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Nr. 254 Drittes Blatt

Samstag, 20. (DItober 192|

Sietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhejjen)

Itterari

28. Oht

27. Okt.

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und jenem unter und zu

diesem

Züricher Devisenmarkt.

Zu haben in den Gefchaffen.

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zu Gießen.

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zuletzt nicht Dante den den Dichter, dessen reit-

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Budapest. . . . Buenos Aires Bulgarien. . . Konstantinopel

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Rcin und ' außerordentlich ergiebig!

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übrigen- auch denken geben.

Ader wir Politiker, totn

' Spart die fialfte von ttdffcc uXjerüe!

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glöS-philosophishes Weltbild Züge ewiger Wahr- heil auflveist. Gewtst: nur Unkenntnis des Dich­ters oder des Mittelalters kann ihn von feinem mittelalterlichen Boden lösen wollen. Ader es wirten Gedanken in ihm. die ihn über die zeit­lichen und begrifflichen Schranken deS Mittel- «UterS hinaustrngen. Dennoch gibt es in dem Bolle, das man daS gebildetste genannt hat. hochgebildete Leute, denen Dante fremd geblie­ben ist, die sich mit Willen vor ihm, vor diesem Stück Mittelalter", verschließen oder gleich­gültig an ihm vorüber geben. Wird das Jahr der- Danteseste daran etwas ändern? Die ge­häuften Aufsätze. Reden und Ermahnungen, die der 14 September gebracht hat, könnten leicht daS Schicksal haben, nach einem Jahrhundert der Wirkung-losiglcit ziemlich unverändert wieder

29. 10. Franken 185.25

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Ruch u. li­eber wlrknd. Erhältlich in Apotheken.

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Wechsel auf Holland. . . Deutschland

Wien .... Prag .... Paris.... London . . . Italien . . . Brüssel . . . Budapest . . Reuyort. . , Agram . . . Bukarest . .

Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Prag .... Stockholm . Wien.... London. . . Paris. . . . Reuyort . .

Datum: Amsterdam-Rotterd. Brüssel-Antwerpen. Thristiania Kopenhagen Stockholm Helstngfors Italien London Aeuyork Paris Schweiz Spanien

Wien (altes) . . . . Deutsch-Oesterr.. . .

Märkte.

Schweine- und Ferkelmarkt

5894,10 5905,90 5894,10 5905,90 1236,25 1238,75 1258,70 1261,30 2282,70 2287,30 2277,70 2282,30 3331,65 3338,35 3,21,65 3328,35 3981, - 3989, - 3996, 4004 -

269,70 270,30 288,70 289,30 681,80 683,20 694,30 695,70 681,30 682,70 684,80 685,20 173,57 173,93 177,82 178,18

1263,70 1266,30 1283,70 1286,30 3176,80 318 ,20 3286,70 3293,80 2307,65 2312,35 2397,60 2402,40

glücklicherweise dann im

Handel.

Frankfurt a. M., 29. Oktober.

Berliner Devisenmarkt.

Gelb Brief Geld Brief

diese überhaupt dem Geistigen zugewandt sind, aufzubringen pflegt. Allerdings können auch bei Dante .Kenner und Enthusiast' nebeneinander zu Gaste gehen, ohne dah sie einander zu ftftrfn brau­chen: aber mehr als irgenknvo wird hier der Lieb­haber immer wieder aus den Kenner angewiesen sein. Mit anderen Worten: man kann zwar los-

zu hassen und zu verachten, wie er fähig war, zu lieben unö zu verehren. Aber er ist niemals nur Parteimann: er ist »Partei geworden für sich selbst" lParad. 17, 69), er bleibt immer sich selbst treu. Mit eitlem Aesrhetizismus ist diesem Dichter nicht beizukommen. Wich ein hoch ge- sastieS Evangelium der Schönheit ist nicht daS Evangelium dieses ManneS, der die Eitelleit alles menschlichen Könnens erkennt (O vanagloria del umane posse Purgatvrjo 11, 91). Alberta von Puttkamer schlicht ihr Gedicht .Zum Ge­dächtnis für Dante" mit den Worten:

Und. steht bie Zeit im Irrtum auch und Sün­den, in falsc^m Glück und unerhörten Schmerzen: Im Schönen wird sie doch Erlösung finden!

Das heiht, wie ich finde, die letzten Gedanken Dantes und die tiefste Rot unserer Zeit gleicher­weise verkennen. Der Ernst eines hohen und strengen Weltbegriffs, die persönliche Hingabe an das Ueberperfönllche, die drängende Sehn­sucht nach Lleberwindung der Widersprüche des LebenS in der Einheit d«S Geistigen das ist es. was auch der Deutsche von heute in der Gött­lichen Komödie zu finden vermag.

hält, ihn aus eigener Seele heraus verehren zu lernen Ss gibt Indessen keinen anderen Weg zu Dante, alS den der ernsten Arbeit. Der Zugang zum Paradiese des göttlichen Gedichtes führt wahrhaft durch di« Hölle italienischer Politik, durch das Fegefeuer abendländischer Philosophie deS Mittelalters. Die Siehener Danteseier. bei der ein Keim er bet italienischen Literatur spre­chen wird, möge alle, in benen ber Sinn für Dante noch schlummert ober unsicher kaum die ersten Flügelfchläge versucht hat, auf ben rechten Weg führen

Rur wer mit dem zeitlichen Dante gerungen hat. wirb ben ewigen gewinnen Wie ein Richter in 'Zeit und Ewigkeit tritt dieser Dichter uns entgegen, fordert von denen, die zu ihm kom­men, dah fie an den Adel seiner Gesinnung glau­ben ' und so an sein sittliches Recht, über den Einzelnen und bie Gemeinschaften zu Gericht zu sitzen. Diesen Berus des Dichter- anerkennen, heiht nicht ferne historischen Urteile unbesehen hinnebmen. Aber nur kaltfinnige Raturen können über die Leidenschaftlichkeit spotten. Dante wühle

Kreise unserer UrenteL ThomaS Sarlhle hat mit ber Dereinfadjenbcn Ucbertrcibung, die das Bor­recht des Schlagwvrtprägens ist und dem eigen- wüchsigen Schotten besonder- anstehl. Dante die Stimme von zehn schweigenden Jahrhunderten genannt. Sin Dante, der nur säkularmähig ge­feiert würde, wäre selbst zu einem schweigenden Iahrhuicderl geworden.

Dürfen wir es als sinnvolle Fügung be­grüben. dah die kleine Giehener Danteseier nicht in den groben Reigen der Septemberfeste hinein- gekommen ist? Ihre stille Rachwirkung erst könntq die Antwort auf diese Frage geben. Wir dür­fen unS darüber nicht täuschen: Dante kann unS Deutschen nie ein volkstümlicher Dichter wer­den. Man hat Homer, 'Dante, Shakespeare und Goethe bie Dichter genannt, bie allein im höchsten Sinne ber Weltliteratur an gehört en Bon Goethe unb Shakespeare zu schweigen, so steht bvch auch Homer unseren Tagen näher alS Dante. Das ist nur eine Tatsache, kejne Rotwendigkeit. Aber es ist gewih, dah man bk Ilias und die Odyssee jedem, ber überhaupt Sinn für das Geistige hat. auch alS Ganzes leimt zugänglich machen kann, nicht aber bie Göttliche Komödie. Wohl vermag man einer ernstgestimmten Dersammlung eine klare Dorstelluna zu geben von dem, was Dante und seine Werke bedeuten und niemand wird sich der gewaltigen Wirkung der groben Höllenbilder ent- ziehen können, niemand unberührt bleiben von der Kraft oder Zartheit jener wundervollen Der- gleiche. die ganz anders gefaht sind als die home­rischen und gerade darum neben diesen bestehen können. Aber jede ernsthafte Dantelektüre ist not­wendigerweise Dantestudium, unb das Studium Dantes setzt eine gröbere Bemühung auch um den sachlichen Gehalt seiner Werke voraus, als die Mehrzahl unserer deutschen Zeitgenossen, soweit

Siijoieritn in ben Selenfen u. Medern, Wt!

Erlösende Wirkung mit Togal*.

Herr Kaufmann B. Schönherr, Eelle, beratet,um seinen Mitmenschen ein ganz vorzügliches Mittel bcfannmigeben, wie folgt:Ich hatte mich im Oe« schäil ganz gehörig erfüllet und erwachte während der Nacht durch ganz furchtbare Schmerzen in der linken Mörperfeite, namentlich von der Achsel nach dem Oberarm ES waren Schmerzen und Beein trächligungen beim A.emholen, wie ich fie überhaupt noch nicht bei meinem Aster von 65 Zähren kennen gelernt batte. Tn wurden mir von meinem Haus­arzt 3 Tabletten Togal verordnet. Die Wirkung war erlösend. Nach 2 Stunden hatten die nicht zu beschreibenden Schmerzen doch schon so weit ab- genommen, dah ich an eilte Wunderwirkuna deö Togal glauben muhte und auch glaube. Der­artige Schmerzen sind bet mir nie wieder elngetreten. Tiit vielem, vielem Dank. . . . ." In gleicher Weife wirkt Togol bet Rheuma, ISchiaS, Herenfchuh, Schmerzen in den Gelenken unb Gliedern, Gicht, sowie bei Nerven» und Koofschmer­zen Tiefes wird durch ständig eingehende Mit­teilungen immer wieder bestätigt. Hervorragende Aerzte verordnen Togai-Taoletten! In allen Avo» ibeten erhältlich. ___HOUm

Für 100 brutsche Mark wurden gezahlt: Datum: 1.7.14. '

(In einem Teil ber Auflage wiederholt.) Gilt Vorschlag Dcmberlip-.

Paris, 28. Oki. (WTB.) Der Vertre­ter des ..Dew Bork Herald" in Parts hatte eine Unterredung mit dem amerikanischen Finanzmann Danderlip, der Ost- und Mitteleuropa bereist hat. Dieser erklärte, dah er, um die Finanzlage der Staaten Mittel­europas zu bessern, Die Gründung einer in­ternationalen Recherchen-Banf mit einem Ka­pital von einer Milliarde Dollar Gold, die Filialstellen tn allen Ländern habe, die sich an dem Projekt zu beteiligen wünschen, Vorschlä­gen werde.

Mac Kennas Rebe.

London, 28. Okt. (WTB.)Daily Mail" berichtet, dah Mac Kennas Rede in Chicago in hiesigen amtlichen Kreisen, besonders beim Schatzamt, einen günstigen Eindruck gemacht habe. Die Ansicht gewinne Boden, dah nicht nur die interalliier­ten Schulden gestrichen werden müs­sen, sondern daß auch die Reparations­politik eine Reuregelung erfahren müsse. Der Sturz der deutschen Mark sei ein furchtbarer Schlaa für den britischen Handel. Die sichtliche Wirkung der Reparationszahlun­gen auf den Wert der deutschen Mark sei so ernst, dah das britische Kabinett sich bald ge­zwungen sehen werde. Maßnahmen zu erwä­gen, baß die Zahlung künftiger Reparationen durch die jetzige finanzielle Lage Deutschlands gefördert werde. LautDaily Mail" ist eS sicher, daß diese Frage im Zusammen­hang mit der Frage der interalliierten Ver­pflichtungen auf der Washingtoner Konferenz erörtert werden wird.

Ein Engländer über den Kanzler Dr. Wirth.

London. 28. Oft. (WTB.) Der Berliner Berichterstatter der .Daily Ehronicle" schreibt unter Bezugnahme auf bie bisher wenig entgegenfommenbe Haltung ber Alliierten gegen­über ber Regierung Wirth, ein Kanzler, ber die Politik durchführe, die bie Entente wünsche, habe mit gutem Recht Anspruch auf einen gewissen Grab von Unterftüt)ung. Wirth yabe bie Republll stärker gemacht. alS sie je war. Er tue, wahr­scheinlich auf Kosten feiner eigenen politischen Stellung, bas Aeuherste, um die Erfüllung ber Verpflichtungen Deutschlanbs sicherzustellen unb habe politisch für ben Frieden in Mitteleuropa mehr getan, als irgenb ein anderer Kanzler. Die Genfer Entscheidung müsse bie letzte Dumm­heit fein, bie bie Alliierten begingen, wenn nicht in Deutfchlanb eine Katastrophe erfolgen solle

Argentinien- Sympathien für Derttschlanb.

Berlin, 27 Oft lWD.) Gestern abenb hat in ber Aula ber Berliner Universität eine Veranstaltung bes spanisch-amerikani- ! chen Athenäums fiattgefunben, bei ber Der bekannte argentinische Politiker Dr. Ohhanarte, Mitarbeiter bes argentinischen Präsibenten Im- gohen, vor bie beutsche Oesfentlichkeit trat. Rach den einleitenden Begrühungswvmen bes RekwrS Prvf. Dr. Rernst, ber namens ber Universität, und des Konsuls Eanboiti, ber als Präsibent bes Athenäums sprach, ergriff Ohhanarte das

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Marknotierungen.

gelöste Stücke ber Divina Eommebia, nicht aber bas Werk im Zusammenhang lesen ohne ein beharrliches Stubium. Das eben ist eS. waS Tau- fenbe, bie bem Genius DanteS bie vorgeschricbenc geschichtlich« Berebrung -ollen, bavvn ab- lyn aus eigener Seele heraus verehren zu

Mittwoch, 2. Rov., finbet zu Dietzen ein Schweine- unb Ferkelmarkl unter folgenben Be- blngungen statt: Der Austrieb beginnt um 8 Uhr vormittags. Rach 10 Ubr werden feine Tiere mehr zugelassen. Es bürfen nur aufgetrieben werden Schwein« ober Ferkel aus ZuchtbestSnden des Äreifes Dietzen. Durch UrsprungszeugbiS, auf Denen bie Orts Polizeibehörden ausdrücklich bestätigen, bah bie Tiere aus ber eigenen Zuch: desjenigen flammen, ber bie Tiere zum Martt bringt, ist bie Herkunft ber Tiere nachzuweifen: Schwein« ober Ferkel von Hänfnem, bie nach öinfübrung in ben KreiS Die vvrgefchriebene Qua- rantäne burchgemacht haben. RachweiS burch Ge- funbheitSzeugniS eines beamteten Tierarztes. Die Schweine unb Ferkel ber Händler sind kluf einem, von bem Telle des Marktplatzes, auf Dem Die Züchter ihr Material auftreiben, getrennt liegen- Den Teil des Marktplatzes aufz-ustellen. Die Untersuchung des Antriebs hat abseits vorn Marktplatz zu erfolgen. Der Platz ist fo zu wählen, bat) bei allenfalfigen Beanstandungen Die beanstandeten Transporte abtransportiert werden 15Tinen, ohne ben Marktplatz zu berühren.

Danteseier und Dantestudium.

Einige Bemerkungen am Vorabend der Giehener Daalefeier von Pros. Dr. Fritz Bigener

Die geräuschvollen italtenifchen. die beschev Venen deutschen Dantetag« sind vorüber Für Italien bedeutet der 14. September das Ra- ttonalfefi eines Bolles. DaS sich m Den Romen Tante geistig geeint fühlte, alS es noch politisch lerriHcn war Einen freien unb eb.en Rational- stolz wird gerade ber Deutsche heute am aller- nxmtgfien tadeln wollen Aber die itolienifch^n Debächtnlsfeiern waren doch allzu fiart mit Selbst­gefälligkeit unb Selbstüberhebung durchsetzt. Das ist keine neu«, unb Darum feine unerwartete Er­scheinung. Dor Jahrzehnten schon wuhte bie feibenschoftsichc Matzlofigkeit italienisch«. Irre­dentisten Den reinen Vinn ber Erinnerung an Tante zu verfälschen Leute, von Deren Wesens- art feine Brücke zu Dem Geiste deS Dichters hin- überführt, nahmen ihn für fich tn Anspruch, unb 3rrebentiflcntninDc stellten gar idre sreund- s^chporlichc Wühlarbeit unter ben Schuh seines hohen Ra mens Hütte ber Weltkrieg einen beut- 1 chen AuSgang gehabt, so wären die italleni- schen Danteseste auch In biesem Jahre von ben Rache rufen Der 3rrcbenta erfüllt getotlen. Jene Italiener, bie hinter ber Societä Dante Ali­ghieri stehen, sinb freilich selbst heute noch nicht gesättigt Aber auch sie bürsten doch bie Tante- feier zu einer Siegesfeier machen. Lässt man m Italien bie mllitäriiche Begrünbung dieser Siegesfeier ntd>i gern nachprüfen, fo freut man iich um fo unbefangener ihrer politischen Berechtigung. Der sog Triebe hat ben Italienern mehr gevracht, alS selbst ihr sacro cgoismo im ilmfle zu begehren wagte Wie früher bie For­derung, so sucht man jetzt den Gewinn durch bie Anrufung von Dantes Deist au rechtfertigen. Wer bie im Schotten beS Dreibundes fröhlich qcbeiöcrtbe Irredentist en hetze von ehedem kennt, wirb Dir Begleiterscheinungen bei amtlichen unb nichtamtlichen Danteseste deS Königneichs Italien hon heute gelassen hinnehmen. Ich weitz Wohl, mancher Deutsche ist ber Meinung, batz das Ber- halten ber Italiener unS zum Derzicht aus öf- seiitlichc Huldigungen vor dem groben Dichter Italiens hätte veranlassen- müssen. Ader warum sollte ber italienische Mitzvrauch mit Dem Ra- men Dantes bie beutsche Einschätzung Dantes berühren Y Etwas anbereS toärc es. wenn Dante ^ebiglich Den Italienern angehörte, wenn bas deutsche Dantegedenken gleichsam nur mit ita­lienischem Atem leben könnte Aber ber beutsche Geist hat sich längst tn einem besonders tiefen Sinne bem Dichter zu eigen gemacht. Unb überbieS: Tante, bemItalien" ein GefühlSbesiy war, wollte bl« serva Italia, daS geknechtete Lanb von ben inneren Röten befreit, nicht aber zur Herrin über andere erhoben wissen. Er träumte nicht von Dem auf sich selbst gestellten Italien, er reDcte sich nicht in Den bequemen Fremdenhatz hinein, wie ihn einige Jahrzehnte spater Petrarca tn volltönenden Dersen au<toben lieh. Dante suchte bie Rettung für Italien gerade bei ben Frem­den, bei der deutschen Macht des römischen Äailertums. In seinem heimatlichen Florenz war ihm Der raDikale DemokratiSmus zuwider, in Ita­lien überhaupt ber raDikale InbivibuasismuS Der ©tabtftaaten; all bie gierige Eigensucht ber po­litischen ©onberbilbungen auf italienischem Boden, Luch die weltliche Willkür geistlicher Gewalt wollte er überwunden wissen durch ben Kaiser, ben höchsten Träger irbischer Rechte. Dante ist nur zu verstehen, wenn man feine StacitSanfchauung würdigt, wenn man erkennt, datz er mit berselden Heiden Leidenschaft, di« ihn in öle Kämpfe deS Tages hinein trieb, sich dem Kaisergebanken einer von ihm als Gegenwart unb als Zukunft ge­schauten grotzen Bergangenheit bin gab. Sein Ber- siünbniS für bie . Zügel des Gesetzes" könnte

Frankfurter Pferdemarkt.

mc Frankfurt a. M., 28. Okt.^Mitt­woch und Donnerstag sand em großer Frank­furter Pferdemarkt statt, bet sich im An­trieb auf ber Höhe der Dvrmärtte dieses Jahres hielt. Es mögen 1200-1300 Tiere gewesen fein. Meist waren mittlere Rasfen vertreten. Darunter auserlesene LuruSpserde, aber auch einige der ganz schweren Belgier waren vorhanden und wurden leicht an den Mann gebracht, da schwere Arbeitspferde ge­sucht sind. Die Preise zeigten, wie auf allen deutschen Pferdemärklen. auch hier steigende Tendenz. Gute Tiere kamen auf 30 40 000 Mark, einige auserlesene sogar darüber. Für Pferde mittlerer Arbeitskraft, 6lOjährig, wurden 2024 000 Mark angelegt. Auch ältere Pferde wechseln noch leicht den Be­sitzer bei guten Preisen. Die Landwirtschaft trat alS Käufer sehr stark auf und holte sich die besten Tiere heim. Der Markt wurde schwerer verkäuflich, doch wurde der Markt bei festen Preisen völlig geräumt. Der Markt in Geschirren und Fahrzeugen war lebhaft.

Obst- und Gemüsemarkt.

Frankfurt a. M.. 28. Okt. Bei dem heutigen Gemüsemarkt, der gut beschickt war, kosteten im Großhandel Kartoffeln 100 bis 105 Mk. der Zentner, im Pfund 1.10 bis 1.15 Mk., Weißkraut 95-100 Mk.. Rotkraut 100 -110 Mk., Spinat 70- 80 Mk.. Wirsing 100110 Mk.. Zwiebeln 95110 Mk., Ka­stanien 350 400 Mk. Bei den Erzeugern wurden bezahlt für Weißkraut 100 Mk.. Wir­sing 110120 Mk., Spinat 80 90 Mk., To­maten 70 80 Mk., Rosenkohl 34 Mk. dav Pfund. Kohlrabi 2040 Pf. der Kopf, Blu­menkohl 27 Mk. der Kopf. Gelberüben 2 bis 4 Mk.. ESkarol 1.001.20 die Staude, Kopf­salat 7090 Pf., und Kastanien 250320 Mk. der Zentner. Auf dem Ob st markt waren auf dem Börneplatz die Preise etwas zurück­gegangen. Es wurden bezahlt: Aepfel 140 bis 210 Mk. der Zentner. Birnen 120130 Mk., Rüsse 700800 Mk., Flußfische kosteten 4 bis 12 Mk. das Pfund. Seefische 2.505.50 Mk., Hühner 1011 Mk., Gänse bis zu 14 Mk. das Pfund, Feldhasen 4.508 Mk. das Pfund, Butter 37 Mk., Sier 3.303.40 Mk.

t» Friedberg. 28. Okt. Der biejährige Herbst pferbemarkt, ber am Dien-lagftalt- fcrnb, war mätzig beschickt. Bei hohen Preisen war Der Umsatz gering. Der Ferkelmarkt brachte für firieDbcrg einen lehr starken Fremden- verkehr mit sich. Der anfangs flaue Umsatz machte gegen EnDe Des Marktes einem fehr flotten Ge­schäftsgang Platz, fo Dah am vchluh Der Markt vollstänDig geräumt war. GS tourDen bezahlt für 46 Wochen alte Fertel 70 bis 100 Mk.. für 68 Wochen alte fierte! 100160 Mk., für 8-12 Wochen alte fierte! 160240 Mk.

Wert, Dem fogleid) zu Beginn alS Tank für leine mit unvergle.dllichcr Beredsamkeit da ^ge­brachte HulDigung für Das arbeitenbe unb niau verzweifelnDe Deutfchiunö Stürm« DeS Beifalls cntgcgcnfdtioUen. Der Rebner besprach bann bie argentinische Politik tvährenD bes Weltkrieges. Er bewies im einzelnen, wie ber Präsibent Irl- goyen. allem Drucke trrnenb. bi« Reutrali - t ft t Argen!intenS gewahrt, und wie Dann bi« Haltung Argentiniens vor Dem Völkerbund m Genf nur bie logische Folge bie,er Politik ge­wesen fei Der Führer Des argentinischen BvlleS n*cllc Den wirtlichen Bötterb-.nD unD nicht bie Verfälschung DeS ursprünglichen WUsoa- schen GeDvinkens. Die mir dazu bestimmt sei, DaS Werl von BersailleS zu »ollenben. Darum habe Argentinien Den Antrag gestellt auf Zulassung aller Böller, ohne Rückficht Darauf, ob Dieser Antrag Mistfallen erregen werb«: Denn mit so könne bie '-Verwirklichung bc4 BöikergebantenS gefolgert unb bie ©ruablagc für einen Dauern- Dcn 5rieben gesichert werben. Oyhanarte fchil- Derte Darauf feine SinDrücke m Deutsch' lanb, jnsbefonDere feine EmpfinDungen beim Befuche HeideIb.rgs. Münche 'S vnb Rümvergs ileberall habe er Das Deutsch« Bvlk wieder in unixröroflener Arbeit gefunden. In festem Glau­ben Vertraue er aus Die neue glückliche Zukunft dieses Bolles, an bem sich ber öan bewähren wird, da st .die Besiegten die wirklichen Sieger find".

Die 'Veranstaltung. Die Durch Den Vortrag eines vollenDeten Sonett-, vom Generallekretär Des Athenätims versa' t. abgeschlossen wurde, er hält nicht nur Durch die glänzenden Leistungen des Redners, sondern durch die Tatsache weit­reichende Bedeutung, bah einer ber Führer Ar genlinicnS für das Regime der wirllichen Ge- icdjtiglcit gegenüber Deutschland eintritt unb fest an Dessen WieD«raufbau glaubt Unter Den XcU- nebmern. welche Die Aula diS auf Öen letzten Platz füllten, befanben sich bie dlplomatlfchen Vertreter Spanien- unb Portugal-, fo wie sämtlicher amerikanifcher Staaten Die Deutschen Kreise waren Durch Den Minister für Wifsenscha t. Kunst unD BollSbilbung, Becker, unb Durch TtitglieDcr beS Auswärtigen Amte- ver­treten.

Die tschechische KohlenauSfuhr nach Deutsch- lanb.

Prag, 28. Okt. (WTB.) Die Blätter- meldung, dah die KohlenauSfuhr nach D e u l s ch l a n d verboten worden sei. ent­spricht. tote die tschechische Presse meldet, nicht den Tatsachen. Falls einige Dienststellen bie Annahme solcher Sendungen verweigerten, sei dies in irriger Auslegung der gegebenen Auf­träge erfolgt, worüber fie bereits belehrt wor­den feien.

Das Schicksal deS ExkaiferS Karl.

Paris, 28. Okt. (WTB.) Rach dem Journal" schlägt England vor, dem 0 p kaiser Karl einen Aufenthalt auf der In- fel Madeira anzuweisen.

L v n d o n, 28. Okt. (WTB.) L l v y d D e-

orge teilte im Unterhaufe mit daß die Alliierten sich gegenwärtig über daS Schicksal deS Exkaisers Karl unterhalten.

Das Urteil gegen die Ministermörder in Agram.

Agram, 28. Okt. (WTB.) Im Prozeß gegen die Mörder des Ministers DraSkowitsch wurde gestern das Urteil gefällt: Der Haupt- angeklagte A l t a g i t f ch wurde zum Tode, drei weitere Angeklagte zu Freiheitsstrafen von 15 Jahren, ein Angeklagter zu zwei Zäh­ren verurteilt.

Ein Dampferunglück.

Madrid. 28. Oft. (WTB.) Zwischen Eiusela und Elamvret hat der Dampfer Torre Loro" Schiffbruch erlitt-n. Don 24 Mann der Besatzung konnten sich nur zwei retten.

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