Einzelbild herunterladen

aes irr Tttrad)t kommt. Es wird deshalb daraui hingewiesen. daß d e eiligen deutschen Reichöange- 6öLigen, Mo am 10. Januar 1920 ih en Wohnsitz im Gebiete der jetigen Freien S:adt - Tanz g hatten, mit die em Lage die Reichsangehörigkeit verloren und die Danziger Staalsangehörigreit erworben haben, gleichviel, wann sie sich in diesem Gebiet niedecgelas en haben. Unter d.esen Dvc- aussetzungen ha.en auei) die am 10. Januar 1920 dort wohnhaften Beamten die deutsche Reichsangehörigkeit verloren und die Staatsangehör.g eit de F e en Stadt Danzig er- worben. P rsonen, die danach die deutsche ReichZ- angehörig eit verloren, und die Dan-iger Staais- angehörig.eit erworben haben, können, vom Falle dec Wiedereinl ürgerung abgesehen, die deutsche Reichsangehö igksit dadurch wieder erwerben, daß sie bis zum 10. Januar 1922 für die deutsche Reichsangehörigkeit optieien. Zuständig für die Entgegennahme der CptionSerfiä unarn auf Grund des Deutsch^Danziger Optionsvertrages sind in den Stadtkreisen öie Ortspolizeibehörde und in den Landkreisen der Landrat. Ueber die nähe en D Stimmungen ha en die ermähnten Be­hörden Auskunft zu erteilen. Die für Deutsch­land vptivi's e ech ig'et Danziger Staats­angehörigen werden lei ihrer Entschließung in Betracht zu ziehen haben, dah sie innerhalb von zwölf Monaten nach Abgabe der Oplions- erklärung ihren Wohnsitz nach Deutschland ver­legen müssen.

Die deutsch-polnischen Wi rtschaftSvcrha n dl trugen.

D e u t h e n, 2. Ian. (WTB.) Die Delegierten für diedeutsch-pvlnischenWirtschafts- verhandlungen mit Dr. Lewald an der Spitze treffen heute abend und morgen früh in Oberschlesien wieder ein. Die Verhandlungen wer­den Im Laufe des morgigen Tages wieder auf­genommen. Calondec wird in der Rächt zum 4. Januar in Oberschlesien erwartet. Schiffer wird voraussichtlich in Breslau mit ihm zusam­mentreffen und in seinem Sonderruge die Fahrt nach Oberschlesien fortsehen. Calonder nimmt auf Schloß Reudeck bei Tamowih Wohnung.

Der südslawisch-italienische Zwischenfall von Sebenico.

Belgrad. 2. Ian. (Wolff.) Bei dem Statt­halter von Dalmatien, Metlitschitsch. sprach der it^llienische Konsul vor und unter­breitete ihm schriftlich folgende italienische For­derungen:

1. Die Zivilbehörden sprechen der italie­nischen Regierung ihr Bedauern über die Er­eignisse in Sebenico aus.

2. Alle Schuldigen werden streng bestraft.

3. Die südslawischen Truppen leisten der italienischen Fahne die Ehrenbezeigung

4. Die südstawische Regierung erläßt eine Kundgebung an das Volk, worin sie öffentlich ihr Bedauern über die Ereignisse in Sebenico kundgibt.

Die Forderungen wurden von der Regierung abgelehnt.

Belgrad. 2. Ian. (Wolff.) In Beantwor­tung mehrerer Anfragen erklärte Ministerpräsi­dent Paschitsch in dec Skuptschina, es sei gegprstandslos, den von einzelnen Leuten im italienischen Parlament unternommenen Versuch, die Montenegrinische Frage aufzuwerfen, zur Erörterung zu stellen, da das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen von der ganzen Welt anerkannt werde. Uebcigens fänden diese Versuche auch bei der italienischen Regierung keine Beachtung. Wegen Triest hat die Regierung Vorstellungen in Rom erhoben und die Mrsiche- runa erhalten, daß ähnliche Vorfälle zukünftig verhindert würden. Die schwebenden wirtschaft­lichen Fragen mit Italien könnten erst nach Er­füllung des Rapallo-Vertrages durch Italien per- handelt werden. Ebenso könnten die Beziehungen zum Freistaat Fiume erst nach Festsetzung von dessen Grenzen geregelt werden. Was gewisse Herausforderungen der Faszisten anlange, habe öie Regierung in Rom deswegen Einspruch er­hoben. Wenn dec Schritt erfolglos sei, mühten andere Maßnahmen getroffen werden.

Die Uebernahme Dodenburgs durch Ungarn.

Budapest, 2. Jan. (WTB.) Am Reu- lahrstage ist die feierliche Uebernahme Oe- denburgs durchUngarn erfolgt. Dor der Uebergabe richtete d e Generalkommisjion an die Bevölkerung einen Aufruf, worin sie ihr für die Gastfreundschaft und tadellose Haltung ihren Dank ausdrückt. In sämtlichen Kirchen wurden Festgottesdienste abgehalten. Anläßlich der Unter­zeichnung der Übergabeprotokolle betonte der ungarische Bevollmäch'igte, General Guil- l o u m e Ungarn wolle mit allen Rachbarn in gutem Einvernehmen leben und alles aufbieten damit das soeben besiegelte Friedenswerk mit Oesterreich auch cr .Sauer sei. Kein einziger Staatsbürger werVe wegen seines Ver­haltens bei dec Volksabstimmung auch nur der geringsten Unannehmlichkeit ausgesetzt werden.

......

D*e Beilegung des Eisendahnerstreikes.

Der erweiterte Vorstand des Deutschen Eisenbahnerverbandes hat über den AuSstand der ©ifenbabner einen Beschluß gefaßt in dem es heißt, daß der erweiterte Vorstand der am 31. Dezember zustande gekommenen Ver­einbarung unter der Voraussetzung zu - stimmt, daß sowohl die Ergänzungsverhand­lungen zu der Vereinbarung als auch die am 5. Januar beginnenden allgemeinen Verhand­lungen eine durchgreifende Regelung der Lohn- und Gehaltsverhältnisse für alle Orte bringen Der Vorstand erwartet, dah die Mitglieder des DerbandeS in allen Ortsgruppen Disziplin üben und den Dienst sofort aufnehmen, so­weit es nicht schon geschehen sein sollte.

Wie der »Vorwärts" mitteilt, hat die An­weisung des HauptvorstandeS des Deutschen Eisenbahnerverbandes an die Bezirksorganisatio- nen, für die schnellste Wiederaufnahme der Arbeit einzutreten, den erwünschten Erfolg gehabt Im westlichen Streikgebiet ist ein großer Teil der Eisenbahner wieder zur Arbeit erschienen. Heute glaubt man, den regelmäßigen Verkehr wieder aufnehmen zu können.

Wie dasVerl. Tagebl." meldet, sind in Dortmund, Hamm, Elberfeld und Köln bereits sämtliche Eisenbahner wieder zur Arbeit erschienen. In Essen erwartet man die Wie­deraufnahme der Arbeit für heute in dollem Umfange. Auch in Koblenz sind die Eisenbahner wieder ausnahmslos zur Arbeit zurückgekehrt.

*

Berlin, 2. Jan (WTB.) Rach einer Mit­teilung der Eisenbahndirektion besserte sich die Betriebslage im Laufe des Rachmit­tags durchweg. Seit 2 Uhr nachmittags wurde fast überall d i e Arbeit wieder a u f ge­nommen. Der Fernpersonenverkehr wird plan­mäßig durchgeführt. Dec Stadt- und Ringbahn-- verkehr ist noch unregelmäßig, besserte sich aber gegen Abend. Der Guterzugverkehc f ndet wieder in planmäßigem Umfange statt. Arbeitswillige wurden in diesen Tagen vielfach von den Streiken­den an der Arbeit verhindert. Zu erheblicheren Ausschreitungen ist es nur vereinzelt gekommen. Don Dienstag an darf wieder überall mit regel­mäßigem Zugverkehr gerechnet werden.

K ö l n, 2. Ian. (Wolff.) Wie wir von zustän­diger Seite erfahren, ist im Gisenbahndirektions- bezirk Köln die Arbeit heute morgen verab- redungsgemäß wieder aufgenommen worden.

Die Technische Nothilfe im (.? isendnh »erstreik.

Berlin, 2. Ian. Ueber die Tätigkeit der Technischen Rothilfe bei dem Eisenbahner­streik wird bekannt, daß in den Direktions­bezirken Dortmund, Elberfeld und Essen insgesamt über 500 Rothelfer eingesetzt waren. .Alarmbereit war eine große Zahl von Ortsgruppen. Die Arbeiten bestanden zumeist darin, an Stelle der Strei­kenden die Lokomotiven zur Uebergabe an die Beamten fahrbereit und notwendige Rangierdienste zu machen. Am heutigen Dormittag wurde die Rothilfe zum größten Teile wieder zurückgezogen, da die Ar­beit wieder ausgenommen wird. Im Direk­tionsbezirk Breslau wurde der Einsatz der Technischen Rothilfe heute morgen angefor­dert, da hier der Streik erneut auSgebrochen ist. Am ReujahrStage wurde auch in Gör­litz die Nothilfe zur Beheizung von Loko­motiven für lebenswichtige Züge eingesetzt, doch erklärten sich die Streikenden zur Ueber- nähme dieser Arbeit bereit. Im Berliner Bezirk wurde ein Einsatz der Technischen Nothilfe nicht angefordert, da der lebenswichtige Betrieb aufrechterhalten blieb.

Gegen die schwarze Schmach.

In derSunday Times", die Llohd George nahesteht, veröffentlicht der konservative englische Abgeordnete Hauptmann B a g l e h einen langen, eigener Erfahrung entspringenden Artikel gegen die schwarze Schmach. Er schildert die Ver­elendung der deutschen Kurorte und das unver­schämte Verhalten der Farbigen, deren maßloses Treiben er am eigenen Leibe verspürte. Dey Hauptmann greift alsdann auf die sexuellen Ausschreitungen der farbigen Truppen über und fordert zum Schluß seine Landsleute auf,gegen die'en Schandfleck am Rhein und gegen die Zivili­sation der Alliierten" zu protestieren.

Auch in den Vereinigten Staaten mehren sich die Stimmen, die gegen die schwarze Schmach am Rhein protestieren. So liegt in dec Reuhorker Staatszeitung" eine Protest- Adresse vor, die B r i a n d und F o ch wäh­rend ihres dortigen Aufenthalts übergeben wurde, und die in folgenden Sähen endet:

Sollten Sie unsere Ufer verlassen, ohne Ihre Bereitwilligkeit zum Ausdruck gebracht zu haben, die schleunigste Zurückziehung der unzivilisierten Truppen vom Rheine zu ver­anlassen, so werden Tausende und Abertausende von Männern und Frauen die logischen Schluß­folgerungen ziehen müssen. Kein dauerndes Fceundschaftsband zwischen Ihrem Lande und dem unseren ist möglich, wenn Sie darauf bestehen sollten, durch fortgesetzte Anwesenheit unzivilisierter farbiger Truppen Im Rheinland die weihe Raffe zu degradieren und die Weiblichkeit zu schänden.

2lm schärfsten spricht sich ein a u st r a l i f ch e r Offizier unter der ÜberschriftEin barba­rischer Schandfleck" in der in Sydney er­scheinenden Tageszeitung derAustralian Wör­ter" aus. Er sagt u. a.:

»Ich habe die von Franzosen besetzten Ge­biete Deutschlands besucht und muh gestehen, dah ich die feste Ueberzeugung gewonnen habe, dah die deutschen Veröffentlichungen über die von schwarzen französischen Truppen an weihen Frauen und Kindern verübten ©reueltaten in keiner Weife übertrieben, sondern wahr sind. Und welchem Australier würde das Blut nicht kochen, wenn er hort, dah ein farbiger Offizier über Weihe verfügt und ab­urteilt! Die deutschen wehrlosen Einwohner werden von den Franzosen aus ihren Häusern vertrieben, um Wohnungen für die Mätressen und Kokotten der französischen Offiziere und für Prostituierte zum Gebrauch für französische Neger frei zu machen."

Aus dem Reiche.

Der Abschied der Marine von der alten Flagge.

Am 1. Januar 1922, mittags 12 Uhr, wurde auf der deutschen Kriegsmarine die ruhmbedeckte schwarz-weiß-rote Flagge nie­dergeholt. Der Chef der Martnelcitung, Ad­miral B e h n ck e. macht der Marine davon Mitteilung in folgendem Erlaß:

An die Reichsmarine!

Das Jahr 1921 liegt hinter uns. Wir ind in ihm vorwärts gekommen auf allen Gebieten der Marine. Allen Marineängehöri- gen Dank für ihre pflichttreue Arbeit und zu­gleich meine besten Wünsche zum Jahres­wechsel!

Der Abschied vom Jahre 1921 gewinnt für uns besondere Bedeutung: wir nehmen

mit ihm zugleich Abschied von unserer alten ruhmreichen Flagge! Ueber un­vergeßlichen Taten in Krieg und Frieden auf allen Meeren und allen Küsten hat sie ge­weht. Tausende von braven Seeleuten und Soldaten sind unter ihr den Heldentod ge­storben.

Keiner unter uns, der nicht voll Stolz zu ihr aufblickte als zu dem Wahrzeichen einstiger deutscher Macht und Seegeltung.

Was wir empfinden, wenn diese Flagge sinkt, verschließen wir in unserem Herzen.

Unsere ganze Tatkraft aber gehört nach wie vor unserem Voll und Vaterlande. Und wenn von heute an dessen neues Hoheits­zeichen über uns weht, soll es uns bereit finden zu unveränderter Hingabe und Treue. Unerschütterlich fest im Glauben an Deutsch­lands bessere Zukunft wollen wir der neuen Flagge auf allen Meeren dasselbe Ansehen schaffen wie der alten.

gez. Dehncke.

Admiral und Chef der Marineleitung.

Auflösung von Kriegsgesellschaften.

Berlin, 1. Jan. Laut Bekanntmachung des Reichsschatzministers gehen vom 31. De­zember 1921 an die Aktiven und Passiven fol­gender Gesellschaften auf das Reich über: Deutsche Transportzentrale G. m. b. H. i. Liqu. in Berlin; Branntweinsicherungs-G. m. b. H. i. Liqu.» Berlin; Deutsche Tabakhandelsgesell- schaft von 1916 m. b. H. L Liqu., Bremen; Spinnsloff-Einfuhr-Gesellschaft m. b. H., Bre­men. Mit der Abwicklung der Geschäfte dieser Gesellschaften wird die Reichs-Kredit- und Kontrollstelle, G. m. b. H., Berlin 9, Eichhornstraße 9, beauftragt.

Der RheinMainDonau-Kanal.

München, 2. Ian. (WTB.) Zur Finan­zierung der RheinMainDonau-A.-G. er­fahren dieMünch. Reuest. Nachr.", daß von den auszugebenden 300 Millionen Mark Vor­zugsaktien 42 Millionen von den Städten übernommen werden, während die bei der Gründung mitwirkenden Banken die restlichen 258 Millionen Mark namens des zu bildenden Konsortiums fest zu übernehmen haben. Die fünf Banken sind die Deutsche Bank, die Bayerische Staatsbank, die Bayerische Hypo­theken- und Wechselbank, die Bayerische Ver­einsbank und die Rheinische Creditbank.

Die Gernerndewahlen in Lippe.

Detmold, 1. Ian. (WTB.) Die heu­tigen Gemeindewahlen im Freistaate Lippe vollzogen sich in vollkommener Ruhe und unter großer Wahlbeteiligung. Die bisherigen Er­gebnisse zeigen einen starken Stimmen- rückgang der sozialistischen Parteien und ebenso der kommunistischen Partei.

Sach f sch-thüringischer Geb'etsaustausch.

Berlin, 2. Ian. Wie derLokalanzeiger" aus Dresden meldet, teilte dec sächsische Minister­präsident Buck mit, daß Verhandlungen eingelei­tet n orden sind über den Austausch von Enllaven zwischen Sachsen und Thüringen und über Grenz­berichtigungen.

Die Militäranwärter Groß-DerlinS an Reichstag und die Oeffentlichkeit.

Am 8. Dezember 1921 tagte im Lehrervereins­haus in Berlin eine Versammlung ter Berliner Orts-, Bezirks- und Fachgruppen des R. d. B, von dec folgende, für d.n Reichstag and vie Oeffentlichkeit bestimmte Entjchllehung gefaßt wurde:

Rach der Staats Umwälzung sind infolge Heeresvermindecung und D.ttentediktat 50 20a big 60 000 ziv'.lversorgungsberecht'gte Personen ans dem Heeresdienst entlaßen worden. Rachhern im ersten Jahre nach Kriegsende noch ©inberufan- gen in die den Zidilverforgungsberechtigten vor- bebdtenen Stellen stattgesunden hatten, rnhten bei der Reichseisenbahn- und Postverwaltung seit Jahresfrist die Einberufungen vollständig. D e Zahl ter unversorgten Zw.lvcrsrrgnngsberechitig» ten wächst durch Hi izukommen der Schwerbeschä­digten mit Deamtenscheinen und durch Abgang der Versorgungsbececht gten aus Re.chswe'ir, Schutzpolizei und Wasjerschuh dauernd. Die Sperre Bei den obengenannten Verwaltungen be­steht trotz m-ehchacher Versiehe u" g, daß f e auf­gehoben würde, w itec. D.e G. tlohnuig der 3i- vilve sorgungsbe eck.itagten als Ausheber, Hllf?- arbeiter oder D.amtenanwärtec ist eine du chuus ungenügende; so d^,letzt z. D. ein informatorisch beschäst gter Militäcanwärter mit Familie nach dec letzten Gehaltsregelung von Anfang De­zember monatlich etwa 1202 Mark; ein erwerbs­loser Militäranwärier mit einem Kind täglich 21 Mark, während ein anderer Erwerbsloser mit einem Kind täglich 28 Mart bezieht. Entlas­sungen von versorgrngsberechtigten Personen sind in letzter Zeit mehrfach ausgesprochen worden. Im Bereich der Reicysfinanzverwaltu rg sind die deii Militäranwürtem Verb halt.nen Stelle, zum Teil für die Militäranwärter gesperrt, und es werden in diese Stellen junge unverheiratete Leute im Alter von 1820 Jahren eimberufen, trotzdem der Deamtencausschaß des Deutschen R ihstag-^s beschlossen hat, der R^gieru.g aufo/ierlegcn, zu­nächst Li e Beamt^nanwirter elnjub.rujen. Die Militäranwärter le ten nochmals ausdrücklich die Aufmerksamkeit b?r Öffentlichkeit a d des D ät­schen Reichstages aus d.e dem Deutschen Reichs­tag vom R. d. B. im September eingereichte Denkschrift über den Stand der Zivilversorgung und bitten nochmals, sich für die in der $ent- schnft erhobenen Forderungen mit allen Mitteln ein setzen zu wollen.

Diese Forderungen sind im wesentlichen fol­gende:

1. Ausladung dec verfügten E'nberufnngsspe-ce für Zvilversorgungsberecht gte bei allen Be­hörden.

2. Ei'tfas u' gen vm Ziv'lversorgungsbercch'ig- ten im A g st l'fen-, HI s rbeitecverhättn.s dürfen unter feinen Umständen erfolgen.

3. Tte Hinterbtievenenvers orgung der 2e- amtenantoärlec muß sich cg j.cjl werden.

4. Die Entlohnung der Beamt enamvärtec hat in einer der Teuerung angepassten Weife zu erfolgen.

5. Tie nach dem Kapitulanstenentschädrgangs- gcsetz zahlbaren Beträge und die Zeitgrenzen in diesem Gesetz müssen schleun.gst r-^ibiert werden."

Aus Hessen.

Minister von Brentano und der Evangelische Bund.

Vom Hessischen Hauptverein des Evangelischen Vundes wird geschrieben:

Herr Minister von Brentano hat in einer Erklärung zu einer Kundgebung der Rheinhessi- schen ProvinzialabgeordNetenversammlung des Evangelischen Bundes den Evangelischen Bund bezeichnet alseine Gesellschaft, die den Zweck verfolgt, in ödem Kathvlikenhaß die konfessionelle Zersplitterung Deutschlands zu verewigen". Der Vorstand des Hessischen Hauptvereins des Evan­gelischen Bundes überläßt es der Rheinhessischen Provinzialabgeordnetenversammlung, sich mit der Erklärung des Herrn von Brentano auseinander­zusehen. Schärfste Verwahrung muß er jedoch gegen die Beschuldigung einlegen, als ob der Evangelische Bund von ödem Katholikenhah er­füllt sei und den konfessionellen Frieden zu stören bezwecke. Wir verweisen dazu auf folgende Sähe seines erst im vorigen Jahr beschlossenen Wart­burgprogramms:Rachdem deutsche evangelische und katholische Volksgenossen im Weltkrieg ihr Blut gemeinsam für das Vaterland vergossen haben, betonen wir um so nachdrücklicher, daß sie miteinander durch das Band des Christen­tums und des Volkstums verbunden sind und er­streben friedliches Einvernehmen und Zusammen­arbeiten auf den Gebieten des sittlichen und natio­nalen Lebens. Wir sind bereit, mit unseren katho­lischen Volksgenossen in allen Fragen zusammen- zustehen, in denen gegenüber einer glaubenslosen und unchristlichen Weltanschauung und Lebens­äußerung, die zwischen den christlichen Bekennt­nissen vorhandene Gemeinbürgschaft sich geltend macht. Wir betonen und betätigen, gegenüber den Versuchen, durch engherzigen Konfessionalismus ein Volk im Volk zu bilden, die Pflicht evan­gelischer Weitherzigkeit und nationaler Gemein­bürgschaft."

Unbeirrt durch alle Angriffe haben wir, sv viel an uns liegt, dieses Programm zu Schutz und Trutz des Deutschtums und des Evangeliums durchgeführt und werden es weiter durchführen. Begrüßen würden wir es, wenn Herr von Bren­tano und feine Gesinnungsgenossen sich in dem­selben Geist betätigen würden. Das Urteil über seine, von ganz anderem Geist erfüllte, den fon- seisionellen Frieden schwer beeinträchtigende Aeußecung überlassen wir ruhig der Oeffent- lichleist.

Demokratischer Parteitag.

Darmstadt, 2. Ian. Der Prvvlnzial- verein Rheinhessen der Deutschen Demokra­tischen Partei Hessens hält am Sonntag den 8. Januar einen Parteitag in Oberingel­heim ab.

Bilderstürmer.

Bensheim, 2. Ian. Der Antrag der sozialdemokratischen Partei, die Büste des Großherzogs aus dem Stadtverordnetensaal zu entfernen, wurde nach erregter Aussprache von der Stadtverordnetenversammlung abge­lehnt.

|>||.|» ll Mf«mim-.«MUMM . <

Aus Stobt und Land.

Gießen, den 3. Ian. 1922.

Vorsicht im Dciefverkehr mit dem besetzten rheinischen Gebiet. Die Interalliierte Rheinland-Kommst ton in Koblenz hat sich im Artikel 11 ihrer auf Grund des 'Ab­kommens über die militärische Besetzung der Rheinlande erlassenen Verordnung Rr. 3 vorn 10. Januar 1920 das Recht zu gesprochen jeder­zeit die Aushändigung von Briefen und Post­sendungen von den deutschen Behörden fordern zu können. Die Interalliierte Kommission kann sonach die Ueberwachung des Postverkehcs jeder­zeit und an jedem beliebigen Orte des besetzten rheinischen Gebiets ohne weiteres ausüben lassen. Sie verfährt auch dementsprechend und richtet auf bestimmte ober unbestimmte Zeit bald in diesem, bald in jenem Orte des besetzten Gebiets Post- überwachungsstLllen ein. Da die Anordnungen über Ort und Zeit derartiger Postüberwachun­gen gänzlich von dem jeweiligen Belieben der obersten Besahungsbehörde abhängen, lassen sich nähere Angaben darüber nicht machen. Es ist aber dringend erwünscht, daß die Absender- von Driesen usw. nach Orten in den besetzten rheini­schen Gebieten sich dieser Sachlage immer bewußt bleiben und ihren Mitteilungen alles vermeiden, was im Falle einer Durchsicht ihrer Sendungen ihnen selbst und insbesondere auch den Emp­fängern zum Rachteil gereichen könnte.

* Raffinierte Schwindler. In Darmstadt, Wiesbaden und auch in Frankfurt haben in den letzten Tagen nach Meldungen aus­wärtiger Zeitungen mehrere überaus raffinierte Schwindler in zahlreichen Geschäften sich Waren in beträchtlichem Umfang zu verschaffen gewußt. Es wurde dabei n^ch folgender Methode ge­arbeitet: In den Geschäften erschien ein besser gekleideter Herr und suchte sich unter Angabe seines Ramens Waren heraus und ließ sich eine Preisliste geben. Er gab dann an, daß er die Waren in den nächsten Tagen untey Zahlung des Betrages holen lassen werde. Am anderen Tage wurden die Waren von einem jungen Mann, der einen Ar­beiter bei sich hatte, abverlangt unter Vor­lage eines Briefe 5 des Käufers, worin dieser um Uebergabe der Waren bat und einen Posteinliefe­rungsschein beifügte, nach dem das Geld für die Ware bereits am Lage torber bei der Postanstalt am Wohnort des Warenbestellecs eingezahlt wor­den sein sollte. Durch die Einliefecungsscheine ha­ben sich die Geschäftsleute täuschen lassen und die Waren ausgehändigt. Die Postanweisungen, über die die Einlieferungsscheine lauten, sind niemals eingezahlt worden, und die Warenbeziehec an ihren angeblichen Wohnorten selbst unbekannt. Die Aufgabestempel dec Einlieferungsscheine sind ge- fälscht. Dor den Schwindlern wird nachdrücklichst gewarnt.