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Montag, 28. November 1921
Siebener Anzeiger (Gen ral-Anzeiger für Gberhessen)
Rr. 279 Zweites Blatt
Gegen Preistreiberei und Wucher.
Berlin, 26 Bob <WB ) Das Bei »<• tabtneu befähle fit) in den lehren .tagen wiederhol! eingehend mit den du:- die aefe.BMi- ttge Teuerung veruriachten 2Ki’ .änben auf dem öebicte der Botfeemabrung Die Steigerung der Prelle beruht in der Hauptsache auf der Entwertung der deutschen Mart, die ihrer- feil« Wiede im wefentltchei durch bte durch den Stiebenebertttig uns aute.legtcn Neparation.'- lallen hrrb. igesuh.t ift. Der wucherischen AuS- beutung dieser Sachlage muh aber mit aller Energie ertgcgengetreien werden Sine Handhabe hier- pi bietet bte Verordnung gegen bte Preistreiberei, die im 3abre 1919 durch die Wuchergerich!sverorbnung und im Te-embcr 1920 durch ein wette res ®clen dis zur auherjitn Trense verschärft worden find Nach diesen Belt im mungen besteht die Möglich si, gegen die Wuchere und Schieber mit flr'-ngften Strafen Dor Augeben Zuchthaus und Geld,, rase in un- bektcanher Höhe. Ehrverlust. Polizeiaufllchi. Unterlegung des Handelsbelrtebs, Sinz ehung der Daren und des wucherischen Gewinns. sowie Branbmartung des Täters durch UrteileDeröfki't* Intima sind vorgesehen Auch die durudfriltung von Gegenständen des täglichen Bedarfs fallt unter diele Strafdrohungen Unabhängig vorn Strafversahie-n können Daren, die Mirüd,; halten werden, enteignet und der Allgemeinheit zu- geführ Noeiden Besondere Aufmerksamkeit erforderten die Auswüchse aus dem Kartoffel- markt Hier erlle!) der Reichsmininer für Sr- näbrung der Landwinschast kürzlich eine neue Verordnung. Danach wird der Auskauf von Star- löffeln beim Landwirie, soweit er nicht für den eigenen Bedarf erfolgt, von einer besonderen bc- hördlichen Erlaubnis abhängig gemacht Sic darf mir hinreichend sachverständigen und zuverlässigen Personen erteilt werden.
Die Aeichsregierung und die Landesregierungen haben anlafilich der gegenwärtigen Teuerungswelle die Nachgeordneten Stellen mit Nachdruck auf die Notwendigkeit der schärfsten Durchführung der Vorschulen gegen die Preistreiberei bfnaetniefen Die Erlasse der preußischen und bayerischen Negierung lind durch die Presse befarmtgegebm worden Erfahrung gern ch macht bet Anwendung der Preiswuche'.vo.schrist die Scftftdlung eines angemessenen P.ei'es Schwierigkeiten Für das Gebiet der Kartosfelversor- gung hat deshalb der Neichsminister für Ernährung und Landwirtschaft durch ein neues Aundfchreiben an die Landesregierungen die Bildung besonderer Ausschüsse auS Vertretern der Landwirtschaft, deo Handels und der Verbraucher angeregt. Diese Ausschüsse sollen unter behördlichem Vorsitz und unter Hinzuziehung von Vertretern der Strafverfolgungsbehör- den, die für die einzelnen Bezirke angemessenen Kartoffelpresse an Hand bestimmter Nichtlinien ermitteln und so den Strasverfolgungsbcbördcn die nötigen Grundlagen für ihr Einschreiten schaffen Au her dem sollen sie bei Abschluß von Lteferungsverträgen zu den von ihnen ermittelten Sreifen rnitwirken. Die Kontrolle zur Verhin- rung der verbotenen Aus fuhr wird in schärfster Weife durchgeführt Um den Schmuggel zu unterbinden, sind die kürzlichen bielKtigcn Erleichterungen für den kleinen Grenzveikehr und Ncise- verkehr aufgehoben worden. Das ReichSkabinctt wird nächsten Dienstag feine Beratung über die durch die gegenwärtige Teuerung geschaffene Lage fortsetzen.
Eine Verschärfung der Kohlennot.
Essen, 26. Nov. (Privattel.) Unter der Ueberschrist .Katastrophale Entwicklung der Kohlenlage" veröffentlicht die .Deutsche Berg- Werkszeitung" einen Artikel, in dem auf die Folgen hingewiesen wird, die sich auS der aurjer- ordentlichen Verschärfung der Kohlen- n o t ergeben haben und sich noch ergeben müssen. AuS sämtlichen Industriezweigen Haufen sich die Klagen über Kohlenmangel. Die Zementwerke und die Papierfabriken werden in der nächsten Woche ihren Betrieb ganz oder teilweise ft i 11 c g c n müssen Die Bestrebungen, ehe Erhöhung der Eisenerzeugung bcrbel- Lusühren. scheuern vollständig weil die Hochöfen keinen KokS erhalten Die Entente hat ihre Anforderungen an Koks belief erungen erhöht und beansprucht zudem in erster Linie die wertvollen Kokskohlen Auf anderer Seite werden den deutschen ‘Bergarbeitern seitens des ReichsarbeitS- mlntflert grobe Lohnerhöhungen zugeftan- den, ohne dab daran die Bedingungen einer Mehrleistung geknüpft wurde. DaS ermähnte Blatt fordert vom Neichsarbeitsminister die unverzüg
liche Au'nähme von Verhandlungen zur Herbeiführung . o n Ueberschlchten. Diese feien ohne befondere Vergütung 11 5onn der Wiedereinführung bee Ach::u de -tag», zu verfahren, zumal der deutsche 2'ergarb.i e 'ch. n ►tulc hinsichtlich ter EnUvdnung untxtbi.tnt#- mäbig befferge'teilt ist als di< ge'amten übrigen arbettenben Volksschichten.
Die deutsch-polnische Konferenz.
Genf. 26 Nov (WTB ) Die erste Dencr Tagung der deutlch-polnilchen Konferenz. die die formellen Vorarbeiten zu erledigen hatte, nahm heute mittag ihr Onöe 3n einer sehr kurzen Schlutzfitzun.z wurde das Reglement der Konferenz das heitzt die Arbeitssatz mg der weiteren Verhandlungen gebilligt und von den Bevollmächtigten und dem Präsidenten unterzeichnet Hierauf hieit Ca Ion der eine Ansprache an die beiden Aoordnui, m, in der er das r er- ständnisvolie und txr hn. ch« ^usammeuarbeitrn hervorhob Schiffer 'ür Deutschland. Ol_- fzowski für Polen, da ltr dem Prä'identen für die umsichtige Leitung der Verhandlungen. Die bereits gcm»ldct. sieht die ©at. ing vor. bah last alle Kommissionen in Oberlch'.esien tagen Heute erzählt man, dab sich Calonder vorübergebend und zwar kurz nach Beginn der neuen Hahrcs nach Obcrschlesien begeben wird, da sowohl er wie auch die Bevollmächtigten beider Negierungen ft inen persönlichen Besuch in dem interessierten Gebiete für unentbehrlich halten. Die deutschen und polnischen Bevollmächtigten werden bereits zu Beginn der Arbeiten der Unterausschüsse nach Obed drehen gehen 3hr Sitz ift noch nicht bestimmt und wird im wesentlichen von den Unter- kunftSmöglichkeiten abbangen. Für die Wahl der Verhandlungsorte der Unterkommillionen sollen rein sachliche Erwägungen mab.iebend fein, so da \ z. B der Ausschuß für das Eisenbahnwesen in Kattowitz. der Ausschutz für das Telephon- und Telegraphenwesen in Oppeln zusammentretcn wird AuS diesen Erwägungen soll auch der AuS- schuh für den Schutz der Minderheiten seine ersten Beratungen in Oberschlesien selbst abbalten und erst dann nach Genf übersiedeln. Der Zusammenhang zwischen den Unterkommifsionen und dem Präsidenten der Konferenz wird durch die 'Bevollmächtigten Schiffer und OlszvwSki aulrechter- haltcn. Sie find verpflichtet, dem Präsidenten spätestens bis 15. Januar 1922 den Abkom- menscntwurf zu unterbreiten. Der endgültige Test des Abkommen- wird, wie bereits gemeldt, in Genf aufgesetzt und unterzeichnet werden. Als rechtsgültiges Original gilt der französische Text, dem jedoch deutsche und polnische Ucbedehungcn. die von beiden Parteien bescheinigt werden müssen, alS Anlagen beigefügt werden. Die deutsche Abordnung reift heute um 1 Uhr 35 Minuten von Genf nach Berlin zurück.
Aus Stabt und Land.
Dietzen, den 28. Nov. 1921.
Mchr Besonnenheit!
Ein Mahnruf an die Käufer.
Auf dem deutschen Warenmarkt zeigen sich feit kurzem Erscheinungen, die schwerste Gesahien für die VolkSgelamtheit wie für den einzelnen in sich schlichen Sine Kauflust hat sich deS Publikums bemächtigt, wie wir sie selbst in den schlimmsten Hamsterzeiten der KriegSiahre nicht erlebt haben. Die Warenlager sind gelichtet. 3n den meisten Artikeln macht sich bereits empfindlicher Mangel bemerkbar. Zu gleicher Zeit wächst rasch die Teuerung. Alle diese Erscheinungen, die jedem unter der Sammelbezeichnung .Ausverkauf" geläufig sind, hat man bis vor kurzem lediglich durch den Valutastand zu erklären versucht. Man war geneigt, die Ursachen in der Hauptsache in der Kauflust der Ausländer zu suchen. SS hat sich aber in den letzten Wochen herausgestellt. baf) die Mitzstände zu einem erheblichen Teil auf den deutschen Käufer selbst zurückgeführt werden müssen.
Welches find die Gründe der Teuerung? Die einen rufen Wucher, die anderen machen den Stand der Valuta verantwortlich. Beide Gründe treffen zu. GS unterliegt keinem Zweifel, bah gewisse Kreise di? traurigen Umstände aus- nutzen, um unverhältnismässig hohe Gewinne ^u erzielen Um so erfreulicher ist daS gerade in letzter Zeit aus tretende Bestreben des teellen Handels, diesen Machenschaften Einhalt »u gebieten.
Aber auch der Verbraucher wird zum Erfolg wesentlich beitragen können, wenn die Einsicht Oberhand gewinnt und finnlofe Angstkäufe, die in steigendem Mähe zu beobach cn find, unterlassen werden Die Markflucht,
bte tr bantfartigen Um’ang eingesetzt hat, beginnt tiäj tu einem Krebsschaden' ’ür bk "Bolt*- c,<'an.:c. ■. auSzuwachlen Gleiche.ei, ob is sich um Klober. öchuhe. Oebatinitael, ^rppiL Biolx: ode. Wertpapiere handelt alles u*irb t).fault E.ne »x-nmungeioie Kau'iu leg-.u^t stch richt, 'in füi den tat ächltch vorhandenen Bedarf au< ab'-b. are vxlt cinzudecken ’rnbern l .nt sich in erheblichem Umfang von Luntxi A-gl.- gefühlcn oder gar von spekulativen erwa un '.cn leiten Unter riefen Umstände t mutz mit aller Deutlichkeit a.i.gi:-rochen werben weich ct.'cn volkswirtschaftlichen Unfug ur.b welche finanzielle ^'o bett berat *. g An st u d c;*hildiiDn4Lufe dadteilen Wenn Leb. tsmittel. Streichhölzer unb Waren aller Art li ’.e. U'cdc crftanX-n In feuchten Kellern oder a.r Böden emgdagert un? dem Bcrberben auAgef n e den, we n ? cP piche und andere nicht unbc.'i-tgt notwendige Waren cing.Ruft und aber den gegenwärtigen und in absehbarer Zeit entstehenden Vedats hinaus angehauft werden, nu'i natur- gemuh eine vei larltc Nachfrage cintetzen. der Industrie und Hande', nicht, gewachsen li *.b Pie überri .1 :gc Znan'pruchnahme te_- Marltee lühri notwendig zu einer fortbaacr.iben Steigerung der Preist Das Traurig nnb B.denfliche an dielen Angstkäufen ist vor allem, bah in -b sondere die Tette der Bevölkerung gelch digt werden, die aus vollewirischaftlia) heg.unbeten ckrwägun c i ober aus Mangel an Geldmitteln sich in ihren Anschaffungen aui i a > Nötigste beichranken. ein bedenklicher Rückschlag mit ichwersten Folget far bei heimischen Arbeite markt ist eine weitere, in absehbarer Zeit zu erwartende Fo^g der Angst- und Hamsterkause Da» unwirts^ult ich- Treiben der Hamsterer entzieht aber auch wichtige Daren und N oh stosse ihrer Beittmmung u d setzt sic dem Verderben aus. so das) sie unserer ohnehin verarmten BolL-toirtfcbaft bauernd verloren gehen Vaterländische Ge in.iung, volkswirtschaftliche Einsicht und da» wohlrcrstandcne 3n- tereffe bei eigenen Geldbeutels gebieten gleicherweise dring n?, die unsinnigen Hamster- un? H e- kulationsk rufe zu unterlassen, einem Treiben Einhalt zu tun, das. wenn es noch einige Zeit an- hält. die deutsche Wirtschaft völlig auSsaugen muh-
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Dr. Blank wieder in Freiheit gefetzt. Wie unS mit geteilt wird, ist der Hast- kcsehl gegen Dr. Blank aus gehoben worden. Dr. B wurde daraufhin in Frerhei'. gefetzt und ist bereits wieder in Giesten eingetroffen. Dte ganze Angelegenheit scheint also, wie wir eS im voraus vermuteten, ein böser Neinfall der Ge- tzcimbundriecher zu fein; wir werden auf den Fall noch zurücklommen.
Winterheime der Deutschen Gesellschaft für KaufmannserholungS- hei mc (Ferienheime für Handel u ib Industrie Genannte Gefelllchasl bat den im Interesse unserer Bolksgejundhrii überaus zu lc;rübe bei Bcschlust gefalzt, von Mitte Dezemde. bi.' Anfang Mär z ihr Landgut Aschenbos im Thüringer Wal? (in der Gegend von Oberhof), sowie das HauS Brocten-Schcideck üi Schierke (Har^l in Betrieb zu nehmen Dem kaufmännischen und inbuftrieUeu Miltelstai-b wird dadui -t- e. schwinglichen Preisei Geleg nh it u einer Winterku geg den Beide Heime fino hixh gelegen u ro für einen Winteraufenthalt. auch zur Ausübung ein.'» gesunden Sportes, gut geeignet. Das der Gesellschaft eben falls gehörende Kur- und Bad'iauL K-Inischer Hof in Wiesixtden. daS über eigene Thermalquelle verfügt, bleibt nnunterbrochrn geöffnet. Nähere Auskunft erteilt die Hauptgefch stsstelle in Wiesbaden, Wilhelmstr. 1.
* Brand in einem Bahnpostwagen. Bei einem Brande in einem Bahnpostwagen in Frankreich hat ein am 17. Oktober vom Postamt in Madrid gefertigter und für die deutsche Bahn- post Heibesthal-Koln bestimmter Brief beutel mit gewöhnlichen Briefen und Drucksachen Feuer gefangen Ein Teil der Sendungen ist verbrannt, der Nest dagegen ift nur wenig beschädigt worden Die gesamte am 20. Oktober um 3,33 in Herbesthal fällig gewesene Post auS Spanien ist, anscheinend infolge dieses Brandes, erst am 21. Oktober um 8.3 in Herbesthal eingetroffen.
•• Keine telegraphischen Postanweisungen von Oe st erreich nach Deutschland 3n Oesterreich ist die Annahme lUegraph.lcher Postanweisungen nach Deutschland vorübergehend eingestellt worden. Gewöhnliche Poslanweifungen auS Oesterreich nach Deutschland sind weiter zugelassen, ebenso werden gewöhnliche und telearaphische Postanweisungen nach Oesterreich bei den deutschen Postanstalten weiter angenommen
* Lo-ewe-Balladen-Abend Vergangene Woche bot im Saale deS Hotels Einhorn
Ka.nmei . gcr Nieder Fra. k urt auserlesene in allen Lagen gt, ,ch antprechenden 2'a,> 2\inton pc i u .'. < . l A.t ocrKMigie er einen
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Aue k.ach. Ter 2Lt\n. trat brr Inber nur Ipäiha. v. * v v ci v u c-reni ttn voller Genust, v-j :'l k r <u bedauern, ba’i ein solch r Jlxnb von der Mehr zahl brr G. . ' . ..er K"'lenvelu ches vertaumt wurde Am K.avier begleitete mit Helene Morgenstern- LorIch- F anlturt. d e trcientttä) zum örfolg des Abends beitrug ßrcio «vriebberfl.
vnz. Bad-Nauhei m 26 Nov Airs einer hiesigen P»nllon tfl eine goldene Herrenarmband» t.br mit Sprungdeckel. eine goldene Damenuho- kctte mit einem goldenen antiken Schieber und i mem (leinen Brillanten und ferner eine silberne längliche Brofche mit einem Topas gestohlen worden.
Starkcnbnrg mib Nhctnlzc^tn.
dta. Darmstadt. 26 Nov Die Sladtveo» ordneten genehmigten heute für die Erhai» tu n g des ^fedurlshaufes von OustuS v. Liebig die Summe diS zu 1500& Mark. D^is HauS liegt Gr Taplaneigaste 30 und Ist nicht mchr bewohnbar Evtl, soll ct zu einem Museum hergerichtet werden.
dst Ba b c n b a u f e n. 26 Nov Einschwe - ret llnglückSfa11 ereignete fich infolge plötzlich, n Vertagens der elektrischen Beleuchtung Im benachbarten Niedernberg Die junge Frau des Landwirts Th H. die erst drei Tage vorher Hochiett geleiert hatte, wollte abends eine Stiege hoch zu lürcv Wohnung sich begeben, als aus der ^rcpie plötzlich daS elektrische Licht auSging. Die Frau schrak zusammen, trat fehl und stürzte die £ liege hinunter. Sie zog sich dabei eine so schwere Gehirnerschütterung zu, dah an ihrem Auskommen gezweifelt wird.
wzl. Westhofen. 26 Nov Dast vom Veldhunger nicht allein die Nlenschhelt, sott- dcrn auch da» liebe Vieh befallen wird, bewies der Kötcr des Herrn Georg Nohrwerk, der seinem Herrn einen sauerverdienten 50-Markscheln verschluckte.
wtz WormS. 26. Nov. Sine gefährliche V e s e 11 s ch a , l e r l n ist die Ehefrau T r a d c r t hier. Sie war mit etnlaen Herren In Gesellschaft zusammen und um anscheinend diese schönen Stunden besser im Gedächtnis zu behalten, stahl sie einem der Herren die Briesla'che mit 900 Mk, dem andern lein Geld mit 1700 Mk. und dein Dritten 150 Mk. Die Polizei nahm die fingerfertige Dame in Obhut.
Hessen-Nassau.
haz Hanau. 26 Nov. Schwer verunglückt ist der am hiesigen Ostbahnhos beschäftigte Banalerer 3can 01 in bei von La igenselbold Während der Ausübung seines Dienstes geriet er unter einen Eisenbahnwagen, wodurch ihm das link? Bein so furchtoar verstümmelt wurde, bah es abends im St. Vincenzkrankenhaus abgenom- men werden muhte
Eschwege an der Werra, 26 November Trotz der vorgeschrittenen Jahreszeit herrscht hier eine ziemlich rege Bautätigkeit. Durch die Sfedlungs- ae'ellschrft und private Bautätigkeit ist eine Anzahl Sin- und ZDeisamilienwohnHäuser erbaut worden und weitere sind im Entstehen begriffen. ßecn.T will die Post - u. Li enlahnverv.^ltung für ihre Angestellten Wohnhäuser errichten und hat zu diesem Zwecke bereits Grundstücke erworben. Die Verhandlungen des Magistrats mit den hiesigen Gewerbetreibenden zur Gründung einer Baugenossenschaft haben zu einem guten Ergebnis geführt. Bi» jetzt find rund 575 000 Mk. gezeichnet. Die Zahl der hiesigen Wohnungfuchen- een beträgt 341.
waz. HerSfeld. 26. Nov Die Gemeinde HerSscld hat auf da» wiederholte Drängen des Landratsam le», die schuldige Kreis- und Provinzialabgabe zu entrichten, die rund 600 000 Mark beträgt, geantwortet, bah die Stadt dazu nicht in der Lage sei
ge Aus dem Werratal, 26 Nov. Mit der amtlichen Verwiegung der diesjährigen Tabak e r n t e auS dem mittleren Werratal ist bei dem Zollamt in Eschwege begonnen worden. Da gegen daS Vorjahr die Beschälfenheit deS Tabaks eine bessere und ferner eine viel lebhaftere Nachfrage und Kauflust vorhanden ist. werden diesmal auch wesentlich höhere Preise gezahlt. Diese betragen im 5) rchschnitt bei den besseren Sorten 1200 Mark, bei den geringeren 600 Mark für den Zentner.
Der Schuh im Blut.
Roman von Horst Bodemer.
49. Fortsetzung (Nachdruck verboten.)
.DoS beforat Vater mit feinem ältesten Sohne> 34) Bin überzählig! llnb da ich nun einmal ein bitzchen Veranlagung habe, so hatte mein Vater nicht» dagegen, Dah ich Künstler wurde 3ch verdiene schon sehr hübsch Geld, Herr Ocfo- nomierat! Wir Hamburger versieben uns daraus!"
Der Alte stand auf, sah sich da» Bild an. Wenig war erst zu sehen, aber ihm schien, bat) .Schmid" in dem Entwürfe lag Da letzte er sich wieder auf feinen Sessel, flieh befriedigt den Nauck- aus und sagte.
.Sie, ich last, mir von so einem jungen Dgchs richte schenken! Wenn Sie mich abpinseln und mir au herbem noch eine gute Zigarre in den Mund stecken, bann müssen öie auch zum Abendbrot bleiben!"
.Das Bild bekommen Sie ja gar nichti"
.llnd wenn i-ch eS 3bncn abkaufe?"
.WirdS 3hnen vielleicht zu teuer feint 3ch fugte Ihnen schon, als Hamburger Kind versiehe ich mich auf die Geschäfte!'
Hub daS gefiel Christoph Wärhahn an 3mmd Broders en ganz besonders.
.Darüber iprechen wir. wenn das Bild fertig ist! Mcm Lebtag hab ich keine Katze im Sack getauft: Aber mit dem Abendessen, so ist das eine ganz andere Sache'"
Der Maler zog ein paarmal an seiner d'cken Zigarre, dann Tagte er:
.3ch würde die Einladung ja mit vielem Danke annehmen, aber irgcnbtro im Crte malt
noch mein Freund, mit dem hab ich mich verabredet! 3m übrigen ein verdrehter Kerl! Zeigt kein Bild, bevor er es fertig bat!"
.So verdreht finde ich das nicht einmal, bringen Sie ihn doch mit! Unb eure Lauten auch."
.Wird das aber sein werden, Herr Oeko- nomierai! Vielen Dank! Leben werden wir in die Bude bringen 1“
.Noch! so! Macht getrost Spektakel! Himm-I- kreuzdonnerwetter, wie ist die 3ugcnb beneidenswert! Geniestt sie, aber anständig. Herrschaften!"
Es kam Leben in die Bude! Nach dem Abendessen setzten sich die Damen an den Flüge! und die Maler griffen zu den Lauten. Gefach» wurde oft so herzlich, day sich der Oekonomierat die Tränen aus den Bugen wischen mutzte Und die Grete wurde manchmal ganz übermütig lustig. Darm Tagte Grotzvater .Schade, datz Hänschen nicht da ist!" Unb war doch stolz daraus, datz der Zunge sich so fest auf die Holen gefetzt bät e und ihm gewifsendast b.r . ite, was er gehört und gesehen, welche Versuche gemacht wurden, um die landwirtschaftliche Produktion zu erhöhen. Mi: dem Gclde hatte er auch gelernt vernünftig umzugehen. 3hm war vor einem .Nuckfall" bet Hänschen gar nicht mehr bange.
.Herrschaften," sagte der Oekonomierat eines Tages, .in zwei Wochen ist mein Geburtstag, da lasten wir Hänschen kommen. Tüchtig feiern wollen wir!"
Sehr einverstanden war man, liest ^00^ vater hvchlcben mit Nauentaler in den Römern. Der war aber auf einmal recht nachdenklich ge» werten. Er muhte nun, woran es in leinen Haule gefehlt hatte, an der Freude nach getaner
Arbeit! Maria war auch eine gan) andere geworden. und der Henner batte |o herzlich lachen gelernt, wie eS Ehristoph Wärhahn noch nie von feinem Sohne gehört hatte Datz man im Leben doch nie auslernte! SS sollte jetzt anders werden, Lachen macht ja jung!
Eine Woche später, 3mnw Broberfen malt? eifrig an seinem Bilde, sagte der Oekonomierat zu i&m:
.Sie, mir ist da etwas ausgefallen, datz nämlich meine Enkelin ndbt oft hierher kommt, um die Fortschritte, die Öhre Pinselei macht, feft- zusi eilen!"
'3mmo Broberfen nahm die dicke Zigarre au- dem Mund, das tat er höchst leite"
,3ft denn das ein Unglüd ?
.Nu nee. Wenigstens, hoffentlich nicht! Ader meine Bugen sind immerhin noch recht gut! Unb mir kommt s so vor, als fäbet ihr beiden euch r-'cht tie( in die euren! . Jaffcn Sie mich gefälligst ausreden! Einer wie Sie, ist doch ein LchönheitSsucher! Und eine eingedrückte Nase und ein breiter roter Nitz au er über die Wange sehen be einem jungen Mädchen nicht gerade vorteilhaft auS!"
.Die wundervolle Figur, diese edlen Linien!"
.Gehen mitunter nach dem ersten Kind zum Teufel!"
.Wer dies herrliche Blondhaar nicht! 3ch hab mir schon flurDenlcn ; Mühe gegeben, den Ton a l meiner Palette fest Inhalten — ganz berge!', ich! Immer fehlt etwaS! Und dieies Etwa- ist die Hauptsache!"
.Born Haar allein wird man auch nicht glücklich! Alle Männer, Venn sie in ei ne gewisse Verfassung kommen. füüKir das Haar berjemgen,
für welche ihr Herz augenblicklich schneller schlägt, ganz besonders schönf
.DaS Weitz ich nun doch nicht! Bleibt bet Mensch mit feinem inneren Wert immer noch üfrig: Unb das ist doch die Hauptsache!-
, Ach so, 3mmo Broberfen, ach so—0!** .I^ir verstehen unS Ichon! Sie. die Grete, ihre Eltern und ich. meine ich da! Unb zu Ihrem Geburtstage trete ich an, Herr Oekonomierat« Hab meine Kunst, die mir 'chon recht hübschen Lohn ebtoirft, unb breihigtaulcnb Mark Bente. 0.kundigen Sie sich einstweilen nach der Firma Heinrich Broberfen Söhne. Hamburg, Trostbrücke Ib*
.Himmelkreuzdonnerwetter, 3mmo Brodersen 1" .Und den Winter (eb.n wir in München, unb den Sommer hier. Fritzlar unb Umgebung hat eS mir angetan. Heber Künstler sucht sich feine Weide, die er abgraft! Und meine hier ist ganz <msgc»eich«et. — Grotzvater!-
Da schmunzelte Ehristoph Wärhahn.
.3ung. gib mir die beste Zigarre aus deiner Ta'ck-e l.»ch verrat dann aber auch gar nichts!"
Am Morgen vor seinem iSedurtstage ging ■ -- ’ilr-i ge- f'. rt. ,n seinem harten spaznren. C war fo reck innerlich zufrieden mit sich. Hcute nach- mittag kam Hänschen. Würde daS eine vergnügte Feier werden! No-ch eine viel schönere alS <u seinem sechzigsten Geburtstag! Die Grete strahlte übe das ganze Gesicht. Hollenau hatte fic gründlich überwunden, unb eine Heimlichtuerei war im Hause, alS ob ein Kind für txm Weihi.^chtsabend in Spannung brrlebt werben sollte, (Schluh folgt)


