Zweiter Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Samstag, 29. Januar (92f
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Morgen Samstag 12 Uhr: Mietssteuer, Wot* und Ergän;ungretat, Interpellationen und Wehr- gesetz. — Schluß nach l/i9 Uhr.
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und woher sie kommt. Okm» als imnt man sitzt, nne ich vor kurzem noch qesesfm batte, und aus dte Sckritte eines Unbetoirntrn draußen un Gange lauscht . . .
Ick machte mich von diesem Gedanken fm, nahm meinen Freund unter bat Arm und fing langsam mit ihm *bie Treppe hinab, während tck über allerlei nebensächliche Ti"-ge viauder'e. Ick ordnete meine Rechnung im Bureau der LetelS uTtb inzwischen ging er hi naus, um nach dem Pierh zu sehen, mal jedoch schon kurz daraus cnAer an.
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in dte meine nahm. „Ich tennc es sehr wohl, und ick sehe auch, daß du unglücklich bist. Und deshalb reise ick heute abend mit dir!"
Gr drückte meine £xnti> und bedankte sich Gr drückte meine Land ein zweites Mal und bedankte sich neuerdings, und allmählich stiegen wrrk- lick geimbc Zweifel in mir aut, ob er meinen Namen nur rein zufällig aus der Loteltatel drunten geleint hätte-- Sollte das Ganze nickr etwa nur eine von vornherein abgekartete Sache sein, und war er nickt tnellntft überhaupt nur in bie Stadt gekommen, um mich aut sein Gut hinauszuholen? Gr hakte es ja von irgendwoher erfahren können, daß ick mich hier für einige Zeit niedergelaslen hatte, ja, er batte es sogar aus der Presse erleben können Gleichviel, dos stand fest: er hat irgend etwis auf dem Lerzen, und was auch daraus entstehen mochte, ich war fest entschlossen, leine Bitte zu erfüllen und ihm aut das Gut hinaus zu folgen.
Nun aber gesckah etwas ganz Eigenartiges, das mich noch in der Ueberzeugung bestärkte, daß mein Freund stark nervös sein mußte.
Ick sagte zu ihm, wir könnten ja zulammen bmurtergeben und während ick im Bureau des £otele meine Rechnung bezahlte, könne er io einmal nack dem Pferd sehen. Er war enwerfianten, und ich öffnete die Tür zum Gang hinaus und ließ rfm vorangehen. Kaum hatte er einige Schritte in der Dunkelheit getan, als er gegen mick zu rückdrän gl r.
„SaCo?" rin er.
„Nann?" fragte ich. ,^8as ist beim da los^
„Oh, nichts weiter," antwortete er etwas verlegen. ,Zch wußte nur nicht, daß der @kmg )o gen* Md 0U budti [ein Pnutr .. i
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„Nun, das ist ja nur eine Ausrede. Ich will natürlich nickt in dick bringen, aber dein ganzes Gebaren madjt auf mich einen so merkwürdigen Eindruck, daß mir scheint, du hättest trgaibem Geheimnis vor mir, das dich bedrückt . . .?"
Er machte neueckings Mühe, ousKustehen. „Ja, mm werde ich aber wirklich gehen müllen!" sagte er. Und kurz daraus zögernd: „Uebrigens könntest du mir einen sehr großen Dienst ermeiien . .
„Nämlich . . .?"
„Indem du jetzt mit mir fährst und einige Zeit bei uns draußen auf dem Gut bleibst . . "
Dieser Vorschlag kam so unerwartet, daß ich unwillkürlich laut auflacken mußte.
„Tu sollst em prächtiges Zimmer haben, niemand wird dich m deiner Ruhe stören oder dich sonstwie beanspruchen, und du wirst in jeder Beziehung leben, wie ein Prinz . . ."
Er packte mich beim Arm.
„Also entschließe dich!" bat er. „Oder meinst du nicht, daß du draußen bei uns schließlich ebenlo gut wirst arbeiten können, wie hier in bieiem Hotelzimmer ?“
Ich backte entert AugenAicr nach. Ich dachte en die Mißstimmung, in der ich mich b;c ganzen Letzten Tage befunden hatte, und ich wuß.e. daß ick nichts als Veränderung brauchte, um wieder tote vordem mit meiner Arbeit vorwärts zu kom- •men. Sollte ich womöglich einschlagen? Aber cs lte sich auch noch um etwas anderes, denn ick taä äeftün®teÄ Muchweishare Gejühl, dah
Im Gang war es wirklich sehr dunkel. Tic Zimmermädchen mußten vergessen (xtbtn, das eiet* irisch Licht an zudrehen: es war, als stecke man nt einem stockdunklen Sack, und während ich nach dem Kontakt tastete, stand ment Freund unbeweglich im Dunkel irgendwo in der NLHe der Tür.
Als das Licht endlich auf flammte und bis nt bie fernsten Winkel des Ganges drang, war tS mir euren Augenblick, als habe mein Freund erleichtert ausgeatmet, aber ich konnte mich ja auch geirrt haben, i eben falls hatte ich bis dahin nickt gewußt, das er sich nach der Art kleiner Kinder un Tun fehl fürchtete.
Warum aber hatte dann aus dem ,L>allo", mit dem er in das Zimmer zurückgewichen wir, eine so ganz und gar eigentümliche Angst geklungen? Es war ganz, als hätte er im Dunkel des Ganges irgend etwa- gesehen, das ihn erschreckt hatte, und ick mußte unwillkürlich wieder an seine Redewendung von dem Vorausahnen einer Gefahr z irück-
schn Ausführungen zu antworten. (Zuruf des Abg. Kuhnt: U-Boot-Derbrechr!)
Das Geheimnis des Alten
Roman von Sven Elveftad.
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derartigen Zustand im deutschen R ichslag für möglich gehalten. Ws deutscher Mann er es unter seiner Würde, aus die Kuhnt-
Fridtjof irgend etwas vor mir verbarg, daß er m der Zwischenzeit, in der wir uns nickt gesehen, etwas erlebt hatte, mit dem er mir gegenüber absolut nicht heraus wollte. ,
Tie merkwürdigen Redewendungen über seinen Vater und das Gut, die Unruhe, von der er sich, seiner Behauptung noch, nicht freimachen konnte, und die Veränderung in seinem knisteren, alles das zusammen genommen sagte mir, daß ich vielleicht irgend etwas Besonderes erleben werde, wenn ick mit ihm fahren würde. _ ,
„Also gut," ragte ich, „dann will ick eben mitfahren. Aber, firb mal, ich möchte euch anderseits auch nicht zur Last fallen . .
„Was für ein Unsinn! Im Gegenteil: du erweist mir ja einen großen Dienst! Du tannfi dir gar nicht vor stellen, wie furchtbar einsam ich bin und wie mich der Gedanke freut, endlich wieder einmal ein anderes Gesicht um mich zu haben/
„Einsam . . .," wiederholte ick. „Die mett- nrütbig! Wie kann man denn überhaupt aut einem so großen Gute em am sein?" ,
„Nun," antwortete er, t vielleicht ist es nickt einmal allein das Eirsamkeitsgefübl, vielleicht ist es «"ick noch etwas anderes. x>rt du. zum Beispiel, sckan einmal das ganz bestimmte Gefühl gehabt, daß irgendeine große Gefahr, bie du einst- weiten noch nickt kennst, gegen dich im Anzuge ist i Tu weißt nickt, welcher Art sie ist und woher sie kommt, und du fürchtest sie doch und hast Tag und Nackt keine Ruhe vor ihr. Kennst du das Gefühl nicht?"
Ich antwortete nicht, sondern rah um nur schweigend an.
„Tu kennst es also nicht!" sagte er leise.
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Deutscher Ucicbstag.
Berlin, 28. ZarnZar 1921. Wwfwarn?*1 ^'aart°lrtnunt® zunächst flrirx
der Abgg. Erkelcnz- nxxm der widerrechlchen rrokung des Landrats von Neuß Freiherrn txm aTf kiS? gchl Ministreialdioektor
?'«alb dvi Tatbestand zu Fvcherr von Lünmk ist.tofott, verhaftet worden. In brr Ben:fungs-
onoten Festung verurteilt wordm Nutstbefvlgung belgifdxr Befehle y”1’ «^^brlufen die Rhein,
IffrtMjommiffton. Demgegenüler ist bentfdxrfeiid LHl^fSI,Lh?tbcn' ba,’T txm Lünmk sich stets höflich benommen bat und bafj er bie Ansicht alS ob die deutschen Beamien nicht s-ndlings sich den Bef h en der Rh i ilandSkom" iss« i ; i rüget hätten, für berechtig ansebe Un - Protest ist leider erfolglos geblieben Dir haben g gen dir Auffassung, daß unsere Beamte zu willenlosen Werkzeugen her Besatzungslehörden gcnrackt werden können, miss Neue Protest erhoben und legen der Sacke große Bedeutung bei.
ToS Verfahren gegen den Abg Thomas llkvnnnuttist'i wird gemäß dem Anttage des Aus- zckiusseS eingestellt.
Präsident L ö b e entwickelt sodann, genützt auf den Vorschlag des Aelteüenrates. das Arbeitspro «ramm der nächsten Tage und bittet dir Redner, fick auf eine dreioiertelstündige Redezeit ju be- schränken
Abg Geher dhmtm.) pwtestvrt g^gen diese $rixrh>.iIti(Timg und verlangt unter großer Unruhe deS Hauses die Einhaltung des geschästsordnungs- mäßigen Weges.
Präsident Löbe wiederholt, daß eS sich nur um einen Wunsch deS Aeltestenrates handle.
In der Weiterberatung des vvtreSrtats protestiert Abg. Brüninghaus (T. Vpt? zunächst gegen den Abg. Schöp'lin und den sozial- demokvotisck>en Antrag Radbntch, bedauert, baß bie kteereS- und Marineetats gleich zusammengelegt worden sind und geht bann auf Einzelheiten ein. Auch ihm habe angesichts der Meh-kvsten des Reiches dos Herz geblutet. Aber ein kleines Unternehmen arbeite mit denselben Unkosten wie ein größeres. Seine Partei habe mit Rücksicht hierauf beantvagt, die Sch'ußsumrne des Etats um 30 Millionen zu erhöhen. Ter Redner verlangt energische Maßnahmen zur Befreiung der beutfefrn Äriegs- ge rangen en in Avignon. Ter Redner dankt dem fckHvebischen Volke für bie herzliche und taktvolle Aufnahme, die nufere Schiffe dort bei einem Besuch in ssarlskro-a empfangen hätten und stellt fest, daß wie in storlSkrona, so auch überall im Auslande bie Teutsckien an her alten schwarz-weiß-roten Falme fest hielten. Zu Lande Schwarz-rot-gold, zu Wasser Sck»vorz-weiß-rot, bas sei so recht dos Sinnbild der inneren Zerrissenheit Teutschlands. Im Etat stehen die letzten Reste unserer Verwaltung von ffiautfrfmi. Tas gibt mir Anlaß, bet Tapferen, bie unsere Ehre in Ostafien verteidigt haben, mit Tankbarkeit zu gebenden. (Bravv3
Rkichstvchnninister Gtßlsr:
Durch den Friedensvertrag von Versailles haben wir unsere Souveränität in militärifdxm Angelegenheiten verloren. Wir fassen dieses Diktat als eine Ausnahmel'estimmung für das Teutschturn auf und halten ein folcktes Ausnohrnerecht auf bie Tauer für ausgeschlossen. (Sehr richtig ) Den Webanfen der WeltadrÜflung würden wir sehr beqrüfcen Um uns herum sehen wir ein wahres fieberhaftes Wettrüsten Sehr wahr) Tas uns aufgezwungene iöeeresbudget ist für Teutfchfand nicht angemessen. Wir brauch n ein Milizsystem mit kurzer Dienstzeit. De Deeresstärke von LOO OOO Mairn reicht bei weitern nicht aus Wir bemühen uns, das Tiftat buvcknuführen. Bei der Aullösung der Freikorps haben uns die Führer der Arbeiterschaft in dankenswerter Weise geholfen, die Guflafteuen im Wirt- -schaftsleben unterzubringen. Tic Reichswihr soll den Bürgerkrieg nicht niederschlagen, lonfrrm fte soll ihn verhindern. Ich halte es nicht für richtig, bei allen Ruhestörungen und Streiks gleich die Reichswehr henanmieb*n. Sie hat andere Aufgaben. Tie Disziplin hat sich wesent.'ich gebessert. Wenn die G itwasttu-gss-aie lehimgslvS gelöst worden ist, so ist das dem loyalen Verholten unserer Offiziere und Mannfckra'ten und der loteten Mitarbeit geeigneter militärischer und amtlicher Ra'g ber zu danken. Mein Grundsatz ist: Ter Friedensverttag mutz tonal burchgeführt werben. Jeder Angrnst aui die Verfassung ist ein Berhrecken am Volke und am Leer (Unruhe aus der äußersten sinken.) An der Ausrechterholtung der unbedingten Disziplin im Leere muß sest- gehallen werben. Tie sachlichen Kosten sinb enorm gewachsen, vor allem durch die ungeheure Preissteigerung der Pferde. Tie Leeresan^hö r.en &?*
Klrcbc «nd Schule.
b. Ober la iS, 27. Jten. Im Jahre 1Ü?O wurden in unserem Zk i r ch s p t e » (Den Orten Oberlais und Glashütten) 16 Paare getraut, 23 Binder getauft, 20 Einder konfirmtert und 17 Gemelndegtieder beertnat An Gaben für V nrrne und Anstalten evangelisch-christlicher Mubeätctig«* keil gingen ein 587 — Mk Tie allgemein erbo- benen stirckenkollekten erboachten Dte Gesamt umme von 796 Mk, die Opfer und Gaben für Ke Orts- armen 383 Mk. Dazu kommen noch sonstige frei* willige Leistungen für kirchliche Zwecke nn Bo- trage von 1522 Mk. Tie Otelamtiumme aller dieser Gaben ergibt die stattliche Summe von 3288 Mk , das macht auf den Kop, der toeböL* lerung 3,14 Mk.
-i-Ortenberg, 28. Ian. Im Jahre 1920 wurden in hiesiger engL Gemeinde 16 ''Ikiare getraut, 23 Kinder getauft. 23 Zfinder koniiriniert, 8 beerdigt, bet Lkirchenbesuch der Erwichienen betrug 28 Prozent, der Abend mahl besuch 63 Prozent, an milden Gaben für Vereine und Anstalten gingen em 4919 Mk., an allgemeinen Slicdjentoilet* teil 626 Mk„ an sonstigen Gaben für kirchllhe Zwecke 4017 Mk, zusammen 9762 Mk ober 16 Mk. aus den'Kops der erwachsenen Beoölkerung.
-4- Kirch-GSns, 29. Jan. Nachdem in 1920 durch den Gemeinderat ein neues Geläute für bie Kirche beschafft worden war, soll nunmehr bie Kirche in ihrem Inneren neuhergestellt werden.
□ Pohl-Göns, 29. Jan. Das durch Neuwahl sdes Bürgermeisters erledigte Amt eines Vorsitzenden des Schulvorstandes wurde durch die Behörde dem dienstältesten Lehrer, Lterrn Wenzel, übertragen.
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Abg. Ku nster (USP ): Auch unter der Republik herrscht noch der alte Kasernenton. Dos Öeer ist nach wie vor ein Instrument des Kapi» talismus. Deshalb ist es verständlich, daß die bürgerlichen Parteien an ihren öoercSiorbeningen festhalten. Auch die Sozialdemokraten sind zu Bewilligungen bereit. (Die Sozialdemokraten hatten inzwischen sämtlich den Saal verlassen. Die Reichswehr ist noch innen wie nach außen überflüssig. Die geforderten Mitte! sind eine Verschwendung. Der Redner kritisiert sodann die einzelnen Etatspositionen, bemängelt die zu große Zahl der Pferde, die zu Kinoaufnahmen vermietet würden und den Droschkenbeßtzern Konkurrenz machen und wlll beim Nachrichtenbureau den Posten von vier Millionen Mk. für besondere Zwecke gestrichen wissen Die Musiker sind größtenteils überflüssig, desgleichen Feldvröpste und Mili- tärpsarrer. Auch die 5 Millionen für Sportbekleidung sind ein Nonsens. Redner verlangt die Freigabe von Kasernen zu Wohnzwecken. Die Anordnungen des Ministers wegen der ©oIbatenbünhe werden von den Offizieren nicht beachtet. Wassien und Munition, die zur Vernichtung bestimmt waren, werden von den Reichsloehroffizieren versteckt. Unsere Aufgabe wird es sein, die Reichswehrsoldaten auf iu Hären.
Abg. Tr. Haas (Tem.1: Wenn unsere Reichswehr auch nicht im Großen mittun kann, so brauchen wir doch ein Heer, um wenigstens im Osten gerüstet zu sein. Deshalb bewilligen mir auch die kleinen Kreuzer. Wir wollen damit nicht den Widerstand gegen Frankreich und England stärken. Wir wollen nur Mannschaften ausbilden, um eventuell, wenn ein kleiner Staat aus irgend einem Grunde uns überfallen sollte, uns wehren zu können. Leer und Marine wollen wir deshalb als eine Art Sckule betrachten, um gerüstet zu sein, wenn sich die Verhältnisse einstmals ändern sollten. Jede Leeresorganisation muß sich nach bestimmten GesickUs-
fiagen fick über mangelhafte llnterbri igu-’g. Sie berufen sich aut Ur früher g.-ma.tiie i V.rv e- chui.gen. Tie verheioa rte.i Lee esa ge-örign und besoiLevs übel b ei u j> oul ach vo.i ihren Familien getrennt. Ttitd) die leniiLibue Dezei- tralüimr g werden nxr Beisein g tdxi. e.i täuru-n. Taj Sirhri4>gtbi.t der Miitarver.Gattung it» ban hi der Unterbriugungsl agc iukd dr testen Llbgrenzung Ich wundere m ch. bau b-T Abg. Schovilm bie ^rage der Ach dihLte z.i einer Frage der Republik ober Mo> archie g.mmcht h.t In Preußen hat die Sipo immer Ach dstüete getagt. Lmd bie Achtelstücte in Preußen vielleicht rum» bli'anftch und im Reich mo-iacchi ckjch'c (öeüerfdt.) Ten Mili.ärtopdien tonn man un.nög ich jebu außerdier.stiickx Spielen verbieten. T<e Voige etzten tollen nkftt Gehör am netto igen, weim sie nmhrer» tert» selbst äußeni, daß sie die G.hortamsp.tickt nicht achten. (Rufe bei den Sozialdemokraten: So wird es aber gemacht.) Nein, die Zwischensä.le werden immer geringer und,sie werden ganz aufhören.
Abg. Adolf ix)ffmamt ruft dazwiichen: Ta sind Sie wieder id>3n eingewick.lt roorbei öviterfeit.i Die Sozialdemvkvatte, dir selbst Aftttung vor den republikanischen SIbs<ndxn verlangt habe, sollte bedenken, daß auch der 'bürgerlich.' We-Hrminiftel ein republikanisches Abzrickrcn ist, und daß er Respekt verlangen muß. Dem wird aber entgegen» gearbeitet durch die Aufbauschung und Entslellung aller miMtfuljen harmlosen Vorgänge General von Lülsen i|t kein Kapvist Er sollte sogar von der Kappiegierung verhaftet werden Das Streikverbot hat er beim llapputsch auf Anordnung der Reicks reg'erung erlassen (Zwischenruf des Abg. Adolf Lvsftmmn: Tie Regierung -hatte doch selbst zum Streik autoeforbert. Der 2lbg. Soff mann mutz m dieser Zeit g-scktorcn Ixrlten. Jrn ü<xf* fläbter Lager ist die Siedlungsiätigkeit kcineSwegs durch das Ein schiessen einiger Geichütze gestört worden Ich haoe bisher nur den Frontbund deS Laupttmum Pfeffer verboten, denn ich halte einen Mann immer für ftuchtverdächig, der sich monatelang der FesMahme entzoktz'n Hut. (©ehr richtig.) Gegen den Witticktafisierband der Berufssoldaten habe ich erst dann etnwd unternommen, als ich von ihm in meinem Lause bespitzelt Wirde (Lört, hört.) Das ging denn doch gegen die Staatsautorität. Ich verbiete aber mdü den Bund, sondern nur gewisse Landlungen. Wenn ich einen Bund verbiete, würde ich alle verbieten, aud) den deutschen Wirtsck-aftsbund. Tie linksradikljlen Bestrebungen gehen auf die Wiedereinrichtung der alten Soldalenräte und Absetzung der Offiziere. Es ist eine durchaus falsche Ansicht, daß meine Befehle von den höheren Offt- zieren nicht beachtet würden. Es ist eine elende Verleumdung, daß Lerr v. Seeckt, eine telephonisch Aufforderung, zu mir au kommen, abgelehnt haben soll. Ich bin ein Feind der gesellschaftlichen Vorurteile. Aber diese Vorurteile sind nicht eine ftranfbeit des Offizierskorps, sondern eine Volks- krankbeit. Bei gutem Willen wird es gelingen, bie Kluft yvtxnai Volk und Leer cruszufüllen.
punkten entwickeln. Die Stellung der Offiziere muß gesichert fein, nv es auch ui der Roten Garde der Fall ist. tLher tikim nnr von dem Oriijier Anpassung an unsere Anschauungen verlangen, müssen wir auch seinen Anschiuunqen gerecht |u werden bemüht sein Dir mühen irrtongen, daß der Cifi- iier die Regierung orrteüngt, die der VolkLwille eingesetzt Hai. Temonftratinnen gegen di se Regierung darf ein Offizier unter keinen Umsiönden mit- machen. Tiefe Fvroerung richten nr.r au > an die Rechte. Tie Reick^nxchr soll sich von jeder politisch n Betätigung senrhalten. Dir lönnen vor. feinem Offizier erlangen, daß er seine mvnorchrsche Gesinnung ab legt Aber wir wollen auch nicht, daß einem republikanisch gesinnten Offiz er Schwierig- lei.en bereuet wttven Daß die Onijiert Wen auf oie Dieder.inführung der Lct^s.lsiücke legen, ist für uns kein Anlaß, dagegen au iutueten. Wir erklären den Wunsch für vrsiäiidlich und berechtigt Das Abreißen der Lick sei stücke chrt das Ehr-teiüh! der Offiziere auf das Sckrverste gekräntt Dir siech ihnen diese Genugtuung fdjutoin. Es muß cing.’fdjntten itKTbcn, wenn Brutalität sich gegen Wehrlose nin- L>et. Selbst Verbrecher nrürthii nick: nkißhandelt, sondern müssen ihrem Rickiter zugeführl werden Redner schließt mit dem Wunsche, daß die Kluft zwischen Reichswehr und Arbeiterschaft sich nicht verbreitere. (Bravo )
Abg. T äu m t g (titomm.): Meine Partei steht in schariem Gegensav zu dem mritalim dien Staat >- fhstem, auch zu dem der demokratisch n Republik. Taium lehnen wir den Etat ab, beionders aoer den Leeresctat. Tic Schwindelliachrichten über die Rote Armee werden nur sabriziert, um ein Druckmittel der En.ente gegenüber zu Haban. (Rufe rechts: Tas sagt ein Deutscher!)
Abg. Emminger (Bayr. Volksp.): Ich bedauere, daß das Wehrg.-s.-tz und das Bersorgungs- gesetz nicht schneller erledigt worden lind. Tie ichwierige Aufgabe der Loeresverminderung ist in anerkennenswerter Wese bewältigt toorden. Etwaige Lärten für die Oftiziere und Mannschaften müisen dabei ausgeglichm werden. Wenn das Instrument der Reichswehr untmrglich gemacht werten sollte, so wäre das eine Sparsamst am salsckxn Platze. Man habe weder ein Berufsheer noch ein Beamtenheer.
Damit scküießt die allgemeine Aussprache. Als Präsident Löbe den Etat zur Abstimmung bringen will, bejroeifelt Abg. Koenen (Komm.) die Beschlußfähigkeit des Laufes. Das Bu-teau schließt sich dem Zweifel an. Prä ident LLbc schließt die Sitzung und beraumt die nächste Sitzung auf 5 Minuten später an.
Präsident Höbe eröffnet die 60. Sitzung des Laufes abends um 7 Uhr. Tas Daus fetzt die Beratung des LeereSetats beim Kapitel Manne fort.
Abg. Kuhnt (USP.) stellt den Antrag aui Vertagung. Ter Laut der Verhandlungen habe gezeigt, daß kern Interesse dafür bestehe
Ter Anf ai findet nickrt die enoiderttche Unterstützung kSckiallende Letterkei^.,
rDer Ausschuß hat 1 öiyubmiral, 2 Konter- ahmiräle, 4 Kapitäne zur See und 5 Korvettenkapitäne gestrichen und 8 Kapitänleutnants sonne 1 KapitänleutnMtt (Ingenieurj und 40 Oberleutnants neu erng-fefot Drei Stabs zahlmeister find abgesetzt, desgleichen ein Generalarzt und 2 G - neraloberärzte. Dafür treten ein Oberstabsarzt und 2 Stabsärzte hinzu. Außerdem 'ind 3 Jnten- hanturräte neu ern^esetzt Ein Ant ag sämtlicker bürgerlichen Parteien will den Ausschußantrag etwas abändern.
Abg Giebel (Soz.) erflärt, besondervsVertrauen habe ferrte Paner -ur Marine nicht Das Reickswehrmmisterium nrüsse für eine größere De mokratislerung des Offizierkorps sorgen Der alte Geist habe sich besonders in den Koprstagen gezeigt. Die Marineofsi-zrere haben damals tnrimal das Vaterland ve raten, bevor noch der nrrmarchislisckx Lahn zweimal krähte Das 23ertrauen kann nur wiederkehnen, wenn mehr Leute aus dem Mann- sckastssrande Offi-ieve werden. Das Geld für den nutzlosen kleinen Kvebr karrn ben Erwerbslosen zugute kommen. Dir wollen nickt aus Umweaen weder zu einer statt licken Marine gelangen. Der Redner verlm-gt Ausnutzung der .Marinewerften in kaufmännischem Geiste für fßriDn tauf träge und eventuell ZuiMnmeickegung der beiden 2Berften. Der Redner bcgiünbet bann im Antrag Müller- kranken über bte Emsührung der kaufmärmischen Buckführung.
ReickSmrnister Dr. Geßker bemerkt, daß nach dem Kavp-Putich alle Marineoffiziere in Berlin abgesetzt wurden. Die Ueberführung der Gesin- nungstückt'gkeit habe leider zu unhaltbaren Zuständen geführt. Ich habe sowohl Unteroffijtere wie namentlich jüngere Offiziere entlassen Die Osf-ziere müssen entweder auf dem Boden der Verfassung stehen, ober als anständige Menschen ihren Abschied nehmen. Kiek und WclHelmsbaven firn ja leider schwer gettoff en, was im Raume der Möglichkeit liegt, soll für beide geschehen
Sw.nemünbe und Pillau sinb angettchts der Los^ tnnmmg Ostpreußens vom Reiche fetzt mubnger geworben und noch mehr können wir unieve fleine Manne nicht verteilen. 10 Pro» brr Cfiliiere finb b^rerts aus dem Mannschaf.sstande bervorgeganwr unb wir werben auf diesem Wege fvrtichrer.en. Er- wrdcrlich ift aber, bau die betreffenden Leute di: Offiztersiwulen besuchen und bte tedmiuben ScrnitniHc besitzen. Der Besuch her Cffuier-5- schailen bari aber nicht auf drei bis vier Wochen beschränkt bleiben, wie bas vielfach üblich ist. sondern der Besuch muß auf mn«.betens 6 Monate ausgedehnt werben. Der kleine Kreuzer ist doch wirklich eine beicbeibmr Forderung Unsere Schiffe sind alle veraltet. Wir müssen doch mindestens einen Fleinen Kreuzer Haden zum Schutze unterer Ausländsdeutschen. Der Schaltung einet neuen Flotte ftdit sckon der Vertrag von ^rfaiile» entgegen Die Anregung bezüglich der la ui m an» mschen Buchführung berührt mich svmpatdtsch
üba Kuhnt (USP.) protestiert auf» neue gegen die Beratung dtest's zweckloiett Etattttels Tic Marineoffiziere seien stets pr Lerd bei Reaktion gewesen Sic waren mit ihiern Ti. ritz die üriegstieiber AIS der Präsident den Redner durch ein Glockrurzeickvn darauf aufmerksam modit, kaß die 45 Mllmten halb Deritrulxn sind, wird brr Redner von £ebdxmr aufg?forb.Tt, in feintt Rede sortzufahren Der Redner fährt fort: Meine Eindrücke von linieren früheren Sckntzgeb eim recht- fertigen in keiner Weist' das Loblick, bas der^llrg. BmniiralrauS gesungen hol. (Zuruf rechts: Das liegt an ber Auftrahmesähigkerl. > Nein, bas Ist-gt am Charakter Wahrend ber weiteren Ausführungen des Rckners verlassen fänttlidte Rcaie- tuihiäoertreter den Saal, gleickt^nttg viele Mitglieder der Reckuen Die übertretet der '?Dmrirali# tat unb bie fDiiiglicber her Rechten er sch inen wieher tm Saale, als ber Abg Oberfehren (D.- Natltt das Wott ergreift. Er sühn aud, wer über ^ie Person des Vorredners etwas näheres nn sen wolle, der lese bad Buch des „tosialbemofratudiat Lberpiajidenten Nosbe" Der ordnete Mulmt trage einen groben Teil der Schuld an den Niedergang unserer- ftlotte. (Zuruf links: Cbcrlebnrt* Weisheit.' Was wir von unserer Flotte habens müssen wir unter allen Umständen ei hallen, kenn wir können auf die übocersichscn 83eibinbuiigtte nickst verzichten.
Als letzter Redner ergreift Abg Brüning- Haus (B. Vpt.^ das Wott Er erlläne, er hätte
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