Turnen, Sport und Spiel.
— Die Delegiertenversammlung der deutschen Rennpeceine trat am oiti* tag im Union-Äüib in 'Berlin zusammen, um in der Hauptsache die nächstjährigen Henn- termine fesriuseyen Den zahlreiche,. Anträgen auf Erhöhung der Renntage tonnte nicht entsprochen Verden, da die Regi rung geg^n eine Ausdehnung des Rcnnoctr.e.e^ Ötcllu ;.i geno - men txiite. Die neue Rennzeit eröffnet am 29. ML» RcgenSburg. De: März bleib . ' die Trabrennen, deren Termine noch nicht vorliegen, völlig frei. ES folgen am 1. Avril Maqde- burg und am 2. Avril Dortmund, sowie ebenfalls Magdeburg und Regensburg. Die Berli.er Rennzeit beginnt am 9. A^ril in KarlShorst. Am 30. 2U>riI erfolgt die Eröffnung der Grune- waldbahn, auf der vorläufig auch die Hopve- aartener Rennen wieder aba halten werden. StrauSberg weiht feine umgebaute Dahn am 22. Mai ein. Der Grobe Preis von 5>amburg äelangt diesmal am Pfingstsonntag. 4. Juni, Aur iutscheidung, während das Deutsche Derby am 25. 3uni in Hamburg gelaufen wird. Die grobe, über Hannover, Köln, Frankfurt a. M und Baden-Baden führende Tournee beginnt am 30. Juli in Hannover und endet im Anschluß an Daden-Daden am 1Z. September in Mannheim. Strausberg beschlieht am 12. Rovernber cas Leimjahr 1922. — AuS der Termin liste feien noch die Frankfurter Renntage hervorgehoben: 1Z., 19. und 23. April, 5. und Z. Juni, 20. und 22. August, 1. und 3. Oktober
— Die Deutschen Gislausmeisterschaften wurden vom Deutschen Gislaus- Verband dem Sport-Elub Ris eriee zur Austragung überwiesen. Die Meisterichaslen werden kurz vor der Winterspvrtwvche der Kampfsrtele die am 24. Januar beginnen, entschieden. Zum Austrag gdanaen. Kunstlaufen für Herren, Damen und '•Paarlaufen, Schnellaufen 500, 1500 und 5000 Meter, ferner SiShockeyspiele. Für Junioren sind noch Wettbewerbe im Kunstlaufen und 1570- Meter-Schnellaufen vorgesehen. Ort der Austragung ist der Rissersec bei Garmisch-Partenkirchen.
vermischtes.
<8m Streik der Schauspieler in Wien.
* Wien, 26. Rov. (Wolff.) Infolge des Gegensatzes, der zwischen den Thsaterdirektoren und Schauspielern bezug.ich der neuen For^e un- äen besteht, hat heute in Wien ein Streik der Scha usPieler eingeseyt. 3m Deutschen BolkSthealer, den Kammerspielen deS Bolks- theaterS, sowie in dem Theater an der Wien finden heute keine Aufführungen statt. Die Schauspieler verlangen Mtndestgagen von 45 0-0 Kronen.
•
* Nürnberg, 26 Rvv. (Wolff.) Gestern entstand am späten Aoend in den Fa^rikräiunen der Herkuleswerke auS unbekannter Ursache ein grober Brand. Drei Löschzüge waren vier Stunden lang tätig, ehe sie des Feuers Herr wurden. Der Gebäude- und Sachschaden ist sehr bedeutend.
* Ausgrabung eines alten Rheinschiffes. Einen me-trürtren5unb machten Arbeiter des Rheiniich-Westfälischen Elektrizitätswerkes, die bei Rheindorf Pfeller für die 100 000-Bolt-Leitung einbauen. Sie legten ein Schiff bloß, das in seiner Längsrichtung 8 Meter rniht und in seiner 'Bauart auf das Schleppen mit Seilen vom Ufer aus eingerichtet ist. Die Ausschachtungsarbeiten an dieser Stelle sind vorläufig eingestellt worden. um Sachverständigen die Besichtigung
des Fundes zu ermöglichen. Aus dem Fund ergibt sich zunächst, daß sich das Flußbett des Rheins gegen früher wesentlich verlegt hat.
• Bogelbeobachrung im Flugzeug. Die Erforschung des Vogelzuges, die zu den schwierigsten und anziehendsten Themen der Ornitholo.z'.e gehört, kann durch die Benutzung des Flugzeuges wesentlich gefördert werden. Wie W. Dunkel im „St. Hubertus" berichtet, hat der Helgoländer Bogelwarl Dr. Hugo Weigold bersch ebene solcher Bogelbeob- achtungsfahrten mit dem Flugzeug unternommen. Besonders ergebnisreich war ein Herbstflug über das Wattenmeer bei Sylt. Große Enten- und Ringeltaubenflüge, ganze Wolken von ©trän bläu fern überraschte er mit feinertt Flugzeug und konnte sich auf diese Weise Bo- gelschwärmen nähern, die vor dem Beobachter zu Wasser und zu Lande schon von weitem flieyen. Der Dogelforscher darf natürlich auf dem Flugzeug nicht immer mitten in die Schwärme hineiufliegen, well das die Bogel scheu macht, sondern das Flugzeug muß ben Vögeln in gröberer Entfernung folgen. Dabei bestehl vorläufig noch die große Schwierigkeit, daß der Flieger schneller fliegt als jeder Bogel; es mübte also erst noch das Langsamfliegen erfunden werden, ehe eine ganz genaue Beobachtung vom glug^eug aus möglich ist. Sehr wichtig wäre, wie Dr. Kurt Flvericke an regt, die Ornithologen flüge auf die Ku rische Rehrung auszudehnen, die ja die beste Gelegenheit zur Beobachtung des BogelflugeS bietet. Dort liegen die Derhältnisse auch noch günstiger als auf Helgoland, weil die Flugpost Königsberg-Memel diese wichtigste Bo- gelzugstraße Deutschlands täglich zweimal entlang fliegt. Es mühte ein Eindruck von höchstem Interesse sein, an einem guten Zugtage über die Nehrung hinzufliegen, während viele Tausende der gefieberten Lustbewvhner auf der Reise nach dem Süden begriffen sind.
* Ein weiblicher Nimrod. Aufregende Abenteuer mit wilden Tieren der indischen Dschungeln erzählt eine englische Jägerin MrS. W. W. Baillie in ihrem Buch „Tage und Nächte von Schikar". Auf einer Jagd sah sie sich, nur von einigen Eingeborenen begleitet, plötzlich in einer Entfernung von etwa 60 Metern einem gewaltigen Tiger gegenüber. „Ich feuerte,“ schreibt sie, „und er überschlug sich, kam aber dann in seine erste Stellung, als ich wieder schob. Er versuchte sich aufzurichten, und ich sah sein wettgeöff- ncteß grobes rotes Maul, worauf ich chm eine Kugel in den Kopf gab, so dab er zusammenstürzte." Das erlegte Tier war eine Tigerin, die acht Fuh acht Zoll mah, sehr fett war und einen ganz kleinen Sclloanz hatte. Der weibliche Nimrod hat auch mehrere Bären erlegt. Einer war eine Bärin, die ihre Jungen bei sich hatte. „Die kleinen Bären liefen um sie herum, brummten eine zeitlang und rannten dann in die Nhododendronbüsche. Ich gab der Mutter den Rest, und gerade bevor sie starb, wandte sie ihren Kopf, blickte verzweifelt nach ihren Jungen und öffnete ihr Maul zu einem vollkommen menschlichen Laut, der tote ein Klageschrei klang. Ich habe niemals wieder so etwas Trauriges und Bemitleidenswürdiges erlebt, und ich beschloh, künftighin keine Mutter mit Jungen mehr zu schieben.
Handel.
Darmstadt, 26. Rov In der heutigen außerordentlichen Generalversammlung der Bant für Handel und Industrie lTarmttädter Bank) wurde der mit der Rational- baut für Teutschland. Komma ndit-Driellschast auf Aktien in Berlin, am 30. Oktober abgeschlossene Vertrag genehmigt. Danach wird das Grund- lapital von 220 Mill. Mart auf 420 Mill. Man erhöht durch die Ausgabe von 133 030 auf den Inhaber lautende voll>uzahlende A t.en über je 1000 Mart mit Dividendenberechtigung ab 1. Januar 1922 und Z0 000 auf den Inhaber lautende vorläufig mit 25 Prozent einzuzahlende Aktien über je 1000 Mart, deren Dividendenberechtigung bis zur Boll^ahlung auSgeteyt bleibt unter Aus- schlub des gesetzlichen Bezugsrechts der Aktionäre. Die weitere Tagesordnung betraf die Befchlutz- faffung über die Bedingungen für die Ausgabe der jungen Attien und die notwendigen Aen- derungen der Satzungen.
5t o n ff urt a. M. 28. November.
Marknolierungerr.
Für 100 deutsche Mark wurden gezahV:
Datum: 1.7.14. 25.10. 23.11.
Zürich Fr. 125 40 1,85 1,77
Amsterdam Fl. 59.20 -.95 0,96
Kopenhagen Kr. 88.80 1,95 1,90
Prag Kr. 11780 3337
Stockholm Kr. 88.80 1,53 1,49
Wien Kr. 117.80 2297,- London Sh. 97.80 1 17 1,28
Paris Fr. 125.40 4,90 5,—
Reuyork $ 23.80 -,34 -.34
Züricher Devisenmarkt.
26» 11. 27.1f
Wechsel auf Schweizer Franken
Holland 100 Fl. - 18?.- 18 i.-
Deutschland 100 TKt = 1.75 1.82
Wien 100 Kr- = 0.17 0.16
Prag 100 Är. = 5.60 5.60
Pari» 100 Fr. — 36.10 36.45
London 1 £ - 20.88 2L02
Italien 100 L. = 21.10 21.40
Brüssel 100 Fr. * 34.55 35.35
Budapest 100 Kr. — 0.60 0475
Reuyork 100 r — 523.- 526.-
Agram 100 Kr. = 1.70 1J0
Warschau 100 Kr. = 0,15 - J6
Märkte.
]( Marburg, 2Z. Nov. während auf den letzten Wochenmärkten bei. reichlichem Angebot Gänse für 9—10 Mark das Pfund zu haben waren, wurden gestern bereits 14 Mark verlangt. Der Dutterpreis ist von 30 auf 36 Mk. gestiegen. Die Landleute erzählen, dab ihnen ic Händler aus dem Industriegebiet und aus der Frankfurter Degend noch höhere Preise bieten.
(In einem Teil der Auflage wiederholt.)
Eine DirischaftSkoafereuz geplant.
London, 26. Rov. (WTB / D<-r Berichterstatter der .Daily Ehronicle' erfährt aus zuverlässiger Quelle, dab der Gedanke einer f i • nanziellen und wirtschaftlichen Konferenz, die wahrscheinlich in London oder Paris im nächsten Jahre stattfinden soll, an Boden gewinne. Wenn die deutschen Repara- tionssummen, die in der Zwischenzeit fällig werden, bezahlt worden seien, so bestehe die Möglichkeit, dab Deutschland eingeladen werde, aus diese Konferenz Vertreter zu entsenden. Der Korrespondent berichtet außerdem, B r l a n d s Rede fei Wasser auf die Mühle der Hearst- Presse. Die Hearstpresse dürfte nicht überleben werden. Bon einflustreichm Amer.kanem toerbe oft erklärt, sie sei die einzige Poesie (n Amerika, die die Stimmung beeinflusse. — Siner anderen
Meldung des Berichterstatters zufolge schein« die amerikanischen Hceressachverstäadi- gen nicht für die Preisgabe der Gaswaffe >u sein.
Amerika für Zuziehung Deutschlands?
London. 26. Nov. <WTB.) .Daily Sf* pretz- berichtet aus Washington, Präsident Har ding habe gestern nalmutag anQebcutet, das) Deutschland vielleicht zur Adrustungs- kvnferenz vor ihrer Bertagung eingeladen werden wird. GS werde vorgeschlagen, datz R u tz l a n d ebenso eingeladen werde Dies werde angesehen als Antwori des Präsidenten Har- ding auf die Rede BriandS, der das grobe französische Heer mit der deutschen und russischen Gefabr begründet«. — Eine .Srchan«"-Meldung aus Washington besagt, datz das Weibe Haus sehr für eine Ginladung ar. Deutschland und Rußland und möglicherweise auch an andere Rationen vor Bertagung der Konferenz ein tritt, GS wird mitgeteilt, datz die letzt vertretenen Länder eS für wüirichen-weri halten, dass Deutschland and Rußland sowie auch andere Länder die Beschlüsse der Konferenz sanktionierten.
Asquith für Revision de« Friedenstxrtrags.
Newcastle. 25 Nov iWTB.) Asquith erklärte m einer Rede, die Wiederherstellung Europas sei nur möglich, wenn bm Maßnahmen getrosten würden: 1. die Revision deS Der- sailler D ertrage s. 2. btc Ammillerung der alliierten Kriegsschulden, 3. die Beseitigung bei Zollschranken.
London, 25. Nov. (WTB.s Der nationale liberale Bund nahm auf der heutigen Schlusssitzung in New Sattle eine Sntschlietzuna an. in der e» heisst, der Handel könne nicht tmeber belebt werden, bevor der Friedensvertrag abgeändert, der Freihandel wiederher gestellt unb mit den verschwenderischen Regierungsausgaben ein Ende gemacht sei
Havasmätthen über Goldverfchleppusg.
Berlin. 25. Nov iWTB.) Obwohl die kürzlich verbreitete Nachricht von Doldsunbev in deutschen nach Dä nemark ausgeführten Lokomotiven sich als ein Märchen berauben eint hat. läbt sich die Havas- agenlur letzt aus Eens melden, datz bei der schweizerischen Filiale einet ausländischen Dank ein Depots von 5 Millionen Mark in Gold aus 'Deutschland ein- getroffen sei. Die Meldung gehört ebenfalls in das Reich der Fabel, denn eine Verschiebung derartiger Geldmengen würde der Aufmerksamkeit der deutschen Behörden nicht entgangen fein. 6# ist aber einleuchtend, zu welchen Zwecken derartige Tendenznachrichten gerade gegenwärtig erfunden und verbreitet werden.
Ernahrungsfürsorge des Reiches.
Berlin, 25. Nov. (Priv.-Tel.) DaS RetchSkadtnett stellte, tote bereits gemeldet, für Zwecke der Srnährungs- fürforge für unterernährte Kinder den Be trag von 100 Millionen Mark für das laufende Etats fahr zur Verfügung. Wie die ..Deutsche Allg. Ztg." dazu erfährt, soll diese ErnädrungSfürsorge des Reiches, bei deren Durchführung auch auf die finanziell« Beteiligung der Länder gerechnet wird, vornehmlich den Kreisen der Bevölkerung zugute kommen, die von der gegentoärtigen wirtschaftlichen Not besonders betroffen werden. Die soll mit dem Kinderhilfswerk der Quäker dergestalt verbunden werden, dab die für bk Speisungen durch bk Quäker benötigten Mengen Mehl und Zucker von der deutschen Regierung weiter unentgeltlich bereitgestellt werden.
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DER.
\ DEUTSCHE
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ilBMizorPllepoiilllisiliMiLile*
Freitag, den 2. Dez. 1921, abend* H Uhr,
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Bühnenvolksbund
Vereinigung zur Theaterpflege iq christlich deutschem Volksgeist
Dienstag, den 29. November 1921, abends 8 Uhr, in der Neuen Aula der Universität:
für deutsche A rt und Kunst
Mitwirkende:
Herr Kammersänger Baust (Tenor), Berlin
Herr cand. Delp, Darmstadt
Herr Generalsekretär Gerst, Frankfurt a.M.
Für den Ortsausschuß Gießen d.B. V.B.
Frau Mendelssohn-Bartholdy.
Eintritt frei. Reservierte Plattkarten za 2 Mk. sind in der Musikalienhandlung Challier erhältlich. Mitglieder und Studenten erhalten diese Karten zu 1 Mk.
V wohlriechend
Zu haben Tn allen Colonial waren-Handlungen
Alleiniger Fabrikant:
Ab heute bl* Inkl. Donnereta<:
Carl de Vogt
W in seinem gewaltigen Sentaiiomdrama
jgl in 5 Akten
» „Der vergiftete Strom“
0 Regie: Urban Gad. — Ferner
® Kriminalkommissar Wannowski
Wh in der großen Kriminal Tragödie in 6 Akten:
• „Ein Teufelskerl“
A la Vorbereltawi: 19466c
2 HDae qpöB« RadiumgehelaenfaM,
eeaeseeieieeeeeee r Lichtspielhaus: W Bahnhofstraße 34, A
in der Xenen Aula der Unlverwltht: 3/Vortragsabend derVortragsvereinigung: Das deutsche Lied bei Schubert, Schumann,Brahms u.HugoWolf
(Vortrag mit tieeangeeinlagen)
Frau Ida Marille-Baßler, Hofopernsängerin (Sopran), Berlin Herr Eduard Mörike, 1. Kapellmeister am Deolschen Opern- bans in Berlin
Eialrlttakarten sind in der Musikalienhandlung Challh r, Neuenwecr. sum Preise von 7, 6, 5 Mk. zu haben. ■Itglleier des Bundes erhalten auf Vor- Melden der ■itgliadikarti llr sieh and Ihre nlkeren Aogehörlgea Karten an 3.50 Mark le VerverfcaaL Studentenkarten zu 3 50 Mk. beim Hausverwalter der UuirersitAt gegen Studentenausweis.
„Bomoteo Btt ooltn VellMekgimgkS im Licht« der Bibel" (2. Teil) ist das Thema, über welche« am Dienstag den 28. Koo., abends 8 Uhr, im Felsendstier, Bahnhosstrabe. gesprochen wird.
Jedermann ist freundlichst dazu eingeladen. etMM Jur Deckung der Unkosten wird 1 Mark erhoben, für Minderbemitteste nach Belieben. Redner: P. Kretz. WWMkT Dienstag 8—10 Uhr zu vert.
Schützenftr. 3
/. Dezember
Beginn neuer Tages- und Abend-Kurse
in Buchführung Korrespondenz Kaufm. Rechnen Stenographie
Maschinenschreiben tu and. Handel*/Ach. Auskunft lägt, durch die Hansa- Schule Qießen
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etgr. 1858 ÜIEpCIl Brandplafi. gegenüber öe empfiehlt


