Nr. 100 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vderheffen)Samstag, 50. April 1921
Sitzung der Kreisausfdiuffes.
Gießen, 28. TEprif 1921.
lutm. P B zu L. war her Antrag auf Tu'' »ahme m das Ortsbürgcruegiüer tnrrcb den Otts- ixirftcnb abflrfehrt worden, weil der Bader des B. bi» Ortsbürgerrecht in nicht in Anspruch vixmunrn dabe Laut O risbür gerrrg i fh*r wurde irbod? fpftfldtellt, daß der Batrr deS B. 1897 ht ,liefe» Register eingetragen worden war. Sonach üand fest, daß sein Sohn durch Geburt daS Orts bürgcrreckt rtlrrrbm Ixitte. Ter Beschluß des Gemein deratS toitrbc daher aufgehoben. B. sei mit Wirkung txmi 11. 3idi 1920 — Tag des ablehnenden Gemeinderatsbeschlusses — in das Orts- bürgerreaißei riirru tragen.
St. D xu R batte gegen bic Gcknemde zu R. <Naae erhöbe!:. nrit ihm das -VostpT; verweigert worden war V. sei über 50 Jahve von R. abwesend gewesen. Im Lauf der Verhandlung wurde sestqestent, daß der Vater deS V. seit 1875 als CrtSbürgcr in R. eingäragen ist. Der Kläger ixTttr daher daS Ortsbürgervecht durch Geburt erworben. Er hätte also zunächst Antrag auf Aufnahme in daS Ortsbürgervegister jMfai müssen, "-nl töertn dieses geschel^n sei. hätte er Ansmuck auf Ortsbürgernußen. Nachdem die Ebesrau des B., dir tm Auftrag ihres Mannes anwesend war, entsprechend belehrt wurde, sog sie die Klage wegen Verweigerung des Los holdes zurück.
Ern ©rfmticbemeiüer zu B batötigte zur Per größerung seiner Werkslätte Gemeindegclände, das ihm mich zu angemessenem Preis abgetreten wurde. Ta sich diese- Gelände dicht neben dem Spritzen- hauS mit Schlauchtnrm befand, wurde der Ber- touf wegen der erhöhten Jenersgefahr mche genehmigt. Daher erhob die Gemeindkwertredmg Klage beim Kreis ausscterß- Nach OrtSrinsicktt und Erstattung von Saäwerständigengutachten tourbe mnrmcbr der Berkaus genehmigt.
Tie Gemeinde R. patte 1920 die Haltung des Fairivcksen auf drei Jahre neu vergeben gegen eine jährliche Vergütung von 1400 Mk. Nach dem Gut- achten des Kreisved-rinärarztes fei diese Vergütung wegen der teuren Futterpreise zu gering. Ter Vertrag wurde daher beanstandet und mußte durch den Kreismisfchuß entschieden worden. Nack Anhörung von Sachverständigen wurde die Gemeinde R verurteilt, dem Bullenhalter für die Tauer des Vertrages eine jährliche Vergütung von 2200 Mark mi bezahlen.
(Siebener Strafkammer.
Gießen, 26. April 1921.
Ter Artist und Händler Friedrich V., der Hausierer Anton M. und der Fuhrmann Wilhelm Sckm., sämtlich von Gießen, bradrn in der Zeit vom 4. bis 17 Januar 1921 etwa drei bis viermal in das an der Kvopdorser Straße gelegen: Knocken lager der Firma Rothenberger ein und stahlm zirka 20 Zentner Knochen, die sie an em-m hiesigen All Händler verhassten Sckm. entwendev', als er bei ■genannter Firma beschäftigt war. nochmals drei oad Knochen und veruntreute 740 Mk., die er für die Firma Ittmann rmfaffirrt hatte. B erhält wegen schweren R ü ckfa lldrebsta bis ein Jahr sechs Monate, M, der noch unbestraft ist, >>ck^ Monate Gefängnis: der jugendliche Schm, fam mit fünf Monaten davon
Aus Strafhaft vvrgesührt, hotte sich der Heinrich L von Friedberg wegen schweren Diebstahls zu verantworten: mitangefiagt war der ’Arbeiter Gustav H. von dort. Beide waren in eine lNrrtenhütte eingestiegen und hatten ein: Zeltplane 'gestohlen. Gegen L wurden zusätzlich zu seiner früheren Strafe weitere drei Monate Gefängnis -rkannt, H. mußte freigesprochen werden, da cr incgen Geistesschwäche für die Tat nicht verantwort lick gemacht werden kann.
W-'g?n Kartoffeldiebstahls auf einem Acker war der Wilhelm B. zu Butzbach vorn Schöffengericht w drei Wochen Gefängnis verurteilt worden. Seine Berufung wurde verworfen, da der Mibibeweis mißlang.
Dasselbe Schicksal batte die Berufung seines Sohnes Jakov B : er war wegen Aeoiel Entwendung zu 75 Mk. verurteilt worden, hier bei blieb es auch in der zweiten Instanz.
Der wegen .striocp? vergehen und Schleichhandels mehrfach vorbestrafte Otto L. von Alsfeld war am borhram Bahnhof mit 18 Pfund Butter ^bgefaßt worden, die angeblich seine Tochter nach Frankfurt $u Verwandten bringen wollte Das Zch-sfengereckt hatte ihn zu 50 Mk. verurteilt, weil es annahm, er habe seiner Tochter nur das Paket an die Batn tragen b Ifen. Auf Berufung der Staatsanwaltschaft wurde die Strafe auf 400 Mk. erhöht: die Strafkammer kam ;u dem Ergebnis, daß L. an dem Verbringen uflb Ab setzen der Butter in Frankfurt direkt beteiligt sei.
Ein in Lindheim zugezogener Offizier bedurfte schleuniger Herstellung feiner Wohnung: er wandte fick an den Schreiner Wilhelm Friedrich H. II in Hainchen mit dem Auftrag, ihm eine Eickentüre und eine Kiesemtüre neu anzufertigen sowie einige Reparaturen vorzunehmen. Der Sckreiner sagte prompte und preiswerte Arbeit zu. Als er die Reck- tnm<T präsentierte, waren für die Eickentüre 1700 Mark, für die Kieferntürr 1000 Mk. für Reparaturen 483 Mk angesetzt, u.a. hatte H. sich für Reisen nack dem benachbarten Düdelsheim und Ortenberg, wo er nach Eickenbolz nachgefragt haben wollte. 105 Mk. pro Tag Denäumnrs imb Reisekosten berechnet. Das war dem Besteller bertn doch zu bunt: er zeigte den Schreiner wegen Preiswucher an mit dem Erfolg, daß dieser nach Anhörung mchr’rcr Sachverständiger vom Schöffengericht zu 200 Mk. Geldstrafe verurteilt wurde. In der heutigen Strafkammerrx-rhandlung, bic durch Berufung der Staatsanwaltschaft veranlaßt war. stellte sich die Handlungsweise des Schreiners als eine solch' schamloseAusbeutungund Uebersorderuna dar, daß die Strafe auf 1500 Mk. erhöh: und die Einziehung eines übermäßigen Gewinns non 750 Mark ausgesprockten wurde. Außerdem erfolgt Skrörfentlichimg des Urteils auf Kosten des Angeklagten.
öiericbbfaal.
Fleisch ttfrrrtivttr Tiere
X Hanau, 28. April Der in der Sa mmelwasenmeisterci des Kreises Hanau tätige Metzger geselle Weichkopf batte im vorigen Jahre fortgesetzt das Fleisch verendeter Tiere rate der Sammelwasenmeisterei entwendet und durch Helfershelfer in den Verkehr bringen lassen, wodurch es der menschlichen Ernährung zusteführt worden irar. Tie Herkunft verschwergend hatten
ffe das Fleisch a!5 „schwarzesATacbtti" zu hohen Preisen verkauft. Der in der Verhandlung vor der Strafkammer als Sack- verständiger tternommene Kreitzrierarzt Brandes äußerte, das der Sammelwasenmeisterei überwiesene Fleisch sei wohl zur menschlichen Ernährung ungeeignet, nicht aber gesund- heitsselDÜdlich. Es komme hei der Prüfung der 0>esundheitlichkeit immer darauf an, welcher Krankheit das Tier zum Opfer gefallen sei. Das Urteil lautete gegen den Metzger Weichkopf auf 1 Jahr Gefängnis unter Airrechnung von 4 Monaten Unter- suchnngshast, gegen die Helfershelfer desselben, den Schuhmacher Hammerstein und den Gartner Schäfer auf je 9 Monate, gegen die der Hehlerei schuldig befundene Frau Schneider auf 3 Mannte Gefängnis.
i ---------------------------
Aus dem Amtsverkündigungsblatt.
** TaS AnrtSverkLnblgungsblatt Nr. 62 vom 29 April enthält: Erhebung von Gebühren seitens der Provinzialausscküsse in krieg S- wrrtsckaftlichen Beschlußsacken. — Bereitung von Kuchen — FamÄrenumerstü tzmrgen — Berhütting von Waldbränden. — Flnickbechau. — Viehseuchen. — Feldbereinigungen Londorf u. RötbgeS.
Zur Verhütung von Waldbränden bestimmt das strnsamt, daß das Rauchen und Feuermtwachen in Waldungen und auf Heiden, sowie im Umfrei# von 20 Metern von solchen, auf die Tauer von vorläufig 4 Wochen verboten ist.
Tie Pferderäude in der Stallimg des Johann Germer II. zu Klein-Linden ist erloschen. Tie Sperrmaßtuchmen werden aufgehoben.
Handel.
Mainzer Warenbörse.
M a i n 29. April. Die Geschaftstätigkrit war im allgemeinen recht lebhaft. Hülsen fr üchte notierten fester, besonders Linsen waren gesucht. Reis war vernachlässigt. Futtermittel und Rüben find steigend. Iw Saaten ist daS Geschäft nahezu beendet. Gute Sorten in Luzerne und Rotklee waren noch gesucht. Die Rauh- futterpreise sind änziehend.
•
Berlin, 29. April. Bö rsenstim- mungsbild. Nach wie vor zeigt sich an der Börse wegen der Unsicherheit über die weitere Entwickelung der Lage eine außerordentlich starke Zurückhaltung vom Geschäft. Bei der vorherrschenden Unlust bewirkten die Positionslösungen ein fast allgemeines Nachgeben des Kursstandes, wobei aber die Rückgänge sich im Rahmen von 5 bis vereinzelt 8 Prozent hielten. Nur bei wenigen Papieren, tote Buderus, Lothringer Hütte, Goldschmidt und Otaviminen gingen sie über 10 Prozent hinaus. Festverzinsliche Werte, bis auf Zprozen- tige Reichsanleihe, die über 7 Prozent anzogen, wenig verändert. Wahrend des ganzen späteren Verlaufes war die Haltung dec Börse im allgemeinen wenig verändert. Nur in einigen wnangebenden Papieren des Montanmarktes kam es hin und wieder bei schwankenden Kurien zu nennenStoerten Umsätzen. Devisenpreise hielten sich etwa auf dem gestrigen Stand.
Frankfurt a. M., 29. April. Bör» sen st immun gsbild. Die Geschäftstätigkeit ßielt sich wieder in engsten Grenzen. Die Börse erwartet mit Ungeduld die Beseitigung des schweren Alpdrucks, den die politische Lage auf die Geschäftswelt geworfen hat. Immerhin wurden in einigen Spezialwerten Käufe vorgenommen, die zu mäßig anziehenden Notierungen Einfluß auf die Kursgestaltung ge- wannen. Valutawerte lagen infolge der festen Devisenpreise teilweise fester. Bevorzugt blieben wiederum Deutsch-Uebersee, 1140, 5proz. Goldmerikaner, 705, waren 6 Proz. höher. Chemische Werte lagen behauptet. Scheide- anstalt 556, Licht und Kraft leicht befestigt. Der Montanaktienmarkt verharrt in völliger Lustlosigkeit. Deutsch-Luxemburg verloren weiter 3 Prozent. Nordd. Lloyd angeboten 146Vi. Als fester seien Lüdenscheid erwähnt, welche mit 534 4 Prozent gewannen. PH. Holzmann 252. — Es notierten ferner Lokomotiosabrik Krauß 393, Mainkraft 181, Hindrichs Auffermann 313, Bleistifts. Faber 490. Die Börse schloß bei lustlosem Geschäft und behaupteter Tendenz.
mc. F r a n k f u r t a. M., 29. April. In der ersten Gläubigerversammlung des Konkurses des Weingroßhändlers Ios 6 Poch aus Aschaffenburg wurde festgestellt, daß 20 Millionen Passiven 2Millionen Aktiva gegenüberstehen. Es wird also zu einer Verteilung von 10 Prozent kommen. An dem Konkurs besonders stark beteiligt ist die Dresdner Bank mit 8 Millionen, doch hat sie Sicherheiten von 3 Millionen in Händen. Ter Konkurs ist durch große Valutaspekulationen entstanden. — In dem Konkurs des Weinhändlers Bauer, der auch in die Millionen hehl, sollen 15 Prozent an die Gläubiger verteilt werden.
Frankfurt a. M., 30 April, berliner Devisenmarkt.
Geld Bries Geld Brief
Datum: 28. 2tpriL 29. April.
Amsterdam- Rofterd. 2307,65 2312,35 2395,15 2309,85 Brüssel.Antwerpvl . 494,50 495,50 501,45 502,55 Thristiania...... 1023,95 1026,05 1021,45 1023,55
Kopenhagen 1196,30 1198,701183,50 1191,20 Stoächolm 1515,95 1519,05 1520,95 1524,05
Helfingsors 139,85 140,15 1 39,85 140,15
Italien 314,65 315,35 314,65 315,35
London 260,20 260,80 259,95 260,55
Neunork 65,80 65,94 65,75 63,89
Pans 497,- 493,- 500,45 501,55
Schweiz 1145,851148,151147,35 1149,65 Spanien 916,55 918,45 914,05 915,95 Wien (altes). . . . .
Denlfch-Oesterr. . . . 16,73 16,77 16,85 16,89
Prag 87,77 87,97 88,27 88,47
Budapest 25,22 25,28 26,72 26,78
Bulgarien
Konstantinopel. . . .
Börsenkurse.
Datum:
5 * e Dssch terttgsanl. 4 •/« Dssch. Rkildsant. 3*/, Dtsch. Neichsanl.
4 •/, Preuß. Konsole Darmstädter Sank . Deutsche Dank . . . Disconto-Besellschaft Dresdner Dank. . . Nationaldank f. D. . Mitteld. Lreditbank. ff.-Amerik Pakets. . Norddeutscher Lloyd. Doch.Gufsstatsswerk . D.-Luxemd. Serge.. Delsenkirch. Dergw. . ffarpener Bergbau . Oberschles. Eilend.»D Oberschles. Eisentnd. . Dstönir-Bergb -Akt . Bad. Anilin, u. Soda Höchster Farbwerke. Elektr.LE.G Schuckert-Werke. . . Feilen-Guilleaume. . Daimler Bub.« CEifenw.» Akt. . Adlerwerke 4*/<> Heff.Staatvanl. . Elektron Griesheim .
Jrantnirt Berlin
Abend- Abend- Schluß- Schluß, ffuri fttri fruri Kurs 28.4. 29 4. 28.4. 29.4.
77,50 77,50 77,50 77,50
68,60 68,60 70,- 70,50 68,- 68,60 180,- 180,-
292,50 293,50
247,50 246.50 212,- 211,- 189,50 189,-
179,75 170,50 180,- 179,50 177,- 176. —
,*T,— "9,50 148,- 146,- 1-,- -,- 439,12 430,-
295,- 304,50 296,-
-,- 321,50 318,- 442,- -,- 446^0 434,75 291,- 289,- 286,-
266,- 261,12
-,- 639,- 633,50
-,- 509,- 520,- 510,- 434,- 427,50 435,- 433,- 283,- 280,50
-,- 242,- 239,75
-,- 628,50 529,75
195,50 194,50 192,75
665,- 545,-
280,- 230,- 230,-
73,- -,- 74,-
405,- 398,- 404,50 400,75
Züricher Devisenmarkt.
29. 4. 30. 4.
Wechsel «ms: Schweizer Franken
Holland 100 Fl. = 200.90 200.25 Deutschland 100 SJlk. = 8.725 8.60
Wien 100 Är. = 1.50 1.49
Prag 100 Ar. = 7.70 7.70
pari» 100 Fr. = 43.65 44.20
London 1 Ä - 22.69 22.60
Italien 100 C. — 27.70 27.35
Brüssel 100 Fr. - 43.75 44 -
Budapest 100 Ae — 2-25 245
DeuyorK 100 | = 573. - 571.-
Agram 100 Ar. * 4.- 4 -
Bukarest 100 L. = 9.25 9.20
Marknotierungen.
Für 100 deutsche Mark wurden gezahltr
Datum: 1.7.14. 28.4. 29.4.
Zürich Fr. 125, l0 8^2 8,75 Amsterdam %L 59,20 4,35 4,35
Kopenhagen Ar. 88,80 -, 8,60
Drau Ar. 117,80 114,25 112.75 Stockholm Ar. 88,80 -,— Wien Ar 117,88 1028,- London Sh. 97,80 7,56 7,35
Paris Fr 125,40 20,36 19,84 NeuyorK X 23,80 1,52 M7
Märkte.
Yl AnS feem Ried, 29 April. Xtr FerkelmS rfte erfteuen sich wrigejetzt enu-4 f*r starken Äuftrvebs und eines ebenw guten Absatzes. In Gro ß-Gerau waren mit dem am letzten Montag abgebaitencn Markt 507 Tiere auf getrieben, btt säst sämtlich Abnehmer landen Tic Preise bewegten sich für Ferkel zwrschen 240 bis 350 Mk., für Springer ,wischen 360 bis 420 Mk
On einem Dril bet Auslage «Heberbett) Noch feine Entscheidung In Washington.
Paris, 29. April. iWTB.) Wie brr „Chi- garx> Tribüne" aus Wosinnqwu gekabelt wird, äußerte Staatssekretär Hughes gestern abend, daß er von den verbündeten Regierungen bi- jetzt noch keine endgültigen Erklärungen über ihre Stellungnahme M den deutschen Vorschlägen erhalten habe. Ter fr an»ö s i s che Bo t scha s ter lehne eine Aeußerung über die Nachricht ab, daß man in Paris die deutschen Vorschläge für unannehmbar halte. Ten britischen Botschafter habe HugheS gestern nicht gesehen: dieser habe auch keine Information aus London erhalten. Unter den unversöhnlichen Senatoren des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten bestehe eine gewisse Neigung zur Kritik an dem Vorgehen Hockings, da man neue Verwicklungen in die europäischen Anyelcgenbeiten befürchte, dadurch, daß die arncri- kantsche Politik sich mit der Reparation-ftage befasse. Die Ausarbeitung eine* Friedenspnoqmmms wecke für die lauer der ReparatvonÄierbanblungen aufgeschoben.
Französische Tendenzmckdungen
Paris, 29 April WTÄ.) Der „M atm" saßt btt Lage wie folgt zriammen: Tie AnMwri, btt Teutscktanb von den Vereinigten Staaten erhalten roerbc, sei mm mehr tnlgriebt Amerika mürbe sich roeige rn, da 4 Angebot an bic Alliierten ,« übermitteln. Tte Meinnno Englands habe sick feit gestern mit Festigkeit gezeigt. Nachdem btr englische Regierung durch ihren Botschafter in Berlin, Lord Abern^n, Aufklärung verlangt habe, habe bas englische Kähmen bit d-'.ttscken Borschlage als unannehmbar berechnet. Gestern habe Lloyd George im Unterbaute ösie,reiche 6rtfinnigen abgegeben, deren Festigkeit nichts u wünschen übrrg ließen. Nicht nur, datz er seine Zustimmung zur Besetzong des Ruhrgebiete- erneuert habe, habe er auch klar ?inn Ausdruck gebracht, daß England an jtfcer Handlung der HUiterten teilnehmen wecke AlS Lock Robert Ceril ihm sein Vertrauen nur bedingter Weise aussproch habe er über fernen Standpunkt tm Unterhaus abflimmen lassen. Nur 3b stimmen seien dagegen gewesen. T« Haltung Belgiens fei bekannt Wo- Jialien mbetrefie, so habe der Berrreter Italiens in den letzten Tagen bet der Llbschätzimg der Sckäden gehol en gegenüber den zu bescheidenen belgischen Bewrrmngrn Man könne st-1er sein, datz 'Gral Swrza Brimck kerne SxUrrrem- feiten bereiten werde Da bee Dmge nun so liegen, könne man kein Ereignis voraus sehen, drS tne Alliierten verhindern formte, in den ersten Tagen des Mai daS Ruhrgebiet zu umzingeln.
Paris, 29. April ^WTD.) HavaS Nack einer Meldung aus Washington verlautet tn bw'o* matifchen ffreifen, daß die deutsche Nste an bic Bereinig ten Staaten einen sehr ungünstigen Eindruck gemacht habe, be- sanders deshalb, weil sich btt deuffchen vorschlfige nur alS -nriache Anregungen gaben, nxi5 teilweise wohl khre Trrnlelheit ervfire. Wie man versichere, sei es möglich, bist Berlin vrelletcht
wertergehende Erklärungen liefern iverde. ter britti<6e Standvun kt geiv da- dm, daß. lormi Teutsckland tanc nnxt-icb daich- fübrbarnt Borschifige über rngelmä'.ige Zahlungen rorbr.nqc, tue m vernünftiger Weise aui eme <nt spreckend kurze Zeit gestaffelt seien. e4 sckr »weiiel- hajl sein dürfte, datz man aui en« l*rn b oeiibe Regelung der Dinge redxnrn könne Da bic Alliierten TPdxr von Deutsche and noch van Ä mente eme amtlidr Mittrilrm i und praM 7lnreg\mnen erhalten "härten, sei e> u n n» a b r > che i n l r ck bau bic dentscheu Vorschläge auch nur den Gegenstand einer Be ra tung bei bet nächsten S itzung de« Obersten Rate» bilden würden. Insi':gckessen wüide sick hc Au'- flabe deS Obersten Rates barxnn beschränken, über die Mapnabmen sich schlüssig yi nlochen, tue gegenüber Teutschland gettoffen Wecken.
Die fran,zöftschen ReparationSfockeruttsten
Paris, 29. Avril. (KTB.^,Petit Parisien" berichtet: Aus Grund befl neuen Schluiiels, den die Alllierten untereinander vereinbar! haben, entfallen von den 132 Mtllrarden Goldmark, bie die Revara- tionSkommission nl^ Vervflichfttna Deutschland» festgesetzt hat, 68 Milliarden 640 Millionen Otolb mark an Frankreich Fn Papiersranken soll Frankreich also 226 Milliarden 512 Millionen erhalten.
Paris, 29. April lWTDDer Abgeordnete Tardieu hat in der ffammrr eine Intervellaiim, emoebractit, um zu fnabiBi, uv-sixub Franklrick eine Vernnnderung feiner Forderung auf 68 Milliarden Goldmark annehmen roolte. Alle früheren Erklärungen der verantwortlichen Minister hätten den Schaden höher angegeben. Tackieu verlangt, daß unmittelbar nach der Rückkehr Brianb» seine Jntervellation beraten werde.
Ioffre in London.
London, 28 Avril. Marschall Ioffre ist beute abend hier cingdroffen. Der Marschau wird dem Obersten Rat beiwohnen und auch an den vorbereitenden Besprechungen der nnlLtfirtidxm Sachverstöndtgen trilnthmen.
Aus Fimnr.
Fi il m e, 28. Apriu (Sttfani.) Gestern be* mächtigten sich Faszisten von Fiume des Rathauses und setzten em vo rläufiyes Direktorium unter Vorsitz des ehemaligen Bürgermeisters Gig ante als ReqierungS- gewalt ein. Gigante erklärte, daß der ftonv Mandant der Earabineri von Fiume alle Verantwortung übernehme. Es wurden drei an die Bevölkerung gerichtete Aufrufe veröffentlicht, worin insbesondere die Wahlen vom 24. April als nichtig erklärt wurden. Eftt eindrucksvoller Zug bewegte sich unter Hochrufen aus Italien, d'Annupzio, durch die Straßen Die Stadt ist ruhig. Nach Blättermeldungen wurde nachmittags der italienische Delegierte amtlich von der erfolgten Pcoklamatiou in Kenntnis gesetzt.
Der hessische Landtag.
cm. Darmstadt, 28. April. Der Hess Landtag wftd nach der beut« erfolgwn Einladung am Dienstag den 10. Mai zu kurzer Beratung lufanrmenterten Als erster Gegenstand der Tagesordnung, die etwa 40 jQeratunadgcgtn- fLänbe, darunter eine garr^e Reihe Um Regierungsvorlagen enthält, stecht die Beankten besot- dungSvorlage. — Die sämtlichen Fraktionei' werden bereits am Fveiton den 6. Mai b*to. tzarnS tag den 7. Mai ju bet Vorlage Stellung nehmen
Versuche
rind teuer, drum unterlaß sie Nimm gleich einen erprobten und im Gebrauch billigen Rei« fen, nur dann sparst Du. Es
gibt keinen besseren als
Sntinentai
” Pneumatik
Sin BootSnnglück.
Berlin, 29. Llpril. Priv.-Del.) Wider Berl. Lokalarr^eiger meldet, ereignete sich gestern abend bei xßannfee am Breiten Horn auf der Havel ein schweres Seglerunglück, bei dem zwei Personen ertranken. Der Bootsbesitzer Wolf, der mit einem Herrn und einer Dame eine Segel- parrie unternommen hatte, wurde von einer fdyrocren Gewitterboe überrascht. Das Boot renterte und alle drei Insassen stürmen in ba<- Wasser - Dem berbri^eilten Fährmeister Frankenberg, der bereits an 20 Personen das Leben gerettet hat, gelang eS, den mit den Wellen kämpfenden Bootsbesitzer m retten.
Sine Hitzwelle.
Berlin, 29. April. sPriv.-Tel^ Der Berliner Lokalanzeiger meldet auS Kristiania, daß eilte außerordentliche Hitzwelle über Nordeuropp geht. Gestern wurde in .ffriftianta eine Temperatur von 24 Grad Celsius gemessen, nur ein^ Grad weniger als die Höchsttemperatur im Sommer.
BOHNtoWKHS


