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29. Fortsetzung.
(Nachdruck verboten.)
Pause, dann sagte
Mal sah, hatte er erinnere mich noch
Spuren im Schnee
Roman von Sven Eldestad. Ermächtigte Heberletjung.
statt, an dem sich über 620 Landwirte beteiligten. Ter Vorsitzende der Landwirts afu-kamrner, Geh. Oekonomie at Walter- Lengfeld begrüßte die zahl, eich erschienenen Gäste, unter denen sich Vertreter des Ministeriums, der Provinzialdirektion für Oberhessen, des Kreisamtes und der Stadt Gießen, sowie Vertre'er der Handelskammer befanden. und wies auf die Bedeutung der Abhaltung regelmäßiger Dortragskurse für unsere p-attischen Landwirte hin. An Stelle des ersten Redners. Geh. Hofrat Prof. Dr. Wagner- Darmstadt. der plötzlich eiTranft war, sprach über das angesagte Thema „Neuere Dünaungssragen" Professor R ö h l e r - Darmstadt. In der Ein-
Aus dem Amtsve»!ündignngsblatt.
** Das Amtsverkündigungsblat' Nr. 2 vom 3. Januar enthalt: Hu.idesteuer-Ver- ybming. — Gebühren im Eichwesen. — Spend« Tur die Opfer von Oppau. — Fetdbereinigunger Grüningen, Lumda. Ober-Bessingen und Klein- • Linden.
war et denn gekleidet?"
Es entftanb eine lange der Kapitän:
„Als ich ihn das letzte seinen Pelzmantel an. Ich
„Das ist ein lebhafter Herr, den der Herr Kapitän da im Hause haben, ein umgänglicher und. liebenswürdiger Herr," sagte sie. „Denken Sie nur, er ist schon seit heute morgen um sieben ilf>r auf. Gr muh aus Frühaufstehen gewöhnt sein."
„Wenn der Herr li-Hrnswürdlg gegen Sie gewesen ist, hat er etwas von Ihnen wissen wollen." behauptete der Kapitän, erstaunt übei die Mitteilung der Haushälterin. „Hat er Su irgend etwas gefragt?"
„Nein, nicht gerade: er hat von allerlei geredet."
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„ilnö er muh ein guter Freund vom Herrn Kapitän sein, denn er spricht sehr freundlich von Ihnen, wi kl:ch herzlich."
„Wirklich?"
„Er sagt, es tue ihm so leid, daß der Herr Kapitän von Schlaflosig'ett geplagt seien, und das meine ich ja auch. Er ist auch der Ansicht, der Herr Kapitän dürsten nicht so viel im Stuhl schlafen, sondern sollten li:brr abends richtig zu Bett gehen. Ich bin überzeugt, der Herr Kapitän haben heute nacht im Bett gut geschlafen."
„Ich habe sogar ausgezeichnet geschlafen Maria." bestätigte der Kapi an.
„Herr T. meint, man bekomme böse Träume davon, wenn man im Stuhl schlafe." fuhr Maria fort. „Als ich ihm von der Schrecke.lsnacht erzählte. hat er sich ganz entsetzt."
„Von welcher Nacht haben Sie ihm erzählt?"
(Fortsetzung folgt) >
ganz genau, der Mantel hatte einen grauen Pelzkragen. And auf dem Kops trug er einen hohen Hut mit einem Trauerflor. Seine Schwester war vor kurzer Zeit gestorben."
T. stand auf.
»Auf Wi versehen morgenI" fag‘e er. „Ich gehe fetzt aus in der Dunkelheit, um nach dem Mörder zu suchen, dein nur in der Dunkelheit kann dieser Mörder gesunden werden."
SechzehntesKapitel.
Als der Kap tän am nächsten Morgen erwachte, erstaunte er sehr, da er im Hause Stimmen vernahm. Er setzte sich Im Bett auf und horchte, Was gesagt tru de. konnte er nicht verliehen. er hörte nur die "Stimmen, und als er eudstch den Schlaf vollständig abgeschüttelt hatte, merkte er, das; die Stimmen aus dem Wohnzimmer tarnen.
wird gezweifelt. Einzelne von ihnen sind buchstäblich mit Eisentellen gespickt Die verhafteten neun Burschen gaben an. daß sie einen Racheakt gegen die Polizei ausge- führt hätten, die einen der ihrigen tags' ddt verhaftet hatte.
das) der Nockärmel bis beinahe an den Ellenbogen zurückglitt. Der Kapitän beeilte sich sehr, die Lampe anzuzünden, u>rd im aufflammenden Licht sah er plötzlich auffallend dlah aus.
„Sie haben mich 'die ganze Fell über so sonderbar angesehen," bemerkte er.
„Durchaus Nicht," erwiderte T. „Ich habe nur gedacht, ich möchte Sie gern etwas fragen."
„Was denn? Fragen Sie nur," sagte der Kapitän.
„ Falls ich einmal Doktor Flodin treffen sollte, so möchte ich gern wissen, wie er aussieyt, damit ich ihn gleich erte.me,“ sagte T. „Wie
ob?r zurückgesandt werden können, wenn Rückporto beigefügt ist.
Bornotizcn.
— Lageskalender für Mittwoch: Stadttheater. 6’/., Ahr: ..Die Lanzgräfin".
— Die Versammlung der kirchlichen Vereinigung der Iohannes- gemeinde mit Vortrag über die Menschwerdung Gottes am 5. Januar wird wegen der ausgebreiteten Grippeepidemie auf Donnerstag, 12. Januar, verschoben.
Landkreis Gietzen.
^AusdemKreiseGießen,3. San. Die Grippe wütet fast in allen Orten des Kreises; mitunter liegen ganze Familien darnieder. Besonders stark tritt die Krankheit in der Gegend von Langsdorf, Hungen. Ettingshausen und Klein-Linden auf. Nicht selten treten Todesfälle ein.
aeMtent>'rfi ite-ung r^ten f -t als" -h- Amt nicht durch P ragr pH", i f , ä f n l ss n ixlnetr durch au bL c te Arb it auch rter dm Rahmen der ur'pr g ich v rgst h- ei Aasg ben h n-us ihr Te es im I t reffe der A gestellten getan. Auch bei den Wa'llen am Sonntag ist die Frage, ob die Angestellten e ne For' ezun; d e er bi - dc g f.uchLbringe.rden Aroeit wollen, rnitza- ent scheiden.
*’ Sämtliche städtischen Schulen bleiben, um einer weiteren Ausdehnung der Grippeepidemie nach Möglichkeit zu begegnen, bis auf weiteres geschlossen. Der Wiederbeginn des Auterrichts wird besonders belanntgegeben.
•* lieber Z> t c Grippe in Gießen tellt uns das Kreisgesundheitsamt mit: Die in der ctabt (Sie «en herrsrpende Grippeepidemie hat wie auS Lern Beriet der Aerzte hervorgeht, ihren Höhepunkt noch nicht überschütten, und die bei ten Ae zten täglich eingehenden Bestellungen zu Krankenbesuchen ,Ub so zahl.eich, das; de en Erledigung am ieiben Tage zumeist unmöglich ist. Durchweg besteht der Eindruck, das) es sich im allgemeinen um gutartigen Verlauf der Erkran- kunren handelt. Anter manchmal recht hohem Sic. er treten Kopf- und Rückenschmerzen, sowie ein Gesü'l der Abgeschlagenheit in den Gliedern auf, aber schon ein kräftiger Schweihausbruch bringt Entfie e ung und S l,winden der. B schwer- ter und nur ein hartnäckiger Hustenreiz bleibt oft_ noch mehrere Tage bestehen und belästigt den Patienten und die Ihn- rer ui,g._ Korns likatio en (Lungen-, Rippen- frllentzündi'ngen, Mittelobrentzündung und Katarrhe der Nasennebenhöhlen) treten nur ganz selten in Erscheinung im Gegensatz zu der schweren Epidemie im Jahre 1918. — Ist ein Familien- Mitglied erkrankt, so bleiben die übrigen oft nicht verschont, was bei der leichten Aebertrag- barkeit erklärlich ist; der Krankheitserreger, der sich in dem Sekret der oberen Luftwege bei dem Erkrankten befindet, gelangt leicht in die. Umgebung, besonders durch Anbusten und Anniesen. Es muh daher immer wieder darauf hingewiesen werden, dah zu Zeiten einer Grippeepid mie gr"bere Menschenan ammlungen zu vermeide.: sind. Die Verlängerung der Schulferien ist anae- ordnet worden, nicht etwa, well die Grippe unter den Schuckindern besonders ver'-rei et wäre ober im schulpfli htigen 21 ter be ond rs gefährlich Verläufe, sondern d^mit nicht durch Vermittlung der S hulli der die Grippe noch weiter verbrei et we de. —
Ein jeder Grippekranke gehört ins Bett, sobald sich die oben erwähnten Erscheinungen zeigen. Zur Hwbeiführung des erleich ernden Schweihes wird besonders Alkohol in heiher Form (Grog) als bewährtes Mittel gerühmt. Sollten schwerere Krankst tttserscheinunaen auftreten, wie anhaltendes Fieber oder Schwächezustände, dann ist unbedingt der Arzt zuzuziehen. Ss sei hier nochmals auf die bereits gestern erfolgte Bekanntmachung des ärztlichen Kreisverbankes hingewiesen, wonach Bestellungen zu Besuchen mindestens vor-
Landwirtschaftlicher DortraIskurs.
Am Dienstag fanb der erste Vortragstag der andwirtschaftskammer in Gießen
Zuerst war er sich nicht im klaren darüber, warum er über diese Stimmen so erTtaunt war. Vielleicht deshalb, well so selten Stimmen in feinem Hause ertönten oder well di.se Stimmen in Beziehung zu etwas standen, das er ganz kürzlich erst erlebt hatte? Während des Erwachens hatte er das Gefühl, als werde plötzlich ein Decke vor ein Dasein gezogen, in dem er gelebt hatte, von dem ihm nun aber keine Erinnerung mehr geblieben war. And in dielen Stimmen, die er vernahm, meinte er einen Nachklang aus jenem Dasein zu hören, eine schwache, schwindende Erinnerung, — es war, als glitte ein fremdartiger Traum von ihm weg in immer weitere Ferne, und die letzten, Worte, die er in die)em Traume gehört hatte, verschmolzen mit den ersten Worten, die er nun In wachem Zustand hörte. Jin einem winzigen Bruchteil eines 2lugen- blicks wallte in seinem Anterbewutztsein eine schleierhafte, unbestimmte Erinnerung aus an das, was er in diesem Traume gesehen und gehört hatte, aber im nächsten Augenblick war sie wieder weg und sobald er die Stimmen brausten im Wohnzimmer erkannte, war alles wie verweht. 21ber dennoch blieb er zurückgelehnt im Bett sitzen mit weit offenen, ins Leere starrenden Augen und mit dem Gefühl, er sei ganz wo anders gewesen und habe Stimmen von Menschen gehört, an deren Namen und 2lussehen er sich jetzt nicht mehr erinnerte. Denn die Stimmen, die er nun hörte, klangen anders; das war ja Maria, die mit dem Detektiv redete.
Er klingelte, und der Glockenton rist die Unterrebung brausten jäh ab; es trat S.ille ein
Maria kam mit dem Kaffee ins Zimmer. hv»r feilte redseliger als gewöhnlich
2l us vvm 5a on ta1, 3. Jan. End» lich haben anhaltende Regengüsse und Schneegestöber die langersehnte Bodenfeuchtig- kett gebracht. Die Lahn, die bis vor vierzehn Tagen noch einen selten erreichten Tiefstand zeigte, ist in den letzten Lagen so gestiegen, das; ihr Bett zum lieberlaufen voll ist, ja an einzelnen Stellen ist sie über ihre Ufer getreten. Bei weiter anhaltenden Niederschlägen wird sie das Lahntal überfluten. Die Wassergräben und Flutgräben im Hehler zwischen Giehen, Klein-Linden und Heuchelheim, stehen voll Wasser, ebenso die tiefliegenden Wiesen und Aecker. Während die Gewässer den Landwirt und Viehzüchter mit neuen Hoffnungen erfüllen, bringen sie dem Ungeziefer, besonders den Scharen von Mäusen. die im Herbst so grohen Schaden anrichteten, Tod und Verderben. Im ^-Verein mit ihrem Todfeind, dem Wiesel, flüchten die Tiere auf die höher liegenden Grundstücke und werden hier eine Beute der Raben, die in grohen Scharen die Fluren absuchen.
△ Hungen. 3. Ian. Der Personen- z u g, der heute früh 7 Uhr unsere Station in der Richtung nach Giehen durchfahren sollte, erlitt einen Maschinenschaden, so daß er auf der Strecke halten muhte und mir zweistündiger Verspätung eintraf.
Kreis Lauterbach.
△ Ober-Moos, 3. Jan. Der Zweigverein Movsergrund vom Vogelsberger Höhenkl ub hielt bei Gastwirt Lind seine Hauptversammlung ab. Der erste Vorsitzende Tierarzt Dr. Lana- Nieder-MooS leitete die stark besuchte Versammlung. Es wurde ein Wanderplan für 1922 beraten und festgelegt. — Zur Errichtung eines Kriegerdenkmals sind 5000 Mk. gesammelt worden.
△ Crainfeld, 3. Ian. Ende dieser Woche wird auch hier die elektrische Beleuchtung eröffnet worden. Zur Zell werden noch einige Masten am Bahnübergang aufgestellt.
Kreis Friedberg.
fpd. Friedberg, 3. Ian. Der frühere Bürger meister der Stadt Fr ed e.g, Daural Stahl, ist vor einigen Tugen Li Cannstadl bei Stuttgart, wo er seinen Lebensabend verbrachte, gestorben.
Hessen-Nassau.
* Frankfurt a. M.. 3. Jan. Zwei Jäger aus Eckenheim fanden am Samstag morgen die schon stark in Verwesung übergegangene Leiche des Arbeiters August Scheu aus Grvhenbaum im Rheinland in der Nidda bei Dvnames. Ob ein Anglücksfall oder ein Verbrechen vorliegt, konnte bisher noch nicht festgestellt werden.
* Biedenkopf, 3. Ian. Das abgelaufene Jahr hat der hiesigen Spar- und L e i h k a s s e wiederum einen gewaltigen Geschäftszuwachs gebracht. Die Spareinlagen haben sich um 1,4 Mill. Mk., die Zahl der Kunden um 330 vermehrt. Der Bestand ar Spareinlagen beläuft sich jetzt auf 9,8 Mill Mark. Im neueröffneten Scheckverkehr betragen die Gutschriften 2.65 Millionen, die Lastschriften 3 Millionen Mark. Zur 2lufbe^ Wahrung und Verwaltung waren noch 1,4 Mil ltonen Mark Effekten deponiert.
Nun lag das ganze Zimmer im Dunkel, und um die beioen herrschte et.ie eigentümliche feier- lich« Stille. Don der Straße h riuf ertönte kein einziger Schritt, das Haus war wie ausgestorben keine Tür knarrte. K.in Schilt n zeigte sich auf den Fenstern, die Im letzten Sh ein des sterbenden Wftttrrtages noch matt erglänzten. Nur die Gesichter der beiden Menschen waren in dem geräumigen dunkeln Zimmer noch undeutlich zu unterscheiden, wie zw.i blase Flecken, die sich vom Du lei abho' en. Das Ges cht dcs K' p'ttöns bewegte fid) mit dem Schauk li res S.uhles auf und ab, wahrend das des Detttl vs unbeweglich ruhig blieb, beleuchtet von tem schwachen Tagrs- schimmer, der noch iurchs Feister bcrdnfieL
Da erhob sich der Kap.tan.
„Es ist Zeit, die Lampe a czustecken." sagte er
Als er eben mit seinen Fingern den Glas- zhlinder umklammert hielt aaö das brennende Streichholz an ten Docht führte, ging T. v.m Fenster weg und setzte sich in einen der Lehnstühle am Tisch. Ter Kapi.än sah nicht nach ihm hin, aber der Zylinder fing plötzlich an, klirrend gegen das Mi'ch,las ?u fd)lagen.
„Wa um starren Sie mich so an?" fragte der Kapitän.
Der andere gab keine Antwort; er betrach te'e unablässig des Kapttins Handgelenk. Am d e hvchhängende Lampe anzünden zu können, mutzte der Kapitän den Arm so hoch in bie Höhe strecken.
mittags > »10 Ahr aufgegeben werden müssen, wenn noch Erledigung am selben Tage erfolgen soll.
Bei dem milden Charak'er des Krankheitsverlaufes und der verhältnismäßigen Sll.enheit der Komplikationen liegt keinerlei Anlaß zur Beunruhigung vor, und es darf damit gerechnet werden, dah der Höhepunkt der Verbreitung bald erreicht ist und die Epidemie in der Stadt dann rasch ihrem Ende zugeht. — Auch im Landkreis waren und sind noch einige Orte stark von der Grippe heimgesucht; aber auch dort verläuft die Erkrankung fast durchweg gutartig und verhältnismäßig rasch.
** Die Teuerungszahlen im Monat Dezember (November) in den 5 grössten hessischen Städten: Mainz 1595
(1325). Darmstadt 1526 (1340), Offenbach 1554 (1371), Worms 1480 (1325) und Giehen 1546 (1306).
** Hühnerdieb st ah l. In der Nacht zum 3. Januar wurden aus einem Hühnerhaus am Nahrungsberg mittels Einbruchs 1 schwarzer Hahn (Rheinländer), 1 schwarzes Huhn (Rhein!.) und 2 rebhuhnfarbige, am Halse hellbraune llalienische Hühner gestohlen. Vor Ankauf wird gewarnt.
** Hnterf<#[agen wurde einem hiesigen Geschäftsmann eine Nußbaum-Reise-Kameca (13>J8 Zentimeter) mit Adapter und 6 Blech- raffelten (12x16 /_> Zentimeter) in grauer Segel» t/chlasche im Werte von 3500 Mk. An der Kamera befindet sich ein Objektiv in versenkter Fassung von Karl Zeih. Jena. (Brennweite 6,3 bis 15 Zentimeter), dazu ein dreiteiliges Stativ. Sachdienliche Mitteilungen ür'er den Verbleib des Apparates nimmt die hiesige Kriminalpolizei entgegen.
** Anlagenmusik Donnerstag mittag 12 Ahr am ßicbinbenfmaf l>'tr bei guter Witte- rurg\ 1. Fe'l-Rev i'.le über „Nun danket alle ®ott". I. Golde. — 2. Ouvertüre zur Oper ..Das Nachtlager in Granada". K. Kreutzer. — 3 Quintett aus der Oper „Die Meitzerfinger von Nürnberg". R. Wagner. — 4. Hüöns Zauberhorn. Große Fantasie aus der Oper „Oberon" (König der Elsen). K. M. v. Weber. — 5. Einigkeit und stark. Marsch von C. Friedemann.
△ Die Vereinigung des ehemaligen Landwehr-Infanterie- Regiments Nr. 116 veranstaltete im „Felsenkeller" ihre Weihnachtsfeier, verbunden mit Kinderbescherung. Der Besuch war seitens ter Regimentskameraden und ihrer Angehörigen so stark, dah der Saal kaum die Gäste zu fassen vermochte. Für Anterhaltung war gut gesorgt, Vorträge von Weihnachts- gedicbten wechselten mit Zwiegesprächen, Kinderchören und Mu'llvorträgen. Drei nette Theaterstückchen wurden von Kindern aufgeführt und fanden bei den Zuhörern lebhaften Beifall. Es waren dies „Das fremde Kind". ,,Knecht Ruprecht kommt", und ..Sonnenwend» feier am Heidenstein". Den Gipfel der Freude erreichte die Feier, als die Bescherung der 110 Kinder statlfand; darunter befanden sich auch die Kinder der gefallenen Kameraden. In seiner eindrucksvollen Festrede gedachte Prof. Dr. Eger der Gefallenen, richtete tröstende Worte an die Hinterbliebenen und forderte alle Deutschen zu festem Zusammenhalten in den Zeiten der Not auf.
△ Vorsicht i st der Tapferkeit besserer Teil. Viel belacht wird ein heileres Vorkommnis im Kreise Giehen. Die Frau eines Handelsmannes war mit ihrer Schwägerin und deren Verlobten allein zu Hause, als plötzlich sf'ät abends im oberen Stockwerke Knistern und Gepolter vernommen wurde. Schon fühlten die Hausbewohner Dolch und Revolver der Räuber und Mörder aus der Beust, und entsetzt stürzten sie aus dem Hause auf die Ortsstraße. „Hufe! Räuber! Einbrecher!" tönte es aus drei Kehlen durch das friedliche Dorf. Gleich waren Dauern- burschen Aur Stelle, die das Haus umstellten. Licht wurde herbeigeschafft, mit Knüppeln, Mistgabeln und Aexten ging es behutsam ins Haus und die Treppe hinauf. Zähn.kla.pernd bildeten die Hausbewohner den Schluß des.Stoßtrupps. Bald ertappte man auch den Einbrecher, der sich an aufgehängten Haseniellen zu scha,fen machte. Es war eine Katze, die mit Zähnen und Pfoten die ausgedörrten Hasenselle behandelte und dadurch das Krachen und Poltern verursacht hatte.
** Sur Beachtung. Infolge der starken Erhöhung des Briefportos vom 1. Januar ab machen wir erneut darauf aufmerksam, daß Zusendungen an die Redaktion nur bann beantwortet
die Reichsregierung auch weiter auf jede Weise fördern werde. Im Anschluß daran fand eine schlichte 5cxr in den R u nen des De itschcn Zenlralausschustes für Auslandshibe statt, zu der auch Vertreter der in- und ausländischen Presse erschienen waren Aus sämtlichen 2ln- sprachcn kam die Dankbarkeit für die geistige und materielle Hilfe der Quakerspeisung und die vorbildliche, versöhnliche Arbell der Quäker aufs Herzlichste zum 2lusdruck.
Neuwahl des Reichspräsidenten?
Berlin. 4. Jan. Zur Frage der Neuwahl des Reichspräsidenten erfährt d e ..Deutsche Allg. x.tg“, daß de Reichs tags jra • tionen üvrläuf.g noch nicht beabsichtige werden, eine Entsche.duag i.i bi ser Frage za treffen, sw j lange wich: d.e Ge,e zesvirär,e über den Volksentscheid veradsch.edet worden ist. Heber rie Frage ci er gcme.nfamen Kandidatur Eonn <. trotz vielfacher Bemu u g:n b.sher noch feine Einigung getroffen werd.n, so bau vorlöufia kaum mit er.ee W-i d rwa.)l re3 Reichsprcks.de te. Ebert zu rechnen fein wird.
Einberufung des Reichstagsausschusses für auöwätt'ge Angelegenheiten.
^Berlin, 4. Jan. W'e tie „Deutsche 2lllgem -Ztg." aas parlame ckachschen Kre.sen hört, wirb beabsichtigt, dem Reichstagsausschuß f u r auswärtige Angelegenheiten nach der Ko-nferenz von Cannes und "der Rückkehr von Dr IRat c au za ci er Llussp.ache über d.e autzcn politische Lage ci.^ubwafen.
Strafgesetz und Derfassungsrecht.
Berlin, 3. Jan. (WTB.) In den gestrigen Abendausgaben der Berliner Zeitungen erschien über den Inhalt des Gesetzentwurfes zur 2lnpas- fung des Strafgesetzbuchs an das Verfassungsrecht, der immer noch fälschlich als Gesetz zum Schutze der Republik bezeichnet wird, eine Llotiz, die dem tatsächlichen Inhalt des Entwurfs nicht entspricht. Am Irrt mem vor.ubcitgen, wird die Vorschrift, auf welche die Zeitungsmel- düng offenbar Bezug nimmt, nachstehend mitgeteilt: Wer die verfassungsmäßige Slaatsform oder die Reichs- oder die Landeofarben öffentlich beschimpft, wird mit Gefängnis bestraft. Daneben kann auf Geldstrafe bis 500 000 Mark sowie auf Verlust der bekleideten öffentlichen 2kmter erkannt werden. Ebenso wird betraft, wer öffentlich oder durch Verbreitung von Schriften, Abbildungen oder Darstellungen zu ©:tt>alttätig eiten g?gcn bic Person des Staatsoberhauptes oder eines 21iit- glieds der Reichsregierung oder Landesregierung auffortert ober anreizt.
Das Dinkelsbühler Attentat ein Racheakt.
Dinkelsbühl, 3. Ian. Wie nunmehr feftestellgt wurde, galt ter Bombenanschlag in ter NeujahrSnacht den Sicherheitsorganen der Stadt. Am Aufkommen vieler Verwundeter
Aus und Land.
r. Gießen, den 4. Ian. 1922.
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"** Die Wahlen zur Angestelltenversicherung. Am S nnt ~g, 3. Januar finden fast in ganz Deutschland die Oleuwablen der Vertrauensmänner zur Angetzelltenversicherung statt. Nach dem Gesetz vom 20. De-ember 1911 haben die Vertrauensmänner die Aufgaben, die Beisitzer für den Rentenausschuß. für die Schiedsgerichte, das Oberschiedsgericht und für den Verwaltungsrat zu wählen. Der Verwal- tungsrat wählt dann wieder die Vertreter im Direktorium. Den Vertrauensmännern können vom Rentenausschuß bestimmte 2lufgaben übertragen werden. Sie sollen auch ohne Auftrag alle ihnen bekannt gewordenen Tatsachen mit» teilen, die nach ihrer Ansicht für den Renten- cnisschuh oder die Reichsversicherungsanstalt wich» tig find. Diese Tätigkeit haben die Vertrauensmänner in den neun Jahren seit Bestehen der Angestelltenversicherung in weitestem Maße ausgeübt. In Ortsausschüssen zusammengeschlossen, haben sie bei Heilverfahren die Versicherten beraten, Gutachten abgegeben und sich bei der Durchführung von Heilverfahren betätigt, bei der
Gewährung von Renten Gutachten abgegeben und bei der Feststellung des Kreises der Versicherten und der Beitragszahlung mitgewirkt. Die Versicherten wandten sich vielfach in allen 23er- |id)crungef ragen an den Ortsausschuß und fanden bei diesem Rat und Vertretung ihrer Interessen. Von den Ortsausschüssen der Vertrauensmänner ging bald nach 1913 neues Leben aus. Sie beschräntten sich nicht auf ihre örtliche Tätigkeit, sondern erweiterten ihr Arbeitsfeld. ©nbc 1914 wurde vom Frankfurter Ortsausschuß eine Aenderung des Gesetzes verlangt, dahingehend, den Kriegsteilnehmern die Kriegsdienstzeit als B.'itragszeit anzu rechnen. Diese Bewegung hatte den Erfolg, daß durch Verordnung den Kriegsteilnehmern die Kriegs- btenfkeit in ter Klasse .autgeschrirben wurde, in der sie b?l Ci b ru u g zam He r sd enst versichert wa en. Mehrfach nahmen die Ortsausschüsse Stellung zu den vom Direktorium erlassenen Llnsführungsbestimmungen und erwirkten Ver- te'ferunaen. Im Besonderen war bi'8 bet Fall bei den Tuberkuloseerkrankten, b-i de" Verpflegung in den Sanato-ien ufro.
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Bedeutung bau". Aus ® f chrungen ton Winke geben ’ j. und die fe nahmen. Er u ; tie ton der L stahren begon E verbesserungöv
Nachdem c N November 1 sollsehalt in daä ' i-Aktioullieii im j InhaherAktlen
Auf jt* Si neue Inhaber-^ Aktien von je bl. 11)00.- In dei vom 5. Jar "bezo-nn werde
Bei dieser । ^«nk für Haut Gulden-Aktien vorzuiiehmcn, t «ab^ahe selbst i , Über die nj der Bank erbfll
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