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in Sankt Margarethen und anoeren kleineren Orten wurden mehrere österreichische Gendarme­riepatrouillen und Posten ausgenommen und ver­schleppt. Auch mehrere Privatpersonen aus Wie- ner-Äeustadt, die gestern im Automobil nach dem Burgenlanden fuhren, darunter ein Abgeordneter und sein Sohn, wurden interniert.

Die Tagung des Völkerbundrates.

Genf, 29. Aug. (WTB.) Der Bölker- bundrat trat heute nachmittag zu seiner ersten Sitzung über die oberschlesische Frage zusammen. Sämtliche Ratsmitglieder waren anwesend, die vier ständigen: 3shy (Japan), Balfour (England), Bourgeois (Frankreich) und Fmporiall (Italien). Ferner die vier nichtständigen Mitglieder Wel­lington Koo (China), Quimones (Spanien), da Cuntra (Brasilien) und Hymans (Belgien). Der Generalsekretär des Bölkerbundes, Sir Erich Birn- mond und zahlreiche Beamte nahmen außerdem an der Sitzung teil.

Die Sitzung war. wie fast alle Bölkerbunds- sihungen. nicht öffentlich. 3 shY Präsi­dierte und verlaß seinen Bericht über die ober­schlesische Frage. Ilm 6 Ahr abends wurde fol­gender Bericht des Bölkerbundes veröffentlicht. Äachdem die Mitglieder des Bölkerbundes den Bericht angehört hatten, sprachen sie einmütig die Aeberzeugung aus, dah sie geneigt sind, die Aufgabe zu übernehmen, die ihnen der Oberste Bat übertragen hat. 3shy wurde beauf­tragt, diese Annahme dem Präsidenten des Ober­sten Rates mitzuteilen. Jshy hat dann seinen Kollegen vorgeschlagen, die n ä ch st e E i h u n g der auhervrdentlichen Session auf Donners­tag den 1. September, nachmittags, festzusehen, damit jedem Mitglied des Bölkerbundes die Zeit bleibt, von allen Dokumenten, die sich auf Ober­schlesien beziehen und die dem Rate durch den Präsidenten des Obersten Rates übermittelt wür­ben. Kenntnis zu nehmen. Die Sitzungen der außerordentlichen Session werden von Jshy wer­ter geleitet werden. 3n der Zwischenzeit wird sich der Rat zu ordentlichen Sessionen zum Studium der laufenden Angelegenheiten zusammenfinden. Den Borsih führt In diesen Sitzungen Wellington Koo (China). Die erste Sitzung der außerordent­lichen Session wird am Dienstag den 29. August vormittags stattfinden. Der Rat wird noch ent­scheiden, ob die deutsche Regierung und die polnischeRegierung zugelassen werden sollen.

Genf. 29. Aug. (WTB.) Rach der Sit­zung des Bölkerbundsrats. die kaum mehr als eine Stunde gedauert hatte, erklärte 3 s'h y den anwesenden Pressevertretern, daß er absichtlich in seinem Bericht keine tiefgründ- ltchen Antersuchungen des oberschlesischen Pro­blems voryenommen habe, La er in jeder Be­ziehung die A rteilsf reih eit des Rates achten wolle. Er habe auch darauf verzichtet, eine Auswahl unter den Akten zu treffen, sondern vorgezogen, dem Bölkerbundsrat die gesamten Dokumente, soweit sie vom Obersten Rate zuge- teilt seien, zu unterbreiten.

dlohd George über die Weltwirren.

£ o n b o n , 29. Aug. (Wolff.) 3n seiner in Barns» Ht) gehaltenen Rebe erklärte £loyb George noch, bis gesamte Welt leibe an ben {folgen de s Krieges. Das sei jeboch unvermetblich. Man könne nicht erwarten, baß nachdem so viele Tausenbe von Millionen für Morb unb Zerstörung ausgegeben worben seien, unb nachbem sich bie Weltinbustrie fünf Jahre lang auf bie Vernichtung konzentriert habe, alles ruhig weitergehen werbe, als wenn nichts ge­schehen sei. Die gesamte Welt leibe an einer Depression. Selbst Amerika, bas während breier Kriegsjahre ben überschüssigen Reichtum (Europas an sich gezogen habe, leide an einer großen Depression. Da die Kauf­kraft ber Welt geschwächt sei, gäbe es viele Arbeits­lose. (Es stäuben noch schlechte Zeiten bevor. Allmählich werde es doch wieder bester werden. Man müste sich auf dem Wege des gesunden Menschenverstandes und ber Erfahrungen halten, den Mut hochhalten, unb die Welt werde wieder in Ordnung kommen.

Bismarcks Gedanken und Crinuernngen.

D e r l i n, 29. Aug. Der frühere Kaiser W i l- el m II. gestattete den Abdruck der von hm und Kaiser Friedrich verfaßten Briefe im dritten Bande von Bismarcks Gedanken und Erinnerungen. Der Berlag Cotta hat eine namhafte Summe für die vom ehemaligen Kaiser zu bestimmende wohltätige Zwecke zur Derfügung gestellt.

Aus Hessen.

rm Darm ft ab t, 29. August. Der Schub Ausschuß besprach heute den Artikel 47 ber Ro- veile, nach dem die Lehrer verpflichtet sind, wöchent. lich 30 Unterrichtsstunden zu erteilen. Weitere Unter» richtsstunden, insbesondere F-ortbildungs-Unterrichts- stunden sollen als Ueberstunden besonders vergütet werden. Da die Lehrer fordern daß aller Fortbildungs- schulunterricht, unabhängig von dem andern Dienst beson­ders vergütet wird, entsteht hier eine sehr lebhafte Aus- spräche. Die Regierung will versuchen, einen neuen Vor­schlag auszuarbeiten. In Artikel 48 wird festgelegt, daß die Vertretung eines Kollegen bis zu 4 Wochen um­sonst geschehen muh, eine längere Zeit wird ange­rechnet. Der Art. wird angenommen, ebenso ber folgende Art 49, ber bie Regelung des Unterrichts an Privatanstalten von ber Genehmigung bes Kreis- amte« abhängig macht.

3m Anschluß an die vorerwähnte Sitzung fand m Anwesenheit des Staatspräsidenten Ulrich eine interne Aussprache über die jetzige politische Lage statt. 3nfolge des Mordes an Erzberger leien nach allen Selten Vorkehrungen getroffen, nm näßere Putschversuche im Keim zu ersticken. Aller Voraussicht nach seien aber derartige lieber» raschungen nicht zu fürchten, da im ganzen Hessen die Lage ruhig sei.

Aus dem besetzten Gebiet.

fpd. Homburg r.d.Pf., 28. Aug. Der hiesige Berufsbürgermeister bot als einer der ersten des SaargebietS die Forderung ge^ stellt, daß ihm sein G e h a l t i n F r a n f e n auSgozahlt wird. Auf Gruud des Anstellungs­vertrages mußte dem Ansuchen entsprochen werden. Das Gehalt des Bürgermeisters steigt bei dem jetzigen Frankenkurse um mehr a!s das Doppelte der früheren Bezüge. Die O r - aanisation der Gemeindebeam ten hat sich bisher scharf gegen die Ein­führung der Franken Währung aus- gespvochen. 1

61. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands.

Frankfurt, 29. August.

Die heutige zweite geschloffene Ber­fa m m l u n g wurde vom Präsidenten Geheimrat Held kurz nach 10 Uhr eröffnet. Auf der Tages­ordnung steht zunächst die

Fugendfrage.

Der Präsident weist darauf hin, daß zum erstenmal auch katholische Schwestern auf der Generalversammlung erschienen sind.

Das erste Referat erstattet Kaplan Joseph Außen, Opladen.

Als Korreferent sprach Pater Esch, Köln, der Generalsekretär des Berbandes der studieren­den katholischen Jugend. Die katholische Fugend- oewegung habe drei 3deale: Jugend, Baterland, Kirche. Sie wolle die Ehrfurcht vor der deutschen Frau, vor dem deutschen Mädchen, wieder er­wecken, die in den letzten Fahren zu verschwinden drohte. Lassen wir der Fugend ihre Freude, lassen wir ihr die Freude am Wandern und am Sport: aber die katholische Fugend ist zuerst Katholik und dann erst Sportler und Sportlerin. (Lebhafte Zu­stimmung. ) Die katholische Fuqendbewegung müsse streng konfessionell fein; die Eltern hätten für die konfessionelle Schule gekämpft, also wäre es Ver­rat der Fungen, für eine interkonfessionelle Fu- gendbewepung zu kam; fen. (Stürmischer Drifall.) 3n den Rahmen dieser Bewegung stelle sich Der Verband Reudeutschland.

Es wurde eine entsprechende Entschließung ge­faßt.

lieber den Bvnffatius-Verein refe­riert hieraus Gras zu Stolberg-Stolberg. 3n der Diskussion sprachen sich alle Redner be­geistert für eine tatkräftige Förderung des Doni- fatius-Vereins aus.

Ein vom Abgeordneten v, P l a t e n borge» schlagener Antrag findet gleichfalls einmütige begeisterte Annahme:Die Versammlung erachtet es als ihre christliche und nationale Pflicht, der gesamten Welt zum Ausdruck zu bringen, daß sie fest entschlossen ist, im Geiste wahrhaft christlicher Rächstenliebe an der Verständigung mit allen Völ­kern und an dem Wiederaufbau der durch den Krieg zerstörten moralischen und materiellen Gü­ter mit allen Kräften mitzuarbeiten. Rur in un­serer Hl. Kirche geförderter Geist wahrer Völ - kerversöhnung wird allein imstande sein, die Wunden zu heilen, die das Abirren aller in Krieg verwickelten Rationen von den Wegen der göttlichen Gebote, der gesamten Kulturwelt ge­schlagen hat. Die Katholiken Deutschlands glauben und hoffen, dah der unS vom Hl. Vater in seiner unendlichen Liebe so oft gewiesene Weg zum Ziele führen wird, wenn auch die Glaubensgenossen der einst feindlichen Länder in wahrhaft christlichem Geiste zu wandeln entschlossen sind und davon ab- stehen, dieSchuldanderEntstehung und an der Führung des Weltkrieges für deren Abwägung es in der Gegenwart objek­tive und menschliche Richter nicht geben kann einseitig auf den Besiegten abzu­wälzen."

lieber dieHeidenmission" berichtet Missions- bischof Hennemann -Kamerun (z. Zt. Limburg). Schluß der Versammlung IV* Uhr.

*

Zweite öffentliche Versammlung.

Die öffentliche Versammlung im Schumann- Theater unter dem Präsidium von Geheimrat Held begann um 5 Uhr nachmittags. Sie ist der Erörterung der Frage gewidmet wie der notwen­digen geistig-sittlichen Erneuerung desdeutschenVolkes vorgearbeitet werden kann.

lieber ^Familie und Schule als Pflanz­stätten des Volksgemeinschaftsgeistes sprach Abg. des bayerischen Landtages Marie Freiin von Gebsattel - München. Die Rednerin wurde von der Versammlung mit lebhaftem Händeklatschen begrüßt und führte u. a. aus: Wir Deutschen sind immer noch nicht klug geworden, wenn wir die Einheitsschule fordern. Die Mehr­heit des Volkes kann 3ndifferentismus und Tole­ranz nicht auseinanderhalten. 3ndifferentismus ist Gleichgültigkeit gegen die Wahrheit, Toleranz ist Duldsamkeit gegen die Menschen. Alle, die gu­ten Willens sind und an Gott glauben, zählt die angeblich intolerante katholische Kirche zu ihren Gliedern. Wir als Kinder der katholischen Kirche haben keinen anderen Weg zur Volkseinheit, als feststehend im Glauben die Kraft zu der alle Unterschiede überbrückenden deutschen Bruderliebe aus den Gnadenquellen der Mutter zu schöpfen. (Beifall.) Wir haben einen Staat, aber noch keine Volksgemeinschaft. Lehret die Kinder, für die Ar­men zu beten. Auch den Geist der Versöhnlichkeit müssen die Kinder lernen, den Geist, der nicht fragt bei Zwistigkeiten: Wer ist schuld, wer hat .angefangen, sondern der nur sagt: Cs muh wie­der Frieden werden. Wir verlangen mit allen Dekenntnistreuen die Bekenntnisschule. (Stürm. Beifall.)

Es wurde eine entsprechende Entschließung angenommen.

Hierauf spricht überDie Bildungs­au f g a b en des Katholizismus" llnib.- Prof. Reichstagsabg. Dr. Schreiber -Münster. Er legt zunächst ein warmes Wort ein für die Erhaltung der durch die wirtschaftliche Entwick­lung bebrobten deutschen Hochschulen und begrüßt es, daß die Reichsregierung in den Haushalt 20 Millionen Mark für die Rot der deutschen Wissenschaft eingesetzt hat. Doch sei die Erhaltung des deutschen Denkens ein internationales Pro­blem. Eine Eigenart des deutschen Wesens sei sein universalistischer Zug. seine Fähigkeit zur Syn­these zwischen den Qlationaltullurcn. So national der deutsche Katholizismus sei, so sei doch gerade er besonders dazu berufen, den Universalismns zu pflegen und damit auch die Beziehungen zur ausländischen Wissenschaft wieder zu knüpfen. Stürmische Hochschulreformen lehne man ab; wenn aber der Sozialismus heute verhältnismäßig leicht zu Lehraufträgen gelange, so müsse man gleiches Recht auch für den Katholizismus fordern. Auch dieser Redner kvill die Konfessionsschule.

lieber das Thema Dante führte Professor M e r k l e - Würzburg aus: Dante ruht seil 600 Fahren in der Erde; Se. Heiligkeit der Papst hat uns grohzügig aufgefordert, dieses Gedenken fest­lich zu begehen. Dante ist der größte christliche Dichter aller Zeiten; seiner Göttlichen Komödie hat die deutsche Wissenschaft und die deutsche Kunst d-s tiefste Verständnis entgegenbracht. Die religiös-slttliche Erneuerung der Menschheit und der Volkerfriede sind zwei Fdeale, denen er mit seiner ganzen Genialität nachgestrebt und die er dichterisch verherrlicht hat. Der Redner widerspricht der Auffassung. als

könne man in Dante einen Vorläufer Luthers sehen.

Zum Schluß verlas der Präsident ein Ant­worttelegramm des Papstes.

Die Parallelversammlung am Mon- tagnachmittag 41/. Uhr im Hippodrom stand un­ter dem Vorsitz der Vizepräsidentin Reichstags- abgeordneten Frl. Dransfeld. Die Versamm­lung war in dem ursprünglichen Programm nicht vorgesehen, deshalb wies der übergroße Raum erhöiliche Lücken auf. Auch in dieser Versamm­lung wurdenKulturfragen" erörtert; es sprachen hier die gleichen Redner wie in der Hauptver­sammlung.

Aus Stabt und Land.

Gießen, den 30. Aug. 1921.

* * Berufung. Professor Dr. August S k al w e i t, der kürzlich anstelle des verstor­benen Professors WygodzinSki zum ordent­lichen Professor der Staatswissenschaften an der Landwirtschaftlichen Hochschule zuBonn- PoppelSdorf berufen wurde, ist lt.Hoch- schulkorr." zugleich zum Honorarprofessor in der philosophischen Fakultät der Universität Bonn ernannt worden. Dr. Skalweit (geb. zu Hannover), früher Privatdozent in Berlin, der seit 1913 in Gießen als Rachsolger Mag­nus Biermers lehrt, scheidet am 1. Oktober aus dem Verbände der Landesuniversität aus.

* * Das Wirtschaftskartell Gie - ß e n hat vom Bauernbund und vom Reform­bund der Gutshöfe, wie gestern bereits im An­zeigenteil bekanntgegeben wurde, ausrei- chendeBelieferungmitKartoffeln zu den im Herbst üblichen Preisen für seine Mitglieder (auch Firmen für ihre Angestellten) zugesagt bekommen. Die Mitglieder, die auf Kartoffelbelieferung rechnen, wollen ihren Winterbedarf bis 10. September schriftlich auf dem Kartellbureau, Hofmannsttaße 8, anmel­den. Die Belieferung erfolgt ins Haus.

**SinVerpächter-Verbandfür denKreisGießenzur Wahrung der In­teressen der Verpächter landwirtschaftlicher Grundstücke wurde gestern hier gegründet ES wurde dabei insbesondere auf die wichtigen Bestimmungen der neuen Pachtschutzordnung hingewiesen, namentlich auf die für Verpäch­ter und Pächter in einzelnen Fällen bereits am 1. September ablaufende Frist zur Antrag­stellung beim Pachteinigungsamte. Weitere Ausklärungen sollen in einer demnächst statt­findenden Versammlung gegeben werden, lieber die Tagesordnung wird das Nähere in den nächsten Tagen im Gießener Anzeiger veröffentlicht werden.

** Eine große Kaninchen-Ausstel­lung fand Sonntag auf derSchönen Aussicht" statt. Es war hervorragendes Zuchtmaterial zu leben, obwohl die Kaninchenzucht unter der herr­schenden Futterknappheit sehr zu leiden hat. Es konnten zahlreiche Ehren- und Geldpreife vergeben werden. Das Ergebnis der Bewertung war fol- Sendes: Belgische Riesen: H Müller, zwei ihrenpreise und 2. Preis, H. Weder, zwei erste Preise: Deutsche Riesenschecken: Fleischer, Ehrenpreis und 1. Preis, Feuerstein, Ehrenpreis und 1. Preis, H. Müller, drei 2. Preise und 1. PreiS; Weiße Riesen: G. Koch, Sieger­preis, Fleischer, Ehrenpreis, Molius, Ehrenpreis, Felsing und Schellhas jr. einen 1. Preis; Eng­lische Schecken: Rathenow und Kreuzburg. Ehrenpreise, Lich, 1. Preis, Rikolai und Kreiling 2. Preise; Angora: Pieh, 1. Preis; Germa- nia-Silber: Streuter, drei Ehrenpreise und einen 1. Preis, Schäfer, Ehrenpreis, Horst und Eich, 2. Preis; Hasenkaninchen: Fleischer, drei Ehrenpreise, oret 1. Preise und einen 2. Preis, Schlamp, Ehrenpreis; Silber-Kaninchen: Ehrenpreise: Schellhas, Weimer, Steih und Appel, 1. Preise: Appel, Rieger, Schellhas und Steih; BlaueWiener: Ehrenpreise: Schellhas, Ricko- laiund Streuter, 1. Preis: Schellhas; Schwarz- Loh: Ehrenpreise: Ragel, Wahl und Schlamp, 2. PreiS: Kreiling; Alaska: 1. Preis: Appel; Marburger Feh: Ehrenpreis, 2. und(3. Preis: Lehrer Rau-Beuern, 2. und 3. Preis: Pfarrer Wagner-Beuern.

* Der Evangelische Arbeiterver­ein veranstaltete am Sonntag im großen Gersten­saale auf der Hardt einen Familientag, der bet gutem Besuch in bester Weise verlief. 3n einer kurzen Ansprache wies der Vorsitzende deS Ver­eins, Sekretär Kirchner, darauf hin, dah die heutige Zeit nicht dazu angetan sei, die Zahl der rauschenden Feste zu vermehren. Der Verein müsse aber den Mitgliedern und deren Angehörigen Ge­legenheit geben, wenigstens auf einige Stunden die Sorgen des AllkagS zu vergessen. Das übrige Pro­gramm des Rachmittags war sehr reichhaltig und abwechslungsreich. Die Kinder boten verschiedene Reigen und Volkstänze, während 16 junge Damen mit einem schönen Dogenreigen aufwarteten. Ein Kasperletheater, sowie besonders eingerichtete Saalpost sorgten für die notwendige Stimmung. Auch Musikvorträge, Lieder des Frauenchors so­wie andere Darbietungen trugen zu Unterhaltung bei. Das finanzielle Ergebnis der Veranstaltung ist dank der weitgehenden Unterstützung vieler Mitglieder und Freunde des Vereins zufrieden­stellend.

Wettervoraussage

Wollig, strichweise Regen, Temperatur wenig verändert, meist weslliche Winde.

Die Wetterlage hat sich nur unwesentlich verändert.

Bornotizen.

Tages kalender für Dienstag: Cafö Leib, 8 llhr, Mieterversammlung.- OswaldS- garten, Volksfest deS Reichsbundes der Strtegd- beschädigten. Astorialichtspiele, Seltersweg, Sllaven des 20. Fahrhunderts" undDas Dc- heimnis der Spielhölle von Sebastopol". Licht­spielhaus, Bahnhofstraße, »Der Bör'enVnig" und Richtet nicht".

Landkreis Gießen.

M. M u s ch e n h e l m, 27. Aug. Am Mitt­wochabend fand im Rathaus eine Besprechung wegen Errichtung eines DenkmalSfürdie Gefallenen statt. Erschienen waren der Gemeinderat und die Vorstände der verschie­denen Vereine. Man war einstimmig der An­sicht, daß etwas in dieser Angelegenheit ge­schehen müsse, jedoch über das Wie und Wo gingen bie Meinungen auseinander. Es soll nun in den nächsten Tagen .eine Dürgerver-

sammlung einberufen werden, in welcher wei­tere Beschlüsse gefaßt und ein Ausschuß ge­wählt werden soll.

tlrcie Schotten.

xRuppertsdurg, 23. Aug Am Freitag feierte unser Ortsgeistlicher Pfarrer Fritsch sein 25jähriges Fubiläum als Geistlicher unserer Ge­meinde. Abends um 9 Ubr beteegte sich etr Lampionzug vom Schulhaus nach dem Pfarrhaus Boran ging der Kirchenvorstand und Gemeinde» rat, dann folgte der Posaunenchor, der Krieger» und Gesangverein unb die Schüler. Bor dem Pfarrhause spielte der Pvsaunenchor einige Cho­räle und der Gesangverein sang passende Chöre Darm wurden einige Ansprac^n gehalten uni Passende Geschenke überreicht. Hoher reut dankt« der Fubilar und auf seinen Wunsch wurde ins Saale des Herrn Schlörb eine kleine Rachfenn abgehalten, wobei wieder der Posaunenchor und der Gesangverein mitwirtten.

c. Oberschmitte n, 29. Aug. Der ge» metnfamen Wasserleitung der Orte R a i n r o b, Ulfa und Oberschmitten ist eine neue Quelle zugeleitet worden und demnächst soll noch eine weitere Quelle zugeführt werden, so daß dann die drei Orte auch in den trockensten Som­mern mit genügend Wasser versehen fein dürften

Kreis Friedberg.

Em folgenschwerer Radfahrerzusamrnenstvß.

bz. B a d - R a u h e l rn, 29. Aug. Auf der nach dem Konitzkystift führenden Straße wurde am Freitag abend kurz nach 9 llhr ein hier zur Kur weilender Herr von einer Radfahrerin, die ohne Laterne fuhr, obgleich sie erst einige Tage vorher polizeilich verwarnt worden war von rückwärts so heftig angefahren, daß ei zu Boden stürzte und bewußtlos liegen blieb. Der Verunglückte wurde ins Krankenhaus verbracht, wo er nach wenigen Minuten infolge eines Schädelbruches ft a r b.

fJ5 r i e b b e r g, 28. Aug. Mit Wilhelm Georgi, dessen Einäscherung heute in dem hie­sigen Krematorium stattfand, ist einer der besten und angesehensten Bürger unserer Vaterstadt da- hingegangen. Rach dem Verkaufe der von ihm geleiteten Mohren-Apotheke entfaltete er eine reiche Tätigkeit im Dienste der öffentlichen Wohl­fahrt; besondere Verdienste erwarb er sich durch seine Tätigkeit während des WelkriegeS als Vor­sitzender desRoten KreuzeS", in welcher Eigen­schaft er unermüdlich tätig war. So gestaltete sich auch seine Beisetzung zu einer ehrenden Kund­gebung.

[~l Friedberg, 29. Aug. Gestern abend sprach" im Auftrage der Hessischen Volkspartei der berühmte Heerführer Genera lv. ball­te itj im großen Saale des Hotels Trapp über dieKriegsschuld". Der Redner wies im Anfänge seiner Rede mit Entrüstung die Borwürfe zurück, die der Deutschnationalen Partei von selten der äußersten Linken aus Anlaß ber Ermordung Erz- bergers gemacht würden. 3m Verlaufe seiner Ausführungen betonte er den politischen, wirt­schaftlichen und moralischen Zusammenbruch un­seres Volkes und wies daraufhin, daß wir alles daran setzen müßten, die Legende von der Kriegs­schuld Deutschlands zu zerstören und die Angriffe wegen der angeblichen deutschen KriegSgreuel zu- rückzuweisen. Der Vortrag, der trotz der sommer­lichen Hitze sehr stark besucht war, fand allseitigen lebhaften Beisall und begeisterte Zustimmung.

fpd. ,R o s b a ch, 29. Aug Wegen Steuer­hinterziehung wurde ein hiesiger Landwirt vom Finanzamt in eine Geldstrafe von 8660 Mark, ein anderer in eine solche von 1680 Mark ge­nommen. Außerdem zog das Reich von diesem Manne 3240 Mark alsverfallen" ein.

Starkenburg unb Rheinhessen.

Eine Mietluxussteuer.

n. Offenbach a. M., 29. Aug. Die von der hiesigen Stadtverordnetenversammlung be­schlossene Mietluxussteuer tritt demnächst In Kraft. 3st die Zahl der Wohnräume um mehr als eins größer als die Personenzahl deS die Wohnung besitzenden Hausstandes, so wird eine Aufwandsteuer erhoben. Kinder unter 12 Fahren werden dabei als eine halbe Person gezählt. Es werden erhoben 4 Prozent bei einem Miet­werte bis zu 1000 Mark, 6 Prozent bis zu 2000 Mark, 8 Prozent bei 3000 Mark, 10 Prozent bei 4000 Mark, 15 Prozent bei 5000 Mark, 20 Pro­zent bei 6000 Mark, 30 Prozent bei 7000 Matt und mehr. Eine entsprechende Otcuererfldruna ist bis zum 5. September d. Fs. abzugeben.

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mc. Offenbach, 29. Aug. 3m Heusen- flamrner Wald entstand am Samstag fast gleich­zeitig an vier Stellen Feuer. Der Schaden ist beträchtlich, doch wurde durch OrtSeinwohner dem Umsichgreifen deS FeuerS Einhalt geboten. Man vermutet, dah der Brand durch Funkenflug au6- gekommen ist. obwohl auch Brandsttftung vor­liegen könnte.

Hessen-Nassau.

Schwerer Autounfall.

dz. Dillenburg, 29. Aug. Da- mit sieben Personen besetzte Automobil der Firma Span­nagel in Weidenau fuhr in schnellem Tempo die Herborner Straße entlang. Del der Schneidmühle nun soll, wie die Automobilisten sagen, plötzlich ein Funge auf einem Handwagen von der Brücke auf die Straße gefahren sein, so dah der Führer des Automobils, Prokurist v. 6t Georg, stark bremste und ausweichen wollte, um den Fungen nicht zu überfahren. 3n diesem Augenblick platzte wahrscheinlich infolge Gleiten- der gebremsten Räder mit lautem Knall ein Pneumatik; der Wagen geriet dadurch völlig auS der Richtung, stieß gegen einen Prellstein, wurde um seine Längsachse gedreht und kam schließlich im Straßen­graben zum Stehen. Die Fnsassen wurden biS auf ein Kind aus dem Wagen geschleudert. Der Führer, Herr v. St. Georg, wurde durch die zersplitterte Windscheibe so schwer verletzt ein Splitter war ins Gehirn gedrungen. daß er kurz nach dem Unglück verschied. Seine Frau zog sich einen Schlüsselbeinbruch unb einen Blut­erguß im Kopf zu, so daß sie nach dem Kranken­haus gebracht werden muhte. Die übrigen In­sassen des linglückswagens, der erst seine dritte Fahrt machte, die nach Dauheim führen sollte, kamen mit Abschürfungen und dem Schercken da­von. Das Qlutomo6il hatte an drei Rädern starke Beschädigungen erlitten, war im übrigen aber betriebsfähig geblieben und Tonnte nach Ersatz der Räder mit eigener Kraft abfahren.

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mc. Bad-Homburg, 29. Aug. 3m nahen Kalbach brach in der Rächt vom Sonntag zum Montag im Anwesen der GastwirtschaftZum Frankfurter Hof" Großfeuer auS. Die neuen mit Frucht gefüllten Scheunen und die Biehställe fielen dem Element zum Opfer. Das Vieh konnte: