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Aus dem MerEre.
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wenn er
sie bemalten,
12. Fortsetzung.
(Nachdruck verböte».)
Das Dienstmädchen
Juli Iulr Mai Ml
eine Sekunde. Dann in eine leere ©eiten»
1914 .
1915 .
1916
1916 .
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Beide blieben stehen, torkelte verschlafen Weiler.
Es war ein Erkennen.
Das alles dauerte nur ging jedes seiner QBege.
Heinz bog wie betäubt gaffe ein.
die Ausführung zugesagt wurde. Die E?e- kuttve nach dem Reichskriminalpolizeigesetz besteht nach wie vor. Die Reichsregierung ist nicht abgewichen von der Bindung, die ihr die Beschlüsse des Reichstages auferlegten.
München, 1. Sept. (Wolff.) Die Führer des Bayerischen Ordnungsblockes, B u ck e l e h und T a f e l, richteten am 25. August an den Minister des Innern, S ch w e h e r, einen offenen Brief, in dem sie das Verhalten der bayerischen Regierung bei den Berliner Verhandlungen und das Verbot der Kundgebung auf dem Königsplatz kritisieren. Sch weher antwortete nun mit einem offenen Briefe, woraus folgendes hervorzuheben ist: Der Abbruch des Kampfes mit der Notverordnung bedeutet nicht die Anerkennung der Schutzgesetze. Sie werden von der bayerischen Regierung nach wie vor bekämpft. Die bayerische Regierung ist überzeugt, daß diese Gesetze an ihrer Unnatur und an dem gesunden Sinn des deutschen Volkes zugrunde gehen. Die bayerische Notverordnung könne jederzeit wieder eingeführt werden. „Ich 'bestreite mit aller Entschiedenheit," so heißt es weiter, „daß das bayerische Volk mit Ihrer Demonstrationsversammlung identisch ist und lehne es ab, von solchen Versammlungen „Weisungen" entgegenzunehmen. Es ist eine Aeberlreibung, wenn Sie die von- Ihnen in Bewegung gesetzten Massen immer wieder als „das Volk" bezeichnen. Die Regierung wird keiner Gewalt nachgeben, mag sie kommen woher sie will. Glauben Sie, daß die Regierung nicht an ihrem Platze ist, so sorgen Sie verfassungsmäßig dafür, daß sie abtritt. Die Drohung, die Sie in Ihrem Briefe an die Regierung richten, bedauere ich gerade von Ihnen als verdienstvollen Leitern' vaterländischer Vereinigungen zu hören."
12,28 QI« 15,SO Mk'
16,20 N« 20,00 QI«' 28,00 QI«' 7 1,0 0 01«.'
November 1918 . . Fchruar 1919 . . .
April 1919 . . . Iulr 1919 . .
Oktober 1919 . . ' Ja mar 920 . . .
Februar 1920 . .
März 1920 ....
November 1921 . ’ Dezember 1921 . .
Ja mar 19 2 . . . F .bruar 1922 . . .
März 19 2 . . .
April 1922 . . .
Mai 1922 . . . ' 3uru 1922 . . .
Juli 1922 . . . * August 1922' . . ;
September 1922
BadsfempeL
Roman von Margarete v. Oerhen F ü n f g e l d.
, 30 Pf.
36 Pf.
33 Pf.
43 Pf.
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2,22 —
Juni 1917 . .
November 1917
April 1918 . .
Juli 1918 . .
Den Laut jeglicher Bewegung verschlang der Schnee, so daß Die junge Dame das leise knirschende Gleiten von Gütdewins Sohlen auf dem Weißen Plan nicht vernehmen konnte. Aber plötzlich wandte sie langsam den Kopf, und sie sahen einander ins Gesicht.
rote Finyer; sie sprang Heinz an den Hals und erzählte ihm, daß Ansichtskarten gekommen seien und auch Grüße an ihn dabei. Es waren zum Teil Bierverse, in Bierlaune geschrieben.
Lene hatte ausgeschlafen und war offenbar bemüht, liebenswürdig zu sein.
Die Tante beobachtete das Paar fdyrrf. Endlich fuhr sie unversehens dazwischen: „Heute abend 6 Ähr 20 Minuten geht unser Zug. Jetzt horch einmal, Heinrich I Wenn ich jetzt abfahr', will ich die Gewißheit im Sack haben! Jetzt red' du und sprich dich drüber aus, wie die Sach' mit der Hochzeit jetzt sein soll."
Heinz nahm den gebotenen Stuhl nicht, er warf nur einen Blick auf Lene. Die saß blaß, ein geängstigt und dürftig da, und ein großes Mitleid beschlich ihn.
„Sei zufrieden, Lene, es Wendel sich alles zum Besten," sagte er weich. And zur Tante sich kehrend, schroff: „Man soll nichts überstürzen! Ein Pflänzchen, das noch zart im Wachsen ist, soll man nicht aus dem Boden zerren, damit es schneller wächst. Ich bin ein Mann, der fein Wort hält. Wer heiraten kann ich heute und morgen noch nicht und zwar nicht, well es mir an Geld fehlt ober an den nötigen Mitteln, einen Hausstand zu gründen, fonbern weil ich seelisch noch nicht frei bin, weil so manches in mir üvch in der Entwicklung begriffen ist, im "Werden — ich kann's nicht so beschreiben, Frau Sant'! Einen gärigen "Dein läßt man sich Hären! Ich hab' mit meiner Kunst zu ringen muß ihr abzwingen, was sie mir versagt — lassen Sie mir noch ein Jahr Zeit, Frau Sant'! Ein Jahr zum Wachsen! Zum Nest erbauen ist der Heinz Güldewin noch zu unruhig, zu unstet, zu unberechenbar —“
„Also mit andern Worten, du willst dich drücken,' sagte die Laut' nüchtern.
Er fuhr auf.
„Könnnt ihr denn so etwas gar nicht verstehen. And du. Lene! Sprich doch auch einmal! Du m u h t doch fühlen, wissen, wie das alles ist, mit ein paar landläufigen Worten kann mau solche inneren Borgänge nicht abtun —"
Fast flehend wendete er ihr sein Gesicht zu. Sie drehte ihr Taschentuch um die Finger, verstört darauf nieberftarrenb.
Er wußte, das war Lilh. Konnte nur Lilh sein! And alles in ihm begann zu toben vor gewaltiger Erregung.
Nicht weil sie schon war und jung — er wußte nicht einmal genau, ob sie schön fei.
Aber von ihrer Hand spann sich ein Schicksals- faben zu ihm hinüber.
Hing nicht von ihrem Wollen allein die Möglichkeit eines Wiedersehens, eines Zusammen- trefsens ab? Kannte er ihren Namen? Ihre Wohnung?
Diese ganze Nacht folgte er dem wippenden, schwarzen Hut über öde Schneefelder und verwehte Felsengrate.
Zuweilen wandte sie den Kopf, und er blickte in ein stilles, weißes Gesicht.
And weiter ging die hoffnungslose, schweigende Jagd bis in den Morgen hinein.
Der Himmel lachte ttistallllar über der "Dell, und die Stadt war ein einziges schimmerndes Meer von Dächern. Heinz badete Stirn und Augen in eiskaltem Wasser und fühlte bann den Winter wie von innen heraus frisch wohltuend über seinen ganzen Körper sich breiten.
Heinz machte sich fertig zum Besuch. Er pfifi leise vor sich hin. Fast war er vergnügt.
Doch in dem kleinen Hotelsalon lag noch die Lust von gestern mit ihrer künstlichen Wärme, dem Geruch feiner blassen blutarmen Blumen, von Kaffee, von Menschenodem.
Die Tante genierte sich nicht vor Heinz, sie Jab in ihrer Morgenjacke da und war noch nicht frisiert.
Lene batig ein rotes Nasenspitzchen und kalte,
die viel schwerer empfundenen moralischen Lasten genommen werden, die die Anwesenheit fremder Truppen bedeuten. "Weiter ist in der Note besonders auf den Gharakter des Saargebietes als Abstimmungsgebiet hinge- toiefen: Die deutsche Regierung mißt diesem Gesichtspunkt ausschlaggebende Bedeutung bei und glaubt, daß ihm gegenüber alle Dinaren- düngen zurücktreten müssen. Mit dem Gharakter eines Wstimmu-Wsgebietes ist es unvereinbar, daß in ihm Truppen einer Macht belassen werden, die an dem Ergebnis der Volksabstimmung interessiert ist. Die freie Willensäußerung der Bevölkerung über ihr endgültiges Schicksal, zu deren Sicherung gerade das für das (Saargcbiet vorgeschene Regime aufgestellt wurde, wäre in Frage gestellt, wenn Truppen eines der Staaten, die eine Anwartschaft auf das Gebiet 'haben, noch Innner mit der Aufrecht- eicha tung der Orb ung in diesem Gebiet betraut würden. Nachdem von oer 15jährigen Frist bis zur Bollsabstimmung bereits mehr als ein Sechstel verstrichen ist. erscheint .der deutschen Regierung die Zurückziehung der französischen Truppen und ihre Ersetzung durch eine örtliche Cendarmerie als eine der dringendsten Aufgaben, die zur Sicherung der freien Abstimmung erforderlich sind.
Ar-ls dem besetzten Gebiet.
Ern Zwischenfall in Oberkassel.
Berlin, 1. Sept. (WTB.) In den frühen Morgenstunden wurden in Oberkassel bei Düsseldorf ein belgischer Posten und ein belgischer Sergeant erschossen. Die Täter sind noch nicht festgestellt. Die Besatzungs- beworben haben sofort eine Untersuchung eingeleitet. Es wurden Haussuchungen vorgenommen. Bisher wurden sieben Personen verhaftet.
Notiz des WTB.: Aus den vorliegenden Meldungen ist über das Motiv der Tat, über die Täter und die näheren llmftänbe nichts sicheres zu ers.h.n Es bedarf ter besonderen Be sicherung nicht, daß der Meuchelmord, wenn ein lolcher begangen wurde, gleichgültig an wem er begangen wird, die schärfste Mißbilligung findet. Eine sofortige Aufklärung liegt nicht nur im belgischen, sondern auch durchaus im deutschen Interesse.
Die Reichsregierung und Bayern.
Berlin, 1. Sept. (WTB.) Im Heber- wachungsausschuß des Reichstages erklärte der Reichskanzler unter Hinweis auf die außenpolitische Lage, nur ein völlig einiges deutsches Volk könne sie überstehen. Die Vereinbarungen mit Bayern werde er loyal durchführen. Den Ausführungen Dr. Rosenfelds (11.) gegenüber erklärte derReichs- kaw'.ler, daß jetzt die Hoheitsrechte der Länder auf das Reich übertragen werden sollen, könnte keinesfalls geschehen. Die Lechensnotwendigkeiten des Reiches seien jetzt in erster Reihe vom politischen Standpunkt aus zu betrachten. Da genüge vollauf das in der Weimarer Verfassung Erreichte. Die Vereinbarungen der Reichsregierung mit ber bayerischen Reg ierung bedeuteten keinesfalls die Aufgabe der Hoheitsrechte des Reiches oder eine Bevorzugung Bayerns gegenüber den anderen deutschen Ländern. ES seien bei Bayern die betreffenden Maßnahmen tm Benehmen mit der bayerischen Regierung vereinbart wotden. Das sei nicht mit einem Äufgeben der Reichsrechte gleichzustellen. Der Reichsjustizminister betonte, daß in den Verhandlungen zwischen der Reichsregierung und der bayerischen Regierung bei aller Schonsamkeit, die man den bayerischen Wünschen zuteil werden lassen wollte, man dennoch in zwei Punkten sich nicht habe ablenken lassen. Erstens habe es die Reichsregierung abgelehnt, die Schranken des Schutzgesetzes durchbrechen zu lassen, zweitens sei jeder Reservat s p o l i t i k energischer Widerstand ge- tleiftet worden. Der Reichsjustizminister be- ^gründete nunmehr in bis ins Einzelne gehenden juristischen Ausführungen diese Ansicht. rCr betonte am Schlüsse, daß bei der Durchführung der Schutzgesetze durch rege persönliche Fühlungnahme zwischen dem Reich und Bayern nach Möglichkeit alle Reibungen vermieden werden sollen. Der Reichs Minister des Innern führte aus: Wir habcn nicht über die Anerkennung, sondern über die Ausführung der Schutzgesetze verhandelt. Die getroffenen Maßnahmen gelten für alle Länder. Ich stelle fest, daß in den schriftlichen Vereinbarungen — und daneben gibt es keine anderen — die Gesetze nicht verletzt sind. ES ist lediglich dasjenige ausführlich festgelegt, was zum Teil schon in den Reichstagsverhandlungen mündlich für
Heinz Güldewin hatte ihr ruhig $u gehört;1 ohne sie mit einer einzigen Silbe zu unterbrechen. Jetzt nahm er ihre Hand: „Nein, Len', du foHtt nicht zum Gespött der Beute werden. Ich heü rate dich, wann du willst. QHit dem letzten Tag, wo es hier zu Ende geht. Richtet die Hochzeit auf den Mai, gleichviel an welchem Datum —
»Heinz!" jauchzte Lene auf. „"Warum nicht! schon vorher? Im Februar oder Qlnfang März?" beharrte die Sant' argwöhnisch.
Das Blut stieg ihm zu Kopf. „Weil es nicht üblich ist, mitten in der Saison Hochzeit zu hal-^ ten 1 Weil ich nicht zum Gespött meiner Leuts werden will!"
Die alte Frau erhob sich und stützte die Hände auf den Tisch, auf dem noch das Kaffeegeschirr stand mit seinen Brot- und Honigresten.
„Das werden wir uns noch sehr überlegen! Klare Rechnung I"
Sie stieß die knöchernen Gelenke mit der umgekehrten Hand befräftigcnb auf die Tischplatte
„(Garantien verlang' ich!"
Er lächelte böse.
„Soll ich es .Ihnen schrifillch geben, Frau Tant?"
Sie sah ihn lauernd von der Seite an. Eine Erleuchtung schien ihr gekommen. i
„Ich will euch etwas sagen! Ihr zwei geht jetzt einmal miteinander spazieren, und ich hab' noch Geschäfte in der Stadt. Heute mittag; sprechen wir uns weiter. Fertig!" schloß sie.
Heinz empfand einen kleinen Schrecken. Furcht,! daß Die Gene sich an seinen Arm hängen könne und versuchen, mit ihm Schritt zu halten, wie sie es in ihrem Dorf getan. Eine kindische Ver- legenheit färbte seine Wangen, aber schon fließ Gene die Hutnadel durch ihren steifen Filzhut,' der nicht recht fitzen wollte, auf dem ordentlich, aber unmodern frisierten Haar.
(Fortsetzung folgt)
Ali son 6er Kommission gebMizkrn Zahlung«- Ä Jd^rnl<6Ln,Ut SUstimmte, sondern sie Jelift vorschUrg hielt der Ministerrat es für angezeigt, sich seine H an d l un g s fr e ihe, t !vorzuchehalten blS zur Inkraftsetzung der ?£me<&nCrn ^d'ngungcn. 3m Einklang mit ^em Gedanken, den der Ministerpräsident in London vertrat beschloß der Ministerrat außerdem, darauf zu dringen, daß sobald w ie mö glich eine Konferenz einberufen werde, zu der alle Verbündeten ohneAus- ngyme hmzugezogen würden, um die Frage der interalliierten Schulden und die Re«parationsfrage in ihrem ganzen Ahnfange zu prüfen.
I Paris, 1. Sept. (WTB.) Wie der „Temps mitteilt, hat der heutige Minister- rat auch noch den Text der Antwort auf die Note von Lord Balfour vom 1. August über die interalliierten Schulden fertiggestellt.
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Paris, 2. Sept. (WTB.) Wie das „Scho ae Paris" mitteilt, hat P 0 i n c a r e gestern den Kammerpräsidenten emp,’angen, wob^i man sich über die Wiedereinberufung des Parlamentes unte.l^aLea hat, die für den 16. oder 17. Oktober in Aussicht genommen ift, i
Ein neuer deutscher Einspruch beim Völkerbund.
Berlin, 1. Sept. (WTB) Die deutsche Regierung hat beim Völkerbund erneut Einspruch gegen die Anwesenheit franzöfi- cher Truppen im Saar gebiet erhoben. Wie wir erfahren, ist in der Einspruchsnote aus- 'geführt, daß die Zahl der französischen Truppen im Saarbecken trotz einer gewissen Verringerung immer noch einige tausend betrage, daß aus den Meldungen über Kasernenneubauten im Saar- becken auf ein längeres Verbleiben der Truppen geschlossen werden müsse, und daß von einem nennenswerten Au bau der gegenwärtig nur 144 Mann umsas e^den örtlichen Genoarmerie nichts bekannt geworden sei. Wie die Note weiter bemerkt, widerspricht dies dem Ver - ailler Vertrag, da nach diesem die Aufrechterhaltung der Ordnung tm Saargebiet nur durch örtliche Gendarmerie erfolgen soll, da für den Schutz von Personen und Eigentum die Regierungskommission des Saargebietes zu sorgen hat, also nicht die Truppen einer fremden Macht, und da es überhaupt mit der Selb- tandigkeit der Verwaltung des Saargebietes unvereinbar ist, wenn eine so wichtige Angelegenheit wie die Aufrechterhaltung der Ordnung im Saargebiet im wesentlichen von den französischen Truppen wahrgenommen wird. Zu den Einwendungen der Regierungskommission. daß eine ausreichende örtliche Gendarmerie hohe Kosten verursache und das Personal dafür schwer anzuwerben sein würde, erklärt die deutsche Note': Die deutsche Regierung weiß diese Schwierigkeiten aus eigener Erfahrung zu würdigen, hätt sie aber nicht für unüberwindlich . und macht darauf aufinerfiam, daß sie selbst auf Grund des gleichen Vertrages, der für das Saargebiet eine örtliche Gendarmerie als einziges Mittel ür die Au.rech eHaltung der Ordnung vorsieht, eine H m g e ft a [ i u n g ihres Heeres hat vomchmen müssen, ohne daß dabei auf die ih.' cntstrh nden Schwierigkeit m und finanziellen Lasten Rücksicht genommen worden toure. Im übrigen kennt die deutsche Regierung die Bevölkerung des Saargebietes gut genug, um fegen M können, daß sie mit Freuden die finanziellen Lasten für die Unterhaltung einer örtlichen Gendarmerie auf sich nahmen wird, wenn ihr dafür
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 2. Sept. 1922.
Die Verteuerung des Zeitungsdruckpapiers.
Lieber die deutsche Presse ist eine neue Teuerungswelle hereingebrvchen. Durch ihr unerhörtes Ausmaß stellt sie alle ihre Vorgänger weit in den Schatten. Dutzende von Zeitungen sind diesem neuen Stoß erlegen, die heute noch erscheinenden Blätter stehejz in schwerstem Kampfe um ihr Dasein. Die Haupt- ursache dieser außerordentlich schlimmen Gestaltung der Wirtschaftslage der Presse ist wieder der Preis des Druckpapiers, der jetzt eine noch nie dagewesene Erhöhung erfuhr.
Das Kilo Zeitungsdruckpapier in Rollen kostete im:
Am nächsten Tage lieh der Direktor einen Anschlag machen, daß geistige Getränke in der Garderobe in Zukunft nicht mehr verabreicht werden dürften, sondern lediglich Tee, Kaffee und Sodawasser.
Nach Schluß der Vorstellung leuchtete Heinz die Welt in strahlendem Weih entgegen. Kein Pserdehus, kein "Wagen hörbar — die Menschen glitteg wie getragen über die lautlosen Flächen und verschwanden in der Tiefe der Nacht.
Es Ivar so kalt, dah die Lust wie aus Millionen (Staubatomen zusammengesetzt schien, die sich in der Ferne zu Nebel verdichteten — zu einem fliehenden Nebel, aus dem die Leiber der Pferde und die verschneiten QBagen in unnatürlicher Vergrößerung tauchten.
Güldewin suhlte seine Brust leicht und frei werden. Er summte: „Am stillen Herd zur .Winterszeit — da Haus uzid Hof mir ein« > geschneit —"
Die Menge hatte sich verlaufen, das Theater t stand dunkel und schweigend da, ein Koloß ohne I Geben.
Güldewin stampfte mit Behagen über den kernig festen, bläulich schimmernden Schnee.
Aber plötzlich sah er vor sich einen schwarzen Schwan schwimmen — er schwamm im Gicht und spinnenden Dunst der Nacht. —
Jetzt hatte er die Erscheinung eingeholt.
Eine sehr elegante, junge Dame in Begleitung > eines Dienstmädchens. Das war sein Schwan, und eine watschelnde Ente dazu.
Still ging er hinter ihnen her, seinen Schritt dem ihren anpassend.
Sein Blick heftete sich mit eigentümlicher Spannung auf die Anbekannte, auf den bei jedem Schritt leise schwankenden und wippenden Hut, der ihn an die Tannenschatten seiner Heimat erinnerte. Im Windesrauschen bogen sich die bläulich dunllen Aeste so -r gerade so - in schwerblütigem Rhythmus über goldenes Wiesen land
And Qtaben flogen auf.
Die „Deutsche Allgemeine Zeitung- verboten.
Berlin, 1. Sept. (WTB.) Der amtliche Preußische Pressedienst teilt mit: Das Ministerium des Innern hat das Erscheinen der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" auf eine Woche verboten wegen eines in der Nummer vom 1. September morgens (Nr. 383) erschienenen, Artikels „Keine Illusionen", und wegen eines in der Abendnummer des gleichen Tages (Nr. 384) erschienenen Ar- tikels „Anannehmbar und AndisLutabel".
„Es ist schon so. Ich will mich dir gewiß nicht aufdrängen. Alle meine Freundinnen haben es mir in voraus gesagt: .Der heiratet dich nie, und noch so viel Geld hat/ And recht haben . ten. Jetzt hast du's Geld und läßt mich sitzen. "Was soll ich beim ein ganzes Jahr noch an» fangen? Ich mag nicht zum Gespött der Leute werden!"
Der Deutsche Zeitungsverlegerveretn, dem auch unser Verlag angehört, hat eS an Hinweisen auf die unerttägliche, vernichtende Gestaltung der Papterpreise und die damit für deutsche geistige Leben verknüpften Ge- n^t kehlen lassen. Er hat sowohl die Oeffentlichkeit, wie auch die Regierungen und die Parlamente fortlaufeill) unterrichtet und gewarnt. Bei dem größten Telle des deutschen Publikums hat er volles Verständnis gefunden. Leider aber ist der erwartete Widerhall bei den regierenden Stellen und den parlamentarischen Körperschaften ausgeblieben. Zwar an schönen Wotten, die ja so blllig sind, hat man es nicht fehlen lassen, und man h<lt auch tm Reichstage ein Gesetz gegen die wirtschaftliche Notlage der Presse geschaffen. Aber, wie für keinen Kenner der Verhältnisse zweifelhaft war ist diese ganze Aktton völlig wirkungslos verpufft. Wie die Dinge heute liegen, hat die Presse auf eine Besserung ihrer Wirtschaftslage durch RegierungsMaßnahme^ vorläufig nicht zu hoffen.
Wenn die Zeitungen unter dem Drucke der Rot jetzt zur weiteren Erhöhung des Bezugspreises schreiten, so mag der Leser sich sagen, daß hierfür nicht etwa Profitsucht der Verleger der Leitgedanke des Handelns ist. Sie ist vielmehr nur eine bittere Notwendig-, kett, die ihren sichtbarsten Ausdruck in der obenstehenden, ziffernmäßigen Nachweisung über die Entwicklung des Druckpapierpreises, findet. In diesem schweren Existenzkämpfe sollte die Presse bei allen Lesern volles Verständnis für ihre außerordentlich schwierige Lage finden; Aeußerungen wie das beliebte, aber gänzlich unrichtige „zu teuer" sollten verstummen gegenüber der wuchtigen Sprache, die die obigen Zahlen- angaüen reden. Immer und überall ist die K der selbstlose und beredte Anwalt teressen der breitesten Oefsentlichkeit gewesen, stets war sie ihren Lesern in allen Dingen Schützerin und Beraterin. So soll und so wird es auch weiterhin sein, wenigstens soweit unser Blatt in Frage kommt. Die Arbeit der Presse tm Dienste des Gemeinwohls und damit auch zum Besten des Einzelnen, sollte bet den Lesern heute mehr als je das Gefühl deSVerpflichtet- seins auslöfen. Heute muß es für jeden Zettungsleser heißen: Treue um Treue, damtt die schwere Zett der Zettungen durch gemeinsame Anstrengungen überwunden wird und die deutsche Presse das bleiben kann, was sie bis auf den heuttgen Tag gewesen ist: ein freies Instrument tm Dienste der Gesamtheit! Jeder unterstütze deshalb die Zeitungen n ihren schwierigen Tagen genau so bereitwillig, tote einst in besseren Zeiten.
Wettervoraussage
für «Sonntag:
Wolkig, bis heiter, vereinzelte Regenschauer, mäßig toarm.
lieber Mitteleuropa lagert ziemlich gleichmäßiger, relativ niedriger Dvuck. Es sind noch einige kleine 'Depressionen zu erkennen, die sich aber langsam auffüllen. Das "Detter wird sich allmählich bessern.


