Ausgabe 
6.6.1922
 
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mid) t*rf tn ber Blüte frebenbe Äorn nachteilig etngetmrft Haden, muh abgenxrrtet werden Bei der in der abgelaufenen Woche abgehaltenen Heugrasver steigerung der fiskali­schen Wiesen ttxitoen Preise bis zu 9000 OHI. für die Wiese bezahlt. Kurz vor dem Kriege hätte man etwa fünf Wiesen in dieser Droste für diesen Preis als eigen erwerben können. Durch den Grun- futtermangel ist die durchweg kleinbäuerliche Be­völkerung unserer Gemeinde gan^besonders auf das GraS dieser Wiesen angewiesen, um nicht ge­nötigt zu sein, den schon aufs äusterste beschränkten Viehbestand noch weiter verringern au müssen. Andererseits durste der Staat durch diese hohen Einnahmen in die Lage versetzt sein, einen gröberen Prozentsatz deS Erlös«! zu Düngungs- zwecken für die Wiesen verwenden zu können.

Kreis Friedberg.

Streik-Ende in Wölfersheim.

spd. WölferSheim, 5. Juni. Der Streit auf der Drude Wölfersheim ist nach kurzen Der» f-anbUngen zw.schen der Streikleitung und der Direktion wieder beigelegt worden.

fpd. Dad-Aauheim, 5. Juni. 2lus einem hiesigen Privathvtel wurden un­ter erschwerenden Llmständen Damenkleider, Koffer und mehrere tausend Mark gestoh­len. Ferner wurden mehrere Fahrräder entwendet. Aller Wahrscheinlichkeit nach han­delt es sich um einen internationalen .Hoteldieb.

Kreis Schotten.

wg Gedern, 4. Juni. In der Frühe des Pfingstsonntags begab sich eine Schar junger Leute miß Frankfurt zum Drohen See, um dort ein Bad zu nehmen. Plötzlich versank, etwa 40 Meter vom Ufer entfernt, ein 20jähriger junger Mann. Die Dersuche seiner rasch Aur Rettung herbeigeeilten Kameraden waren leider nicht von Erfolg gekrönt. Der Ertrunkene soll deS Schwimmen- nicht recht kundig gewesen sein. Die Teilnahme, die der tragische Fall hier hervor- gerufen bat. ist allgemein. Man sieht wieder auf- neue. dast beim Baden im Drohen See, der schon mehrere Opfer gefordert hat, gröhte Vorsicht ge­boten ist. besonder- für den nicht Ortskundigen.

ha. U l r i ch st e i n. 2. Juni. Gestern abend veranstalteten Marburger Studenten und Studentinnen, die sich auf einer Wander­fahrt durch BoaelSberg und Gpesiart befanden, auf unserem Schlvstberg eine wohlgelungene Auf­führung de- r chen f p ieIS: »Die kluge Bauerntoch ter". Die recht zahlreich erschienenen Zuschauer, besonder- die Jugend, dankten durch herzlichen Beifall den Däften an­der Musenstadt für den frohen Abend. Wir wünschen diesen und ähnlichen Bestrebungen zur 5örbcrung guter DoUSunterhaltung den.besten Erfolg.

Starkenburg und Rheinhessen.

tob. Offenbacha M.. 3. Juni. Die Stadt­verordnetenversammlung bewilligte für die Förderung der Bautätigkeit fünf Millionen Mark zur Gewährung von Ueberteue- rung-darlehen unter besonderen Bedingungen. Ferner wurde der Oberbürgermeister ermächtigt, für die Zwecke de- Wohnungsbaues Darlehen bis Aur Höhe von 40 Millionen Mark aufzunehmen. Eine weitere Bewilligung von 5y3 Millionen Mark soll der Herrichtung von Wohnungen durch Um­bauen sogenannten Milchhofes bienen.

Mai nz. 3. ßunl (WTB.) 3n bem Streik der kaufmännischen Angestellten In Mainz. Wiesbaden und Umgebung ist heute nach­mittag unter dem Vorsitze des Demobillnachungs- kommtssar- ngch etwa sechsstündigen Verhand­lungen eine Einigung dahin erzielt wor­den. dast über die Schlichtungssätze hinaus per Mai 5 Proz. und per 3uni 35 Prvz. bewilligt werden. Die Arbeit soll am Dienstag wieder ausgenommen werden

Kreis Wetzlar.

Metallarbeiterstreik in Wetzlar.

fpb. Wetzlar, 5. Juni. 3n denD uderu-- werken haben die Metallarbeiter zum Teil die Arbeit eingestellt. Sie haben den in der Lohn­frage vom erchlichtungsausschuh gefällten Schieds­spruch abgelehnt. Jetzt sind Verhandlungen zwi­schen bei- Bezirksleitung der Metallarbeiter und der Werk-direkt ivn eingeleitet. Durch den Streik würbe die Versorgung von etwa 50 Dörfern mit Elektrizität und Wasser in stärkster Weise ge­fährdet, so dah man die Technische Rot» Hilfe einsetzen muhte. Zu ihrem Schuhe wurde aus Frankfurt a. W. und Weilburg je ein grö- bered Kommando der Schutzpolizei herbeigerufen. Die Lage erfuhr dadurch eine wesentliche Ver­schärfung. Aach langen Verhandlungen mit der Arbeiterschaft erklärte sich diese zur Ausführung der Rötst andsarbeiten während des Streik- bereit, worauf die Schutzpolizei zurückgerufen wurde.

Hessen-Nassau.

* Hanau. 3. Juni. 19 Eheschlie­ßungen an einem Tag! Heute haben vor bem hiesigen Standesamt 19 Paare ben Bunb fürs Leben geschlosien. Diese Zahl von Ehe- schliehungen an einem Tage stellt für unsere Stadt einen Rekorb bar. denn selbst zu Friedens - zeiten hat sie diese Höhe nie erreicht.

* Fulda, 4. Juni. Sin verwahrlostes zehnjähriges Mädchen, das unter freiem Himmel schläft und die Schule immer nur von außen sieht, tarn wegen zahlreicher Diebstähle zur Anzeige. Tagsüber treibt sich die frühverdorbene Kleine umher, nimmt Kindern, welche zu Ein­laufen ausgeschickt werden, das Geld ab und kauft sich bafür Lebensmittel und Aaschereien.

Zürnen, Sport und Spiel.

Deutsche Fußballmeisterschaft. 1. F. E. Nürnberg und Hamburger Sportverein i,n der Endrunde. Die Zwischenrunbenspiele um die Deutsche Fuhball- meisterschaft. die am Pfingstsonntag in Frank­furt a. M. und Fürth statlfanüen. brachten nicht die erwarteten leichten Siege von Dacker- München bzw. I. F. C. Nürnberg. Vielmehr konnte sich die in letzter Zeit von Erfolg zu Erfolg geeilte Münchener Wacker-Mannschaft in Frankfurt a. M. gegen die aufopfernd spie­lende El, des Hamburger Sportvereins nicht be­haupten, und muhte sich die glatte Dieb er läge von 4:0 (2:0) gefallen lasten. Dies überrascht insofern, als zu ben von Wacker-München Be­siegten kein geringerer als die Spielvereinigung Fürth gehört. Auch in Fürth überrascht das Ergebnis, well es dem deutschen Meister L F. C. Nürnberg mit mit größter Anstrengung gelang, ein 1:0 (1:0) Resultat gegen den Ber­liner Meister Aorden Rordwest herauszuholen.

Der vor 20000 Zuschauern stattgefundene Kamps sah die Berliner als ebenbürtige Gegner, ba Ne Nürnberger mit Ersah für Wieder, Sutvr und Kalb antreten muhten. Bei etwas mehr Schuh- freubigfeit des Berliner SturmeS hätte daS Re­sultat noch leicht zu Gunsten von Aorden-Aordtoest lauten können. In der 10. Minute nach Spielbeginn ging Aürnberg Nirch Böh in Führung und nach wechselvollem Stampfe, der fast durchweg aus­geglichen war, blieb dies das einzige Tor deS Tages. I. F. E. Aümberg und Hamburger Sport­verein bestreiten demnach am 18. Juni im Deut­schen Stadion daS Entscheidungsspiel.

Athletikerfolge deS (Siebener Sport-Klubs von 1900andenPsingst- feiertagen. Bei ben Aastauischen Kampf­spielen am Pfingstsonntag, die crftflafTige Be­setzung auS dem ganzen westlichen Deutschland aufwiesen, wurde Paulus mit grobem Dor- prung erster Im Diskuswerfen mit 33,65 Meter, erster im Drelkamps mit 135 Punften und zweiter im Äugelfloben mit 10,43 Meter hinter dem frühe­ren deutschen Meister Wasserfuhr-Dingen. Am zweiten Pfingsttag bei ben Marlsdurgkamps- pielen in Braubach am Rhein ist die amose Leistung R. Fischer- über 100 Meter Senioren zu erwähnen, die er vor Heim. Kreuznach und Söhngen, Eintracht Frankfurt, unb Reinhold. Wiesbaden, in der famosen Zeit von 10,9 Sek. an sich brachte. Heber 300 Meter blieb er guter Zweiter hinter Gertz. Koblenz 1900. Zeit 38,8. Paulus sicherte sich ben ersten Platz im Drei­sprung mit 12,70 Meter vor Angstmann, Eintracht Frankfurt, ben zweiten Sieg im Speerwerfen mit 40.30 Meter und im Äugelftoben wurde er wieder hinter Wasserfuhr (10,8c Meter) unb bem deut­schen DiskuSmeister Steinbrenner (10,40 Meter), dritter mit 10.20 Meter. (20 Pfund-Äugel.)

Wieseck. 6. 3unt Ein i ntere'sa ttes F a h- ballwettspiel wurde gestern hier ausge ra­gen. Die 1. Mannschaft der Freien Turner- schast Wieseck spielte vor etwa 3300 schauern gegen den Schweizer V-Mcister .D r a s- hoppers"- Basel. Das Spiel endete 5:1 (Halbzeit 1:0) für Wieseck.

Faustballspiele in Hvlzhe i m. Für den 2. Feiertag war es der 1. unb 2. Faust - ballmannschaft bes Turnvereins Holzheim gelun­gen . die 1. (Gaumeister) unb 2. Faustfallmann- chaft deS Turnvereins Dieben 1816 zum Gesell- chaftsrückspiel zu gewinnen. Das erste Spiel, in welchem sich die 2. Mannschaften gegenüber- standen, endete für Dieben mit 6351. Dann trat der Gaumeister gegen die 1. Mannschaft zum Spiel an, das zu G insten Holzheims mit 7966 Bälle endete.

*21 o r b-, West» undMitteldeutsch- land- FuhbalImannschaften für bie Kampfspiele. Bis auf den Verband Bran­denburgischer Ballspielverelne haben nunmehr alle Landesverbände des Deutschen Fuhballb indes dis Aufstellung ihrer Man schäften zu ben Spielen um den Kampsspielpokal in der Zeit vom 18. bis 23. Juni an Deutschen Stadion bekannt- gegeben. Der Westdeutsche Spiel- Verband entsendet folgende Eft: Helduser (Rem­scheid): Brernges (Rheydt). Risse (Düsseldorf): Flint (Äölncr D. E.. Pohl (Köln). Rheinhardt (Duisburg): Hurten (Äöln), Lucke (D^sieldorf). Binder (Köln). Claus-Oehler (Bielefeld). Änaup (Düren): Ersatzleute: Pohl (Bielefc-ld). Fieberen (Duisburg-, Stollwerk (Düren), Pohl (M.-Glsd- dach), Kolvenbach (Bochum). Der Rorddeut- sche Fuhballverband wird durch folgende Spieler vertreten: Pohl (Dlltona-Hamburg); Müller (Viktoria-Hamburg), Schmerbach (Hamb. S. V.): Günther (Viktoria-Hamburg), Mahnte (Llnion-Hamburg). Krause (Holstein-K el); Lagne (Arminia-Hannover). Hager (Altona), Harder (Hamb. S. V.). Wolpers (Arminia-Hannover). Esser (Holstein-Äiel). Mitteldeutschland hat folgende Mannschaft genannt: Dölling (Ein­tracht-Leipzig): Denkewth (Wacker-Letpzig), Rok- kosch (Spielvergg Leipzig): Brause (Sptelvergg. Leipzig). Edy (D. f..B°Leipzig), Wittig (Chem­nitz): Weitzenborn (Fortuna-Lmpzig), 'Jkxulljen (V. f. B-Lcipzig). Zetzsche (Glauchau), Weher (Ehemnih), Gröbner (Wacker-Leipzig); Ersah. Franke (Ehemnih), Förderer (Halle).

Lentulus gewinnt die .Union". Das prachtvolle Wetter hatte am Pfrngst- montag ungeheure Menschenmasien nach dem Grunewa ld hinausgelockt, die Zeuge eines Erfolges wurden, wie ihn die deutsche Turf bisher nicht gekannt hat. Den Waldsriedsr Züch­tern ist der grobe Wurf gelungen, dem bisher kein deutscher Rennstallbesitzer glückte. Sie haben mit Lentulus die drei Hauptrennen für die wertvollste deutsche Zuchtprüfuna. Preis des Winterfavoriten. Henckel- unb älnion-Rennen gewonnen unb es ist nur zu wünschen, bab ihnen auch im Derby der gleiche Erfolg wie im Vor­jahre beschißen ist. Llllerdings hat die Union ben Beweis erbracht, bab der Sieg des Fels- svhnes im Derby noch eine grobe Frage ist unb zwar durch Abschied, der am Montag in der Union das grösste Rennen seines Lebens ge­laufen ist. Er passierte mit Lentulus so dicht daS Ziel, bab die Zielphvtographie entscheiden muhte und diese sprach Lentulus den Sieg um einen kurzen Kopf zu. obwohl ein grober Teil der Zuschauer anderer Meinung war.

Das Oesterreichische Derby kam am Psingstmontag in der Freudenau zu Wien vor einer groben Zuschauermenge zur Entscheidung. Zehn Pferde, ein für Wiener Rennen sehr starkes FeD, nahmen den Äampf auf. aus bem der Favorit Lavendel ll (Esch) mit 2*,? Längen Vorsprung als Sieger hervorging. Den zweiten Platz besetzte der von Gcza Ianek gesteuerte tschechische Derbysieger Szeged, dem in 3>Längen Abstand Danges (Äer- tesz) vor Kodak folgte.

Hochschulnachrichten.

50 Jahre Frankonia-Gieben. Die (Siebener Burschenschaft Frankonia feiert in diesen Tagen ihr 50jähriges Stiftungsfest. Sie ist her­vorgegangen aus dem am 4. Juni 1872 gegründe­ten Pharmazeutischen Verein. 3m Februar 1874 änderte sie ihren Ramen um inPharmazeutisch- Raturwissenschaftlicher Verein" und im Rovember desselben Jahres in .Akadamisch-Raturwissen» schriftlicher Verein" Die unbedingte Genugtuung wurde am 2. Juli 1836 grundsätzlich angenom­men. Drei Jahre später, am 25. Februar 1899, wurde der Akademisch Raturwissenschaftliche Ver­einumgewandelt" in die freie schlagende Ver­bindung . Frankonia". Der Zirkel und die Farben grün-weiß-rvl blieben dieselben, sie werden je­doch noch nicht öffentlich getragen. tSouleur wurde am 3. März des Jahres 1901 aufgesetzt unb im Lause des Eommerfemesters 1901 schloh man mit den beiden anderen Siebener Burschenschaften (Alemannia und Germania) ein Grub- und Pauk-

verhältnrS ab Rach zweijähriger Renoneezett trat die Frankonia auf dem ordentlichen Burschen tag 1908 endgültig in dieDeutsche Burschenschaft" ein. Roch kurz vor Ausbruch de- Weltkrieges, im Jahre 1913. war der Burschenschaft Frankonia da- Glück beschieden, ihren Einzug in daS neu­erbaute BurschenhauS (Kaiferallee 85) zu haften. Don den 183 Kriegsteilnehmern liehen 28 ihr Leben für das Vaterland

Kirche unb Schule.

Deutscher Gewerbeschultag

fpb. Frankfurt a. M 5. 3unL Den Auf­takt des diesjährigen DewerbeschultageS. zu dem etwa 1800 Teilnehmer eingetroffen sind, bildete am Samstag vormittag in der ülniversitätsaula die Eröffnung der Gcwerbeschul-Der- bandsausstellung. An Stelle des in letzter Stunde behinderten Festredner-, des Reichskunst- wartS Dr Redslob. sprach Direktor Sutter von der Mesiegefellschasl über -Gewerbeschule und Handwerk-kultur". Die LluSstellung. die In den Räumen der Messehäuser und der Gewerbe­schule untergebracht ist, bietet ein nahezu lücken­loses Bild von den verschiedensten Gewerbetätia- leiten. Zu der Schau haben zahlreiche deutsche Schulen hervorragendes Material beigesteuert. Auch der deutsche Ausschub für technisches Schul­wesen in Berlin hat die Ausstellung sehr reich beschickt. Daneben haben zahlreiche grob- industrielle Werke au-gezcichnete Lehrlings- und Wertstättenarbeiten in geschlossenen Kojen aus­gestellt 3n der Gewerbeschule »eigen die Frauen in umfassenden Darbietungen den hohen Stand der Arbeit in den Gewerbelehrerinnenseminaren und -Fachschulen. Am Pfingstsonntag besich­tigten die Teilnehmer der Tagung die Saalburg und hörten einen Dortrag von Studiendirektor B l ü m 1 e i n - Bad-Homburg über »Kriegstechnik der Römer". Wie bei der Gröfsnuna der Aus­stellung mügeteilt wurde, soll demnächst der Uni« versität ein Gewerbelehrer-Seminar angegliedert werden.

Vermischtes.

Eisenbahnunglück bei Düsseldorf.

Düsseldorf 5. Juni. (WB) Vormittags kurz vor 9 llhr ereignete sich auf der Strecke nach Köln kurz hinter der Ausfahrt am Harpt- bahnhof ein Eisenbahnunglück. Ein Wagen »weiter Klasse stürzte aus bisher nicht aufgzflärler Ursache um. Der Zug entgleiste. Zwei Fahr­gäste wurden getötet, zwei schwer, vier leicht verletzt. 5Vs handelt sich zumeist um Auüslügler au3 der näheren und weiteren ümo >jng von Düsseldorf.

Schweres Dampfer Unglück

Buenos-Ai re«, 5. Juni. (WB) Der argentinische Dampfer »D 11 la f r a n c a". der Ausflügler nach ben Wasserfällen von Iguaz i bringen sollte, ist an der Küste von Paraguay infolge einer Explosion gesunken. 80 Personen sollen dabei ums Leben gekommen sein.

c

Der Thrvnverzicht des Maha­radscha. Der langjährige Zwiespalt zwischen einem indischen Herrscher und seinem Volk ist jetzt durch einen freiwilligen Verzicht dieses Fürsten auf seinen Thron beendet toorben. Der Maharad­scha von Pudvkvta in Südindien hat nunmehr offi­ziell erklärt, bab er nicht nach seinem Reich mehr zurückkebren, sondern dauernd in Europa bleiben würde. Die Zügel der Regierung gehen daher an seinen Bruder, den Radscha Dorai über, der den Titel Regent führen wird. Der Maharadscha von Pudokvta tat den ersten Schritt, der zu dieser völ­ligen Entfremdung von seiner Heimat geführt hat, ati er eine schöne australische junge Äime Molly Frink hn Jahre 1915 heiratete. Das junge Paar hielt damals einen fabelhaften Einzug in die Hauptstadt mit einer lleppigEeit und Pracht, wie sie nur in Indien Vorkommen. Der Maharadscha und seine Braut sahen in dem Staatswagen, der von vier mit Silber und Gold bedeckten Pferden Sezogen wurde: bann folgten juwelengeschmückte Icfanten, schwertertragende Reiter in grünen Ge­wändern und Infanterie-Regimenter in Scharlach­rot. Die Rautschmädchen. die Damen des Hof- baUetts führten einen wundervollen Tanz auf und sämtliche Frauen des Palastes huldigten der neuen Herrscherin. Aber dieses Glück währte nicht lange, denn schon nach wenigen Tagen begab sich der Maharadscha mit seiner jungen Gemahlin auf die Hochzeitsreise nach Europa, und dann ist er nur noch einmal auf kurze Zeit nach Hause zurück- gekehrt, als er den Herzog von Eonnaught 1920 in Madras begrüßte. ES gefiel ihm in seiner ent­zückenden Villa bei Cannes sehr viel besser als in einem indischen Palast, und auch die junge Frau brhagte sich mehr in den Dergnügungslokalen der Äiviera als in der Einsamkeit der Frauengemächer. Verschiedene Deputationen wurden an den Herr­scher abgefanbl, die ihn immer dringlicher baten, doch wieder Heimzukommen, aber der Maharadscha wollte nichts davon wisien. Schliebllch verlangten die höchsten Würdenträger im Ramen des ganzen Dolles seine Rückkehr. Der Fürst hat sich aber nun entschlossen, dem Thron überhaupt zu entsagen, nachdem er feftgeftdlt hatte, bab nach ben Thron- gesehen sein Sohn als Äinb einer weihen Mutter nicht fein Rachfolger werben kann.

fianbel.

Fr anksurt a. M-, 6. Juni.

Marino tierungeL.

Für 100 deutsche Marl wurden gezahlt:

Datum: 1.7.14. 2.6. 3. L

Zürich Fr. 125.40 1,92 1,91

Amsterdam Fl. 59.20

Kopenhagen ..... Är. 88.80 1,72 1,70

Stockholm Är. 88.80 1,48 1,42

Wien Är. 117.80 4382^9

Prag Är. 117Ä) 19,2z

London Sh. 97.80 1,22 1,22

Reuyork I 2L80 -.36 -^7

Paris Sr. 125.40 4.02

Züricher Devisenmarkt.

3.6. 6.6w

Wechsel auf Schweizer Franken

Holland 100 Fl. = 203.40 203J0

Deutschland 100 Mk. L98 1^7

Wien 100 Är. = 0.04 (LG4

Prag 100 Är. = 10^C 10.10

Paris 100 Fr. = 47.876 47.70

London 1 £ 21.36 23.46

Italien 100 2. = 27J7» 27.20

Brüssel 100 Fr. = 44.75 4*06

Budapest 100 Är. 0.625 0^25

Reuyork 100 $ S2L50 52» -

Agram 100 Är. = Ufc LS26

Warschau ..... 100 Är. - 0,13 0.12

Vücherttsch.

Rheinsberg. Ein märkischer Roman an­dern versiingerrden Rokoko. Von Annemarie von RathusiuS. Gebunden Mk. 65.- (Stuttgart. Deut- sche VerlagS-Anstalt). Prinz Heinrich, Bruder FttedttchS deS Groben, ihm ebenbürtig als Schlach­tenführer unb Diplomat, ist eine der intercstanlesten Männererscheinungen der preuhischen Königssamllie Stets in Fronde gegen den königlichen Bruder, well et seine Verdienste als Feldherr nicht genügend gewürdigt glaubte, zog er sich verhäftniSmäbig jung auf sein märkische- Sch lob Rheinsberg zurück. Treulich an Tradition und Geschmack seiner Jugend f cstha ltend, schuf er hier einen letzten Schlupfwinkel hösisch« Etikette im halb spielerischen, halb feierlichen Rhyth­mus deS Rokoko der den Hintergrund für die span­nende Handlung des vorliegenden Werke- obgibt. ES ist ein feine- Buch, bestimmt für reife Menschen und wird von denen, die sich gerne im Geiste in längst vergangenen Zeiten zurückversetzen, immer wieder mit Freude zur Hand genommen werden.

Ser Reue Merkur" (Verlag der Reue Merkur, München). Das Maiheft hat fol­genden Inhalt: Hpectotor: England und Frank­reich. Ferdinand Lion: Deutschland, Fraillreich. Schickely: V. Bulgakow: Äorolenkos Besuch bei Tolstoi: Aletej Remisow: Jugend, Erzählung: Alfred Polgar. Prater-Botanik: H. v. Wedder- kop: BühneueffpressionniSmus: Eduard Rosen- baum: Albert Ball in: Dr. lisch: Zwischenspiel. Menschen Ereignisse Stimmen: Lev Matthias: Antwort an Blücher: Benno Reifen­berg: Barbaren und Klassller: HanS Poeschel: Eine A.beiterbiographie. Bücheranzeiger.

Elisabeth, Gräfin von Mont- gelas: .Tier-Geschichten". Verlag E. Haberland, Leipzig. Auch in diesem neuen Werke zeigt die Versasierin wieder ein warme- Herz unb eine feine Beobachtungsgabe für ihre vierfübigen Lieblinge. Jeder Tierfreund wirb an cs feind geschriebenen Skizzen seine Freude haben. Bei manchen Lesern wirb daS Buch vielleicht erst reaereS Interesse für die Tierwelt wecken und überhaupt den Tierschutz fördern, wie es ja auch in der Absicht der Verfasserin liegt.

Richtlinien für den Abschluß vv» Lieferungsverträgen. Llnter Decüasich- tigung der neuesten Rechtsprechung des Reichs­gerichtes, hergestettt von Dr. jur. öieberg. Industrieverlag Spaeth u. Si lbe, Bersin E 2.

(In einem Teil der Auflage wieberholt.)

Die nächste Sitzung deS VölkerbunbsrateS.

Warschau, 3. Juni (WB) In der am 15. September in Genf ftattfinbenPai Sftung deS Völkerbunds rates wird u_ a. bir Frag« der deutschen Minderheiten in Polen besprochen.

PoincareS Besuch in London.

London, 2. Juni. (DD.) Reuter erfährt auS zuständiger Quelle, bab Poincarö am 19. Juni bei seinem bevorstehmden invff zrellen Besuch in England mit Lloyd George in der Downing Street frühstücken wird.

Eecll über den Fehler deS Dersailler BerttageS.

London, 3. Juni. (WTD.) Lord Robert E e c i l erllärte in Sheffield über die Frage deS Wiederaufbaues Europas, der Fehler des Versailler Vertrages bestehe darin, bab Re­parationen von Deutschland gefordert würden, welche seine Zahlungsfähigkeit überstiegen. Der Versailler Vettrag sei auf Gewalt gegründet statt aus Versöhnung. Cecll trat für eine Regelung der europäischen Frage auf Grund der Brüderlichkeit und des Zusammen­wirkens ein.

Tine Äonferenz der Internationalen in Genf.

London, 3. Juni. (WTB.) Die 2. I n t e t* nationale hat für den 17. Juni eine inter­nationale Äon ferenz nach Gens ein« berufen, um zu erörtern: 1. Die innere und inter­nationale Lage: 2. die industrielle und wirtschaft­liche Lage unter besonderer Berücksichtigung der Reparationen und der Liquidation der internatio­nalen ÄriegLschulden: 3. die Zukunft der Intev» nationale angesichts des Aufhörens des Reunev- Ausschusses.

Gin neues DereinSrecht in Oesterreich.

Wien, 3. Juni. (WB.) Die Regierung hat im Ration al rat einen Gesetzentwurf ein- gebracht, wodurch daS DereinSrecht auf eine vollkommen neue, der Demokratie entsprechende Grundlage gestellt wird. Der Entwurf läbl sämt­liche Vorschriften, die die Ueberprüfang des Der- einsrechts der polizeilichen Ueberwachung unter­stellen, fallen ebenso die bisherigen Unterschiede zwischen polittschen und nichtpolckischen Dereinen. Die bisherigen Bestimmungen des Strafgesetz?s über Geheimgesellschaften werden au her Wirk­samkeit gesetzt

Sin Gesetz über die Arbeitszeit der Angestellten.

Berlin, 3. Juni. Dem Reichswirtscha'tsrat wird, den Blättern zufo^e, in diesen Tagen den, Entwurf eines G^etzes über die Arbeitszeit der Angestellten zugehen. Der Entwurf hält am Acht- fhinbentag fest, sieht aber zugleich gewisse Aus­nahmen vor. In dem Entwurf wird genau be­stimmt, in welchen Fällen und unter welchrn Voraussetzungen Ausnahmen zügele ft en w irden dürfen. Dadurch ist die Befugnis der Behörorn, Ausnahmen zuzBlasien, wesentlich ev^geschränkt.

Tödlicher Fliegerabsturz.

Lausanne, 3. 3mvt (WB) Der Chef­pilot der Fliegerschule21erD" In Lausanne, C.nll Iohner ist auf dem Lausanner Flugplatz mit einem Passagier abgestürzt. Der ^Passagier war sofort tot Ivhner selbst wurde so schwer verletzt, bab er kurz nach seiner Einlieferung mS Äranten- hcuis verstarb.

Verantworllich für den polltischen Seil: 3.03.: Karl Walther.

CALMON

-REIFEN

QUALITÄT-KEINE REKLAME1