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nähme und Ausgabe von 914 457 Mk. geneh­migt. Unter den Ausgaben sind allein für Kohlen

der Gefallenen gaben der Stimmung Ausdruck. > haben. Ministerialdirektor v. Schönebeck er- Zum Schluß der erhebenden Feier wurde von! klärte int Ramen des Reichswirtschaftsministers.

. migi. dinier oen ^lusgav 1575 400 Mk. vorgesehen.

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Don der Frankfurter Messe

Ein AuslLrrder-GesellschaftLabrnd.

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Frankfurta. M., 4. April. (WTB.) Der anläßlich der Frankfurter Frühjahrsmesse im Palmengarten veranstaltete Ausländer-Ge­sellschaftsabend wurde durch eine An­sprache des StadtratS Landmann cingeleitet, der ^nächst auf den Aufschwung hinwies, den die Frankfurter internationalen Messen genommen

2 Stück: 16tüd. A Etück <

von Schreiner. 4. Schatzwalzer von Strauß.

5. Ernst-August-Marsch von Blankenburg.

der zahlreichen Festversammlung3ch hakt' einen Kameraden" gemeinsam gesungen. Unter den An­wesenden war die verwitwete Fürstin Karl zu Solms-Hohensolms-Lich mit ihrer Tochter. Prin­zessin Agnes: der ersteren einziger Sohn. Erb­prinz Philipp, gehört zu den auf den Ehrentafeln verzeichneten Gefallenen.

ra. Braunfels, 4. April. Fürst Georg zu Solms-Braunfels hat etwa 400 Raum­meter Brennholz an unbemittelte Familien und alleinstehende Personen des Standesgebiets unentgeltlich verteilen lassen.

ra. Oberndorf, 4. April. Aus einer Ba­racke des Gefangenenlagers Wehlar hat der hiesige Ternverein eine Turnhalle erbaut. Fast alle Einwohner haben dabei geholfen. Die Halle soll am Jl. Juni, verbunden mit dem Bezirksfest des Oberlahnbezirks im Lahn-Dill- Gau, ihrer Bestimmung übergeben werden.

Hessen-Nassau,

Sin Raubmörder verhaftet.

-Fulda, 4. April. Ein gewisser ©mit Rauke aus Plauen hatte in der Umgebung, von Fulda zwei Bauernmädchen auf bestialische Weise umgebracht und war dann spurlos ver­schwunden. Dem Mörder werden aber außerdem noch fünf andere Morde zur Last gelegt, dar­unter ein Lustmord an einem 14jährigen Mäd­chen. Schon viermal war es dem gefährlichen Burschen immer wieder gelungen, sich durch die Flucht aus den Gefängnissen dem Arme der Gerechtigkeit zu entziehen. 3etzt konnte man den gefährlichen Mörder in Wörmsmühl bei Mies­bach verhaften.

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Aus -em rlmtsverkündigungsblatt.

** Das Amtsverkündigungsblatk Rr. 46 vom 4. April enthält: Berlängerung der Schustzeit für Waldschnepfen. Die Verteilung der Ferien an den Volks- und höheren Schulen. Amtsverkündigungsblatt. Meisterprüfun­gen im Handwerk. Dienstnachrichten.

Meisterprüfungen im Handwerk. Die Hessische Handwer^kammer in Darmstadt hat den Meldeschluß für die diesjährigen Mei­sterprüfungen auf den 30. April 1922 festgesetzt. Dis zu diesem Zeitpunkt haben die Prüflinge die Prüfungsgebühr mit 175 Mk. an die Handwerks­kammer Darmstadt einzusenden. Die hierauf ihnen zugehende Quittung und das Anmeldeformular sind nebst den sonstigen Unterlagen dem Vor­sitzenden der Prüfungskommission, Dipl.-Jng. Drünnrngs, Gießen, Gewerbeschule, einzureichen.

ler, die es stifteten, dem Herrn Direktor Dr. Großmann, der allen Beteiligten den Dank des Gymnasiums aussprach. Getragene Orchesterklänge und Gesänge des Schülerchors zum Gedächtnis

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Aus Stadt und Land.

Gießen, den 5. April 1922.

L.U Landes-Universität Gießen. An unserer Universität können nunmehr Per­sonen, die sich in hervorragendem Maße um dieselbe verdient gemacht haben, vom Gesamt­senat zu Ehrenbürgern der Universität ernannt werden. Der Direktor der Universitätsbibliothek i. R. Geh. Hofrat Dr. Haupt ist der erst.-, dem diese Ehre zuteil geworden ist.

** Promenadenkonzert findet am Donnerstag, mittags 12 Uhr, am Liebig-Denkmal statt mit folgender Spielfolge 1. Krönungs- iinarfdj aus der OperDie Falkunger' von jKretschmar. 2. OuvertüreDanditenstreiche" von 'Suppe. 3. Fantasie aus Verdis OperTraviata"

Abhilfe schaffen. Die Stelllmg der Reichs» regierung bedauere auch er.

Der Antrag wird dann einstimmig an- 'genommen.

3n der Pause, die bis um 3/tl Uhr dauert, finden Frak.ioiwd spiepungen des Zentrums und der Sozialdemokraten Jtatt.

Em berechtigter Protest.

Rach Wiederaufnahme der Verhandlungen erhält das Wort Abg. Dr. Osann zur Ge­schäftsordnung: Meine Damen und Herren, ich möchte namens der Deutschen Volksparrei unserem Bedauern Ausdruck geben, daß die heutige Landtagssihung auf etwa anderthalt Stunden unterbrochen toorben ist, womit mit einer ge­wissen Rücksichtslosigkeit gegen die­jenigen, die genötigt sind, den Landtagssihungen beizuwohr.en, aber sich nicht etwa auf den Gängen aufzuhalten, hier verfahren worden ist. Wir sind nicht in das Haus eingetreten, um uns auf den Gängen aufzuhalten, fonbem wir haben die Ge­schäfte des Landes zu erledigen. Ich meine, es wäre den Parteien, die sich vielleicht noch nicht einig geworden sind, auch außerhalo der heutigen Sitzung möglich, sich entweder zu verständigen oder dem Hause zu erkennen zu geben, dun sie sich nicht verständigt haben. Aber das, was hier wiederum geschehen ist, und was wir schon des öfteren mit Bedauern haben feststellen müssen, daß wir hier ohne Arbeit hingehalten werden, das möchte ich doch entschieden zurückgewiesen fra» ben. (Lebhafte Zustimmung rechts.)

(Der Protest ist berechtigt. Es ist auch eine Rücksichtslosigkeit .^egen die Pressevertre- t e r, die ihre ohnehin knapp bemessene Zeit besser anwenden können, als anderthalb Stunden lang unnütz die schlechte Luft in der Kammer einatmen zu müssen. Der Ref.)

Die Setreideumlage.

Das Haus tritt dann in die Besprechung der Vorlagen und Anträge zur Getreideumlage ein. Es liegen zunächst folgende Anträge vor:

Abg. Brauer (Bbd.): Wir beantragen, der Landtag wolle beschließen, bei der bevorstehenden Entscheidung über Aufhebung oder Fortsetzung der Getreideumlage für das Wirtschaftsjahr 1922/23 auf die Reichsregierung einzuwirken, daß von einer Bewirtschaftung des Brotgetreides in jeder Form abgesehen wird.

Abg. Obenauer (Bbd.): Ich beantrage, der Hessische Landtag wolle beschließen, die Re­gierung zu ersuchen, bei der bevorstehenden Ent­scheidung über die Aufhebung oder Weiterfüh­rung der Zwangswirtschaft für das Wirtschafts­jahr 1922/23 auf die Reichsregierung dahin ein­zuwirken, daß die Bewirtschaftung von Brot­getreide in jeder Form unterbleibt.

Abg. Blank (Bbd.): Der Landtag wolle beschließen, die Regierung zu ersuchen, bei der Reichsregierung dahin zu wirken, daß für das kommende Erntejahr auch der letzte Rest der Ge- treidebewirtschaftung verschwindet.

Abg. D i e h l - Hochweisel (Bbd.) beantragt namens des Ausschusses, den drei Anträgen Brauer, Obenauer und Blank und Gen. zuzu- fiimmen.

Abg. Brauer (Bbd.): Unser Bestreben muß sein, die Landwirtschaft so zu stellen, daß sie allein das deutsche Volk ernähren kann. Die , deutsche Landwirtschaft ist dazu durchaus in der Lage. (Hört, hort!) Voraussetzung aber ist dazu, daß die Landwirtschaft frei arbeiten und Wirt­schaften kann. Die Zwangswirtschaft hat das Gegenteil von dem erreicht, was sie erreichen wollte. Run hat man das Umlageverfahren ein­geführt, durch das Hessen schwerer belastet wird, als Württemberg und Baden zusammen. Das kann Hessen nicht tragen, zumal die hessischen Landwirte vielfach gezwungen waren, durch die schlechte Futtermittelernte Getreide zu verfüt­tern. Der Standpunkt des Herrn Ministers Raab in dieser Frage ist nicht zu verstehen und nicht . zu billigen. Herr Uebel steht auf einem anderen, dem unseren entsprechenden Standpunkt. (Hört, hört!) Wenn sich, was zu erhoffen ist, die Mehr­heit des Hauses für unsere Anträge ausspricht, so würde das ein Mißtrauensvotum für den Herrn Minister Raab bedeuten. (Hört, hört!)

Abg. Schott (D. Vp.): Wir haben ge­hofft, daß die Zwangswirtschaft endlich aufge­hoben wurde. Soviel bekannt geworden, soll aber sowohl die Getreide- wie auch die Kartoffel­umlage beibehalten werden. 3m Kriege waren Die Beschlagnahmungen und Verteilungen im Zwangswege berechtigt, heute ist das ausge­schlossen. Die Getreidmimlage ist ein Ausnahme­gesetz gegen die Landwirtschaft. Gerade die Linke, die immer gegen die Ausnahmegesetze war, sollte helfen, das zu beseitigen. Die Zwangswirtschaft wirkt produktionshemmend. Rur eine Hebung der Produktion aber kann uns dem Volke helfen. Die Preisbildung der Landwirtschaftsprodukte ge­schieht nicht willkürlich, sie ist abhängig von der Preisgestaltung überhaupt. Die Zwangswirt­schaft muß ehrlich verschwinden.

Abg. Glaser (Bbd.): Die Ernährungsver- hältnisse können erst besser werden, wenn die Landwirtschaft so viel produzieren kann, wie sie möchte. Wir haben geglaubt, daß die Umlage ein Uebergang zur freien Wirtschaft sein sollte, nun will man sie aber nochmals beibehalten. Dagegen muß energisch protestiert werden. Wenn die Pro­duktion zurückgeht, ist Herr Minister Raab dafür verantwortlich. Die ßanötolrte werden kopfscheu gemacht. Mit den Zurufen und Gewaltandrohun­gen ist nichts getan. Was wäre die Folge, wenn Sie auss Land gehen und den Bauern die Pro­dukte wegnehmen. Ernte ist nur einmal im Jahr. Mcnr darf den Ast inicht absägen, auf dem man sitzt.

Die Weiterbesprechung wird auf Mittwoch 91/.. Uhr vertagt. Schluß %2 Uhr.

Kirche wnb Lckule.

Lauterbach, 4. April. Die land­wirtschaftliche Schule hielt eine Schlußfeier für das verflossene Winterhalb­jahr ab. Die Schule war von 28 Schülern be­sucht, 12 gehörten der Oberklasse, 16 der Unter­klasse an. Der geringe Besuch wurde verursacht durch die äußerst ungünstige Bahnverbindung sowohl mit dem Schlitzerlande, als auch mit dem Vogelsberg. Die Schule blickt auf ihr drei­jähriges Bestehen zurück. Vor der Kreis- lehrerversammlung sprach im Auftragc der Zentralstelle für Volksbildung und Jugend­pflege Assessor Maurer aus Darmstadt über die Verwendung des Lichtbildes im Schulunterricht und in der Volks- bildunasarbeit. Daran anschließend erläu­terte er die beabsichtigte Grünpung eines hes­sischen Lehr-Lichtbildvereins. Die Lehrerschaft des Kreises stimmte diesem Plane lebhaft zu, und es wurde ein siebengliederiger Arbeitsausschuß gewählt. Die Mittel zur Beschaffung von Licht­bildapparaten hofft man durch Zuschüsse von Kreis, Gemeinden und Vereinen sowie aus Volks­abenden aufzubringen.

kr. W e tz l a r, 3. April. Die Pädago­gische Woche wurde heute vormittag 9 Uh- im Reinhardschen Saale in Wetzlar-Riedergirmes eröffnet. Rach der Begrüßungsansprache durch den Vorsitzenden der Kreislehrerschrft Wetzlar, Hauptlehrer H o f f m a n n - Garbenheim, entbot Geheimer Oberregierungsrat R ö b r t d> t der statt­lichen Schar von etwa 700 Teilnehmern den Gruß der Regierung zu Koblenz. Hierauf nahm Pickvat- dozent Dr. Stern- Gießen das Wort zu feinen Llusführungen überDie Psychologie der Arbeits­schule". Wir lassen nachstehend die Leitsätze des Vortragenden folgen, wie sie von ihm selbst auf- gestellt wurden: 1. Alle pädagogischen Einzel­fragen können nur behandelt werden int Hinblick auf das Ganze der Erziehung. 2. Pädagogik ist eine Geisteswissenschaft; Pädagogiche Psychologie int wesentlichen geisteswiste.nscha.tlichr P.ychologte. Sie sucht das KulturphänomenErziehung" psy­chologisch zu verstehen. 3. Hede Erziehung ist 1. nur von Werten her möglich, 2. ist sie formale Erziehung, d. h. Kraftbildung. 4. Der Begriff der Arbeit wird hier tm weitesten Sinne ge­faßt als Betätigung der Kräfte in der Absicht, ein Ziel zu erreichen. 5. Das Ziel der Erziehung ist diegebildete", auf Werte gerich etc Per­sönlichkeit. Der Weg zu diesem Ztete führt über die selbsttätige Aufnahme von Kulturwerten. 6. Als Dildungswerte kommen nur dieientg» Kulturgüter in Betracht, die der Aufnahme» fähigkeit des Zöglings angemessen sind. 7. De» Arbeitsgedanke erfordert auf den verschiedenen Unterrichtsstufen und in den verschiedenen Un­terrichtsfächern eine andere Ausprägung. An zweiter Stelle sprach Frl. Elfriede Stonad - Berlin überDie Entwicklung d^r Selbsttättgkeit bei Friedrich Fröbel und Warta Montessori" Friedrich Fröbel und Märta Montessori sehen den Täligkeitstrieb des Kindes als den bedeut­samsten Faktor seiner Entwicllanz und den Aus- gangspankt einer naturgemäßen Erziehung an Während Maria Montessori dabet fast ausschließ­lich die Uebung der Sinne und die Vermittlung der Grundbegriffe des menschlichen Denkens an­strebt, legt Fröbel außerdem großen Wert auf die Entwicklung der Phantafietättgkeit: er regt den Selbständigkeilstneb des Ktndes von Anfang an auf allen Gebieten zum schöpferischen Tun an. Dementsprechend legt Fröbel 'dem Spiel des Kindes die größte Bedeutung zu. während Maria Montessori das Spiel gegenüber der Arbeit des Kindes gering schätzt.

** Oeffentliche Dücherhalle. 3m März wurden 1580 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 928, Zeit­schriften 146, Hugendschriften 170, Literaturge­schichte 2, Gedichte und Dramen 30, Länder- und Völkerkunde 48, Kulturgeschichte 25, Geschichte und Biographien 83, Kunstgeschichte 11, Ra- turwissenschaft und Technologie 72, Haus- und Landwirtschaft 6, Gesundheitslehre 7, Religion und Philosophie 25, Staatswissenschaft 6, Sprach­wissenschaft 6, Fremdsprachliches 15 Bände. Rach auswärts kamen 30 Bände.

** Richard Jordan hat aus dem Erlös der Meisterbilder-Andachten in der Iohanneskirche 1000 Ml. dW. Kleinkinder-De- währanstall gespendet.

^ontofiscrt.

Lageskalender für Mittwoch. Stadttheater, 7 älhr:Romeo und Julia". Reue Aula, 8 Ülhr: Svnderkonzert des Gießener Konzertvereins. Astoria-Lichtsviele:Das Achtgroschenmädel". Lichtspielhaus, Bahnhofs straßeDas Frauenhaus von Brescia" undDer Apachenlord"

Aus dem Stadttheaterbureau. Aus die Aufführung desW i l h e l m Teil" ant kommenden Samstag abend sei ganz beson­ders hingewiesen, da sie die letzte des Werkes in dieser ' Spielzeit überhaupt ist. Wie die Theaterleitung dem vielfach geäußerten Wunsche nach dieser nochmaligen Tell-Aufführung Rech­nung getragen hat, so muh auch erwartet wer­den, daß der Besuch gut wird, zumal da Heine Preise gelten.

Landkreis Giehe.ir.

tt. Treis a. d. Lda.. 3. April. Einen hohen musikalischen Kunstgenuß bot gestern abend in Benners Saal die Vereinigung der Mu­sikfreunde dahier ihren Mitgliedern und den leider sehr wenigen Gästen durch ein Konzert von Instrumental- und Gesangsvorträgen. Die Mitwirkenden, Lehrer Eberle und Frau. Frl. E. und H. Büchner die Herren Seipp, Decker und Lehrer Allendörfer, gaben her­vorragende Proben ihrer Kunst. Es wurde nur llrs ische Mullk geboten, Stücke von Mozart, B.e° tfroren, Rossini, Lieder von Schubert, Schumann und Brahms, die den lebhaften Beifall der Zu­hörer fanden. Bei der dieser Tage im hiesigen Gemeindewald stattaesu-'denen H o l z v e r stei­ge r u n g wurden sehr hohe Preise bezahlt und die verlesenen Tarifpreise oft um das 23sache überboten, so daß zwei Raumme er Eichenknüppll auf 600700 Mk., 2 Meter Eichenstöcke auf 700 Mark kamen, Buchenholz kam nicht zur Ver­steigerung, weil davon auf jeden selbständigen Haushalt je 2 Raummeter zum Tarispreis ver­teilt worden waren.

* Garbenteich, 4. April. Am letzten Sonntag veranstaltete die hiesige Ortsgruppe her Liga zum Schuhe der deutschen Kul- t u r einenBunten Abend" der sehr gut besucht war. Der Ortsgruppenleiter hielt eine kurze Begrüßungsansprache, in der er die Grund­gedanken der Liga erläuterte. Dann wechselten in bunter Reihenfolge Gedichte ernsteren und heiteren Inhalts von Liliencron, Storm, Eber- Eschenbach und anderen bekannten Dichtern mit gemeinsam gesungenen Volksliedern und Heimat­gedichten in Rassauer Mundart von Rud. Dietz, die in sehr schöner Weise von Herrn Echter­nach- Krofdorf vorgetragen wurden. Letztere fanden so großen Beifall, daß zwei hiesige Herren noch eine Anzahl Gedichte in Wetterauer, Frank­furter und Darmstädter Mundart zum Vortrag brachten. Besonders trug noch eine Gießener Wandervogelaruppe sehr zur Belebung des Abends bei, die teils unter Anlehnung an vor­getragene Gedichte Landsknechts lieber und noch manch schönes Volkslied fang.

dt. W i e s e ck, 4. April. Das Konzert derEintracht" reihte sich seinen Vor­gängern würdig an. Der Chor, der sich unter der unermüdlichen Leitung seines Dirigenten Philipp Groh in den letzten Jahren immer schöner entwickelt hat, bot eine stattliche Reihe von Kunstchören und vollstümlichen Liedern. An­genehme Abwechslung boten dazwischen die Solo- und Orche st er Vorträge von teil­weise hohem musikalischem Werte. Als Solisten waren die Herren Gustav Günther - Lollar und Adolf Schwarzlose - Gießen gewonnen, die auch in dem größtenteils aus- musikalischen Freunden des Dirigenten zusammengesetzten Or­chester mitwirkten. Das Konzert war außerordent­lich stark besucht und die Zuhörer bewiesen durch reichen Beifall ihre rege Anteilnahme an den Darbietungen. Die einzelnen Darbietungen trugen sehr verschiedenen Charakter. Zunächst die Or­chesternummern. Hier hörten wir dieEgmont"- Ouverture von Beethoven,3mortellenkranz aus Lorhings Grab" und die 14. ungarische Rapsodie von Liszt. Alles Werke von anerkanntem Wert und Ramen von gutem Klang. Die Solostücke waren daneben mehr Virtuosenstückchen, wenn man auch besonders dieRigoletto-Fantasie" der Solo-Klarinette durchaus zur Musik von Rana und Wert rechnen muß. Diese Fantasie und ArbausKarneval von Venedig" wurden von den Herren Günther und Schwarzlose mit geradezu blendender Technik gebracht. Das Or­chester, das außer dem Trompetensolo des Herrn Schwarzlose noch den Gernhardtschen Männerchor3 m 2 useckertal" zu begleiten hatte (wahrend dieRigoletto-Fantasie" dem Solisten kongenial von Herrn Pianist Krug- Gießen begleitet wurde), löste auch in der Be­gleitung seine Ausgabe in einer Weise, wie das bei der Zusammensetzung des Orchesters selbst­verständlich erschien. Besonders angenehm be­rührte der bald zurücktretende, bald in einzelnen 3nstrumente hervortreten lassende Orchesterpart desBuseckertals", das auch vom Chor sehr gut gebracht wurde. Auch die übrigen Chorvorträge verdienen unbedingt lobend anerkannt zu werden. Die Chöre von D r e u, Dürrner, Seibert, Silcher, Gernhardt, Wenger t, 3 üng st und Kappel zeigten stets den Verein auf respek­tabler Höhe der Leistungsfähigkeit und ließen den Grad ernster Arbeit ahnen, der sich dieEin­tracht" unter Führung ihres tüchtigen Leiters unterzogen hat.

Kreis Alsfeld.

Alsfeld, 4. April. Die Stadtver­ordnetenversammlung bewilligte für die städtischen Reubau t en in ter Tilemann- Schnabel-Straße eine halbe Milli^? Mark. Die Einführung einer Wohnungsluxussteuer wurde beschlossen. Der Voranschlag des Elek­trizitätswerks für 1922 wird mit einer Ein-

Kreis Büdingen.

frr. Leidhecken, 4. April. Das anhaltende kühle Wetter brachte uns gestern ein ungewöhn­liches Raturercignis mit schlimmen Folgen. Ob­gleich es nämlich den ganzen Tag kühl war und reichlich Schnee und Regen niederging, zog nach 5 Ufrr ein schweres Gewitter über unseren Ort Dabei schlug der Blitzt wie schon kurz ge­meldet, in die vor zwei Jahren erst erbaute Stallung des Landwirts Alt. Die dort lagernden Heuvorräte gerieten sofort in Brand, und bald schlugen auch die Flammen aus der daneben­stehenden wcheuer. Letztere brannte vollständig ab. Auch die Stallung muhte im oberen Teil vollständig niedergerissen werden. Dem raschen Eingreifen unserer Feuerwehr war es zu danken, daß. die stark gefährdete Hofreite unseres Bürger­meisters verschont blieb, älntersiüht durch die Pflichtseuerwehr Staden, die von den Auswär­tigen zuerst an der Brandstätte erschienen war, und: freiwilligen Feuerwehr RZchelsheim war gegen 7 IHjr das Feuer auf seinen Herd beschränkt und weit-re Gefahr ausgeschlossen. Die aus allen uml ege de i Orten allmäh.ich mgetroffcn n Weh­ren vrauHten nicht mehr in Tätigkeit zu treten. Die vom Feuer Heimgesuchten sind noch junge strebsame Leute, die sich vor wenigen Jahren die Hofrseite tauften und instandsetz.en. Sie sind schwer getroffen, da der Schaden an Gebäuden und Vorräten groß ist, und Herr Alt nicht aus­reichend versichert sein soll.

älreis Lauterbach.

* Angersbach, 4. April. Anläßlich des sechzigjährigen Geburtstages seines zweiten Vereinsbanners veranstaltet der Männergesang­vereinFrohsinn" (gegr. 1850; Dirigent Lehrer Obermann) am 2 1. M a i d. 3- einen großen Gesangswettstreit. Richt weniger als 542er eine haben zu diesem Hubiläumsfeste ihr Kommen zugesagt.

Lrreis Schotten.

b. Schotten, 3. April. Fünfundzwan­zig Jahre sind in diesen Tagen verflossen, seit Kirchenrat Münch in unserer Stadt und dem Kirchspiel Schotten in vorbildlicher Treue und P, lichtersüllung seines hohen Amtes waltet. ^Sie allgemeine Liebe und Verehrung, die man ihm entgegenbringt, kam zum klaren Ausdruck in einer würdigen, kleineren Feier, die die Kir­chen- und Stadtvertretung am Samstag zu Ehren des Jubilars beging. Die gesamte Bevölkerung stattete ihren Dank durch Zuweirdung zahlreicher Liebesgaben ab. Die Gesellschaft der Musikfreunde gab gestern ihr weiteres Kon­zert unter Mitwirkung der Primadonna des Hess. Landestheaters Frau Johanne Hesse. Durch kunstroll ndcte Wiedergabe Perlen edelster Lieder von Schubert, Mendelsohn und H. Wolf erntete die gefeierte Künstlerin reichsten Beifall der an­dächtig lauschenden Konzertbesucher. Die Bau­tätigkeit beginnt sich in der Stadt sehr zu regen. Mit dem Bau des Beamtenwohnhauses wird eifrigst fortgrschritten, auch die Eisenbahn­verwaltung beabsichtigt, für ihre wohnungsuchen­den Beamten zu bauen. Mit der Errichtung der Forstschule, die der hessische Staat an einer prächtigen Lage am Schießhorst bauen läßt, wird begonnen. Auch die Stadt hat ein weiteres Wohn­haus erworben, das zu 56 Wohnungen für Minderbemittelte um gebaut werden soll. Die Stadt besitzt 17 Gebäude, in denen ca. 45 Fa­milien und Haushalte abgesehen von den Schulen und Aemtern mit ca 170 Köpfen untergebracfrt sind. Schwierig unterzubringende kinderreiche Familien finden darin in erster Linie Aufnahme. Die lechige Wohnungsfrage wird da­durch am besten gelöst, da ja alle Zwangsmaß­nahmen unb Beschlagnahmen überall auf dem Lande auf unüberwindliche Schwierigkeiten bei Hausbesitzern und Mietern stoßen.

B. Sichenhausen, 2. April. Die ver­gangene Woche brachte unserem Dorfe die lang- erwartete Einschaltung des elektrischen Lichtes. Die Gemeinde feierte diesen wichtigen Augenblick durch eineL i ch t k i r m e s".

Kreis Friedberg.

2L Bad-Rauheim, 4. April. Bei winter­lichem Wetter hat am 1. April die Sommer- k u r z e i t begonnen, die bis zum 30. September dauern wird. Trotz des ungünstigen Wetters der letzten Wochen sind schon etwa 700 Kur­gäste anwesend. 3n den Hotels sind Zimmer überall in großer Zahl vorausbestellt. Sobald der Frühling wirklich feinen Einzug gehalten hat, wird der tägliche Zustrom der Gäste einsehen. Kurverwaltung unb andere Behörden haben ihr Möglichstes getan, um den Fremden den Aufent­halt so angenehm wie möglich zu gestalten. Die Kurkapelle wird bei voller Besetzung wieder täg­lich ihre Konzerte geben. Dazu sind alle vier­zehn Tage Künstler- und Sinfoniekonzerte vor­gesehen. Für den Mai sind außer größeren sport­lichen Veranstaltungen ein großer Gesangswett­streit geplant, außerdem stehen für denselben Monat verschiedene Kongresse und Tagungen wirtschaftlicher Verbände in Aussicht. Eine Reu­erscheinung im Kurleben ist das vornehm ausge- ftattelc Dadeblatt, das zunächst wöchentlich zweimal, während der Hochsaison aber täglich an­stelle der Kurliste erscheinen wird.

Starkenburg und Rheinhessen.

rm. Offenbach, 4. April. Erne Konfe­renz der Hessischen Mieterschuhver­eine tagte hier, um zu der Frage des Reichs- mietengesehes Stellung zu nehmen. Es waren auch eine Anzahl Vertreter hessischer Wohnungs­ämter anwesend. 3n dec eingehenden Aussprache wurden eine Anzahl Wünsche und Anregungen laut, die der Landesregier-ung als Unterlagen für die Ausführungsbestimmungen unterbreitet wer­den sollen.

Kreis Wetzlar.

c[ Wehlar, 4. April. Am Sonntag fand auf dem Schulhof des staatllchen Gymnasiums die feierliche Einweihung des Denkmals für die i m Weltkrieg gefallenen Lehrer und Schüler der Anstalt statt. Das in die efeubedeckte Llmfassungsmauer b?6 Hofes eingefügte Denkmal ist in seiner Schlichtheit un- gemein wirkungsvoll. Zwischen einfachen steiner­nen Halbsäulen sind die vier in der D o v e - schen Gießerei zu Weilburg hergestellten Dronzeplatten angebracht, welche die Ramen von vier Lehrern und 106 Schülern -tragen; der be­krönende Gibel weist als einzige ilm^terung die Form des eisernen Kreuzes auf. Herr Pfarrer Lic. Heep übergab in tiefempfundener Weihe­rede das Denkmal im Ramen der früheren Schü-