Ausgabe 
7.1.1922
 
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vn-ck un» Verlag- vrvhl'lche Univ.-Vuch- und Steinbruderei N. Lange. Schriftleitung, Seschästsltelle und vmderei: Schulstratze 7.

Briefe nur in Amerika gründlich gewür­digt, von den Franzosen dagegen recht kurz abgetan. Die Wirkung ist derjenigen ähnlich, die der Briefwechsel zwischen Hindenburg und dem früheren Kaiser draußen hervorgerufen hat. Es hat sich gezeigt, daß die Entente» zirkel ijirf)t so päpstlich waren wie gewisse deutsche Päpste, die jene Veröffentlichungen als schwer«- Schädigung der deutschen Inter­essen und ter Wirthschen Kabinettspvlitik ver­schreien wollten. Es dürfen jetzt wirklich mutig alle wirksamen Hebel angesetzt werden, um die schwere Last und Lüge von der Schuld Deutschlands am Weltkrieg in den Orkus zu

dargeboten hatte.

Dem Reklamedurst des Berliner Tage- < blattes, das beim Jahreswechsel interessante amtliche Berichte Iswolskis, des früheren rus- sischen Botschafters in Paris, veröffentlichte, haben wir diesmal gerne mit einem halb wehmütigen, halb hochgestimmten Prosit Reu­jahr Bescheid getan. Das Blatt, das jetzt dem Herrn Poincaro so wacker an die Waden fährt, hat bisher immer mehr für die west­liche (am Ende auch die östliche), als die deutsche Kultur übrig gehabt. ES hatte, wie es später zugestand, die begeisterten August- tage von 1914 von vornherein mit gemischten Gefühlen miterlebt. Desto weniger haben wir dagegen einzuwenden, daß eS jetzt eine Art Schwarzen Adlerorden sich auf die Brust heftet, denn die Veröffentlichung der Briefe Iswolskis und die Rachweise von der Kriegs­lüsternheit der damaligen französischen Diplo­matie sind wirklich ein nicht unbeträchtliches Verdienst. Der Hauptanteil daran gehört allerdings den maßgebenden Politikern der russischen Sowjetrepublik, die deren Archive geöffnet und bloßgelegt haben. And vielleicht werden wir in nicht zu fernen Lagen einmal die ganze, ungekürzte Aeberficht über das französisch-zaristische Ränkespiel zu Gesicht bekommen . . .

Wir erfahren durch Iswolski, es sei (1913) der französischen Regierung von äußerster Wichtigkeit gewesen, die Möglichkeit zu haben, die französische öffentliche Meinung auf die Beteiligung Frankreichs an einem durch die Lage auf dem Balkan hervvrgerufenen Krieg vorzuberciten. Pvineare wünschte bundes­brüderliche Einweihung in alle russischen In­formationen und Maßnahmen, die auf den kommenden Konflikt Bezug hätten; als Be­dingung für Frankreichs Teilnahme an solchem Krieg stellte er das berechtigte und erklär­liche Verlangen, daß das Zarenkabinett nicht völlig selbständig und überstürzt vorgehen dürfe. Das ist eine Enthüllung, die auf die gegenwärtigen großen Konferenzen in Wa- shington und Cannes doch eine gewisse Ein­wirkung haben sollte. Die Engländer und die Amerikaner wollen heute Realpolitik trei­ben, die unqelogenen und unverfälschten Tat­sachen sprechen und wirken lassen. Da mögen sie nun endlich auch die arg geschminkte, ge­puderte und in purer Vortäuschung eines guten Gewissens mit falschen Mitteln hvchfrisierte Parole des Weltkrieges einer Waschung un­terziehen, damit auch dieser reale Tatbestand die französischen Ansprüche ermäßigen helfe! So weit man sieht, werden die Iswolskischen

nehmen unb die Russen zurückweisen. roril Ibrx Hände mit dem Blute Unschuldiger befielt seien Die Alliierten müßten in ihren Beziehungen zu

sollen, um den Bericht der Sachverständigen zu prüfen, die sich bis jetzt mit der Reparationsfrage beschäftigt haben.

Paris, 6. Jan. (WTD.) Der Sonder-

die Sitzung, indem er seine Kollegen im Ober- sten Rate willkommen hieß, und den Wunsch aussprach, der strahlende Sonnenschein, und die günstigen klimatischen Wirkungen des Ver­sammlungsortes möchten die Teilnehmer der Konferenz konziliant stimmen und eine glückliche Lösung der zur Behandlung stehen­den Fragen günstig beeinflussen. Briand schlug die Bildung zweier Ausschüsse vor, von denen der eine sich mit den Reparationen und der andere mit der Frage des Wiederaufbaues Europas beschäftigen soll. Hierauf erteilte er Lloyd George das Wort.

Die Rede Lloyd Georges.

Wochenrückblick.

Die deutschen Politiker fast aller Par­teien, soweit sie sich in der Öffentlichkeit äußern, schwanken jetzt zwischen Pessi­mismus und Optimismus; zumeist ziehen sie sich nach chrem Für und Wider ins dunkle Loch des Pessimismus zurück. Später, in Zähren, ja, da kann uns die Sonne noch einmal leuchten, aber die Konferenz von Eannes wird uns nur die Schauer von Schnee und Regen ins Gesicht jagen. Wenn wir über die oft recht drastischen Verwarnungen Frankreichs durch die englische und ameri­kanische Presse in den letzten Tagen baß erfreut waren, wenn uns die Stimmungen in der Umgebung des amerikanischen Präsi­denten und die Anträge in den parlamentari­schen Körperschaften wohltuend durchrieselten, so sahen wir dabei zunächst in der Hauptsache die Auswirkung dieser Feststellungen und Er­kenntnisse in der inneren Politik Deutsch­lands, in der Zurückdrängung jener schaden- frohen Ankläger und Kritikaster an allem und jedem, was eine andere als ihre weltver­bessernde Weisheit dem deutschen Schicksal

DerTcmps" über eine Gntspannnng zwischen Frankreich und Deutschland.

Paris, 6. Jan. DerTem PS" er­klärt, das allgemeine Programm für bl? Ab­tragung der deutschen Schuld müsse nrlwen- digerweise auf eine grvßangelegte Kn dit - operation hinstreben, die nur dani ge­lingen könne, wenn ihr ein Abkomme i be- züglich der Schulden der Alliierten unb eine politische Entspannung zwi' ch en Frankreich und Deutschland vrraus- ' gegangen sei. Deutschland werde nur dann

en lassen.

Was hilft's? Die Linkspvst verfügt nicht mehr über die alten feurigen Rosse von früher, und an der Wende eines Krisenjahres stehen Enttäuschungen, die bei der Fwntabschreiwng nach Links mit jedem Schritte als größer und bitterer sich erweisen. Innerhalb der Mehrheitssvzialdemokratie hält man die wah­ren Herzensergüsse vielfach zurück, aber manch­mal kommen doch Geständnisse heraus, die oüher ganz unglaublich gewesen wären. So hat derVorwärts" in der Schuldftage in einer seiner letzten Rummern sogar Hinden- bürg und dem Kaiser eine gewisse Gerechtig­keit widerfahren lassen und der deutschen Politik nur vorgehalten, daß sie so dumm gewesen sei, die Ränke und die Kriegstreiberei der Entente nicht zu durchschauen. In der so­zialistischen HalbmonatsschriftDer Firn­werden in einem Rückblick auf das verflossene Jahr ebenfalls allerlei Wahrheiten zusammen­gestellt, die für die Beurteilung der Zeitlage bedeutsam sind. Sv heißt es darin:Die Akten, die unsere peinlichen Registratoren des politischen Erkennungsdienstes in das mit dem Etikettfortschrittlich" ausgezeichnete Fach ge­legt haben, werden von dem Weltensturm nicht viel respektvoller behandelt als die siegel­beschwerten Pergamente in dem Kasten des Aeberlebten." Es wird in dem Heft mit einigem Hohn dargetan, wie besonders die Räteprvgramme, diehimmelhochjauchzenden" Stimmungen der Novembertage, herunterge­kommen seien. Die Kommunisten in Rußland seien heute ganz tim Ende, nachdem Lenin und Trotzki den Kapitalismus wieder ins Land gerufen hätten. Die Internationale sei tot. Die Arbeiter der Siegerstaaten hätten mit Be­hagen zugesehen, wie ihre meist monarchischen Staaten der deutschen Republik mit der Sie­gerfaust die Kehle zuzudrücken sich anschickten. Der illusionäre, konstruierende Sozialismus sei gewesen, das Leben gehöre dem reformisti­schen Sozialismus.

Die Anabhängigen werden dem­nächst in Leipzig ihren Parteitag abhalten. Dabei wird auch Über die Möglichkeit einer Wiedervereinigung mit der mehrheits­sozialistischen Partei gesprochen werden. Ob die vomFirn" festgestellten Tatsachen auch ini Lager Ledebours und Erispiens ein auf» dämmerndes Verständnis gefunden haben? Oder ob Herr Scheidemann Lust hat, ttvtz des Riederbruchs des konstruierenden Sozialismus den Befürwortern der Diktatur des Prole­tariats bundesbrüderlich entgegen zu formen?

Die erste Sitzung der Konferenz der alliierten Mächte hat im Nautischen Klub um 11 Ahr vor­mittags unter dem Borsitz des Ministerpräsidenten Briand stattgesunden. Nachdem der Minister­präsident die Delegierten begrüßt hatte, hat aus seine Aufforderung Lloyd George seine An­sicht über die allgemeine Wirtschaftslage Euro­pas auseinandergeseht und gewisse Vorschläge for­muliert. Die Führer der verschiedenen Delegatio­nen haben ihre grundsätzliche Zustimmung zu die­sen Vorschlägen ausgesprochen, die im Ausschuß unterbreitet wurden, der heute nachmittag 31/? Ahr zusammentritt und gebildet wird aus den Mini­sterpräsidenten und den Ministern für die aus­wärtigen Angelegenheiten. Andererseits ist ent­schieden worden, daß die Finanzminister sich zu einer noch später festzusehenden Stunde vereinigen

Annahme von Hnjeigcn für die lagesnummer bis zum *Jlad)mutaq vorher ohnejede 'l>erbinölid)keit Dreis für 1 mm hohe für Anzeigen v 34 mm'Breite örtlich 70 *Pf., auswärts 90 'Pf.; für '.Reklamei Anzeigen von 70 mm Breite 3 ,0Pf. Bei Platz. Vorschrift20 .Aufschlag. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik. Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Aarl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen.

Der englische Premierminister führte aus: Diele Konferenz ist wahrscheinlich die wichtigste all derer, die seit tem Waffen­stillstand stattgesunden haben, denn ihie Beschlüsse werten Don weittragender Deteu ung srin. Das Schicksal Europas hängt von der Zu- sarnmenar eit ter alitierten Mächte ab. Sie müssen die schwere Verantwortung aus sich nehmen, die sich aus dem Zustand ter wirtschaftlichen Zer­rüttung ergibt, in ter weite Gebiete gegenwärtig darnieder!legen. Manche Leute behaupten, es sei unmöglich, die Aufgaben in Angriff zu nehmen, ohne die Vereinigten Staaten zu verletzen. Diese Gefahr ist nicht vorhanden, wenn die Kon­ferenz entschlossen ist. an den Bestimmungen des Vertrages nichts zu ändern. Die Eintracht ter Alliierten sei für den Frieden unentbehrlich. Am sie zu verwirklichen, ist es nötig, daß die Mächte bereit sind, gegenseitig Opfer zu bringen und daß sie anerkennen, daß eine jede von ihnen soviel wie möglich Opfer gebracht hat. Lloyd George bemerkte hierzu, man dürfe aus der Tatsache, daß das englische Budget im Gleichgewicht sei, nicht schließen, daß England keine Lasten zu tra­gen habe. Gr sagte, gerate wegen der beträcht­lichen Höhe ter Besteuerung sei dieses Gleich­gewicht hergestellt. Z. B. sehe das ganze eng­lische Budget allein sür Pensionen eine Ausgabe von 10 Millionen Pfund Sterling vor. Es ist eine undankbareAufgabefür feine Alli­ierten Mäßigung au predigen, wenn es sich um Deutschland und um die Deutsch­land auszuerlegenten Bedingungen handelt. Wer diele Rolle spielt, wird angeklagt, seine Alli­ierten Deutschland zu opfern. Es ist tatsächlich schwierig sich von dieser Beschuldigung zu rei­nigen. In Wirklichkeit ist es notwendig die Dinge so anzulehen, wie sie sind: Deutschland muh bezahlen bis zum höchsten Grade seiner Leistungsfähigkeit. Das erfor­dert die Gei-echligkett. Es tfl in allen zivili­sierten Ländern ausgemacht, daß der, der einen Schaden angerichtet hat, ihn wiedergutmachen muh. Aber wenn das Arteil gesprochen ist, so muß man prüfen, in welchem Maße es ausgeführl werden soll. Wenn ter Ver­treter Großbritanniens dafür eintritt, daß Deutsch-

solution angenommen:

Die auf ter Konferenz vertretenen Mächte sind einstimmig ter Ansicht, daß eine Win schuf tS- und Finanzlonferenz Anfang März einterufcn werten soll, zu ter alle europäischen Mächie ein- gelaten werden sollen, öie sind ter Ansicht, daß eine derartige Konferenz einen wirklichen und wesentlichen Fortschritt auf tein Wege zum wirtschaftlichen Wieterauchau Mittel- u id Ost­europas bitte. Sie sind ferner ter Ans cht, daß die Premierminister aller europä­ischen Rationen womöglich In Person an dieser Konferenz teilneymen stellen, damit den Anempfehlungen durch letztere so schnell wie mög­lich die Tat folgen kann. D e alliie ten Machte sind ter Ansicht, daß die Wi tercuhwl>me des internationalen Hand ks in ganz Europa, sowie die Entwicklung ter Hilfsquellen al.er Länder notwendig sind, um die Menge ter im Witt- schaftsleben Tätigen zu vergrößern und die Lei­den, denen die Devöllerung Europas ategesetzt ist zu vermindern. Eine gemeinsame An­strengung ter kräftigsten Staaten notwendig) um tem europäischen Wi ttchafts Y'tem lerne Widerstandskraft toteteruicb n. Diese Anstren­gungen müssen die Beseittgung aller Hindernisse zum Gegenstand haben. Sie müssen auch auf die Bewilligungvonausgedehnten Kre- ditenan geschwächte Länder ausgedehnt werden, ebenso auf die Wiederherstellung normaler Produktionsbedingungen. Sie alliierten Mächte sind der Ansicht, daß die unentteh lichen Gvnndb.d ngu gm iL wlgm en sind: 1. Die Rationen müßen über Au tausch- mittel verfügen, allgemein gesp ochen: f:e müssen bezüglich des Finanz- und Geldwesens Bedingun- qen festfehen, die dem Hantel g-nirgend Scher- beiten bieten. Alle Rationen müssen sich ver­pflichten, von jeder Propaganda Ab­stand zu nehmen, die die Orbmmg oder daS politische System eine- anderen Lautes benach­teiligen.

Alle Länder müssen gern ein tim die Ve-pflich- tung auf sich nehmen, von jetem Airgriss aus ihre Rachbarn abzusehen.

Eine Wirtschafts- nnd Finanz- Konferenz in Italien.

Cannes, 6. Jan. (HavaS.) Auf der heute nachmittag abgehaltenen Sitzung teS Obersten Rates wurde beschlossen, day die W i r t s ch a f t S - und F i n a n z k c- n s e - renz in Italien abgehalten werden soll. Die Vereinigten Staaten werden zur Teil­nahme eingeladen werden.

Cannes, 7. Jan. (HavaS.) Die inter­nationale Wirtschaftskonferenz wird In der ersten Hälfte des MonatS März in Italien wahrscheinlich in Genua, abgehalten werden. Amerika wird zur Teilnahme eingeladen wer­den, ebenso Rußland, letzteres unter !-en in der Resolution angegebenen Bedingung en.

politischem Gewicht bei weitem zu gering, um diesen Mangel irgendwie auSaleichen zu können." Der Boden sei für die kommenden Ereignisse und Entscheidungen s ch l e ch t vor­bereitet. DaS Schlimmste sei. daß Wirth die Steuerfrage nichtmit rücksichtsloser Ener­gie forciert" habe; die außenpolitisch ver­hängnisvollen Folgen würden sich in Cannes erweisen. Damit erhält also die Entente einen Wink, ja nicht zu vergessen. Deutschland mit der Zuchtrute der Finanzkontrolle zu strafen. Dem demokratischen Blatt mißfällt es stark, daß in den Steuerausschüssen des Reichs­tags von einem einheitlichen Mehrheitswillen keine Rete gewesen sei und es stellt, wie ter ehemalige Reichsschayminister Dr. Scholz in seinem von uns wiedergegebenen Aufsatz, fest, daß bei den Absttmmungen recht häufig die bürgerlichen Parteien als Mehrhett gegen die sozialisttschen Patteien stimmten. Das eröffnet Perspektiven in ter inneren Politik, die den alten, ttaditionellen Oppositionsgeist ter Frankfurter Zeitung unwillig umpvrbrau-

lanb nicht zum Bankrott getrieben wer­ten soll, betreibt er keine deutschfreundliche Politik. England hat kein Interesse daran, Deutschland zu schonen. Wenn dieses ruiniert wird, würde Eng­land der erste sein, der Vorteil daraus zieht. Wenn England dagegen Mäßigung zeigt, so gesch eht das, weil das ten allgemeineren und grohzügeren Interessen Europas und ter Welt entspricht. E s muß vermieden werden, Deutschland in das Chaos zu stürzen, in dem Rußland gegenwärtig barnieterliegt. Wenn die sozia­lem Zu stände in Deutschland zerrüt­te t w e r d e n, so wird es sich infolge seiner Fähig­keiten und infolge des Temperaments seiner Ein­wohner in viel gefährlicherem Maße für seine Nachbarn erheben als Ruß­land. Diese Erwägungen haben die britische Re­gierung ttotz der Proteste, die sich in Europa und England erhoben haben, dazu gebracht, zur Vor­sicht und Mäßigung zu raten. Lloyd George er­klärte, daß in ter Reparationsfrage die Leistungs­fähigkeit Deutschlands durch ten Wert seines Aus­fuhrhandels zum Ausdruck komme. Die Alliierten seien erstaunt darüber, daß Deutschland ttotz seines fortgcsch 'itte ten indust teilen Systems un> t oh der Produktivität seiner Fabriken so viel Schwierig­keiten habe, seinen Verpflichtungen zu entsprechen. Tatsächlich ist die Lage so, daß die Deutsch­land benachbarten Länder, mit ten en der

deutsche Hantel die lebhaf eßen De-ießungen un­terbau, auf industriellem Gettete zusammengebvo- chen und von der Handelsakte Europas gesttichen sind England hat selbst große Handelsbeziehun­gen zu Polen Rußland und Oesterreich-Angarn gehabt AuS solchem Austauschvcrkehr c gibt sich die international? Wvll ahrt ter We t Unter ten gegenwärtigen Amstänten leite England unter einem sehr großen Hebel. Die Arbeitslosig­keit belaste das englische Budget schwer. Be^ g i e n leite an einem ähnlichen Hebel Auch dort wie in Italien sei die Arbeitslosigkeit drückend. Frankreich befinde sich durch seinen großen Bestandteil an Landbevölkerung und durch die infolge des Wiederaufbaues ter zerstörten ©ebiete* geschaffene Arbeitsmöglichkeit in einer etwas besseren Lage. Zutimmenfa s nd könne ge­sagt werten, die allgemeine Gesundheit ter Welt ttanke. Die Alliierten müßten die Wiederher­stellung übernehmen. Die Vereinigten Staaten könnten das Beste dazu bei­tragen, aber man dürfe ihren Be­schlüssen nicht vorgreifen.

stürzen.

Die tote Galerie schöner Männerfopfe des Kabinetts Wirth ist nur an Sonn- und Feiertagen zugänglich; es weht darüber ein GrabeSduft des Vergangenen. Selbst die Frankfurter Zeitung erschauerte jüngst, als sie die Galerie wieder einmal betrachtete. Einen Finanzminister, einen Außenminister hat", so erklärte das Blatt voll bitterer Be­wunderung tereinen Person des Reichs- ^uptrnidftr"eMonff OTnOTmiftemIberichterstatt-r bef2tqentur in ©anneS

d-3 ist an Persönlichkeitsg-wicht, an l meldet: Ministerpräsident Drtand eröffnete

Kleinasien und Rußland die gleiche Haltung an­nehmen. Um die Wett toieterberxuHellen, gebe es nur einen Weg, den Frieden. Er schlage die Einberufung einer Konferenz vor, auf ter alle europäischen Länder vertreten fein würden. Rußland müsse man die Bedingung stellen, daß es die Grundsätze ter zivilisierten Halumen be­achten und jede Propaganda unteriahen wolle.

Danach erklärte D o n o m i. er schließe sich ter Ansicht Lloyd Georges an und stimme ter Anerkennung ter Dowjelregierung unter ten ge­machten Bedingungen zu. T h e u n i s gab eine ähnliche Erklärung ab. Der japanische Delegierte Gras Ishil gab noch einige Detailbemerkungen bezüglich ter Rußland gegenüber eiitzulchlagen» ten Haltung. A l s letzter sprach Briand. Er stimme grundsätzlich dem Vorschläge Lloyd Georges zu. vorausgesetzt, daß einige Einzel- beiten einer sicheren Prüfung unterzogen wurden. Man solle sich nicht von ©entimenialitätcn leiten lassen. Die Alliierten nähmen eine schwere Auf­gabe aus sich. Man erwecke Hoffnungen bei den Völkern, die nicht ohne Gefahr getauscht werden dürften. Die Fühlungnahme mit Rußland müsse von sicheren Garantien begleitet sein. Die von Lloyd George vorgelchlageneu Maßnah­men seien befriedigend, sie möchten heute nach­mittag im einzelnen betrachtet und teUiveije ver­bessert werten.

Rach tet Ansprache BriandS wurde die Sitz­ung geschlossen. Der Vorschlag Lloyd Georges. wurde im Grundsatz angenommen und die Prüfung auf die Rachmittagssltzung des Ausschusses ver­wiesen.

Die Einigung auf eine Enischliestnng.

Cannes, 6. San. (WTD.) In seiner heute nachmittag abgehaltenen Sitzung hat der Aas­schutz der Konferenz folgende Re-

Ur. 6

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poftschealonto: $rantfnrt a. M. 11686.

Die Eröffnung der Konferenz in Cannes.

Paris. 6. Jan. (Wolff.) Heber die erste Sitzung desOberstenRats. die heute vor­mittag II Ahr begonnen hat und um 1 Ahr 15 nachmittags zu Ente ging wird folgendes offizielle Kommunique veröffentlicht:

Erster Blatt 172. Jahrgang Samstag, 7. Januar 1922

SietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Gegenüber tem Bolschewismus führte Lloyd George aus, es bestehe ein Vorurteil, ohne daß damtt die gewiß vorhandenen Ge­fahren geleugnet toerten tonnen, ^oer man be- Q ^uiiujiuuv -----

trachte die Klagen ter Armenier uoeribrc Set- « ö « finten wenn es Vertrauen ein flöße, den. die sie auszustehen hätten. Man dürfe beim Deutschland daS sich In ständigem

Abschluß von Derttägen nicht Oie Türken an-1 unD em -yeuiiq/uuiv j