Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhejfen)
Zreitag, 3. gebruar 1922
Zweites Statt
D. 29
itungshaus
«!R!!!!V!!!V!!!W!M!!»
Schulftrahe 7
R. Lange
Empfindung: schön siehst du nicht aus. ilnb dachte
(Äachdruck verboten.)
19. Fortsetzung.
Das soll'S? Da bin
muh.'
auch
em
Über
dos
diel
der Futterkiste, tarn
„Sie Euter Die rch
Sie rückte der langen
dazu: Qlu — wenn schon!
Er stand bereits an nun hastend auf sie zu: Ihnen danke!"
Schlotz ist's ja unmöglich — i«tztk"
»Also brausten!"
»Ach, da gieht's mit Mollen."
»Schadet nichts, wenn es sonst sein
HauptmnMr :ner Anzeiger. m die darin ent» Vuise und üben xt !>ch durch einen ich von der Quoll, gebotenen Waren!
Sv war die Stimmung im Schlosse dm Kcieb- lowitz höchst deprimiert, und selbst das Restküken, Me Lore, hatte verheulte Augen.
Drcruhen goh es in Strömen. Der Sturm sauste und brauste um die Zacher, und die mäch- «igen alten Parkbäume bogen sich wie Stroh- hÄme.
Trotzdem tauchre kurz nach dem schweigsam eingenommenen Mittagsmahl plötzlich der Herr von Dause auf. Die Viesemadchen standen tn einer der tiefen Fensternischen der Vorhalle und schauten auch trübseleg auf das Llnwetter brausten hinaus, als er, in einem mächtigen Reitermantel gehüllt, erschien. Dolle sich nach dem Befm- ?>en Seiner Durchlaucht erkundigen, sagte er. Sie antworteten, gaben Auskunft, bald die eine, bald die andere: nur die Lore schwieg. Alfa: Durchlaucht ging es nicht gut: die Abreise sei beschlossen. Auch van dem Diener Brief erzählten sie, und er machte bedauernd oh und ah —
3n der Halle war ein ewiges Kommen und Gehen. Die Diener schleppten schon Gepäcksäcke und Koffer. Auf einen Augenblick erschien die Frau Fürstin auf der Treppe, um Anordnungen zu geben: der Koch kam mit ein paar Anfragen wegen des Reiseproviants. Dann rief Mama Giese nach den Töchtern: gleich darauf stürmte der Doktor Biesele herein und verlangte nach einem Reitpferd, wollte selber zur Stadt nach der Llpolheke . . .
So gelang es dem Herrn von Dause, die Lore aus einen kurzen Moment von den andern zu trennen. Und er bat hastig: „3ch mutz Sie allein sprechen, gnädiges . . . liebes Fräulein Lore. Must — muh!" Es klang wohl so treuherzig dringend, datz sie nickte: »Ja! 3a!“
.Aber wo, liebes Fräulein Lore? Hier nn
mein Herr! “
Ta sah er Plötzlich neben ihr. zwar eilends bis zum äuhersten Ende Kiste, aber er rückte ihr nach.
.^Könnte mich die Lore denn bissel lieb habend
„Ein bissel? Ha, ich glaub' wohl.
Dei dem Detter!"
Er versuchte wieder, ihre Hand zu fassen. Aber sie liest es nicht zu, spritzte lachend das Wasser von den Fingerspitzen ab, datz die Tropfen flogen.
„Dissen Sie denn nicht, dcch ich üie lieb habe?"
Run hatte sie sich auf dre Futterkiste ge- schwungen, liest die Fützchen herabhängen, unter denen sich sofort kleine Lachen bildeten, legte den rechten Zeigefinger an das Stupsnäschen tote nachdenklich und meinte: »Manchmal ist's mir freilich schon so vorgekommen. Aber das ist ja Ünfinn.“
„Wieso ilnfinn ?! Liebe, liebe Lore . .
„Liebe . . . liebe? Was erlauben Sie sich.
nun geben Sie mir Ihre Hand ... ja, und lassen Sie sie mir . . . für das ganze Leben!"
Sagte es, hatte schon den Arm um sie gelegt. Dar wieder der Husar von ehedem. Alt-Dlücher hätt' seine Freude an ihm gehabt. Hielt sie fest, als sie sich sträuben wollte, und kühte sie.
Ta hielt sie sttlle — und es hat nur eine Atemlängc gewährt: da kützte sie ihn wieder —
(Sine Weile sahen sie so, eng umschlungen und pitschnast und tropfend. Auf dem Lach klopfte der Degen, die Gäule raschesten und klirrten mit den Halfterketten. Aber die beiden meisten nichts davon. Sie hatten besseres zu tun
Tann, mit einem Male, machte sie sich frei Wischte sich mit der umgekehrten Handfläche über das Mäulchen und sagte: »TaS war fein. Aber nun ist's auch genug!"
„Kann gar nicht genug werden."
„Erlauben Sie, Herr von Dause, darüber hab' nur ich zu bestimmen. Ein für allemal."
„Tas wollen wir der Zukunft überlaffen. Aker .Herr von Dause' — das geht nicht mehr. Alexander heih ich."
„A—lex—ander. Das ist viel zu lang."
„Richtig. Also Lexi. Kurzweg Lexik"
„Lexi ist hübsch." Sie glitt von der Kiste, machte einen feierlichen Knicks und sagte mit spitzen Lippen. „Bitte, Lexi, wie machen wir unsere Tummhetten wieder gut?“
„Sehr einfach. 3d) gehe sofort zu der gnädigsten Frau Mama ..."
Mit drolligem Entsetzen schlug sie die Hande zusammen. „Lexi, das ist einfach unmöglich. Du kennst unsere Mutter nicht. Die läßt sich nicht rn ihre Töchter hineinmanschen!"
(Fortsetzung folgt.)
reicht nicht."
„21112 dem bissel würde bald mehr, sehr
Adretzbuchverlag
Fernsprecher 51
ngen
227D
iger
IrNMr.Il.R
Die Neubautätigkeit in Deutschland.
II.
Die Aufbringung der Mittel fürdasZahr 1921 wurde grundsätzlich den Ländern überlassen. Das Reich stellte lediglich 1,5 Milliarden Mark 'il# Dvrschutz zur Verfügung. Durch das „Gesetz betreffend die vorläufige Förderung des Doh- im;g8bauto“ vom 12. Februar 1921 wurden die Länder verpflichtet, in den Zähren 1921, 22 zu- .immen mindestens einen Betrag von 3V Ml. aus "en Kopf der Bevölkerung für den Wohnungsbau aufzuwenden. Zur Deckung dieser Beträge soll ine Dohnungsabgabe erhoben werden. -Die näheren Dorschriften über diese enthäst das 4eseh über die Erhebung einer Abgabe zur Förderung des Wohnungsbaues" vom 26. Zuni 1921. Danach wird für die Berechnung der Ab- tiabe der jährliche Rutzungswert der Gebäude nach dem Stande vom 1. Juli 1914 zugrunde belegt. Die Abgabe beträgt 5 v. H Doch baden e Gemeinden zu dieser vom Lande erhobenen Abgabe als Zuschlag gleichfalls 5 v. H. des Hut» iungswertes zu erheben. (3tn gewisser Teil der -Abgabe ist an das Reich abzulief rm, aus ihm wird ein Ausgleichsfonds gebildet, der vom Reichs- arbettsminister verwaltet wird. Zur Zahlung der Abgabe ist verpflichtet, wer zum Gebrauch eines 'Gebäudeteils berechtigt ist, d. h. also in erster Linie der Mieter. Die Länder können jedoch die Abgabe auch als Zuschlag zu den bestehenden Äteuern, wie z. B. der Grundsteuer, erheben. Dieser Weg soll in Preutzen beschritten werden. Zur Gewährung von Daukostenbeihilfen im Zahre 1922 wird eine Erhöhung der Wohnungs- Abgabe auf 50 Prozent von der Reichst eg ierung für notwendig gehalten, ein entsprechender Gesetzentwurf ist dem Reichsrat vorgelegt. Hierdurch loll der Bau von etwa 60 000 bis <0 000 Wohnungen ermöglicht werden. Zu berücksichtigen ist ledoch, datz sich zur Zeit die Höhe der Baukosten nn Hahre 1922 kaum übersehen läßt. Es ist nicht ausgeschlossen, datz eine hundertprozentige Verteuerung gegenüber den Kosten im Jahre 1921 eintritt, und datz für eine 3-Zimmerwvhnung 120 000 Mark und mehr aufgewendet werden müssen. «
Die genaue Zahl der mit Zuschüssen auS öffentlichen Mitteln he rge st eilten Wohnungen ist nicht bekannt. Selbst wenn man annimmt, datz seit dem Jahre 1919 mehr als 200 000 Wohnungen gebaut sind, wäre es doch gegenüber der Anzahl der fehlenden Wohnungen nur eine verhaltnismätzig geringe Zahl. 3m Laufe des Jahres 1921 hat sich allerdings eine gewisse Belebung der Bautätigkeit gezeigt. Auch die private Bautätigkeit begann sich wieder zu regen: doch wurden durch Privatunternehmer kaum Miethäuser, sondern fast ausschlietzlich Cinsamllienhäuser (Sillen)
es sich vor allem angelegen sein lassen, in den landwirtschaftlichen. wie nichtlandwirtschaftlichen Kreisen das Derständnis zu steigern für die unerläßlichen Doraussehungen, an welche das Gelingen des „Hilfswerkes" geknüpft ist. Der R. d. G. ist nie davor zurückgeschreckt, den landwirtschaftlichen Erzeugern und den städtischen Ber- btauchern auch bittere Wahrheiten vorzuhalten. So ruft er auch heute auf zur Selbstbesinnung. Geläutert von kurzsichtiger Eigensucht muh die deutsche Landwirtschaft chr Letztes setzen an das Gelingen des »Hllfswerkes" als reinen Dienst am Daterland. Frei von kleinlichem Hader der Standes- und Klasseninteressen hat die Derbraucherschaft der Tatsache Rechnung zu tragen, dah der
»Schnell nur! Schnell'
ich — was wollen Sie mir denn Wichttges sagen?
Blusen ^i'ben
Jcr d
UMis- vers^KL
Mark jährlich. Aus dieser Summe werden Zuschüsse für ben Dcm solcher Wohnungen gegeben, die lediglich für Arbeiter oder versicherungspflichtige und -berechtigte Angehörige des Kohlenbergbaues bestimmt lind. Das Bechilfeverfahren wird durch die Reichsarbeitsgemeinschaft für den Bergbau, sowie durch einzelne, aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern zusammengesetzte Treuhand- stellen durchgeführt. Mit den erwähnten Mitteln ist besonders im rheinisch-westfälischen 3n- dustriebezirk, im mitteldeutschen Braunkvhlen- revier und im Mittelbezirk des Freistaates Sachsen eine grohere Anzahl von Wohnungen errichtet worden.
werden."
„Oho! Woher wissen Sie das so besttmntt?" »So etwas fühlt man. Lore, liebe Lore,
„3a . . . mutz! Muh! Aber wo?"
Einen Augenblick nur überlegt sie. ,3m vorderen Stall. Gleich voran."
Er wollte ihre Hände nehmen, aber sie litt's nicht. So fragt er nur: »Wann?"
„3ch bin in fünf Minuten dort!"
Als sie tteppauf lief und über die Korridore und in ihrer Stube einen Mantel überhing und ein Tuch wuschlich um den Kopf wand, kamen chr wohl Bedenken und Gewissensbisse. Aber tief gingen sie nicht. Denn sie sah das em: er mutzte sie sprechen. Hatte es ja selber gesagt: Muhte! Muhte! ilnb was war denn dabei? Was konnte denn dabei schlimmes herauskommen? Gr war doch ein Ehren- und Edelmann. Am End' kam gar nichts heraus . . . dann nrrtzte das auch gut sein. Am End' aber . . nun man konnte nicht wissen . . .
Es waren nur knapp hundert Schritte bis zum Stalle. Doch auf dem Hofe stand das Wasser, datz sie bis über die Knöchel einsank, und es gotz, datz Wankel und Kopftuch trieften, als sie die Stalltür hinter sich zuschlug, wie fühlte, wie die Stirnhaare liebten und ’ic hatte die dumpfe
Hauptversammlung des Reformbundes der Gutshose.
Der ReformbundderGutshöfe hielt tn München seine Hauptversammlung ab. die aus allen Teilen des Derbandsgebietes, aus Hessen, Hessen-Rassou, Dahern, Württemberg, Baden und Thüringen sehr stark besucht war. Es ttntrbe 4 « eine Entschließung angenommen, deren wesentlichste Punkte fol= genbe sind:
„Der Reichsausschutz der deutschen Landwirtschaft hat durch seinen Mitte Dezember 1921 veröffentlichen Plan für ein „Hilfswerk der d eu tschen Landwirtschaft" die Wege ge=
Behörde für Reubauten gegeben haben. 3n ')rvtzstädten, vor allem in Berlin, zeigte sich das Bestreben kapitalkräftiger industrieller Unternehmungen, besonders auch der Banken, durch Errichtung neuer Stockwerke auf bestehenden Gebäuden neue Bureauräume zu schaffen. 3m allgemeinen ist jedoch nach tote vor mir die Gewährung von Zuschüssen auf öffentlichen Mitteln geeignet, die Reubautätigkeit in Gang zu halten.
Die Belebung der Reubautätigkeit in den letzten Monaten führte in gewissen Gegenden Deutschlands bereits zu einem Mangel an Bauarbeitern. Einer der Hauptgründe tag darin, datz während des Krieges und nach dem Kriege infolge des Darniederliegens der Bautätigkeit in erheblichem Umfange Dauhandwerker in andere Berufe abwanderten. Zur Behebung des Wangels an Bauhandwerkern sind vorn Reichsarbeitsministerium folgende Matznahmen getroffen und unterstützt worden: Die Zurück- sührung gelernter Dauhandwerker, die jetzt in anderen Berufen beschäftigt sind, in ihre alte Tätigkeit, die Umschulung erwerbsloser Bau- •rrbeiter und die stärkere Heranbildung von Lehrlinge. Mit dem Beginn der Frostperiode hat im übrigen das Angebot an Bauarbeitern zu» genommen: doch ist zu erwarten, datz hn näch- llen Jahre bei einer Belebung der Bautätigkeit »nieder eine Knappheit an Arbeitern sich zeigen n>irb.
Besondere Wittel sind für die Herstellung von Dergmannswohnungen verfügbar gemacht worden: sie werden durch einen Aufschlag auf die Kohlenpreise gewonnen. Dieser beträgt 6 Wk. für die Tonne Steinkohlen und Sri» ketts. 9 Wk. für die Tonne Kols und 2 Mk für die Tonne Rohbraunkohle. Das Aufkommen aus lern Kohlenfonds beträgt etwa 700 Millionen
Die Blüchernichten.
Roman von HannSvonZobeltitz.
wiesen, um dem Bateriande alle landwirtichaft- lichen Kräfte dienstbar zu machen zur Besreiuna aus äußerer und innerer Rot. Der Reformbund der Gutshöfe ist entschlossen, dieses „Hilsswerk" mit allen Kräften zu fördern Seine 1300 Mitglieder in Bayern, Württemberg, Baden, Hessen, Thüringen und den westlichen Provinzen Preutzens setzen es sich auch für die Zu- tunft zur Pflicht, Führer und Träger des landwirtschaftlichen Fortschrittes zu bleiben im Dienste der notleidenden Derbraucherlchaft, sowie der Gesundung unseres innerstaatlichen Lebens und der • Wiedcrerstarkung unserer Weltgeltung. Treu den | Grundlinien seiner Satzung wird der R. d. G.
SlWkog, iM ? ,jnr ffllitglitiw 1 heljMtnluug Ini SerelnMotaL
Adreßbuch der Stadt Gießen 1922
Die Hauslisten werden während der nächsten Tage bei den Hausbesitzern oder ihren Stellvertretern durch die zuständigen Revierpolizeideamten abgegeben. Zur Erlangung einer einwandfreien Linwohneraufnahme ist es erforderlich, datz jeder selbständige Hausbewohner seinen Eintrag eigenhändig und in der Reihenfolge der Stockwerke vornimmt. Rach einigen Tagen werden die Listen von der gleichen Stelle wieder eingefordert, bei der sie niedergelegt wurden. — Die Einwohnerschaft Giehens wird dringend darum gebeten, die Aufnahmearbeit durch sorgfältige Einträge und pünktliche Bereitstellung der Listen freundlichst zu unterstützen. Rur so kann die dem Vorteil der Allgemeinheit dienende Genauigkeit des wichtigen Nachschlagewerkes erzielt werden. — Der Bezug des Adreßbuches wird nur bei vorheriger Bestellung durch die Hausliste gesichert.
Aus Stadt und Land.
Dietzen, den 13. Sehr. 1922
Wie man das Wetter beobachten soll.
Eine ständige und eingehende Beobachtung der Witterungserscheinungen ist für jedermann von hchem Wert: man kann dadurch nicht nur sich selbst innerlich bereichern, sondern auch der Wissenschaft nutzen. 3n einem inhaltreichen „Erdkund lieben Wanderbuch", das im Berlage von Quelle & Metzer zu Leipzig erschienen ist. weist der Ham burger Geograph. Prof. Siegfried Passarge, auf den Wert solcher Nirnatischer Beobachtungen durch Laien hin. „3st man auch im groben ganzen über den allgemeinen Gang des Klimas weiter Länder unterrichtet," schreibt er, „das örtliche, ost recht abweichende Klima kennt man gewöhnlich nicht Deshalb kann jeder Laie dem Fachmann ein unschätzbares Bevbachtungsmaterial sammeln, wenn er Lust, Reigung und Derständnis zu Stitnn- beobachtungen besitzt. Meteorologische 3nftituk werden gern solches Bevbachtungsmaterial eni- gegennehmen und benutzen.
Die Feststellung der llimatischen Dorgänge »st auch ohne 3nftrumente möglich. Das Abschähen der T e m p e r a t u r ist zwar sehr trügerisch, aber allgemeine Angaben von Wichtigkeit lassen sich doch nach dem Temperaturgefühl machen, wenn
deutsche Boden unb sein Ertrag und dah diejenigen. denen diesen Boden, anvertraut ist. die wichtigsten Stützer. Nildcn. die dem so stark erschütterten Voltswohl verblieben sind
3m engeren Rahmen seiner Ausgaben wird sich der R. d. G. vor allem auch einsetzen für eine Verständigung zwischen Verpächter und Päch ter. Als einziger Grvtzverband, weicher sich von Anfang an dieser beiden bedeutsamen Gruppen zur Milderung den zwischen ihnen unvenneidlich bestehenden Gegensätze angenommen hat. darf der R. d. G. heute feststellen, dah es dank dem guten Willen beider Gruppen gelungen ist, die überaus schwierige Frage der Pachtcinigung tn afien Einzelheiten grundsätzlich zu lösen. Gau Hes en und Gau Württemberg sind vorbildlich vor angegangen. 3n den übrigen Teilen des Bundes geoietes dürfen gleiche Erfolge für di? nahe Zu kunft erhofft werden. Die Allgemeinheit sei an dieser Stelle darauf hingewiesen. welch ungeheuer Gefahren der Betriebsstetigkeit und banrit der Produktion drohen, wenn nicht ein Ausgleich auf lange Sicht herbeigeführt wird. Die behördlich: Regelung — auf kaum Jahresfrist bewirkbar bleibt ein Versuch am untauglichen Lbjekt. Das Pachtland darf nicht den Tummelplatz für Partei politische 3ntereffcn, noch den Streitgegenstand juristischer Spitzfindigkeiten bißen; es verarmt, toeim einseitig nur den Belangen der Verpächter oder Pächter Rechnung getragen wird.
An die nichtlandwirtschaftlichen Derufsgrup" pen und Staatsbürger richtet der R. d G. die ein dringliche Mahnung, die landwfttschaftlichen Belange unvoreingenommener Würdigung zuzufüh ien. Es muh ausgesprochen werden, datz in diesen Kreisen bedauerlicherweise vielfach das Dewutzt sein dafür fehlt, wie wenig der Autzenstehende von den tieferen Grundlagen erfolgreicher und intensiver Landwirtschaft weitz und wissen farm, ßanb- wirtschaft ist Technik! Richt minder vielgestaltig als in anderen Ernzelgebieten der Technik sind auch die Möglichkeiten des landwirtschaftlichen Fortschrittes, nicht minder weitverzweigt die Quellen beet mit seiner Verwirklichung verknüpften Risikos. Richt darf daher die ilnternebmunggluft abgetötet werden durch steuerliche Lieberspannung, nicht darf der Fortschrittliche bedroht werden durch Stcuerformen. die wie eine Strafe für seine Mehr leistung wirken. Die Landwirtschaft Weitz, datz die Rot des Vaterlandes auch von chr schwerste Geldopfer erheischt; das Verlangen nach Wär digung ihrer Wirtschaftsbelange darf ihr nicht als Steucrscheu ausgelegt werden. Auch andere als steuerliche Eingriffe in die Wirtschaftsfrechci' des Rührstandes dürfen nicht unternommen wer den ohne das Einverständnis der ihrer Derant wortung bewutzten landwirtschaftlichen Führer.
Mit besonderer Sorge vernimmt der R. d. G die neuerliche Kunde von der beabsichtigten Aus lösung des Reichsministeriums für Ernährung urw Landwirtschaft. Es erscheint nicht verständlich tote gerade diese Reichsbehörde als entbehrlich erachtet toerben kann, in einer Zeit, in welche« die Landwirtschaft sich stark machen soll für die Sicherung der gesamten Volksernährung aus hei- Mischern Boden.
Der R. d. G. erwartet, datz die Regierung die Parlamente, die berufsständischen Organisationen jeder Art und die Preffe volle Ausmerk- famfeit den außen- und innerpolitischen Voraussetzungen Widmen, welche erfüllt sein müssen, wenn das „Hilfswerk" der deutschen Landwirtschaft gelingen soll. 2iach seinen Kräften hierbei mitzu- w-irken, ist die vornehmste Aufgabe des R. d. G.
Der Geschäftswelt
zur Benachrichtigung, daß der Anzeigenanhang des Adreßbuches baldigst abgeschlossen werden muß. Es wird deshalb hiermit nochmals um Einsendung der Anzeigentexte oder doch um Angabe gebeten, welcher Raum freigehalten werden soll. Es sei auch nochmals darauf hingewiesen, daß nur die Adressen der Anzeigenbesteller in sämtlichen Verzeichnissen des Adreßbuches ohne besondere Kosten durch auffälligen Fettdruck und unter Hinweis auf ihre Anzeigen hervorgehoben werden können; außerdem erfolgt die kostenlose Einfügung unter drei Gruppen des Geschäftsverzeichnisses. Diese Vorteile find nur den Anzeigenbestellern vorbehalten. Anzeigenpreise: viertelseitige Anzeige 200 Mk., halbseitige 350 Mk., ganzseitige 600 Mk.
Den Vereins- und Kassen-Vorständen wird es erwünscht sein, daß wieder ein Verzeichnis der Vereine und Kassen in das Adreßbuch eingefügt werden soll. Da diese Abteilung in der Ausgabe 1914 zuletzt gebracht wurde, ist eine vollständige Neumeldung erforderlich. Es werden deshalb alle Vereins- und Kassen-Dorstände oder ihre Vertreter gebeten, binnen acht Tagen folgende Angaben schriftlich einzureichen: 1. Name des Vereins oder der Kasse, 2. Zweck (Bildungs-, Ge- selligkeits-, Sport-, Wohltätigkeits- usw. Verein), 3. Name des Vorfitzenden, 4. Vereinslokal. Nur die Aufnahme derjenigen Vereine, Verbindungen, Kasten und Gesellschaften kann gewährleistet werden, deren Vorstände rechtzeitig und genau schriftliche Meldung erstatten.
Brühl'sche Universitüts-Vuch- und SLeindruckerei


