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eiteren Diebstah Falles muhte Freisprechung man» Gels Beweises ein treten.

Die Berufung der Staatsanwaltschaft «gen ein Urteil des Amtsgerichts Friedberg, daS den Molkereigehiljrn St. daselbst von der Anklage der Milch fälschung freigesprochen hatte, fcnnrbe verworfen. Die Deweisausnähme ergab, dah St. bei der Zurichtung der Milch überhaupt utcht beteiligt gewesen war.

Unter Ausschluß der Oefferrtlichkeit wurde

gegen das Dienstmädchen Wartha ÄI. und den Gärtnergehilfen H., beide in Bad-Rauheim, wegen Abtreibung und Beihilfe dazu verhandelt. Die Kl. erhielt 6 Monate. H. 3 Monate Ge­fängnis; beide waren in vollem Umfang ge­ständig.

Am 23.3.20 fliehen gegen 9^ Uhr vvrm. jtori fürstlich büdingische Förster im Forstbezirk Qtmberbüflen auf drei mit Karabiner bewaffnete Wilderer. Sie riefen diese an, die Wilderer flüchteten und schossen auf die Förster. Diese erwiderten daS Feuer. Aach kurzem Feuergefecht gelang eS den Wilderem, spurlos in dem Wald zu verschwinden. Die Förster meldeten al-bald diesen Dorfall tbiem Borgesetzten, Forstmeister Hoffmann, telephonisch, der seine verfügbaren fiotfl beamten in das sogenannte Zechen Häuschen Beorderte. Er selbst begab sich zu Pferd dorthin. Aus dem Fußpfad DreitenbomRinderbügen bc- eegneien ihm drei Personen, die volle Rucksäcke trugen. Da sie ihm verdächtig vorkamen, stellte er traft ferner Eigenschaft als Forstpolizeibeamter (bre ilamen fest und ritt weiter Rach kurzer Zeit glaubte er sich zu erinnern, einige Damen auf der sog. schwarzen Liste (d. i. die Liste der der Wilderei verdächtigen Derfonen) gelesen zu haben, und erinnerte sich das) kürzlich nach ihm gewor­dener Mitteilung an derselben Stelle drei Wil­derer sich im Gebüsch versteckt gehalten hatten, während er vorbeiritt. Gr galoppierte zurück, er­klärte die Leute für vorläufig festgenommen und lieh sie durch feine tkuu kommenden Fvrstbeamten untersuchen. Da sich hierbei herausstellte, dah es stch um harmlose Hamsterer handelte, lieh Forst­meister Hoffmann die Leute gehen. Gr selbst begab sich mit seinen Förstern in das Zechenhäuschen. Rach einiger Zeit hörten sie Schüsse und eilten nach deren Richtung. Ball» bemerkten sie zwei Leute, die mitten im Walde auf eine an einer dicken Giche befestigte Scheibe schossen. Sie riefen die Leute, denen sie die Waffen abnehmen woll­ten, an Diese flüchteten und schaffen auf die Forst beamten, die daS Feuer erwiderten, während auf feilen ihrer Gegner noch mehrere Schützen etngriffen. GS kam zu einem mehrstündigen Feuer­gefecht. in dessen Verlauf wie sich später her- auSstellte her Jakob Guillemont von Waldens­berg angeschofsen wurde, der noch in derselben Rächt in dcm Gelnhäuser Krankenhaus starb. Wer ihn g-»schosten hat, konnte nicht festgestellt wer­den. Auf Grund dieser beiden Vorfälle entstand in der Düdinger Gegend das Gerücht, der Forst­meister Hoffmann habe hoch zu Roh einen harm­losen Hamsterer erschossen Unter der Anklage, diese üble Rachrede verbreitet zu -haben, standen heute der Oberamtsrichter Dr. P. von Ortenberg und der Themiker Dr. M. von Bü­dingen, fetzt in Berlin, vor der Strafkammer. Die Angeklagten bestritten, derartige Aeuherungen tn beleidigender Weise getan zu haben und nah­men für sich den Schuh deS § 193 St. G D (Wah­rung berechtigter Interessen) in Anspruch. Rach umfangreicher Beweisaufnahme wurde um 10 Uhr abends daS Urteil dahin verkündet, dah beide An- geflagte zu einer Gefängnisstrafe von je 1 Monat verurteilt wurden, und dem Reben­kläger Forstmeister Hoffmann Publikations­befugnis zugesprvchen, soweit Dr. M. verurteilt ist, letzterer wurde wegen eines Falls der Beleidigung freigesprochen. DaS Gericht nahm erto-cfen an. dah Dr. M. Gnde Mai oder Anfang Juni in einer öffentlichen Versammlung zu Gelnhaar, in der er einen Vortrag über Draundrhlenverwertung «Malten hatte, mit Bezug auf den Privatkläger Ito dahin geäußert habe, dah an einem harmlosen Hamsterer eine ruchlose Bluttat verübt und der tödliche Schuh hoch zu Roh abgegeben worden sei. So weit Dr. M. angellagt war, die Mitangellagten 5h:. P. gegenüber derartige Aeuherungen getan zu haben, wurde er mangels Beweises frei­gesprochen. Bezüglich des Oberamtsrichters Dr. P. wurde festgestellt, dah er zu einem Schöffen nach der Schöffengerichtssitzung am 1. Juni 1920 ge­äußert habe, die von diesem gegebene Darstellung des Vorfalls sei unrichtig, Guillemont fei nicht beim Wildern erschossen worden, vielmehr habe ihn Forstmeister Hoffmann als harmlosen HarnftMer auf offener Straße angehalten und glatt nicWr- geschossen, als er sich geweigert habe, seinen Ruck­sack zu öffnen. Oluf die Einwendung des Zeugen, das könne unmöglich so sein, antwortete Dr. P.» seine Angaben seien richtig, er habe sie von durch­aus zuverlässigen Gewährsmännern, nämlich Dr. M. und einem Arbeitersekretär Sch., während Sch. tatsächlich nicht mit Dr. P. hierüber gesprochen hatte. Den Schuh des § 193 billigte das Gericht beiden Angeklagten nicht zu, da sie berechtigte Interessen nicht wahrgenommen und auch nicht ge-

Spuren im Schnee.

Roman von Sven Glvestad.

Ermächtigte Uebersetzung.

24. Fortsetzung. (Rachdrnck verboten.)

»Ich kam eben an Ihrem Hause vorbei, und 'ua wollte ich nur geschwind den Kopf herein- stecken mit der großen Rcuigkeit," sagte der Arzt. Haben Sie schon gehört?"

.Ich ßabc den ganzen Tag noch mit keinem Menschen gesprochen und auch keine Zeitung ge- tefen.'^mDibcile der Kap'ckän.

.Man hat die Mörier gefunden f

T«S gab dem Kapitän einen Ruck, und es siel dem jungen Arzt aus, daß er weit inS Zimmer zur ickwich. Sr faßte den Verdacht, der Kapitän wimsche vielleicht den AuSdruck seines Gesichts zu verbergen.

»Die Mörder?" fragte der Kapitän dann wieder gefaßt. .Sind es denn mehrere?"

.Ha, ganze zwei Stück."

Was sind cs für Leute?"

.Gckvöhnl.che Landstreicher. Polckcken. wie man vermutet."

-Was für Derdachtsgründe liegen gegen sie vor?"

..Verdachtsgründe!" rief der Arzt. .Die braucht eS gar nicht, denn der eine hat derri s gestanden. Hier ist die neueste Stockholmer Zei­tung Sie können alles selbst nachlesen."

Wieder gehen ein paar Tage inS Land, und dann steigt eines Rahmittags ein Mann an dem kleinen Dorsbahnhos au3. Riemand kennt ihn. und er kennt offenbar auch niemand und ist noch

glaubt hätten, solche wahrzunehmen. Bei der Straf­zumessung wurde berücksichtigt, dah Dr. M. in öffentlicher Versammlung die den Privatkläger auf das schwerste beleidigenden Aeuherungen getan hatte, und daß es sich bei Dr. P. um einen Richter handelte, der nach den langjährigen Erfahrungen in seinem Beruf sich davor hätte hüten mfiffen, in so leichtfertiger Weife derart schwere Beleidigun­gen weiter zu verbreiten.

Vermischtes.

1 DaS Leichenbegängnis der Kai­serin-Witwe von China. In Peking ist die Fürstin Chuan, die Mutter des früheren Kaisers von China gestorben, und sie erhielt trotz der Herrschaft der Republik ein Leichen- bcgängntS mit all der Pracht und Großartig­keit, wie eS einer chinesischen Kaisertn zukommt. Der Zug, der dem Sarge folgte, brauchte zwölf

Stunden, um sich zu entfalten, und das Be­

gräbnis verschlang gewaltige Summen. Die Für­stin hat sich selbst mit Opium vergiftet, und

zwar soll der Grund für ihren Selbstmord nach

Berichten englischer Blätter m etreitigfciten mit andern Mitgliedern des kaiserlichen Haushaltes za suchen fein. Es handelte sich bei diesen sehr er­regt geführten inneren "Halastkämpsen um eine für eine Mutter sehr wichtige Angelegenheit, näm­lich um die Wahl einer Braut für ihren Sohn. Tie Leichenprozession nahm um 2 11 ßr nachmittags von dem Palast des früheren Kaisers seinen Aus­gang und bewegte sich in langsamem Marsch nach dem kai'eriichen Mausoleum zu Schang-Ping, daS etwa 30 Kilometer entfernt liegt. Tie Fahne der Mandschufamllie wurde an der Spitze der Pro­zession getragen und war begleitet von einer Schar der ehemaligen kaiserlichen Garden. Dann tarnen vier Kamele, die kaiserliche Iagdzelte tru­gen, und vier Jagdfalken wurden von Falko- irieren auf ihren Fausten dahergetragen. Da­nach folgten die Träger von 12 Bannern, die Insignien der Dhun-Fanrille zeigten, und da­hinter ritten Mitglieder des Musiktorps der Gen­darmerie von Peking, die den Trauermarsch aus .Saul" spielten. Danach wurden im Zug? zwei aus Stein gehauene kaiserliche Löwen gefahren und ein prunkvoll ausgestatteter Wagen mit ver­schiedenen kaiserlichen Emblemen. Es folgten Trä­ger, die große Prachtfächer in den Händen trugen, die der Verstorbenen gehört hatten, und auch ein großer Regenschirm der Kaiserin, der in der Mitte gelb war, wurde ihr in dem feier­lichen Zuge nadjgctragen. Der rotariSg.schlagens Sarg wurde von 80 Kulis getragen, die in Pur­pur gef e.bet waren, und ihnen schloß sitz eine lange Schar von Mandschurcktern an. Die Re­publik von China war durch eine feierliche Ab­ordnung verrieten. Der frühere Kaiser selbst, der in ein Kleid vom Lammfell zum Zeichen der Trauer gekleidet war, verbeugte sich dreimal tief vor dem Sarg, als man an dem Mausoleum angekommen war.

* Fochs Schweinchen. Der Marschall Fvch ist von feiner Amerikafahrt mit Gescheicken beladen zurückgekehrt. Unter den Gaben, die man ihm beschert hat, befinden sich alle nur erdenk­lichen Gegenstände von Ghrensäbeln bis zu einer Wildkatze, die ihm Montana schenkte, und die er dem Pariser Zoo überlassen wird. Gins der ein­drucksvollsten Geschenke aber, die der General er­hielt, war nach feiner eigenen Erzählung ein Schweinchen, das man ihm in Iowa verehrte. ®r hat das niedliche Rüsseltier leider nicht mit nach Europa bringen können. Sein wehmütiges Grun­zen erregte so stark das Mitleid des harten Kriegerherzens, daß er es mitten auf dem Ozean schlachten ließ und in der Form von Wurst ver­speiste.

Berlin, 28. Dez. Börsen st immunas- bild Die Börse stand heute unter dem Zei­chen großer Zurückhaltung der ülntemehmungS- lust, gehemmt durch die älngewißheit bezüglich der Entscheidung über die Zahlungsverpflichtun­gen Teulschlands im Januar und Februar. Die Stimmung war aber nicht unfreundlich, und die Kurse auf den Hauptumsahgebieten, als am Mon­tanmarkte, in chemischen Werten und Waggon- aktien, durchschnittlich 20 bis 30 Prozent höher. Rur wenige Papiere hatten Abschwächungen zu verzeichnen. Am DchiffahrtSalt.enmarkt waren Argo um 100 gebessert. Auch sonstige Schiff­fahrtswerte etwas anstebenb. Am Bankak.ien- markt waren mir geringe Schwankungen zu ver­zeichnen: Abschwächungen und Besserungen hiel­ten sich die Wage. 3m Verlaufe waren die Kurse eher etwas weiter anziehend unter dem Einfluß leichter Besserung der Devisenpreise, die am Vor­mittag eine entschiedene Abschwächung erfahren hatten.

Frankfurt a. M., 28. Dez. Börsen- stimmungsbild. Die mehrtägige Feiertags­pause brachte auf einzelnen Gebieten eine mäßige Befestigung. Das Geschäft blieb weiter still. Aus­ländische Devisen unterlagen mäßigen Schwankun­gen. Der Dollar wurde 178175 genannt. Unter

niemals hier gewesen. Sein AeutzereS ist in keiner Weise ausfallend, aber feine Kleidung und sein ganzes Wesen verraten eine gewisse Vornehmheit, ©ein Alter kann fünsunddreirig oder vierzig Jahre betragen. AIS er sich mit einer Frage an den Bahnhofsvorstand wendet und habet ben Hat zieht, kommt eine kleine Glatze zum Vorschein. An den Schläfen und hinter den Ohren ist sein Haar ergraut, und dieseS kurzgeschnittene graue Haar sieht in sonderbarem Gegensatz zu feiner geschmeidigen und jugendlichen Gestalt. Sr trägt einen schwarz eingefaßten Zwicker.

Ter Mann erkundigt sich bet'dem Bahnhofs­vorsteher- nach Kap.tän Rylanders Wohnung, und als ihm der Vorstand mit der Hand den Weg zeigt, der sich durch die Felder schlängelt, sagt ein Junge, der neben den beiden steht:

»Ich habe denselben Weg und kann den fremden Herrn führen.-

Der fremde Herr dankt und macht sich mit dem Jungen auf den Weg. Sie gehen ein gut Stück hinter dem Strom der übrigen Reisenden Ser Junge zeigt sich redselig und neugierig, redet das Blaue vom Himmel herunter und möchte augenscheinlich gar zu gern wissen, wer der Fremde ist. Abei der Fremde ist ein Teufelskerl, der es versteht, ausweichend zu antworten, und der Junge kann nichts in Crfaßrung bringen.

2ls sie an der Apotheke vorbetkamen, blieb der Fremde stehen, betrachtete daS Gebäude und sagte-

.DaS ist allo die Apotheke."

»Ja. Sind Sie denn schon früher hier- gewesen, bah Sie das wissen? DaS Schild ist dock an der anderen Seite."

den Dalutapapieren blieben Mexikaner ziemlich be­hauptet. Zu etwas lebhafteren Umsätzen kam es in Deutsch. Petroleum, welche mit 1500 einsetzten, dann aber auf 1475 zurückgingen. Sonst herrsch le luftlose Stimmung auf dem Markte der unn örter­ten Werte. Benz 610600. Hansa Llovd 330325 Ufa 220230. Chemische Rhenania 840. Auf den variablen Märkten vermißte man wieder eine leb­haftere Geschäftstätigkeit. Am Montanattien- Marite stellten sich verschiedene Papiere höher. Reckarfulmer 880, gewannen 10 Proz. Anilin- werte warqn geböllert. Feste Haltung zeigte der EinbritSmarkt, wo Kurserhöhungen in Maschinen­fabriken zu beobachten sind. Banken lagen ruhig. Schillahrisattien fester. Die Grundstimmung blieb auch im Verlause freundlicher. 'Verschiedentlich stellte sich ein reger Verkehr ein. Der Schluß ge­staltete sich ruhig bei festerer Tendenz. Privat­diskont 4'Prozent. Die nächste Börse finbet am Freitag ben 30. Dezember statt.

Frankfurt a. M.. 29. Dezember.

Berliner Devisenmarkt.

Geld Brief Geld Dries

28. Dez.

23. Dez.

Datum:

Amsterdam-Rotterd. 6943,05 6956,95 6668/0 6681,70

4682,80 4632 20

366,60 367,40

841,65 843,35

787,20 788,80

189,06 189,44

809,15 810,85

769,20 770,80

182,81 18 <,19

7,22 261r30 29,63 62,60

Lhristiania . . Kopenhagen. . Stockholm . . . Helstngfvrs . . Italien London .... Reuyork .... Paris Schweiz . e . . Spanien .... Wien (altes) . Deutsch-Oefterr. Prag Budapest. . . . Buenos Aires Bulgarien. . . Konstantinopel

7,15 260,70

29,57 62,40

7,43 256,70

2d,27 60,90

7,47 257,30

29, <3

61,10

1493,- 1499,- 1479,50 1481,50 326,25 3753,75 356 ,40 3593^69 2807,15 2812,85 2717,25 2722,75

Drüssel-Antwerpen. 1436,05 1458,95 1406,05 1403,95 2947,05 2952,95 2944,55 2950,85 3786,20 3792,80 3656,30 3563,70 ----------- 4535,45 4544 55 357,60 358,40

Börsenkurse.

Frankfurt Berlin 1-llhr- 1-ilbt- Schluß- Schluß- KurS Kurs Kurs Kurs

Datum: 22. 12. 28.12. 22.12. 28.12.

S'/.Dtfch.Kriegsanl. 77,50 77,50 77,50 77,50

4',Dtfch.ReichSanl. 88,- 87,- 88,- 88.-

3°/,Dtfch.Reichsanl. 103,- 103,- 104,- 103,75

4% Preuß. KonfolS 69,- 71, 69,- 63,-

Hamburg-Paketf.. . 351.- 420,- 339,75 412,50

Rorddeutscher Lloyd 432,- 448,- 422,50 440,-

Comm.u.Privatbank 290,- 283, 295,- 297,-

Darmstädter Bank . 300,- 300,- 298,- 300,-

Deutsche Bank . . . 472, 473, 475, 490,

Disconto-Gesellfchast 41g,- 419,- 415 - 420,-

Dresdner Bank. . . 360,- 360,- 383,- 390,

Mttteld.Creditbank. 295,- 3u0 - 3u0,- 300,- Rationalbank f. D. . 299,84 300,- 298,- 300,- Boch.Gußstahlwerke 895,- 900,-

Dud.-Gisenw.-Akt.. 702,- 790,- 6d0,- 715,-

D^Luremb.Bergw.. 715,- 731 - 720,- Gelsenkirch. Bergw.. 761,- 800,- 755,

Harpener Bergbau. 1005,- 1150 - 1126,- -

Oberschl. Eisenb.-B. 635,- 710,- 650,- 720,-

Ooerschles. Sisenind. 730 - 750,- 715,- 750,-

Phönir-Bergb.-Akt. 985,- 970,- 975,- 995,-

Dad.Aniliwu. Soda 575, 580,- 589,- 610,

Höchster Farbwerke. 551,- 569,- 559,- 590,-

Allg. Elektt.-Ges. . . 660,- 640,- 657,- 679,-

Felten L Guilleaume 895, - 980, - LOS, - 1000, -

Schuckert-Werke. . . 565,- 530, - 550,50 592,-

Adlerwerke 545,- 581,- 556,50 600,-

Daimler 451,- 485,- 490,- 500,-

4', Hess. Staatsanl. 74,- 73,25 76,- 75,10

Electron Griesheim 640,- 683,- 661,- 682,-

Dtsche. Dereinsbank 225,- 225,- -,-

Marknokierungeu.

Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt:

Datum: 1.7.14. 27.12. 28.12.

Zürich Fr. 125 40 2,90 2,82

Amsterdam Fl. 59.20 1,52 1,50

Kopenhagen Kr. 88.80 2,85 2.85

Prag Kr. 117 80 38,-

Stockholm Kr. 88.80 2,30 2,35

Wien Kr. 117.80 -,- -,-

London Sh. 97.80 -, 7,60

Paris Fr. 125.40 7,- 6,75

Reuyork $ 23-80 -,55 -,55

Züricher Devisenmarkt.

2-i. 12. 29.12.

Wechsel auf Schweizer Franken

Holland 100 Fl. = 188.- 187.50

Deutschland 100 Mk- 2.80 2.75

Wien 100 Kr- = 0.19 0.19

Prag 100 Ät. = 7.20 7.25

Paris 100 Fr. « 41.25 41.20

London \ £ 21.50 21.49

Italien 100 2. = 22.25 2210

Brüssel . 100 5r. *= 39^0 39.20

Budapest 100 Kr. 0-825 0.85

Reuyork 100 S 513.- 512.50

Agram 100 Kr. 2.- 2. -

Warscha» 100 Är. = 0,19 0,18

Märkte.

Frankfurter Getreide markt.

Franksurt a. M., 28. Dez. DaS Geschäft ist außerordentlich ruhig. Die Devisenbewegung kam nur wenig in den Preisen tum Ausdruck. SS fehlt angesichts des OahresabschlusseS an Unter» nehmungslust. Futtermittel waren gefragter, und die Tendenz daher lebhafter. Suiterfleie findet be­sondere Beachtung. Hülsenfrüchte sind behauptet. Weizen und Roggen zeigten sich etwas begehrt. Die Preise zeigen mäßige Befestigung. Gerste war ge­sucht. Hafer lag ft UL In Mehl war der Umsatz schwach. Heu und Stroh, gute trockene Ware, fin­den bei fester Tendenz Ausnahme.

(On einem Teil der Auflage wtederhoU.)

@in amerikanischer Vertreter in Cannes.

London. 28. Tez. <WTB.) Der .Xtmei zufolge wird der amerikanische 'Botschafter Har­vey nach Cannes abveifen. Gine Grchange- Meldung auS Wasd-.ngton besagt. daS Staats­departement teile mit, daß Ha rveh an der Koirferenz alS amtlicher Vertreter der Vereinigten Staaten leilnehmen werde. Er werde jedoch feinerlei Befugni se haben, die Vereinigten Staaten an irgendwelchem Plane zu beteiligen. e

London, 28. Dez. (WTB.) Dem Parla­mentsberichterstatter des .Daily Telegraph" zu­folge rechnet man in '.Regierung6treten mit der sickeren Wahrschrinlichkeit, datz lne alliierten Staatsmänner in Cannes eineWtrtschaltskonferenz beschließen werden. Der Pariser Berichterstatter der ^Morningpost" meldet, in Paris gewinne die Ansicht Boden, daß aller WahricheinliHkett »ach die während der letzten Londoner Beratungen gefaßten grundsarlichen Bechl.se Dem Cbciften Rat in Cannes praktisch abgeandett werden. Es sei mehr als möglich daß sich Deutschland in Catrnes von neuem Gläubigern gegen- Üderge stellt sehen werde, die darauf be­stehen würden, daß Deutschland zahlen könne und müsse. Es sei zweifellos trotz der amtlichen Erllärung, daß zwischen den Premier­ministern Frankreichs und Englands .Uebereinftimmung herrsch«, unmöglich, die ra­dikale Verschiedenheit ber<21nftoten bei­der Länder zu verheimlichen.

Gespannte Lage in Aegypten.

London. 28. Dez. (WTB.) Reuter meldet über die Lage in Aegypten: In Sufist bekannt geworden, daß Flugzeuge auf Menschenan­sammlungen Rauchbomben abwersen werden. Wenn die Leute sich dann nicht zerstreuen, wür­den die Flugzeuge Granaten abwerfen und mit Maschinengewehren feuern. Der P o st d i e n st ist wegen der gegenwärtigen Lage aus Kairo be­schränkt worden. Die ..Aegyptian Gazette" und das BlattIstalle" sind verboten worden. Der UnterrichtSminister hat alle Legierungs­schulen geschlossen.

268 Märzputsch-Teilnehmer begnadigt.

Berlin, 28. Dez. Die Zahl der auf Wunsch des Reichspräsidenten vom LeichS- tustizminisker zu Weihnachten begnadig­ten Teilnehmer an dem März- p wisch beträgt 268. AuS der Hast entlassen wurden solche Gefangene, die zu einer Ge­fängnisstrafe unter einem Jahr verurteilt waren.

Feinschmecker

SALEM* lAiiSIKUra

Willkommene

Geschenke für Damen und Herren I 13tÄ>D

rauchen nach wie vor

OOLD

ZIGARETTEN

.Rein," erwiderte der Fremde. .Aber alle Zeitungen haben Bilder davon gebracht."

Er trat näher und betrachtete die 2lpotheke ganz genau. Besonder- schienen Türe und Fen­ster seine Aufmerksamkeit zu erregen, ihr Ver­hältnis zueinander und der Absland den Fenster vom Bodei^. ES lag eine solche Spannung in der stummen, eingehenden Untcrfudjung, daß dem Jungen daS Plapper-maul flUIitanb.

Dachdem der Fremde fertig war. sagte er: .3d) bin etwa- erkältet: ich will hineingehen und mir Pulver geben lassen."

Der Junge ging mit ihm in die Apotheke.

Provisor Larsfon versah den Dienst. Der Frernde verlangte Pulver, deren Zubereitung mehr als fünf Minuten in Anspruch nahm, und während dieser ganzen Zeit schweiften feine Blicke forschend überall in der Apotheke umher. Gr faßte alles und jedes ins Luge. Die ver'ch edenf arbigen Glaskolben auf den Gestellen schienen feine Auf­merksamkeit ebenso zu wecken, wie die abgetretenen Bretter des Fußbodens, der Rezeptierlisch die dlankgeputzten Scheiden der verschiedenen 5cnfier und die geschlossene Türe -um Rebenzimmer. Ader es war nicht die gewöhnliche Reugier, all diesen Dingen gegenüber, die er verriet: es lag eher etwas Suchendes in seinen B.icken. als ob cr etwa- Bestimmtes zu finden erwarte. Gr wollte offenbar ein deutliches Bild vom Innern der Apotheke seinem Gedächtnis einprägen, eine genaue Wiederspiegelung, wie icdes einzelne Ding aussah und wo es in Beziehung zu den anderen Gegenständen seinen Platz hatte Gndlich. nach­dem er fein Pulver erhalten und bezahlt hatte, ertaubte er sich noch einen letzten Mebcrblüf über das Ganze, der gleichsam alles in dem Brenn-

punkt seiner Erinnerung zusammensaßte,' baue ging er.

Aber draußen auf den Stufen brttb er ntto einmal stehen und betrachtete neugierig einen Deinen schwarzen Knops am Türpfosten rechts.

.Ist dies die Rachtglocke?" fragte er

,3a, antwortete der Junge .Das ist dtz» Rächt g locke."

.Aber bie kann doch bei Rächt rrtemnto sehens" meinte der Fremde.

.Rein, aber man kann sie erit den Finge» tasten."

.Für Leute, die hier rächt befarutt sind, tone es allo seine vchwierigkril haben, die Rocht- glockc zu sucherr."

.Ja," sagte der Junge. .Wenn nicht gaabe Mondschein ist. Da sieht man fit."

Der Fremde stutzte.

.Sehr richtig," sagte er barm

Darauf gingen sie weiter. Als flc tx fc* Rähe der Wohnung des Kapitäns angefommte waren, deutete der Fremde auf den Giteob«, ter sich über den Fluß hinzog und sagte:

.DaS ist also bre Gisenbahnbrücke^

,3a."

-E- ist eine schöne und eicsentLmkHchg Brücke," bemerkte der Fremde vachdeickllch. .Ltz» muß jedermann sofort auhaQen, und wenn man diesen Eisenbau einmal gesehen hat, wird ma» ihn nicht fo leicht wieder Der gellen."

Endlich konnte der Junge mit dem gtaga ans des .Kapitäns Wohnung deuten.

.Hier kst es." sagte er.

l Fortsetzung folgt}