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Vornotjzen.
ins Weihe Meer". — Palast-Lichtspiele, ab heute
Landkreis Gießen.
Ott«
^eug. einen Revolver mit anievieseitengew<chre. Den
Diebstahl in als Verkenn
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als das silberne Fünfmarkstück sein.
Keine Dienftbeschädi^ung nach Ueberlaufen zum Feinde.
Iben- Aeb- j milten dui
j Köpfen tu 1 treten. -
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I lich
Aus dem Reiche.
Die Wahl des Reichspräsidenten.
Derlin, 5. Oft. (WTB.) DaS Reichs- kabinett beschloß nach Fühlungnahme mit
Wettervoraussage
für Samstag:
Zunächst wolkig und einzelne Regen« schauer, später aufheiternd, östliche Winde, kühler.
tob- I
_ — Tageskalender f-ü r Freitag Stadttheater, 7 älhr: „Des Esels Schatten". - Astvria--Lichtspiele: „Das Straßenmädchen von: Berlin - Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, heute: „F:- —* - — —
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Das Tief ist mit dem Temperaturgefälle südwärts gezogen. Das Wetter bleibt zunächst noch unbeständig, wird sich aber unter dem Einfluß eines nahenden Steiggebietes bald bessern.
Die Herweghs.
Eine rechtsrheinische Geschichte von Liesbet Dill.
9. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)
Aber die gute Großmama meinte, das käme erst, wenn man einen eigenen Haushalt hätte. Sie hatte sich damit abgefunden, daß ihre Enkelin einen Juristen heirate, wenn sie auch nicht verstand, wozu er immerfort Examen machte, wenn er doch Rechtsanwalt werden wollte. So ein Bräutigam fiel meist durch
Jedesmal, wenn sie Ernst begegnete, fragte sie ihn ängstlich „ob er denn nun bald alles hinter sich habe
Seit die Herweghs in dieses Haus kamen, horte man beständig von Examen. Der elegante Lutz stand vor deni Abitur, und es war wirklich Zeit für ihn: das Angstkind der Schmidt, dieser Herbert, den man immerfort in der Stadt traf, kam auf eine andere Schule und stand vor der Aufnahmeprüfung.
^„2lch, Großmutter," lachte Grete, „ich heirate doch nur Ernst . . ."
., 35er Ae alte Frau wiegte den haubenge- schmuckten Kops. „So hab' ich auch einmal gesagt, als ich achtzehn Zahr war, und dann hab' ich die ganz Familie Kollin mitgeheivatet, eine Schwiegermutter mit vier Söhnen und drei Töchtern. Und das waren die allerschlimmsten. Mach nur, daß er nicht durchfällt, Grete, geht lieber nicht so viel spazieren . . ."
Bei Kollins und deren Bekannten herrschte Liebereinstimmung im Urteil über den Bräutigam. er war cm Genie.
** Eisenbahnunfalk auf der Strecke Gießen — Gelnhausen. Gestern vormittag 6.50 Uhr stteh der Per- vnen-ug Nr. 519 bei Dahnwärterposten Nr. 39 zwischen den Bahnhöfen Stockheim und Bleichen buch mit einer leeren Lokomotive zusammen. Einige Reisende wurden leicht verletzt. Der Materialschaden ist gering. Die Untersuchung ist eingeleitet.
** Fahrraddieb st ah l. Gestern nachmittag gegen 33/< Uhr wurden aus dem Hofe Asterweg 9 zwei dort unangeschlossen aufge- tellte Fahrräder, Fabriknummer 421 614 und 255 519, mit Kupferring an der Lenkstange und gelben Felgen mit schwarzen Streifen, gestohlen. Bor Ankauf wird gewarnt. Es sei an die- er Stelle nochmals darauf hingewiesen, Fahrräder nicht unangeschlossen auf der Straße tehen zu lassen.
" Die Trockenanlage des Elektrizitätswerkes ist vom 8. d. Mts äb nur noch an besttmmten Tagen der Woche geöffnet. Näheres ist aus einer Bekanntmachung be$ heutigen Anzeigenteils zu ersahen.
A Altveteranenbeihilfe. Die 21 Bertretervers ammlung des Deutschen Reichskriegerbundes Kyffhäuser, die berufene Vertretung von 30 Vereinen mit 21/2 Millionen ehemaligen Soldaten, hat an die Reichsregierung die drin- ;ende Bitte gerichtet, die VeteranmcheMlfe für die durchweg im Greisenalter stehenden Altveteranen auf monatlich 200 Mark zu erhöhen. Sie betrug bisher nur 50 Mark monatlich
•• Sch werkr iegsbeschadigtenab- keile in l) - Zügen. Auf eine Anfrage aus
luit fünfzackigen Kronen bestickt, sogar die Staubtücher trugen rote Krönchen. Herr Kollin begann wreitd- über den Nutzen einer Monarchie und den Krieg siebzig milder zu urteilen, seit Sonntags em General an fernem Tische saß, wenn auch dieser von der ihm angebotenen Brüderschaft feinen Gebrauch machte.
Doktor Rickert war nun auch bei Kollins Hausarzt geworden. Kollin litt an Gicht, und seine Gattin war feit Zähren leberleidend Rickerts medizinische Künste hatten in der Nkainzer Straße bisher nur Herwighs erprobt. Der Lümmel hatte sich an Kaisers ©eburtStag die Arme mit Spiritus bestrichen und diese angezündet, um die Leute damtt zu erschrecke. Er war schreiend mit seinen lichterloh brennenden Armen in das Haus at holpert, Trina mußte den ersten besten Qfeu holen, und sie lief zu Doktor Rickert, der an der Ecke wohnte. So war man bekannt geworden Daß Rickert seitdem in dem Herweghschen Hause verkehrte, verdautte man im übrigen Liane. Llnd daß er bei Kollms Hausarzt geworden war, Der- twnfte man ihr ebenfalls. Fräulein Schmidt hatte ihwi neuen Freunden einen zarten Wink erteilt und Kvllm Ware fein jovialer Rheinländer qe- toefen, Wenn ihm Hochzeiten feinen Spaß gemacht
-Leben und leben lassen, gelt. Frau
Durch das Lieberlaufen zum Feinde wird die Zugehörigkeit zum deutschen Heere eigenmächtig gelöst. Der später von der feindlichen Zivilbevölkerung erschlagene Lleberläufer gehört demnach nicht mehr dem deutschen Heere an. Infolgedessen kann sein Tod nicht als auf einer Dienstbeschädigung beruhend angesehen und den Hinterbliebenen eine Versorgung nicht zugesprochen werden. Denn Voraussetzung der Hinterbliebenenversorgung ist, daß der Verstorbene an den Folgen seiner während der Zugehörigkeit zum deutschen Heere erlittenen Dienstbeschädignng gestorben ist. Hieran kann die Tatsache nichts ändern, daß der Verstorbene als Lieberläufer nach Völkerrecht noch als zum deutschen Heere gehörig zu betrachten ist und als Kriegsgefangener zu behandeln war. Er gehörte zwar nach den Grundsätzen des Völkerrechts, aber nicht im Sinne der Versorgungsgesetze dem deutschen Heere an. Daß der Verstorbene unter die später den Llcberläufern erteilte Amnestie fällt, ist ohne Belang. Denn die Amnestie beseitigte die strafrechtlichen Folgen der Tat, konnte aber die durch das Ueberlaufen gelöste Zugehörigkeit zum deutschen Heere nicht wieder Herstellen. (Urteil des Reichsversorgungsgerichts.)
Beschwerden über den Fernsprech- betricbSdienft.
Die Erledigung von Beschwerden in Angelegenheiten des Fernsprechbetriebsdienstes wird häufig dadurch verzögert und erschwert, daß die Fernsprechteilnehmer sich an eine nicht zuständige Dienststelle wenden, z. B. an das Reichspostministerium. Zuständig sind in erster Linie die Post-, Telegraphen- und Fernsprechämter, denen die Vermittlungsstelle untersteht. Nur diese sind in der Lage, sogleich die nötigen Feststellungen zu machen. Gegen die Entscheidung der Verkehrsämter kann gegebenenfalls Berufung bei der vorgesetzten Oberpostdirektion eingelegt werden, die endgültig entscheidet. Das Reichspostministerium kann sich mit einfachen Betriebsangelegenheiten im allgemeinen nicht befassen.
„Und feine Spur von Einbildung," versicherte Kollin den Freunden am Stammtisch. Ein großartiger Jurist, ein Künstler, und gar nicht überspannt, man konnte so vernünftig und sachlich mit ihm reden. „Ernst, wenn du dich mal hier niederläßt, meine ganzen Freunde find dir fi$er "
Ernst bereitete sich indessen auf sein Examen vor. Es war Sommer geworden. Er arbeitete bei offenem Fenster, feine Shagpfeife dampfend, in seinem Mansardenzimmer, während sein Blick oft sehnsuchtsvoll nach den Taunushöhen schweifte über denen der Himmel sich klar und blau spannte.' DeS Abends war er bei seiner Braut.
Während dieser Brautzeit kam er durch das Studieren nicht zum eigentlichen Genuß des Lebens, denn dieses konnte doch unmöglich darin bestehen, daß man von morgens bis abends blaue Hefte beschrieb und auswendig lernend in feiner Bude auf und ab schritt, um ein Examen nach dem anderen zu machen. Einmal mußte alles Lernen ein Ende haben. Und er träumte und malte sich diese Zukunft aus in rosigen Farben.
Man hatte ehre schöne geräumige Wohnung mitten in dpi Stadt, im Eckhause des Herrn Goldenberg, eines Sackfabrikanten in der Koch- brunnenflrabe, gefunden. 3m ersten Stock wurden Bureau und die Warteräume eingerichtet, im zweiten die Wohnung, ein Dienstmann trug bereit# aus der Eisregion große Kisten mit Büchern, Noten, Meerschaumpfeifen und Musikinstrumenten herüber, es war das einzige, was Ernst in feine neue Ehe mitbrachte.
Das übrige tarn von Grete. Herr Kollin hatte mit der Ausstattung nicht geknausert. Wochenlang hatten die schweren, geschnitzten Palisandermöbel in dem Schaufenster der ersten Möbel ha ndlimq
von Mainz gestanden, und Fräulein Schmidts Bekannte wußten, daß das Schlafzimmer achttausend Mark gekostet hatte — „allein das Schlafzimmer".
Wenn man in Rheinau lebte, so mußten die Ausstattungsmöbel nämlich aus Mainz kommen, und die Mainzer fuhren wieder nach Frankfurt m die' Möbelfabrik, welche dort den Vorzug ge° die Frankfurter aber kauften bestimmte Möbel wieder nur in Rheinau. Man war bereits Mainz herübergefahren, um Schokolade m einer Konditorei am Dom zu trinken abmws ins Stadttheater zu gehen, und dazwischen betrachtete man sich Gretes neue Möbel
Eine ganze Gesellschaft, Generals an der Spitze, zog mit, und einmal hatte man sogar über das auf den Straßen herrschte, die Möbel vergessen und erinnerte sich löw: erfl abends cmf der Rückfahrt im Zug. Die toöL‘ trotzdem fertig geworden 1"?en prächtig hergerichteten A? w- Kochbrunnenstraße, an deren Ecke Straßenbahnlinien kreuzten. Ernst trug enbUcb den Assesso^itel ~ er hatte auch dieses ©tarnen mit Auszeichnung gemacht, und das große Messingschild tonnte am Eingang befestigt werden. Die Hoch,zeit fand statt. Sie war • ^>er Kollinsche Bekanntenkreis bestand
eigentlich nur aus ein paar Freunden, mit denen "Mainzer Hof" Skat spielte, die „gesellschaftlich mcht verkehrten".
r. 'dieser Stadt, in der man „über Generale stolperte , war es nicht leicht, in die ersten Kreise hmeinzukommen. Aber Grete hatte sich mit einem füpnen Salto mortale, wie ihr Vater sagte, hinein- geschwungen, und ihre Ausstattungswäsch^ war
Ernst, der junge Ehemann, in seinem A^Mms vor seinem Rasierttfch an dieses ganze Zwischenstadium bei un^ l.ewe Hochzeit dachte, fiel ihm sonderbarerweise immer nur die Zuchthaus- von Wilde em, die Liane nach dem Hoch- zeitsdmer deklamierte. (Fortsetzung folgt)
△ Grünberg, 5. Oft. Unter dem Vor» sitze des Lehrers Roth sand hier der H a f f i a « bezirkstag Grünberg statt. Kamerad Petri- Beltershain berichtete über den Verba ndstag in Darmstadt. Er wies besonders darauf hin, daß es Hauptaufgabe der Hassia sei. sich der Veteranen, Kriegsbeschädigten und -Hinterbliebenen anzunehmen und eine tatkräftige Fürsorge für diese ins Werk zu setzen. Kamerad Eckstein-Weickartshain, ein Kriegsbeschädigter, wurde mit dem Posten eines Obmanns des Für- sorgeausschusses im Bezirk Grünberg betraut. Zum 2. Bezirksvorsitzenden wurde Petri- Belgershain gewählt. Die Hassialotterie, deren Reingewinn den Kriegsbeschädigten und -Hinterbliebenen ziv gute kommen soll, wurde den Vereinen sehr emp- 1 fohlen.
den Parteien, den Präsidenten des Reichstages zu bitten, alsbald einen Beschluß des Reichstages über die Wahl des Reichspräsidenten herbeizuführen. Als Wahltag schlägt die Reichsregierung dem Reichstag Sonntag, den 3. Dezember, vor. Der Reichsminister des Innern hat die Landesregierungen ersucht, die Gemeindewahlbehörden anzuweisen, alle erforderlichen Vorbereitungen für die Wahl des Reichspräsidenten sofort in die Wege zu leiten.
Die Verhandlungen über die Deamtenbefol- dung.
B e r l i n, 5. Sept. Der „Lok.-Anz." hört, daß die Verhandlungen mit den Spitzenorganisationen über die Neugestaltung der Beamtenbesoldung gestern von der Reichsregierung abgebrochenwordensind. Während über die Neuregelung der Grundgehälter im wesentlichen eine Verständigung erzielt werden konnte, konnte man sich über die Neugestaltung der Frauenzulage nicht einigen. Das Bestreben der Reichsregierung, durch prozentuale Gestaltung der So- zialzulagen eine weitere Nivellierung der De- amtenbezüge zu unterbinden, wurde von den Verbänden, mit Ausnahme des Reichsbundes der höheren Beamten, bekämpft. Die Regierung erklärte den Gewerkschaften, wie das Blatt meldet, sie gebe ihnen Gelegenheit, bis heute mittag mitzuteilen, ob sie auf ihrem verneinenden Standpunkte verharren würde. 3n diesem Falle würde die Regierung eine eigene Vorlage dem Reichstage unterbreiten.
Der Tabakzoll.
Wie mehrere Blätter mitteilen, hat das Reichökabinett beschlossen, von jeder Erhöhung desTabakzollesAbstand zu nehmen und die Einfuhrsperre für Tabak sofort aufzuheben.
Die deutsch-russischen Handelsbeziehungen.
Berlin, 6. Oft. Wie das „Berl. Tgbl." hört, haben gestern nachmittag in Berlin auf Einladung des Reichsverbandes der deutschen Industrie Besprechungen über die Frage stattgefunden. mit welchen Mitteln die deutsch-russischen Handelsbeziehungen gefördert werden könnten. Die Beratungen sollen demnächst fortgesetzt werden.
Die Memoiren deS Fürsten Bülow.
Berlin. 6. Ott. Einer Korresvondenzmel- dung zufolge soll sich der frühere Reichskanzler F u r st D ü l o w auf Grund des jetzt veröffentlichten Kaiserbuches entschlossen haben, seine Memoiren. die ursprünglich erst nach seinem Tode erscheinen sollten, schon jetzt zu veröffentlichen
Kreis Friedberg.
/ Butzbach, 4. Oft. 3n der jüngsten De- j meinberatgfiöung beschäftigte man sich mit | ber Frage der Wasserversorgung des \ westlichen Stadtteils. Besondere Schwie- ; rigfeiten bereitet natürlich die Geldfrage Der 1 von der Stadt vorgesehene Betrag von 2 Millio- nm Mark ist infolge des Neubaues des Schal- Hauses, der den Kredit ziemlich in Anspruch nimmt ' fe^r schwer zu beschaffen. Lim Mittel in dem er- forderlichen Umfange flüssig zu machen, schlug ■ der Beigeordnete Wittig vor, einen Teil des i StadtwaldeS, der schlagreif ist, abzuhol- j Sen Mit dem aus dem Holzverkauf gelösten (Selbe könne der Hochbehälter für die Wasser- | Versorgung erbaut werden, und der Gemeinde 1 bleibe der Grund und Boden doch erhalten. Diesem Vorschläge soll jetzt nähergetreten werden. Man will in dem wasserarmen oberen Stadtteil noch zwei weitere Brunnen zur Wasserversorgung 6er- anziehen.
Starkenburg und Nheinhessen.
wd. M a i n $, 5. Oft Der Schreinermeister Krohle von hier wurde von seiner Frau und seinem 21jährigen Sohn bei der französischen Gendarmerie denunziert, er habe Waffen im Besitz, ferner habe er in einem französischen Automobil - Heerespark Handwerkszeug, und während des Krieges einem gefallenen französischen Offizier in Frankreich einen Gummimantel, einen Feldstecher und eine ilbr ent- toenM. Q3ei der Haussuchung fand dieGendarmerie
Gießen, den 6. Oft. 1922.
Der Landeseisendahnrat Frankfurt a. M.
trat am Mittwoch in Frankfurt a. M. unter dem Vorsitz des Präsidenten der Reichsbahndirektton »vanffurt (Main) Dr. Stapfs zu einer Sitzung zusammen. Er beschäftigte sich mit verschiedenen Anträgen auf Verbesserung der Zug- verbi n du n g e n auf den Strecken Koblenz— Gießen, Gießen—Fulda und Aachen- Berlin und auf Herstellung einer Verbindung zwischen Darmstadt und Frankfurt im Anschluß an die Schnellzüge D 208/207 Basel-Holland Die Reichsbahnverwa ltung stellte möglichste Berück- sichttgung im nächstjährigen Fahrplan in Aussicht. Ein Antrag des Kommerzienrats Karl Grünewald-Alsfeld auf genaue Präzisierung bes Begriffs „Kostbarkeit" im Deutschen Eisenbahn-Gütertarif Teil A erledigte sich durch die Mitteilung der Reichsbahnverwaltung, daß diese Frage seit längerer Zeit Gegenstand 6er Erörterung unter den deutschen Bahnen sei und zur Zeit dem Reichsverkehrsministerium sowohl wie der ständigen Tarifkommission vorliege. Die Reichsbahnverwaltung sttmmte ferner einem Anträge des Abgeordneten Bähr-Büdingenzu, Kartoffeln zur unentgeltlichen Abgabe an Unbemittelte im Rahmen der für Liebesgaben geltenden Bestimmungen frachtfrei zu befördern. Eine weitere Anregung aus der Mitte der Versammlung, die am 1. April d. Z für Handwerkslehrlinge eingeführte Fahrpreisermäßigung allen Lehrlingen m geregelter Berufsausbildung zuzuwenden, wurde zur Kenntnis genommen und wohlwollende Prüfung zugesagt.
5bOÜ-Mark-Scheine und neues Hartgeld.
Laut „Voss. Zta." wird wahrscheinlich noch im Laufe des heutigen Tages mit der
Ausgabe von neuen 5000-Markschei- n e n begonnen. Von den neuen Scheinen sollen täglich iy2 Milliarden in den Verkehr geworfen werden. Man hofft dadurch, die Geld- zirkulation flüssiger gestaltenzukönnen. Gleichzeitig trifft man Vorbereitungen für die Herausgabe neuen Hartgeldes. Außer Dreimarkstücken sollen Zehn- und Zwanzigmark st ücke in Verkehr gebracht werden. Das Zehn mark st ück wird etwas kleiner als das Dreimarkstück vor dem Kriege, und das Zwanzig markstück etwas klei-
dem Reichstag, ob es möglich sei, daß reservierte grafe D Abteile für Schwerkriegsbeschädigte auch in Eib ' und O-Zügen eingerichtet würden, wie es be- reite in den Personenzügen geschehen sei, bat bei Reichsverkehrsminister geantwortet, daß Abteile ' n für Schwerkriegsbeschädigte nach den geltenden Bestimmungen auch in denjenigen Schnell- und Eilzügen bereitzuhalten sind, die häufig vor Schwerkriegsbeschädigten benutzt werden.'
M erschießen Er, Günther, hielt diesen Plan, für unausfuhrbar und machte einen anderen Vor- schlag, aber nur in bet Absicht, Stubenrauch bin- Er e6 nicht für angebracht hielt, politische Mättyrer au schaffen. Auch Ernst Wer- ner Zechow habe den Plan Stubenrauchs als sinnlos abgelehnt, wie ihn auch Kern und Fischer verworfen hätten. Er habe den Eindruck gehabt, daß diese selbst einen fertigen Plan in der Tasche gehabt hatten. Später sei Stubenrauch in den Steglitzer Ratskeller zu einer ilnterrebung bestellt tooroen, von der er sehr enttäuscht zurückgekehrt sei. Es sei gesagt worden, daß Rathenau auf eine anitere Weise beseitigt werde. Es sei von Gefangenenbefreiung die Rede gewesen. Der Angeklagte habe sich ferner bereit erklärt, die Garage zu besorgen und habe auch die Deschafsiing der Maschinenpistole übernommen. Auf Befragen des DmNeidigers Dr. Sack gab der Angeklagte zu, daß es sich von seiner Seite um eine Wichtigtuerei gehandelt habe. Die Maschinenpistole hätte Voß besorgen sollen, dem er aber nicht gesagt habe, daß sie zur Ermordung Rathenaus dienen sollte. Erst später habe er ihm das angedeutet. Die Vorgänge in der Schüttesch-en Wohnung schilderte der Angeklagte ähnlich wie Techow. Dieser sei bei den Besprechungen meist zugegen gewesen. Am Vormittag nach der Zusammenkunft bei Schütz fei der Plan nochmals von Kern und Fischer mit ihm besprochen worden. Kem und Fischer hätten erst eine Probefahrt machen sotten. Die Maschinenpistole sollte aber auf alle Fälle mitgenommen werden. Rach der Fahrt hatte er den Auftrag, die Sachen wegzuschaffen. Als Techow mit dem Auto zur Garage zurückkehrte, habe er gesagt: die Sache habe gettappt, oder so ähnlich. Auf die Frage des Vorsitzenden gab der AngMagte zu, sich bewußt gewesen M sein, daß er Beihilfe zum Morde geleistet habe. Falsche Päsie und Geldmtttel habe ein Herr von Rohden besorgen wollen. Der Oberreichsanwalt stellte fest, daß von Rohden der ist, der Günther angezeigt habe. Hieraus trat eine Pause ein.
.Nach der Pause verkündet der Vorsitzende den Gerichtsbeschluß, einige Teilnehmer am Festabend des Deutschnattonalen Zugendbundes, wo Günther stürmisch begrüßt worden sei, als Zeugen zu laden. Hierauf begann die DernchMung des Angeklagten von Salomon. Dieser sagte aus, er habe Kern in Frankfurt a. M. keimen gelernt und verehre ihn schwärmerisch, auch jetzt noch, den Mord und feine Gründe billige er nicht, bewundere aber den Mut, mit dem Kern die Tat begangen und die Folgen daraus gezogen habe. In nationalen Kreisen, in denen er verkehrt habe, sei niemals von der Ermordung, nur von der Beseitigung Rathenaus die Rede ge-i esen Unter Beseitigung habe man immer nur die Beseitigung als Minister oder Politiker verstanden. Kem habe allerdings später von Ermordung gesprochen was er aber nur als Bruchstück der Unterhaltung zwischen Fischer wisse.
In der wetteren Vernehmung erklärte der Angeklagte v. Salomon, daß er den Plan Kems, Rathenau zu ermorden, gern verhindern wollte, er habe versucht, durch Dritte Kem von dem Plan abzubringen. Auch Tillessen sei anscheinend mit dem Plane Kems nicht einverstanden gewesen, habe aber geäußert, er könne Kem nicht hindern, wenn er auf feinem Plan bestehen bleibe.
Angeklagter Niedrig erklärt, er habe niemals der Organifation C angehört. Seine Aussage vor dem älnterfuchungsrichter, daß das von , Dresden geholte,Auto zur Ermordung Rathenaus benutzt werden sollte, sei unwahr. Die Namen der l Personen, die ihm als zu beseitigende genannt wurden, habe er zuerst durch Kern in Berlin F gehört. — Angeklagter Warnecke erklärte, ihm sei von der Absicht, Rathenau $u ermorden, » nichts bekannt gewesen. Er habe nur von Waffenschiebungen gewußt. — Angeklagter I l s e - mann sagte aus, er habe die Maschinenpistole aus Dankbarkett gegen Kern aufbewahrt. Als die Maschinen Pistole abgeholt wurde, habe er nicht gewußt, zu welchem Zwecke. Sonst hätte er sie nicht ausgeliefert. Auf Befragen erklärte Ilse- -.mann, Techow habe von der Maschinenpistole nichts bemerkt. Die Pistole sei auseinandergenommen und in ein starkes Kartonpapier eingepackt gewesen. Er habe sie selbst zusammen mit dem Mantel ins Auto getragen, wo sie zu Füßen Kerns und Fischers gelegen hätte, lieber den Verbleib deS Koffers Kerns, der in Schwerin aufbewahrt wurde, verweigert der Angeklagte die Auskunft, um nicht eine ihm nahestehende Person in die Angelegenheit zu verwickeln. Er bestreitet aber entschieden, den Koffer persönlich besettigt zu haben. Auch als der Oberreichsanwalt erklärt der Koffer sei gefunden worden, bleibt Ilsemann bei seiner Weigerung.
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— Stadttheater. Nochmals fei au) H Kredit sol dte heuttge Eröffnungsvorstellung der dies- jnetendm jährigen Spielzeit mit Ludwig Fuldas "' neuestem Lustspiel „D e s E s e l s S ch a t t e n" hingewiefen. Da das Werk, das im alten Ab- dera spielt, die Gestalt des griechischen Philosophen Demokrit auf die Bühne bringt, dürfte es interessieren, daß Fulda die Lehre des genialen Philosophen, der ja mit Recht als Vater der modernen Atomtheorie bezeichnet wird, wie er auch als Erster die wayre Natur des Milchstraßensystems erkannt hat, in seinem Werk in humorvoller Weise streift.
den Angeklagten wegen einfachen ^iebflab^^ t>er° ubt in einer Heereswettkstätte in Mainz, und ver-
Heutiger Stand des Dollars
10 Uhr vormittags:
Berlin 2175, Frankfurt 2175—2195.


