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Nr. 285 Zweites Blatt Siehener Anzeiger ^General-Anzeiger für Gberheffen) Montag, 4. Dezember 1922

Titzung der Stadtverordneten.

® ietten. t. De, tSchlub.)

Für bU Mädchenfortbildungsschute toerben zur Beschaffung mm Küchengerätschaften für die Einrichtung etnei -weiten Küche 350 000 □Hart, und zur Beschaffung von Stoffen für Unter richrszwecke 50 000 Mark fllait bewilliat. Die aus den Stoffen hergestettten Segenstände füllen gegen Srfay der Selbstkosten dem Wvhl- tahrtsamt übergeben tverden, so bafo also dieser Kredit im roefentlichen wieder durch Einnahmen gedeckt wird.

Für VolkS- und FortbildungSschul- zwecke im Kaufm. DereinShauS

werden 30 000 Mark zur Verfügung gestellt. Es handelt sich hierbei um die Vergütung für die De- nurjung und Reinigung der Räumlichkeiten.

Der Schulraum im Israelitischen Ge­meindehaus

verursacht für die Reinigung und Heizung ab 1 Oktober eine jährliche CBetgutunfl von 5000 Mt. Wird genehmigt

Für Lohnerhöhung der städtischen Arbeiter

sind bi« 31. März n. IS. 55 802 944 Mk. erforder­lich Der Stundenlohn in der obersten Spitze be­trägt zur Zeit 171,50 Mk. Dem Kredit wird zu- gestimort.

Die Feuerversicherung deS Schulinventars, die auf 10 3abre abgeschlossen ist, erfordert bei einer Objektshöhe von 6 880 030 Mark jährlich 35 111 Mark Prämie. Wird genehmigt.

Für die Verlängerung deS Kabels in der Erednerstrahe und im Mitteltveg wird ein Kredit von 60 000 Nlark gegeben, damit der Teil der Straßen, der noch ohne elektrisches Licht ist, angeschlossen tverden kann.

Dem DezirkSarbeitgeber-Verband, dem die Stadt angehört, wird der Jahresbeitrag im 100 Prozent 5760 Mark erhöht.

DaS VolkSbad

«hält zur Deckung der Kosten seines Wasser- verbiauchs einen Zuschuh von 6114,73 Mark für das Iaht 1921 Als zinsloses Darlehen tverden 160 500 Mark, die die Zuschuh- bzw. Gehaltskosten für das Persona! darftellen, ge- währl Das Dad geht am 1. Januar tn ben Besitz der Stadt über.

Eine Kostenbeihilfe zum Stimmzetteldruck aus Anlah der Stadtverordnetentoahl soll auf Antrag der Stadlv. Dr. Krausmüller- Reuenhagen - Frau R a u m a n n zunächst erst noch einmal den Finanzausschuh beschäftigen.

Da u g e s u ch e.

Die Befreiung von Bauvorschriften für Schanzenstrahe 1618 und Liedigstrahe 77 wird erteilt, die Errichtung einer Stützmauer Rod- Heimer Strahe 23 genehmigt, die Befreiung von Bauvorschriften für die Eigenheim-Daugenossen- fchaft (Iheringstrahe) von der Tagesordnung ab- gelcöt, da neue Pläne vvrgelegt werden sollen. Die Genehmigung zur Trennung der Hofreiten Roonstvahe 6 und Frankfurter Strahe 123, die früher schon abgelehnt wurde, wird erneut versagt.

Der Erhöhung der Gebühren für Gräber

wird zugestimmt. Bei der Bemessung der Preise soll die jeweilige Grundsteuer zugrunde gelegt und danach eine 15fache Erhöhung gegenüber dem Friedenswert festgestettt werden. Stadtv. Mann beantragt die Einführung der Gebührenfreiheit für Beerdigungen. Der Antrag wird dem Finanz- ausschuh und der Friedhofsdeputation zur Prü­fung übergeben.

Soziale DereinSbeiträge.

Dem Landesverband Hessen zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten wird ein Jahresbeitrag von 300 Mark bewilligt, der Beitrag an den Hess. Fürsorgeverein für Krüppel wird von 50 Mk. auf jährlich 300 Mk. erhöht, ein Kostenrest für die Ausstellung zur Bekämpfung der Geschlechts­krankheiten wird In Höhe von 583,63 Mk. glatt bewilligt.

Die HausiererlaubniSscheinpflicht wird dem Anträge der Dertvaltung entsprechend gutgeheihen.

Die Erlaubnis zum Schankwirt- schaftsbetrieb

wird dem Karl Durhenne, Walltorstr. 6, und dem Fritz Strasser, Klinikstr.24, erteilt, der Anna K u r e k, Steinstr. 74, versagt.

Schlachthof-Vorlagen.

Einer Erhöhung der Ausgleichsgebühr auf 8 Mk. wird zugestimmt. Mit der freihändigen Vergebung von Arbeiten und Lieferungen an die Firma Riedinger in Augsburg (Reparaturen an Maschinen des Schlachthofes) in Koftenhöhe von 60 432 Mk. ist man einverstanden.

Mitteilungen

Der Vorsitzende gibt Kenntnis von den Man- datSniederlegungen der Stadtv. Geh. Rat Prvi Dr. Sommer, dem für ferne Tätigkeit zum Wohle der Stadt besonders herzlich gedankt wird, und Ehr Hard und Wachtel, denen der Vor- frtzendc gletchfalls Dank sagt.

Sodann wird mitgeteist. daß unserer Stadt auS der Spende des Darmstädter Unter- stützungSvereins in Chicago 14.3 Dol­lar zur Fürsorge für Rotleidende überwiesen wurden Die edle Spende wird mit herzlichen Worten des Dankes angenommen.

Zwei Anfragen des Stadtv. Mann tverden der nächsten Sitzung zur Beantwortung Vorbe­halten

Beigeordneter Dr. Frey gibt Kenntnis von der Einrichtung der OBärmcftubeai für Klein­rentner in dm Wirtfchafi .Zum Haberkasten", und beantwortet eine Anfrage des Stadtv. S ch m a h 1, warum die Stadt bei der Krieger - gebenffeicr am Totensonntag nicht auch einen Kranz niedergelegt habe, dahin. Mfl die Stadt die Gräber geschniückt habe, weshalb man von einer besonderen Vertretung bei der Kranznieder­legung glaubte absehen zu können.

Aus Slaot und Land.

Dietzen, den 4. Dezember 1922.

Anzeigen-Annahme.

Die Entgegennahme von Anzeigen findet bis znm Abend vor dem Anfnahmelag statt; An­zeigen für die SamstagSnnmmer müssen spä­testens bis Freitag mittag aufgegeben sein.

Geschäftszeit

von 812Va Uhr und von 251/. Uhr.

Die TencrungSzahfcn

in den fünf größten hessischen Städten auf Grund der Preise vom 22. November 1922 (25. Oktober)'ausschließlich der Drk^eidung be­trugen für Mainz 41925 (22682); Darm­stadt 41687 (21119), einschl. Bekleidung 55 129 (22848); Offenbach 39211 (22 648); W 0 mS 42 572 (21 872). einschl. Bekleidung 57 939 (29 789); G i e h e n 39 157 (20 903), ein- schlietzl. Bekleidung 52 417 (27 521).

Die Durchschnittsteuerungszahl für die fünf größten Städte beträgt für Ernäh­rung 36 312 (19 649), für He i z u n g und Beleuchtung 4372 (2026), Wohnung 226 (170), für Bekleidung 14 023 (7421), zusammen 54 933 (29 266).

Die Teuerung ausschließlich Bekleidung ist vom Oktober auf November um 87 Prozent, und einschließlich Bekleidung um 88 Pro­zent gestiegen, vom 8. November ab aus­schließlich Bekleidung um 24 Prozent.

Nach den Feststellungen des Statistische« Reichsamts stieg die Reichsindexziffer für Lebenshaltungskosten (Ernährung, Hei­zung, Beleuchtung, Wohnung und Belleidung) von 22 066 im Oktober auf 44 610 im Durch­schnitt des November, mithin um 10 2,2 Prozent. Die Indexziffer ohne Beklei­dungsausgaben, die im Oktober 19 504 betrug, erhöhte sich auf 40 047; die Steigerung be­tragt 105,3 Prozent. Die Indexziffer für Bekleidungskosten allein stieg um 91,8 Prozent auf 74 162, für EmährungSauSgaben um 106,5. Prozent auf 54 982.

Die Obersteuersekretärprüfung haben bestanden die Struersupemumerare Wal­demar Schlehenbecker und Fritz Roth- e r m e l, sowie der Steuerassistent Fritz Linker.

** Kleinrentnerfpende der Deutsch­nationalen Volkspartei Gießen Als Reinertrag der deutschnationalen Wohltätigst: - Veranstaltung zum Besten notleidender Gießener Kleinrentner sind 74 970.50 Mk. erzielt wor­den. Außer den bereits zur Verteilung gekom­menen 65 000 Mk. find inzwischen noch weitere 10 000 Mk. an bebürftige Kleinrentner durch Ver­mittelung des Rentnerbundes verteilt worden Die Bedachten haben die ihnen zugewiesene Spend mit sichtlicher Freude und herzlichem Danke ent- gegengenommen. Außerdem konnten noch einige nicht zur Verwendung gekommene Lebensmittel, sowie Zigarren dem Rentnerbunde zwecks Ver- tellung als Liebesgabe zugeführt werden. Hiernach kann die Veranstaltung, die wahrer Nächstenliebe und Opferbereitschaft entsprungen ist, und aus die Spender, Mitwirken de und Tellnehmer mit Befriedigung zurückblicken tonnen, auch in finan-

Hinsicht als durchaus gelungen bezeichnet werden.

Oesfentliche Dücherhalle.Im November wurden 1667 Bände auSgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 870,

1 Zeitschriften 122, Iugendscbriften 165, Lite- I raturgeschichte 16, Gedichte und Dramen 30, Länder- und Bolkerkunde 55, Kullurgeschichte

43. Geschichte und Biographien 84, Kttnst- geschichte 13, Naturwissenschaft und Techno­logie 125, Heer- und Seewesen 12, HauS- und Landwirtschaft 5, Gesundheitslehre S, Reli glon und Philosophie 48. Staatswissenschuft 15, Sprachwissenschaft 10, Fremdsprachliches 37 Bände. Nach auswärts kamen 50 Bände.

Ärcie Lauterbach.

Lauterbach, 2. Dez. 3u dem türzlutz gemeldeten Fund einer männlichen Leiche in der Gemarkung Wallenrod wird jetzt amtlich noch folgende- beSanntce geben: Die Nachforschungen an der Fundstrile ergaben das Vorliegeen ctnes Verbrechens, nämlich Mord oder Aaubnwrd. Die Tat selbst kann ettr.i zwei Jahre zurückliegen und ist durch Er­schlagen oder Erschießen erfolgt. Der Tote ist eine männliche, vermutlich jüngere Person gewesen, die auch nicht sehr groß war. Das Kopfhaar war dicht, lang und von durriÄbra iner Farbe. Nach den Vorgefundenen Kleiderresten hat der Tote als Unterkleidung Normalwäsche von graua>eif>er Farbe und als Oberfleibing einen Anzug aus dunkelblauem kleinkariertem Stoss und eine dunkelgraue Stvsfmütze mit einem Knopf von ebensolchem Stoss in der Mitte des Kopfes (Sch:itelj getragen. Der Kragen war ein ^ummi-Stehkragen mit umgebogenen Ecken, Weite 42 Zentimeter. Die Fußbekleidung fehlte. Am Tatort fanden sich außerdem eine leere Weinflasche, leere Kognakflasche. Eierschalen, Reste einer Streichholzschachtel, die Backentelle eines blauen Tintenstiftes und ein sestbstgeschut- ♦onet krummer Stock, wie ihn Handwerks burschen zu tragen pflegen. Allem Anschein nach hat vor der Tat an diesem Platz ein Zechgelage statt­gefunden Die Person des Toten und Diejenige des Täters ist nicht bekannt. Alle Personen, die irgendwelche Wahrnehmungen gemacht haben, die mit der Tat in Verbindu-ig stehen könnet, wer­den dringend gebe et, der Staatsanwaltschaft in Gießen, oder bei ih.em Bürgermeister, oder der Gendarmerie in Lauterbach ihre Wahrnehmun­gen mitzuteilen.

' Bermutshain. 2. Dez. Dieser Tage wurde von den Erben des Heinrich Bopp Wwe. ein Acker mit Wiesenplah (insgesamt 1 1/2 Morgen) öffentlich versteigert. Das Höchst­gebot, zu dem der Zuschlag erteilt wurde, gab der Schreinermeister Andr. Komp von hier mit 883000 Mark ab.

rr. Schlitz, 1. Dez. Bei einer Treibjagd, die gestern im nahen Walddistrikt Rimbach vorgenommen wurde, traf man ein Rudel von acht Wildschweinen an. Davon brachte Forstmeister Seeger zivei und Forstgehtlse Kluge ein Stück zur Strecke.

Mreid Büdingen.

Nidda, 2. Dez. Die Versteigerung des Massegeländes der Feldbereinigung Geiß -Nidda ergab eine Einnahme von rund 40 Millionen Mark. Trotz hvher Linkosten verbleibt noch ein Aeberschuß von etwa 5 Millionen Mark.

Kreis Friedberg.

sf. Friedberg, 1. Dez. Am Schluffe der gestrigen Stadtverordnetensitzung kam es bei Punkt 14,Anfrage betreffend die Stel­lungnahme des Beigeordneten Leuchtgens zu den letzten Stadtverordnetenwahlen"zu einer langen und scharfen Auseinandersetzung mit genanntem Herrn. Vor den Stadtverordnetenwah­len "erschienen seitens der hiesigen Deutschnatio­nalen Partei einige Flugblätter, die in überaus scharfer und tellweise persönlicher Weise die an­deren Parteien und einzelne Mitglieder derselben mit Nennung des Namens angriffen. Es wurde in diesen Flugblättern u. a. der Vorwurf erhoben, daß die genannten Parteien schuld an dem finan­ziellen Zusammenbruch der Stadt seien, eine Be­hauptung, welche nach den Mlltellungen des Bür­germeisters in keiner Weise zutreffend ist. Die Demokratische Partei, von der der obenerwähnte Punkt der Tagesordnung ausging, lieh durch ihren Wortführer. Rektor Koch, eine Erklärung verlesen, tn weichst ffie sich in schärfster Form gegen das Verhalten des Herrn Leuchtgens aus­sprach. Der Führer der Deutschen Volks Partei, Beigeordneter und Geh. Iustizrat Win­decker, der in den betreffenden Flugblättern persönlich alswürdeloser Liebediener nach links" bezeichnet war, verlas eine längere, schriftliche Er­klärung seiner Fraktion, in weiche die Art des Kampfes des Herrn Leuchtgens als unpassend zu­rückgewiesen wurde. Beigeordneter Leuchtgens bemerkte hierauf, daß stch die Versammlung auf ben Boden einer Volksversammlung gestellt habe, und er muffe gegen die ganze Art und Weise, wie diese Sach? behandelt werde, schärfsten Protest einlegen. Es tourte darauf gegen die Stimmen des Beigeordneten Leuchtgens und seines Frak­tionsgenossen Kurz in eine Besprechung der An­gelegenheit eingetreten; die beiden genannten Herren verließen vorher den Saal. In der Be­

sprechung verurteilten die Vertreter sämtlicher Parteien (mit Ausnahme der Deutschnationalen) das Vorgehen des Herrn Leuchtgens. Ein von Stadtv. Raute beantragtes Mißtrauensvotum kam nicht zur Abstimmung, dagegen ermatten die Parteien, daß Herr L aus der einmütigen Stel­lungnahme des Skidtpariameitts die ent­sprechende Konseguenz ziehen wird Man ist all­seitig gespannt daraus, welche Entwicklung diese Angelegenheit nehmen wird

* Bad-Nauheim, 2 Dez AuS einem diesigen Geschäft wurde em großer Posten Zigaretten, etwa 8000-10 000 Stück, g e - noblen. Es handelt sich um die Marke .Srei* Herr von Kesselstein', die schon feit Monaten, nicht mehr im Handel ist. Dieses Merkmal dürfte, für die Ermittlung deS Diebes von Bedeutung sein, wenn irgendwo der Raub zum Stauf an geboten wird

Kreis Wetzlar.

fr. Krofdorf, 2. Dez. Einen Vortrag über .arbeitsschumähigen G e angunter- richt in de r D 0 lksspu 1 e' hielt am 30. No­vember in der neuen Schule Hierselbst vor Mit­gliedern des Deutschen LebrervereinS Lehrer Rühl- Brau:rfels. Aus der Tiefe feines eigenen künstlerischen Stonnens herau Z zeigte' der Dortia- genbe an praktischen Beispielen, wie bei ben Kindern iurch Selbsttätigkeil im Gesangun:erricht Freude am Singen erweckt und die Sangessreudig- kett auch über die Schulzeit hinaus aufrecht- erhallen werden kann Die AuZführungen wurden mit reichem Beifall au'genommen Zum Kon­rektor an dec bieftgen siebenklassigen Volks­schule wurde mit Wirkung vom 1. Dezember d. I ab Lehrer Dechthold ernannt

Kirche und Schule.

* Kirchliche Dienstnachrichten Uebertragen wurden: am 22. November die zweite evangelische Pfarrstelle zu Nidda dem Pfarrer Wilhelm Köhler zu DernSburg, die evange­lische Pfarrstelle zu Nieder-Rosbach dem Pfarrer Karl De icke zu Rendel, die evangelische Pfarrstelle zu Reichelsheim < Dekanat Fried­berg) dem Pfarrer Karl R ü h l zu Wingershausen, die evangelische Pfarrstelle zu Engelrod dem Pfarrassistentcn Hans Letzing zu Rüsselsheim: am 29. November die evangelische Pfarrstelle zu Sandbach L O. dem Pfarrassistenten Karl Röm­held zu Neustadt L O.

Schlichtungsausschutz der Provinz Obcrheffen.

Verhandlung vom 30. November.

Die Laute r da che r Viechwaren­fabrik soll den Arbeitern über 25 Jahre fol­gende Novemberstundenlöhne zahlen: Den ge­lernten ab 1. 11. 115 Mk. und ab 16. 11. 125 Mk., den angelernten 110 und 120 Mk., den Hilfsarbeitern 105 und 115 Mk. Die Löhne dec übrigen Altersstufen soll sie um 50 und 60 v. H. der Oktoberlöhne erhöhen; die Familien- und sonstigen Zulagen sollen In der bisherigen Höhe bestehen bleiben. In den Stundenlohnsätzen ent- spricht der Schiedsspruch dem vorläufigen Der- handlunnse^g bntS zwischen Metalla rbeiterverba nd und Arbeitgeberverband, das aus die Absatz- fmefuna Rücksicht nahm. Heber die Dezember- löhne sollen die Parteien zunächst noch mitein- ander verhandeln.

Der Betriebsrat der DuderuS'schen Eisenwerke in Hirzenhain beantragte eine Neuregelung der sogenannten Feuerzulage der Arbeiter des Gmaillierwerkes. Bei den Ver­handlungen über die Oktober- und November- tohne der Metallindustrie war diese Angelegen­heit nicht zur Sprache gekommen. Der Schlich­tungsausschuh gab den Streitteilen aus, sie zu­nächst zur Verhandlung zwischen Arbeitgeber- und Ai.b itnehm^-v^rband zu bringen.

Sin Hilfsarbeiter hatte mit der M e g u i n A. G. in -üuybach einen Arbettsvertvag auf 4 Wochen zur Probe abgeschlossen. Mit dem Ab­lauf dieser Zett entließ ihn die Firma. Seinem Einspruch hiergegen nach §§ 84 ff. des Detriebs- rätegesehes gab der Schlichtungsausschuß nicht statt, denn die §§ 84 ff. geben den Arbeitnehmern und Gruppenraten kein Recht des Einspruchs gegen den Ablauf eines Arbeitsverhältnisses auf bestimmte Zett.

Ein Arbeiter der Haarhutfabrik R. u. M. Wegener in Blihenrod rief nach § 84 des Detriebsrätegeseyes gegen Kündigung den Arbetterrat an. Dieser versuchte vom 6. bis zum 20. 11. 1922 nach § 86 Verständigungs- Verhandlungen mit dem Arbeitgeber herbeizu- fühien. Am 20. 11. erhielt er den Bescheid, daß der Arbeitgeber die Kündigung aufrechterhalte. Darauf rief am 26. 11. bet Arbeiter den Schlich­tungsausschuß an. Dieser erflärte den Einspruch gegen die Kündigung für unzulässig, denn die Wochenfrist des § 86. innerhalb der der Gruppen­oder Betriebsrat die Verständigung mit dem Arbeitgeber versuchen sott, war überschritten.

In drei toetteren Einzelstreitigketten verstän­digten sich die Parteien vor der Verhandlung.

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