Einzelbild herunterladen

Donnerstag, 29. Dezember 19 2|

Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gbcthejjcn)

vnO dem

gtcblgcn WeihnacktSfcknce sorgte, waren hier die dufteren Bedingungen für gute Weih-

nachtsstlmmung bestens erfüllt.

Durch ÄmiA»

Die neue Eisenbahnerbeweyung

Berlin, 28. Dez. (Priv-Tei.) Dem .Ach

ra. Feldarbeit im Dezember. Wohl selten dürfte e» Vorkommen, daN um die Weih- nachtSzeit die Landwirte noch in solcher Zahl wie Heuer ihre Feldarbeiten besorgen. Ueberall sieht man sleiftige Leute beschäftigt, die ihre Aecker düngen, stürzen und für die Frühjahr-aus- Heilung vorbereiten. Auch im Garten konnte noch da» Umgraben besorgt werden.

* Die nächste Äu-gabe der Le­bensmittelkarten findet am kommenden Freitag und SamStag statt. Die Karten müssen an den vorbezeichneten Tagen abgeholt werden, da bei verspäteter Abholung daS LebenSmittel- amt mit Rücksicht aus die ihm hierdurch ent­stehenden besonderen Kosten eine Gebühr erhebt. Die neuen Karten gelten für die Zeit vom 1. Ja­nuar bi- 30. 3uni 1922. Sie sind gut aufzube- wahren. da m Verlust geratene Karten nur in ganz besonderen Fällen erseht werden.

Gießener Strafkammer.

®ieften. 23. Dez 1921.

Der frühere Reickswehrsoldal S. B hatte einem Kameraden ein silberne» Ziaaretten- e t u l gestohlen und weiterverkauft; er erhielt hierfür 1 Monat D e s ä n g n i S. Wegen eim^

Sine englische Spitzbergen- Estpedition. Sine ergebnisreiche Skpedttwn in die arktischen Gebiete ift von einigen jungen eng-

Ur. 305 Zweites Blatt

Streik in (Elberfeld.

Elberfeld, 28 Dez IWB) veil beute vormittag ruht der ge'amte Personen- und Güterverkehr. Die Züge werden in den Vorort-Bahnhöfen von den Streitenden ab­gefangen und nicht w.-itergelassen. Auch heute ccheird ttxn der Verkehr noch nicht w.ederher- gestellt mid eS ist noch nicht vorauszufeden, wann der Detriob w.eder durttgeführl werden kann Die Schupo ist aufeebeten worden, um Ne Ord­nung w e-^r t>cT>ufkLen. Der Eisenbahn- direktsonS-Präs ident von Slderseld hat einen Aufruf erlassen, in dem eS heiht: Die 21rM »/Inftellir g-m, die f.gar zu qett>Jlt ätt e.i

--griffen in den 'Betrieb geführt haben, sind ab8 wilde Streik- wlzufehen, d e mit allen Mit­teln zu Mampfen sind. 3m Jntere fe der Au'- lechterhalru ig eine- wen.g e:i» i.otd rfiiaen 'Be­triebe- erwarte ich die Untcrftütu.tg aller be­ton nenen 'Bediensteten. 3d) sehe dabei Vorau-, daN die Beamten in ©emeinfd ift mit den arbeits­willigen A-heitern all?- ausd.eten werden, um die eingetretenen Störungen zu beseitigen.

Elberfeld. 29. Dez. (MTB ) Die strei­kenden Eisenbahner gaben nacht- die Baroie au-, den Streik mit aller Schärfe durch- zuführen. Rur Transporte der Interalliierten Kommission sollen van den Streikenden bewerk­stelligt werden.

Berlin. 28 Dez (Priv.-Tel.) 3m Anschluft * an die ultimativen Forderungen der Eisenbahner der DirektionSbezirke Elberfeld.

lehnt, das Ultimatum der Bezirk-- organisativnen von Elberfeld. Köln enb Etser. anzunehm" n da er richt in der Qoqc sei. ohne da- Einverständnis mu D?m AehHOstnanznttnister Derartige Forderungen zu be­willigen. An der Aktion beieibgen sich Du Mit- flleber der G werNchasten Dautdxc Ctfenbabn- beamtet unb -Anwärter nicht.

Die Ltrttung der Neicheregierung.

Berlin. 29 Dez DaS AeichSkabinett hat sich gestern mit Der Arbeitsniedei lequng der diknbaft tar eiler in einzelnen le i.krn bi? hei- ntsch^westlälischeo 3nbu|tricaebiiio beldxitttgt. Der Reich» verkehrsminister berichtete über die hurch da- Ultimatum der Funktionäre De» Deutschen Eisenbahner verbände- Der Direkiion-- beztrke SlberfelD. Köln und Essen ge'chaffene coge. Da- Kabinett hat sich auf Den Standpunkt gestalt. Dab Die Ultimativ gestellten Forderungen nicht zu bewilligen feien, und Da»; die Regelung der Besoldung der (lilenbab.iarbciler. die vor Weihnachten getroffen worden ist. mv Rücksicht auf die gesamte Lage de- Reiches Weiler aufrechterhalten bleiten mülle. Die Bewilligung der Forderungen ttmrDe für da- Reich eine Mehi- aufwendung von mehreren Milliarden bedeuten.

1 er betonen, daft Die JL-ixeregtvrung nicht zuletzt au- Erwägungen auk apolitischer Hatur um jeten Preis durch Tariferhöhungen dir Staatsbetriebe rentabel zu machen bestrebt ist Die ganze Anstrengung aber würde vergeblich lein, wenn eine neuerliche Belastung de- Eilen- bahnetat» von mehreren Millialden erfolgen würde.

Die für gestern nachmittag angelegten Bespre­chungen der Sifenbahnerorganifationen mit dem Reich-vcrkchr-minister sind infolge des Drucke5. den die Sifenbahner in Westdeu'.fchland durch da- Ulrimatum und die Teilstreiks au-üden. vom Reichsvei kchr-minister abgesagt worden Um die Wetterführung der Verhandlungen zu ermiß- lichen. haben anscheinend auf Anregung des Berliner Hauptvorstande- des tii|e..baUaerverban- des die Werkitättensunktionäre des rheinisch- westfälischen 3ndustriegebieteS ihre ursprünglich bi- gestern nachmittag befristeten Forderungen bis Frettag verlängert. SS sollen heute Die Verhand­lungen im RcichSverkchrSrninisterium fnrtgefübrt

Aus Stabt unb Canb.

® ieben. Den 29. Dez 1921.

HauSfranenkampf gegen Lchieder.

Vicht nur bei un- Hagen Die Hausfrauen über die hohen Preise, die für alle Gegenstände deS täglichen Bedarf» gefordert weiden und die nickt selten ungered)tfertw! in die Höbe geschraubt lino Auch in Amerika weist man davon ein Lied zu fingen Aber während bei uns die HauSfrau selbst geduldig und passiv ihre Sorgen trägt und höchsten- von den Blafinahmen der Polizei Besse- rung erhofft, gehen die praktischen Amerikane­rinnen zur Selbsthilfe über. Der Generalstaats- ann-alt des Staates Veuyork. Mr. Daughtey. hat selbst einen Aufruf an die Hausfrauen zum Kampf gegen da- .schamlose Schiebertum" erlassen. Er behauptet, Dab Polizei und Rechtsprechung da­gegen nicht so durchgreifend vorgehen könnten, wie die Hausfrauen selbst. .Wenn die Hausfrauen sich Aulammentun und jede Uebervorteilung Zurück- weisen", erllärt er. .dann werden sie viel mehr erreichen, al- die Regierung tun kann, um diese oiganisie.te R:uberei zu beseitigen. Hausfrauen sollten nur in Läden laufen, in denen angemessene Preise gefordert werden, und sie sollten rück­sichtslos alle Geschäfte bohkvttieren. in denen ihnen zu viel abgenommen wird. Die meisten Frauen lind aber zu bequem; sie kaufen in Läden, die in ihrer Rahe liegen, und kümmern sich nid)t ge­nügend um die Preise. Sie müßten viel mehr alS bisher die Preile der einzelnen (Bcfdxifte ver­gleichen und sich die billigen auswählen."

Untere Hausfrauen sollten sich an dem Vor­gehen der Amerikanerinnen ein Beispiel nehmen und Io auch ihrerseits dazu beitragen, den Wucher, her sie ebenso schädigt wie den reellen Geschäfts­mann. zu bekämpfen.

KrciS Schotten.

b. Schotten, 27. Dez. DaS rechte WeihnachtSwe.tter dicker Schnee im Vogelsberg hat sich zur großen Freude aller Wintersporttreibenden ein­gestellt. Schneeschuhe und Schlitten (sprich schötterisch: Desse!» werden schleunigst hervor« geholt. Das Weihnacht-fest wurde am heiligen Abend durch einen stimmungsvollen Gottesdienst cingeleitet, bei dem ein vorzüglich geschulter Dchülcrchor der Volksschule alle, vertraute DeihnachtSweisen sang. Am ersten Feiertag gaben wie tm vergangenen Jahr Kinder der Volksschule eine äufterst gelungene Weihnachtsfeier in der überfüllten Turnhalle. Prächtig gespielte Weihnachtsmärchen, Lieder und Reigen übten tiessten Eindruck aus die Gemüter von alt und jung. Am zweiten Feier- tag sand wie alljährlich Konzert und Ball des Turnvereins statt.

bg. 5c ( Dir ü den, 25 Dez Gn einer Der Rächte kurz vor Weihnachten toarben pkf ge Be­wohner durch Hilferufe au'grsch reckt, D e von Dem abseits gelegenen Anwesen Der Witwe D herüber Drangen. Als beherzte Männer Dorthin- eilten, fanden sie Die betagte Witwe mit ihren leiben Töchtern in größter Au regang vor Sine vermummte Ulan n 6 Perl on ttxir. b kleidet mit einem Frauen rock. Dem schwarzen Rock Der unlängst verstorbenen D. und Strümpfen. Die sie über die Schuhe gezogen hatte alles Gegen­stände, Die sie einem im unteren Raum deS Hause» sichenden Schrank entnommen halte. eingeDrun- gen. AlS Die eine Tochter erwachte unD ein Ge­räusch vernahm, wollte sie DaS Licht anzünden; in diesem Augenblick rief Der Kerl. Der sein Ge- ticht mit einer Schürze verhüllt hatte und einen Karabiner in Der Hand trug: .Hände hoch!" AlS Das erschrockene Mädchen um Hi.se rief und nach

die von ihm gemachten 'Beobachtungen berichtet A. Mvrgner in DerUmschau". Sie fanden Die östliche Hälfte Spitzbergens völlig unbewohnt und über und über mit Eis und Schnee bedeckt. Die neueingerichteten Grubenbetriebe in Westfpitzber» gen haben Dagegen dort einige Bevölkerung hin- lezvgen. die sich auf etwa 1000 Einwohner bc- äuft Das 3nncre dieser westlichen 3nselhälsle ist noch nicht völlig durchforscht, doch wurde em Ifroher Landstrich durchquert und alS ein Ge­riet von Gletschern unb unvereisten Bergen fest­gestellt. An geologischen Ergebnissen wurden prachtvolle Fossilien auS Tier- und Pflanzen» wett mitgebrachl. SS geht daraus hervor, Daft Spitzbergen früher eine Flora besah. Die bet­eiligen tropischer und gemäßigter Klimaten ver­wandt war. Die Expedition brachte auch eine grofte Anzahl schöner und seltener Exemplare der gegenwärtigen Flora und Fauna von Spitz- bergen heim. Die merkwürdigste dieser Pflanzen ist wohl eine Zwergweide. Die zwar ein regelrechter Baum mit regel re ±/.em Stamm ist, aber nur die Stärke eine« Blumenftengel» und eine Höhe von 68 Zentimeter hat. Diese Liliput- bäumchen wachsen nicht aufrecht, sondern kriechen am Boden hin Andere seltsame Pflanzen arten verdanken ihre Entstehung Der fehlenden Be­frucht ungSmögllchkett durch 3nfekten. Bei den sehr interessanten Vogelarten ist besonder« die Tat­sache merkwürdig, dah bei manchen eine völlige Umkehrung der Pflichten bet Geschlechter be­obachte! wurde: Da# Männchen trägt Die .Sorge für daS Rest und brütet Die 3ungen aus. während bas Weibchen der werdende Tell ist und Deshalb auch ein farbenfreudige- Federkleid bettyt-

Hesscn-Rassau.

Frankfurt a. M., 28 Dez Mädchenräuber entfuhrt. AuS nach wird dem .Mittagsbl." ge'chrieden: Eine traurige Weihnachtsüber a chung wurde ter Fa­milie itnc» biefigcn Arbeiter- zuteil Vor einem Btct:cliabr verschwand Die 19 3ahre alte Tochter Dee ^aucs fpurloS. Alle Alachsorschungen nach dem Derblcio des Mädchen» waren bisher er* gebnisloe Da traf am Tage vor 'Weihnachten die Rackricht ein. dah da- Rlädchen schwer krank in einem Frankfurter Krankenhaus Dar ncDerliegc. Sei Vater reifte am ersten Weihnacht-tage nach Frankfurt, wv er sein Kind tn einem erbarmungs­würdigen Zustand vorfand 3n der Bahn erzählte er den Mitreisenden dah feine Tochter im Sep­tember Rladchenrä übern in die Hände gefallen unb von bleien entführt worden sei. Er glaube, dah es fick hierbei um fremde Schiffer handle. Die in jener Zeil mit ihrem Boote auf der Rahe bei Kreuznach hielten. Später, al- das Mädch« krank geworden lei. habe man e» auf Der St raste liegen lassen Tiefer traurige Fall trifft Die Fa­milie des Arbeiter» um so härter, al» sie vor wenigen Wochen auch einen 13 Hab re alten Sohn lnl %Tnrta ^oooo.ant.

Stiftung. Rach einem bei der Stadt!>ehörD« cinacgangenen Telegramm hat d.'m .Han. Anz.* Aufolge Der Präsident De» industriellen Verein« in Tokio. Scki Hoshino. für arnu .'stls »bedürftige Äir.Der Der Stadt Hanau und De» IDede» Wolf­gang die Summe von 10 000 Mk. durch Den All­gemeinen Deutschen GewerkschaftSbund nach Mer überweisen lassen.

Dem Gewehr faÜte. erchiett e» einen Deftigen Schlag mit Dem Kolben auf Den Kops. Der herbeieiie*» ten Ak! er p.rHite ttnmrnfch en.m uxrch- tigen Är;ber.i!oh le» Gesicht D e andere e och:« ver'u- !c . un, ten Angrerfe- Die Waffe M «nl- ir;i *en und i! m k*tne Hwi Dc*m Besicht zu leiden. DckT Der ertte nu' Die Treppe bin ab un* verschwand tm Dinkel Der 2Iachr Die MOn- rtr Die nu t Kit H.l'. b*rb«a<eUt waren, tonn-

Die epur X- t;dyV.nQ*. DU in Der Aich- lung nach Schotten 51m Den Wald oic«. leid« nicht wert ve.sotger: D.'r«r. ein auswärtiger Burke, dessen P.r'onlichkrit an Der Cf.immt er­kannt worden sein soll, konnte trotz eifriger Rach- u if d u-ger. bis iei! noch nicht Dkh fest gern acht netten. Da nicht lange varher in tem Huate tc Ucd. rsoil : en nne -'Versteigerung von alLrld Regel'ständen d.-s verstord nen H.u-der-rn statt» gesunken hatte, nimmt man an dast es Der Qi Becher au* G.l-^ at>g s.hen Hütte. Die beide« verletzten Fr uen bettndsi sich in ärztlicher 'Be- : .xnD.u :g PL* jLnregung n unkrem Crt utxr Diele» Vorkeinmni- ist begrerslicherweise grab.

bg. M I r l db ft e i n, 28. Dez Gmc fckäntz Weihnackt-überrafckung wurde Den IktDob» nern des höchstgelegenrn befficben Städtchen- dadurch zuleli/daft in der Mitternachtflunde vom 23. auf 24. Dezemder unser Ortsnetz in den Stromkreis Der elektrischen Heber* lan banlage der Provitiz Lberhessen ein» geschaltet tpurBe. Fieberhaft wurde dann noch bi» zum heiligen Abend von bett Angestellten der Rl-eineieltra und den Vertretern der in­stallierenden Firmen gearbeitet, um kleinere Störungen zu beseitigen und die letzten An­schlüsse fertig zu fteilen. So erstrahlten denn an Weihnachten zum erstenmal die Häuser unb Straften Ulrichsteins tm Hellen Schein M elektrischen Lichtes, und man sah überall fröhliche Gesichter ob diese-Ehrift* kindchens". Da auch der Himmel noch für au»»

Feuilleton.

Cin Gegner Lessing».

Zum ISO. ToDeStage von Klotz, 31. Dezember

AIS Der Hallesche Geheimrat unb Professor Christian Adolph 5«oh am Silvestertag 1771 starb, da war er in Den Augen Der Welt bereits ein toter Mann Rachdem in frühester Zügen!) da- Gluck Dem Wunterkinde gelächelt, nachdem er über­raschend schnell Äarrictv gemacht. Hobe wissen­schaftliche Ehren geerntet und fich durch feine Schriftstelleret ein .Rähmchen in deutschen Lan­den erworben, hatte ein Gröberer, mit dem er anzubinden gewagt, ihn in einem Der denkwür­digsten literarischen Duell» unmöglich gemacht. Lelfing war eS. der in seinen berühmtenBriefen antiquarischen 3nhattS" Die Hohlheit der Klotz- schen Gelehrsamkeit unb die Leichtfertigkeit seiner Arbeit erwtes. und er hatte mit so gründlichen Waffen den Gegner abgetan, dah ihn nach Der moralischen Hinrichtung Klotz rascher Tod tief erschütterte. .3ch möchte gern über diesen Zufall lachen," schrieb er auf die Todesnachricht bin. aber sie macht mich ernsthafter al» ich gedacht hätte." Klvy wäre heute verge'fen. wie so viel Professoren. Die im IS. Zahrhunderl mit mehr oder nxniger Geschick einen eilfertigen wissen­schaftlichen Betrieb veranstalteten, wenn nicht die grobe Persönlichkeit feine» Gegner- die »Klotz- schen Händel" tn» Typische und Allgemeine bm- aufhöbe 3n Den Riederungen Der deutschen Lite­ratur. btt damal» noch voller Dünste unb Wolken steckten, bedurfte es reinigen Der Gewitter, bevor Die Sonne unserer klassischen Dich ung und Wissen­schaft emporsteigen konnte. Rach Der ersten .Rei­nigung", die der Streit der Schweizer mit Gott­sched brachte, erstand tn Lessing der HerkuleS, Der tn Dem Augiasstall deS damaligen Schrifttum- aufraum le. Klotz war gtiri^ keiner von Den Schlechtsten unter den Rokvkv-G-e^ehrten. Die da­mals mit galanter PlauDerei unb frivoler Dber- slächttchkreit dem Ernst unb Dem WahrheitSstreben erster Willenschaft im Wege standen. Aber gerade indem Lessing Den berühmtesten unter den Sin- tagSfliegen der Rokoko-Willenschast zum Opfer wählte unb mit unerbittliche Strenge vom höch­sten ftttlKben ötanbpunft auS bie Richtigkeit drc'es Treibens erwies leistete er unterer Kultur einen hohen Dienst. Klotz hatte eine verhängnisvolle Begabung mit auf Den Lebensweg bekommen. Die ihn schon alS Knaben in lateinischen Versen

Landkreis (Stessen.

ten Fc-ertaze verunstaltete Der Turnverein ein DethnachtSvergnügen. Da» Pro- qiamm war Derart reichhaltig daft Die Zeit nicht icid tc. um es ganz Durd>» jtubren. So fielen z. B leider Die Bottrig? des Gesangvereins au*, wa» im 3nteref e De» Ganzen bcbäuerlich, aber nicht zu ändern war. Die Frier verlief in durchaus würdiger Weite Leider war in Dem kleinen zur Vertugung "chenden Raum >o wenig Platz, d^ast eine grobe Anzahl der Besucher stehen muhte. Der überaus gute Be'uch De» Feste» beweist, wie be­liebt Die Veranstaltungen des Turnvereins hier sind. Vdtxr fehl: es Immer noch an einer Turn- Halle, ötc Den Turnern ermöglicht, ihren Hebun­gen a ich wahrend der ungünstigen 3abre»zeit zu obliegen und Veranstaltungen abzubatten, die zur geistigen Anregung nach des Tage» Mühe unb Arbeit gerade auf dem Lande dringend nötig lind Die Erbauung einer Xurnball? käme Der ganzen Bevölkerung zugute. Da sämtliche Ver, eine ihre Hebungen unD Veranstaltungen Darin cl'baltcn könnten Die Gastwirte brauchten des­halb nich. gclchädigt zu werden.

xWieseck. 28 Dez An Weihnachten fand hier nach Dem Krieg bereit» die zweite Doppel­trauung statt Die Bräute waren zwei Schwe- stern Marta und Viktoria Blelita Roden Hausen. Tochter des Schreiner» Heinrich Rvdenhausen IV.

" Der Krieg er verein Sieben se.rte v.x Oona fchast nr.i P.*r kamerad'chafllicke be*- Einigung cbemaliger Seibgarbtficn tm Saale der chtedigshöhe sein Weihnach:»sest. Der 1. Vor- tmrnde de» Kriegervercin» leitete durch eine A.-.- spräche da» Fest ein. da» <ich zu einem schönen Familienabena gestaltete. Die mit grobem Bei­fall ausgenommen en Ausführungen von Denen

nachrLlviel' and das Iftealerftü 1 Weih nachts- glitten erwähnen wollen, gaben neden den ge­meinsam gelange n We-Hnach.-Iiedern Dem Fiste das Gepräge einer echten deutschen Weihnachts­feier Eine Bttlofung brachte manche Heber- rafchung Ein Tanz vielt Die Anwesenden noch lange zusammen Das Fest wird allen Teil­nehmern eine schöne Erinnerung sein.

252 Meter langen Pfeilergalerie nach allsten. DU von reich gegliederten Pcrtalvauten duichduche, tnijb. lieber Den Portalen unb an ben Ecken bei eiWelnen Stockwerke steigen mächtige Türme auf. Die Architektur ist mit wunbervollen Wecken ber Bilbhauerkunst bebeckt Riesenmenschen unb Ri»- sentiere stehen al» Wächter an Den Treppenauf­gängen und Tempeleingängen Gekrönt wird Die»» zahllose Volk steinerner Gestalten von der Riefen- figur einet Gottes. Dessen Antlitz auch au» Den verschiebensten Köpfen hervorleuchtet unb in Dem man Budbha oder Brahma erkennen tollt 3eben­falls smb bie Tempel dieser Pagode von Angkor Wunderwerke Der Architektur, Denen an harmo­nischer Klarheit des 2lusbau» unD phantastischem Prunk de- Schmucke-. Denen an märchenhafter Pracht nicht» auf Erden gleichkommt Erst seit etwa 15 Jahren sind diese Ruinen zugänglich und wieder entdeckt worden. AIS Die Franzosen Da» Land in Besitz nahmen, waren die Bauten ge­radezu begraben unter einem grünen Sara tro­pischer Fruchtbarkeit, in den der Urwald sie gebettet Die französischen Archäologen mustten mit der Hille von Ingenieuren diese Ruine» unter mühevollster Arbeit von ben undurchdring­lichen Schlinggewächsen befreien, die sie In einem fast tausendjährigen Wachstum überwuchert hat­ten. Die seltsamen ..Ausgräber" drangen immti tiefer und tiefer ein in Den Urwald und bahnte* sich ihren We , durch Den undurchdringlichen Reich­em ber tropischen Vegetation, mustten mit Tiger* unb Schlangen unb anderen gefährlichen Tier«* k impfen aber ihre Arbeit wurde belohnt Zeb-r Tag te» Q.tvDcT huen» von Lch r-gpll^nz -n. De» Durchsagen» von Rlelenwurzeln brachte ihnen t* Entdeckung n ucr Architekturwunder n ur Schön­heiten der Plastik unb Denkwürdigletten tmer iralien Geschichte. Die Pfeilergalerien wa-en n* einem dichten Mantel von Grün überdeckt, uni leibst die Steinfiguren waren vollkommen tn 3e- wächfe eingebettet Heutzutage ahnt man nicht mehr, hast noch vor kurzer Zett Angkor vo» Urwald überwuchert war. Automodllweoe »ieftee such jetzt bort schnurgerade hin. wo das DfchungM lag unb eine moderne S:abt ist entstanden, in Dcf die zahlreichen Trurieten Unterkunft finden, t* Pi^TTunbertDCTlc der öWchen Kunit. tx-f H' ve* der Last de- fie einst bedeckenden Walde«, ao»

Köln unb Esten ist auf einzelnen Bahnhöfen der Direktion Elberfeld bereite btc Arbett niebergtkgt wvrdew Heute nachmittag wird ein« Aussprache tra Reich^verkehr-ministeiium mit Den Etf^n- bafcnerorgandatlonen statt«inden. Fall» der all­gemeine Ausstand im Westen heute nachmittag che wird. beablittHig: der Eifcnb^.

verband die Leitung der Streikbewegung in bi« Hanb zu nehmen. Die Blätter weifen besonders auf die grafte Gefahr hin, die Der Kodlenver- foigung Deuischlanb» durch den 3i*enbabncdtrci! tm Rheinland droht 3m Reichsverkehrsmini- fiertum wird jedoch die Lage als noch keineswegs bedrohlich angesehen

Entgegen einer Korrespondenzmeldung, daft im Ha n dwe rker- und Arbeiterbe­st a n b der Reichsellenbahnverwaltung schon in der nächsten Zeit eine Verringerung um 20 000 Mann eintreten solle, erfahren die Blätter von unterrichteter Seite. Daft es ganz auSge- sck.losten sei. Daft Die ReichSeisenbahn beabsichtige. 1 on ft. ute auf morgen 20 000 Mann ihre: Ar- 1 eiter auf die Strafte zu setzen. Die Reichseisen- l ahm ciwaltunq wird eine allmählich? und plan- igc Verminderung ihre» Personalbestandes d-'rchführen. wobei Härten vermieden werden sollen.

^r-Abendistatt' »jfolge hat im Versaufe ter Desp echu g -wschen Den Eifenbihaervemrettr i Reich.v.^kehrsminifter dieser er ab

Ruinenwunder im Urwald Die Ruin en st arten in Französisch- llndvchina gehören Sben groftartigen und schönsten Bauwerken, bie e Kunst de» Orient» geschaffen. Heute, wv man ein neue» Verständnis für diese Gestattungen be» fernen Ostens gewonnen hat und tndische wie chinesische Denkmäler befonber» verehrt, find diese gewaltigen Pagoden ,u vehenswurtig'ef-n geworden. Die ein alljährlich wachsende» Pudtt- tuxr. besucht. Der eindrucksvollste bieler Rte'en- bauten ist die Pagode von Angkor. die in der Form eine» Rechtecks eine Fläche von etwa Z Quadratkilometern bedeckt. Der Bau erhebt «ich staune* in immer kleiner werdenden Stockwerken stufen-1 förmig; das untere Stockwerk öffnet sich tn einerj

eraläiuen lieft die Llufsehen machten, wv er I fischen Gelehrten unternmnmen worden Ueber hinkam und den Siebenundzwanzigiährigen in ,Rm 'Beobachtungen berichtet

Halle zum Prosestor. zum Geheimrat und zum \ Führer einer ganzen literarischen Schule machte. Dabei führte ber hübsche junge Mann ein ftlenv liebe» Bummetlcben. baS zu seinen Philosoph Ich abgeklärten Anschauungen in schroffem Gegensatz ftanb. unb wurde, je mehr Erfolge er erntete, immer unverschämter, immer absprechender in ber Beurteilung frember Leistungen, erwarb sich durch seine Ärititen einen gefürchteten Barnen. Klotz, der nur 33 Hahre alt wurde, ist in feinen zahlreichen Schriften und MHandlungen duochouS nicht Dcr- blenftlo». Der Lesfing-Biograph Erich Schmidt, der un» eine vorzügliche Eharakteristik be» Man­ne» geboten hat, weist darauf hin. daft er in manchem ein Vorläufer der neuen Blütezeit l^r Philologie war. Er bekämpfte die pedantische Wortkrämerei und da» Hatten an Aeufterlich- keiten er wollte eine philologisch-ästhetische Be­trachtung in die alte Philologie einführen; er wandte sich in seinem Werk Tyrtaio» bereit» der vergleichenden Literaturforschung zu. indem er Kampfgedichte aller Völker anführte; er mach'e vor Herder auf Die Bedeutung ber DolkSdtchtung aufmerksam unb erweckte Die eftrtouri>igc Gestalt de» alten Sara Drammaticu». in Dem er ernc wichtige Quelle für die Kenntnis der altdeutschen "Hergängenbeit erblickte. ..So bat Klotz . urteilt Schmidt abschließend. ..trotz aller GVferngteit num- chen furchtbaren Samen ausgestreut. und auck die populäre Tätigkeit einiger seiner junger blieb nicht unbelobnt " Aber so anmutig unb bestechend auch das Aeuftere seiner Gelehrsamkeit wirkte, so faul unb Dciberbt war fte im Kern, unb al» er lich schlieft-ich in seinem Buch über Die .Kunst in Stein zu schneiben" mit Lessing einlieft, würbe iftm bie» verhängnisvoll. Er bot ben Anlaft zu einer der genialsten Streitschriften, die je in einem Schrifttum die Hoblheit lächerlich gemacht und die Ebaraderlofigkeit veruNcllt bat Das groß­artige unb schneidende Pathos, bas Le.lling hier entfaltet, hat Kloy für ewig al» Beispiel ell- fertiacr unb gewissenloser Vuchmacherei gekenn­zeichnet. So lebt er fort, unb so erschien er auch bereit» feinen Zeitgenossen, al» er frühzeitig un- röhmlich au» Der Well schied