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Nr. 178
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Dienstag, August (922
172. Jahrgang
GietzenerAnzeiger
1
General-Anzeiger für Oberhessen
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Die Antwort der ei im Ausgleiö
Berlin, 31. Juli. (WTB.) Die heute eingegangene an den deutschen Botschafter in London gerichtete Antwort der englischen Regierung auf die deutsche Rote vom 14. Juli 1922 wegen der Barzahlungen im Ausgleichs- verfahren ist datiert vom 26. Juli und lautet feie folgt:
„Ich beehre mich, den Empfang der Rote Euerer Exzellenz Rr. A 1454 vom 14. Juli zu bestätigen, welche sich auf die Zahlungen bezieht, zu denen Deutschland gegenüber den alliierten Ausgleichsämtern und nach Abschnitt 4 des Teiles 10 aus dem Vertrag von Versailles verpflichtet ist. Die Regierung Seiner Majestät nimmt an, daß eine gleiche Rote an die anderen beteiligten Legierungen gerichtet worden ist und beabsichtigt, die in Ihrer Rote aufgeworfenen Fragen baldigst mit den anderen beteiligten Llächtenzuerortern, um zu gegebener Zeit in Gemeinschaft mit den anderen alliierten Mächten der deutschen Regierung ihre Antwort zu er» teilen.'
Keine Ablehnung Der französischen Forderungen.
Berlin, 1. Aug. Rach Len Morgen blättern Hot das Reichskabinett gestrrn den Wortlaut der Antwortnote an Frankreich f e st g e st e l l t. Die Rote wird h.utt dem französischen Ministerpräsidenten überreicht und dann veröffentlicht werden. Die Reichsregierung nimmt in ihrenr Antwortschreiben keine positiv ablehnende Antwort ein, sondern erklärt vor allem, dah nach ihrer Auffassang die Frage der AaS- gleichszahlungerr von Len in Betracht kommenden CRegter ungen gemeinsam behandelt werden müsse und die Reparationsfrage von frei: Behandlung der Aasgleichs z a hla nge n nicht getrennt werden könne. ।
Im Zusammenhang mit der ablechnendsn Antwort der französischen Regierung a.'.s 'das Gesuch Deutschlands, die aus dein Clearing-Vorfahren erwachsenden Kosten h-erabzusetzen, stellt der „Vorwärts" fest Latz der Gesamtbedarf Deutschlands an Golddevisen auch ohne Reparationsleistungen, ohne Besatzungstoster. und die Kosten für das Ausgleichsverfahren dir, Einnahmen Deutschlands an Golddevisen übersteigt. Allein durch die Gestaltung Dfer Handelsbilanz ist die de rische Zah« lungsbilanz heute mit mindestens einer Milliarde Gwldmark passiv.
Lloyd George und Poincars.
London, 31. Juli. (WTB.) Reuter erfährt, dah Lloyd George Poincare eingeladen hat, sich mit ihm am 7. August in London zu treffen. Lloyd George schlage vor, die Beratungen auf die Reparationsfrage zu beschränken. Es heißt, dah auch Italien und Belgien eingeladen werden sollen, Vertreter zu entsenden.
Paris, 31. Juli. (WTB.) Havas meldet aus London, dah der Zeitpunkt der Begegnung zwischen Poincars und Lloyd Peorge noch immer u n b e st i m m t fei und in hohem Grade davon abhänge, dah die italienische Mini st erkrise bald eine Losung finde. Man hält es für wahrscheinlich, dah die Besprechungen in der zweiten oder sogar in der dritten Augustwoche ausgenommen werden. — Gleichzeitig meldet die Agentur aus London, dah zwischen England und Frankreich eine Verständigung über die zum Schutze der Neutralität Konstantinopels einzunehmende Haltung erzielt worden sei. Man glaubt übrigens, ein weiteres Eingreifen der Alliierten vermeiden zu müssen. In der Downing Street sei man heute vormittag der Ansicht gewesen, dah eine militärische Demonstration der Griechen gegen Konstantinopel höchst unwahrfcheinllch fei.
Der Bericht des Garautieausschusses.
Paris, 31. Juli. (WTB.) Havas meldet offiziös, dah im Gegensatz zu den Blättermeldungen der letzten Tage das Garantie- k 0 m i t e e den Wortlaut seines Berichtes über die deutsche Finanzlage und zweckmäßige Ab- hllfsmahnahmen noch nicht endgülttg festgesetzt hatte. Das ziemlich umfangreiche Schriftstück werde also frühestens morgen, Dienstag, der Reparativnskommission übergeben werden. — Der „Temps" behauptet, dah der Bericht des Garantiekvmitees keinen Plan zur Sanierung der deutschen Finanzen enthalten werde. Der erwartete Bericht solle lediglich die bereits veröffentlichten Texte und besonders das Memorandum erläutern.
Lord Grcy's Rede.
London, 31. Juli. (Wolfs.) Den Blättern zufolge sagte Lord Grey in seiner gestrigen Rede in Newcastle noch, wenn der Friede in der Zukrnft gesichert "werden solle, könnte ein Patt geschlossen werden. Zunächst müsse Frankreich gegen euren deutschen Angriff Sicherheit g'geken werden, aber dies in einer Form, die anderen Aatio-nen die Teilnahme an dem Pakt» ermögliche. ($£ sei nicht genug, zu Frankreich za sagen, dah ihm gegen einen deutschen Angriff Sicherheit gegeben werde, auch De lischlano müsse ge- tdgt werden, wenn es seine vertragliche 1 Verpflichtungen erfülle, es gegen einen Angriff von außen her Sicherheit erhalte.
Regierung
„Gegen den Krieg".
London, 31. Juli. (Wolff.) Der gestrige Tag stand im Zeichen der groben Kundgebungen gegen den Krieg, die in London, Birmingham,, Liverpool, Manchester und über hundert anderen Städten und Dörfern Großbritanniens veranstaltet wurden. In London bewegten sich nachmittags vierzig große Demonstrationszüge, bestehend aus religiösen und Arbeitervereinigungen, ehemaligen Kriegsteilnehmern, Frauenvereinen usw. mit Fahnen und Dannern unter Vorantritt von Musikkapellen von verschiedenen Punkten der Stadt nach dem Hydepark. Dort waren zwölf grohe Rednertribünen errichtet, von denen etwa sechzig Redner, darunter elf ausländische, Ansprachen hielten. Unter den Rednern befand sich der belgische Senator Lafontaine, der Präsident des in der letzten Woche in London abgehaltenen Friedenskongresses, ferner der Vorsitzende des ständigen Ausschusses des internationalen Friedenskongresses Fred Maddison, Llewilyn, Williams und Fräulein Snowden. Letztere trat in ihrer Rede besonders für den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund em. Die Teilnehmer an der Äunhgebung nahmen schließlich eine Entschließung an, in der den in anderen Ländern veranstalteten ähnlichen Kundgebungen die Sympathie ausgesprochen und das Gelöbnis gegeben wird, mit allen zusammen- zuarbeiten und einen Zustand herbeizuführen, der einen neuen Krieg unmöglich mache. Ferner wird in der Entschließung die Verständigung der internationalen Organisationen zur Beseitigung der Kriegsursachen befürwortet und ein internationales Zusammenwirken und internationale Solidarität gefordert. Den Blättern zufolge handelt es sich um eine der größten je in London veranstalteten Kundgebungen.
Das Sinken der ungarischen Krone.
Budapest, 31. Juli. (WTB.) In der Nationalversammlung hat sich heute Finanzminister Kallah mit dem Kursrückgang der ungarischen Krone befaßt. Er sagte u. a.: Diese Erscheinung wird durch keinerlei innere Verhältnisse gerechtfertigt, und weder der Zustand des Staatshaushalts, noch die allgemeine Wirtschaftslage oder die Lage des Außenhandels und der Industrie würden hierfür eine annehmbare Erklärung liefern. Es muh daher angenommen werden, daß dies eine Folge des Kursrückganges der deutschen Mark ist, was wiederum auf die Reparativnspolitik der Entente zurückgeführt wttd. Das Re- parativnssystem, so wie es in den Friedens- verttägen niedergelegt wurde, brachte es zu Wege, daß der Kurs der deutschen Mark unter einen Centtme sank. Es ist jedoch ganz bestimmt, daß die Gesetze des Staatshaushaltes und der Bolkswtttschaft nicht ungestraft außer Acht gelassen werden können. Es ift auch gewiß, dah wir vollständig unfähig sind, Wiedergutmachung zu zahlen.
Wieder ein Kabinett Faeta?
Rom, 31. Juli. (Wolff.) Der König hat heute früh de Facta empfangen. Es wird versichert, daß er ihm die Bildung des Kabinetts angeboten habe. De Facta hat sich seine Antwort darauf Vorbehalten. In parlamentarischen Kreisen verlautet, daß de Facta trotz geringer Neigung die Aufgabe nicht ablehnen wird, um die gegenwärtige Lage zu klären. Der Versuch Factas wird als sehr schwierig bezeichnet, da noch tiefe Gegensätze die politischen Parteien trennen. Aber er habe wenigstens die G e n u g t u u n g, aus den Ereignissen zu erkennen, daß die gegen ihn gerichtete Stimmung der Kammer und die gegenwärtige Krise gänzlich ungerechtfertigt war. Wenn es, wie man glaubt, zur Entscheidung kommen sollte, wird Facta, wie man als sicher annimmt, das Kabinett mit den Demokraten, der katholischen Volkspartei und der Rechten unter Beibehaltung mehrerer bisheriger Mitarbeiter und des früheren Programms bilden.
Erörterungen des englischen Unterhauses über das Vorgehen Griechenlands.
London, 31. Juli. (WB.) Im Nnter- Hause erklärte Lloyd George auf eine An-' frage, am 29. 7. habe der englische diplomatische Vertreter in Athen eine griechische Rote empfangen, die sich auf die Beseh rng Konstantinopels durch die griechischen Truppen beziehe. Am gleichen Tage habe der britische Vertreter in Athen entsprechend den aus London eingegangenen Instruktionen die griechische Regierung vor den ernsten Folgen gewarnt, die ein derartiger Schritt nach sich ziehen würde. Der griechische Minister des Auswärtigen gab darauf die bestimmte Versicherung ab, daß die griechischen Streitkräfte keinesfalls ohne Erlaubnis de» Alliierten in die neutrale Zone einrüden würden. Diese Zusicherung fet seither nochmals bestätigt worden. Die Ha.rdiuogs- weise der griechischen Regierung sei offenbar auf den Wunsch zurückznführen, die Regelung der Orientfrage zu beschleunigen. — Auf etne Anfrage, ob Aussicht dafür bestehe, daß alle Signatarmächte des Vertrages von Sevres bald
möglichst zu einer Konferenz zusa-mmenber r fen würden, erwiderte Lloyd George, eine derartige Konferenz sei gegenwärtig nicht in Aussicht genommen. Die britische Regierung habe im Augenblick nicht die Absicht, ehre Konferenz der an der Orientfrage interessierten Mächte cinzuberufen. Dagegen sei eine Zusammenkunft der interessierten Hauptmächte und der Regierung von Athen, Konstantinopel und Angora in Aussicht genommen. — Als Kenworthy fragte, ob die britische Regierung der griechischen Regierung deutlich gesagt habe, daß der Versuch, einen unabhängigen Staat im Bezirk von Smyrna zu errichten, von den Mächten nicht geduldet werden würde, erfolgte hierauf keine Antwort.
London, 31. Juli. (WB.) Der Londoner Korrespondent des „Manchester ©uarbian“ meldet, daß die Erörterung der Reparationsfrage im ülnterhause am Donnerstag und nicht, wie der „Döily Telegraph" meldet, am Mittwoch stattfindet.
Französische Stimmen.
Paris, 31. Juli. (WTB.) Der „Temps" schreibt zur Lage im Rahen Orient, König Konstantin würde einem gemeinsamen Ersuchen oder einer gemeinsamen Aktion der Entente um so leichter folgen, als dieser Fall höherer Gewalt nach außen hin seine Verantwortung leichter machen werde. Wenn dagegen die Ententemächte nicht gleicherweise zum Handeln entschlossen wären, würden König Konstantin und seine .Umgebung versucht sein, ihnen die Spitze zu bieten, oder es dürfte doch ein Teil der öffentlichen Meinung ihnen vielleicht den Rat geben, Widerstand zu leisten. Der einfachste und wirksamst durchführbare Kollektivschritt wäre die Blockade der griechischen Häfen für den Fall, dah die griechische Regierung, sei es durch Verzicht auf ihre kleinasiatische Politik, sei es durch Herabsetzung ihrer Heeres- stärke in Thrazien und die Zurückziehung ihrer Truppen aus einer gewissen Entfernung von der neutralen Zone, ein Rachgeben ablehnen werde. Die Ententemächte haben nicht nur das Recht, man kann sagen, dah sie sogar die Pflicht hätten, die griechischen Häfen zu blockieren. Sie sind die Herren des Meeres, da sich unter ihnen England beimbet. Sie haben die Äeberwachung der Meerengen übernommen. Das schließt ein, daß sie in der Lage und gewillt sind, die Durchfahrt freizuhalten und hen Frieden im Orient zu wahren. Die Griechen formen nicht mehr in Kleinasien ober auch nur in Thrazien operieren, sobald man ihre Seeverbindungen bedroht.
Das „Journal des Debats" stellt fest, daß alle in den letzten vier Monaten unter« nommenen Bemühungen um den Frieden einen Mißerfolg gehabt hätten. Das Blatt sagt weiter, man sei nicht gegen einen regelrechten Orientkrieg gesichert. Die Kema- listen würden nicht verfehlen, ihrerseits nach den Meerengen vorzustohen. In welche Versuchung aber würden die Bulgaren geraten! Es muh also jetzt unmittelbar gehandelt werden. Seit vier Jahren sind die verbündeten Regierungen noch immer zu spät dazwischen getreten auf allen Gebieten und bei allen Fragen, vor die sie gestellt wurden. Das ist die Hauptursache des allgemeinen Wirrwarrs. Wenn die Staatsmänner noch einmal in ihrer Schwäche beharren, werden sie eine schwere Verantwortung auf sich nehmen. Wir hoffen, dah die englische Regierung, auf deren Gefälligkeit Konstantin und seine Minister vielleicht gezählt haben, es sich angelegen sein läßt, durch die Tat zu beweisen, dah sie auch in passiver Form nicht eine unsinnige Politik begünstigt. Ihre Ehre steht auf dem Spiel.
/ Aeutzerungen des Generals Townshead.
London, 31. Juli. (WTB.) Reuter meldet aus Konstantinopel: General Tow nS- h e a d hat Angora verlassen, um nach London zurückzukehren. Der General sprach der Nationalversammlung seine Dankbarkeit für den herzlichen Empfang aus und sagte, er habe gesehen, daß die Türkei stark und tatkräftig sei. Der Zweck seiner Peise sei gewesen, in privater Eigenschaft für die Wiederherstellung des Friedens zu wirken. Sein Besuch sei von Erfolg gekrönt. Der General bemerkte noch, er sei überzeugt, dah ein baldiger Friede möglich sei, wenn die Griechen unverzüglich Klein- asiest räumen und an die Türkei zurückgeben würden. Alle anderen Punkte würden leicht zu regeln sein, aber die Türkei wolle einen ehrenvollen Frieden. Wenn die Friedensverhandlungen fehlschlügen oder aufgegeben würden, so würde eine ernste Lage entstehen.
Vanderlip über die Lähmung des britischen Aktionsgeiftes.
Berlin, 31. Juli. Frank Vanderlip sandte, wie den Blättern aus München berichtet wird, zum Abschluß seiner Europafahrt einen ausführlichen Kabelbericht über seine Eindrücke an neunzehn der größten Zeitungen der Vereinigten Staaten. Es sei daraus folgendes wiedergegeben: Der Gewaltftiede wurde in Paris geschlossen. Dieser Friede entbehrt jedes Awms von Gerechttgkeit und jener Hoffnung auf Brüderlichkeit, von der Wllson träumte. Warum stellt England nicht ein Programm für den Wiederaufbau Europas auf und drückt es dann durch? Was ich für den wahren Grund der Halblähmung des britischen Aktivnsgeistes halte,
das gab mir den größten Schlag von allem, was ich in Europa kennen lernte, nämlich: Bulldoggengland hat Angst vor den 2700 französischen Flugzeugen, Bulldoggengland hat 800 000 verschiedene Gründe für seine Furcht vor der ftanzösischen Heeresmacht.
Bayern und das Reich.
München, 31. Juli. (Wolff.) Wie die „Münchener Zeitung" hört, dürfte die Entscheidung über den Inhalt der Antwort der bayerischen Regierung auf den Brief des Reichspräsidenten heute noch nicht, sondern wahrscheinlich erst am Mittwoch fallen. An anderer Stelle schreibt das Blatt, dah die Frage der Erweiterung der Aegierungskoalitton in Bayern durch den Eintritt der deutschnationalen und der deutschen Volkspartei neuerdings in ein akutes Stadium zu treten scheine. Anzeichen dafür seien vorhanden, daß man sowohl bei der Mittelpartei, als auch bei der bayerischen Volkspartei wenigstens einem Teile der maßgebenden Kreise auf eine baldige Lösung dieser Frage lege Der badische Staatspräsident in München.
München, 31. Juli. (WTB.) Die Kor- respvndenz Hoffmann meldet amttich: Der badischeStaatspräsidentDr.Hum- m e l ist heute vormittag in München einge- trvffen. Es handelt sich um einen privaten Besuch, der schon vor längerer Zeit angekündigt worden war und in keinem Zusammenhang mit der Ministerpräsidentenzusammenkunft in Bruchsal steht.
Staatspräsident Hummel wird die Gewerbeschau besichtigen und sich zu privaten Zwecken auch nach dem bayerischen Oberland begeben.
Aus dem Reiche.
Die erste Verhandlung des StaatsgerichtShofS.
Leipzig, 31. Juli. (WTB.) Die erste Verhandlung des Staatsgerichtshofes zum Schutze der Republik findet unter dtzm Vorsitz des Senatspräsidenten Schmidt, des Leiters der KriegSbeschuldigten- prozesse, am 10. August statt. Als Richter nehmen tell: Die Reichsgerichtsräte Riedner und Dr. Baumgarten sowie außerdem der frühere Reichskanzler Fehrenbach und die Reichstagsmitglieder Hermann Zaeckel und Erkelenz. Verhandelt wird zunächst gegen den Archivar Karl Lamn -- Füssen und Genossen den Kaufmann Julius Mengert-Rürn- berg, Kapitän Eduard Geerken-Hamburg, den Kaufmann Georg Buehler-Oppurg den Studenten Manfied B a ch e r e r-Heidel- berg und Genossen und den LandwirtschaftS- eleven Rudolf Z i e p k e - Greifswald.
Ein sozialdemokratischer Parteitag für Groß- Berlin.
Berlin, 31. Juli. Gestern hat ein sozialdemokratischer Parteitag für Groß-Berlin stattgefunden. Es wurde eine Entschließung angenommen, in welcher die Bildung der zwischen den Frakttvnen der SPD. und ASP. zustandegekvmmenen Arbeitsgemeinschaft gebilligt und die Hoffnung ausgesprochen wird, daß es bald gelingen möge, die der organisatorischen Wiedervereinigung der beiden sozialistischen Parteien etwa noch im Wege stehenden Hindernisse hinwegzuräumen. Dagegen wttd jede Gemeinschaft mit der kommunistischen Partei abgelehnt uyd auf das Entschiedenste ein Zusammengehen mit einzelnen kleinen Bezirken und Gruppen verurteüt.
Beschränkung deS Lnftfahrzeugbaues.
Berlin, 1. Aug. Wie die Morgenblätter berichten, stimmte der Reichstag S- ausschuß für die Ausführung des Friedensvertrags gestern dem Entwurf der Besttmmungen zum Gesetz über die Beschränkung des Luftfahrzeugbaues zu. Diese bereits vom Reichsrat genehmigten Bestimmungen erreichen durch die Zustimmung des Ausschusses Gesetzeskraft. Die Leistungen sehen die Zahlung einer Summe von 150 Millionen Mark an den Verband Deutscher Luft- fahrzeug-Industtieller vor. Mit dieser Zahlung sollen alle Ansprüche gegen das Reich auf Grund des Gesetzes über die Beschränkung des Lnftfahrzeugbaues abgegolten sein.
Zeitungsverbote.
Berlin, 1. Aug. Das Oberpräsidium der Provinz Hannover hat den Blättern zufolge auf Grund des Gesetzes zum Schutze der Republik das Erscheinen des „Bielefelder Kreisanzeigers" für die nächsten drei Nummern verboten. — Der „Ostfrie - fische Generalanzeiger" in Leer ist auf 14 Tage verboten worden.
Aus Hessen.
Aus dem Finanzausschuß.
rm. Darmstadt, 31. Juli. Der Finanz- aus schuh des Landtages erledigte heute tn zwei Sitzungen am Vor- und Nachmittag zunäOk, etne ganze Reihe von Regiwrnasvorlasen, dtt aP


