Arzt, von der Gräfin hinau’geleitet gcgancen ttxir. Saft wie plötzlich genefen tarn sie lih vor.
An Vie Heimat dachte fte. 6te muhte auf einem Dri-f Sophies, den ihr die F au voi Lach- roeden vorgelesen, dah Malier und Geschwister io Krieblowiy waren. Sie konnte sich hinei^träumen, wie sie sich dort Wohl fühlten, freute sich darüber. Eine schier unwiderstehliche Luft, eine tu3? Zeile an Sophie zu schreiben, weilge Tor e. einen Scherz, der doch so schönen felgen C/nft umfassen sollte. Schreiben wollte sie: .Sorne dih nicht weiter. Mama braucht nicht in ihre Rangn hineinzumanschen. 63 geht alles der Reihe noch Llnsere gute Julie zählt ja leider nicht, ist Hols. nungsloS. Und die Aelleste ist glücklich unter- gebracht. So glücklich!"
Trüben auf der schonen 'Dorockkornmode stand, sie wusste es, eine Kassette mit Driespapier, Tinte und Gan'eliel, Stre-u and und Sieg. l!ack Je eher, desto besser 2LHd hat sie sich au gerichtet, sich langsam aus dem Del geschoben. ES gt-g ganj gut Es ging vortrefflich. Lachen hätte sie mögen. Was sie ivohl daheim sagen würden! Ob Sophie ihr glaubte? Ei gewitz: sie glaubte. Man glaubt immer an gute Rachrichten.
So stand sie an der Kommode, Moppte den Teckel aus. Der Deckel trug inwendig einen Spiegel. 11 nb da überrann sie plötzlich wieder eine unwll-erstelll che L-ust: sie wollte doch zuschauen. wie sie aussähe —
Sah in den Spiegel, schrie laut auf — un6 brach ohnmächtig zu am men.
Auf dem Teppich liegend, die Hände fr-'t Irw Gesicht tte Gestalt tri? In imge'eirem Schm-rz -usammeng^kramvst, fand sie He Gräf irr Ter Kas'ertendeckel war au'ge'ch agen, ber ©cl^ei glänz'e — sie ahnte, tief bei'türjt. sofort ben sammenhung. Alle SP egel im Zi-nmer h.tte sie vorsichtig entfernen lasten. An Diese unselige kleine Scherbe hatte niemanb gebucht.
Die Dienerinnen wurden gerufen, Luise zu Dett gebracht. Sie widerstand nicht. Cie ftim« rnelte nur unverständlich wirre Worte.
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Er bWxrarbei^ mit bet fcQl"entiiJ nnb dem ""bieüiin«
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Deutscher Schäferhund
DtQatlb mit schwärm öuf benUiomts
LV^rend. entlaub ^Herbling, erboli guii Be odniina. ©icfirii, 1244 iWntluri.Stt.ti L-dwarzeS Porlrmoi Inalt, Inhalt
S SchIW z. sowie l FWederballn " eetlottn-iSä iuneben In bcrQHdjäb stelle des Sied, «nz.
Gießener Anzeiger (Generül-Anzeiger für Gberhessen)
Samstag, 4. zevruar (922
Zweites Blatt
Nr. 30
Das „souveräne" Aegypten.
11 nb wenn man nicht mehr weiter kann, fängt man wieder von vorne an. Nachdem die letzten Verhandlungen zwischen England und Aegypten, Lie vom Juli bis zum November v. 3 ergebnislos abgebrochen waren, bequemt sich die britische Politik jetzt zu einer neuen Verhandlung Sgrundlage. Sie hat nach einer Meldung ins London das Parlament zur Aufhebung des Protektorats über Aegypten und zu dessen An- erkennung als souveränen Staat aufgeforbert, illerdingS unter Bedingungen, die daS Zuge- tändniS zum Teil wieder auf heben. ES mag daran erinnert fein, bah daS Oltfianb die Vierzig- ahr feier" des britischen Protektorats begehen !ann" denn Im Jahre 1882 besetzte England Aegypten .vorübergehend", um es nie wieder zu räumen. Es will das auch jetzt nicht tun. Hat cS doch ben Weltkrieg benutzt, um sich, am 18. Dezember 1914, von den Alliierten offiziell als Schuhmacht Aegyptens bestätigen zu lassen, und das ist auch durch ben Versailler Vertrag (Art. 147) fest- gelegt
WaS bietet die britische Regierung den 2legbptem jetzt mehr als bei den Londoner Vertändlungen? In dem.ewigen Freundschafts- und Bündnisvertrag". den das Londoner Kabinett dem .souveränen Staate Aegypten" antrug, war die D ibebaltung der militärischen Okkupation, die Be- «ufsich'igung der Finanzen und die Kontrolle der auswärtigen Politik durch den von England zu ernennen Den Oberkvmmissar vorgesehen. Dies An- 6ebot wurde von dem Ministerpräsidenten Adli Mascha, dcm Führer der Delegation, als völlig unzureichend bezeichnete: das aegyplische Kabinett Demissionierte, und es ist bis heute noch nicht gelungen, ein neues zustande zu bringen. 3m Lande Der Pharaonen aber brach eine gewaltige De- Dcgung aus, die sich in Streiks und Qlufitänben, In Plünderung und Sabotage, und vor allem in einer gegen die englischen Waren gerichteten Dohkottbewegung geltend machte.
Die britische Regierung wandte bemgegen- tibet ihre in Irland und Indien bewährten Methoden des wei-en Terrors an, und zweifellos ist Egypten In letzter Zeit der Schauplatz blutiger Kämpfe gewesen, wenn die Welt auch davon dank ter englischen Zensur wenig genug erfahren hat. Aber man hat gehört, bah die Zeitungen unterdrückt. dal; die Häupter der Bewegung verbannt wurden, und bah in Kairo und in anderen Städten blutige Da rrika den kämpfe ftattgefunben haben. Eines konnte jedenfalls nicht wirksam bekämpft werden: die Doykottbeweguna, und diese trifft England, ebenso wie es zur Zeit in Indien der Fall ist, an seiner empfindlichsten Stelle. Da Aegypten fast ganz Agrarland ist, ist es völlig auf die Einfuhr von Industrieprvdukten angewiesen, und von fradfischer, italienischer und amerikanischer Seite wird ben Engländern bereits scharfe Konkurrenz gemacht ebenfo wie ja in Indien durch ben Boykott der englische Warenabsatz last ganz aufgehörl hat.
Du man die gleiche Entwicklung im Pharao- nenlanbe befürchtet, hat sich Lloyd George, der Versöhnungspolitiker, jetzt zu dem neuen Zugeständnis entschlossen, bas aber, wie schon betont, herzlich gering ist. Zwar will man anscheinenb mit der Bewilligung eines ägyptischen Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten auf die Kontrolle der auswärtigen Politik wenigstens offiziell vernichten, aber die verlangten drei Garantien machen aus der angebotenen Souveränität das bekannte Messer ohne Heft, dem die Klinge fehlt. Die „Sicherung der ReichSverbindungs- trege" (es handelt sich für England um die Sicherstellung der grohen Landbrücke von Kairo nach Bombay) bedeutet die Beibehaltung der britischen BesatzungStruppen im Rilbelta. Run hatte die ägyptische Delegation bei den Verhandlungen in London eine ausreichende Truppenmacht zur Sicherung des Suezkanals zugestanden. während England auf der Haltung von Garnisonen in allen wichtigeren Orten bestand. Aus Punkt 3 der Sicherungen, nämlich dem .Schuh Aegyptens gegen jebe unbeteiligte oder unmittelbare Einmischung »der gegen einen Angriff von auherhalb" scheint "hervorzugehen, bah man auch jetzt nicht ganz
auf die Garnisonen verzichten will, indem man nämlich die Kanalzone möglichst .weitherzig" aus- legt Doch ist die Fassung der Vorschläge so un- getoih. bah vielleicht bie Möglichkeit zu Verhandlungen gegeben ist. Diese werden freilich dadurch erschwert, bah England auch auf den sogenannten Kapitulationen, d. b. der Konsulargerichtsbarkeit, besteht. Demgegenüber sordern die Aegypter. bah alle Fremden ben heimischen Gerichten unterworfen sein sollen: doch haben sie bereits Ausnahmen für ben Fall zugeftander bah „eine fremde Macht bei Verfehlungen einzelner Untertanen das Recht zur 2lburteilung für sich besonders beansprucht".
Man ersieht aus alledem, dal) be britische Regierung in ihren Zugeständnissen noch erheb.ch weiter gehen mühte, wenn Derhcrnd u ge.i a- f dieser Grundlage irgendeinen ßrfolg rerfpredym sollen. Die engilche Politik sieht sich vor eine Zwickmühle gef ei t. Mach', man ben Aegyvtcrn weitere v ugettäirdnisse, so fürchtet man, buh auch die Inder, Ara-er u-to. zur schärferen (Sie b machung des Selbstbestimmungslech es erinr.gt werden. Versucht man aber die Poliill der harten Faust foutzuseyen, so liegt die Gefahr vor, bah die ohnehin im Orient Vorhände e Gärung auf den Sudan, Arabien, Indier, Persien und Afghanistan übergreift. Das ist so oder so eine ernste Gefahr für das britische Imperium.
Derinischtrs.
"PhantasiepreisefürDücher. Dah seit einiger Zeit bei Dücherversteigerungen für manche Werke Preise gezahlt werden, die durch nichts gerechtfertigt sind und nur in der iln- kenntnis der Bietenden eine Erklärung finden, ist eine immer wieder beobachtete Tatsache. Für Bücher, die beim Verleger noch für einen bescheidenen Preis zu haben Jinb oder in Qlnti- quariatskatalogen häufig für geringe Beträge angeboten werden, werden im Eifer des Gefechts oder auS irgendeinem Zufall Riesensummen bezahlt. Riemais noch aber hat sich diese Erscheinung in so grotesken Formen gezeigt wie bei der Versteigerung der Bibliothek Wilhelm von Bodes. Hier wurde geradezu Abenteuerliches in dieser Beziehung geleistet Einige Beispiele mögen dies näher erläutern. Die grobe, von Karl Frey besorgte Ausgabe der Handzeichnungen Michelangelos, die zwar jetzt vergriffen ist, für die der Preis aber kaum mehr als 2000 Mark betrug; fand für 23 000 Mark einen Käufer. Die Arbeit Grautoffs über Prussin, von der der Verleger wohl noch eine stattliche Anzahl auf Lager hat, und die man jederzeit beziehen kann, hat mehr alS daS Zwanzigfache von dem Ladenpreis gebracht, nämllch 4400 Mark, ohne bah irgendein Grund für diese Steigerung erkennbar wäre. Bücher, die früher ein paar Mark kosteten, wie Hilbebranbl« ,Falkvr.«t" unb Vö^rS „Anfänge des monumentalen ÖtilÄ“, und bie auch heute noch keineswegs hoch im Preise stehen, brachten es auf 2000 Mark und mehr. Ebenso unverständlich ist eS, wie für ben einfachen Leinwand band der Gurlittschen Watteau-Handzeichnungen 7000 Mark angelegt werden konnten. Das sind phantastische „Phantasiepreise", bei denen man nur In OolUommener Verständnislosigkeit ben Kopf schütteln kann. In dem Bericht der .Kunstchrvnik" werden einige ErklärungSgründe versucht, die aber ! auch nicht ganz überzeugen können. .Die Preise der Luruspublikationen". heiht eS da. „warfen ihren Schatten über den ganzen weiteren Verlauf der Auktion. Manchmal wurden selbst Bücher, die noch beim Verleger zu haben sind, weit überm Labenpreis bezahlt." Der Rame Bodes mag zu dieser „Hausse" natürlich viel beigetragen haben Hauptsächlich aber waren es wohl die Gebote der Ausländer aus valutastarken Ländern, die diese Steigerung verursachten, und man munkelte sogar. ti wäre noch viel mehr bezahlt worden, wenn ein Amerikaner dabei gewesen wäre, der zu spät kam „Die wenigen boten mit Seelen ruhe," sagt der Bericht, „brauchten sich auch, wenn sie die Zahlen in ausländische Geldsorten umrechneten, nicht weiter zu beunruhigen. Es wäre aber verfehlt. die Preisliste dieser Versteigerung als Mahstab für den Kauf wert von Kunstbüchern ansprechen zu wollen, und ein Privatmann würde
eine schwere Enttäuschung erleben, wenn er feine Kunstbrbliothek an Hand dieses Auktionskatalogs einschätzen wollte."
Kirchliche Nachrichten.
. Evangelische Gemeinde.
Sonntag, 5. Februar, 5. n. Epiphanio.
In der Stadtkirche. Bonn. S", älhr: Pfr. Mahr. 11: Kinderkirch« f. d. Matthäusgem: Pfr. Mahr. 2ldds. 5: Pfr. Becker. - Montag, 6. Sehr., abds. 8 Vereinigung d tonfirm, männl. Jugend d. Matthäusgem. — □Rontag, 6. Fedr.. abos. 8: Gemeindenbend m. Dibe^besp^echung. zugleich Helferverjmlg. d. Marlurgem. — Dienstag, 7. Fedr., abds. 8: Öffentliche Helfcrversmlg. d. Männer- u. Frauer.vrrei.ngung d. Matth nä- gem. Vortrag von P,r. Mahr. — Donnerstag, 9. gebt., abds. 8: Vereinigung d. Eonf. toeibL Jugend d. MatthäuSgem.
In ler Iohanneskirche. Torrn. 9 2! Pfarrassist. M-ller 11: Kinderkirche f. d Lukas- gem.: Pfr. Dechtolsheimer. Abds. 5: Pfr. 21 d8- feld. 8: Bibelbejprechung im Iohannessaal: Pfr. Adolph — Montag, 6 Fedr., abds. ZV?: Ia- genboeceinlgung d. Lukasgem. (männl. Abllg.).
Wies eck. 5. Fedr Vorm 10. Gottesdienst. — Tvnnerstag. 9. Febr. 2lbds. 8: Mädchen- abend. Freitag, 10. Febr. Abds. 8: Frauenversammlung Vortrag von Fräulein Storck- älebcrau, Sekretärin des Verbandes evang-.lisch- kirchlicher Frauenvereine (im Rathaussaal).
Sonntag, 5. Febr. Vorm. 10: Kirchberg. — Rachm. !>/-: Lollar. — Rachm. l1/»: Staufenberg.
Katholische Gemeinde.
SamStag, 4. Febr., nachm. 5 und abdS. 8 Ahr: Gelegenh. z. hl. Beichte. — Sonntag, 5. Fedr. 5. Sonntag nach Epiphanie. Mariae Licht - meh. Vorm. 6V?: Gelegenh. z. hl. Deichte. 7: Hl. Messe. Kommunion d. Männer u. Jünglinge. 8: Austeilung d. hl. Kommanion. 9: Hochamt m Pr. 11: Hl. Messe m Pr. Ra,chm. 3: Ehristen- lebre; daraus Anracht. 2ldds. 7i/2: Abendunterhal- tung d. Iungfraaen-Kongregation.
Kathol. Gottesdienst. 5. Febr. Lich, vorm. V28. — Laubach, vorm. 10 Uhr.
Handel»
Frankfurt a. M., 3. Febr. Dörsen- st i m m u n g s b i l d. Die augenblickliche politische und wirtschaftliche Unsich.'rheit verhinderte eine regere Geschäftstätigkeit. Die freundlichere Stimmung auf dem Montanaktienmarkte konnte sich großenteils erhalten. Auch für Banken trat eine festere Tendenz ein. Einige Spezialwerte blieben gesucht, sonst waren die Ilmfähe im allgemeinen wenig umfangreich. Benz angeboten 530—525. Deutsche Petroleum 1750. Mansfelder Kuxe 23 500. Rastatter Waggons 640. Chemische Rhenania 950. Hansa Lloyd 310. Die Kursbewegung der Montanpapiere war wesentlich bescheidener geworden. Eine Ausnahme machte Laurahütte, die ihre Aufwärtsbewegung fortsetzten: 1160. Oberbedarf 930. Caro fest. Harpener 1520. Riedriger stellten sich Westeregeln 2600. Aschersleben 870. Maschinen- und Metallaktien gut behauptet. Autoaktien schwankend Reckersulmer 1160. Wenig Kaufneigung bestand für Chemische Werte, deren Haltung jedoch gebessert war. Auch für Elektrizitäts- afticn stellten sich bessere Kurse ein. 2L S. G. 563. Bankaktien zeigen ein festes Aussehen. Das Geschäft aus dcm Einheitsmarkt blieb ruhig. Valuta- papiere ruhig, aber behauptet. Die Börse schloß bei festerer Haltung. Privatdiskvnt 4Vs Prozent.
Frankfurt a. TL, 4. Februar,
Marknokierungen.
Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt:
Datum: 1.7.14. 2.2. 8.2.
Zürich Fr. 125 40 2,52 2,50
Amsterdam FL 59.20 1,32 1,31
Kopenhagen ..... Kr. 88 80 2,46 2,44
Prag . ...•••••• Kr. 117 80 25 75 —, —
Stockholm ...... Kr. 88.80 1,95 1.90
Wien. .•••••••• Kr. 117.80 —, — 3984,50
London. ..... Sh. 97.80 8 80 8,81
Paris Fr. 125 40 5.82 5,82
Reuyork $ 23.80 — ,49 —,49
Börsenkurse.
Frankfurt Berlin
1-ilbr- 1-ilbr- Schl ch- Schluh» Kurs KurS 5^irs Kurs
Datum: 2.2. 3.2. 2.2. 3.2.
5'/, Dtsch. KriegSanL 77,50 77,53 77,50 77,50
4'°Dt1ch.Reich-anL 87,- 37,50 8. 80 8^, 5
3'/o Dtsch. ReichSanl. 109,- 100.- 110,- 109,75 4° „ Preuh. KonsolS 70,- 71 50 71,10 71,10
Harnburg-Paketf.. . 394,- 400 - 401,- 401,- Rorddetltscher Lloyd 285.- 290,- 28 i, - 281,75 Eornm-uPrivatbank 287,- 2u5,- 299,- 299,- Darmstädter Dank . 279.- 296,- 296,- 2j9,-
Deutsche Dank ... 465,- 482,- 473,- 474,50
Disconto-Gesellfchaft 4U0, - 410, — 407, - 410, - Dresdner Dank. . . 313,— 314,- 320, - 320,—
Mitteid. Lreditbank. 283,- 284,- 2 1,- 283,-
Ükativnalbank f. D. . 295,- 3t, t.- 300,- 303,- Doch.Gubstahlwerke 945 - -,- 940,- 940 -
Dud -Eisenw.-Akt.. 850,- 820,- 800,- 818,- D.-Luxemb. Dergw.. 825,- 840,- 830,- 837,- Gelsenkirch. Dergw.. 870,- 860,- 850, - 860, — Harpener Bergbau. 146) - 1520,- 14u0,- 1488,- Oberschl. Eisenb.-B. 810 - 900,- 880,- 918,- Oöerschles. Gisenind. 675,- 737 - 702, - 780,- Phönir-Dergb.-Akt. 950,- 600,- 940,- 943,- Dad.Anilin-u. Soda 585,- 5 7,— 602,- 59t,- Höchster Farbwerke. 644,- 550,- 650,— 649,- Allg. Elektr.-Ges. . . 642,- 653,- 642,- 643,- FeltenL Guilleaume 9 0,- —906,- 616,- Schuckert-Werke. . . 605,- 618,- 606, - 609,- Adlerwerke 647,- 560,- 650,- .631,- Daimler 482,50 483,- 484,- 485, - 4°. Hess. Staatsanl. 73,- -,- 75,- 74,50
Electron Griesheim 685,- 680,- 685,- 689,- Dtsche. Vereinsbank 220,- ——, -
Züricher Devisenmarkt.
S. 2. 4.2.
Wechsel auf Schweizer Franken
Holland 100 Fl. =■ 189.75 IjO.—
Deutschland 100 Mk. = 2.50 2.50
Wien 100 Kr. -- 0.15 0.17
Prag 100 Kr. = 9.65 9.90
Pari» 100 Fr. = 42.75 42.80
London 1 iß - 22.02 22.04
Italien 100 L. - 23.85 23.80
Drüssel 100 Fr. = 40.85 40.85
Budapest 100 Kr. -- 0.75 0.773
Reuyork 100 $ = 512.53 511.50
Agram 100 Kr. — 1.65 1.6k
Warschau 100 flr. = 0,15 0,16
(In einem Teil der Auslage wiederholt.)
Abrüstung-Vorschläge
der französischen Sozialisteitt
Paris, 3. Febr. (WTB) Die sozialistische Kammerfraktion hat in ihrer gestrigen Sitzung einen Militärreform- gesetzentwurf festgestellt, den sie in der Kammer einzubringen gedenkt. Sie verlangt eine achtmonatige Dienstzeit und ein Hcer von 150 000 Mann, davon sollen 30 000 Mann Kapitulanten sein. In der Begründung wird aus daS deutsche Heer von 100 000 Mann hingewiesen.
Die Deutsche Volkspartei und die Umsatzsteuer.
Wir werden um Wiedergabe folgender Richn tigstellung gebeten:
Tie Deutsche Volkspartei steht sich genötigt, den umlaufenden D-'haup urgen entgegenzutreten, day die Deutsche Bold;Partei im Sieuenrusschuf) deS Reich tags für de Des re 1. ung der Gen 0 ssens cha ften und Konsumvereine von der Umsatzsteuer eingctrctc* sei oder gar, dah sie selbst den betreffenden deutsch nationalen Antrag mitge^eKt habe. Der Abg. Hugo hat demgegenüber auf seine ausdrückliche Stellungnahme gegen den dcutsch- nationalen Qlntrag, dec inhaltlich mit einem 'Antrag der Unabhängigen übereirtfrlmmte, hm» gewiesen und betont, dah die 'Vertreter der Deutschen CDoItsPartei im Steueoausschuy den An- trag abgelehnt haben. Tie e Feststcliung wird m einer Rotiz,' welche die Ru.rde durch die demokratische Presse macht, als unzutreffend bezeichnet. In Wirllichkeit fei, fo wird dort behauptet, der demokratische Abgeordnete Dr. Fischer der
Die Blüchernichten.
Roman von Hanns von Zobeltitz.
20. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)
,WaS? Hinelmna'-fchen . . . was ist das?"
.Sehr einfach. Wie dürfen nur b?r Reihe -nach heiraten. Also erst Lui e, dann Julie. Bei Ftekchen und Lotte ist die Sache schwierig, weil sie Zwillinge sind. Ich aber als Jüngste komme Sanz zuletzt heran. Ocbnung muh sein, sagt Mama "
.Aber daS ist ]a — mit Permillton — das ist ja ilnfinn."
.Finden wir auch — mit Permissivn zu sagen. Und Onkel Mücher hat'S auch gesunden. Ratzt alles nichts. Wem du mich wirklitz zur Frau willst, was ich sehr nett und ebenso leichtsinnig von dir finde, muht du warten, bis Laise, Julie, Sophie und Charlotte unter die Hache gekommen sind Das wird sicher sehr lange dauern, dafür werd' ich aber inzwischen auch sehr verständig werden."
.Halt ich nicht aus —“
... so seid ihr Männer. Erst schwört ihr ewige Liebe, und dann haltet ihr's nicht aaS. so etwa zehn Jahre zu warten. Ich würde dann fiebenundzwanzig Hahre sein, damit da s weiht, Leri, und vielleicht seh' ich dann immer noch ganz passabel aus."
Jetzt ist er auch von der Kiste gesptrangen, hat feine Hand in ihren Arm geschoben, und sie gehen langsam in der Stallgasse auf und ab. '
.Lieber Himmel, das ftnb ja nette Aussichten, Core. Ich ar.ge?u biged Menschenkind s ll r,t n Jahre warten? Soll warten, bis du si benund- zwanzig Jahre and sehr vernünftig geworden bist. Wo ich gerade deine Jagend und deine holde äln- ternunft so lieb hab'."
„Vernünftig würd' ich vielleicht — ich weih nicht" recht — in der Ehe auch und älter geinih. Unb dann hättest du erst recht die Bescherung. Weiht du was: GivS aus!"
.Untersteh dich!" Zärtlich-böse d-ückte er thron Arm, bah sie leise auf^chne: „D-r Grobian!"
„Schön, La soll e’ner nicht grob werden! Ich werd' doch zu der gnädigsten Frau Mutter gehen —“
.Rein — nein!"
.Ja - also
.Das weih ich selber nvch nicht. Aber wenn du artig und nett bist, Len, -inö mir feier!ichst versprichst, mich immer sehr lieb zu haben, aid) noch mit siebenundzwanzig oder drei )ig Jahren, — älter werd' ich sicher nicht — und aach. wenn rch wider Erwarten sehr vernünftig werden fette . . . ja . . . dann werd' ich die Affäre schon zurecht- biegen.“
.Ach was — du! Du liebe Unvernunft! Da Panich dich lieber ein und entführ dich!"
.Wollt ich mir ausgebeten haben. Olein, mein’ guter Ced. Ich will in allen Ehren geheiratet sein. Don grau Mama gesegnet und von Schleiermacher getraut Du gibt'S kein Abhandeln."
Er sah ihr inS Gesicht und sah da ein kleines trotziges Fältchen zwischen den Augenbrauen. Sie hatte doch Willen, die geliebte Sterne.
.Rur etwaS Geduld muht du baten. Weiht du was: komme bald einmal nach Berlin. Inzwischen hab' ich mich mit der Mama auSein- ancergefct}t. Vielleicht Hilst uns Onkel Blücher — und vielleicht der Zufall."
»Zufall ist gut — da kann man lange warten."
„Zulall ist sogar sehr gut. Du . . . wir hatten mal Billette geschenkt bekommen zum Don Carlos Weiht tu: v:n Schiller. Du hab ich mir einen Vers gemerkt: ,Den Zufall gibt die V^r ehung. Zum Zwecke muh ihn der Mensch geffal:ei/ Dent mal nach, zum Zweckel Unfer Zweck ist doch gut und schon?!"
„Freilich — aber —“
„Kein Aber, bitte ich mtr aus. Mit den Aber, Aber darfst du mir nicht kommen. So — und nun will ich dir erlauben, mtr nvch einen Kuh zu geben. Das vorhin, daS galt nicht. Jetzt kommt der richtige Verl, bu :gs u-I' Unb sie reckt s ch, steht auf den Fußspitzen vor ihrem blonden Riesen, spitzt das sühe M-u'ch:n —
„Uff!“ sag e sie tarnt. .Kü'fen kannst du, Leri. DaS ist immerhin etwaS!" Rickt ihm zu und rennt hinaus In der. Sturm und den Ream, bem Schlosse zu. Hni> ist so glücklich — so glücklich --- *
Was die Frau G äfin aus Wien geschrieben, ist die Wahrheit gewejert. Unb d^ch nicht die volle
Wahrheit. Zwar war Luise nicht in Lebensgefahr, und auch das Auge, das zuerst bedenllich ertch en, ist gerettet worden. Aber sie lag noch feit, fieberte bisweilen in den Abrndfttu iden — und daS Brandmal entstellte das schone Gesicht auf daS Furchtbarste. Kaum wieder zu erkennen war sie, von der Seite betrachtet. .Geduld, gnädigste Gräfin!" tröstete der Arzt. „Ganz auSzu.isgen wird's kaum fein. Aber besser — ja bester wird s sicher."
Geduld hatte Luise in den schweren Sagen bewiesen und rührende Tankdarkeit gegen d e zärtliche Pflegerin, die sie immer wieder mit be’ sorgten Mutterblicken betrachtete, und zu ihr auch war, wie nur eine Mutter sein kann. Doch wenn Frau vrn Tachroeden kam, dann war'S manchmal mit Luisens Geduld zu Ende. Tann griff fie krampfhaft nach den k einen zarten Händen und bedeckte sie mit bellen Küssen. Hätte wohl gerne geweint, aber muhte auch das meiden: jebe Bewegung im Gesicht machte schreckliche Schmerzen, solange noch der Verband Lag.
Tast sie die Brandwunde so schwer, vielleicht dauernd erteilte, trübte sie nicht. Z'i ihr svrach der Artt, sp ach die sanfte Gräfin sprach Die zierliche Frau ja immer nur davon melleich. vorerst einzelne rote Flecken b.etben, bah aber auch bald die verbleichen würden. S:e glaubte so gern, WaS sie sagten. In allem Leid^dankte he sich ja doch ein Glückskind. Täglich stand sa an ihrem Schmerzens ager ein frtscher, etrauh der herrlich ten Blumen, täglich klonte ihr Franz an die Türe, und wenn «auch nich. herein: urfte, so dürfe er doch einen DP^t öfsnm bah sie seine Stimme Horen körne, ttnd 'eine Mutter war um sie. streichelte fie mit sawtt.n Händen, bestellte ihr Grütze und nannte sie .ttebcs Töcherchen".
So ist der Tag gekommen, wo der Arzt den Verlad abnahm^Sugte:
schön, Darone'fe Man kann wirklich a a aller«, bah das so abie'au en ist. Hatte schimmer kommen können. Das ist ganz klar.
Tas fühlte sie au h: fie lah mit den Augen fo scharf w e f über. Ein neu s G ucksernpfmten waltte in ihr auf. Wohlig dehnte sie stch. als der


