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1920 auf Mc Monate Outi, August und September 1921, und

betreffend Verordnung über die Verlängerung 6c« Besoldungsgesetzes vom 19. Mai 1920 (biS zum 30. September).

Lieber die Vorlagen berichtet für den Aus­schuß Abg. Eißnert (6da.). Die Vorlagen werben ohne wesentliche Debatte angenommen.

Die Altpenstonäre erhallen die ihnen vorsorglich gewährten Bezüge weiter.

Die Generaldebatte zum

Staatsvoranschlag wird fortgesetzt

Abg Kodier (D. Vpt) (schwer verständ­lich) bedauert, oaß er der bisherigen Debatte nicht beiwohnen konnte und kommt dann auf die Aus­führungen des Staatspräsidenten zurück. Ich habe nicht dem Gesamtministerium etwa den Vorwurf der Unfähigkeit gemacht, sondern ich habe nur gesagt, daß es mir scheint, daß einige Inhaber verantwortlicher Staatsstellen ihren Aemtern nicht gewachsen seien. Meine Ausführungen fielen in einer geschlossenen Vertreterversammlung. Meine Ansicht ist keines­wegs irgendeine absonderliche, sie wird von Zehn- tausenden im Lande geteilt Ich Weitz nicht, warum der Herr Staatspräsident aus weinen Werten eine so grobe Staatsaktion gemacht hat. Ich habe niemand in der Regierung irgendwie ver­unglimpft. (Zs bandelt sich um ein durchaus fach­liches Llrteil. Jeder darf doch in dem Freistaat seine Meinung frei äutzern. (Zurufe und Unruhe, in der einige weitere Ausführungen verloren gehen.) Menn der Herr Staatspräsident den Be­amten hohes Lob spendete, so stimme ich dem voll­ständig bei. Wir wissen, daß unser Beamtentum in treuer Pflichterfüllung stets der Regierung eine sehr starke Stühe war Ich komme eben vom Deutschen Städtetag zurück und kann auf Grund der Verhandlungen feststellen, daß Reich und Land nicht ernst genug und nicht scharf und nach­drücklich genug darauf hingewiesen werden können, daß sie den Städten, als den Lebenszellen des Staates die LebenSmögltchkeit nicht untergraben Den Stadtkassen fehlen viele Millionen, die ent­standen sind auS den Vorlagen, die sie dem Reich und dem Land machen mußten für die Schul- und PoltAeikosten. Die Städte müssen endlich wieder zu diesen vorgelegten Mitteln kommen. Da muß unbedingt auf das Reich energisch eingewirkt werden (Zs ist hier darauf hingewiesen worden, daß die Regierung dem besetzten Gebiet gewährt, waS sie nur kann. Ich sage: Wie sie es versteht! Rur wenn die Regierungen in ständigster, alter- «mgster Fühlung mit dem Volke der besetzten Ge­biete bleibt, kann sie sich überzeugen, waS ihm not- tut Reichsminister Koch war erst einmal im be­setzten Gebiet, der Herr Staatspräsident freilich war schon zweimal in Worms, aber er war nut in Parteiversammlungen. (Hört!) Ich habe ver­geblich auf seinen Besuch gewartet, um ihm zeigen zu können, waS unS wirklich fehlt. (Staatspräsi- oent Ulrich: Ich habe leider feine Einladung erhalten!) Wenn es daran liegt, daS wird in Zukunft geschehen. Rur wenn die Regierung sich persönlich an Ort und Stelle unterrichtet, wird sie sich ein Bild machen können von den Lasten, die in vielen Beziehungen die besetzten Gebiete zu tragen haben. Selbstverständlich können die wirt­schaftlichen Fragen nur gemeinsam mit Arbeit­geber und Arbeitnehmer gelöst werden, aber Sie tiur Regierung) könnten viel intensiver persönlich (m besetzten Gebiet tätig sein. (Bravo.)

Abg. Herbert (Ztr.) kommt nach kurzen allgemeinen Ausführungen zu dem löblichen Ver­sprechen, sich kurz zu fassen. Die Ziffern deS Vor­anschlages können nicht als endgültig gelten, sie können darum auch kein richtiges Bild der wirk­lichen Lage geben. Eingebender bespricht der Red­ner die Beamtensragen. Reue Beamtenstellen im Etat bedeuten nicht ohne weiteres Vermehrung der Beamten, sondern nur eine Anstellung bis­her nicht etatsmäßiger, aber längst vorhandener Beamten. Berechtigten Einwänden des Reiches zur BefoldungSfrage muh man natürlich Rechnung tragen, im übrigen aber genauestens nachprüfen, waS geändert werden muh, damit Hessen nicht nachsteht. Rückständige Reuorganisationen, tote Bauwesen, Landmesser usw.. müssen schleunigst durchgeführt werden. Die finanzielle Sicherheit der Kirchen ist tunlichst zu beschleunigen. Auch btc Verhältnisse der Alt- und Reupensionäre sind schleunigst zu regeln. In der Ortsklasseneinteilung sollte man weiterhin auf dret statt aus fünf Klassen Einarbeiten, die Errichtung von Bearnten- wohnungen ist zu begrüben. Zu begrüben sind auch die Rachträge für verschiedene Zwecke der Landwirtschaft. Wir müssen damit sortfahren, damit die Landwirtschaft befähigt wird, die VolkS- ernädrung besser durchzuführen und ficherzustellen. Daneben erwachsen dem Staat Sorgen für Ar- bdtdr und alle Berufsstände und Erwerbslosen und Erwerbsunfähige. SS sind zwar Richtauf­gaben, die er zu lösen hat. aber wir dürfen hoffen, daß, wenn alle beteiligten Kreise btc Auhe bewaren, und jeder an seiner Stelle seine Schuldigkeit tut, unS auch wieder bessere Zeiten kommen.

Abg. D. Dr. Diehl (Hess. Vp): AuS den Reden verschiedener Vorredner war ein Ton deS Bedauerns zu hören, daß man allerlei politische Dtnae mit der EtatsauSfprache verknüpft hat. Ich meine, das schadet aber doch nichts. ES ist bte letzte Aussprache vor den Wahlen und doch anzunehmen, daß mindestens die Hälfte der Herren Nicht mehr als Abgeordnete hierher zurückkebrt. ES ist also ge- wissermahen ein Abschied und der berechtigt dazu einen Rückblick zu werfen auf daS Gewollte und Erreichte. Besonders hat mich die Rede des Kol­legen Kaul interessiert. In erster ßinic. daS waS er nicht gesagt hat. Er hat kein Wort von den Dateien gesagt, die links von ihm stehen. DaS wäre doch wichtig gewesen (Abg. Kaul: In Hessen kein An- laß da.zu!). Daß der SozialisierungSgedanke unter ben Tisch gefallen zu fein scheint, das begrübe ich alS erfreulich. ES scheint doch, hab sich die Ucbcr- »eugunq Dahn bricht, eS ist nicht alles zu erreichen WaS man gern möchte. Zu den verschiedenen Attacken, die er geritten hat gegen die llni- Deditäton, die Regimentsfeiern, den Großherzoa usw habe ich doch das Gefühl, daß Herr Kaul mindestens viel zu weit gegangen ist. Der Vorwurf aegen die vlclgcschmahten Oberlehrer muß in seiner Allgemeinheit zurückgewiesen werden Wenn man Beweise hat, sollte man sich auf diese Sinzelfälle beschränken. Aehnlich ist eS mit den LI n i v e r s i - ^Un. Hier muh man doch sagen, wo liegen Pflichtverletzungen einzelner Professoren oor? Hier allgemein scharf machen und mit dem Gedan­ken zu spielen, die akademische Freiheit einzuschrän­ken, das ist umsomehr zu bedauern, als doch Herr Kaul auch akademisches Bier getrunken hat. Her, Brauer, der das nicht getan, hat eine erfreulich erobere Meinung von der akademischen Freiheit. |

Auch die Attacke gegen die Reglmcntsfeiern ift | überflüssig und bedauernswert. Es ist durchailS

natürlich, wenn die Menschen, die das große

Wettervoraussage

für Donnerstag:

Vorwiegend heiter und trocken, tagS warm, Winde aus nördlichen Richtungen.

Das Hochdruckgebiet über England beherrscht nach wie vor die Wetterlage.

Die Höchsttemperatur in Gießen betrug gestern 24,4 Grad Eelsius im Schatten: in der Rächt sank das Thermometer auf 5,2 Grad Celsius.

Wohnungsnot und Selbsthilfe.

Stadtv. Winn schreibt und:

3n Är. 147 Ihres Anzeigers, 2. Blatt, bringen Sie einen Abdruck aus derHeim­statt e, nach welchem sich ein Handwerker aus eigener Kraft unter Zuhilfenahme des Reichs- und Gemeindedarlehens ein eigenes Heim geschaffen hat. Hierzu sei bemerkt, daß der Bau alsbald nach seiner Rückkehr aus dem Felde errichtet wurde, als Arbeitslöhne und Baumaterialien noch wesentlich billiger waren.

Trotzdem ist es aber auch jetzt noch mög­lich Eigenheime zu errichten, wenn Woh­nungsbedürftige den festen Willen haben, in ihrer freien Zeit einen Teil Bauarbeiten selbst auszuführen, und wenn möglich, ein klei­nes Kapital beibringen. Bei Bauten gibt es eine Menge Arbeiten, die von ungelernten Arbeitern unter sachkundiger Leitung ausge­führt werden können. Dadurch könnten zirka 25 Prozent Baukosten erspart werden. Aber auch Handwerker sollten ficb zusammenschlie­ßen, ihre Arbeiten gegenseitig ausführen, wie solches in früheren Zeiten der Fall war, wobei noch größere Ersparnisse zu erzielen wären. Selbstverständlich ist hierbei, daß der- artige Unternehmen vom Staat durch Dar­lehen, von der Gemeinde durch Zuschüsse, Ab­gabe von billigem Baugelände, durch Heber- lassung billiger Baumaterialien, durch Hei> stellung der Straßen auf Kosten der Allge­meinheit und andere Erleichterungen unter­stützt werden.

Seit längerer Zeit ist hier in Gießen eine Bewegung im Gange, die den Zweck ver­folgt, Eigenheime zu errichten, falls sich Männer fipden, die bereit sind, unter jvor- stehenden Doraussetzungen sich ein Heim zu schaffen. Verschiedene Besprechungen haben bereits stattgcfunden; es ist Hoffnung vorhan­den, daß in nicht allzu langer Zeit mit dem Bau von Eigenheimen begonnen werden kann. Voraussetzung ist, daß das Unternehmen, wie auch anderwärts, bei der Stadt Unterstützung

Aus Stabt und Land.

©leben, ben 29. Hunt 1921.

Ferienarbeit für Studenten.

Vorn Studentischen Arbeitsamt wird uns ge­schrieben:

Es ist dringend nötig, die Oeffentlichkeit ein­mal ganz ausdrücklich auf die wirtschaftliche Be­drängnis eines nicht unwesentlichen Teiles der Gießener Studentenschaft hinzuweisen. Sin ge­wisser Leichtsinn, der von vereinzelten studen­tischen Kreisen wieder gepflegt wird, darf die traurige Tatsache nicht verdecken, daß auf der an- bern Seite aber auch mancher unserer streb­samsten Kameraden fein Studium nur unter den allergrößten Schwierigkeiten betreiben kann, daß drückendster Manael am Rotwendigsten weit­gehend die Gesundheit und Arbeitskraft bedroht- doppelt hart für die Studenten, die kurz vor dem Gramen stehend den gesamten Sdolg ihrer Stu­dien gefährdet sehen. Stipendien reichen lange nicht au«, es gibt nur eine einzige Möglichkeit- Verdienst durch Ferienarbeit. Wir richten daher an die Arbeitgeber aller hierfür in Betracht kommenden Berufe die herzliche Ditte, unsere Kameraden durch Dereitftellen von ange­messen bezahlter Ferienarbeit nach Kräften zu unterstützen.

Insbesondere ergeht unser Ruf an die Aa n ^Wirtschaft, nicht nur, weil eine ganze Reibe schon landwirtschaftlich tätig gewesener Stu­denten als Erntehelfer einspringen will, son­dern auch vor allem deshalb, weil die Landwirt­schaft am ehesten gesunde und kräftigende Arbeit zur Verfügung stellen kann: sie »ist in erster Linie berufen, hier zu helfen, ihr empfehlen wir unsere bedrängten Kameraden an.

Sollten aber hinsichtlich des Arbeitswillens unterer Mitstudenten irgendwelche Bedenken be­stehen, so sei daraufhin nur gesagt: Wer mit solcher Zähigkeit und unter solchen Opfern an feinem Beruf festhält wie die Leute, die sich in den Ferien einen Teil des für daS nächste Semester nötigen Geldes zu verdienen suchen, der wird auch an jede andere Arbeit mit einem starken Pflichtbewußtsein herantreten

Darum gebe jeder Landwirt, der Erntehilfe nötig hat (In Betracht kommt die Zeit vom 1. Lugust vis mindestens 15. Oktober), feine Adresse unter Beifügung der Lohn- und Unter- lunf «beblngungcn dem Stubenrischen Arbeitsver­mittlungsamt, Gießen. Lubwigstraßc 23, Zim­mer 42, unverzüglich an.

Erlebnis des Krieges hinter sich haben, ein­mal zusammen kommen, um die Erinnerung an gemeintem Erlebtes, an gefallene Kameraden au pflegen Ebenso natürlich ist es. daß bei Mastenzusammeulünften auch ein ge­wisser Geist zum Durchbruch kam. Daran sind dock» keine Drahtzieher oberMächer" schuld. Run zum Drohherzog Es ist doch lächerlich, irgend jemand einen Vorwurf zu machen, wenn bei Tagores Besuch nach dem Herrgottsberg ein Hoch auf den Großherzog ausgebracht wird. Lächerlich, den Großher^og dafür auzugreifen und nach Polizei und Staatsanwalt zu rufen Ich meine, es ist ein Zeichen dafür, daß die Partei, die doch nur durch Kampf groß und herrschend geworden von der Macht und Kraft ihres Ge­dankens, ihrer Idee, nicht mehr überzeugt ist, wenn sie jetzt nach Staatsanwalt und Polizei ruft und unerquicklichste Dinge aus Vergangen­heit umgekehrt wieder aufleben läßt. Zum Schlüsse möchte ich auch meinerseits zum Frieden und zu gemeinsamer Arbeit anregen Wir müssen mehr als bisher auf sozialem Wege zusammenkommen, müssen die Bedürfnisse unserer Mitmenschen er­kennen und ihnen Rechnung tragen lernen. Das soziale Gefühl muh erweckt werden. Das ist der Weg, der zu gemeinsamer Arbeit führt. Dazu gehört auch die Achtung vor den Rechten der Kirche. Ich möchte zu dieser Frage doch den Wunsch äußern, daß wir sie wissenschastlicher und gründlicher behandeln als bisher. (Bravo!)

Rächste Sitzung Mittwoch 91/ . Uhr. Schluß 7,3 Hbr.

Erfolge der Gießener Hunde­zucht. Rachdem München vor 6 Wochen, und BreSlau vor 3 Wochen die Kynologenwelt zu einem Wettbewerb in ihren Mauern bereinigt hatten, stand am Sonntag Frankfurt a. M Im Zeichen der letzten großen Hundeausstellung dieses IahreS. Wie schon so oft, sind auch dieses Mal wieder bte jahrelangen Bemühungen der Gießener Züchter um die Hebung rein­rassiger Hundezucht mit reichlichen (Erfolgen be­lohnt worden. Es errangen zahlreiche Preise und Ehrenpreise August Schwan für Schnauzer Frau Karsten für Braunttger, Wilh. Bach und' Emst Riemann für Borer Dr. Erb für Whippets Oskar Graf für Fonemer. Ganz besondere Sr-

* Peter und Paul. Am heutigen Tage feiert die katholische Kirche das Fest der Apostel­fürsten Peker und Paul, das jetzt wieder nach einer Verfügung des Papstes überall als ge­botener Feiertag gehalten wird. Das Landvolk betrachtet Peter und Paul von jeher alS Lostag erster Ordnung. ..Peter und Paul macht dem Kom die Wurzel faul, ist die bekannteste Bauern­regel. In anderen Gegenden hat der Peter- Pauls-Tag eine ähnliche Bedeutung wie die Siebenschläfer. Man glaubt nämlich, wenn es an diesem Tage regnet, dauere die Räss? sieben Wochen.

** Die Haaß-Berkow-Spiele wurden gestern abend vor ausverkauftem Hause mit dem Paradeisspiek und Totentanz eröffnet. Wir werden übet die Darbietungen nach dem heutigen zweiten Tage eingehend berichten. Vor­weggenommen sei schon, daß die Spielgemein­schaft tiefstes Kunsterleben mit so unmittelbarer Kraft vermittelt, daß sich niemand dem Eindruck entziehen kann Der Totentanz zumal wurde zu einem erschütternden Erlebnis. Am heutigen Abend sind fröhlich-' Vvlksschwänke vorgesehen. Wie wir hören, ist noch eine beschränkte Zahl von Karten erhältlich Der Besuch kann nicht eindring­lich genug empfohlen werden. Soeben wird uns mitgeteilt, daß von den höheren Schulen eine Wiederholung des Totentanzspieles für die oberen Schulklassen angestrebt wird. Es wäre sehr $u wünschen, wenn außerdem eine Wiederholung für die breite Oeffentlichkeit stattfände. Das Theater würde sicher abermals ausverkauft sein.

**ImOberhessischenKunstver- e i n wird gegenwärtig eine Ausstellung des Verbandes bildender Künstler Hessens einge­richtet, die vorwiegend Graphik aufweist. Attherdem gelangen noch Werke der Malerei bekannter Künstler zur Ausstellung, so daß auch die neue Ausstellung sich wieder sehr ab­wechslungsreich gestalten wird. Eröffnung am nächsten Sonntag.

* * S t r a ß e n s p e r r e. Rachdem die Ab­bruchgarbeiten am Hause Schlohgasse Rr. 6 so­weit fortgeschritten sind, daß Lebensgefahr für Passanten nicht mehr besteht, wird die Sperre der Schlohgasse für den Durchgangsverkehr aufgehoben. Für den Fuhrwerksverkehr bleibt die Straßensperre noch bis auf weiteres be­stehen.

** Erhöhung derWasserpreise. In­folge der bedeutenden Erhöhung der Kvhlenpreise und der Frachten am 1. Aprtl d. I. wird der Preis des Wassers auf 0.65 Mk. für das Kubik­meter vorn 1. kommenden Monats ab erhöht. Der »e Mindestverbrauch für Gärten wird auf festgesetzt. Die oisherigen Mindestver- brauchssähe für Wohngebäude und die Rabatt­sätze bleiben bestehen.

* Ihren 85. Geburtstag feiert heute in voller Rüstigkeit Frau Dorothea Schmidt Wwe., Frankfurter Straße 167.

* Der O b ft- und Gartenbauverein Gießen hielt am 25. d. Mts. imPfälzer Hof seine diesjährige Hauptversammlung ab. die gut besucht war. Der Vorsitzende. Lehrer Becker, gab einen Rückblick über das abgelaufene Vereinsjahr. Die Tätigkeit sei gerade im letzten Jahre sehr rege gewesen. Reben mehreren Vorstandssitzungen und Mitgliederversammlungen seien des öfteren Be­sichtigungen von Gärten vorgenommen worden. Die im Herbst veranstaltete Obst-- und Gemüse- Ausstellung könne der Verein als einen vollen Erfolg buchen. Sine stattliche Anzahl neuer Mit­glieder sei bei dieser Gelegenheit gewonnen wor­den. Rach Bekanntgabe des Kassenberichts wurde die Vorstandswahl vorgenommen. Drei ausscheidende Vorstandsmitglieder wurden ein­stimmig wiedergewählt und auf Antrag des Vor­sitzenden, der infolge der großen Mitgliederzabl eine Erweiterung des Vorstandes für angebracht hielt, zwei weitere Mitglieder hinzugewählt. Der Beitrag wurde auf 10 Mk. pro Jahr festgesetzt, da die bisher eingegangenen Mittel zur Bestreitung der Kosten für öfters stattfindende Versamm­lungen. Vorträge auswärtiger Redner. Ausgestal­tung der Zeitung usw. nicht mehr ausreichen. Für den Abend war Kreisobstbautechniker H e - derer (Heuchelheim) zu einem Vortrage:W a s muß der Kleingärtner von der Pflege der Obstbäume wissen?" gewonnen. Der Redner behandelte speziell daS Pftenzen der Obft- bäume. Im Frühjahre ober Herbst könne diese Arbeit ohne Rachteile vorgenommen werden. Er selbst halte jedoch den Herbst für zweckmäßiger, da In dieser Zeit daS Pflanzenmaterial besser sei. Im weiteren Verlaufe seiner Ausführungen schilderte er dann eingehend das Pflanzen von Hochstämmen, Buschobst. U-Formen usw. und wies auf die hier­bei in Betracht tommenben gesetzlichen Bestimmun­gen hin. Der Rebner nannte bann mehrere Obst­sorten, bie sich für die hiesige Gegend sehr gut eignen. Er kam dann auf die Frage der Bekämp­fung von ObstbaumsHädlingen zu sprechen. Da ge­rade In letzter Zeit die Blutlaus verheerend auf­tritt ,so empfahl er, Obsibaum-Karbolineum 1=4 in Wasser verdünnt, mit einem Pinsel auf die betreffenden Stellen aufzutragen. Auch dem Be­schneiden der Bäume empfahl er, größte Sorgfalt zu widmen und diese Arbeit nur durch wirklich fachkundige Personen vornehmen zu lasten. Die Versammlung schloß darauf um 11 Uhr.

Dt-upvenkonkurrenz für Wach- und Schutzhunde mit leinen Schnauzern den 4. Preis errang.

Vornotizen.

Tageskalender für Mittwoch: Stadttheater. 7> - Uhr, Haaß-Berkow-Spiele. Lichtspielhaus, wie aeftern. Lichtspiele. Selters- toeg, ..Das Rattenloch" undKarlchen auf der Walze".

Aus dem Stadttheater- bureau. Am Mittwoch den 6. Juli findet ein Gastspiel statt, das sicher auf Tell- nahme der weitesten Kreise rechnen darf. SS ist ein Gastspiel des Mainzer Stadt- t h e a t e r s mit Oskar Strauß' neuer Operette ..Der letzte Walzer". Das Werf wird in Mainz in vorzüglicher Darstellung gegeben, und die Gießener Aufführung bringt die erste Mainzer Besetzung. Die Mainzer Operette steht zur Zeit künstlerisch sehr hoch, da das Mainzer Stadttheater ja aus nationalen Grün­den sowohl vom Reich wie von Hessen größere Subvention bezieht. Es wird aus diesem Grund interessieren, nach den Darmstädter Opern auch einmal ein Gastspiel des Mainzer ^tadttheaters hier zu haben. Bestellungen möge man im Briefkasten des StadttheaterS niederlegen.

Ueber ..Die gegenwärtige hessi­sche Schulpolitik und den Gedanken de« Fortschritts auf dem Gebiete de« hessischen Bolls- schulwesens" wird nächsten Samstag im Hotel Großherzog Landtagsabgeordneter Professor Dr Diehl-Friedberg, Mitglied des Schulausschusses sprechen. Siehe Anzeige.

Dem Verein für das Deutsch- tum im Ausland (Ortsgruppe Gießeni ist es gelungen, für seine Festveranstaltung am 16. 3uli die Beteiligung mehrerer Gießener Vereine zu gewinnen. Da von dem Reinertrag deS Abends ein Teil ben schwer bedrängten Oberschle- Hern, und ein anderer Teil ver Rückwanderer- Hilfe für die durch ben Krieg schwer Heimgesuch- len früheren Auslanbbeutschen zugeführt werden k II, ist der Veranstaltung möglichst Zahlreicher Besuch zu wünschen. Räheres über daS Programm wirb noch bekanntgegeben werben.

Landkreis Gießen.

a. Alten-Buseck. 27. Juni. Der Er­satz unserer beiden größeren während des Krie­ges abgelieferten Glocken ist durch Beschluß des Orts° und Kirchenvorstandes der Hof­glockengießerei Franz Schilling Söhne, Apolda übertragen worden, derselben Firma, die auch der benachbarten evangelischen Gemeinde Großen-Buseck ein sehr schönes Geläute ge­liefert hat. Die größere der beiden neuen Glocken wird dem Gedächtnis der aus unserer Gemeinde im Weltkriege Gefallenen ge­widmet sein. Erlöst wurden seinerzeit beim Verkauf der alten Bronzeglocken 3499 Mk. Die beiden neuen Glocken, ungefähr von der­selben Größe, kommen auf 60 000 Mk. Die HauSsamnllung für die H e s s. K t n d e rhilfe ergab hier den Betrag von 310.50 Mk.. dazu kamen noch 30 Mk. einer am 19. d. M. er­hobenen Kirchenkollekte.

Kreis Büdingen.

)( Liß berg. 28. Juni. Am Samstag- morgen fand ein Fräulein aus Ortenberg beim Holzlesen in unserem Wald eine am Baume hängende männliche Leiche vor. Amts­gericht und Kreisarzt, die herbetgerufen wur­den, stellten fest, daß es sich um einen Gold- arbciter aus Offenbach handelte, der seinem Leben durch Erhängen ein Ende gemacht hatte. Zwei Tage vorher war der Mann verschiedentlich gesehen worden, er war aus ter Suche nach Arbeit. Arbeitslosigkeit und Ehezwtsttgkeiten scheinen ihn in den Tod ge­trieben zu haben. Seine Leiche soll hier be­graben werden.

Kreis Lauterbach.

fpb. Lauterbach, 28. Juni. Eine Firma veranschlagte den Bau des Ortsnetze« einer Kreisgemeinbe auf 350 000 Mk Der Gemeinde war bieser Voranschlag zu hoch, unb sie beschloß, ben Dau des Ortsnetzes in öffentlichem Wett­bewerb auszuschreiben. Zu ben Bewerbern ge­hörte auch wieder die Firma, die zuerst 350 000 Mark gefordert hatte. Diesmal war daS Ge­schäft mit 160 000 Mk. zufrieden und erhielt den Zuschlag. Die kluge Gemeinde aber hatte 190000 Mark gespart.

Kreis Friedberg.

fb. Bab-Rauheim, 28. Juni. Wenn männliche Gefangene ihren Transporteuren ent­springen, so ist bat keine Seltenheit. Hier kam es aber vor, baß ein junges Mäbchen unter Anwenbung gefährlichster Kniffe seinem Trans­porteur au Stückte. Es handelt sich um bat wiederholt wegen Diebstahls vorbestrafte Dienst­mädchen Luise Heeb aus LudwigShasen

Starkenburg und Rheinhessen.

Scheußliche Gewalttat.

rm. Darm st ab t, 29. Juni. Eine hier zu Besuch weilende 72jährige Frau au« Mainz hatte ttch am Sonntag vormittag zur Erkebigung von Geschäften nach Griesheim begeben Auf dem Rachhaufcwege wurde die Frau unweit de« Waldfriedhofe«, als sie bereit« die Grenze über­schritten hatte, von einem farbigen Fran­zose n rücklings überfallen unb trotz energischer Gegenwehr in ben Walb geschleppt, wo sie der Rohling vorgewaltigte. Auf Hilferufe der Lieberfallenen brohte bet Rohling mit Erwürgen unb der blanken Waffe. Der Vorfall ereignete sich mittags zwischen 12 und 1 116c.

"* Kurze Rachrichten au« Hessen unb denRachbarstaaten. Wegen bet schlechten Aussichten für bie diesjährige Heu­ernte wurden bei HeugraSverfteigerungen In der ilmgegenb von Schotten ungewöhnlich hohe Preise erzielt. Der Zentner Heu stellt sich, 2lr- beitSlöhne nicht eingerechnet, auf der Wiese auf 60-70 Mk. - In SichelSdorf starben btefer Tage bie beiden Veteranen Ioh. Emmel (1866 unb 1870/71) und Karl Mitze (1870/71). Der Schweinerotlauf, der im letzten Sommer große Verheerungen unter den Schweinebeständen de«

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