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Nr. M Zweites Platt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Tberhesftn)Samstag, 50. April 1921

Sritck

xir die Stimme de- Sehers u b spannte dos Gehör

(Nachdruck verbalen.)

S. Fortsetzung

esse der ---------, ..

schädlichen Sperber, unter dem Namen Tauben-« flüfier bekannt, ab'chiehen, da ihm au fier vielen

Singvögeln auch Rebhühner »um Opfer fallen.

t A u s dem Vogelsberg, 28 April. Ter Kuckuck ist wieder znrückgelehrt unb läßt seinen lucitlyin schallenden Ruf wnidjmm. Vor euitqflS Zeit nmcke festgestellt, daß ein Kuckucksei im Nest eines Hänflings lag und mit gro'ta Sorg- salt bebrütet wurde. 'Als der »kuckuck anSgekroä»n war, stellte sich auch noch ein Zaunkönig em, der sich lehr rege an der Nährarbrit beteiltgte. Tabei war der junge Kuckuck bedeutend größer als der Zaunkönig, sein ausgesperrter Schnabel formte den ganzen Kopt des Zaunfönigs in sich aufnohmen Ter Zaunkönig l<taß selbst noch cur Resr in der Nähe mit -wer Jungen. Ter Grund dieses Tuns und Treibens ist wahrscheinlich darin zu suchen, das; der Fulterrui des iimgen Kuckuck» dem der Zaunkönige zum Derwechsscln gleich ist.

Tenn gegen drei Uhr dieses Nachmittags war Mr. D. Baieson die Treppe fcrau^eirurmt mD, nachdAN er gerufen harte: ,,Mein Bruder^ tret, Fa:z Ullah?" tu das Arbeitszimmer des Sehers geeilt. Rasch wie ein Pfeil war Pbi ipv aut den Zeven m den kleinen Ausi'ichtswmkcl getlogen um zu lauschen. Einigen geflüsterten Dorten un Ar­beitszimmer folgte ein rie-es Sdxr>ctien. Tie «wen Brüder waren in El Kadirs Priratzimrner ver- schwunden. Sting voraus ehend, was d e Z'-^nU bringen tonnte, hatte Philipp auch rn di Wand dorthin ein kleines Loch gebohrt, und mit dem Ohr daarn finden wir ihn jetzt.

in Gießen beobachten. Wer gegen 4 Uhr am Sel- terstor vorbei ging, blieb sichre erstaunt stehen- Saß doch neben dem OktroihäuSchm ein Feld­grauer auf einem Klapvstühl, vor sich ein winziges Harmonium, daneben ein Kamerad mit d<n Fidel und beide umringt von einem sich stündig er- neuernden Zuhörer kreis. Sie spielten kleine, harm­lose Sächllchen, keine Gassenhauer. ES klana nicht eben schlecht, was auch bte vielen Fünf zig wenn ip- stücke und Einemarkscherne beengten, die yrnt m die Soldatenmütze auf dem Harrnonrum gelegt wurden Eigenartig übrigens, roL* die unausdruig- lichrn Töne der Geige, mit leiien barmomum- aHorben veriooben, in dem yedämpften Lärm der Asphaltstraße auf gingen. Eine müde Mollstrm- mung, die sich felftam ausnahm ^in ^dem bellen

Tasche so praU wie eine Durst, ich hätte es meiner Seel nicht geglaubt. 70000 oder 80000 in einem gewöhnlichen Cab! Und dabei machen es alle so- har mir Jamies im Klub gesagt. Ich habe Uw ausgeholt, vorsichtig natürlich. Allgemeine llsanee, sagte er, datz die Filialen m einem gewöhnlichen Cob at holen lassen.Weiß der Teufel," mgie Mr. Bateson mir einem Grinsen hinzu, ,ob «eie Usance sich noch sehr lange halten wird''

Aerrn Collins Jibenteuer

Roman von Frank Heller.

Blick ^uf-das^rrtezi^er g^fteLjmi eW.gen | »V »»

/SesuckLrn rajch OttgegOtgehen zu taM». **

Sie scheint faktisch die Wahrheit gesprochen zu haben," hörte er die Stimme des jüngeren Dareson.Jch bin.ihrem Mann dm ganzen Mor­gen ncu^egangen mtb habe, hol mich der Teure!, alle TetaUs bestätigt gefunden. Aber hätte ick ihn nicht selbst in das Kontor am Ludgate-Zirkus gehen und wieder heraustommen sehen, mir der

aufs äußerste an.

Hier war seine Gelegenheit, hier war ferne Gelegenheit, fummie es ihm in Kopie Tic Stim­men dorr drinnen sentden sich noch mehr, u d nur losgerissene Sätze drangen an sein Ltyr.

Tun? Nachfolgen, wenn es das nächste Mat neblig ist. Er pflegt über das Embankment nach Hause zu fahren, und da habe ich mir eine kleine Ueberrafchung für Mr. John Walters ausge- dachl Geht nicht? Geht famos mit meinem Änw ... im Nebel . . . putz weg . . . fcmtlt dir was Besseres denken? . . . Nein . . . immer TienStag und Freitag, meistens Freitag ... Jo, in Pumey, die Filiale ist ja in Putnen . . . denke dir, vielleicht 70000 Pftmd:

Philipp hörte von draußen Schritte und flog pfeilschiell au* seinen Poften im Wartezimmer zurück. Sein Kopf Brummte, unb nur mit Aut- gebot all seiner Kräfte Sonnte er zwei Minuten später zwei "Tarnen mit seiner gewöhnlichen on-m* talischen Ruhe zu El Kadir geleiten. Tenn d e eine von ihnen war Mrs. Jobn Walters, Adre,»k Stef ens Walk 10. Puttiey. Und van wem Hafen die sauberen Brüder eben gesprochen, wenn nicht von ihrem Mann? , . Ä _ ..

Hier haNe er eine Gelegenheit.. _t'e&t 0<üt e§! Rache, Rache unter allen Umitanym, und wenn er die Polizei zu Hilfe piten sollte, wt er es den Herren Datefon bei seiner ersten <x>» gegmrrtg mit ffriten versprochen Satte.

cw - - -tV.__rr_ e^n ."zr-m^-rrrr rTXTT.

bekam er aui 'sein eigenes Ansuchen dm Nach­mittag von El Äabir frei und stürzte sich tn dunklen Missionen in das Gewühl London-. In europäischer Kleidung und seinem alten Ehaus- ieurd plom vom königlichen 2lutvmobi.kl^b Koxer- hagen rn der Tasch: sehen wir ihn um vier Uhr tn eine Garage an der Btackfriars Bridge treten. Eine Snrtbc später kehrt er nach eiter Probe­fahrt im Auto durch die Lo bmer Straßen dorthin zurück. Eine weitere Viertel-tunde später verläßt er den Garagebesitzer, nachdem er seine letzten Dieriig Pfund dort deponiert hat, als Sicherheit für em Auto, das er wahrscheinlich nächsten Freitag mieten und ohne Chauffeur selbst lenken wird

Tas zu besingen, was nun folgt, würde eine würdigere Feder verlangen als b:e meinige. Ge- iabe aus der Garage gekommen ging Philipp nachdenklich das Embanfment eitang, über ein ungelöstes, wichtiges Detail seines Plan es nach- grübelnd. Würde Baieson allein srin?'Lber würde fein Ehcmfteur mit sein? Und würde er u bi Falle seinen eigenen Plan andern müßen, ober würde besagter Chauf'eur mit sich reden la'en? Und während er noch darüber grübelte, erblickte er plötzlich vor Te 5teysers Hotel ein großes schwarzes Panhardauto mit tigerartig spornendem Motor und baneben, im Gespräch mit einem in Leder gekleideten Chauffeur, keinen orderen als Mr. Dateson.

(Fortsetzung folatJ

-Tenn so oft Philipp einen freien Moment dritte das beißt, wenn das Wartezimmer leer unb Mr. Baieson nicht zu ertoarten war schlüpfte er in Den kleinen ichon erwähnten Aus- nchtswinkel. Bon hier aus Miegte auch der Magier feine Kunden insgelteim zu beobachten, betwr er an Rendezvous gab Konnte er ihnen dabei nm genug von Interesse alstezen, um ihnen zu pro- _ was nicht so selten vor kam. denn El Kadirs Stellung war früher di-: anftnuchslo'e cincs Kellners ,rewZen. wurde die ^.acke H1-- _ William Bat-s-ns v-md- Statten

wurde ein RentezmmS wr nnm -mteren Snn be- ftimmt bis biefer burd) ferne saW.mlm «erta» bunqen in der unteren Well b ndX-gen .un-tiS in frrfabnmg gebra-br hatte. .i«rm trnirbe gangenheit u; i> Zukunft mit derfelbm -^$^^1. von dem großen El 'Kcwtr _ ^uiet. ein neuer Beweis seiner wunderbaren p'ychichen Kraftwurde zu den vielen anderen gelegt, und das Geichast gmg besser denn je.

In diesem Raume stand Philipp jetzt, -Freitag, 19 Februar 1906. das Lhr an ein kleine- Xtod) in der Wand zum Privchzimmer gepreßt, den

lend Ich habe nicht den geringsten Berus, den sozialdemokratischen Minister Seoering rn Schutz zu nehmen. Ader ich kalte es für gefährlich, itx*mt man ansängt, Beamte die in einer so schweren Zeit für das Wohl des ganzen Volkes oerantivortlich sind, in ihrer Tatkraft lähmen zu wollen, weil sie zufällig einer anderen Partei angehüven.

Aba. Mehr Hof (U.S.): Die außervrdent lieben wridite erweisen sich -äxlid) als Klassenjustiz einrichtungen. Tic Kommunisten haben an die Stelle des proletanidKn Klassenkamp es den Put schismus g setzt. Anstelle bt Sonderg<richte sollte man Un erfuckKnigschmmissio en tecen. len Jugendlichen muß btionbercr Schutz gewährt wer­den. Durch den Putsch in Mittcldeutsckiand s.nd die Interessen der Arbeitersclwft aber schwer gejdybigt worden. Was die Arbeiterschaft braucht, ivonach sie lechzt, das ist die Wahrheit, bte Erkenntnis, daß ihre soziale Lage niemals durch Ptttschc gebessert werden kann.

Abg. Fröhlich (Kom.> polemisiert sckzars gegen die Unabhängigen wegen ihrer Stellung nähme zu der Ausstandsbewegung. Er nxntbet sich ferner gegen die Borwürse des Ministers Koch und sagt: Wir rücken nickst von her Bewegung ab. Wir bekennen uns offen dazu, das mittcb- dentsch' Proletariat zum Kampfe gegen die Provo­kation der R:aklion aufg-rusen zu haben. Wenn >vir auch diesmal in Mittcldeutsckstand unterlegen sind, so sind »vir doch nickst besiegt und werdeit zur gegebenen Zeit von neuem zum Kampfe auf­rufen.

Damit schließt die Erörterung, da die Redner­liste erschöpft ist. Tas Haus vertagt sich auf Tienstag, den 3 Mai, nachmittags 2 Uhr. An­fragen, deutschnationale Interpellation betreffend die Zwangswirtschaft in dec Landwirtschaft, An­träge unb Interpellation betreffend die Auf­hebung der Arbeitslosenunterstützung sotvic klei­nere Vorlagen.

Schluß 8 Uhr.

Frühlingstag. T«se An musikalischer anstaltung hat aber auch eine sehr anfte Ist fie doch bezeichnend für die Not und das Elend off 3eit, in der wir leben. Müssen uwert früheren Feldgrauen denn wirklich übergeben zu btefre musikalischen Bettelei? ES wäre sehr zu wünschen, daß die Organisationen uniereS Staats- unb Ge- sellschaftSlebens dafür sorgten, daß besonders den ehemaligen Kriegs teilneh ment eine mAnchende Eristen; verbürgt wird, und daß derlei südländische I Erscheinungen bei uns nickst zur Regel werden.

uügenb bekannt sind.

ES genügt jedoch nickst allein, den Di'geln Niststätten zu schaftm, Nester und Brut müssen wie vor rotten Menschen, so auch vor Raub­vögeln geschützt werden ES liegt schon im Inter­esse der 3anbbcrc4tigtcn, daß sie besonders den

Aus Stabt und Land.

Gießen, den 30. April 1921.

Schutz den Vögeln.

Ter Älpril ist der Hauptnwnat für den Früh- jahrszug unserer Vögel. Bei dwr linden, sonnigen Wetter, das, abgesehen von den Fwstnächten der vorigen Woche, fast ben ganzen NLonat hindurch anhielt, tarnen die Vögel viel früher an, als sonst. Schwalben tarnen schon ftn März, H a u s - und Gartenrotschwänze, Grasmücken, Laubsänger, Finken, Würger und Tau­ben kamen im April. Lustig schallt nun der 93ögti Stimme im frischen, grüren Fiühttngswald! So­fort nach der Anftoift rüftete sich das kleine Volk zum Brntgei'chäft. Die überwinternden Vögel hatten bereits damit begonnen. Schon zu Anfang des .April wurden flügge Amseln beobachtet. 3febt brüten die Tannenmeisen in ihren Baumböhlen, die Lerchen, Ammern imb Baumläufer, der Buchfink rüstet unb die Grasmücken paaren. Da jetzt schon die meisten der l-eimischen Vögel brüten, muß vor allem daraus Bedacht genommen werden, die Bruten vor Störungen und räuberischen lieber- fällen namentlich auch der vagabondierenden Kotzen zu schützen Auch vor den Menschen müssen die Vögel geschützt werden, und daher ist es sehr zweckmäßig, daß das Polizeiamt Gießen im Amtsverkündigungsblatt jetzt zur Brutzeit an ein Reichsgesetz erinnert, wonach das Zerstören und Aus heben von Nestern oder Brut­stätten der Vögel, das Zerstören und Ausnehmen von Eiern, das ?lusnehmen und Töten von Jungen, sowie das Feilbievm ober ber Verkauf von Eiern und Jungen unterlagt ist Wer gegen dieses Gesetz verstößt, wird mit Geldstrafe bis zu 150 Mark ober mit Haft bestraft Diese Strafe trifft besonders auch Eltern und Erzieher, die es unterlassen, Kinder von solchen zerstörerischen Handlungen tchzuhalten. Das Aufsichtsversonal ist angewiesen, jeden Anschlag gegen Vögel und ihre Nester dem Gerichte anzuzeigen

Tie Vögel hoben es so schon idruer jjenug. Um'onst fliegen manch' der gefieberten Sänger h7n und her imb finden nirgends eine dichte Dor­nenhecke ober einen hohlen Baum, wo sie nifticn können Tie Wobnhecke bes Vorjahres ist vom Landwirt ausgervdet oder, wenn sie am Feld­rain stand, von bösen Buben verbrannt worden Viele Vögel, wie zum Beispiel Distel- und Buchfinken, sind es von Natur aus nicht gewohnt, ihre Nester hoch über den Boden zu bauen Auch den Höhlenbrütern fehlt es an Nist- gelegenchit, da manchr hoble Baum in Wald unb Feld gefällt worden ist. Das R o t s ch io ä n ;

Berlin,^29. April. (Wolfs.) Dem Reichs­tag ging der Gmtrourf eines Gesetzes zu, betreffend die vorläufige Neu au f stell ung des Orts­klassen oe r ze i chn i s se s. Mit , Rücksicht aus die außerordentlich Eilbedürftigkeit ber An ge­legen!^ it bittet der Finanzminister um möglichte Bescheimigung ber Beschlußfassung.

che ii taim sich zwar mit einem Mauerloch behelfen, ebenso die Bachstelze, denn fie sind .valb- höblenbrütei". Wenn es cm naises Jahr gibt, lucht sich auch das Meisenpärchen in der Gartenpumpe einen sicheren Wohnort Jedoch viele Vögel müssen m diesem Jahre auf die Cflteui- frrvben verzichten, nvnn sie ei nicht vorziedeu, abzuwandern Die Folge davon ist ein llrivrbanb* nehmen ber schädlichen Insekien

An Behörden, Landwirte und Gartner kann man daher nicht dringend genug die Bitte richten: Schafft den kleinen Gängern Nist- gelegen he i te n? ES gibt selbst bei der ver­besserten Feldwirtschaft noch genügend Stellen, nx> Hecken angelegt, vord«vwe!ie geduldet unb gepflegt werden können Für die Höhlenbrüter bange man N ist kästen aus Stare nisten be- lanntlitb auch in Kolonien Für sie kann man, da sic weit fliegen, um Nahrung zu suchen, eine ganze Anzahl ZI ästen nebencinanbei au Wangen. EO wirb uns von einem Jvrsthame in der Nähe cineS Waldes der Nachbarsckuft mflblt, bei dem sich ctiiM 30 bewohnte Starkästen bcfmbeii. Eine Zuschrift, die ivir erhielten pamt allerdings da­vor, die Starenkästen in wärt en an->i: bringen, da ber Star eine besondere Vorliebe für bie ersten reifen Erdbeeren, Äirsckten unb gc'ben Birnen, sowie für Wi-inNaiiven unb Zivetschen habe Tie Zuichiist emphfbtt. die StarenTäfien am Walde aufzuhängen. von wo aus ihre Be'.i'vbncr die an» arcuzenden F^-lder befrreidien können.

Tie Preise I)at gewölmlick» ein ganz be­stimmtes Jagdrevier, in ban sie Irin anderes Pärchen bulbct. Für sie müssen in großen Ab- fiänben .stästen mit kleinem ^iuaWr ausgehängt nvrben, bomit sie weder von Spatzen noch Staren bezogen werden können Um bie Schwalben zu schützen, rücke man den lästigen und schädlichen Spatzen zu Leibe, die als Schwalbennesträuber ge*

Billige Ferienzüye. Die uwbrart Steigerung der Person.m'obrvreise macht ei vielen unmöglich, ibre Ferien wirllich -ur Erholung aus- zunuyen. Die Borstellungen, die deswegen k*im Reichsverkehrsministeriupi erhoben worden sind, scheinen nunmehr zu praktischen Erg-bnissen xu führen. Man hat im Reichsverkehrsministerium tn Aussicht genommen, billige Ferienzüge bt diesem Sommer fahren mi lassen. ES schwe'en zur Zeit Erörterungen über bte Art ber Durchführung^ Ein Beschluß ist zwar bis jetzt noch nicht gefaßt, boch bars mit Bestimmtheit bannt gerechnet werben, baß tatsäcklich biefe Ferienzüge ui diesem Jahre verkehren werden.

"Straßenmusikanlen, bisher wohi nut in der Großstabt heimisch, konnte man geftern auch

Jahre zu beantragen Unter Hinweis aut die Timamiwirentate weist ber Redner >ede Gemein­schaft mit den Attentätern van sich und erklärt, datz die Kommunisten den IiUiin.ma! lenvr Der* at-fdvuen. Höllein schließt seine brch'uiltalbftünbige Rede mit der Prophezeiung an die Mebrkeitssozi.- lvsten, datz'die Entwicklung der iinge sie doch ein­mal zwingen werbe, gemeinsam mit den Xonrnru- niften zu kämpfen, um die Orgefch und bic harter ihr stehende Regierung und den Kapitalismus zu stürzen.

Reichsminifter Dr. Koch:

Sie werden nicht erwarten, daß ich auf bie maßlosen Angriffe des Vorredners gegen die Justiz eingdx, und ebenioroenig, daß ich hier über die vorgebrachten Behauptungen über Aus ck.reitungen der Schutzpolizei nn Aufstandsgediete o^cr in Ber lin näher mich ein lasse. iALg. Höllein ruft: Hört, hört! Gegenruf: Sie haben dreieinhalb Stunden gesprochen. Seien Sic dock endlich sclll!) Es ist aber notwendig, daß endlich einmal stier vor dem Reichstag und vor bent deutsckren Volke die ge radezu unerhörte Manier festgenagelt wird, mit I dec eine Partei zu den Eroiguissen, die sie selbst hervorgerusen hat, sich nickst betauten will, foti bcni diese Ereignisse öffentlich abzulcugnen suckst. Das Urteil über ein solck^es Vorgel)en übedaffe ich ber Oefsentlichkeit. Wir wissen, daß ein hervor­ragender toinmunistischer Führer, 2t. Levi, in teiner Brosckstire rin großes Material dafür er­bracht hat, daß die Zbommmtistische Partei den mittelbeutidtai Aufftand in Shene gesetzt bat. Wir wissen, wie von bei k!ommunistisck)en Presse und von der Tribüne des Reichstages mehrmals ein solcher Aufruhr angeCünbigt worden ist. Ich kann es nicht verstehen, wenn nachl)er behauptet wird, daß die Aktion in Mitteldeutschland durch das Verbrechertum hervvrgerufen worden' sei unb nicht durch die zstommunistiscbe Parte . Ter Minister kommt dmm auf die' verschiedenen Aufrufe in der Roten Fahne" M spreck)en, in denen gesagt wurde, die Momnnntiitiftbe Pariei miisse zur 9utiun über­gehen unb das Proletariat zeigen, daß sie bereit und willens fei, feine Kämpfe zu führen. Dieses letztere ist besonders interessant. Wir müssen den Kamps. führt der Minister fort, annehmen. Wir sind noch zu sehr in der An­schauung, als ob man diesen Kampf vergleichen könnte mit dem geistigen Kampfe, den die Sozial­demokratie jahrzehntelang geführt hat. Ter Kampf kann nicht anders geführt werden, als indem wir die Ordnungsmittel in den Dienst des >lamvfes stellen und jeden, dec sich des Hochverrats fduilbig macht, mit ber Scharfe des Gesetzes ansassen. (Sehr richtig! rechts.) Bon anderer Seite ist Kritik daran geübt ivordcn, daß die Regierung nicht rasch genug vorgegangen sei. Ta ist man nicht über die ungeheuren Schwierigkeiten einer heutigen Polizei­aktion unterrickstet. Wir können heute einem solchen Aufruhr besser begegnen wie vor einem Jahr, und wir haben die Sidjrrbeit, solche Putsche rasch niederzusdstagcn. Tie Schutzpolizei^ hat sich vor­trefflich bewährt und verdient unser aller Tank. Wenn uns eine kleine MÄiderheit den Kampf gewaltsam aufbrängt unb den blutigen Umsturz predigt, so roiroc der Staat von sich selbst ver­lassen, wenn er sich nicht mit allen Kräften zur Wehr setzen wollte. Die außerordentlidstn Gerichte bi-rtm uns die Gewähr für rasche Arbeit. Solange ich für das Schicksal des Teuft dien Reiches mit­verantwortlich bin, werde ich mich jedem Bersudj des verbrecherischen Umsturzes zur Wehr setzen. (Lebhafter Beifall.)

2lbg. Schwarzer (Bayer. Vpt ): Tie Aus­nahmebestimmungen und die 'Sondergerichte wen­den sich nidst gegen eine Klaffe oder Partei. Diese Bel-aupluiig ist eine bewußte Fälschung. Tie Kom­munisten haben auch diesmal wieder eine Eigen­schaft bewiesen, wie man sie oft bei Revolutionen beobachtet: bie Feigheit. Man sduckt bie Massen vor, die aus TuMrnheit oder Idealismus ihr Leben opfern. Nachher treten die Führer in den Vordergrund und stellen in den gesetzgebenden Korperlchaften die Vorgänge als von Spitzeln ver­anlaßt und sich selbst als durchaus unschuldig hin. Lärm bei der äufierften Linken.) Wer selbst mit Terror operiert, bat keinen Anlaß, auf die Son ber­ge richte zu schimpfen.

Abg. Hemeter cDntf): Den Antrag der Unabhängigen auf Aufhebung ber Sonbergerichte lehnen wir ab, imb aber mit Ausschußberatung der sozialdemokr afts chen Anträge auf lieber Weisung ber jugendlichen Aufrührer an die ordentlichen Gerichte rinverstanden. Die wirtschaftlid^n Schä­den der Aufstandsbew-gung sind außerordentlich loch. Allein die Stadt Halle hat einen Schaden ton V Millionen erlitten, und durch die Still­legung der Leunawerke ist bie Landwirt'chaft und damit die Lolllsernährung um weit m'fyr als 100 MUlionen geschädigi worden. Die großen Derer ber Schutzpolizei l'inb zurückzufüh.en aut das Nichl- einseven der Reichswehr. Tas Entwafsnunasgesetz ist nur dazu benutzt worden, den oiLnungÄiebenden Elemente' ^i' Wiklen afsurebmen Ter Auf- fta .d in Mitteldeutschland ist nick t niedergeschlacea lonbem nur aagedvoci>en

Reichsminister Koch:,.Ter Vorwurr, daß nür I nicht vasch genug ein gegriffen Härten, ut unzutrci-

Dcutfcbcr Ucicbstag.

Berlin, 29. April

Auf brr Tagesordnung stehen zunächst kleine Anfragen.

Auf die Anfrage des Abg. Dr. Braun- Franken Ä) wegen der aufjerocbentlid^m Ver­teuerung ber Preise für Monats- unb Wochen karten der Re^d)srisenbahnen vom 1. Juni ab er- be t rin Rciiermigs'oertreter, daß man, um den Fehlbetrag bei den Cci ciibatmen au^ugleidicji, an km Mo aiS und Wod»entacten nicht l)ättc wr- übergehe-i können. Dem 3k dellcngsveckehr und dem Beruf-verehr würde icdoch nach wie vor Rechnung getragen.

Auf eine Mfrage des Abg. Dr. Becker- Hesseii 'T. Vpt.). daß Steuerbeamte, die lediglich in Erfüllmm ihrer Ticnsrpflicht Unrichtigkeiten in Steuererklärungen aufgedeckt hätten, belohnt mofben seien, erklärt Ministerialrat Dr. Löblich, daß on dem Grundfatz, baß für derartige Tienst- (ciftiingcn Belohnungen nicht gewährt to-rben türf- ten, sriigehalt n werde. Nur für ganz außerordent­liche Xienideiftungai soll len Belohnungen genxil/rt werden. _ r

Nach Erledigung weiterer kleinerer Anfragen begründet

Abg. Leutheußer (D. Vpt.) den von lämb lichen Partetal mit Aisnahmr der Unabhängigen und der Monrrnimiftcn ring.brachten GesetzeMivnrf zur weiteren Ergänzung dcs Geetzes zur Verfol­gung von riegsverbrecheii und Kriegsvergehen. Cs ist bie Ergäirzung des Gesetzes vom 24. März 1920 durch einen Paragraphen 1 a beantragt, der Mn Oberreilbsmiwalt die Befugnis gibt, Die An- beraifntimg einer Haupkvcrhand mig zu beantragen, auch wenn zu einer Anklageschrift rin genügender Artlasi nicht gegeben ist.

In zweiter Beratung nimmt das Haus den beantragten Cfe.evenftvurf unverändert an. Die dritte ikrahmg kann nicht sofort stattfinden, da die Kommunisten widersprechen.

Tarauf setzt dos Haus die Beratung dec An­träge der Sozialdeniokraten und Unabhängigen über die Außerkraftsetzung der Verordnungen des Reichspräsidenten- oojn 23. Juli 1920 und bom Mär^ 1921 wegen der Bildung der aufievordent- (i*m Gerichte fort.

Abg. Höllein (Komm.l wendet sickz gegen bie Verleumdungen, be icn die Kommunisten von allen Seiten, einschließlid) b'r Unabhängigen, ans- <iesetzt seien. Herr Hörsmg, b?r sich schon m Ober- sckll 'stai als rin getreuer Fridolin des Kapitalismus ernxrieit hatte, hat sich in Sachsen mit dem Blute bes beutfdm Proletariats befleckt. Tie Dolizci- akt'vil tn Mi teldcutschland war vorher geplant, indb znxrr wollte man über den, Weg« über bie Einrichtung einer Werkpolizei bei ber Mansselder Kupfersri) cser bauenden Gewerkschaft vorgrie.i, n o- gegen sich die Arbeiter ab.'r mit Erfolg gewichrl 6aben. Ter Minister a. D. Severing hat öftent- lich erna<standen, daß er ber Agent provoeatenr bes mitteldeutschen Proletariats gewesen fei. Ter Redner übt bann weiter scharfe Kritik an d m Vorgehen des Ministers Severing unb erklärt, b e Aknon gegen de mitteldeutsche Arbeitersdiaft tet rktitS anderes als der erste Dersuck». bis deuftcbe ^Proletariat zu erdrosseln. Tie Arbritslvienzahlen erhSden zxb in erschreckendem Matze. Hinzu kommt bas ungeheure Heer der VertLrztarbeüer. Diese DrdeitSlosenzif'ern weisen immer noch ferne ftn* tenbe Tendenz auf. Sie weiden steigen, wenn die Sanktionen sich auswirken weiden. Unter Beu­gung ber Piecfasfung ist eine Schondsustiz eta­bliert worden ton Richtern, die äußerst tüchtig send, rperat es gegen Arbeiter geht, bte aber nick* sichtig kappistischen Hochverrätern gegenüber sind Tie Justiz vertagt immer, wenn die Mörder Kar-- pisten und die Ermvidaten Arbeiter sind. Die Mchrchertssoziolisten vertreten die Interessen der ArberXr nur, soweit sie nicht dem Kapi:alismns gesSbrlich sftid. Je mehr Arbeiter ms Zuchthaus gekhieft merben, desto mehr werden sich erheben unb mit Euch und Euren HelserÄselsern auträumen. (Gelächter) Tie Arbeiter, die vor Sondergenchte gestellt nxtben, haben nicht einmal Zeit und Ge­legenheit, sich mit Anwälten in Verbindung zu die tvr Veittrauen gemeßen. Tie Niedertracht Kav'te.lssöldlrnge gebt biraur aus. bas Pro­letariat für immer kampfunfähig zu madxm. Tarum soll die kommunistische Partei um jeden Preis vernichtet roerben. Hörsing hat sich benommen wie ein Polizeimmister unter dem Ausnalnne- gesekt. Redner verbreitet sich dann über bie Vac- gfinge in Lemra und über bi«' Untaten und Marde, deren sich die Sipa bei iu t> nach der Ei inähme der Werke schuldig gemacht habe. Tie ganzen Tenorn Hatten täte seien van Aebtgio'chenjungen an- gezcttelt warben, um eine Vogromstimmung gegen die .Kommunisten beim deutschen Volke zu erzeugen. Wunderbar, fehr wunderbar, bau die Arbeiter immer au, der Flucht erschanen worden in b. Es ist ein Jrrglauve, wenn man meint. eine Jbee ?u toten, indem man den einen d.r anderen ihrer Betenner um die Ecke bringt. Man bat den Redafceur desRuhrecho" $u 2 Jahren Zucht- verurteilt, weil er zwei Auftme der Ver­einigten Kammunistische nPartei veröftenfticht bat. 2er Staatsanwalt hatte bie Schamlasigleit, sieben