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Aus einer woiteveir ^Tirnes"-Meldung geht hervor, daß B r i a n d in einer Unter ixbung mit einem belgische Journalisten Belgien be­schuldigt habe, seit bet Unterzeichnung ber Konvention vom 13. 8. ben f ra n z ö s,i s ch e n Interessen zu w i de r g e h a n b e l t zu ha­ben. D-iainb habe erklärt, D lg'en verfolge tö­richterweise etrie Politit der Isolierung: bas tonne dazu führen, bah Belgien seine Priorität verliere und wenig ober gar nichts von Deutschland erhalte. Drianb scheine überzeugt zu sein, daß Englanb unb Italien ge­meinsam für e in Moratorium eintreten werben. Frankreich widersetze sich et iem solchen Plane unb, wenn Belgien sich> solibarifch mit Frankreichs zeige, dann werbe der Moratoriums« plan durchsallen. SerTimes"-Berichterstatter bemerkt dazu, diese Erklärung Brianbs verspreche eine ziemlich lebhafte Begegnung mit den bel­gischen Delegierten Haspen und Theunis.

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(3n einem .Set! der 2l»tlage roieOecbolt.) Cingroßer kühner Plan^ Lloyd Georges ?

London, 5. 3an. (WTB.) Der Sonder­berichterstatter derTimes" in Cannes mel­det, in Kvrrferenzkre.sen werde der Ansicht Aus­druck gegeben, dast Lloyd George vielleicht gleich zu Beginn der Konferenz dem Obersten Bat einen groyen kühnen Plan unterbreiten werde, ebenso, wie es Staatssektretär Hughes auf der Washingtoner Konferenz getan habe. Die augenblickliche A s cht der britishen Dele gierten sei. bah Deu tschland gestattet werden müsse, für 1922 mit einer Gesamtzahlung von 500 Millionen Goldma rr weg,u- kornrnen, die zwischen Hanuar und AprU verteil', werden sollen. Dafür sollten (Garantien geschaf­fen werden, am das Reinemachen der deutschen Finanzen zu sichern. Zugleich solle auf größere Zahlung in Waren gedrungen werden. Eng­lischerseits stelle man ferner in Abrede, bah Groy- Britann^n auf seinen Anspruch auf irgendwelche unmittelbare Zahlungen verzich e, obgleich es be­strebt sei, seinen Alliierten soweit wie möglich entgegenzukommen. Brian b habe erklärt, daß Frankreich bis zur äußersten Grenze der Zu­geständnisse gegangen sei, unb es sei schwer zu sagen, wie der britische Standpunkt mit ber ®r= fül ung ber Forderung Frankreichs in Einklang zu bringen sei Die Frage derPrivritätBel" g i e n s gestalte diese Schwierigkeiten noch größer. Italien gehe auf bie Korse enz mit ter Ab­sicht, die Pläne Lloyd Georges für eine allgemeine europäische Ac-gelung auf umfassender Grund­lage ernstlich zu unterstühen. D.e italienische Oes- fentlichkeit sei mehr unb mehr für eine enge An­näherung an ®roi"XBri anrt'ei; eine Tatsache, bie nicht ohne Einfluß auf die Regelung bes Revara- tionsprvblems sei u -b vielleicht auch auf bie Re­gelung ber Frage des nahen Ostens. G u n n a * r i s, bet vor kurzem in Rom gewesen sei, werbe, tote man erfährt, nach Frankreich gehen mit dem Gedanken an eine gemeinsame englisch- griechisch-italienische Politir in Kleinasien.

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Frankfurt a. M^ 5. Ian. (Amtlich.) Der Kleinviehmarkt wurde bei lebhaftem Han­del ausverkauft, der Schweinemarkt bei ruhigem Geschäft nicht ganz geräumt. Auf­getrieben waren: 895 Kalber. 545 Schafe und 353 Schweine. An Preisen wurden angelegt prv Zentner Lebendgewicht: für Kälber, beste Qualitäten, 12001300 Mk., mittlerer Quali­täten 11001200 Mk., geringe Qualitäten 9001000 Mk., für Hämmel 400800 Mk..

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Essen, 5 Ian. (WTB.) Die Kohlen- s-rderung des Ruhrbeckens im Dezember 1921 wird einschließlich der linksrheinischen Zechen auf rund acht Millionen Tonnen in 25Vt Arbeits­tagen veranschlagt. 3m Rovember 1921 war in 24'/« Arbeitstagen eine Förderung von 7,77 Mill. Tonnen und im Dezember 1920 eine solche von 8,24 Millionen Tonnen in 251/« Arbeitstagen zu verzeichnen. Die arbeitstägliche Förderung wird sich für Dezember 1921 voraussichtlich auf 316 000 Tonnen stellen gegen 320 520 Tonnen im Ro­vember 1921 und 326 190 Tonnen im Dezember 1920. Während die Förderung des Ruhrbeckens vom 1. Januar bis Ende Rovember 86,06 Millio­nen Tonnen betrug, wird sich die Iahresförderung voraussichtlich auf etwa 94 Millionen Tonnen stellen gegen 88,26 Millionen Tonnen im Jahre 1920. Die Zunahme der Förderung ist auf die Vermehrung ber Belegschaft zurückzuführen. Die Leistung Pro Mann und Schicht ist nicht gestiegen.

Berlin, 5. Januar. (Börsenstim- mungSbil d.) Die Haltung der Börse ent­sprach nicht den Erwartungen, die man auf Gründ der weiteren kräftigen Aufwärtsbewe- gung der Devisenkurse gehegt hatte. Gleich bei Beginn zeigte sich Unsicherheit und Angleich­mäßigkeit in der Kursbewegung, da das Pri- vatpublikum, wahrscheinlich gewitzigt durch die Rückschläge deö vorigen Monats, sich bestrebt zeigte, auch schon geringfügige Gewinne mit­zunehmen und infolgedessen auch vielfach Kaufanträge vorlagen. Außerdem drückte auf die ülnternehmungLlust die Beurteilung der politischen Lage unter dem Einfluß der Aus­landsmeldungen über d ie Konferenz von Can­nes. Der Montanmartt litt unter Meldungen von der Verschärfung des Koksmangels in dem rheinisch-westfälischen Industtierevier und von der Stillegung der Förderbetriebe des 'Phönix. 3m allgemeinen erlangte die feste (Stimmung bei schwankender Lebhaftigkeit im Verlaufe das Rebergewicht. Baluiapapiere stellten sich im Zusammenhang mit der Steigerung der De­visenkurse höher. Schiffahr-ss- und Bankaktien^ waren vorzugsweise gebessert. Am Anlage-- Markt blieben die Aenderungen wenig erheb­lich bei fester Haltung.

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Der französische Standpunkt in Cannes.

Paris, 5. Han. (DTB.) Rach einer Havas» metbung aus Cannes hat man gestern abend in ben ranzösischen unb englischen Krecken der Konferenz die gleiche Zurückhaltung bezüglich der sehr herz­lichen Unterhaltung gezeigt, die Briand und Lou- cheur am Rachmittag mit Lloyd George und Sir Robert Home hatten. ES hat nicht den Anschein, erklärt HavaS, daß die Ansichten, welche die beiden Premierminister neulich in London ausgetauscht haben, sich fühlbar geändert haben. DaS Haupt der englifchenRegierung soll immer noch von dem Wunsche beseelt fein, in erster Linie das Programm deS wirtschaftlichen WiederaufbaueSEuropasa zuschneide daS nach ihm die ganze Reparationsfrage in ent­scheidender Weise beeinflussen soll. Auf fran­zösischer Seite erkennt mam gerne an, daß der englische Grundsatz in gewissem Maße begrün-- bet ist. Die wirtschaftliche Krise, unter der die ganze Welt leidet, hat auch ihre Rückwirkungen auf Frankreich gezeigt, wo, um nur ein Beispiel anzuführen, die AuSiuhr von metallurgischen Ei - zeugnissen beträchtlich langsamer geworden ist Aber so meint man auf französischer (Seite - - dieses Werk des Wiederaufbaues tann nur etap' Pen weise vor sich gehen und verlangt lange Fristen, bevor es die ©rgebniffe zeitigen wird, die man vor ihm erwartet. Frankreich ist entschlossen, ,im Ein­vernehmen mit seinen Verbündeten daran mitzu' arbeiten. Indessen ist die französische öffentlichc Meinung der Ansicht, daß die Frage der R c - öarationen und der deutschen Schulden u n- abhängigbleibenmüssevonDeschlüs-- s e n allgemeiner Art, die in diesen Fragen gefaßt werden könnten. Frankreich hat ein Guthaben bei Deutschland, dessen Höhe und dessen Zahlungs- modalitäten zwischen ben Alliierten festgelegt und von Deutschland angenommen worden sind. Von feiner Regelung hängt in weitem Umfange das budgetäre Gleichgewicht Frankreichs ab. ES er­scheint daher unmöglich, daß man von Frankreich bie Zustimmung zu Opfern auf das, was ihm zu­kommen muß, verlangt.

I«rpan für die Entschließungen Root.

Conbon, 5. Ian. (WTB) Reuter meldek auS Washington, Kato habe mitgeteilt, daß Ja­pan grundsätzlich alle Entschließungen Root an­nehme.

Ein Memorandum der britischen Arbeiter.

London, 5. Han. (WTB.) We gemeldet wird, ist L l 0 y d G e 0 r g e während seiner letzten Konferenz mit Briand cin QHemoranbumbct britischen Arbeiter üo.rrecht werden, in dem eine grundlegende Änderung ber Repara­tionspolitik, völlige Anerkennung Scwjet-Ruß- lands, die Zurückziehung ber'TrupPen vom Rhein eine internationale Konferenz über bie Gewährung von Anleihen unb Krebllen gefordert wirb.

An die deutschen Landwirte.

Berlin, 5. Han. Die Blätter veröffenllichV« einen Aufruf des Reichslandbundes an die deutschen Landwirte. Die deutsche Land­wirtschaft wirb darin zur höchstmöglichen S t c i= : gerung der Erzeugung, die Deutschland vorn Ausland unabhängig machen soll, aufgefor­dert. Die Ernährung des deutschen Volkes aus deutscher Scholle müsse bas Wirtschaftsziel der. : deutschen Landwirtschaft fein. Heber Landwirt. : auch der kleinste, müsse sich die Errungenschaften : von Wissenschaft und Technik mehr als bisher zu Ruhen machen und sich von den hier unb da noch geübten veralteten BewirtschaftSmethvden frei- : machen. Richt ber größte Verdienst, sondern die ' höchste Leistung müsse daS Ziel des deu.scheu Land­wirtes sein.

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