung
außerordentlich ungleichmäßig. Die gewaltigen Steigerungen der Vorwoche reizten das Speku- lantentum vielfach zu Gewinnsicherungen, wodurch besonders bevorzugte Montanwerte empfindliche Einbußen erfuhren. So verloren Gelsentirchen 5000, Köln-Deuessener anfangs 1000, Rlebeck Montan 3000 und Bad. Anllin 3000 Prozent. Im Gegensatz hierzu stiegen aber gewisse Werte weiter, so Harpener über 6000 Prozent und Siemens und Halske um über 1000 Prozent. Schiffahrtswerte erzielten vorwiegend eine Aufbesserung um mehrere 100 Prozent, so Hamburg-Südamerikaner, Hansa und Kosmos. Bankaktien erlitten zum Teil starke Rückgänge, so Commerz- und Privatbank um 1000 Prozent und gleichfalls Dresdner Dank. Die Spekulation interessierte sich meist für nichtiger im Kurse stehende Werte. Insbesondere wurden auch heimische Anleihen stark gekauft, zum Teil vom Auslande. Preußische Konsuls stiegen erheblich, 4prozentige auf 300, Zyrprozentige auf 200. Valutapapiere wurden wegen der neuerlichen Devisensteigerung ganz beträchtlich teurer bezahlt. Lebhafter Begehr bestand für türkische Anleihe. Canädaaktien fliegen um 3500 Prozent. Die Devisen fliegen wegen der Zweifel an einem befriedigenden Ergebnis der Berliner Verhandlungen. Dieser Umstand wirkte allgemein befestigend, sodaß anfängliche Abschwächungen zum Teil wieder ausgeglichen wurden.
Frankfurt a. M., 6. Rov. Bö rsen- stimmungsbild. Dollarkurs im Frühvrrkeht 6300, im Verlaufe 6375. Devisen zeigten eine unsichere Haltung. Am Effektenmarkt zeigten die ersten Kurse mäßige Festigkeit gegenüber der Vorwoche. Teilweise kam es hier zu Kursrückgängen, doch sind nicht alle Märkte davon betroffen, da verschiedentlich Kaufaufträge Vorlagen. Von den Montanaktien stellten sich einige Werte niedriger. Chemische Aktien wiesen teilweise Abschwächungen auf. Auch bei den Elektro-Aktien zeigten die ersten Notierungen verschiedentlich Kursrückgänge. Bemerkenswert ist die feste Haltung einiger Spezial- werte, wie z. B. der Kassaaktien. Bankaktien lagen unregelmäßig. Um 1 Uhr wurde der Dollar 6350
genannt.
Börsenkurse.
Frankfurt a. M. Berlin
Lchlub» Svluh» Schluß- Schluß» Kurs Kurt Kur» £urc
Datum: 3.1L 6.1L 3.11. 6. U.
5<7<>Dtscb. ReichSanleihe 4% Dergleichen 3«/,°/o Dergleichen 3"/o Dergleichen Dlsch.Svnr-^räm.°rlnl.
4°/j Preußische KonsolS 4e/0 Hessen.........
S1///« Hessen 37o Hessen.........
131.
77,50 293,- 155,— 1025,-
91,-
135,-
77,50 77,50 300,- 300,- 190,— 155,- 1100,— 1125,—
92,- 84,- 225,— 140,-
120,— 100,-
115,-
12a-
130,-
77,50 350,- 230,- 1400,-
85,50 2^'0,— 110,—
isa-
4% Zolltürken 6400,- 7400,— 6000,— 7000,— 5°/» Goldinexikaner —71000,— 53750,— 71500,— Berliner HandelSges. . 6000,— 480a— 4500,— 4500,— Commerz- u. Privalbk. 1500,— 2300,— —2000, - Dnrmik. u.Nanonalbank 1300,— 1475,— —1400,— Deutsche Bank 3750,— 3800,— 4000,- 4000,— Deutsche Bereinsbank. 420,— 555,— —,— Disconio Comniandil . 2200,— 2500.— —.— 2600.— Metallbank 6100,- 6510,- -,- -,- Miiteldeiit. Crediibnnk 900,— 1000,— —1650,— Ceiterr. Eredilanslalt. —1150,— 2050,— 1000,—
Bochumer Guß .... 19000,— -,-14200.-13000,—
Buderus......... 6100,- 5600,- 6395,- 540 ).-
Caro 5100,— 5600,- 5200,- 6000.-
Deulsch.Luremburg. . 19000,-14300,-11000,-12 90,- @clfenrircbener'öergro24000,-18000,-22000,-18550,- Harvener Bergbau. . 40000,—35000,—29000,—3300W- Kaliwerk Aschersleben 9500,- 7550,- 7200.- 5610,- Kaliwerk Westeregeln 9900 - 9000.- 9100,-
Vaurabütte....... 12500,-14000.- 9800,- -,-
Oberbedarf 6300.- 5400,— 5500,— 5200,- Pbönix Bergbau. . . . 16900,-15000,-13000,-12750,— Nheinstahl........U500,-14000,-12700,-13000,-
Rtebeck Montan . . . 150JO,- -,-16500,-14500,—
TelluS Bergbau.... 4000,— 3975,— ——,—
<miiibnrg-Ainer. Pake« 2809.— 3000,— 2900,— 3500,— -Norddeutscher Vlonb . . 1825,— 20 >0,— 1565,— —
ZementiverkHeidelberg 3500,— 4100,— —,— — Philipp Holzmann . . 2325,— 2700,— —250),— Anglo-Lont.«6jiiano. . .10000,-10200,-10300.-10600,- Badiiche Anilin.....9500,- 8100,-10000,- 7500,-
(9 4dschmtdi 5400,- 6510,- 4300,- 5010,— Grieobeimer Electron. 6500,— 5400,— 5300,— 5550,— höchster Farbwerke . 7000,— 6000,— —5500,— Holzverkohlung 5150,— 4475,— - ,— — ii'ütgerSwerke 4900,— 4800,— 5330i— 400Ü— cheideanstalt 7500,— 6510,— —,— —
21 Hfl. ElektriziiSts-Ges. 5300,- 4500,- 470L- 4500,- Bergmann 3600,— 3100,— 3200,— 2750,— Lchuckert 7500,- 6450,- 6500,- 6100,- Siemens & Halske. . .12500,-11100,- 9000,-10000,- Adlerwerke zkleyer. . 2200,- 1600,- 2300,- 1325,- Daimler Akotoren. . . . 1700,— 1700,— 1705,— — Henllgenstaedl 2500,- 2400,— —,— — JJienuin 4000,— 4020,— 4150,— 3250,— Metallges. Franksnri. . 9000,— 8000,— —,— —
Schuhfabrik Herz.... 1100,— 1800,— —,— —
Lichel 2500.- 2950,— —,— —,— Zellstoff Waldhof .... 3525,— 3800,— DM,- 3600,— Zlickersabr.Fraiikenibal 4000,— 5600,— —,— —,— ZuckerfabrikWaa>ausel 4000,— 5300,— —,— —,—
Frankfurter DevifemaarU.
(Telegraphische Auszahlung.) Amtliche Notierungen.
Datum: 4. dlovember 6. November
Geld Bries Geld Brie» Antw-.Brüffek . 3N1,O5 382408,25 409,05
Holland 2405,95 2422.05 2523,65 2536.35
London 27X31 273.69 287,77 2SL22
Paris 4143*5 417.05 442X5 445,15
Schwei» 1100,25 1105,75 120.195 1213.05
Svanten 917,70 922,30 992.50 997^0
Italien 253^5 255,15 273,55 274,45
^tffabon-Ovorto —,— —,— —— ——
Dänemark.... 121L95 1218.05 131670 1323.30
9iorwegen .... 1097,25 1102,75 120x95 1213,05
Schweden .... 1605.95 1614,05 1765L0 1775,—
Helsinfliors. . . . 154,60 15640 —,— —
Neuyork 5960,05 5989,95 6587,- 661650
Denlsch-Oesterr. 7.^3 7,87 8.88 8.92
Budapest 23690 238,10 263,30 264 7c,
Prag 19L50 193,50 21245 213,55
Sofia....... —,— —»— ———
Der Stand der Reichsbank am 31. Oktober.
Berlin, 5. Nov. Der Ausweis der Reichsbanl vom 3 1. Oktober schießt mit neuen, das bisher gekannte Maß toät ü. e schreitenden Höchstziffern in den Kreditansprüchen an die Bank wie in der Banknotenausgabe ab. Die gef amte Kapitalanlage schwoll um 96,3 Milliarden Mark auf 5 Z 9,5 Milliarden Mark an. Die bankmäßige Deckung allein hob sich um 96,1 Milliarden Mark auf 578 4 Milliarden Mark: von dieser Steigerung entfielen 24,7 Milliarden Mark aus Wechsel und 71,4 Milliarden Mark auf Reichsschatzanweisungen. Die Gegenwerte der beanspruchten Kreditbeträge wurden der Bank wiederum zum größten Teil in Zahlungsmitteln entzogen: die bei den fremden Geldern zu beobachtende Zunahme um 28 6 Milliarden Mark auf 140,8 Milliarden Mark bleibt demgemäß erheblich hinter der Vermehrung der Anlagekonten zurück.
Die neuen Abflüsse an Banknoten beliefen sich in der Derichtswoche auf 59,5 Milliarden Mark, an Darlehenskassenschrinen auf 14,2 Millionen Mark. Damit erreichte der Banknoten- umlauf die Höhe von 4 6 9,5 Milliarden Mark, während sich der Umlauf an Dar- lehiiskassenscheinen-auf 14 Milliarden Marl stellte.
Die Darlehnsbestände der D a r l e h n s k a s- f en fliegen zum Monatsschluh um 1,7 Milliarden Mark auf 55,1 Milliarden Mark. Da die Dar- lehnSkassen einen diesem Zugang entsprechenden Betrag an Darlehnskassenscheinen an die Reichsbank abzuführen hatten, so nahmen deren Bestände an solchen Scheinen unter Berücksichtigung der in den Verkehr abgegebenen Summe auf 41 Milliarden Mark zu.
Berliner Produttenmarkt.
Berlin, 6. Rov. Der Produktenmartt verkehrte mit Rücksicht auf die Steigerung der Devisenkurse in fester Haltung. Für die meisten Artikel war bald lieferbare Ware am Markt, sand aber wegen Geldmangels keine be° solidere schlanke Aufnahme. Von Weizen axir heimisch? Ware wesentlich unter dem Wellmarktpreise erhältlich. Roggen war viel begehrt, wahrscheinlich zum Tausch gegen Weiten für dieReichs- getieidestelle. Von Gerste blieb gute Brauware sehr knapp. Mais war aus zweller Hand billiger als von den Importeuren zu kaufen. Auch für Mehl stellte sich das zweithandige Angebot Der» yällnismahig billig. Futterstoffe waren für nahe Ware lustlos, für spätere Lieferung gesucht. — Weizen, märkischen 11 750—12 100 Mk. (sehr fest), pommersch.-n 11 700—11 900 Mk., Roggen, märkischen 10 500—10 650 Mk., pommerschen 10 400 bis 10 550 Wk. (sehr fest), west preußischen 10 450 bis 10 550 Mk., Sommergerste 10 700—11 000 Mk. (fest), Hafxr, märkischen 11 600—11 700 Mk. ((leb gelid), pommerschen 11400—11 600 Mk., Mais, La Plata, loco Berlin 11300-11 500 Mk. (sehr fest), Weizenmehl (100 Kg.) 35 000—37 000 Mk. (steigend), Roggenmehl (100 Kg ) 29 000—31 000 Mark (fest), Weizenkleie 6400—6500 Mk. (fest), Roggenkleie 6400-6500 Mk. (fest), Raps 17 000 bis 18 000 Mk. (fest), Villoriaerbsen 20 500—21 500 Mark, kleine Erbsen 18 000—19 000 Mk., Pelusch- ken 14 000 Mk., Lupinen, blau 11000—12 000 Mk., gelb 13 000—15 000 Mk., Rapskuchen 7200—7500 Mark, Trvckenschnihel 5700 Mk. Rauhfutter: Weizen» und Roggenstroh, drahtgeb. 2900—3000 Mk., Haferstroh, drahtgepreßt 2900—3000 Mk., Stroh, strohseilgebündelt 2900—3000 Mk-, Wiesenheu, gut, gesund und trocken, Vormahd 1700—1800 Mk., Nachmahd 1600—1700 Mk.
Frankfurter Schlachtviehmartt.
Frankfurt a. M.» 6. Nov. (Amtlich.) Marktverkauf: Am Rinder- und Schweinemarkt flaues Geschäft mit erheblichem tieberftanb: bei Schweinen nur Fettschweine gefragt. Kleinviehmarkt bei flottem Geschäft geräumt. Im einzelnen ist zu bemerken: Ausgetrieben waren 2105 Rinder, darunter 492 Ochsen, 108 Bullen und 1505 Färsen und Kühe. Ferner 242 Kälber, 243 Schafe und 1229 Schweine. An Preisen wurden angelegt p. Ztr. Lebendgewicht: Ochsen 12 000—20 000 Mk., Bullen 11000—17 500 Mk., Färsen und Kühe 16 000—18 500 Mk. für beste Färsen, 9000 bis
16 500 Mk. für geringere Färsen, Kälber, beftt Qualitäten, 18 500—20 000 Mk., mittlere 17 000 biS 18 000 Mk., geringe 15 000—16 500 Mk., Schafe 9000 -15 000 Mk, Schweine unter 80 Kilo Lebendgewicht 30 000—35 000 Mk., 80—100 Kilo 36 000—40 000 Mk.. 100-120 Kilo 40 000 bis 44 000 Mk . 120-150 Kilo 40 000—44 000 Mb, Fettschweine über 150 Kilo 40 000—44 000 Mk.. Sauen und Eber 30 000—40 000 Mk. Die Preise liegen um so viel höher über den Stallpreisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, Spesen und Händlergewinne in sich schließen.
Frankfurter Getreidemarkt.
Frankfurt a. M, 6. Nov. Das Geschäft bleibt weiterhin still, da es an Unternehmungslust fehlt. Die Bewegung der ausländischen Zah- lungämittel mahnen zur Zurückhaltung. Beeinflußt wurde das Geschäft noch durch die Geld- Verhältnisse, welche sich stärker fühlbar machen. Wci;en war begehrt, gleichfalls fand Roggen zu den letzten Preisen Beachtung. Gerste ist spärlich am Markte Hafer liegt fest. Mais entspricht den Devisenpreisen. Mehl bleibt gesucht und fest. Für Futtermitiel bestand Kauflust. Getreide, Hülsenfrüchte und Biertreber ohne Sack, Weizenmehl, Roggenmehl und Kleie mit Sack. Alsbaldige Lieferung. Parität Frankfurt a. M. Preis je 100 Kg. Weizen 26 500—27 500 Mk., Roggen 23 000 bis 24 000 Mk., Sommergerste für Brauzwecke 23 000 bis 24 000 Mk., Hafer 23 000—24 000 Mk., MaiS Mixed 26 000—27 000 Mk., Weizenmehl südd. Spezial 0 35 500—41 000 Mk. bei Waggonbezug ab Mühlenstation, Roggenmehl 29 000—31 000 Mark, Weizen- und Roggenkleie 11000—12 000 Mark. Tendenz: stetig.
(In einem Teil der Auflage wiederholt.)
Die sächsischen Landtagswahlen.
C h e m n i h, 6. Nov. (WTD.) Bei den L a n d- tagswahlen im Wahlkreis Chemnitz, Zittau, Plauen erhielten die Sozialdemokraten 371 626 (332 618), dör Kommunisten 131217 (78 321), die Deutsch-Nationalen 166 548 (138 313), die Demo^ traten 73 897 (46 743), das Zentrum 3021 (2496), die Deutsche Bottspartei 157 580 (133 552), die Deutsch-Sozialen 1157 (—) Stimmen.
Dresden, 6. Nov. (WTD.) Nach den bisherigen Feststellungen können als gewählt gelten: 40 Sozialdemokraten, 17 Deutsche Volkspartei, 18 Deutsch-Nationale, 9 Kommunisten und 7 Demokraten.
Die Neuorientierung in der Türkei.
Pans, 6.Nov. (WTB.) Nach einer Meldung der „Chicago Tribüne" aus Athen verlautet aus Gallipoli, daß 10 türkische Segelboote bei Lampsaki auf der Halbinsel Gallipoli kemalistische Soldaten gelandet hätten. Die Kemalisten beabsichtigten, in Abwesenheit der englischen Kriegsschiffe den OlugciTblid des Patrouillenwechsels auszunützen und Gallipoli zu besehen. Die griechischrn Zivilbehörden würden auf Gallipoli bleiben und am 20. November die Verwaltung dem Befehlshaber der französischen Truppen auf Gallipoli übergeben.
Paris, 6. Nov. (WTD.) Havas berichtet aus Konstantinopel, derVertretervon Angora habe gestern nachmittag 4 Uhr eine Verbalnote überreicht, in der gesagt wird, da die Verwaltung von Konstantinopel nunmehr von der Regierung von Angora durchgeführt werde, sei die alliierte militärische De- sahung unnötig und unmöglich geworden. „Wir hoffen," so fügt die Note hinzu, „daß die Alliierten unser Verlangen nach Sofortiger Evakuierung günstig aufnehmen werden/
London, 6. Nov. (WTD.) Reuter meldet aus Konstantinopel, der neue kemalistische Gouverneur in Konstantinopel Rifat Pascha erklärte, die Türken würden das Abkommen von Mudaris nicht antasten. Sie würden die alliierte Desahung anerkennen, lehnten aber jede Em- mischung in die inneren türiischen Angelegenheiten ab. Der Verwaltungsrat des WalijetL Konstantinopel und der Vertreter der Gendarmerie und der Polizei gelobten der Regierung Treue und versprachen der Regierung, zu gehorchen.
London, 6. Nov. (WTD.), Der Konstantinopeler Sonderberichterstatter der »Daily Expreß" meldet, trt Konstantinopel ereignete sich ein bewaffneter Zusammenstoß zwischen britischer M i l i t ä r p o l i z e i und türkischen Demonstranten. Die Türken hätten durch das Feuer der britischen Polizei Verluste erlitten. Vor der Sophienmoschee und In anderen Vierteln Konstantinopels fanden türkische Kundgebungen statt. In der Nacht drangen Banden in das Europäerviertel von Kera ein, wobei sie Fahnen und Bilder Kemal Paschas trugen und gegen die Fremden demonstrierten. Die Lage in Konstantinopel soll sehr ernst sein.___________________________
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