Nr. 100
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Erster Blatt
M- Jahrgang
Samstag, 50. April 192t
GietzenerAnzeign
General-Anzeiger für Oberhessen
Drud und Verlag: Vrühl'sche Univ.-vuch- nnö Steinbruderei R. Lange. Schristleitnng, Sefchaftr^elle unb Druderei: Schulpratze 7.
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Wod)enrücfb!i(L
Die Llussprache im Reichstag hat in Den Tagen schwerster Pein unserem Bolte nicht gerade etwas Erhebendes geboten. Es ist gewiss erklärlich: Kritik an der Haltung der ReichSregierung, überhaupt an der neuen schlimmen Wendung unseres Schicksals, kann unS jetzt gar nichts nützen, und die Reden, die daran verschrvendet werden, dringen nicht an die Herren. Wir achten und schätzen Geist und Temperament des Herrn Helsferich nicht gering, hoben uns an seinem Kanrpfeseifer, der den Reichsschädling Erzberger in den Sand gestreckt hat, oft erfreut — aber auch er konnte uns in der jetzigen Lage nichts aeben, weil in so tiefer Erniedrigung unserem Volke der parteipolitische Tagesstrei! das Herz mir noch schwerer macht. Man sehnt sich nach Menschen und Kämpfern, die über den Parteien stehen, die uns zu sagen wissen von ewiger Wahrheit und Weisheit, die uns etwas zu tun und zu glauben heißen im Angesichte haßerfüllter u'iw ungerechter Völker, von denen Deutschland mißhandelt und mißachtet wird. Nebenbei war es freilich eine traurige Notwendigkeit, auf die allen Staub der Vergangenheit, auch ums eigne Gesicht, aufwirbelnde Rede des ehemaligen Reichskanzlers Müller einzugehen, denn die Ruh- meskränze der sozmldemol^atischen Partei piehmen sich nicht eben herrlich an der xepubli- kämschen Bretterivand des heutigen Deutsche Hemds ans. Der Parlamentarismus und die Demokratie spielten in diesen kritischen Wochen der Vorbereitung für den 1. Mai, wie von alten Seiten offen zugestanden wurde, keine hervorragende Rolle. Rur ein Mann wußte die Hörer und Leser etwas tiefer zu fesseln, indem er von der »Vergangenheit in die Zukunft wies und seinen Glauben an die Kraft der Wahrheit bekannte. DaS war Dr. Simons, der wenig be- rnei denSwerte Minister, der, wie alle Deutschen, über ein nur ganz geringes Kapital an internationaler Geltung verfügt, und doch eigentlich Großes leisten soll. Der Ton seiner Rede war nüchtern, aber eindringlich, in ihr lag etwas, was die schwer mißhandelte boitfcfK Seele belebend durchdrang: neben etwas schwermütiger Abwehr kleinlichen Geranks, beinahe zu milder Zurückweisung reichssck-»Ä>lick>er Indiskretionen und ober» sachlicher Vorhaltungen eine Erinnerung an deutsche Charaktere. Ja, wo sind die Führer des Volkes^ die uns in Älterer deutscher Vergangenheit, and) in dunklen Zeiten, vorwärts führten? Dr. Simons sprack) vom Freiherrn vom Stein; er sei weit entfernt, sich mit ihm, einem der größten Männer, die die deutscl)e Gescknchte kennt, vergleichen wollen, aber in einein sei er sein unbedingter Schüler: er glaube wie sener an den Rechtsgedanken. In der Tat, die besd)N»erlid)e Umwelt oes Reicbsfreiherrn, die rücksichtslose Zwingherrschaft Napoleons, aber auch die Hellen Sterne der preußisd)en Geschichte, bedeutende, mitreißende Führerpersönlid)keiten, wie sie uns Treitschke fdjiflxrt, erscheinen unserem heutigen Elend als nahe Nachbarn. Der Weitkrieg hatte uns zrveisellos ebenfalls einen Reiclchum an hochragenden Führern, Helden und Geistgewaltigen — leider nur, wie meist in der deutschen 'beschichte, keine Staatsmänner — beschert, aber heute scheint es, als hätten wir keine überragenden Persönlichkeiten mehr. Dr. Simons ist kein Freiherr vom Stein, immerhin ein Mann von Charakter und gutem Schlage, den uns die hock>mütigen Redensarten Lloyd Georges Nicht entfremden konnten. Der es heute besser könnte als er, der werfe den ersten Stein auf chn! Uns frommt wahrlich lein Bramarbas und Eisenfresser; es ist auch Zwecklos, die Herrsch- und Schmähsucht der Gegner übertrumpfen ,zu wolteii durch überlaute Propaganda. Im Gegenteil, duldende Würde gepaart mit ruhiger Besonnen heit und abwehrender Vorsicht, steht jetzt dem deutsd)en Staatsmann besser an als herausfordernde Gebärden. Tief im Innern des deutschen Volkes aber soll die schaffende Gewalt uns allmählich wieoer zu Licht und Freiheit führen. Nur ein Drittel gibt es die Feinde zu besserer Erkenntnis zu bringen : Geschlossenheit und Entschlossenheit des Do.- kes, im Widerstand nicht zu erlahmen, fest zu vertrauen der eignen Kraft und dem Weck fei der Zeit, die den Winter des franzö fischen Mißvergnügens einstens überholen und den Glauben an den Rechtsgedanken rechtfertigen wird! . .
-Die deutsche Note an Amerika offenbart in ihren Folgen bereits einen Fort schritt des Rechtsgedankens. Amerika nnre nach seinen eigenen Interessen Hanseln, aber feine Politik darf sich dabei stützen auf das in der Welt wachsende Bedürfnis nach Recht And Billigkeit und wirklichem Frieden. Der ^bekannte englische Politiker Mahn ar d
Keynes schrieb iin „Manchester Guardian"! einen langen Artikel, in dem er feststellt, daß er keinen wichtigen Fall kenne, in dem' Deutschland „vorsätzlich" seinen Verpflid) hingen nicht nächkomme. Er erklärt dann wörtlich:
„Schrecken und Verzweiflung mag die Deut schon wiederum zwingen, eine wertlose Zustimmung zu geben zu etwas, was sie nicht vollbringen können und wollen: dazu kommt die Erniedrigung vor sich selber und die Verachtung der Welt Oder Unordnung und Verwirrung kann folgen, ein Streik der Bergarbeiter, der Fall der Regierung und neue Gelegenheiten für die Rückkehr der miHtäriidKn Führer. Solch ein Akt führt Zerstörung und Armut herauf . . . Die Wahrheit ist, das; die Deutschen ein Volk sind, das über alles Maß erniedrigt wurde, das aus Verzweiflung bereit ist, jeden Weg zu geben, der aus seinen Sorgen herausiührcn (amt, und bis an die Grenze seiner 2eiftung5’" äljigCeit zu gehen, um sich ein ruhiges Leben und ein wenig Achtung Mi sichern."
Es scheint, als machten sich auch in den führenden Kreisen der Entente, mit Ans nähme Frankreichs, Stimmen des Einlenkens gehend. Während wir dem amerikanischen Wasser noch nicht auf den Grund sehen können, ist doch so viel sicher, daß Präsident Harding und sein Staatssekretär Hughes die Anwendung neuer Gewaltmittel gerne verhindern möchten. Heute und morgen, oder, wie es heute beißt, morgen und Montag tagt die neue Konferenz der Gegner in London. Es scheint zwar, daß England im Bunde mit Italien und Amerika die Besetzung des Ruhrgebietes hintanhalten möchte, dafür droht uns jedoch ein neues Ultimatum. Wie die Dinge heute liegen, wird man die Hoffnung auf friedliche Zusammenkünfte am Konferenztisch begraben müssen. Das höchste und letzte, wozu die Gewalthaber sich verstehen werden, soll wiederum ein Diktat sein. Dr. Simons, mit seinem Glauben an den Rechtsgedanken, würde es aber fidterfid) nicht unterzeichnen. Die Entente würde irgeyd eine tvertlose Unterschrift, aber die Riesensummen zur „Wiederherstellung^' doch nicht erlangen. Was and) kommen mag — die bisherige deutsche Politik wird nicht zu tadeln fein. Auch bei der Anwendung neuer Zwangsmaßnahmen stärkt sie das deutsche Gewissen in allem künftigen Geschehen. Dem Minister Sinwns aber liegt immerhin noch ein wichtiges Stück Arbeit ob. Er muß bis ans Ende gehen auf dem Wege kühler Vernunft und stoischen Einsetzens der letzten warnenden Ueberzeugungsgründe. Dann beginnt eine neue Aera, die jeden Einzelnen unseres deutschen Volkes vor die höchsten Aufgaben und Leistungen stellt.
TK—mn--
(Ein neuer englischer Vorschlag?
Paris, 30. April. (WTB.^ Havas meldet aus London: Ter englische Kriegs Minister hat vorgeschlagen, an die teutscl-e Regierung die dringende dlusforderung zu richten, mit einer Woche Frist 4 2 Fahreszah- lungen von je zwei Goldmilliarden anzunehmen, sowie verzinsliche Jahreszahlungen in Höh: von 25 Proz. der deutschen Ausfuhr. L o u ch e u r bekämpfte diese Anregung. Seine Ausführungen beeinflußten die Engländer aufs lebhafteste Die Belgier ietzten sich für die Aufrecht- erhaltung der Pariser Beschlüsse ein. B r i a n d wird morgen die Notwendigkeit' unverzüglicher Maßnahmen verttcten. Erst bann könnten die Berbandsregicrungen einen letzten Schritt zur Versöhnung tun, indem sie das vorgeschlagene Ultimatum an Deutschland richten. Wahrscheinlich werde dieses Vorgehen bann auch zum Schluß angewandt. .
Noch immer keine Entscheidung.
London, 29. April. Reuter meldet aus Washington: Die Lage in der Reparation s- fnage scheint unverändert zu sein. Wie verlautet, haben der britische, französische und belgische Botschafter Staat?sekrrär Hughes gestern mitgeteilt, daß das beutftbe Aneroieien miannehm bar erscheine. Von der japanischen und italienifdxm Regierung sind noch keine Andeutungen gegeben worden.
Zchädliche Gerüchte von einem Rücktrittzgesuch öcs Ministers Simons.
9er lin, 30. April. (Priv--Telear.) Tie „Bost. Ztg.'^ weiß von einem Rücktrrtts- g e s u ch des Außenministers Dr. Simons zu beruhten, das dieser am vergangenen Sonntag vor Abgang der Note an die ameriSaniW'e Rc- r.enmg b:m Reichs.anzier Fchre:rback überreicht '"ite. 2t S.mons bäte den Wunsch geäuyer-, aus Gesundheitsrücksichten von der schweren Bü'te der Führung der außenpolitischen Geschäire d s Recches entlastet zu werden. 2er Rcickskrnz e: tate Minister 2t. Simons iedoch ersucht, aur 'd e Erledigung seines Rücktritrsgeütee schauge zu ivarten, bis eine entkbeibmbc Antwort aus 3’mmtl etngetiof'en sei. Ta diesem Ersuchen Dr. Smwns willfahren habe, sei bis zur Stunde das Rücktritts gcsuch des Außenministers dem Äabir.ett noch nicht vorgelegt worden. Wie das Blatt zu wissen glaubt, fei 'aber damit zu rechnen, baß "ter Rücktritt Dr Simons von der Leitung des Auswärttgen Amt-
in den allernächsten Tagen eine vollendete Tatsache weiden würde. Ta Reichskanzler Feineubach mi' Tr. Simons sich solidarisch erk.ärt hole, )ct. wie das Blatt aus in formierten parlamentarischen Streifen erfahren haben will, die Temisswn des Auten- ministers gleichbeteuiend mit ter des RcickSlain- lers. Tie „Bos,. Ztg." berichet bereits lon vcr- l indlichen Bespirchungen, die innerhalb d:c gierwigsparteien über die Umgestaltung des Rricl's. kabineits gepilogen warten seien. Tabei ict de» Wunsch nach umfasseuten Beränterun zen im Reiäskalinett, d e niindesteus noch zw t Sitten Reichsmiiiistcrien Letrcnen wü den, geäußert wo.- dcn. Tiefe Veränderungen wruten sich aber nur aut t>ie Persnien, nicht am die Zusammeuletzung der Regierungskoalition beziehen.
Beratungen des Reichskabinetts.
Bersin, 30. April. (Priv.-Tel.) Ta* R e i d; s ka b i n k t t beriet gestern über die Reparationen. Diesen Bisprechungen lag jedoch eine Antwo r t der amerikanischen Regierung nicht zugrunde. Den Hauptgegeilstand der Beratungen bilde len, der Boss. Ztg zufolge, Erläuterungen und Ergänzungen der deutschen Vorschläge, die auf evtl, amerikanische Rückfragen hin gemacht iDcrbcu können.
Die französische Delegation vom Wiedcrherstcllungsausschnß überstimmt.
Paris, 29. Apiit. (Wolff.) Wie die „Chicago Tribut mitteilt, stellte die Re- parationskommission fest, das; gegen Deutschland aus dem Grunde, weil es die bis zum 1. Mai fälligen 20 Milliarden Gold mark nicht vollkommen bezahlt, Sanktionen nicht angeivandt werden sännen. Racks dem Wortlaut des Verttagees können für die Rest schuld im Sinne des § 235 nebst Anhang nur verzinsbare Bons verlangt werden. Diese Feststellung der Reparationskommission wurde gegen den verzweifelten Widerstand der französischen Delegation gefaßt.
Dos gleiche Blatt stellt fest, daß es auch dem britischen und italienischen Druck zu verdanken sei, daß die Gesamtschuld auf 132 Milliarden Goldmark statt wie vorgeschlagen auf 190 Milliarden Goldinark von der Reparationskommission festgesetzt wurde.
Paris, 29. April. (Wolfs.) Havas meldet, daß der Wortlaut der Note der Retz a r a t i o n s ko m m i s s i o u au die deutsche Kriegslastenkommission über die Höhe des Schadenbetrags sich mit der be- metbeten mündlichen Bekanntgabe decke, aber außerdem noch einen Paragrchrhen ent halte, nach dem in den 132 Milliarden die Summe nicht einbegriffen sei, die Polen in seiner Eigenschaft als ehemaliger Bestandteil Des russischen Reiches zu verlangen habe.
Einsetzung einer internationalen Kommission?
London, 30. April (Wolff.) Die „Mor ning Post" sagt zu der bevorstehenden Kon ferenz, die Lage fei nicht nur dunkel, sondern auch gefährlich. In einigen politischen Greifen werde der Erklärung, Deutschland fei bereit, im voraus jeden Beschluß einer internationalen Kommission anzuerkennen, beträchtliche Bedeutung beigemefsen. Man sei der Ansicht, daß im Falle der Teilnahme der Vereinigten Staaten an einer soldien Kommission die Beseitigung gefährlicher Komplikationen als möglich angesehen werden könnte Die Haltung Belgiens sei dieselbe wie die Frankreichs. Was Italien anbetreffe, so sei eine deutliche Steigung bemerkbar, gegenüber Deutschland eine milde Politik zu verfolgen und es könne als sicher angenommen werden, daß Italien an einer militärischen Besetzung des Ruhrgebiets nicht teilnehmen werde.
Verschiebung der Londoner Alliiertenkonferenr.
London, 29. Aprll. (WB.) Blättermeldun- g-n zusvlg? verlautet, daß die Eröffnung der L o n* boner Al liiertenkonferenz vielleicht auf Sonntag oder Mcm rag verschoben wird, da Graf Sforza wohl nickt vor morgen spät abends in London eintreffen wird.
Ein neuer Ausspruch Vriand».
Nach einer Meldung der „Chicago Tribüne" sprach Briand in seiner Ansprache cm die amerikanischen Journalisten auch noch von den großen Gewinnen, die Deutsch- fanb infolge der besseren wirtschaftlicher. Lage, besonders des Wechselkurses mache. Das Problem der Besetzung des fRu^rgebiete-5 werde genau studiert. Sie werde einen ae rügenden Ertrag abwerfen? Man werde die Henne, die goldene Eier lege, nicht schlachten, ''andern die Henne so betreuen, daß sie bestens Eier legen werde. Es tonne nicht die Rede van einem Kriege sein, es handele sich nur darum, die gesetzlichen Rechte des Glaichigers anzuwenden! Das werde Frankreich mit Gendarmen in Soldatenuni form machen.
Ein Husroan&trunasgcfud) der ehemaligen Kaisers?
Paris, 29. April. (Wolff.) Hava? verbreitet eine Meldung, nach ter der ehemalige deutsche Kaiser die brasilianische Regierung um die Ermächtigung ersucht hatte, im S-'aate Motto Grosso seinen Wohnsitz nehmen m dürfen.
Ein Dankschreiben de» Neich-prastventen.
Berlin, 29. April -Wolffs Ter Reichspräsident n'cktete an den Vvrsitzenten brr „American Rlliei Administration, Eump an Ehil- drcns Fun^, Robert Hoover, am 9. April folgen des Dankschreiben:
Mit Bebauen« Ixibe ick vernommen, daß bie Americcul Relief Adnlunstration ^schlossen hat. den Beriäus der Leben-mit^lgutscheine mit Ende April und die Anlieferung von Nahrungsmittel- Paketen mit Ende Juli d. I. rin Auf'eien. lamit geht ein Werk aufrichtigster Mensch-nliebe, das
in Europa in schnirster Zeit ins Leben «e» mfen haben, seinem Absä-luß entgegen. ES ist mir ein Herzeiisbedürfnis. Ihnen bei dieser Gelegenheit den aufrichtigen Tank deS teulitten Volkes für dir Hilfe ausz-.ispreckxn. die Sie notleidenden Familien, Müttern und Kindern in Teutsch- land geleistet haben. Sie hoben es durch fJTjre mustergültige Organisation verstanden, ben Weg zu weisen, auf dem die Gefühle der Nächstenliebe, die in ter amerikanischen Nation ruhen, in die Tat limgesetzt werten können. ToS deutsche Volk wird das große, unter Ihrem Namen in der Welt bekannt geword-me Li^beswerk nicht per essen und das Band der Menschlichkeit, daS au# den Liebes- raten ter Völkei bi den Zeiten schnxrstcr Not ge-- ki üpft wurde, wird'sich immer se'.cr scksiingen und da".l beitragen, daS gegenseitig BerstäMmiS der Völker m föibem und her Welt die (tenefung und Geiuntemg w bringen, deren sie fc> bringend bedarf Indem Sie an dieser aufbauenden Tätigten rnit- wirkten, haben Sie sick ein Verdienst um die Menschheit erworben, das weit über Zeit und Tätigkeit ihrer Organisation hinauSreichen wird. Gern bereite ich diesen Anlaß, imt Ihnen die Versickerung mauer ausgezeichneten Hochachtung zum Ausdruck zu bringen.
EluS dem Memelgebiet.
Memel, 29. April Dem Memeler Dampfboot zufolge wird der Generalamv- vernour bc3 MemetgebietS, General Odry am 1 Mai aus feinem hiesigen Amte scheiben.
Au? Sowjet-Rukland.
Reval, 29. April. (WTB) Dierussischt Sowjetregierung hat zwecks Durchführung ihres neuen Transportplanes 21 öifen* bahnwersslätten militari'iett, darunter die Sjor- N:rnv>-Werte mit 12 000 Arbeitern und die Nyk- ionski Wecke mit 10 000 Arteckern in Nishnv Ncwigorod In Petersburg sind, wie Edmowit- sckeSlaia Shisn mitteilt, alle Fabriken außer 30 vorn 24 April bis 8. Mai weaen Brennstoff- -mangels geschlossen. Im April trafen 34 WagsanS englischer stöhle ein.
Tie VollÄommissare für auswärtige Angelegen l>eiien Sowjetrußlante und bet 3orojctufraine antworteten auf die rumänische Erklärung vom 13, April mit einer SSiebertolung oe- Pw- tcstes gcaen bas feindselige Verhalten rumänischer Kriegsschiffe gegen russische und ukrainische Schiffe im Tnjestr-Liman und lehnten die Teilung te» Liman-GewösscnS zwischen den drei Staaten in *ro?t gleicke Teile ab. 2i? Volfsdmrmissare treohen die Beschießung russischer und irfrainiftter 3d*Fe mit Maßnahmen gegen die rumändeten Schisse imb Batterien zu erwidern uir ^octern die Einsetzung einer gemischten Äomm. ’wn.
Evvnomitsctesraja Shien berichtet, daß in Sowietrußland vier chemische, rfne Streichholz-, zwott Glas- und dreizehn $abimabrifen weqen Bcenns,offmanaels ge'chlossen werden mußten. Tie Nahrungsmittelveriorgung der Arbeiter tes Toner-Loblenbeckms wird immer schlechter. Statt der für die dortigen Arbeiter, Angestellten und Eisenbahner mmatlich erßnckedicken »wei Millionen Pud ctetrete wurden rrn April nur 400000 Äib geliefert- Infolge des Äohten- und Materialmangels wurde das Proarannn für die R varvtur ter Lokomckiven für 1921 herabge'etzl, doch kann selbst dieses Programm nicht eingehalten werten.
Au» frtm Reiche.
Die Eisenbahnstchrkarlen.
B e r l i n, 29. April. ^WTB.) Im Wo h- n u n g s a u s s ch u ß des Reichstages erklärte der Vertreter des Reichsverkehrsministeriums, die Berechnung der Monatskarten erfolge ab 1. Juni nach dem Preise der vierten Klasse, so daß der Preis der Monatskarten gegenüber dem Preise der übrigen Fahrkarten eine Ermäßigung um die Hälfte erfahre. Die Fahrkarten für weitere Strecken würden eine scharfe Verteuerung erfahren, es sollen jedoch Monats- und Zeitkarten auf Grund des 4. Klassetariss für regelmäßig fahrende Reisende ausgegeben werden. Schülerkarten wurden zum halben Preise der Monatskarten ab 1. Juni zur Ausgabe gelange».


