Einzelbild herunterladen

UMöözO vertonen, carunter t, oiz cxm »erbitte, beteiligt waren. Die Statistik des Jahres 1919 toetft dagegen nur 26 433 Bewegungen mit 1435 709 Beteiligten auf. Hierzu ist aber zu bemerken, baß in bezug auf Orte, Beiriede und beteiligte Personen sehr viele Doppel- -ählungen vorllegen, weil jede Lohnbewegung für fkb gezählt to.ro trtb im Laufe des Jahr s ein und dieselben Personen an verschiedenen Lohn­bewegungen beteiligt waren. Bo - den gesamten 38 547 Bewegungen wurden 33 001, gleich 85,6 Prozent, friedlich durch Vergleichst^ Handlungen erledigt, an denen 12 103 847, gleich 92,8 Prozent der Gesamtzahl, beteiligt waren. Bon die'en Be­wegungen waren 32 754 Angriff cbewegungen und nur in 247 Fällen mit 50 305 Beteiligten handelte es sich um Abwehr verschlechterter Arbeitsbedin­gungen. Wie man sieht, sind die deutschen Unter­nehmer nicht jene verrufenen Arbeiterfeinde, die lebe Gelegenheit erspähen, um den Arbeitern ver­schlechterte Arbeitsbedingungen aufzuerlegen. Fast ausschließlich waren die Gewerkschaften die An- Ireif enden.

Zur Arbeitseinstellung tarn eS in 5546 Fäl- «m, davon tourten detrvjf m 813 477 männliche, 126 604 weibliche, zulammen 940 081 Perfonen. Die Durchführung der gesamten Bewegungen ver­ursachte tei b te (gten Geverkschastet eine G - famtausgabe von 98 032 996 Ml Für 780 220 Streikende und Aasgsperrte konnte der Ver­lust an ArbeÜSzett und der Ausfall an Ver­dienst fertflcrt'dt werden, und zwar betrug der Verlust an Arbeitszeit 12 716 093 Tage and an Aerdienstaussall 270 C61 £23 Mark.

Die Ersolge der Bewegungen werden wie folgt angegeben: Es wurde erreicht für 131 787 Personen eine Arbeitszeitverkürzung von zusam­men 765 307 Stunden und Lohnerhöhungen für 11 357 313 Personen im Gesamtbeträge von 608 159 858 Mk. pro Woche. Der auf jede Person entfallende Durchschnittsanteil an Lohnerhöhung betrug je Woche 53,55 Mk., doch muh hierbei berücksichtigt werden, dah unter Berücksichtigung der Doppelzählungen der Anteil weit höher ist. Man braucht sich nur zu vergegenwärtigen, dah der sozialistische Gewerkschaftsbund nur rund 8 Millionen Mitglieder zählt, während über 13 Millionen Perionen an den Lohnbewegungen beteiligt waren. ES wäre natürlich sehr lehrreich. äu wissen, wieviel an Lohnerhöhung auf den Einzelnen entfallen ist, aber soweit hat es die gewerkschaftliche Statistik noch nicht gebracht.

Der sozialistische Gewerkschaftsbund hat es frfbft vor einiger Zeit in einem öffentlichen Auf­ruf ausgesprochen, dah der Wettlauf um die Lohnerhöhungen eigentlich nur ein ungesunder Kreislauf sei, weil die Lohnerhöhungen natur­gemäß Preiserhöhungen nach sich zögen, ja, dah die Preiserhöhungen längere Beine hätten, als die Lohnerhöhungen. Das wird auch in dem be­gleitenden Text zu der Statistik unumwunden zu­gegeben. Es heiht darin:

Dringt man jedoch in die Zahlen tiefer ein, zieht man insbesondere einen Vergleich zwischen Den gestiegenen Kosten der Lebenshaltung und den erreichten Lohnsteigerungen im einzelnen, so kommt man zu dem Schlüsse, dah trotz der immerhin gewaltigen Erfolge an erreichten Lohnerhöhungen diese nicht die gestiegenen Kosten der Lebens­haltung auszugleichen vermochten."

Das ist richtig gesehen, aber gerade die sozia­listischen Arbeiter sind zum guten Teil an die­sem Ergebnis schuld, weil sie ihre Hauptkampf- fraft gegen die deutschen Unternehmer ober, rich­tiger gesagt, gegen die deutsche Volkswirtschaft richten, anstatt sie gegen den Friedensvertrag von Versailles in Anwendung zu bringen. Denn so­lange dieser Vertrag besteht, solange er mit all seinen Begleiterscheinungen das beste Mark aus der deutschen Volkswirtschaft heraussaugt und die deutschen Arbeiter zu Lohnsklaven des feind­lichen Imperialismus macht, solange wird die lRahrungs- und DedarfSmitteldecke zu kurz und Mi schmal sein, um dem deutschen Volke eine men­schenwürdige Lebenshaltung darzubieten. Das ist ^>ie Hauptlehre, welche aus der Lohnbewegungs­statistik der sozialistischen Gewerkschaften gezogen werden muß. Zum Schluß sei noch bemerkt, daß die Lohnbewegungsstatistik über das Jahr 1920 überhaupt dte letzte ist, welche von den Gewerk- schäften selbst ausgenommen wird, da sie zukünftig vom Reichsarbeitsministerium amtlich bearbeitet werben soll. Emil Kloth.

Aus dem Reiche.

Personalveränberungen im Reicbsheer.

Der 1 in. 28. Deg. (WTB) Derschiebene Zei­tungen bringen unter Der lleberschr.ftUmfang- ch e Personalveränberungen im Reichs Heere auf OloUetö Befehl" zum Teil völlig unzutreffenbe Rachrichten. Zu ben be- vorstebenden Personalveränberungen teilt das Reichswehrministerium mit: Die Veränderungen betreffen zunächst einen im dienstlichen Interesse liegenden, nach und nach beabsichtigten Aus­tausch von Hauptleuten und Stabscffizieren. um die alten Verhältnisse wieder herzustellen, baß im allgemeinen Hauptleute bie Kompagnien usw., Stabsoffiziere bie Bataillone usw. führen. Die im Frühjahr 1922 zu erwartenden Verabschiedungen haben mit diesem Austausch nichts zu tun. Sie beruhen lediglich auf dienstlichen Erwägungen und halten sich in engen Grenzen. Die davon betreff fenen Offiziere sind bereits sämtlich benachrichtigt. Die in der betreffenden Rotiz erwähnte wahrschein­liche Verabschiedung der Generäle von Hammer- stein und Müller beruht auf freier Erfindung. Von neuen Entlassungsforderungen des Generals Rol­let ist im Reichstvehrministerium nichts bekannt. SS ist deshalb auch nicht gut möglich, daß die er­wähnten Verabschiedungen auf seinen Befehl zurückzuführen feien.

Streik kaufmännischer Angestellten in Stettin.

Stettin, 28. Dez. (WTB.) Seit der vorigen Woche streikendiekaufmänni- schen Angestellten der Firmen Goll- nvw & Sohn, der Stettiner Chamottefabrik Aktiengesellschaft, der Nähmaschinen- und Fahrrabfabrik Bernhard Stoewer Aktiengesell­schaft und der Swewerwerke A.-G. vormals Gebrüder Stvewer wegen der Forderung einer außertarillichen Weihnachtsbeihilfe Da di- Verhandlungen bisher zu einer Eutigung nicht geführt haben, andererseits aber wegen des Fehlens der kaufmännischen Angestellten die Betriebe nickt aufrechterhalten werden konn­ten, sc.hen sich die Werkleitungen gezwungen.

ote Betriebe ao yeute zu schlietzen; dte ge­samte Belegschaft wurde entlassen.

Der deutsche Schiffsbau.

Berlin, 29. Dez. Auf der Hamburger Deutschen Werst ist der letzte auS einer Serie von vier 8000-Tonnen-Dampfern vom Sta­pel gelaufen. Mit diesem Stapellauf hat bis Deutsche Werst in diesem Hahr den 21. Reubau zu Wasser gelassen mit einer Gesamttonn.age von mehr als 84 000 Tonnen.

Aus dem besetzten Gebiet.

Ausweisungen.

WieS haben, 28. Dez. (WTB) Wie bie .Wiesbadner Ruesten Ra chrich en' mitteilen, hat bie Rheinlandkommifsion auf Vorschlag des fran­zösischen KommifsarS und in Uebereinflimmung mit dem Kommandierenden General der Rhein­armee den Lehrer Prager in Wiesbaden und den Polizeikommifsar Schmidt in Bad-EmS auS dem besetzten Gebiet ausgewie­sen: ersteren, weil er seinen Schülern Mitteilun­gen über eine im besetzten Gebiet verbotene Bro­schüreDie Gegenrechnung" gemach! hat, und letzteren, der bereits zweimal wegenunkorrekten" 'Verhaltens gegen die Ve atzungebehörden bestraft tmirce, weil er angeblich tendenziöse und unwahre Be ichte über baä Verhalten der französischen Po­lizeibeamten an feine vorgesetzten Stellen gerichtet habe.

Die Zensur.

Koblenz, 28. Dez. (Wolfs.) Die inter­alliierte Rheinlandkommission verbot im besetzten Gebiet den Vertrieb folgender Bücher, da sie die Sicherheit und das Ansehen der Desahungstruppen zu gefährden geeignet seien:Sartaren am Rhein", he.ausgegeben vom Dvmverlag in Berlin.Fard.gr Franzosen am Rhein", heransgegeden vom Bering Robert Engel­mann in Berlin,Deutsches Land in Feindes- Hand", he rau tge geben vom Verlag Hermann Richtblatt Leipzig. Die Exemplare wurden be­schlagnahmt.

Ebenso hat die Kommission den Vertrieb der Deutschen Staat.brg.rz i urg" im tejejen Ge­biet für drei Monate vom 1. Januar ab wegen eines Artikels ihrer Ausgabe Rr. 42 vom Jahre 1921, der geeignet sei, bie Sicherheit der Be- sahungstruppen zu gefährden, verboten.

Der Heilige Stuhl und das Saargebiet.

Berlin, 29. Dez. Auf die beim Vatikan erneut unternommenen französischen Schritte um Schaffung eines eigenen Bistums für das Saar­gebiet hat, wie basD. T." aus Rom meldet, der Heilige Stuhl eine definitiv ablehnende Ant­wort gegeben.

Aus Stabt und Land.

Gießen, den 29. Dez. 1921.

Die Grippe.

Die Grippe greift nach neuen Meldungen immer weiter um sich. In auswärtigen Städten hat bie Krankheit biesmal bie meisten Opfer unter ben jungen Mäbchen im Alter von 16 bis 20 Jahren geforbert. Wie aus Rachrichten, bie wir an anderer Stelle tolebergebcn, ersichtlich ist, tritt in Frankfurt bie Grippe in einzelnen Straßen­zügen epibemifch auf. Zum Glück ßanbelt es sich hier wie allenthalben meistens um mildere Formen ber Erkrankung. Das Frankfurter Städtische Ge­sundheitsamt schreibt:Die recht stürmisch cin- setzenbe Grippeepidemie scheint zahlenmäßig in ein langsameres Tempo übergehen zu wollen, wenig­stens geben ein eingetretener kleiner Rückgang in den Krankenbausaufnahmen und die Eindrücke der Aerzte ein Recht, auf einen gewissen Stillstand rechnen zu können. Insbesondere ist es bisher von vornherein gegenüber den Erfahrungen der letzten Jahre bei dem milden Charakter des Krankheits­verlaufes und der relativen Harmlosigkeit der Komplikationen geblieben."

Wenn also auch die Grippeerkrankungen dies­mal in ber Mehrzahl ber Fälle einen harmlosen Verlauf nehmen, ist es boch geboten, Vorsicht wal­ten zu lassen unb vor allem folgende Grundregeln sorgfältig zu beachten: Man spüle sorgfältig ben Munb, sehe sich nicht ber Zugluft aus, lasse sich nicht anhusken und vernachlässige keinesfalls einen Katarrh. Man vermeide auch möglichst den Besuch überfüllter Versammlungen. Sobald sich Anzeichen von Grippe bemerkbar machen, z. B. allgemeine Mattigkeit unb Abgespanntsein, Schmerzen in den Gliedern, Kopfschmerzen, leichtes Fieber, sollte man sich schonen unb im Bett liegen bleiben. Ein bis zwei Tage Bettruhe wirken in solchen Fällen oft Wunder. Zeigen sich irgendwelche bedenkliche Erscheinungen, so ziehe man sofort einen Arzt zu Rate.

* Amtliche Persvnalnachrichten. Der Stellenanwärter Valentin Liebig beim Fi­nanzamt Friedb.rg wurde zum Steuerwachtmeister ernannt Ernannt wurden am 18. Dezember 1921: ber Kommerzienrat Heinrich Schirmer In Gießen, ber Kommerzienrat Gustav Mueller in Gießen, ber Kaufmann Johann Joseph S a u er in Gießen und ber Kaufmann Friedrich Heimer in Gießen zu Handelsrichtern, der Kaufmann Carl Röhr in Gießen unb ber Dankbirrktor Ludwig Grießbauer in Gießen zu Ergänzungsrichtern bei ber Kammer für Handelssachen in Gießen für bie Zeit vom 1. Januar 1922 bis zum 31. De­zember 1924.

"DaS Zweigpostamt in der Schulstraße bleibt vom 1. Januar 1922 ab an Sonntagen unb allgemeinen Feiertagen geschlossen.

Die Butter- and Eierpreise ha­ben auf dem heutigen Wcchrmnarkt eine erhebliche Senkung erfahren. Das P'und Butter wurde mit 35 Mk. abgegeben; die Eier mit 3 00 bis 3.20 Mk. Trotz ter geru leiten Preise hält das Publikum mit dem Einkauf zurück, and es ist zu Ende des Marktes mit einem weiteren Preis- Abschlag zu rech -en.

Diebstähle. Don verschiedenen Häusern, u. a. von einer Badeanstalt, wurden in letzter Zeit die Dachkandelablausrohre ent­wendet. Dor Ankauf wird gewarnt.

* Dom Lazarett-AuSschuß werden wir um Te offent ieß ing fo'genben Dankschreibens gebeten: Ti. di s äorigen Weihnacht-spenden, die an die Verwundeten des hiesigen Lazaretts ein- gingen, haben wiederum gezeigt, bah cs auch noch Leute gibt, bie ein Herz für die haben, die heute noch an den Folgen des Weltkrieaes bar-

rn^crliegen. Wir bauten deshalb allen bieten ebten Spendern von ganzem Herzen und wünschen ihnen ein glückliches neues Jahr. Besonderer Dank gebührt noch den Spendern der Gemeinden Tieberfleen, Haiger, Saasen unb Wißmar.

Vorriotizen.

TageSkalender für Donnerstag Astoria-Lichtfp ele, ab haute:Der geheimnis­volle Dolch". Lichtfp.clhauS. Bah Hofstraße, heute:Tas große Radaimg.heimn.iS . 2 Teil.

Aus dem ö t a b 11 b c a t e r b u r c a u. Auf bie morgen Abend fiattfinbenbe Dieber­holung vonHerobes unb Mari am ne" sei ganz be­sonders hingewiesen, da bie Vorstellung dieses Werkes mit Recht allgemeinen Beifall ge­funden hat.

Kreis Alsfeld.

b Ton ber Lhm, 23 Dez. Weiße Weih­nachten, wie wir sie gehabt, sieht man gern. Ihnen sollen nach ber Witterungsregel grüne Litern folgen. Der Schnee ist bald toicber zu Wasser geworden unb v rstärkt fo die Nieder­schläge. Eine Wendung in der Trockenheit hat wirklich die Sonre .toenbe gebracht. D i e Feuch­tigkeit ist bereits fußtief in den Boden ge­drungen. Das ie gen bie Stoppeläcker, bie man öum Teil noch in ber Weihnachtswoche gestürzt hat »

Kreis Lauterbach.

rr. Schlitz, 28. Dez. Am 1. Weihnachts­feiertag ereignete sich vormittags ein Eisen­bahnunfall. indem beim Rangieren zwei Wa­gen aus bem Geleise sprangen und quer über das andere Geleise sich legten. Dadurch war der ganze Zugverkehr bis zum Abend gesperrt Ein Hilss- c,vg aus Fulda brachte Mannschaften, die bis zum Spätnachmittag angestrengt an der Beseiti­gung des Berkehrshindemisses zu arbeiten hatten.

Äreis Schotten.

tz U l r i d) ft e i n, 28. Dez. Seit bem 18. d. Mts. kostet die Fahrt mit dem Postauto für den Kilometer 83 Pf., vorher 53 P'., voraus- gehend 60 Pf. Die Fahrt zwischen Ruppertenrod und Mücke kostet jetzt 4 Mk.

eb. Unter-öeibertenrob, 28. Dez. 3m letzten Herbst stellte es sich heraus, baß die bereits vor einigen Jahren gefaßten Quellen unserer im Bau befindlichen Wasserleitung bedeutend weniger Wasser lieferten als bei frü­heren Messungen. Cs wurden deshalb oberhalb Stumpertenrod zwei Quellen gefauft, deien Wasser durch die Stumpertenroder Leitung unserer Quell­fassung zugeführt werden soll. Man hofft, »um kommenden Frühjahr unsere Wasserleitung be­nutzen zu können.

tzAusdemVogelsderg, 28. Dcz Jetzt, da die Lbstdäu ne völlig entlaubt, en deckt man eine große Menge von Stieglitz-(Di st el- f i n I e n -) Ql e ft e r n. Selbst auf den kleinsten Bäumchen sind solche Rester, die während der »Tclcubung nicht zu bemerken waren. So ist auch die Unmenge der Stieglitze zu erklären, die im bergciigenen Herbst in großen Schwärmen um d e Ortschaften flogen. Früher nru d.' der D stelfink. alS noch überall die Kanarienzucht im Schwange war. gern gefangen und zur Kreuzung mit Ka­narienvögeln benutzt.

Kreis Friedberg.

rm. Dad-Rauheim, 28. Dez. Der Hausbesitzer als Dieb. Der hiesige Haus­besitzer, Glasermeister R., wurde wegen Diebstahls zur Anzeige gebracht, weil er einer bei ihm woh­nenden Friseuse, als er die Wohnung nachQKäu- fen" absuchte, in verschiedenen Fällen aus dem Schrank etwa 1500 Mk. gestohlen. Da die Bestoh­lene Verdacht geschöpft und die Schrine gezeichnet hatte, konnte man R. leicht überführen.

: P o h 1 - G ö n s, 28. Dez. Eine dahier stattgehabie Hausfammlung zur Errichtung eines Kriegerdenkmals hat ben Betrag von 13 826 Mark ergeben. Dieter für unsere Heine Gemeinde sicher recht ansehnlich? Betrag hat den­noch nicht ben Erwartungen entsprochen, unb es wird noch mit bedeutenden Nachzahlungen ge­wisser Kreise gerechnet.

Starkenburg und Rheinhessen.

fpd. Walldorf (Hessen), 28. Dez. Unter bem Vorwand, Kartoffeln liefern zu können, schwindelte der angebliche Reisende Hermann Schröder aus Mainz der hier wohnenden Witwe Jakob Jourdan X. nicht weniger als 18 000 Mk. ab. Feststellungen ergaben, baß Tarne unb Woh­nung bes Schwindlers nur fingiert waren.

Hessen-Nassau.

40 000 Grippekranke in Frankfurt.

mc. Frankfurt a. M., 28. Dez. Die Grivpe nimmt weiter rapid zu unb behindert das Ge­schäftsleben auf das allerschwerste, da immer mehr Angestellte und Arbeiter krank werden. Rach ärztlicher Schätzung dürfte bie Zahl ber an Grippe Erkrankten 40 000 betragen. Man glaubt, daß diese Zahl eher zu niedrig, als zu hoch gegriffen ist.

Frankfurta. M., 28. Drz. (Wolff.) Eine Frankfurter Goethe-Woche. Die Ge­sellschaft der Freunde deS Goethe-MuseumS plant ür Ende Februar eine Goethe-Woche. Die Vor­bereitungen dazu find bereits im Gange. Die Frankfurter fläDtif j,en Bühnen werden F.'stvvr- ftellungen veranstalten. Hervorragende deutsche Versr nüchkeiten ' werden vor ben Vorstellungen im Oicri- und Schauspielhaus Ansprachen hallen. <ad finanzielle Ergebnis soll dem Goethe-Hause zugute kommen. Eine Reche bekannter Männer von Rang unb Ramen ist bereits gewonnen Weitere Teröf cit L^ungea we.den in Kürze e.fo gen,

Kassel, 28. Drz. (Wolff.) Eine Kasseler Iagbgesellschaft, die in der Gemarkung Wolf- haqen eine Treibjagd abhalten wollte, erlitt durch das Ueberßolen cineS anderen Autos einen ver­hängnisvollen Unfall Das mit sechs Iagdgästen besetzte Auto kippte um. wobei fämt- licke Insassen hcrausg^schlcudert wurden. (Siner der Herten. Generalvertreter Koch (Kassel) war sofort t o t, während ein zweiter Kasselaaer, Schä­fer, schwer verletzt wurde. Die anderen kamen mit dem Schrecken davon.

fpd. Dillenburg, 28 Dez. Zur Erwei­terung deS Dillenburger Bahnhofs sind jetzt 12.3 Millionen Mark erforderlich, während ursprünglich 3.67g Millionen Mk. ver­anschlagt waren. Das nächste Jahr wird noch 6,681 Millionen Mark erfordern. Für das lausende Jahr inb 5 619 EX) Mark verausgabt worden.

* Schlüchtern, 28. Dez. Verhaftete Cifenbaßnräuber. Die Eise bahn-Kriminal- kommisiion von Fulda and Hersseld entdeckte der Hersselder Ztg ' zufolge zwischen Steinau und Schlüchtern bei dem Schrankenwärter Ja h n ein großes Lager von Diebesgut, das von einen beiden flätuwn Dem Schuhmacher Johann

3a 6 n und bem Schreibgehillen Wilhelm Jay«, angelegt worden war. Bei Steinau, wo die Züge infolge Steigung etwas langsamer fahren, sind diese beiden aufgesprungen unb Haber bann das Gut während ber Fahrt abgetoorfen 'Bei bei vor­genommenen Haussuchung würbe unter bem Dache des Wohnhauses bei Jahn eine große Menge Seife, in bem Bienenhaus unb in den Bienen­stöcken Wein. Konservenbüchsen unb sogar Spreng- stoss vorgesundcn. Letzterer bürste wohl von einem Einbruch ber im Sommer in unmittelbarer Rahe deS DafaltwerkeS Ohl ausgeführi wurde, her- rühren. Einige hundert Meter von bem Wohnhaus hatten sich die Diebe einen Unterstand gebaut, in dem sie bie gestohlenen Sachen ausbewahrt hatten. Gegenstände, die sie nicht gebrauchen konnten, ver­gruben sie. So wurden u. a. 25 Stahlbügeleisen unb eine Sendung Schnupftabak rergraben auf­gefunden. In einem Gartenhäu-chen, wo der Schuhmacher seine Werkstätte bela\ wurde nach 2bheben einer Diele noch ein ganzes Warenlager von elektrischen Taschenlampen. Schuhen, Leder- creme, Klebstoss usw. porgefunbien. Einer von den Jahns hatte, um den Verdacht von sich auf andere ehrliche Leute abzuwälzen, an die Behörde wieder- holl anonyme Briefe geschrieben und war bereits vor einigen Wochen von der Elsenbahn-Krlminal- kommisslon ermittelt unb zur Anzeige gebracht worben. Trotzdem führte er seine Raubzüge weiter aus. Der alte Jahn, der bereits im Frühjahr wegen Hehlerei mit einem Monat Gefängnis be­straft worden war, wurde mit seinen Söhnen sofort verhaftet.

Kirche unb Schule.

l. Ettingshausen, 28. Dez. R'ben ben FestgotteSoiensten. bie eine zahlreiche Ge­meinde in bem Kirchspiel GttingSh-au'en -Hatten­rod zum Gottesha.kl» führten, sanden in ben Kirchen Weihnachsspiele ter Kinder statt. Die Iugendchöre leisteten Ausgezeichnetes. Die Ehristvesper in Ettingshausen wurden durch bie Torträge deSGemischten EhorS" verschönt. Die Festkollekte in Ettingshausen betrug 833 Mk., in Hattenrod 520 Mk.

cd. Eichelsachsen, 28. Dez Gestern abend veranstaltete unsere Schule im Schröderschen Saale eine wohlgelungene Weihnachtsfeier, die bei allen Teilnehmern reichen Beifall fand.

rr. Schlitz, 28. Dez. Gestern wurde unter außerordentlich starker Beteiligung bie Ober­schwester bes Gräfl. Spitals Christine Freitag zu Grabe getragen. Geboren in Wetzlar- Riebergirmes empfing die Verstorbene ihre Aus­bildung im Elisabethstift zu Darmstabk unb war bann im Lause ber Jahre außer im Mutterhaus als Gemeinbeschwester in Gießen, Gr -Gerau. Hcppenheim und als Krankenschwester in Hunaen unb Darmstabt tätig. Troh ihres vorgerückten Al­ters war sie von 19151918 im Felb unb erlitt infolge ber großen Strapazen und Entbehrungen in Rumänien einen Schlaganfall, von dessen Folgen sie sich nicht wieder völlig erholen konnte. Mitten in ben Vorbereitungen für bas Weih- nachtSfest traf sie erneut ein Schlagfluß, ber am Samstag ihr Ende herbeiführte. Pfarrer Hickel vom Mutterhaus in Darmstadt hielt bie ergrei- fenbe Gedächtnispredigt. Das Andenken der H.stm- gegangenen wirb in unsrer Stabt immer in Ehren bleiben.

hg. äl 1 r i ch st e i n, 28 .Dez. In einer schönen, stimmungsvollen Ehristfeier würbe hier am heiligen Ab.nd du och i ns ,tc Konfirmanden und den Schülerchor bas Weihnacht^ spielEtzristkirche" ber Gemeinde bargeboten. Zum erstenmal er­strahlte auch unsere Kirche Im Glanze bei elek­trischen Lichtes. Die schönen unb würdigen Be­leuchtungskörper fanben allgemeinen Beifall unb Bewunderung Die Kirchenkollekten an Weih­nachten, die diesmal alle den hessischen Anstalten christlicher Liebeztästgkeit zuguie kamen, erbrachten recht stattliche Beträge.

ra. Biedenkopf, 27. Dez. lieber bie Zu­kunft des hiesigen RealghmnasiumS find zur Zeit zuverlässige Mitteilungen ni_ßt zu machen, doch dürste die früher ausgetauchre TJürdrung. daß bie Behörbe an eine Auflösung ber Anstatt herantreten werde, unbegründet sein. Ein größerer Kreis unserer Bürger hat sich zu einem Schul- verein zusammengeschlossen um in finanzieller Hinsicht bie Schule zu unterstützen. Auch wird der Gedanke, die Anstalt ber weiblichen Iugenb zu­gänglich zu machen, zu Ostern verwirllicht werben

(BerichtsfrmL

München, 28. Dcz. (WTB.) Rach ein« amtlichen Mttteiluna wurden wegen Betelll- gung an der Räkeoewegung des Fruh- j a h r e s 1 9 1 9 in Bayern im ganzen 40? Personen zu Festungshaft verurteilt, lieber zwei Drittel davon erhielten im Wege der Einzellregnadigung Bewährungsfrist zu- aebilligt. Weitaus die Mehrzahl der Begna­digten brauchte einen sehr erheblichen Teil der Strafe nicht zu verbüßen; eine nicht unbe­trächtliche Anzahl erhielt für die ganze Straft Bewährungsfrist. In Bayern wurde demnach von dem Recht) der Begnadigung in wellest- gehendetn Maße Gebrauch gemacht.

tßermHdjtes.

Düsseldorf. 28. Dez. (WTB.) Mn morgigen Tage feiert Alt-Bürgermeister unb Ehrenbürger ber Stadt Duf elbors, Wilhelm Marx, «einen 7 0. Geburtstag AuS die­sem Anlaß bat bie Stadtverwaltung das neu zu errich ende BureauhauS .Wllhe'm-Mark-Haus" genannt. Der Jubilar selbst Hal der Stadt eine Stiftung in Höhe von 100 000 Mark für bie Rot- leidenden ber Stadt überwiesen.

' Tabakdämmerung. Die .Tägllcha Rundschau" leUctc ihren Bericht ber 150. Sitzung des Deutschen Reichstages mit folgender Trauev- nachricht ein:Statt besonderer Meldung! In­folge eines gesetzgeberischen Attentats durch zwei rasche Schälle zweiter und dritter Lesung ist gestern abend im Reichstag unser aller herzens­guter Freund und Gönner, der Tatxtk. auS dem irdischen Bereiche einer gutbürgerlichen Kauf­möglichkeit In bie unerreichbaren HlmmelSgesUde ber Balutisten unb Kriegsgewinnler übergegan­gen. Alle, bie ben Entschwundenen als Zigarette, Zigarre. Pfeisenfüllung ober Priemchen gekannt, bie seine Art, Gespräch und Denken zu würzen, seine unversiegbare Laune zu schätzen wußten, werden unteren Kummer ermessen. Im Auftrage ber rauchhungrigen Hinterbliebenen. Aka. Ehre feiner leyt"n Asche!"

Sin LukuS-Flugfchiff. Das eleganteste Flugschiff ber Welt wirb q<« entoärtig in Italien gebaut. SS ist baS FlugschiffRr- poli" das übei 12 Motove verjagt, von denm.