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Dr. med. Bäumges hält Sprechstunden von 91 Uhr am Donnerstag, dem 6. Juli Gießen, Liebigstraße 9 (Hotel Kobel) 624385

-nicht anwesend war.

Heffen-Nastau.

inc. F r a n k f u r t a. M., 30. Juni. Auf dem heutigen Wochemnarkt, der ganz außerordentliche Mengen von Gemüsen aller Art auswies, traten die Käufer in Streik, da ihnen der Preis für Kohlrabi von 1.503 Mk. das Stück zu hoch erschien. Eine Folge dieses Streiks war das sofortige Sinken det Preise 50Pf. bis 1 Mk. pro Stück. 3m weiteren Verlauf des Marktes trat dann infolge Lieberangebots eine abermalige Preissenkung ein.

Bad-Aauheim, 30. 3uni Vis zum 29. 6. 1922 betrug der Tesamtbesuch 17585 Personen.

Starkenburg und Rheinhessen.

Keine Deseitigvng der Oberpostdirektion Darmstadt.

* Darmstadt, 30. Juni. Wie die .Darrn» fltoter Zeitung" mitteilt, denkt man im Rei-chs- pvstMinisterium gegenwärtig nicht an eine A u f- Hebung der Overpv st direktivnDar rn- stad t.

Shielplan der Frankfurter Theater.

Opernhaus. Sonntag, 2. Juli: Tristan unb Isolde. Montags.: Der Freischütz. Drens« tatr 4.: Boccaccio. Mittwoch, 5.: Das schein- gold. Donnerstag, 6.: Die verkaufte Braut. Frei­tag, 7.: Hoffmanns GrzÄhlungen. Samstag, 3.: Die Wallküre. Sonntag, 9.: Der Troubadour. Montag, 10.: Siegfried. Dienstag, 11.: Die blaue Mazur. Mittwoch, 12.: Götterdämmerung. Don­nertag, 13.: Die verkaufte Braut. Freitag, 14.: Barock, Tänze von Rämeau, hierauf: Don Pas­quale. Samstag, 15.: Die Meistersinger von Aürnberg. Sonntag, 16.: Die blaue Mazur.

Schauspielyaus. Sonntag, 2. Juli: Das weite Land. Montag, 3.: Das weite Land. Diens­tag, 4.: Das weite Land. Mittwoch, 5.: Eine Frau vhne Bedeutung. Donnerstag, 6.: Eine Fra uochne Bedeutung. Freitag, 7. : Eine Frau ohne Bedeutung. Samstag, 8.: Eine Frau ohne Bedeutung. Sonntag, 9.: ©ine Frau ohne Bedeu­tung. Montag, 10.: Ladh Windermeres Fächer. Dienstag, 11.: Lady Windermeres Fächer. Mitt­woch, 12.: Ladh Windermeres Fächer.

Der HarneHeitmann" und die SchutzmarkeKuchskovf im Ster«" sind allen praktischen Hausfrauen als Kenn­zeichen der beiten warben zum Selbstfärben von Kleidern, Blusen, Gardinen, Strümpfen usw. längst bekannt. - 6073ss

Privat- Tanzunterricht erteilt zu jeder Tageszeit Carl Schmidt

24 Tanzlehrer

Wetzsteingasse 31.

st e r n bei Heuchelheim und Hüttenberg bet Leih­gestern miteinander einzutreten. Falls dabei keine Einigung zu erzielen ist, wird am 6. Juli vor dem Schlichtungsausschuh weiter verhandelt und nötigenfalls der Tarifvertrag durch Schiedsspruch festgesetzt.' Der Arbeitgeberverband war grund­sätzlich zum Vertragsabschluß bereit, lehnte aber die vom Fabrikarbeiterverband geforderte wört­liche Uebcmabme des Bezirkstarisvertrags ab.

In einer Kündigungssache verständigten sich die Parteien.

Berichtigung. 3m Verhandlungsbericht vom 27. Juni ist im zweiten Absatz Zeile 5 zu lesen,die Kontrolluhr vor oder nach dem An­legen der Arbeitskleidung stechen sollten . ..".

zu unliebsamen Vorkommnissen. Ein Teil zog vor die Wohnungen der Herren, deren 'Hamen iijt Verlauf der Versammlung genannt worden waren, und liest sich Handlungen verleiten. a. bi

Wohnung des Deutschntl. Kammer» abgeorbneten Dr. Wem er, der aber

Gießener Strafkammer.

Gießen, 27. Juni 1922.

In der Aacht des 24.7.21 war aus dem Bahnhof ein von Bad-Aauheim kommender Güterzug auf einen auf Gleis 20 halten­den Zug aufgefahren: es entstand grober Materialschaden und ein Eisenbahnschnsfner ver­starb kurze Zett später an den Folgen seinen Verlehungeit. Aach der Bahnhossfahrverordrnlng hätte der Zug auf Gleis 19 einfahren müssen. Da der Stellwerksmsistcr W. aber von Stell­werk 5 aus dem Fahrdienstleiter Gleis 20 als frei meldete, liest dieser den Zug auf diesem Gleis einfahren. Wegen dieser Eisenbahn­transportgefährdung wurde gegen W. und Sy ein Strafbefehl erlassen, den ersterer auch rechtskräftig werden liest. H. wurde auf seinen Einspruch hin vom Schöffengericht Friedberg freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft ver­folgte gegen dieses Urteil Berufung, und die Strafkammer gelangte nach umfangreicher Be­weisaufnahme zu einer Verurteilung des H. (1000 Mk. Geldstrafe evtl. 1 Monat Gefängnis). Sie stellte fest, dast der Angeklagte entgegen der Bestimmung in § 31 der Fahrdienstordnung die beteiligten Beamten von der Abweichung bon dem Fahrplan (Einlaufen auf Gleis 20 statt wie vorgeschrieben auf Gleis 19) nicht ver­ständigt hatte, obwohl er es hätte tun können, und nahm als erwiesen an, dast dann das Unglück vermieden worden wäre. Seine Einwendung, in etwa 80 Prozent aller Fälle würde von dem Bahnhofsfahrchlan abgewichen, ohne dast eineDer- ständigung der anderen Beamten erfolge, konnte ihn ständiger Rechtsprechung entsprechend nicht entlüften.

3n der Aacht vom 13. auf den 14.4.22 wurden dem Pächter des Warthofs bei Grünberg zwei Pferde mit Wagen ge­stohlen. Man konnte feststellen, dast die Diebe um Geräusch zu vermeiden den Wagen aus dem gepflasterten Hof auf einen Feldweg ge­tragen hatten und von hier aus weiter gefahren waren. Auch die Pferde hatten sie nicht über den Hof geführt, sondern aus der Stallwand ein Stück Mauer herausgebrochen und durch btefe Öeffnung btc Pferde unmittelbar auf das Feld gebracht. Am nächsten 'Atorgen wurden Pferde und Wagen in Friedberg-Fauerbach von drei Personen m einem Ausspann eingestellt. Einer von ihnen konnte nicht ermittelt werden. Die beiden anderen, der Kunstmaler Jean H. von Munster (Elsah) und der Kaufmann Paul S. von Babenhausen, wurden festgenom­men und trotz ihres Leugnens von dem Schöffen­gericht Grünberg verurteilt. Ihre Berufung hatte keinen Erfolg. Auch die Strafkammer schenkte ihren offensichtlichen Ausreden, bei denen sie sich noch öfters widersprachen, keinen Glauben. Strafe: je VAÖubre Gefängnis.

Die übrigen Sachen waren ohne besonderes Interesse für die Allgemeinheit.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Zu demEingesandt" über die Fortbil­dungsschule für Mädchen (Ar. 148 des G. A. 2. Bl.) mögen folgende Bemerkungen gestattet sein:

Aufgabe der Fortbildungsschule ist die Ver­mittlung derjenigen Kenntnisse und Fertigkeiten, die die Volksschule und ihre Schwesteranstalten noch nicht bieten konnten, die aber bei der heutigen Gestaltung unseres Lebens geradezu unerlästlich sind. Diese Aufgabe kann die Schule nur er­füllen, wenn der ilnterridjtf zu. einer Zeit liegt, in der die Schüler und Schülerinnen noch arbeits« und aufnahmefähig sind. Es wäre eine unver­antwortliche Verschwendung t>on Staats- und Ge­meindegeldern, wollte man sich damit begnügen, Stunden halten" zu taffen mit Schülerinnen und Schülern, die den größten Teil eines arbeits­reichen Tages hinter sich haben und dann in der Schule einschlafen oder wenigstens mit dem Schlafe kämpfen. Daher wurde auch bei der neu ein­gerichteten Mlichtsortbildungsschule für Mädchen ein Teil des Unterrichts auf den Vormittag gelegt es waren dabei auch noch andere Grunde maßgebend und man ist damit dem Beispiel anderer Städte (Wetzlar u. a.) gefolgt, wo diese Einrichtung schon feit vielen Jahren besteht und die besten Erfolge gezeitigt hat. Aatür- lich nimmt die Schule, so wett es ihr nur irgend möglich ist, Rücksicht auf die häuslichen Verhält­nisse der Schülerinnen, auf berechtigte Wünsche der Lehrherren usw. So wurde beispielsweise der Freitagnachmittag und der ganze Samstag frei- gehalten, da an ihnen die Mädchen sowohl im Haushalt, wie auch in Geschäften, besonders israelitischer Inhaber, am nötigsten sein dürften. Aber alle Wünsche zu berücksichtigen, dürfte der Schule unmöglich sein, dazu ist sie eben auch nur eine menschliche Einrichtung und sind die Wünsche zu vielgestalttg.

Aun noch ein kurzes Wort zu den Bemerkun­gen des Herrn Einsenders über die Besprechung mit dem Lehrerrat am 15. d. M.: Laut amt­licher Bekanntmachung waren die Eltern dLr Schülerinnen zu dieser Besprechung eingeladen, weil die Schulleitung ihnen Gelegenheit zurAeuhe- rung ihrer Wünsche, zur Aufklärung über dies und jenes geben wollte. Es war Herrn auch eine recht stattliche Anzahl Erwachsener erschienen und zu sachlicher Aussprache bereit. Als sich aber aus

weil er im Unterricht daS Hakenkreuz habe zeich­nen lassen, habhaft zu werden: da man ihn aber in seiner Wohnung nicht antraf, lieh man sich zu Mißhandlungen des Haus­eigentümers, der der erregten Menge den Zutritt verwehren wolllte, hinreißen. Wie der Lehrer in einer Erklärung in derButz­bacher Zeitung' sachlich ausemanderseyt, muh der Redner, der die Sache mit dem Hakenkreuz der Versammlung erzählte, falsch informiert gewesen sein, denn das Hakenkreuz wurde nicht als vom Lehrer gestellte Aufgabe an die Tafel gezeichnet, sondern ein Schüler hat bei Zeichnung des im Lehrplan vor geschriebenen Wimpels aus eigenem Antrieb ein Hakenkreuz erngezeichnet, und der 'Lehrer hat mit pädagogischem Takt Fragen der Schüler, die sich daran anknüpften, kurz beantwortet, dann die Sache aber als nicht in die Schule gehörig ohne ein Für oder Wider abgeschnitten.

Schlichtungsausschutz -er Provinz Oberhessen.

Sitzung vom 3 0. Iuni 19 2 2.

In der Lohn st reit ig leit des Bau­arbeiterverbandes mit 16 Maurermeistern im Westteile des Kreises Alsfeld erging folgen­der Schiedsspruch:Mit Wirkung vom 3. Juli 1922 sind die in der Vereinbarung zwischen dem Mitteldeutschen Arbeitgeberverband und dem Dauarbeiterverband usw. am 7. 6.1922 für Lohn­gruppe 4 und 5 feftgelegten Stundenlöhne zu zah­len,. jedoch in den Orten Kestrich, Zeilbach, Wind­hausen, Ruppertenrod, Ermenrod, Ober-Ohmen, Groh-Felde mit einem Abschlag von 3 Mk. in der Spitze bei Maurern und Bauhilfsarbeitern^ im übrigen entsprechend abgestuft. Wenn aber Arbeiter aus diesen urten im anderen Bezirk beschäftigt werden, ist ein Abschlag nicht zulässig. Diese Lohnregelung gilt für den Monat Juli. Etwaige neue Lohnverhandlungen sind derart zu beschleunigen, daß eine Rückwirkung vermieden wird. Wenn daher bis zum 20. Juli die Verhand­lungen keine Aussicht auf Erfolg haben, ist dis betreibende Partei verpflichtet, bis zum 25.7. die zuständige Schlichtungsinstanz ohne weiteres anzurufen." Die Maurer sollen hiernach 25,50 bzw. 22,50 Mk. und die Dauhillsarbeiter 24,20 bzw. 21,20 Mk. Stundenlohn erhalten. Der bis­herige Maurerlohn betrug zwischen 13 Mk. und

Für die Arbeiter der Büdinger städtischen Feldbrandziegelei wurden 20 Mk. statt bisher 15 Mk. Stundenlohn fest­gesetzt. Der Schiedsspruch wurde beiderseits an­erkannt.

Dem Fabrikarbeiterverband und dem Arbeitgeberverband der In­dustrie in Oberhessen wurde aufgegeben, unverzüglich auf der Grundlage des Tarifver­trages für die Ziegeleien, Tonwaren- und Dach­ziegelfabriken für die Provinz Hessen-Aassau, Freistaat Hessen und Waldeck vom 4. April 1922 in Verhandlungen zwecks Abschlusses eines neuen Tarifvertrages für die G a i l s ch e n T o n w e r k e in Gießen und die Tonwerke Abend-

rnt Eberstadt, 30. Juni. Heute mittag sand unter se'hr großer Beteiligung auf dem hiesigen Friedhöfe die Beis ehu n g des durch <?inen unglücklichen Zufall bei den Stra» henkrawallen erschossenen Arbeiters Wilhelm Berg st räßer statt. Die Sicher» Mtspolizei hatte entsprechende Vorkehrungen ge­troffen.

wd. Mainz, 30. Juni. Gin Gelegenheits­arbeiter aus Mainz wurde von der französischen Geheimpolizei beobachtet, als er vor einer Ka­serne in Mainz-Kostheim an einen marokka­nischen Soldaten ei ne Flasche Kognak verkaufte. Das- Militärpolizeigericht bestrafte

den Verkäufer mit 8 Tagen Gefängnis.

an Wohlgeschmack*, Be- lKÖmonliCÄnk.eflt und Kein- . lichkeit der Herstellung

unübertrefflich. Köst* liehe Gerichte mit oder ohne Fleisch, rasch zu* bereitet.

4 Friedberg, 30. Iuni. Hier kam es am Dienstag zu Protest Versammlungen vor dem ®ebäube der .Aeuen Tageszeitung" und dem Amtsgericht. Vor dem Rathaus wurde das Erscheinen des den Bürgermeister vertreten- den Beigeordneten Leuchtgens und die Hissung der Flagge auf Halbmast verlangt, ebenso bet dienstfreie Aach mittag für die städtischen Beamten. Aachdem mitgeteilt war, daß der Beigeordnete ttn Rathause nicht anwesend sei und ein Stadt­verordneter die erregte Menge beruhigt hatte, zogen die Demonstranten weiter. Zu Ausschrei­tungen und Handgreiflichkeiten ist es nicht ge- fommen.

Turnen, Sport und Spiet

Kampfspiel- Jugend tag. Der Donnerstag war der Heranwachsenden Jugend Vorbehalten, die im Schwimmen, Radfahren, Leichtathletik, Turnen, Fußball und Ringen zum Teil ganz ausgezeichnete Leistungen vollbrachte. Oingeleitet tourbc der? Tag mit Freiübungen und Geräteturnen, denen die einzelnen Sportarten folgten. Besonders hervorgehoben zu werden ver­dienen die Leistungen von Treppe (Teutonia- Berlin), der den 100-Meter-Lauf (0407) in 11.5 Sekunden, den Weitsprung mit 6,805 Meter ge­wann. Die Radfahrer führten einen 64er Rad­reigen vor, der ebenfalls durch seine saubere Ausführung besondere Anerkennung verdient. Die schwerathletische Jugend zeigte neben dem Ringen ihr Können noch im Musterriegenarbeiten und leistete hierin Vorbildliches. Auch im Schwimmen ragen die Leistungen z. T. über den Durchschnitt hinaus. Die Ergebnisse: Leichtathletik: Diskuswerfen (0407): 1. Ianeck (Arnswalde) 36,03 Meter: 5ma( 100-Meter-Stasfel: 1. Ber­liner S. C. 1:03; Hindernislaufen, 350 Meter: 1. Hermann (Neukölln) 1:19; 1 Ornat 100-Meter- Schulstaffel: 1. Kaiser-Friedrich-Ghmrasium 2:19, 50 Meter für Mädchen (08 und jünger): 1. Stein- bach-Eharlottenburg) 7 Sek.; 100 Meter für Mädchen (0607): 1. Schuhmacher-Berlin 13,6 Sekunden; 100 Meter (0407): 1. Treppe-Berlin 11,5 Sek.; Weitsprung: 1. Treppe-Berlin 6,805 Meter; Schwedenstaffel: 1. V. f. L. Charlotten- burg 2:07; 5mal 100-Meter-Mädchenstaffel (06 bis 07): 1. V. f. L. Charlottenburg 1:12; 1500-Meter» Mannschaftslaufen: 1. V. f. L. Charlottenburg; 1500-Meter°Einzettaufen: 1. Fannrich (Charlotten­burg) 4:20,6. Schwimmen. 100 Meter Seite bet (0607 für Mädchen): 1. Äeberschär (Görleh) (04r-05): 1. Schmidt-Halle 1:20,3; 100 Meter 1:35,2; 100 Meter für Mädchen (0405): l.Kuhl- mann-Essen 1:39: 100 Meter (08-09): 1. Schu^ bert-Breslau 1:21,4; 100 Meter (0607): 1. Die- -ig-Koln 1:12.1; 100 Merer (0405): 1. Cordes- Magdeburg 1:14,2; 100 Meter Brust (Mädchen 0405): 1. Kuhlmann-Essen 1:32,2; 100 Meter Brust (0809): 1. Paul-Crefeld 1:35; 100 Meter Brust (0607): 1. Boddin-Breslau 1:29,2; 100 Meter Brust (0405): 1. Lausse-Derlin 1:27. Fußball: Mittel- gegen Südostdeutschland 4:0 (1:0).

Aus dem Amtsverkündigungsblatt.

Das Amtsverkündigungsblatt Ar. 76 vom 30. Juni enthält: Festsetzung des Wertes der Sachbezüge. Derordming'über die Behandlung von Fundsachen. Ettckvmmensteuer- anteile. -r- Höchstpreise für Brennstoffe. Heim­schaffung jugoslavischer StaatsangeHöriger. Herstellung eines äleber'hvlungsgleises. Vieh­seuchen. Walzarbeiten. Sperre des Leih­gestern er Weges. Werkunterricht. Fort­bildungsschule im Sornmerchalbjah-re. Dienst - Nachrichten. Feldbereinigung Klein--Linden und Lumda.

Ansteckende Blutarmut bet Pferde. Die auf Grund der Verordnung, be* treffend die Abwehr und Unterdrückung der an­steckenden Blutarmut der Pferde des Hosguts Hungen (Gutspächter Ferdinand Kammer, Hungen) angevrdneten Maßnahmen (Sperre des Gehöfts usw.) sind aufgehoben.

Der ansteckende S cheideka t arrh in der Gemeinde Kesselbach ist erloschen. Die im Amtsverkündigungsblatt Ar. 43 vom 30. März 1922 an geordneten Maßnahmen werden aufge­hoben.

Wegen VornahmevonWalzarbei­ten wird die Kreisstrahe Müschen heim Detten'hausen bis auf weiteres für den Fuhrwerksverkehr gesperrt. - Wegen Vor­nahme von Kanalifationsarbeiten wird der Leihgesterner Weg von der Ebel- straße bis zum Aulweg von heute an bis auf weiteres für jeden Fuhrwerks- und Fahrradver* kechr gesperrt.

Die Maul- und Klauenseuche in Ruppertenrod (Kreis Alsfeld) ist erlo­schen. In der Gemeinde Altenkirchen (Kreis Wetzlar) ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Die Sperrmahnahmen sind angeordnet.

XtaMreH Gietzen.

Wieseck, 30. Juni. Die Eheleute Gast- Unrt Gustav Schneider (Germania) und Katharine geb. Schadeck feiern morgen ihre Silberne Hochzeit.

* Klein-Linden, 1. Juli. Das Festder silbernen Hochzeit begehen am 4. Juli die Eheleute Oberbahnscha. stier Theodor Schupp und Ehefrau Kath. geb. B e d e r.

Kreis Friedberg.

Ebre Trauerkundgebnng des Zentrums, der Demokraten und tier Deutschen Dolkspartei in Dad-Aauheim.

4 Dad-Aauheirn, 30. Iuni. Zu einer Srauerfunbgebung für Walter Ra- rhenau hatten für gestern abend die Deutsche Demokratische Partei, das Zentrum und die Deutsche Volkspärtei gemeinsam in dix Turnhalle eingeladen. Die schlichte, von Ernst und Würde getragene Veranstaltung war gut von Angehörigen der genannten Parteien, auch von Kurgästen besucht. Ansprachen hiellen: )ür Pie Demokratische Partei Apotheker Heß, für das Zentrum Dr. Schwalb, für die Deut- hl. e Vollspartei Kaufmann Hans Müller. Alle Redner fanben in der Würdigung der hohen .Verdienste Rathenaus und in der scharfen Ver­urteilung der vergifteten politischen Atmosphäre den ^nftimmißcu Beifall der Versammlung. Der Redner der Bottspartei wünscht eine Annähe­rung der Parteien herbeizusühren. Vorkomm­nisse wie in Darmstadt dürften sich nicht mehr ereignen. Als ein einig Voll von Brüdern müh- wir uns alle auf dem Boden der Verfassung zusammenfinden.

Ausschreitungen in Butzbach.

4 Butzbach, 29. Juni. Für Stadt und Umgebung fand auch hier eine große, von Tau­senden besuchte Massenkundgeb ung zum Zeichen der Trauer für den ermordeten Reichs­minister statt. Die Veranstaltung an sich ver­lies ruhig. Leider kam es, nachdem sich die De­monstranten bereits wieder zerstreut, auch hier

Beim NachfOllen von asACMsr würze achte man darauf, dass die Würze aus Maggis grosser Original­flasche gefüllt wird; denn in diesen Flaschen darf gesetzlich nichts

den

einiger Teilnehmer, die wohl etwa- tger en vorgebracht werden Birnen, ergab, daß die Betreffenden glaubten, sie seien zu einer .Versammlung" im landläufigen Sinne des Wortes geladen, um über Sein oder Richt- f e in der Fortbildungsschule zu beraten und zu beschließen, schloß der älnterzeichnete zwecks Beseitigung dieses Irrtums die .Versammlung", (ub aber bie Anwesenden ein, auf sein Amtszimmer zu kommen unddort ihre Wünsche vorzubringen. Ein recht großer Teil hat denn auch dieser Einladung Folge ge­leistet, und die ilnterrebungen haben, soviel ich übersehen kann, zu guten Ergebnissen gesührtt Wenn der Herr Einsender allerdings von meinet Einladung keinen Gebrauch gemacht, sich aber vielleicht an der Privatnachversammlung beteiligt hat, die im Schulhofe stättgefunden haben soll, dann ist daS seine eigene Schuld; auf dem Amts­zimmer des älnterzeichneten wäre ihm .Gelegen­heit eines Meinungsaustauschs über günstigste Lage der Llnterrichtszeit und ähnliche Fragen" geboten gewesen. Diese Gelegenheit besteht aber auch jetzt noch täglich zwischen 8 und 9 sowie zwischen IF/j und 12 Ähr (Schillerstr. b. eine Treppe hoch).

Gießen, 30. Juni 1922.

Der Leiter der Fortbildungsschule für Mädchen Rektor Valentin Müller.