Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen)
Dienstag, 7. Februar (922
Zweites Blatt
Nr. 52
Ofi
Den
Gemarkung
6umme (42,1
(Nachdruck verboten.)
22. Fortsetzung.
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9641,63
41295,58
41275,94
4208,40
11414.50
5056,38
19809,10
Sngelrod Freiensteinau Herbstein Ilbeshausen Feldkrücken Oberseemen Oberseiberlenrod Rebgeshain
Verhältnis des Erlöses zum
Anlagekapital
0,48 fach 1.06 , 1.04 „
0.66 „ 0,50 „
1,02 „ 0,63 „ 0,26 n
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Tie Lore, das PorzellanpüpPchm, hacke schwere Lage. ‘2Luf der langen Fahrt nach Berlin — es ging zwar ziemlich schnell, denn sie fuhren im Gefolge des Fürsten, und für den war überall Belais gelegt — hat sie gesonnen und gesonnene „deichtest du mm Mama oder beichtest dr jetzt nichts Einmal mut) es doch geschehen, aber ist
hierdurch der Wohlstand des einzelnen gehoben wird, so dürfte dies im wohlverstandenen Interesse der Allgemeinheit liegen. Don diesem Gesichtspunkte betrachtet. haben die Hutweiden-Meliora- tionen im Vogelsberg bei unseren jetzigen und voraussichtlich noch lange andauernden ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnissen, eine hohe Bedeutung für das Volksganze, welche über das lokale Interesse hinausgeht, und es ist deshalb lebhaft zu begrüben, dob unsere Regierung und Volkskammer diesem Zweig der Landeskultur fortgesetzt das regste Interesse entgegenbringen.
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Mk.
Mk.
Frau Mutter. Wir haben uns ganz ernstlich und in Ehren verlobt. Herben uns auch gekühtl Jawohl. geküsst l"
Hat die Mutter das nächste, was sie ein- Pocken wollte, und gerade in der Hand hatte, einen dicken flanellenen ilnterrod, nach der Lore geworfen und gerufen: „<3ter dich rau8, bJ Gans?" — §u Gans, wahrhaftig.
Item: die Lore ist gegangen und hat sich erst wieder sehen lassen, als die Mutter abgereist war. Ta ist sie mit verheulten Augen auf- getaucht und hat zu allem noch die Vorwürfe der Schwestern hinnehmen müssen, tat) sie die check mamam so schwer gereizt hätt', gerade jeht, wo die den Kopf voll habe und in groben Sorgen um Luise war: liehe sie übrigens grüben, und ein Gänslein wäre sie dcch. Würde aber wohl Vernunft annehmen. Mit der Zeit —
„Jawohl: mit der Zeit! So in zehn oder zwanzig Jahren, wenn ich alt und grau und häßlich bin," hat die Lore gemeint. „Dazu habe: wir, ich und mein Herzensschah, aber keine Zeit Ra. ihr werdet ja sehen."
Ein paar Tage darauf ist's wie ein Sturmwind durch Berlin gerauscht. Ein ^bestimmtes Gerücht, eine wirkliche glaubwürdige Kunde dann: der Korse, der Bonaparte, der RapoleoN- ist von Elba entflohen. An der italienischen Küste, bei Genua, soll er gelandet sein. Rein, wußten andere es besser, in Südfrankreich.
Ter erste, der bestimmte Rachricht bekam, war der Fürst, der Feldmurschall.
(Fortsetzung folgt.)
Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei
N. Lange Adrestbuchverlag Schulstratze 7
Fernsprecher 51
Zur Auswanderung nach Nordamerika.
Heber die gegenwärtigen Aussichten für Deutsche in den Vereinigten Staaten schreibt ein Vertrauensmann dem Deutschen Ausland-Institut:
„Erne häufig aufgeworfene Frage ist: Wäre es ratsam, nach den Vereinigten Staaten von Amerika auszuwandern? Rach meinen Kenntnissen der Lage muh ich ganz entschieden mit „nein" antworten, denn ein mittelloser Einwin- derer, ganz gleich welcher Rasse, welcher die englische Sprache nicht beherrscht, hat gar keine Aussicht, hier in den Wettbewerb einzutreten, und
Die vorstehenden Zahlen dürsten^ wie man zu sagen pflegt, Bände sprechen. Wenn man in Be° -rächt zieht, dah zu den gesamten Aulagekosten nie beteiligten Gemeinden mir die Hälfte mit 71 698,52 Mk. beigetragen haben, so ergibt sich, dah von diesem Anlagekapital in 1—2 Jahren durchschnittlich das -fache, .ja in einzelnen Gemeinden über das Zweifache erzielt wordrni st. Der Erlös würde teilweise sogar H»och höher gewesen sein, 'wenn nicht durch die grobe Trockenheit im vergangenen Rachsommer die Grummeternte besonders Schaden erlitten hätte. Der verhältnismäßig niedrige Erlös in Rebgeshain ergibt sich daraus, dah die Meliorationsfläche etwas verspätet fertig wurde und durch die Trockenheit im vergangenen Jahr besonders zu leiden hatte.
Weiter ist zu berücksichtigen, dah die ein» gesäten Wundstellen vielfach noch nicht gehörig vernarbt sind, so dah bei eittsprechender Pflege und besonders sachgemäher Weiterdüngung die Bestockung noch eine Besserung erfährt und hierdurch eine weitere Ertragssteigerung zu erwarten ist.
Vereins- und Kassen-Vorständen wird es erwünscht sein, datz wieder ein Verzeichnis der Vereine und Kassen in das Adreßbuch eingefügt werden soll. Da diese Abteilung in der Ausgabe 1914 zuletzt gebracht wurde, ist eine vollständige Neumeldung erforderlich. Cs werden,deshalb alle Vereins- und Kasfen-Vorstände oder ihre Vertreter gebeten, binnen acht Tagen folgende Angaben schriftlich einzureichen: l.Name des Vereins oder der Kasse, 2. Iweck (Bildungs-, Ge- selligkeits-, Sport-, Wohttätigkeits- usw. Verein), 3. Name des Vorsitzenden, 4. Vereinslokal. Nur die Ausnahme derjenigen Vereine, Verbindungen, Kassen und Gesellschaften kann gewährleistet werden, deren Vorstände rechtzeitig und genau schriftliche Meldung erstatten.
Die Blüchernichten.
Roman von HannSvonZobeltitz.
Tie beiden Mütter eilten, die schützende Hütte wieder zu ordnen. Die Hände der Gräfin bebten, und der harten Frau von Giese rannen die schweren Tränen über die Wangen. Sie lühte die Tochter auf die Stirn, flüsterte: .Mein Sorgen- lind —“ _ .
Schon aber hat sich Franz Martinez gefaht. Er lächelt.
Er kann lächeln —
Ganz ruhig zieht er sich einen Sessel oeran, setzt sich dicht nehm Lutte, nimmt wieder ihre Hand Sie Witt ihm wehren, sie sagt mit schier verlöschender Stimme: »Ich sah. tote da schaudertest." . . ,
.Ich erschrak, Geliebte. Konnte es halt an» ders fein? Latz mir deine liebe Hand! Um dich erschrak ich, nicht für mich. Schau, wir müsset beide ganz ruhig sein. Schau, ich kann kacheln! Das ist denn geschehen? Du lebst doch — -ino wir haben uns lieb. Ist dena das nicht das Schönste und' Beste, ein Gnadengeschenk vom Himmel?! Die rechte, echte Liebe kann uns ntch'S rauben^ meine Luise. Richts— nichts! Das wahre Glück ruht in den Herzen, darf nicht am Aeuher- lichen hängen. So fest, ich hier deine Hand hatte, so fest gewurzelt lebt meine Liebe zu dir!"
Weit beugt sie sich vor. Aber sie schüttelt den Kopf. „Es ist schön, wie du sprichst," sagt sie traurig. „Ich danke dir. Aber da irrst, Franz. Das Mitleid betrügt dich. Kurze Zeit -- und du wirst wieder erschauern . . . wie vorhin . .
es jetzt klug? Sott ich lieber noch ein bihl warten?" Eigentlich hätt' fies gern noch ein wenig auf die lange Bant geschoben, wie sie's sonst liebte; hätte dem Zufall und einer kommenden Glücksstunde vertraut. Aber dann brannte es ihr wieder auf der Seele und im Herzen, inb sie war auch oder düntte sich ein wohlerzogenes Mädchen und zudem eine richtige junge Dame. Sie 'wustte, was (ich schickte — wie die Lore das eben verstand.
Also hat sie, ein paar Stunden nach der Ankunft in Berlin, das junge Herz m beide Hände genommen und ist zur Frau Muttei gegangen. Die ist eigentlich ziemlich weich gestimmt gewesen: die arge Rachricht über Luise hatte sie doch sehr beunruhig’ Aber sie war mitten im Packen und voll von Sorgen über ihre Reise nach Wien. Als daher das Töchttng eintrat, hat sie nur flüchtig vom Koffersack aufgesehen und so obenhin gefragt: „Was loll's denn? Stör 'mich nicht."
Darauf hat die Lore das Herz noch feiler in die Hände genommen und gesagt: .Gnädige Frau Mama ... ich must Ihnen berichten . . . dah ich mich verlobt hab'."
Hat die Mutter laut aufgelacht: „Tu alberner Kindskops Mit wem denn? Wohl mit einem von den Stallungen aas Krieblowih?"
„Die Frau Mama möge verzeihen. Rein — mit dem Herrn 'Baron von Bause." Das Hang schr>n ein wenig trotzig. „Alexander von Bause!"
Hat die Frau Mttter wieder aufgelacht: „Scheint, Last der dir nette Fladusen eingeblafen bat! Dem Mösjö sollt' man Len Kopf waschen, aber gründlich. Dir erst recht, du alberne Liese!" Tas Blut ist der Lore ins Gesicht gejagt, bis unter die blonden Stirnlocken. ,Erlauben dte
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O v. O
aufgewendeten Ausführungskosten betragen bei einer Gesaml-Meliorationsfläche von 86,1 Hektar! gleich 265 387,01 Mk., wrvon auf den Kreis Lauter- • bad) 41,5 Hektar mit 133 450,83 Mk. auf den Krci-3 Schotten 33,6 Hektar mit 108 067,63 Mk., und auf1 den Kreis Tübingen 11,0 Hektar mit 23 868,55 Mk Kosten entfallen. Von diesen sachlichen Kosten haben der Staat und die beteiligten Gemeinden je die Hälfte getragen, während die Kosten für Vorarbeiten und Bauleitung von dem Staat allein aufgebracht toerben ftnb. Die durchschnittlichen Kosten können wegen den noch bei einzelnen Unter- nehmungen fehlenden Kalkdüngungskosten nicht ge< nau angegeben werden. Sie betragen etwa unter schätzungsweiser Hinzurechnung dieser reftierenben Kosten 3600—4000 Mk. pro Hektar unb wechseln in den einzelnen Gemarkungen zwischen 600 bis 1500 Mk pro Morgen gleich i/t Hektar.
Bei der fortgesetzten Steigerung der Arbeitslöhne und der Preise für Dünger und Samen sind aud) im Rj. 1920 die Aussührungslosten gestiegen, unb bei der zunehmenden Teuerungswette unb an« bauernben Geldentwertung wirb mit einer weiteren Erhöhung für die nächste Zeit zu rechnen fein. Trotz dieser gesteigerten Kosten sind die Hut- weiden-Meliorationen, abgesehen von dem hohen Ruhen, der durch die Umwandlung von Oedland in Kulturland für die Allgemeinheit erzielt wird, für die beteiligten Gemeinden von ganz besonderem Interesse und großem Vorteil. In den letzten futterarmen Jahren wäre es ohne das Vorhandensein der meliorierten Hutweidenflächen für viele Landwirte reckt schwierig gewesen, die vorhandenen Viehbestände durchzubringen.
Die gestiegenen Futterpreise ermöglichen eS, ''ah das von ben Gemeinben aufgebrachte Meliorationskapital sich in wenigen Jahren amor» niiert hat. Aus nachstehender Aebersicht über die seitherigen Futterci löse auf den im "Rechnungsjahr 1919 meliorierten Flächen ist die hohe Rentabilität der in Rede stehenden Meliorationen recht ersichtlich und zutage tretend.
Die Verbesserung der Hutweiden im Vogelsberg.
Von Kulturinspektor Kunz (Lauterbach-
Seit Inangriffnahme der Hutweidenmeliorn Nonen im Vogelsberg im Jahre 1896, also bereite über 25 Jahre, ist im Berichtsjahre 1920 die um fangreichste Fläche, und zwar in neun Gemarkungen Zusammen 86,1 Hektar melioriert worden. Infolge Hindernissen in der Kalklieferung, konnte die vorgesehene Kalkdüngung nur teilweise ausgeführt werden, so dah die noch ausstehende Düngung auf bas Rj. 1921 verschoben werden muh. Hierdurch ist das Bild über die entstandenen Ausführungs- iosten nicht vollständig, wozu noch in der Gemar- lung Rebgeshain das Fehlen der Kosten der nach» tTäglich ausgeführten Einsaat kommt.
Die im Berichtsjahre für Reumeliorationen
Aus Stobt und Land.
Giehen, den 7. Febr. 1922.
ß. H. Bon der LandeSuniversl- tät. Assistenzarzt Dr. med. Adolf Seitz, der sich für das Fach der Geburtshilfe und Gynäkologie an unserer Universität zu habili- tieren wünscht, wird am Donnerstag, 9. Februar, nachmittags 6 Ahr, in der Kleinen Aula seine öffentliche Probevorlesung halten über das Thema: „Der heutige Stand der Lehre von der Menstruation".
Die schriftliche StaatSpru« fung für den höheren Forst dien st beginnt am 20. März dieses IahreS, vormittags 8’ / Ahr, zu Darmstadt im nördlichen Kanzleigebäude, Zimmer Rr. 69. Gesuche um Zulassung zu dieser Prüfung sind unter Der- Wendung des Eingabestempels von 1,50 Ml. spätestens bis zum 4. März d. I. bei der Ministerialabteilung für Forst- und Kameral- vertvalMng einzureichen.
•• Der Ankauf von Gold für ba 3 Reich durch die Reichrdunl unb bie Post erfolgt in bet Woche vom 6. bis 12. Februar b. Zs
Adreßbuch
der Stadt Gießen 1922
Die Hausliften werden während der nächsten Tage bei den Hausbesitzern oder ihren Stellvertretern durch die zuständigen Revierpolizeibeamten abgegeben. Die Zustellung der Hauslisten wird sich infolge des Eisenbahnerstreiks voraussichtlich noch um einige Tage verzögern. Zur Erlangung einer einwandfreien Einwohneraufnahme ist es erforderlich, daß jeder selbständige Hausbewohner seinen Eintrag eigenhändig und in der Reihenfolge der Stockwerke vornimmt. Nach einigen Tagen werden die Listen von der gleichen Stelle wieder eingefordert, bei der sie niedergelegt wurden. — Die Einwohnerschaft Gießens wird dringend darum gebeten, die Aufnahmearbeit durch sorgfältige Einträge und pünktliche Bereitstellung der Listen freundlichst zu unterstützen. Nur so kann die dem Vorteil der Allgemeinheit dienende Genauigkeit des wichtigen Nachschlag^ Werkes erzielt werden. — Der Bezug des Adreßbuches wird nur bei vorheriger Bestellung durch die Hausliste gesichert.
Der Geschäftswelt
zurBenachrLchtigung,daß der Anzeigenanhang des Adreßbuches baldigst abgeschlossen werden muh. Es wird deshalb hiermit nochmals um Einsendung der Anzeigentexte oder doch um Angabe gebeten, welcher Raum freigehallen werden soll. Es sei auch nochmals darauf hingewiesen, daß nur die Adressen der Anzeigenbesteller in sämtlichen Verzeichnissen des Adreßbuches ohne besondere Kosten durch auffälligen Fettdruck und unter Hinweis auf ihre Anzeigen hervorgehoben werden können; außerdem erfolgt die kostenlose Einfügung unter bret Grupven des Geschäftsverzeichnisses. Diese Vorteile sind nur den Anzeigenbestellern vorbehalten. Anzeigenpreise: viertelsertige Anzeige 200 Mk., halbseitige 350 Mk., ganzseitige 600 Mk.
Durchschn.
143397,03107549 0,75 fach
Wie einzelne Gemeinden diese Erträge ein- I schätzen, dürfte aus folgcnbcm hervvrgehen. So schreibt die Bürgermeisterei Oberseemen. „Sie werden staunen über die hohen Preise. Diese Flache hatte auch sehr schönes Futter und machte Reklame." Die Bürgermeisterei Herbstein teilt mit: „Hier können Sie den Anterschieb ersehen (soll wohl hcihen gegen unmeliorierte Flächen), das Futter war im Durchschnitt noch nicht zu teuer." Weiter sagt die Bürgermeisterei Ilbeshausen: „Der Erlös aus dieser Fläche ist ein ganz enormer, woraus die Rützlichkeit der Meliorationen hervorgeht",
ein Deutscher mit einigen tausend Mark ist hier mittellos, da bie Mark keinen Wert hat. Wir haben zur Zeit hier ungefähr fünf bis sechs Millionen Arbeitslose. Schon in normalen Zeiten ist es schwer für einen Ausländer (besonders für einen nicht Englisch sprechenden), eine Stelle zu finden. Infolge ihrer Ankenntnis der Verhältnisse werden dieselben als Preisdrücker mißbraucht und zu Arbeiten herangezogen, welche die Einheimischen nicht verrichten wollen. Ein sprachunkundiger Deutscher wird hier ungefähr so behandelt, wie vor dem Kriege in Seutfdjlanb die Polen, Galizier usw. verwendet wurden, d. h. schwere Arbeit bei schlechter Behandlung und geringem Lohn. In Deutschland kann sich niemand von den hiesigen Verhältnissen eine richtige Vorstellung machen, weil jeder den deutschen Verhältnissen entsprechend talhillcrt. Wenn die Regierung hier 160, 320 oder 640 Acker Land jedem frei als Heimstätte gibt, dann denkt ein tüchtiger unb fleißiger Mann in Deutschland, er könnte es bald mit so viel Land zu Wohlstand bringen, tatsächlich jedoch weih hier jeder, datz das ge^ schenkte Land nicht wert ist, die geringen Gebühren dafür zu zahlen. Weshalb? Run, atteS Land, das einigen Wert hatte, ist schon längst ausgenommen, und das Land, welches jetzt n«h ;u haben ist, ist Steinwüste und dann noch Hunderte von Meilen Dort" jeglicher Verkehrs- strahe entfernt. Es sind Millionen von Acres, aber niemand will es, denn es fehlen eben die Verkehrswege und Verbindungen.
Wenn wir in Deutschland so arbeiten und uns schinden würden, wie wir es hier tun, wir würden dort ein besseres Leben führen. Denn Sonn- und Feiertag kennt die Mehrzahl der Arbeiter hier nicht: es ist kein Anterschieb, ob es Weihnachten oder Reujahr ist. Wenn bas Wetter günstig ist laufen die Pslugrnaschinen Tag und Rächt, weil die Arbeiter froh sind, dah sie den Tagelohn ver dienen können und weil sie auch gar nicht wüssten, was sie mit dem Feiertag anfangen sollten: denn amüsieren nach deutschem Sinn gibt es ja gar nicht, kein Tanzlokal, kein Bier, keinen Wein, kein Theater — nur Kinematvgraphen, und toa? für welche! Gemütlichkeit kennen die Leute hier nicht, sie sind nicht mal fähig, dieses Wort z» übersetzen, es gibt keinen englischen Ausdruck dafür.
Ich will jedoch nicht sagen, datz es hier kein Ausländer zu etwas bringen kann, er hat hie, dieselben Aussichten wie in seinem Heimatlands — nachdem er englisch Fairn. Bei harter Arbeit unb genügsamer Lebensweise ist es möglich, nach und nach sich herauszuknausern unb ber täglichen Tretmühle: doch solange man für Tagelohn arbeiten mutz, ist es unmöglich, emporzukommen weil ber Tagelohn nicht grötzer ist als die notwendigen Lebenslüsten. es heitzt also 8—10 Stun den (stellenweise 12 Stunden, für Tagelohn täglich arbeiten unb bann noch 4—5 ©tunben ejrtrr täglich eigene Arbeit tun, unb wenn bas jemand in Deutschland tut, bann kann er auch vorwärts kommen, besonders wenn er bas erworbene Geld nicht für Vergnügungen ausgibt. Ich bin vor 10 Jahren ausgewandert, habe zuerst täglich 10 bis 12 Stunden in ber Fabrik gearbeitet, nach Feierabend unb des Sonntags Bienenzucht unk Gemüsebau betrieben und jeden Gent, ben ich ersparen konnte, zur Dergrötzerung der Imkerei verwendet (ich fing mit zwei Stöcken an), und heute bin ich so weit, dah ich selbständig bin al» Imker.
und endlich spricht die Bürgermeisterei Feldkrücken von dem «schönen" Erlös von 2101 Mark.
Wie bekannt, sotten teilweise bie meliorierten Flächen bei entsprechender Gröhe allmählich in Gemeindeviehweiden mit einem sachgemäßen uhb rationellen Weidegang eingerichtet werden, so dah hierbei der finanzielle Erfolg für die Gemeinde- kassen in der Hauptsache in Wegfall kommen wirb Aber bis zu diesem Zeitpunkt haben bie Gemeinden die aufgebrachten Meliorationskapitalien längst mrt Gewinn zurückerhatten. Andererseits haben die einzelnen Diehbesitzer bei den Weide- einrichtungen den Ruhen und Vorteil, unb wenn
„Rein! Rein, nein! Einmal könnt' ich schwach sein. Rie wieder. Vertraue mir, ßui'e, glaube mir. Glaube auch das: bie Wunde wird verharschen, langsam vielleicht, aber gewitz. And wenn sie bliebe: was wär's? Ein Erinnerungszeichen an den größten Glücksabend meines Lebens! Er- innere dich, wie wir beieinand.r! atzen, wie totr fühlten, datz wir uns liebten. Hab' ich dich nicht aus den Flammen getragen? Ja . . damit war dest du mein! Mein! Mein seelisches Egen
„Luise ... ich lieb: dich. Ich werde dich immer lieben! Es gibt nichts, was und ^trennen farm. Schau, ich mutz hrut, in weniaen Stunden hinaus, vielleicht in ntueii Krieg R'po'eon ist entflohen. Wir werden grtrmnl fein, melkti;t auf lange Zeit. Aber dein Bild ^ieht im Herzen mir mir. Gwad dein Bild, wie ich bid) jetzt sehe. Tas soll mit mir fein, bas werd' ich fest halten. Aber dazu sollst bu mir die Gewitzheit geben, datz du nicht an mir zweifelst! Datz du mich fo liebst, jetzt und immer, wie ich dich liebe. Jetzt unb immer! Sag's mir, Luise, gib es mir mit auf ben Weg!"
Langsam hatte sie sich aufgerichtet, den Kopf gehoben, sah ihn an. Legte ihre Hände auf ferne Schultern, flüsterte es war nur ein Hauch „Immer werd' ich dich lieben, Franz da Guter ... du Bester . . ."


