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'0>g. Dtegerwald (-3-) ist von der Slot* Ävendigteit durchdrungen, die Ernährung des Volkes durch die ©etreibeumlage zu sichern, bat aber andererseits volles Verständnis für das Streben der Landwirtschaft, aus der Zwangs­wirtschaft herauszukommen. Brauchbare Wege zur Sicherung der Vollsernährung hat aber die Land­wirtschaft nicht gezeigt. Wenn es möglich wäre, eine Drvtreserve von zwei Millionen Tonnen Getreide zu schaffen, wäre ich der Erste gewesen, der für die freie Wirtschaft gestimmt hatte. Auch die übrigen Teile der Devöllerung müssen Opfer für die Allgemeinheit bringen. Bon der Landwirt­schaft allein werden sie also nicht verlangt. Was dos Zentrum im Ausschuh erreicht hat, hat dem Gesetz eine Form gegeben, die sich vor der Land­wirtschaft sehr wohl vertreten läht.

Abg. Dr. Hertz (11): Das wichtigste Nah­rungsmittel der freien Wirtschaft zu überlassen, wäre ein unerträglicher Zu stand und gewiß er- mahen eine Belohnung für jeden Mord aus den Bechen der Rechten. Wenn man sieht, wie die Landwirte bei ihren Vergnügungen mit den Tauscndmarkscheinen he.umwer e >, be'ommt man ein Bild davon, wie es mit der Rot der Land­wirtschaft aussieht. Dem Kompromiß haben wir zugestimmt, weil wir nicht durch das Scheitern Der Umlage die Geschäfte der Rechten besorgen Lwllten.

Abg. Lang (Dayr. Vp.) beäntragt Beschrän­kung der Umlage auf zwei Millionen Tonnen.

Abg. Rauschmahr (Bayr. Bb.).lehnt die Umlage ab, weil die Interessen der kleinen Dauern nicht genügend gewahrt seien.

Abg. Könen (Komm.) lehnt den Komprv- Mihantrag als eine Liebesgabe für die Groß­agrarier entschieden ab und erklärt, die Freunde der freien Getreidewirtschaft mühten ins Zucht­haus, mindestens aber vor den Staatsgerichts Hof gestellt werden.

Ernäh.ungsminister Dr. Fehr schildert die Umnöglich4eit, angesichts des jähen Sturzes der Mart jetzt Mr freien Wirtschaft überzugehsn. Im Vorjahre habe die Regierung unter anderen Ver­hältnissen gegen den schärfsten Widerstand der Kontinenten begonnen, die Zwangswirtschaft ab- zubauen. Jetzt müsse sie gegen den Widerstand j Dey Produzenten an der beschränkten Zwangswirt­schaft sesthalten, zumal die Ernteaussichten dies- | mal weit schlechter seien als im Vorjahre. Ich bitte dringend, die Vorlage nach dem Kompromiß- antrag auzu nehmen.

Abg. Dr. Heim (Bayer. Vp.) sieht in dem Gesetz ein Unglück, will aber, wemt er auch gegen die Umlage stimme, nicht der von gewisser Seite eingelegten Agitation folgen, die Umlage zu sabo­tieren.

In der Abstimmung wird nunmehr der Kvm- promihantrag zu Paragraph 1 gegen die Stim­men der Rechten, der Kommunisten und der Baye­rischen Dollspartei angenommen. Demgemäß bleibt es bei der im Vorjahre festgesetzten Um» lagern enge von 21/? Millionen Tonnen.

Zu tz 2 über die von der Umlage freiblei­bende Fläche beantragt Abg. Körner (Dntl.), für Gegenden mit Mißernte die Umlagefläche ent­sprechend herabzufetzen.

.Abg. Böhm (Dem.) will die Freilassmigs- grenze auf 10 Hektar festsetzen. Nachdem Mi­nister Fehr um Ablehnung des Antrages Böhm gebeten hatte, wird der Antrag unter Ablehnung alKr Abänderungsanträge in der Ausfchuß- fassung angenommen. Demnach bleiben Betriebe bi8 zu fünf Hektar von der Umlage frei. Die Versorgung mit billligern Brot soll nur auf An­trag eintreten, und es sollen davon diejenigen Personen ausgeschlossen sein, deren Einkommens- Verhältnisse ein Bedürfnis dazu nicht erkennen lassen. Hinsichtlich der Preisregelung wird be­schlossen: Der Preis für das erste Drittel der Umlagemenge beträgt für Roggen 6 900 Mark, für Weizen 7400 Mark, für Gerste 6700 Mark, für Hafer 6600 Mark je Tonne. Für das zweite und dritte Drittel der Umlage seht die Reichs- regietung die Preise nach Anhörung eines Aus- fchrsses fest. Der Ausschuß besteht aus 20 Mit­gliedern, von denen je fünf aus dem Volkswirt- schaftsausschuß des Reichsrats zu wählen sind, während fünf aus Kreisen der Landwirtschaft und fünf aus Kreisen der Verbraucher vom Reichsernährungsminister zu berufen sind. Der Rest der Vorlage wird in der Ausschuhfassung angenommen.

Um 10 Uhr vertagt das Haus die dritte Be­ratung aus Samstag vormittag 11 Uhr. Außer­dem : Kleine Vorlagen.

Vermischtes.

' Ameisengefahr in London. ($tn furchtbarer Feind bedroht London, and die Zei­tungen erheben drängende Warnrufe. Dieser ge- fah.'liche Gegner, d.sten Bordri -gea man fürchtet, ist die argentinische Ameise, die mit 'Sananen unh Tomaten aus Madeira eingeschleppt wurde, sich infolge des heißen vorigen Sommers udn der diesjährigen Hitze rasch vermehrt hat und mm in großen Schwärmen die Londoner Wohnungen bedroht. Die argentinische Ameise frißt alles, was ihr in den Weg fommt; sie tötet sogar Kinder, indem sie in das Ohr schlafender Säuglinge dringt, das Trommel- selll durchbeiht und so ins Gehirn gelangt. In Amerika sind bereits mehrere Kinder auf diese Weise getötet worden. Das gefräßige Tier, das aus Argentinien stammt, dann nach Mexitt, und in die Bereinigten Staaten einwanderte und auf Madeira, wo es mit Waren eingeschleppt wurde, die furchtbarsten Verwüstungen angerichtet hat, vermehrt sich In England in beängstigender Weise, und es müssen daher rasch alle Maßregeln zur Vernichtung dieser Geißel ergriffen werden, be­vor unnennbarer Schaden angerichtet worden ist.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Sonntag, den 2. Juli, 3. n. Trinitatis.

.Sn der Stadtkirche. Dorrn 8 Uhr, zugl. Christenlehre f. d. Reukonfirm. aus der Markus- gemeinde: Pfarrer Becker. Vorm. 9i-'3: Pfarrer Mahr Vorm. 11: Kinderkirche für die Matthäus- gemeinde: Pfarrer Mahr. -- Montag, den 3. Juli,

abends 8 Uhr: Bereinigung der konfirmierten männlichen Jugend, Dienstag, den 4. Juli aböd. 8 Uhr: Bereinigung der weibl. Jugend, jedesmal öcr Matthäusgemeinde. Dienstag, den 4. Juli, abends 8 /o Ubr: Heljerversammlung d. Männer­und ;5rauent>ereinißung der Matttzäusgemeinde. Dienstag, den 4. Juli, abends 8 Uhr: Ver° einigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Markusgemeinde. Donnerstag, d. 6. Juli, abends 81/3 Uhr: Zusammenkunft des Frauen­vereins der Markusgemeinde.

In der Iohanneskirche. Vorm. 8Uhr, zugl. Christenlehre für die Reukonfirmierten aus der Iohannesgemeinde: Pfarrassistent Müller. Vorm. 9V?: Pfarrer Bechtolsheimer. Vorm. 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde: Pfarrer Bechtolsheimer. Abends 8: Bibelbesprechvng im Iohannessaal: Pfarrer Becker.

W i e s e ck. Sonntag, 2. Juli, vorm. 8Vz: Christenlehre (konf. männl. Jugend). 91/9 Gottes­dienst. 103/;<: Kinderkirche. Abends 8: Singabend für Frauen und Jungfrauen in der Kirche: im Anschluß Versammlung des Frauenvereins. Mittwoch. 5. Juli, abends 8: Spielabend der Iugendvereinigung (männliche Abteilung) im Freien. Donnerstag, 6. Juli, abends 81/2: Mädchenabend.

Sonntag, den 2. Juli, vorm. 10: Kirch­berg. 11: Christenlehre für die konfirmierte männliche Jugend. Aachm. P/3: Staufen­berg. Aachm. U/3: Lollar.

Katholische Gemeinde.

Samstag, den 1. Juli, nachm. 5 Uhr und abends 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Deichte. Sonntag, den 2. Juli. 4. Sonntag nach Pfing­sten. Vorm. 61/3; Gelegenheit zur Hb Deichte. 7: Hl. Messe. Kommunion der Manner und des Koth. Kaufmann. Vereins. 8: Austeilung der hl. Kommunion. 9: Hochamt mit Predigt. 11: Amt mit Predigt. Michmi. 2Vz: Christen­lehre, darauf Andacht. Abends 8: Aloisius- andacht. Freitag norm. 6/8 Uhr ist Segens-- messe.

Kalb. Gottesdienst. 2. Juli. Lich, vorm. 8V2 Uhr. Hungen entfällst. Laubach 10 Uhr norm.

SanfceL

Berlin, 30. Juni. Am Devisenmarkt führte die Anschauung, daß eine leichte Ent­spannung dep innerpolttischen Lage in Aussicht stehe, zu einer geringfügigen Abschwächung bei ruhigem Verkehr. An oct Mittagsbörse setzte sich aber eine entschieden neuerliche Aufwärts- bewegung angeblich auf den ungünstigen Ein­druck der gestrigen Rede Poinearss durch.' Der Dollar stieg schon in der ersten Dörsenstunde über 3741/2. Das Geschäft war zeitweise erregt. Am Qtffeftenftiartte herrschte vollständige Lust­losigkeit. Industriewerte waren wenig und un­gleichmäßig verändert. Hervorzuheben ist die Steigerung der Felten u. Guilleaume-Mien um 42 Prvz., die aber später nicht aufrecht erhalten wurde. Bankaktien waren schwach behauptet. Schiffahrtswerte waren fest gehalten. Auslän­dische Renten schwächten sich mäßig ab, während Deutsche Anleihen gute Haltung bekundeten. Preußische Kvnsols gewannen Bruchteile eines Prozents. Interesse bestand lediglich für Petro- leumwerte, die auf Meinungskäufe ihren Kurs­stand verbessern konnten. Ferner wurden Schau- iungaftien etwas hoher bezahlt in Erwartung baldiger Regelung der AbfindungsangelLgenheit.

Frankfurt a. M, 30. Juni. Dörsen- stimmungsbild. Die ©trmmung art der heu­tigen Börse war etwas freundlicher, doch bliev die Umsatztätigteit auf allen Gebieten eng be­grenzt, Auch der Devisenmarkt lag im wesent­lichen ruhig. Der Dollar schwankte zwischen 365 bis" 362 bis 372. Im freien Verkehr wurden Deutsche Petroleum mit 2150 bis 2175 gehan­delt, sonst hielt sich das Geschäft auf diesem Gebiet in sehr engen Grenzen. Bxmz 435. Mon­tanaktien lagen teilweise etwas fester. Die füh­renden Aktien erhöhten sich »durchschnittlich .im 5 bis 25 Prozent. Elekrrizitätspapiere gaben mäßig nach. Chemische Aktien waren etwas be­lebter bei teilweise festeren Preisen. Zucker^ fabrikaktien lagen fest. Am Kassamarkt der In­dustriepapiere war der Verkehr nur in einzelnen Papieren etwas angeregter. Im Verlaufe Wirde die Haltung schwankend, blieb jedoch vorwiegend behauptet. Privatdiskont 43/* Prozent.

Frankfurt a. TL, 1. Juli.

Börsenkurse.

Frankfurt Berlin

Schluß- 1-Uhr- Schluß- Ans.- Kurs Kurs Kurs Kurs

Datum: 29.5. 35.6. 29.6. 30.6.

5°/o Dtsch. Kriegsanl. 77,50 77,50 77,50 77,50

4"/°Dtfch. Reichsanl. 105, - 104, - 105,10 105 50

3°/ Dtsch. Reichsanl. 149,75 ISO - 151, - 151,-

4e/0 Preuß. Konsols 81,50 81,75 82,25 83.-

Hamburg-Paletf.. . 398 - 4 0.- 392,- 396,-

Rorddeutscher Lloyd 296,50 293, 290, 288,

Eomm.u.Privatbank 292, - 29 z, 295,» 294,-

Darmstädter Bank . 2»2,-- 281, 284,- 283, -

Deutsche Bank . . . 500, 490, 506, 500,

Disconto-Gesellschaft 409,- 409,- 410,- 410,- Dresdner Bank. . . 306,-» 306, 310, 310, Mitteld. Creditbank. 246,- 248.50 248,2a 249,50 ^lationalbank s. D.. 285.- 281,*. 283, n.

Doch. Gußstahlwerke. 1075, 1055,

Bud.«Eisenw.»Akt. 555,- 555, 535, 525, D.-Luxemb. Vergw. 95a, 963, 952, 945, Gelsenkirch. Bergw.. 1003, - 995, 1005,- 995, Harpener Bergbau. 1770,- 1780, 1776, 1784, Oberschl. Eijenb815,- 840,- 814,- 829,- Oberschles. (Sifeninö. 685,- 670,- 576,- 564,- Phönir-Vergb.'A.tt. 1150,- 116?,- 1141,- 1130,- Vad.Anilin-u. Soda 720,- 725,- 718,- 724,- Höchster Farbwerke. 637,- 645,- 630, Gt5, Allg. Ei.ektr.-Ges. . . 648,- 639,- 633,- 624,- Felien L Guilleaume 670,- 680,- 678,- 700,-

Schuckert-Werle. . 625,- 630,- 635,- 628,-

Adlerwerke 439, - 425, 410,- 425, !

Daimler . 3j6,50 398,- 391, 338, i

4°»Hess. Staatsanl. 78,10 79,50 79,10 75,- :

Electron Griesheim 760,- 770,- 770,- 772,» I

Dtsche. Dereinsbank 18u. 175,- *,«,-» I

Berliner Devisenmarkt.

Datum:

Amstd.-Rvtterd. Brüssel-Antw. . Ehristiania . . . Kopenhagen . . Stockholm. . . . HelfingsorS. . . Italien London Reuyork Paris Schweiz Spanien Deutsch-Oesterr, Prag Budapest.... Buenos Aires . Bulgarien . . . Japan Rio de Janeiro

Geld Dri 29. Juni.

13982 50 14017,50 2926,30 2933/0 5907,bC 5-»22 40 7300 23 7819,80 9388,25 9411 75

820,95 828,05 1717,85 1722,15 1610,45 1614,55

3i4,03 374,97 308 10 3098,30 7036,16 7052,85 5732,80 5747,20

'88 1,92

702,60 704,40

36, - 36,10 131,32 131,67

235,70 236,30 177, - 17ä,-

5018,- 5032,-

?f Geld Brief

30. Juni.

14382,- >4418,»

2971,25 2978,75

6137,30 6152,70

8014,95 8035,05

9617,95 9642,05

851,90 854,10 1747,80 1752,20 1)52,50 1657,10

3? 4,03 374,97

3121,05 3128,95

7091,10 7108,90

5802,70 5ol7,30

1,95 1,99

715,10 716,90

36,25 36-35

134,07 134,12

247.65 248,35

179,50 180,50

5118,- 5132. -

Marknotierungen.

Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Datum: 1.7.14. 29.6. 20.6.

Zürich Fr. 125.40 1,42 1,41

Amsterdam Fl. 59.20 -.70 -,69

Kopenhagen Kr. 88.80 1,31 1,27

Stockholm Kr. 88.80 1,10 1,08

Wien Kr. 117.80

Prag Kr. 117.80 22,11

London . Sh. 97.80 1,42 1,65

Reuyork $ 23.80 -.27 -,26

Paris Fr. 125.40 8.26 3.20

Züricher Devisenmarkt.

29. 6. 1. 7.

Wechsel auf Schweizer Franken

Holland 100 Fl. = 202.10 202.75 Deutschland 100 Mk. =» 1.43 1.395

Wien 100 Är. = 0.027 0.02?

Prag 100 Kr. --- 10.10 16.10

Paris 100 Fr. ---- 44.10 44.15

London 1 £ <= 23.27 23.27

Italien 100 2. --- 2».7O 24.70

Brüssel 100 Fr. = 41.75 41.76

Budapest 100 Kr. --- 0.51 0.51

Reuyork 100 $ --- 527.75 527.25

Agram 100 Kr. ----- 1.65 1.65

Warschau 100 Kr. --- 0,115 0.115

Märkte.

Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt.

Frankfurt a. M., 30. Juni. Sehr gutes Angebot in Gemüse und Obst bestand auch aus dem heutigen Markt. Zu den von Erzeugern reichlich angelieferten Gelberüben, Kohlrabi Und Kopfsalat, sind in den letzten Tagen durch den Großhandel auch größere Posten Kernerbsen hin­zugekommen. Ungeachtet der gut befahrenen Märkte kann man aber nur hier und da von einer merklichen Preissenkung reden. Vor allem behauptet Obst fmrtnäctig den bisherigen Preis. Es kosteten beim Großhandel Kartoffeln im Zentner 220 bis 280 Mk., italienische 800900 Mark, holländischer Blumenkohl das Stück 28 bis 30 Mk., Zwiebeln 500650 Mk., Rhabarber 150 bis 170 Mk., Kernerbsen 750900 Mk., hollän­dische Salatgurken das Stück 1618 Mk., Rettich das Stück 13 Mk. Bei Erzeugern wurde bezahlt für Gelberüben das Bündel 11,50'Mk., Kohl­rabi das Stück 12,50 Mk., Kernerbsen das Pfund 911 Mk., Römischkvhl 68 Mk., Kopf­salat die Staude 0,501,20 Mk., Sauerampfer das Pfund 45 Mk. und Blumenkohl das Stück 20 25 Mk. Auf dem Ob st markt wurden Kirschen der «Zentner mit 6501100 Mk., Jo­hannisbeeren mit 12001500 M., Heidelbeeren mit 16001700 Mk. und Himbeeren mit 3032 Mark, Stachelbeeren mit 89 Mk. das Pfund bezahlt. Erdbeeren waren sehr knapp und teuer. Auf dem Fischmarkt kosteten. Flußfische das Pfund 1825 Mk., Seefische 1318 Mk. Butter hatte den Preis von 80 Mk., Margarine den von 3942 Mk. Die Gier wurden mit 6,60 bis 6,75 Mk. im Hundert bezahlt.

Mainzer Produktenbörse.

Mainz. 30. Sunt Das Geschäft an der heutigen Börse war sehr lebhaft. GS wurden große Umsätze erzielt, da infolge der Knapp­heit an Ware kurz vor der Ernte noch gro­ßer Bedarf herrscht. .Besonders knapp liegt jetzt Brptgetreide und Hafer, aber auch alle Futtermittel waren gesucht und höher im Preis. Ebenso sind alle Sämereien im Preise wesentlich höher. Trotzdem ist anzunehmen, daß wir die kurze Zeit bis zur Ernte noch mit unseren Vorräten durchkommen werden. Es notierten per 100 Kilo loco Mainz: Weizen 1900, Roggen 1550, Hafer 1800, Braugerste 1925, Futtergerste 1550, ml. Weizenmehl 00 2800, inl. Weizenmehl Spez. 0 2700, Roggen­genmehl 70proz. 2100, Weizenkleie ohne Sack 1175, Aoggenkleie ohne Sack 1175, Mais 1485, Maisschrot 1600, Futtermehl 1300, ital. Lu­zerne 9500, ital. Rotklee 9500, inl. Rotklee 9000, weihe Bohnen 1650, Viktoria-Erbsen geschalt 2250, Viktoria-Erbsen ungeschält 2100, Burma-Reis II. 2500, Auslandszucker 3925, Haferflocken 2600, Graupen 2550, Wiesenheu lose 1000, Wiesenheu gepreßt 1050, Kleeheu lose 1250, Haferstroh 375, Roggensttoh 400.

(In einem Teil der Auflage wiederholt.) Aeber die schnelle Entwirrung deS Mord­komplotts.

erfährt dasDerl. Tageblatt" u. a. folgendes: In her Rächt vom Montag zum Dienstag wurde im Berliner Westen ein Helfer der Mörder ver- haftet. Er leugnete zunächst jede Mittäterschaft ab, als man ihm dann plötzlich mehrere seiner vorher verhafteten Freunde gegenübcrstellte, wobei er sich in schwere Widersprüche verwickelte, brach der Mann zusammen und gestand alles. Durch das Geständ­nis wurden die Spuren der Mörder llar aufgedeckt. Den Ramen dieses Mannes gibt die politische Po- lizei aus bestimmten Gründen noch nicht bekannt.

Seine Aussagen führten gestern bereits zur Wie­derverhaftung des Kapitänleutnant Killinger in Prerow.

Französische Pressestimmen zur Rede Poincarös.

Paris, 30. x3uni. (WTD.) gefingert Rede des Ministerpräsidenten Poincar.> im Se­nat schreibt das .,($ d) 0 be Papis": Der Mi­nisterpräsident hat in vielen Einzelheiten aus- einandergeseht, daß Deutschland den grabtoei.en Ruin der Mark hrrbeifühce, *um -iru< nicht zi bezahlen. Ujji di.sein Skandal und dieser Ge­fahr em Ende >u bereiten, müsse man es dahm bringen, ungeheure Sachlieseräugen zr leisten, dis seine Finanzen wieder aufgnichtet sind. Man muß gewisse Scrnttivneu bjr. f j(> cn, seines nut dem Beistand der Alliierten, sei e ohne ihren Beistand.

Die(5 rc Rondelle" schreibt, öte Ant­wort des Ministerpräsidenten Ixi natürlich die Ratschläge her Interpellanten zunichte gemacht. Wozu dient es, die Regierung zum Handeln aufz.lfordern, tecirn sie weit davon entfernt ist, den notwendigen Geist zu einer eindrucksvollen Aktion zu dciltzen, wenn btc Mentalität dH Herrn Poincare! offenbar unfähig ist. sich vor den Nationalist Ischen Methoden eines airempsoh- lenen Entgegenlommens zu beigen? Die Inter­pellanten wollten den Ministerpräsident in eine fruchtbare Richtung lenken, ohne daß er sich zu sehr hätte dementieren müssen. Unser Miurster- Präsident hat das nicht begriffen.

DasOeubre schreibt, die Interpellanten Haden den Mi.iistekpräs deuten aujgefordert, aus dem Rahmen des Versailler Ve träges h:raus- gutreten und eine allgemeine Lig uidation zi unternehmen, die uns von dem Regime der Un­möglichkeit befreit, und sie schlugen eine Kvm-- pensattvn der interalliierten Schulden, eine inter­nationale Anleihe und eine Organisation des europäischen Friedens vor. Poincarä hat ihnen geantwortet, so wünschenswert auch der Vor­rang der verwüsteten Gebiete und der Ausgleich der interalliierten Schulden fei, man tonne sich nicht damit befassen, ohne alle Arten von Schwie­rigkeiten hervorzurufen.

Aus der französische» Kammer.

Paris, 30. Juni. (WTB.) Der Kam-» merausschuß für Auswärtige Angelegenheiten hat gestern die Prüfung des Wiesbade­ner Abkommens And der damtt in Zu­sammenhang stehenden Zusatzanträgebe- gonnen. Er hat den Beschluß gefaßt, den ehe­maligen Minister Lvucheur zu verhören und den Ministerpräsidenten Poincars aufzu­fordern, ihm sehr bald Aufklärung über die Reparationspolitik zu geben.

Der Bürgerkrieg in Irland.

London. 30. Juni. (WTB. ) Sine heute Rächt von Dublin abgegangene Meldung des Sonderberichterstatters desDaily Expreß" besagt, daß die Truppen des irischen Freistaates heute morgen in die Four Courts eingedrungen sind. Einer der Hauptteile der Festung steht unter schwerem Artilleriefeuer. Der Kampf war ein­gestellt worden, um dem Befehlshaber eine zweite Möglichkeit zur Uebergabe zu geben. Er lehnte wiederum ab. Hierauf wurde das Ar­tilleriefeuer wieder ausgenommen, bis eine der Befestigungsanlagen niedergelegt war und die Freistaatstruppen eindringen konnten. Ein großer Teil der Aufständigen hat sich bereits ergeben, der übrige Teil verteidigt sich jedoch noch. Es sollen viele Gefangene gemacht wor­den fein.

Lloyd George auf einer englisch-italienische« Mazzinifeier.

London, 29. Juni. (Wolff.) Lloyd G e 0 r,g e erklärte gestern in einer Rede bei einer englisch-italienischen Mazzin i-Feier, die Freiheitsbestrebungen der letzten achtzig Jahre in Europa seien durch die Lehre Mazzinis her­vorgerufen worden. Die unterdrückten Völker Ruß­lands, der Türkei, Oesterreichs und wie er offen gesteht, auch Irlands, hatten durch die Lehre Mazzinis gewonnen. Es bestehe aber eine wirkliche Gefahr für die Rationen, die ihre Freiheit wieder getDoimen hätten, in dem Argwohn, der dem Kriege gefolgt sei. ^Glaubt mir," fuhr Lloyd George fort,der ich fünf oder sechs Jahre auf der Warte stehe: Wenn dies so toeitcr geht, wird diesen Rationen ihre Freiheit in einem Kampf entrissen werden, der von ihnen selbst über Eurv- pa gebracht worden ist! Mazzini hat für die Gegenwart geschrieben, ivenn er sagt: Der Tag nach dem Siege ist gefährlicher, als der Tag v or der Schlacht! Italien und Großbritannien haben in Genua für das große Ziel des Friedens und der Brüderlichkeit gewirkt. Beide Rationen haben dasselbe Ziel und die gleiche.1 Ideale." Schanzer sagte in feiner Erwiderung, Italien und England müßten weiter zusammenwirken, um ein Ergebnis zu erzielen, das für beide Länder befriedigend sei.,

Kundgebungen gegen den Versailler Vertrag.

Innsbruck. 29. Juni. (Wolfs.) Gestern sand frier eine Massenkundgebung aller bür­gerlichen Parteien gegen douFriedens- vertrag von Versailles statt. Vereine mit schwaizurnflorten Fahnen und Dannern sowie deutschnativnale und kathvlische Studenten der Universität zogen vor das Rathaus, wo vorn Balkon aus der Rektor der Untoerfttät, Pro­fessor v. Schullern, eine Ansprache hielt, die den unbeugsamen Willen des deuischsn Volkes ausdrückte." so lange gegen den Versailler Frie­den und die Schuldlüge zu protestieren, bis dem deutschen Volke Gerechtigkeit werde. Der Zug bewegte sich hierauf zum Landeshause, wo der Landesfrauptmann-Stellvertreter Peer ebenfalls eine Ansprache hielt, in der er betonte, wie sehr gerade Tirol am deutschen Leid teilnedme. Die Kundgebung fand mit Der Absingung deS An- Dreas-Hvfer-LiedeS durch die Qlienge tfrr Ende.

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