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Erstes Blatt
Ul. Jahrgang
Dienstag, 5s. Mai 1921
SiehenerAnMger
General-Anzeiger für Oberhessen
Drud unö Verlag, vrühl'sche Univ.-Vuch- und $teindruderei H. Lange. Sdfriftleitmig, Geschaftrftelle und Druderei: 5chu!ftratze 7.
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Brianö über die Entscheidungen der Londoner Konferenz.
Paris, 30. Mai. ^WTP. In der Heu- figen Sena tssi bring 1>at Senator Tcla lhaye eine Interpellation über die a u 4 w ä r t i ae Politik der Regierung efttgebracki Ministerpräsident Brian d verlangte, drß tii Ti»* tuh’wn, entgeqeii d. nr Anträge des Interpellanten, ancht sofort, sondern erit nach der Beratung fibcr ba5 .Budget der A u s g a b e u, die von Deutschland >, n r ück g e z a h l r werden sollen, erfolge, bic aus bai Tagesordnung stel)e.
Der Senat enti'pral- dem Anträge Brians und sofort crgriss bei (yencralbmd)tcrftattci Cheron das Wort Rack, seiner Ansicht Ixii Amnlieick bis jetzt 60 Milliarden für Pensionen und Entschädigungen sowie für Sachschaden be zahll. Wir Pensionen sei noch ein üavifel von 49 Milliarden zu verausgaben. Der SBieberaufbau der befreiten Gebsite würde 78 Milliarden kosten, was insge'amr 187 Milliarden ausmache. Fran! a-eich er ulte nach dem Abkommen von London ca. 688l0Mill. OJoIbmarf, was nach Bererlmung vvn Sack rerständigen ua>ch hem heutigen .Winje etwa 151 Millionen Franken ausmaclie Da bcr Kurs sich ober fiifcjx, würde sich der Wert der franzö fischen Forderungen verringern. Der Berichterstatter kritisierte sodann die ^alKungsmodalitäteit. Namentlich iwifi er darauf hm, das; die^S chatz- v e r p f I i ch t u n g n wohl nicht ohne Sck'oierig kciten abg setzt weiden können. Die Lage d's Bud aets sei so, baii no: in diesem Jahre 3/ Milliarden für btc Ausgaben gesucht werden müßten, aus deren Rückerstattung man ictfmr Noch im Jahre 1927 müsse man fünf bis se»üs Milliarden burxl) Anleihe aufbring' n Senator S h e u e b t» r t bedauert, daß die 12 Milliarden, bic Deutschland bis -um l. Mai hatte zahlen ''ollen, in di. Lmupd'clmld einbegriffen wurden Man befinde fick' jetzt allerdings einer Realität g. ienüber und müsse Deutschland g-gennber eine Politikdes Abwartens betreiben
Mmistrrpräfidrnl Briand ergreift das Wort Er wolle die Entfcke, düngender Londoner Konferenz, soweit sie internationalen Ehanakttn. trügen, beibrcdcri. Fvanirrick habe zuviel Vertrauen zu sich selbst und zuviel Grund zu hoffen, daß es $xrr der Schwierigkeiten werd'
Frankrrick' l abe -ick gesagt. Deutschland werde zahlen, 'Deutschland müsse zahlen. Das Bolt wolle nom Z'-cinbc sv nie erlangen, als möglich sei ober die Ereignisse zwangen doch hxturige Ausblicke auf. Er gebe u, das, man ilynt Irrtümer vor weifen könne, aber er wolle die La^ mit gutem Willen und Anfrichtigleit nach Artik l 232 des Friedensvertrages beurteilen. DeutfchlMid sei für verantwort.ick e-cklärt uvrden. Es müsse alles l^czableu, auch die Schulden der Privatpersonen. ?Ibcr hier wn.m? baiui ine andere Bestimmung bc5 3ricbrn5trertrage-5 ü: Betracht, wonach die Forderung nicht die deutsche Zab- Tri n 3 •» ä b t g T c i t über st eigen dürfe. Eine .Kommission habe den Schaden abgeschätzt. Man habe i r das Reckt geaeben, aus Die Zahl'ungsfähig-- keit d.e> Schuldners Wrt *u legiw und auck das Reckt t;e Zahlungsbedingungen wenn möalich abzuänderu Das sei i t't untersagt Er Eibe for-t rckärt. daß mau jetzt auf den sfricdenspertrag -.urückeekou men fei Zwei Jahre lang bi Reva rational own in im sck!eckt funk tipenert, r ; * 71 - - . •
einig gew'i.m feien Man hrl^e den Vertrag für unausfübrlar gchalicit: selbst Amerika lab-- gesagt, man könne Deutschland nickt so arofc? Lasten vnifi-ürs' • Als die Wmra:sonskomN'v"ion die Ge- samt''^uld festgesetzt Haie, balz* man vor dem BersaUtage gestanden 7u’ habe geglaoibt, er müsse bic Zn'er o nwhmeu, bt? ix>rgefdi'iigen worden sei die ab ifci vr als bi Dckaier:: oder die Mitarbeiter Dubois test gesetzt hat-'.'
Brnand b-'iorickt alsdann die Haltung der französisch n Delegierten in London. Dort habe man von dem Rechte Osibrauck gemacht, Sanktionen zu ergreifen. Man decke erklärt, man dürfe Deutschland keine neuen Vorschläge macken, es «ei denn unter der irorm eines 111 tima t um s. Tie Belgier bat m vermittelt und w sei man ru einem En Verständnis gelangt Er erkenne in der Dar an. baR er fein VTrstTwckm nickt gehalten habe. Denn er getan hätte, was er gesagt hätte, hätte er einem großen Enthusiasmus attfackt und in einem Dag das Rubrgebi.'t besetzt. Er hätte als >as Mai mum Frankreich?- Popularität nigftens ür adr Tage erzilt. Aber an dicen Ttng.'u habe er keinen Geschmack Er habe ae glaubt, es lieg.' im 3ntcrcn'e des Landes, 'ick tticht den Bemüdun«« der Belgier zu entziehen, dsi vermitteln wollten. Der Oberste Rat habe Deutschland ein" Drift von sickS Tag i- o-egeben. England habe kick nicht aemeigm, Zwan.rsmatz- nahmen ins '?üigc zu fasten Frankreich habe sich nicht über die Haltung, die es eingenommen habe, zu beklagen. Es sei mit Mäßigung t»rce- gangen, trotz der Mack'!, über btc e? verfugte. Man müsse Mißtrauen haben, aber man iitf;rc nicht systematisch miRtraui'ck bleiben. Der Reicks kanzler habe vor dem Reichstag ^erklärt, man ’ei besiegt, man müsse bezahlen. ran frei d' wolle
die besiegten Völker nicht niederdrücken. :a- *'ei niemals eine französische Tradition gewc'en. ?iber Frankreich wolle auck nickt, daß das besiegte deutsche Volk sich so benehme, als wenn es iiegrtnck gewesen sei. Es muffe ben Bcgrin ferner tzeteoer- lage empfinden. Man müsse Frankreicl' aber die Wahrheit sagen. Der Friedensvertrag macke Deutschland zu einem solidarisd?en Pfand der Alliierten. Frankreich herc also Ungelegenheiten gehabt, weirn es sich isoliert hätte, und A.-ixir in volttischer als auch in finan
zieller .Hinsicht. 23enn man das Ruhrgebiet allein besetzt Itättc, harnt hätte da» eine schwere Last Werver, kckrneu. Aber luatn man ssnankreick gesagt hätte, haft, wenn man die Ruhr besetzt, man bezahlt werden würde, hätte man es befolgt. Beifall.f .Gewiß, mit den Alliierten zusammen hatte man im Ruhrgebiet Einnahmen erzielen töimen.
Die augenblickliche Reateru ng Deutschlands habe alle ihre Pcrpslicktungen gehalten. Er wolle der Welt den Eindruck der volllommenen Loyalität und des guten Willens geben. 'SJcbbafter Beifall.) Ter Mruhterpräsideut erUarte alsdaim, man habe von Deutschland B«r-> frievigung criidi. Die En twa 1 tnung fei auf gutem Wege. Die Regierung fei schwach, fw könne gestürzt lverdat. Tie einberufeiten tranzösttckeu Soldaten seien nad> dem Rhein gegangen Durch ibic Gegenwart hätten sich die Ergebniste gdvan** dell. Bricutd geht alsdann kurz out die ober» schlesisckie Frage ein, die er etwa in der gleichen Weise wie in der Kammer behandell. Al<^ bann spricht er von dem Wert, den es für Frank- teid» balxr, die Llllianz MifvecktzueckhalNm Und bcinj Wert, der darin bestdbe, datz man angesichts dee- guten Willens von Tcutschland Rkäßigung zeige
Rack ihm ergriff Senator Ril> vt das Wort. Er sagte, der BkinisteiPcäsid.nt hätte einen Fckv trr begangen, wenn er sich von den '.’intierten getrennt und allein das ^lubipet-i t besetzt hätte. Rach ihm fvricktt Finanzmiustter Dvumer. Er sagte, Frankreich würde "ickt mriyr das bezahlen, was ditrck Deutschland bezellstt w'ckeu müsse In brn weiteren Debatte ergrifi G eneralirschauer das Wort. Er verlangte di. wßfbmnntc Entwaffnung Deutschlands, namentlich was die Luftt fahrt betrifft.
Briand ergreift nochmals das Wort, um zu erklären, dis Frage der Sicherheit habe ibn vor allen' anderen beschäftigt. Tie Drgani- sation n in 'Bauern, wo ein beunruhigender (Reifte«utttanb frerrfdK, müßten aufgelöst werden. Der Entwaffnungsplan sei von Marschall Fock o^gearbeitet worden. In der Frage der Sicher- !r;t könne man nicht nachgeben Wenn Deutsch- land nicht lvirklick entwaffne, werde man handeln müssen Schliesslich sprach der Ministerpräsident davon, daß man mit Deutschland, das ein großes Volk verkörpere, normale Beziehungen n'erbe anknüpfen können, wenn es guten Willen zeige Ter demokratisckie Geist muffe sich in Deutsckstand entwickeln. Damit wird die Generaldebatte geschlossen.
Dntz Reichskabinett und bic Erfüllung der RcparationSverpttichtnngcn.
Berlin. 31. Mai. (Priv--Telegr) Tas Reicks abmett lyat gestern über bic Gestaltung und di Einzelheiten der Erfüllung der Retxtral verpsiick lungen verbandelt Du» Beratungen, an bcnc.i auck ter neu ernannte Wiederausbamninifter Rathenau teilnmrmt, ''ollen in brr heutigen Sta binettSfitzuna *irm Abschluß gelangen
Tie Zahlung
der -WiedergutmachunflSfnmmc.
Paris, 30. Mai Dolfs.'! Heule mittag 12 Uhi übermittelte Regierungsrat Meyer als Stellv rtreirr des abwckenden Staats''ekretärs Bergmann der Reparationskommission 20 Stück Reickswechsel im B.ttage von 200 Mill. Dollars mit folgendem Schrecken:
3m Auftrag' meiner Regierung beehre ich mich hiermit in Ausführung des Artikels 5 des Zahlungsplanes vom 5. Mai und in der von der Re- Varationskommission gewünfckeen Fassung zwanzig Stück Reichs wechsel mir dre-mona> tiger Loutzeit über je 10000 000 gleich 200 000 000 Standard Dollar der Bereinigten Staaten Amerikas zu übermitteln, die iämtlick das ßHro dcr Deutschen Bank, der Boni für £>anbel und 3nduftric, der Dresdener Bank und der Dis- konto-Gefcllschaft tragen. Reihe 40 Rr 1 bis 8 ist »aMbar in Neuvork, Reih? 41, Nr. 1 bis 6 in London und iReibe 42 Nr. 1 bis 6 in Paris Ein Betrag von 3.5 733 000 Dollar wurde bereits, wie ick d-r Rrvarationskvmmist'ion in meinem Schreiben vom 28 Mai mittplte, der Federal Rcerve Bank in N^unerk 'm der von brr Reparationskommission gewünschten An und Weise zugunsten der Hank v' England auf Konto der Repan'twnskom-- misfion bei t tescn Banken übenrne'en Tie deutsche Regierung bi'tct ferner der Rcparationskommission sofort 15 Millionen Goldmark in fran:ösiscken Franken an
Ncichtzregierung und Einwohnerwehrfragc.
Berlin, 30.Mai. (2Bolff.) Die wir er» rahr.nt, wird der Reichskanzler am Mckrwoch bt? Stellungnahme der Reichs r egicru ng --ur Einwohnerwehrfrage Öar ausdrücken. Entgegen etner Meldung des Berliner MoMag- blatws wird amtlich mit gefeilt, daft am gestrigen Sonntag eine stabinelts''itzung nick, ftattgenmden bat Dagegen fanden zwi'ck^en den einzelnen an der Enr.va'fnungsfrage beteiligten Reswrts Be frr?dtunaen ftaiL Bei der bav-rifckrnt Regierung benebt durchaus Verständnis für ti- 'ckwierige Lage, :n welcher fick die Retchsregierunz befindet, und für die Hdotwendigkeit der Entwaffnung. Es liegen jedoch feiner 1 et Anzeichen vor, daß 'ich in der Stellungnahme der baoerifcken Refterung etwas geändert hat: sie beweg: sich vielmehr in derselben Richtung wie die der Reicksregierurty. lieber den Berlauf des gestrigen baveri'ck«m Mr- nisterrars liegen an amtlicher Stelle noch keine Rackrichten vor.
Berlin . 30. Mai. Der „T-emo kratiscken Zet- rungskorrespondenz" zufolge werde frck der
Reichskanzler nach der Beipreckung des Re» gierungsprvgramms im Reichstage nad> München begeben, um mit dcr baperifchen Regu-rung direkt über die Einwohnerwehrsrage ;u verhandeln.
Berlin, 30. Mai WTB Tic Frist für die Ueberreidmng dcr Liste der aujzutö senden Organisationen wird, wie wir hören, eingehalten.
München, 30 Mar. -hjutn. 3m Staat:- haushaltsausschiutz tollte bau«’ M inrftcrvrä- st'den t v. 5rah r dte bcritnalvne Erltärung ü’ i die volitisckre Lage imd über die Einwohnerwehr frage abgeben. Ter Vorsitzende Abg. Giehrl erklärte jcdock vor Eintritt in tue Tagesordnung, der Ministerpräsident teilte mit, datz er lieutc noch nicht in der Lage ja, die versprvä cne Erlläruug abzugcbcn. (UimrtK, (Wächter links Er werde morgen früh zu der AngAegeniheit S In!'-; nehmen Abg Timm So; nannte dieses Berhalten einen ctgartüm.tfxii *rnang Deute topfe man m patiamentari ckxn Ur. iwn nc»ck nidit, toic diese nichtige ?lngd£nenlx*ii Banerns ftdi al- spiele. Tas sei geradezu an unerhörter Vorgang Es bleibe feiner Partei nichts anderes übrig, als dagegen entscküeden zu prolestteren. Ab,z. Stang (Bavr. Vp erklärte namens der 5Üoalltün-z>rr teitit, bau diese es für nötn rradüen, in bi/,er schwerwiegenden Frage ein vvllr t klares Bild zu erhalten. Tas werde morgen gegeben werd'-n- deshalb beantrage er, über die Frage heute zur Tago^orduunt üoerzuackhim. Darauf entstand bin den Unabhängigen und M' o m m u n i ft e n grober Lärm. Es fieici Zwck'ck»?nrure W: „Tann n-ird die Gesck-ichte über Sie zu ben Bürgerlichem ytr Tagesordnung ülcrgcf^n." Der Farn» tmrnislische Al-poorbnelc Aender 1 tief: „Da - ist em ^auftall stondergleilim-" Ordnungsrus des Vorsitzenden. Schliehlick) wurde mit ben Stimmen der Möali rion st>? rteten der Uebcrgang zur ortnumg brfdfLnfen.
llorfantyö Lüstenspiel.
Berlin, 30. Mar Rack einer von brr „Vvljiscken Zeitung" wieder gegeben en Lchpelner Meldung ist in Kreisen der interalliierten Kommission von einer amgeblttfcn Unter- wersung KorfantvS, insbe'ondere von dem Angebot der Wasiemriederlegung nicht das mi n beste bekannt
Das -lbftimmunstSerstebni» in Salzburg.
Salzburg, 30 Mai. An dem Gesamtergebnis der Volksabstimmung fehlen nur noch die Resultate 20 kleiner Gemeinden Bisher tourten 9 6 000 Stimmen gezählt, von deneit 9 5 000 mit in mtb 700 mit nein lauten: 300 waren ungültig Die Wahlbeteilirung betrug nahezu 90 Prozent Tie Geistlichkeit des Landes fQmmtc geschlossen mit ja. Tie Rein stimmen wurden hanpt'äcklick von Kommunisten abgegeben. Zn bcr Stadt Salzburg stimmten 21 000 Wähler mit ja, 300 mit nein.
7lus den» Reiche.
AuSsperrunstkn in Sachsin.
Berlin. 31 Mai. Ter „Berk Lokalanz" meldet aus Halle: Zur Abtoebr tarihmbriner Streiks im Baugew«'rbe, welck' in der Vrovsiz Sach'en und in Anhalt im Gange sind, sperrte der Arbeitgeber-Verband für das Baugewerbe heute 12 000 Bci-arbeiter im Regierungsbezirk Merseburg und ^Inhalt auS, darunter 8000 auf den Leuna-Werken
Uns dem besetzten (Bebtet
Demission des ReichskommissarS für das besivkt (Gebiet.
Koblenz, 30. Mai (Wolff.) Der Reichskommissar für die besetzten Gebiete, v. Starck, hat sein Abschied q e s u ck kingcreicht, we'ch s genehmig- wurde. Bis zur Ernennung feines Nach'olgcrs vertritt ihn Ministerialdirektor v. B r a n d t.
verband der Beraarbeiter Deutfd)lanö$.
23. Generalversammlung in Gsihen.
II
th. Greften, 31 Mai.
«gestern aermittag begannen dsi Beratungen der Bergarbeiter mit meiLeien Segrüfeintgrn bcr Übertreter bcr Bergarb^iterschaft aus der T s ck e Qj o f i o ro a ? e i und den Riederlanden. Diese betonten in ihren An'prackrcn. ebenso wie der Redner aus Belgieu cm Vorabend, dast auch die Interessen
Lä ibe n mit denen t-er 2‘euiidx*n einig gingen, daß nur eine gestAo»sine Front ber ge-amten Bergattx-iderscha't, eine feste Organisation all.r Berg!-uw den Vsiderauckau der z-nn?ütrctktt Verhältnisse nach dmt Kriege gedeihlich fördern tönr.t Besonder? der Rsiderländer D e - wett mahnte die Bersanrm.'lten, nicht rückwärts, sondern vorwärts zu f(bauen.. Man habe sich geheul in Holland über den Amsterdamer Beschluß, wonach die deutschen Arbeiter sich bereit erklärten, mit vaarbeiten am SSüh raufbau in Rord'rcmkreich. Ti? deutschen Bergarbeiter h-tten aber auck gezeigt, daß sie nickt nur große Sorte machen, sondern auch Taten folgen laifen. Das beroeif? der Beschluß, den Engländern eine Million als Unterstützung in ihrem Ätmvt zu überwerten.
hierauf sprach ber Vertreter des Allgemeinen Deunckeu Gewerkscha't-butckes, U m b r e i_t: er wo'le ar er fermen, daß der Verband bisher Tüchtwes geieifiet und für die Bergarbeiter Gnoßes errcian habe. Ser stets drängc und nörgle, vayesse, daß
jede Entwickltmg Zeil brauche und daß tdvr Fort schritt erkämpft werden müsse.
Ter Präsident des Bunde» der techmschen Beamten und Angestellten, Werner, ermätmie btr ausgezetchnete Zusammenarlvft des Bundes mit ber Leitung des Ber^»rbefterVerbandes. die » den lep ten 3abrat zur Tatsache geworden sei Man könne nut Reckt sogen, den Üvpj- imb ivuiharbeiteni komme immer mehr zum ^^ewußtiein, daß stt in bei gewerkschaftlichen Sact» zufammeit aedören Pir heutige OsineralversamimlUng sei wvciMlht die toick tsgste Tagung, di»' der Berbaick feit Zahnen gebaut lut. Es st, bi- der Abbau der Ävdleupnnsc bevor Do mit zugleich wolle das Untern, hmcrrum di.' Beig arbefterlühnc verringern. Dagegen müsse maji fim zur Sehr setzen, und fdjnxrc >lt>nfliüe wüiden be vorftel>e>i Wenn nickt der flamm der englischen Mamcraben ausm brockten wäre mib wenn Cber schlesieu fl'ohlen hätte liefern können, bann hätten wir schon den Kampf. Dafür müßten dsi Berg arbeitet gerüstet fei, und deShckb müsse b« Gewerk fdjaft alles aufbieten, um auch ben ftampt fühlen zu können.
R u b o l v n - Tüfseldvrf überbrachte bte Grü" des TetUsckon Derkmeifterverbanbes
2 st e r r o t h - Berlin, ^<erfnlrr des Reicks ivinsckxtftSmv i ters iHolet Schmidt, be'tm e, dar dieser selber, ein alter Otarcrn'dx)tt1er, mit Jnk.w- esse die Beranoigen der Ohcßener lagintn ber Bergarbeiter verfolgen n»erb< Tat Ultimatum Ixibe die fflitocrReit iuirtidiaftlidm 2ln'ordernngen an un>er Boll gestellt jcbei Bcrgar.»eiter habe 334 Uebcrfacibcn martjai müssen, um den Ansoi- benmgen unserer (^xrner gcrcriv toerb.m zu finiten. Alle Berussständc nulßsin Dpsir bringen, da für werde ber WtrtschaftSmt. i ec imietchald bei Regierung eintreten Dazu brohe im Osten d s Rctches noch etn größerer Verlust Ter Mrnrster brauche irnbedingt die Unterstützung der Bergarbeiter.
L ö f»1 e r - Backnrm enttm'ck, sie in längernf Ausführungen ben Wert von Ltzersck^esteu für dsi deutsche Wirt ckaft. Es kt ein rndjrt Land an >tzvhlen, an Öfjm, an Jint, an Der, an Zement imb flalf Der rt der vberftlLefllck it Trabuftian belauft fick jährlich au* ca. 18 Milliarden, unh 300 0f>0 fleißige Vien scheu fänden dort laßende Beschäftigung. Frankreick» lvolle ten Boden, ber dOUsche Tüchtigkeit erst frucktbrr.ugend gestaltet habe, an Pofen auÄliefcni, dem aber ixmrit aar i'ickr geholllii fei, beim cs tourte t rn nicht m6g- lick fein, bt: Menckifensttu- Mrtsckiaft sa sruckt- b rin gen o sor^usetzcu nrK bisher Dsi Polen men nicht mif'nnbT, die Industtic -u erhalten. Ein polnisches Obersckiesien würde rn inner Zkultur )nrückgehen Das dürfe nickt fein Den Ober icklessirn müsse geholfen ro.i'beu, dr halb bitte er die ^sirsainmlmig, alaendc Entsck 'iefuing oumi- nefymen, was aud) rinftunnnq qridxel;!
In her Entsck'iies-ung heif-t es
,Die 23. Generalversammlung des 9.<erbanbe? der Bergarbeiter Deutschlands vermißt auf das Sckmcrzlichste die geroäbltni Delegierten bcr ober- schlesischen Mitglieder, die durch een bewaffne'en Aufstand rolniich-nationalistischer Korfantv.Band'n am Erscheinen verhindert werden Die General- veri'ammlung entbietet den von roher Gewalt hrimo.eru-fiten oberschlesi'chmMi g i^eru undkbren Angelörigen dsi herzlichsten Grüße, verbunden mit dem heißen Wunsch, daß br Besatzungsmäckne dsi übcnwmmrnen völkerrechtlichen Bilichten er füllen inti) bcr polnisch-chauvinistische Gewalt- herrschaft mit allen Mitteln ent gegen tre‘en, um Leben mtb Eigentum brr bedrohten Bevölkerung -.u fcktüken wieder georbnrtz Zustände itr Aufstandsgebiet herwstellen Die deutsche Berg- arbeiterickaft hat den Beweis erbracht, daß sie für die Verständigung b.t Völker ist, be.in Vv hat : rotz größter Umcrenttibrung um ä sende lieber* arbeit ne erbtet, o daß die Äerpüicktunqen erfüll' narben konnten, bte von der ReichSregtening durch das .stvblenabkommen von Svaa und seine Fott- sitzung durch andere Vereinbarungen übernommen worden waren. Tsi Generaloer'ammlung er* flärt, daß die übernommenen 'inanftel'en Lasten non Tcunchlarck nur erfüllt werden können, menn rie rooMbabenb.m Volkskrei > zu den größten Cpfcm der angezogen werden intb ihm da? ober schlesische Abstimmungsgebiet, de'sen wablbereck* tigte Bevölkerung sich mit 62 Pro» negen 38 Pro. riir Deutschland en'fcki d, zugesvrocken wird. Dü e bo“ oberschlesische Fndustri^rrvier 2 ''m zuerkannt, für oiz eurvväiichr Dirttchatt eine emtrrnblidx Sckärcgung Ebne ev oberichlesiscken Rotckwft* audlen i>': röte wahrdafte En'üllung b<3 Frsi-
Lasten unnsigsi'ck. Um Dem Frieden d?r Weit und ihrem vollen Wiederaufbau zu biotm und unter Hinweis au’ da- feierlichst verkündete Selbst* bestinnnungsrecht der Völker und daS Ergebnis Der obercklesifcken VolkSabjftmmung che kündet bif Generaloer ammluna, baß, wenn nicht die Gewalt, iondern nur das fstecht triumphieren soll, Cber* schleifen ungeschmälert bei Deutschland beLatfen werden muß."
Romens der Regierung des Fresstaates f)q;e.i begrüßte bcr Präsident des LMckesarbesrsamtt- Raab-Tarmftadt dsi Versammlung emb r<- merk«, daß man die hohe nnrtscka'ttrcke Beter ttmg sowohl als auch die v>ll?i'cke Tragwesi? der Beratungen der deurschm Bergarbrirerfchai» anerkenne und daß man den Beratungen bte besten Vürrsche mtgcg mb ringe, daß dsise vrm Wo bl-' ber Arbeiterschaft temne oes ganzen Volkes gerührt ivürbet.
Es icurtK noch ein Antrag für bte ttn Au- stand befindlichen Waldenburger D^g-rrb i er mtb dsi Gewerkschaft Ferne 'i'?Lbracht, mtt der fick die Generalvettain 'n.ftw i noch -u r#* fassen bet
Daraus not dsi Bersaurmllntg in ben ged*r> lichcn Dell der Taguvg ein.


