Ausgabe 
31.3.1921
 
Einzelbild herunterladen

ZeuMeton.

Wo stand die Donar°Elchr?

2lus Ka ssel wird uns geschriebm : Im ver­gangenen (\abrc entbecfte der vom Vatikan gekom mene Professor Dr. Schäfer, daß entgegen allen bisherigen Forscluingm die berühmte Tonar-Eiche, die bciramfrxrtro von Bonisazrus gefällt worden ist, nicht in dem Törschen Geismar bei Fritzlar, sondern in dem mit einem Gesundbrunnen geseg­neten Hofgeismar .Mischen Kassel und Warburg, im ehemalige:! sächsischen Grenzlande, -u suchen ist. DaS wurde foiort bestritten. Der StreU ist jetzt wieder aufgelebt. Dechant Jestätt am nncdererstan- denen Petersdom zu Fritzlar hat eine große Fülle von Material zusammengetragen, wonach bod> Geismar bei Fritzlar die denkwürdige Stätte ist.

Kenner der hessischen Geselrickte wie Professor Dr. Furkel, Oberlandesbibliothekar Dr. Hopf und General (Eifentixuit in Kassel sind dem Dechant jetzt zur Seite getreten. Bonifatius konnte die große Tat nur in Franken vollführen, wo er zahlreiche germanische Christen hinter sich hatte Auch die fWcgeverhältttisse im 8. Jahrhundert sprechen ein gewichtiges Wort. Ter Fritzlarer Deckant glaubt nunmehr den Standort der Eiche selbst gefunden zu haben und uvar au: 'dem Johannis- kirchVops, einem steilen Waldberge zwischen den kleinen Flüßchen Elbe und Cdder. Aus der fdbnwn: zugängliärm Höhe befinden sich noch die Grund­mauern einer Kapelle nach der Art der Kirche, über der einst der Tom von Fritzlar erbaut worden ist.

Die.Jestättscde Annahme wird durch die Tat­sache bestätigt, daß selten in einer Gegend so viele Heiligtümer angctrvffen wurden als hrer um Fru.>- bar herum. Fast jede Höhe war eine Stätte des

Götterfults. Eine Häufung von Hünengräbern bietet noch heute Beweis Hier :nuß es gewesen sein, mitten tm Zentrum der germanischen Götter- vevchrung, wo Bonifazrus das wdthislurische Wag­nis unternalM, die Eiche des Donars zu fällen und ein Kirchlein daraus zu bauen zu Ehren des heiligen Peter, hier im heiligen Bezirk, im hei­ligen Lande! *

H vpno-R a rko s e Es ist 'möglich, durch Hypnose eine Herabsetzung der Schmerz- munmMidlich bis zur völligen Slufhebung zu er­zielen. Taher ist schon bald nach der EittdecLing der hypnotischen Vorgänge die Hypnose für Ope­rationen benutzt worden. Brak war der erste, der sich der Hypnose zu solchen Zwecken bedioite, und Esdaile wagte leit 1845 hunderte von großen Ope­rationen mu dieser Methode. Diese für die leidende Mensdchcu in früheren Zeiten so unscha-baren Bestreömigen verloren durch d'.e Einführung der narkottschen Mittel, besonders seit Erfindung des Chloroforms 1813 an Bedeutung, und erst, leit» dem man mehr und mehr bie Gefährlichkeit der Nartosemiscturngm erfoiuit bat. greift man auf die Verwendung der Hppnote wieder zurück. Pro' A. '?L Friedländer in Freiburg t. Br. Hai eine Methode auSgoar beitet. in der er Narkose Hypnose verbrndet und bte er Hvono-sHarkose nennt Er berichtet darüber in derDeutschen Revue". Ler Kranke wird dabei vor und während der Epeiorion, d. b. vor Beginn der eigentlichen Nac- wie, suggestiv behände.!. Dadurch nimmt man bte häufig iehr stark auftretende Overations- und Nar- kosc-Ängst fort, zu deren Beseitigung sonst Be- rühigungs- und Betäubungsmitttu angewandt wer­den 'mühen. Erne oder mehrere Hypnoien vor der Operation stellen ein ausgezeichnetes Mittel

Var Mederaufbauprogramm in der franMschen Hammer.

Paris, 30. März. (WTB1 Bei der heutigen Beratung über die Bewilligung eines vierten Budgctzwölstcls in der Kammer hatte der Abg. Philippoteau den anwesenden Minister für die be­freiten Gebiete, Loucheur, gefragt, welches An­gebot Deutschland für den Wiederaufbau der befrei­ten Gebiete gemacht habe und ob es deutsche Ar­beiter und Materialien angeboten hätte. Minister Loucheur erklärte, die französische Regierung habe tatsächlich 14 Tage nach der Unterzeichnung des Friedensvertrages eine Beratung der Sachver­ständigen veranlaßt, und ein Vertreter der deutschen Gewerkschaften habe der fran­zösischen Regierung eine Rote überreicht, die zum mindesten überraschende Klauseln enthalten habe. Außer den anormalen Bedingungen über die Hy­giene hätten die deutschen Syndikate die inuiu lässige Forderung gestellt, man solle den deutschen Arbeitern das S t r e i k r e ch t gewähren und ihnen außerdem, während die Landesbevölkerung in Frankreich in Ruinen Hause, nicht nur Schlaf­zimmer und Badezimmer, sondern auch K o n - versations -und Gesellschaftszimmer zusichern. Ter Generaldirektor der Baugenosien- schasten habe die Bedingungen 1919 zurück- gewiesen, und die französische Regierung habe sie aus volitischen Gründen nicht annehmen können. 1921 habe eine Verhandlung zwischen dem Allgemeinen Arbeiterverband (U. G. T.) und den deutschen Syndikaten zu gleich unannehmbaren Be­dingungen geführt, weil für die deutschen Arbeiter das französische Gewerkschaftsrecht verlangt worden sei. Loucheur erklärte, den deutschen Forderungen 'habe die französische Regierung nicht zustinrmen können. Man 'habe sich bemüht, Material für den Wiederaufbau von Deutschland zu erhalten. Tas sei an dem diplomatischen schlechten Willen der deutschen Regierung scheitert. Tic deutsche Regierung habe immer dop­pelt so hohe Preise verlangt, als mt Innern Deutschlands bezahlt würden. Alles, was von Deutschland in dreier Richtung gesagt wurde, ent­spreche nicht der Wahrcheit. Weder was die Ge­stellung von Arbeitern, noch was die Lieferung von Material anbetreffe, habe Deutschland etwas züm Wiederaufbau beigetragen Loucheur wandte sich dann gegen eine Aeußerung des ReichSm-mi- sterS Dr. Sinions in einer Unterredung, in der er sagte, er habe einen vvMvnrmenen Man für den Wiederaufbau. Nach einer von Loucheur verlesenen Erllärung habe Tr. Simons gesagt, er sei mehrmals durch die verwüsteten Gebiete ge­fahren und habe unter dem Schauspiele gelitten. Er betrachte es als die wichtigste Aufgabe, die Häuser wieder aufzubauen. Aber die Vorschläge von Spaa wären nicht präzise gewesen und bte deutsche Regierung Habe ihren Willen, nichts zu hm, bewiesen.

Der sozialistische Abgeordnete Uhry erklätte, es müsse vollkommene Klarheit geschaffen werden über die in Genf von Deutschland den französischen Gewerkschaften gemachten Angebote. Minister Lou­cheur sagte, er hoffe, daß der Abgeordnete Temen Vergleich zwischen der Erklärung der französischen Regierung und den Erklärimgen, die in Deutsch- Land gemacht worden seien, ziehen wolle. Ter Mi­nister ging dann zu den Vorschlägen von Spaa imb London über und erklärte, Frankreich habe Material verlangt, was die Deutschen aber nie ge­liefert batten. Anläßlich der Beratung seines Bud­gets wolle er aus diese Frage im einzelnen antwor­ten. In der Debatte sprach der unabhängige So­zialist M e c to u x gegen die Beschäftigung der deut­schen Arbeiter. Der Interpellant Philippo­teau dankte Loucheur, daß er Legenden zerstört habe. Ter Abg. Crespel protestierte gegen die Verwendung deutscher Arbeiter für den Wiederauf­bau. Diese zweite Invasion werde moralische Ruinen schaffen. Auch der radikal-sozialistische?lb- geordnete Meunieur schloß sich den Protesten gegen die Verwendung deutscher Arbeiter an. Sie würden nicht nur die Ruinen, sondern auch den Patriotismus beleidigen. Nur der sozialistische Abgeordnete Lebas erklärte, man dürfe feine Gefühlspolitik betreiben, sondern müsse mit kaltem Blute an die Lösung des Reparations- Problems heran treten und die Beteiligung der deut­schen Arbeiter an dem Wiederaufbau der Ruinen, ine das deutsche Heer verursacht haben, ins Auge fassen. Tie deutsche Regierung müsse die deutschen Arbeiter bezahlen. Man müsse zugestehen, daß es Frankreich an Arbeitern fehle. Tamil wurde die Generaldebatte geschlossen.

Dr. Simons' Ruheaufenthalt.

Wie derLokal-Anzeiger" meloet, ist der Minister des Aeußern Dr. Simons mit Ge­mahlin imb Tochter in Luga nv ein getroffen und bat bei einer befreundeten Familie in der Stadt zu einem Ruheaufenthalt Woh-

Der Streit im Lahngebiet beendet.

Gießen, 31. März 1921.

DerStreik im Lahngebiet, der wesend­lich die Metallindustrie betraf, hat nunmehr nach mehr als zmölftvöchiger Dauer sein Ende gefunden. Entsprechend den zwischen dem Lahnarbeitgeberverband Wetz­lar und dem Deutschen Metallarbeiterver­band, Verwaltungsstelle Wetzlar, getroffenen Vereinbarungen öffnen die Firmen des Lahn­arbeitgeberverbandes, soweit es die technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten gestatten, von heute ab ihre Betriebe zur Wiederauf­nahme der Arbeit. Das Ergebnis der Ver­handlungen am Oster^Samstag ist in folgen­den Bedingungen zusammengefaßt:

Die Bedingungen.

1. .Sämtliche Streikenden und Ausge­sperrten werden wieder eingestellt.

2. Die Wiedereinstellung erfolgt zu den bisherigen Löhnen und den alten Pflichten und Rechten entsprechend dem Kollektivabkommen.

3. Mit Rücksicht auf die lange Arbeits­unterbrechung in den bestreikten Betrieben wird in diesem Jahre kein Urlaub gewahrt; die Ausgespecrten erhalten Urlaub ent­sprechend den tariflichen Abmachungen.

4. Um den Arbeitern und Arbeiterinnen in oen bestreikten Betrieben über augenblick­liche Schwierigkeiten hinwegzuhelfen, erhalten alle Verheirateten einmalig 50 Mark, alle Le- öigen 25 Mark Unterstützung bei der ersten Lohnzahlung.

Der Verlauf oes Streiks, der über 6000 Arbeiter betrat sei nochmals kurz zusammen- gefafet. Der Deutsche Metallarbeiterverbano hatte im November vorigen Jahres Lohnfor­derungen in Höhe von 1.50 Mr. pro Stunde eingereicht. Ta eine Einigung zwischen den be­teiligten Organisationen nicht zu erzielen war, wurde vom Metallarbeiterverband der staat­liche Schlichtungsausschuß für den Kreis Wetz­lar angerufen, der am 18. Dez. einen Schieds­spruch fällte, nach dem eine Lohnerhöhung nicht zugebilligt wurde, dagegen als Wirt- schaftsbeihilfen in einer Rate gewährt werden sollten an alle verheirateten Arbeiter utw Av- beiterinnen 170 Mk., für jedes Kind unter 14 Jahren 50 Mk. Dieser Schiedsspruch wurde von den Arbeitern abgelehnt; ein Teil der Ar­beitgeber hatte sich zur Annahme sofort be­reit erklärt. Erneute Verhandlungen am 7. Januar unter Vorsitz eines Vertreters des Temobilmachungskommissars Koblenz verlie­fen ergebnislos; die Arbeiter legten daher am 10. ;urti) 11. Januar bis auf einige Notstands­arbeiten die Arbeit nteöer, weit sie unter gar

keinen Umständen gewillt waren, von ihrer Forderung auf Gewährung einer Lohnzulage Abstand zu nehmen. Inzwischen war vom Metallarbeiterverband hie Vermittlung des Reichsarbeitsministers ungerufen worden, auf dessen Veranlassung am 4. Februar in der Handelskammer zu Gießen Verhandlungen zwischen beiden Parteien stattfanden, die von den Gewerkschaftsvertretern als aussichtslos abgebrochen wurden. Infolgedessen griff der Lahnarbeitgeberverband zu Gegenmaßnah­men und sperrte ab 11. Februar die Arbeiter der noch nicht bestreikten Firmen der Metall­industrie des Lahngebietes unter Einhal­tung der gesetzlichen Kündigungsfrist aus. Ein Versuch des Reichsarbeitsministers, am 23. Februar eine neue Schlichtungsver­handln na durcktzuführen, scheiterte, da zu dieser Verhandlung von den Arbeitgebern nur der Syndikus erschien, der eine Er­klärung abgab, daß die Arbeitgeber weder einen neuen Schlichtungsausschutz^ noch einen neuen SchiÄsspruch anerkennen könnten und gegen das Eingreifen des Reichsarbeits­ministers als ungesetzlich pvotestiert. Ohne Mitwirtung der Arbeitgeber fällte an diesem Tage der neue Schlichtungsausschluß einen Sckn^)sspruch, dessen Verbindlichkeit in einem Telegramm des Reichsarbeitsministers vom 22. März jedoch ab gelehnt wurde. Die Auf- forberung der Arbeitgeber zur Wiederauf­nahme der Arbeit wurde von den Arbeitern vorerst mit einer Verschärfung des Streiks beantwortet, indem sie am Karfreibagabend auch die Notstandsarbeiten einstellten. Ueber

diese Vorgänge haben wir unsere Leser in den letzten Tagen bereits unterrichtet. Wir

der sich ton OjkrsamKag rrc Wchlar 'er* eignete.

Am Sonnabend, 26. März,, wurde, wie uns mitgeteilt wird, die Lage in Wetzlar gespannter Ts kam zu großen Ansammlungen vor dem Rathruie und zu ernsthaften, tätlichen Bedrohungen des Bür­germeisters durch die Streikenden.

Ter Führer der Schutzpolizei, Polüeimaior v. Buch, schlug eine Besvrechung mit den Ar­beiterführern vor, um auf friedlichem Wege, Aus­schreitungen zu verhindern. Tiefe Besprechungen wurden auch von den Arbeiterführern gewünscht.

Polizeimajor v. Buch begab sich im Kraftwagen ohne Polizeischutz von dem Sumhorte der Schutz­polizei, Gut Altenberg, zu der verabredeten Stelle nahe der Tillbrücke bei Wetzlar.

Am Treffpunkt fand er, außer einigen Streik- führern, eine größere Menschenmenge vor, die sich ständig durch Hinzuströmcn vermehrte.

Trotz dieser Lage fuhr der Polizeimaior nicht nach Altenberg zurück, sondern ging, im Vertrauen auf die getroffenen Verabredungen, zu Besprechun­gen mit den Arbeiterführern über.

Der Erfolg war, daß die Masse der Streiken­den unter Einnahme einer drohenden Haltung und unter üblen Schimvsworten die Insassen des Kraft­wagens an bet Rückfahrt nach Altenberg ver­hinderten und sie im Auto nach dem Rathause führten.

Von sachlichen Besprechungen konnte unter die­sen Umständen keine Rede sein, obgleich sich die Beamten der Schutzpolizei durch Ruhe und Sach­lichkeit bemühten, keine Erregungen hervorzurusen.

Die Polizei in Altenberg, mr die, im Ver­trauen auf die Abmachungen der Arbeiterführer, keine besondere Bereitschaft zum Schutze ihres Füh­rers anbefohlen war, schickte, als sie von den Er­eignissen Kunde erhielt, eine stärkere Ab tei- lung nach Wetzlar herein, um den feftgehaltenen Führer zu befreien.

Durch ruhige Haltung und tadelloses Auftreten gelang es der Schutzpolizei, Blutvergießen zu ver­meiden, trotzdem sie durch das Festhalten ihres Füh­rers und durch alle möglichen Provokationen auf das äußerste gereizt wurde.

Es gelang, den Führer unb alle Insassen des Autos nach Qtltenberg zurückzubringen.

Das Vertrauen zu Abmachungen der Streiken­den ist durch dieses Ereignis bei der Schutzpolizei stark erschüttert worden.

x-

Au» Stadt uttö Land.

Gießen, den 31. März 1921.

An die Leser!

Mit dem sich zurückziehenden Winter tritt leider keine friedliche Stille ins öffentliche Leben ein. Die inner- und außerpolitischen Triebkräfte drängen noch zu Verwicklungen und Ueberraschungen aller Art. Auch der Landmann, der seine Felder bestellt, kann in dec Ruhestunde einer gut unterrichtenden Zei­tung nicht entraten. Der Gießener Anzeiger wird ohne Weitschweifigkeit, aber auch lücken­los, unterstützt durch einen vorzüglich organi­sierten Nachrichtendienst, alles Wissenswerte in Politik unb Wirtschaft zur Kenntnis brin­gen. Unser Blatt behält dabei seinen maß­vollen, aber jeden deutschen Aufbaugedanken ergreifenden Charakter. Der Ausbau unseres Unternehmens ist im Fortschreiten begriffen, wie sich im regelmäßigen Erscheinen unserer Sport-Umschau und unserer belletristischen Samstagsbeigabe bereits gezeigt hat. Weitere Bereicherungen des Lesestoffs unseres Blattes sind in Vorbereitung. Der Leserkreis ist ge­wachsen und unser Blatt dehnt zwischen Frank­furt und Cassel seine führende Stellung immer weiter aus.

Neubestellungen werden entgegengerwm- men durch die Trägerinnen und Zweigstellen- Jnhaber, durch die Post, unb in der Geschäfts­stelle, Schulstraße 7.

Verlag und Redaktion des Gießener Anzeisers.

Veranstaltungen.

Donnerstag: Dostkeller, 8»/< Uhr, Mit­gliederversammlung tm Deutscynatiomüen Dvlks- partei. Lonystöahe 2, 8% Uhr. Vortrag der Baptisteng em ciude. Cafs Leib, 7 V, Uhr, Kon- ?rt unb Vorstellung her Mcdick-Meidinger. ichtspieltheater, wie gestern.

** AmklrAe P ersonaln a chrlckte». Ernannt wurde am 22 März 1921 der Am». gerichtSobersekretär Wilhelm Schuldr zu L.z. lach zum Ctfotumer. bei dem Landesiultwu^ Marienschlotz Wirkung vom 1. April lö2l Ernannt wurde am 23. März der Cbtrl*rrr an der Oberreal schule in Gießen Tr Ploch ;um Oberietet an dem ^ealanmiufium m Gießen mit Wirkung oom 4. Avril 1921 ab; q- 24. März der ÄmilgebilTc an her Liebig rtaltoule in Tannstad: Shnl Lemmersdok. zum Amlsgehilsen an der Cbenealfctiule in Alz. TeO) mit Wirkung vom 16 April 1921 cm; Amtsgchilft an der Oberrealschule in AlSteld Maael zum Amtsgdnlten an der Siefxg4-Dbrr. realKnule m Darmstadt mit Wirkung tw 16. April 1921 ab.

" Kleine Mitteilungen. Tie fcetirr' berlage ban It. Bekanntmachung der frobt Brr-- prüsungsstelle bet den einzelnen Flerschsottr» rj>- schließluh der em gewachsenen Kvochen nicht . steigen: bei Ochsen-, Rind-, Kuh- unb Hauu?L fleisch 25 Proz., bei Schweinefleisch 20 Tioj , > Kalbfleisch 33» , Proz Bei Sbotdett», Roastbeef u-b Lenden darf eine besondere Kiwchenbeilaae nicht b: gegeben werden. Tte em gewachsenen Knoche» fei diesen Stücken türfen bis 33»,, Prozent beraurr Am 26. d. Mts. wurde ein auf der Stra^ aufgestelltes Fabrr ad (MarkeElite", stöbe. Nr. unbekannt mit verrosteter Lenkstange, neue 5fr, reifung, neue Speichen, ziemlich nach unten ge­bogener Sattel, schwarzer Rahmen bau unb funktionierender Schelle gestohlen An dem eine. Rad befindet |üf> ein gelbes, an dem anderen ax vernickeltes Ventilschräubchen. In der Zeü von 26. bis 28. d. Mts. wurde aus einer Gartenhüvr ein Flober t gewe hr Diana) mit befke Schaft, vernickeltem Laus und etwas oerroftaa Abzug gestohlen. Vor Llnvouf wird gewarnt. -

* Der Posaunenchor der Stadt« Mission erfreute am Freitag mdurot 7.30 llk unsere Stadt mit dem herrlüöey Österlich Seele, dein Herland ist frei hon bti Banden" wovon er je einen Vers vom Turn der Stadtkirche herab nach jeder Hinundsrichü- spieltc. sodann ging der Chor geschloffen den Klmiken, um den Kranken eine Lsterftafr zu bereiten, was in persönlichcherzlichem Lari von den Schwestern und Jtränten mierfanm trmör Einer Ilufsorderung, öfters in den Klrnitea z. spielen, will der Chor gerne nachkommen.

* Vortragsabend Ba kof. ) Ernhorn-Festsaal hätten am Dienstag abend ter Batet unb die bekannten Mitglieder des kheaters Hans Eisol timd Frau einen teürra Abend veranstaltet. Gesungener und gesprochene. Scherz wechselten ab, die Begleitung der Licke hatte Derr Hahn übernommen, unb das Publ» kum gmg dankbar aus alles ein. 'ErntelyeiUA. hervorMch^en ist nicht nötig, da bte 'Verani.^ tung an sich schon ihre Absicht, der dnick^che Stimmung der Zeit entgegenyunrirten. Dttlrci Allerdings waren es nicht <ierabe viele Bür;e. die sich diese Ausspannung gönnten.

* Bornotizen. Aus dem Stabtthe»' terbureau. Zur morgigen Erstausführung LustspielsTie Volarreise" von Alerante Zirm fei daraus hingewiesen, daß unsere WIN die zweite ist, die das Stück bringt. Die Ureu- führung fand vor kurzem am Hamburger TMu Theater statt. Wo das Werk einen überaus flerfn Erfolg erzielte. Es sei daraus ausmerksa« qemabl daß, während die Svielzeü noch bis 20. April bauert, die letzten Operetten-Aussülwa gen am 9., 10. und 11. April ftattfinben. Ar vidfachen Wunsch findet am Samstag bat 9 Avn noch einmal eine Wiederholung derFoschingSfee' statt. Auf Einladung sämtlicher Frouenvereri. Gießens wirt» Dr. Klein am 7., 14. unb 21 Srr. über Geschlechtskrankheiten sprechen Im dc* Horn gastiert ab 3. April bte Kölner Bien ftri* Gesells cha f t, bie Burlesken zur Borfuhrmt brmat. Wie uns du Leitung bes Kurpark Casinos in Bad-Nmiheim mitteilt, finden o« 1. April wieder die beliebtenBunttri Mxmde" utt« -war täglich statt. Namhafte Künstler wirken ha­bet mit.

** Lor Altertumssammlern pCj letzt jdser auf bet Hut sein. Diese Sone M Schleichhändlern ziehen jetzt von einem Hau<- »o andern, um möglichstbillig" alte, toertrotte gen stände, bte wer wein wie lange schon der des Hauses waren, aufyuBauten. Irr Weg btrr-' Gegenstände führt nicht etrva in cm Museum, fo»> dem in bieSchmelze" ober rnS Ausland

Landkreis Gießen.

Schnepfenstr ich.

RöthgeS, 30« Der Wefiäfcn? Schnepfen strich ist verhältnismäßig Früher strichen die Schnevfoi amMtm Sttw' vruch". Infolge Von KulturverLnderungen Platz setzt ungchnslig. Dagegen streichen die Sen»1 schnäbler jetzt zahlreich am sog. Srn,)eSkopf fcie* bat ForstwcrN Buttron bis jetzt ein halbes Dutzas« Schnevfen geschossen

Laubach, 30 Mär». Irr 6 dmeoit*1 strich in unseren Waldung en hat in diesem jh

bar, den Kranken in eine seelische Gleichgewichts­lage zu bringen. Die eigentliche Hypno-Narkose letzt unmittelbar vor der Operation ein; der außer­halb des OperatronsraumcS hypnotisierte tfmnte torro langsam narkotisiert, so daß sich die Narkose m die Hnpnose einschleicht. Tie Narkose hört aus sobald die Operation in her Hauptsache beendet ist unb dann tritt die Hypnose wieder in den Border- grunb. Bei diesem BenaEwen werden bte Narkoso- mrttel um zwei Drittel bis brrt tVftnftel der sonst notwendigen Mengen herabgei'etzt. Die Vergiftung, die mit i<bcr Narkose verbunden ist, wird dadurch t-iei geringer Ter Krönte bleibt von liebeITeit verschont und empfindet den Vorgang wemger alsNarkose" beim als ^.Schlcrff". Dtsselbe Mv- thobe laßt sich auch in der Geburtshilfe anwenden. Durch die hlwnottsche Behandlung wird eine grobe Ersparnis erziell werden können, da die Erzeug­nisse der Cbemie heute um 100300 Prozent L1 irrer geworden sind. Turch bte hvpnotische Nacb- bebanblimg läßt sich das Auftreten von Nach­blutungen ufto. sowie die Gewohimrw an Schlaf­mittel verhindern, bie nickt selten zu Monchrmmus führt. Ter über Stunden und selbst Tage aus­dehnbare hypnot sche TauentKar ermöglicht auch eine leickuere Behandlung des Kranken. Für ixe allgemeine Turchfühmng dieser Methode ist es notwendig, baß icke chirurgische Abteilung emen m der Psychotherapie ausgebildeten Assi steiften be­sitzt, der allerdings die hypnotische Behandlung in der von Friedländer angegebenen Weise sach­gemäß durchMren muß.

T i e M o b e a l s Eh e st i f t e r i n.Stif­tet die Mode (Eben?" Diese Frage wirft eine eng­lische Schneidertünstlenn auf, die ihre Kundinnen in den vornehmsten Kreisen ^Ut, und beantwortet

sie mit allerlei intimen Bekenntnissen, bte uni gerade überraschen, aber doch selten so frei mV - gesprochen werden.Tie Frau soll man 86 zeigen," sagt sie,beten Lebensgeschichte nickt bnrtc die Mode beeinflußt worden ist. Nehmen T« Ich würde nie geheiratet hoben, wenn nickt ger®* weite Aermel und mäßig weite Röcke modern wesen wärm, als ich meinem Zukünftigen ssurr erstenmal b gegirrte. Ich sah gerat)? in dies m Br«** ftü am besten aus, und sc» verliebte er sick m auf den ersten Blick. Mein Fall kann ober <*-* typisch gdten. Mir passiert e- immer wieder, M junge Tamm, die ich bedime, zu mir kommen u® sich bei mit bedanken, weil ich burth meme I« " len" so viel für ihr Lebensglück beigetragen tza». Soeben war solch eine Tarne da, bte >lck mr« schon den Dreißigern näherte. .,l*m Abendkleid, das Sic mir angefertigt verdanke ich meine Verlobung," »agte 9^* freimütig.Er erklärte, er habe niemals toten gewußt, nric sehr er mich liebte, bis er nnck " der Gesellschaft sah, auf der ick dies Klcw -n'k Dir Toilette verbarg aber auck afle UnwnfcJWg

für dm besten Hdnatsvermittler hatte Nmi^< mit weiten Aermeln und mäßig wett« Röar. Nickt, weil ich durch sie. heirattte, sondern ma- sie w auBerorbcnttiä) kleidxan iiL Enge nem« i B. trtrTm sehr schädigend auf dre und auch enge Röcke sind recht bedenklich J. Frau tteyt in einer bestimmten Mode, am aus. gibt Mädckm, bte warten Saiten^ Saison auf diese Mode, die gerade ihrer S®- - am voneilhaftesten ist. Aber wenn biete xwc « ist, dann betraten sie!"