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Mittwoch, 4- Januar 192

172. Zahrgang

Erstes Blatt

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GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhefsen

vrvck und Verlag: vrllhl'sche Unlv.-Vuch und Zteindruckerei R. Lange. Zchristleltung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstrahe 7.

Aus dem Reiche.

Vom allrussischen Rätekongretz.

Moskau, 3. San. (Wolff.) (Funkspruch.) DiePravda" veröffentlich vom 9. allrussi­schen Rätekongreh die auf Grund eines Berichtes Trotzkis angenommene Tagesordnung, worin es heißt:

Der Kongreh betätigt den festen Willen der Räterepublik, mit allen Völkern in Frieden zu leben. Keine Grenzverschiebung könnte die Hungernden ernähren oder die wirtschaftlichen

Die Aussichten der Konferenz in Cannes.

Die Staatsmänner der Entente find in Cannes eingetrvffen. und noch immer dauert das Rätselraten über die dort zu zeitigenden Ergebnisse fort. Die Aussichten einer Eini­gung sind gering. Auffällig ist, daß die Ha- vaS-Agentur eine höchst pessimistische Aus­lassung derLiberte- weiterverbreitet, in der ein Bruch zwischen London und Paris an die Wand gemalt wird. Es heiht darin näm­lich. nach Ansicht der Ratgeber Lloyd Ge­orges müsse Frankreich das englische Pro­gramm in vollem Umfange mit samt einem europäischen Kongreß, sowie das Zusammen­wirken mit Deutschland und Rußland anneh­men. andernfalls wäre derOberste Rat" von Cannes der letzte! Die Al­lianzen würden gebrochen, und wenn Frank-- -reich mit Belgien gege nDeutschland Vor­gehen wollte, so würde Eng land ein­greifen und sie daran hindern. DieLi­berte- und die Havas-Agentur mögen dies nicht recht glauben; wahrscheinlich werde doch alles wieder auf ein Kompromiß hinaus- laufen.

Briand soll in einer Unterredung erklärt haben, ein französisch-englisches Bündnis sei am besten geeignet, die neu aufgeworfene U-Bvotfrage zu lösen; der springende Punkt bei allem sei die Sicherheit Frankreichs. Sn dieser Richtung werden denn auch wieder von Paris abenteuerliche Gerüchte in die Welt gesetzt, wonach Deutschland möglicherweise bei neuen U-Bovtsbauten in Skandinavien seine Hand im Spiele habe! Die Herren an der Spree lassen die von ihnen immer noch liebe­voll gehegte Strohpuppe des deutschen Mili­tarismus die seltsamsten Tänze aufführ-m! Ein amtliches Dementi ist solches Gerade natürlich nicht wert; weder die Engländer noch die Amerikaner werden darauf warten.

Paris, 4. San. (WTB.) Briand und Ooucheur sind gestern nachmittag 5,35 Uhr nach Cannes abgefahren. Sn dm» Augenblick, wo sich ter <uj in Bewegung se.te, traf ge adr der aus London angelommene Staatssekretär des Aeuhern Lord Curzon ein. Lord Curzon und die franzö ifchen Staatsmänner wechselten einige Begrüßungsworte.

Berlin. 3 San. Zu der Pariser Blätter­meldung über die bevorstehende Abreise Raihe- naus nach> Cannes erfahren die Blätter von zuständiger Stelle. dah sich Rat Henau in» offiziell nach Cannes begibt.

Verhaftung eines Abteilungsdirelrlors der Reichstreuhandgesellschast.

Berlin, 3. San. (WTB.) Don j u fl ä n big er Seite wird mitgeleckt: Einige Rechts­blätter benutzen dieDerhaftungdesAbtei- lungsdirektors der Reichotreahand» g e s e l l I ch a f t Franz A o r v i l i u o, um allerlei Verdächtigungen gegen einen sehr hohen Reichs­beamten und das Reichsschatzininislerium zu er­heben. DieFreiheit", die diese Verdächtigungen übernommen hat, spricht sogar geschmackooll von einem Zuhälter in hoher Reichssieltung. Es wird behauptet, Rocvilius sei Anfang 1917 im Reichs- schahminislerium beschäftigt gewesen. Während dieser Zeit habe er seine jetzige Frau zu gewerbs­mäßiger Unzucht ve leitet. Mehrere Herren, die das schändliche Treiben beobachtet hätten, hätten einen vorgesetzten Ministerialdirektor von diesen Dingen in Kenntnis gefetzt und Rorvilius der Zu­hälterei beschuldigt. Trotzdem sei Rlnwi'ius wei­terhin im Reichsschatzininislerium Verl lieben und auf Empfehlung die es Ministeriums später in das Reichsverwertungsamt übernommen worden. Richtig ist, daß Rorvilius am 1. Dezember 1918 in das damals ins Leben gerufene Reichsver- wertungscrmt eintrat. Das Reichsschahministerium wurde erst bei der-Bildung der ersten konstitutio­nellen Regierung im Februar 19'9 Geschäften. Es ist also unsinnig, wenn behauptet wird, daß Ror­vilius seit Anfang 1917 im Reichsschakministerium tätig gewesen sei. Seit dem 13. April 1915 hatte Rorvilius die Stellung eines praktischen Mit­arbeiters und Durearrchefs bei einem angegebenen,

Mobilisation in Rußland?

Paris, 4 San. (WTB.) Rach einerWätter- melbung aus Moskau soll die Sowjnregrerung dieMobilisationvon 2 Sahreäklafsen für ganz Rußland angeordnet haben.

Mißtrauen der Bereinigten Staaten gegen Frankreich.

London, 4. San. (WTB.) LautDaily Telegraph" hat die Veröffentlichung des an­geblichen Geheimabkommens zwischen Frankreich und Sa p an das Mißtrauen der Vereinigten Staaten, gegen Frankreich vermehrt. Amerika sei durch die Erklärungen der französi­schen und japanischen Delegierten, daß die ver­öffentlichten Dokumente Fälschungen seien, nicht überzeugt.

Paris, 4. San. (WTB.) Rach einer vom Petit Parisien" wiedergenebenen Meldung aus Washington im amerikanischen Repräsentanten­haus eine Entschließung eingebracht worden, die beantragt, daß Frankreich verpflichtet werden sollte, mit der Regelung der von ihm während des Krieges in Amerika aufgenommenen 6 A-u Iben zu beginnen. Sn der Begründung dieleS Antrages wird gesagt, daß Frank-toch auf brete Weise für seine Haltung in der Frage der Rüstungen be­straft werden solle. Es scheine jedoch wenig wahrscheinlich, daß der Antrag in der Kammer Annahme finden wird.

abend der Abreise von Briand nach Cannes ausgesprochenes Unbehagen und Rie- dergeschlagepheit. Riemand scheine zu wissen, was eigentlich in Cannes geschehen soll. Sebermann frage sich ernstlich, womit Lloyd Ge­orge auf der Konferenz Briand überraschen werde.

Paris, 4. San. (WTB.) DerPetit Pari- fien" macht darauf aufmerksam, dah Lord Cur­zon, der gestern nach Cannes abgereift ist, nicht zu den Mitgliedern des Obersten Rates gehört. Lloyd George habe ihn kommen lassen, um rhn evtl, über verschiedene Fragen der aus­wärtigen Politik zu Rate zu ziehen. Sn poli­tischen Kreisen glaubt man, daß die Anwesenheit Lord Curzons ein Beweis dafür fei, daß auch die Probleme des nahen Ostens in Cannes und nicht, wie ursprünglich beabsichtigt, in Paris zur Sprache kommen würden.

London, 4. San. (WTB.) DieTime s" schreibt in einem Leitartikel, die Anzeichen für Cannes seien nicht ganz hoffnungsvoll. Ein

ffliirffritt d<»s amerikanischen Botschafters Dreses.

DieZeit- erfährt aus unterrichteten Kreisen, daß demnächst der bisherige ameri­kanische Geschäftsträger in Berlin Dresel zurücktreten werde und durch Mr. Allan R. H a h q t v n ersetzt werden soll. Hayaton ist Mitglied des anterikanifchen Kongresses.

Die schwache Stimme der französischen Pazifisten. '

Paris, 3. Jan. (WTB.) Mit dem neuen Jahr wird derErc RouveNe" zufolge in Paris unter dem Ramen Union Populaire pour l'Affaire Universelle eine neue pazi­fistische Gruppe ohne Parteizugehörigkeit ge­gründet. Vorsitzender ist der ehemalige Ab­geordnete von Paris, Lucien le Foyer. Aus der Zahl der übrigen Gründer seien hervorge­hoben G. Seailles, Abgeordneter Mi­stral, Longuet, Schriftsteller Victor Marguerite, Henry Barbusse.

Sn dem Aufruf, den die Gruppe erläßt, wird auf die Unfähigkeit der Pariser Konfe­renz und der Friedensverträge, insbesondere desjenigen von Versailles, hingewiesen, den tatsächlichen Weltfrieden herbeizuführen. Der Friede müsse organisiert werden. Die Gruppe lehnt auch den Völkerbund in seiner jetzigen Gestalt ab. Sie will an seine Stelle einen allgemeinen politischen und wirtschaftlichen Bund der Völker in Gestalt einer überstaat­lichen Organisation mit legislativer, exeku­tiver und rechtsprechender Gewalt setzen. Der Aufruf legt allen die Verpflichtung auf bis zur Verwirklichung des Planes, den Wider­stand gegen den Krieg und den imperialisti­schen Rationalismus zu stärken.

welche zu dem Vertrauensbruch unb zur Zer­schlagung des Planes einer Aussprache txn eng lischen und deutschen Parlamentariern Veran­lassung gegeben haben. Es kommen aber noch persönlsche und parteitaktische hinzu: Daß die Anregung nicht, wieFreiheit" and Vorwärts" beh'.-upten, von «'nem, sondern von einer ganzen Anzahl mafcgobmber englischer Par­lamentarier auiggargm ist and daß diese sich an den Fühler der D utfdjen Volks Partei mit dem Ersuchen gewandt haben, die Anregang an seine Kollegen im Deutschen Re chstag weite za geben, genügt für die Gegner, nicht nur ihre Mitwirkung zu versagen, sondern das Gelingen durch den Ver trauensbruch zu vereiteln. Es wäre für einen waschechten sozialistischen oder unabhängigen Poli­tiker ein ganz unerträglicher Gedanke, daß es dem 2Tbg. Stresemann glücken E.nnte. auf dem angebeuteten Wege nicht nur England und Deutschland, sondern der ganzen Welt einen großen Dienst zu leisten. Snfv'gedessen verftck man auf eine Sringe, um zu v?rh iten, daß Dr. Stresemann bzw. die DeutscheVolkspartei einen Erfolg erzielten, der sich vielleicht auch Parteitag sch gültig ougetoirEt hat e Delbst- verständlich hat jeder Hintergedanke Dr. S re e- mann und den wenigen von ihm ins Vertrauen gezogenen Fraktionsm tgliedern der Deutschen Volks Partei völlig fern gelegen. Denn ihnen Leit daran, ken deutschen Vaterland zu nchen. Es Bleibt das traurige Vorrecht der a-bre*\ aas klein!'cher Part itaitik u b aas ebenso k einftchen persönlißen Granden ein ve dienstliches und r fc- lich«s Werk vereitelt zu haben."

Das Ende der Washingtoner Konferenz.

London, 4. San. (WTB.) Das Reuter- bureau veröffentlicht folgende Snformation: Ob­gleich die britischen Delegierten Vorbereitungen getroffen haben, am 14 Zrnuar von Reayork abzureifen, ist es noch nicht sicher, daß sie sich an diesem Datum einschifsen werdet!, v-un e3 könne jeden Augenblick geschehen, daß wichtige Fragen sich ergäben, die eine Verlängerung der Anwesen­heit der britischer» Delegierten In Washington notwendig machen. Wenn unvorhergesehene Cr- eigniffe einträten, würden die Sntere sen Groß­britanniens nach dem 14. Sanuar durch den brtti- schen Botschafter Geddes vertreten werden.

Annahme der Resolution Root durch Frankreich.

Vereitelte Aussprache deutsch- englischer Parlamentarier.

Berlin. 3. San. DieFreiheit" hatte vor einigen Tagen davon Mitteilung gemacht, daß Verhandlungen englischer Parlamen­tarier mit Dr. Stresemann geschwebt ha­ben. um auf neutralem Boden eine direkte allge­meine Aussprache zwischen deutschen und eng­lischen Parlamentariern herbeizuführen. Dom Vorwärts" war die Angelegenheit mit deut­licher Spitze gegen die Deutsche Volkspartei auf- gegriffen worden. Seht nimmt der parteiamtliche Deutsche Z.ntungsdenst" zu diesen Pre se- äufcerungen offiziell. Stellung, indem er schreibt:

Mit der hämischen Bekanntgabe durch die Freiheit", und zwar im Wege eines Vertrauensbruches ist der ganze Plan ins Wasser gefallen. Die Form, in der dieF r e i- h e i t" die Dache preisgab u id ferner d e Form, in welcher derVorwärts" seku d erte, la sen deutlich erkennen, was für Beweggründe dabei mitgesprochen haben. Wer ein wenig hinter d e Kulissen zu blicken imstande ist, der weiß auch, daß in Kreisen der Sozialisten und der Unadhän- gigen immer noch trotz a ler Enttäuschungen die Hoffnung vorhanden ist, mit Hilfe der französischen Genosse»» einen völligen Umschwung in der fran­zösischen Politik Deutschland ce.entiber herbei- fübten zu können. Daß dieser Gedankengong völ­lig abäxg-g ist, und daß alle diese Hoffnungen nicht die leiseste Aussicht auf Verwirk ichu. g ha­be»», muß freilich ai.en Leuten klar sein, welche sich ein tre ig Wirklichkeitssinn für Fragen der große,» Polit.k bewahrt hade^, aber leider ge­höre»» die Führer der Sozialisten und der Unab­hängigen nicht zu diesen Leuten. .Daß bei der heutigen Stimmung in Frankreich uns höchstens von England eine gewisse Unterstützung zuteil werden kann, vermögen die er.eachte'.en Köpfe in den Redattivnen desVorwärts" und derFreiheit" freilich nicht elnzusehen. Soweit wäre»» es immerhin sachliche Gründe,

Paris, 4. San. (WTB.) Rach einer Ha- vasmeldung hat die französische Dele­gation in Washington nun mehr von i rer Re­gierung die offizielle Anweisung erhalten, der von Senator Root eingebrachten Entchlievung zuzu stimmen. Unter diesen Umftänöen nimmt man an, daß heute eine neue Sitzung der Kon­ferenz statt findet, obwohl die Sapaner bisher noch, ohne Snftruitronen von ihrer Regierung sind. Es sei schwer voro.us^usehen, welche Rückwirkung die Annahme der R soluiivn Root auf den lvei- teren Gang der Verhandlungen haben werde.

Programm sei nicht festgesetzt und der Finanz- plan, der das Hauptthema bilden sollte, schrumpfe immer mehr zusammen. Der Gedanke des Aufbaues ganz Osteuropas ein­schließlich Rußlands vermittels eines internatio­nalen Konsortiums scheine noch nicht soweit ge­diehen zu sein, daß er der Kritik der Geschäfts­welt standhafte»» könne. Der Versuch, Deutsch­land in den Plan hineinzubringen unter der Bedingung, dah es die Hälfte seines Gewinnes an Reparationen bezahle, fei ein wirkungsloser Ausgleich zwischen zwei einander entgegengesetzten Ansichten Wenn die alliierten Staatsmänner die . Absicht hätten, die europäische Lage wieder in Stand zu setzen, so mühten sie dam»t beginnen, dah sie die Rotwendigkeit der Wiederherstellung der Entente wirksam einsähen.

London. 4. San. (WTB.) Briand er­klärte in seiner Unterredung mit dem Pariser Berichterstatter derDaily Mail" außer dem bereits Gemeldeten »wch, Frankreich müsse, wenn es auf sich selbst angewiesen sei, seine eigenen Mahnahmen treffen, um feine Sicherheit zu garantieren in Anbetracht der unsicheren Fak­toren in der europäischen Lage, wie z. D. des russischen Heeres von 21/- Millionen und der neuen Kreuzer, die Deutschland unter dem Ver­sailler Vwtrag bauen dürfe, von denen heute noch nichts bekannt sei. Der Berichterstatter des Blattes fügt hinzu, die französischen politischen Kreise seien ernstlich besorgt über die endgültigen Be­stimmungen der Schiffsbauverträge, die jetzt in Skandinavien ausgesührt würde»» und, allgemein gesprochen, über die Möglichkeit, dah Deutsch­land in die Lage kommen könnte, im gehei­men U-Voote zu bauen.

Amerikanische und englische Quaker beim Reichspräsidenten.

Berlin, 3. San. (WTB.) Anläßlich deS zweijährigen Gedenktages der Ankunft der ameri­kanischen Kinderhilfsmission unter gu)rung von Alfred Scattergood in Deutschland, empftn; der Reichspräsident gestern In G^gmwar t des Reichsministers Hermes eine A bordn ung der amerikanischen und englischen Oua k e r unter Führung des derzeitigen Leiters Mr Bacon zu einer Tasse Tee Der Reichspralldent gedachte in einer Ansprache der Verdienst'- der Quäker und der hinter ihnen stehenden amer - kanischen Spender um Leben unb Gesundheit von Millionen deutscher unterernährter K nder

republik vor neuen Kriegen zu bewahren, gut und wünscht nur Frieden und Arbeit. Er billigt auch die Verminderung des Roten Heeres und weist mit Entrüstung die lügnerischen Erfin­dungen kapitalistischer Regierungen und Zeitun­gen zurück, dah Ruhland gegen feine Rachbarn, hauptsächlich gegen Polen. Kriegsabsichten hege. Leider hat die Sowjetregierung noch immer nicht die Möglichkeit, den Bestand der Republik gegen gegenrevolutionäre Versuche zu schützen. Die Wei­gerung Rumäniens, sich zur Reutralität zu ver­pflichten, und die unaufhörlichen Unternehmungen von Banden, die aus Polen. Rumänien und Finn­land in Ruhland einfallen und der japanische Angriff im Osten, all dies zu einer Zeit, wo die Konferenz in Washington über die Entwaffnung berät, ohne Rußland zu befragen, sind feindliche Handlungen. Obwohl die Regierung dennoch in ihrer Friedenspolitik weiter beharrt muh sie trotzdem bereit sein, jeden Versuch, die Unab­hängigkeit der Dundesräterepublik zu verletzen, mit den Waffen zurückweisen können. Gleichzeitig mit der Verminderung des Roten Heeres müsse daher seine materielle und technische Ver­besserung erfolgen, um ihm die höchst erreichbare Kampfkraft zu sichern. Der Kongreß drückt Die Entschlossenheit der arbeitenden Massen aus. die nötigen Opfer für den Unterhalt des Roten Heeres auf sich zu nehmen. Der Kongreß hofft, dah die wirtschaftlichen Fortschritte es auch der Roten Flotte möglich machen werden, die Zugänge zu den Seehäfen der Republik zu sicher.r.

Sn den Sitzungen des 9. allrussckchen Kon­gresses nahmen 1991 Vertreter teil, von denen 1522 Kommunisten waren.

öffentlich angestellten. beeidigten Bücher­revisor zu Berlin inne. Sn dieser Stel­lung wurde Rorvilius als Vertreter seines Chefs als Revisor und Organisator in der Zentral-Einkaufs-Gesellschaft beleg: ert. wo er. tote die vorliegenden Bestätigungen ergeben haben, in jeder Beziehung Tüchtiges leistete und sich größtes Vertrauen zu gewinnen t>ermochte. Rorvilius wurde ferner während des Krieges mit Organifa- tions- und Revisionsaufträgen zu verschiedenen Reichsstellen entsandt, wo er ebe"falls laut vor­liegender Bestätigung Hervorragendes leistete. Als das Reichsverwertungsamt gebildet wurde, um die gewaltigen Vorräte an Heeresgut zu erfassen und zu verwerten, bewarb sich RorviliuL um eine Stel­lung in diesem Amt und wurde vom damaligen Leiter eingestellt, weck er überaus günstige Zeug­nisse und Empfehlungen auftoeifen konnte. Am 1. April 1920 übernahm die Reichstreuhand-Ge­sellschaft die Ausgaben des Reichsverwertungs- amtes, wobei der größte Teil des im Reichsver­wertungsamte beschäftigten Personals übernom­men wurde. Da über die Tätigkeit von Rorvilius im Reichsverwertungsamt vom 1. Dezember 1918 bis zum 31. März 1920 nur günstiges bekannt war. und da et mit allen Zweigen des komplizierten Rechnungswesens vertraut war, und als durchaus zuverlässig angesehen wurde, übernahm ihn die Reichstreuhand-Gesellschaft als Leiter des Rech- nungs- und Buchhaltungswesens. Eine Ver­fügung über die Warenbestände und Bargelder war mit seiner Stellung nicht verbunden; dagegen hatte Rorvilius die Mitunterschrift bei der Ver­fügung über die Bankguthaben. Rorvilius lieferte nach dem Bericht des Vorstandes der Reichstreu­hand-Gesellschaft in seiner ganzen Tätigkeit stets den Beweis hoher Snteckiaenz und großer Arbeits­freudigkeit. Ai seiner Gewissenhaft gke t it nie­mals ein Zweifel entstanden, um so weniger, als die fortlaufenden Kontrol en unb Re ifionrn bet Buchhalterei zu Beanstandungen ke nr> Anlaß gaben. Anläßlich der in den letzten Taae » durch die Presse gegangenen, das Privatleben von Rorvilius belastenden Mitteilungen sah iH der Vorstand der Rcich trmhandg-sell ch.ist er mW, ihn sofort vom Dienste zu fu D'nbieren und eine erneute gründliche Kontrolle feiner Ge chifts u')- rung zu veranlassen. Bisher ergab d e Reck ton nichts Belastendes. Ueber das Pn alle en von Rorvilius toar bislang der Direktion der R. T. G. nichts Rachteiliges bekannt. Snck,es7rde:e tat e sie keine Veranlassung, ettoa anzunehmen daß Rorvilius Aufwendungen machte dir im Wider­spruche zu seinem Diensteinkommen geba :Den hätten. Angesichts dieses Tatbe wndrs u 'o _ bte Verdächtigungen gegen den vor ese ten JK» i e- lialbireftor als leichtfertig zu b^eichnm Der Ministerialdirektor, auf den sich d e e Anlchuldi- qungen beziehen können, ist spater als Rer »lius, nämlich erst im Februar 1919, in das R ichseer- wertungsamt eingetreten und hat Ror.uius zu diesem Zeitpunkt erst fennen gelernt.

Diese Aufklärung läßt doch noch .nwncheS im Dunkeln, und man wird ein abschließendes Urteil zurückhalten müssen, bis weitere Einzel­heiten bekannt sind.

. Don .UlUilDnen vtuuwy

Nütz- und hoffender und stillender Mutter und D uckte | den Dank der Reichs reg »erung und des deui schsn Volkes für das großzügige Liebes werk aus, das

L o n d o»», 4. San. (WTB.) DieTimes' t berichtet aus Paris, es herrsche dort am Dor-

London. 4. San. (WTB.)Daily Tele- > Ruinen wieder aufrichten. Der Kongreß heißt die graph" zufolge ist die Meinungsverschiedenheit Be»nühungen der Regierung, die erste Räte- zwischen England und Frankreich wegen des An- goravertrages keineswegs beigelegt. Diese Frage werde, wenn nicht in Cannes, dann etwas später in Paris erörtert werden.