Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen)
Ur. 122 Dritter Matt
Der neue Auhenminifter als (Orientalin.
Urtier neuer Außenminister, Friedrich Stofen, entflammt, rote schon kurz mitgeteüt wurde, einer Familie, m der ichon in der butten Generation diplomatische Tätigkeit und orierdaltftbc Gelebr- ftnnfirr! eine Personalunion emfrtganatn haben. Sem Großvater, cker „Äaniler", d. n leitender Minister des ^WtenTum-3 Lippe, war, ertemle noch al- Sechziger btt schwierige SanSkritsprache, fo daß er bo? altmdische Nationalevos, die Diaha- bhorata, in der Un'pracke im Familienkreis vorlas. Seme Begeisterung für die orientalische Lick- tung hatte km ältester Sohn in ihm erweckt, der gentote Orientalist F riebrich R o sen , brr nach einer glänzenden Gxlcfrtenlainbahn schon mit 32 Jahren alS Professor der Crrntalifht in London starb. Sein 15 Jahre jüngerer Bruder, Georg Rosen, der Vater deS neuen Ministers, wurde st» als Knabe bereits in die Wunderwelt ältlicher Lichtung einaesührt und wählte daher ebenfalls das Stubhim der orientalischen Sprachen, als er die Umnerfität bezog. Georg Rosen wurde bereits, als er mit 23 Jahren sein erstes wissenschaftliches Werk, eine neuversische Grammatik, herauSgab, von Alerander von Humboldt als „fabelhaft gelehrt" gepriesen und von der Berliner Akademie der Wissenschaften aus eine Studienreise nach dem Kaukasus gesch ' Tiflis schloß er innige Freundsftxift mit einem jungen niever- sächsischeu Lmrdsmann, mit Friedrich Badenstedt. Und dieser empfahl ihn als Lehrer im Persischen jenen Mirza Swaffv, der dann durch Bodenstedts Lieder so berühmt geworden ist. Tie Liebe, die Rosen zum Orient gewann, nnb ferne tiefe Versenkung in Geschichte, Kultur und Kunst deS Ostens ließen in ihm den Wunsch entstehen, länger in diesen Gegenden zu verweilen, und ine beste Möglickflrit dazu bot die diplomatische Laufbahn. Gr wurde daher zunächst Tol- metscher der preußischen Gesandtschaft in Kou- staMinopel, dann preußischer Konsul in Jerusalem und schließlich Generalkonsul in Belgrad. Ter langjährige Aufenthalt in diesen Ländern befruchtete feine ausgebreitete wissenschaftliche Tätigest, die ßch ebenso auf bas geschichtliche, wie bas sprachgeschnfrliche und künstlerisch.' Gebiet erstrecktc. Georg Rosen har der Orient al ifht Unvergängliches geleistet, sowohl als Sprachsorscher wie als Historiker. In der Allaemeinheit lebt sein Name noch fort in seinen meisterhLaften llebersetzungen, von denen die Urbertragunfl des türkischen Papageien- bucheS im Jnfel-Verlag neu erschienen ist und seine vorzügliche Nachnchtuna deö persischen Poe- tcn MeSncvr von seinem Sohne Friedrich bei Georg Müller neu herausgegeben wurde.
Tie Laufbahn seines Sohnes hat viele Aehnlich- keu mit der des berühmten Vaters, ivomrglrich freilich bei chm die diplomatische Tätigkeit ebenso beherrschend im Vordergrund steht wie bei dem Vater doch lebten Endes die wisschrschaflliche. Auch Friedrich Rosen, der seinen dLamen von dem großen Onkel erhalten hatte, wurde früh in die Wunder orientalischer ovradx und Dichtung ein geweiht, wurde zuerst Lehrer am Orientalischen Seminar in Berlm, barm Dolmetscher im Dienste des Auswärtigen Amtes und ging in dieser Eigenschaft nach 'Ikriien, wo er das Konsulat Buschifr am Persischen Golf einrichtete. Darm verwaltete er daS ebenfalls von ihm geschaffene Konsulat von Bagdad, wurde 1899 Konsul in Jerusalem, wo er gerade zur Zeil der Kaiserreise nach dem HeUiaen Land weilte, war bann der Führer der deutschen Gesandtschaft nach Abessinien und an den Hof des König- Menelik im Jahre 1905, wurde im selben Jahr Gesandter in Tanger, war bann zwei Jahre Gesandter in Persien, bis er 1912 als portugiesischer Gesandter nach Europa -urückkehrte. Den Aufenthalt im Orient hat er zu umfassenden Stubirn der Länder, ihrer Sprache und Dichtung benutzt. Ten Spuren des Balers folgend und durch fernen länderen Aufenthalt ba^u geführt, ist er em besonders begeisterter verrhrer und amialer Rachtnchter persischer Poesie geworden. Tie tiefsinnigen Sprüche des Omar Khajian hol er, mit Schack roetleifentb, für die deutsche Literatur gewonnen, und erst vor kurzem ist eine andere reife Frucht seiner persischen Studien erschienen, seine Uebersetzungen aus dem „Gulisttm" des Saadi. In der Einleitung zu bieiem Buche iagte er in seiner bescheidenen Weise, was ihn veranlaßte, dieses berühmteste Weisbeftsbuch des Orients unter dem Titel „Ter Ratgcker für den Umgang mit Menschen" bei uns bekannt zu machen: „öemt ick geglaubt habe, tnr Nachfolgen- bat Berdeutlchungen der Oeffentlichfeu zugänglich zu machm, so kann td> hierfür mir den Ümstand anführen, datz sie aus Derfifdrm Boden und in persischer Luft entstanden sind. Als fie mir kürzlich wieder vor die Augen kamen, schien es mir oft, als leien viele der darin enthaltenen Lehren auf br gegenwärtige Zeit anwendbar Mit Rührung gedenkt er der Stunden, bte er an dem Grabmal
ooabö in Schiras verweilte und gibt im Bilde *j*K ^GHeridjole wieder, hie ihm ein
■terroiim )eben ne, mit dem er am Grabe in ein Gespräch geriet. „Als birier bei dem Fremdling em warmes ^nlereste und Veritündtüs für den großen Sckiraier TickU-er roabmabm, schenkte er mu san zierliches Käsckkul Als i^gengabe für biejca immer bei wertvolle (beschenk wollte er nichts anbei es entnehmen als zwei bitter e Pomeranzen, br mu kurz zuvor ein anderer D^-wilch am Grabe vafiS' verehrt hatte."
Schlichtungsauöschuß der Provinz Lberhesien.
Verhandlung am 20. Mai 1921
Dem Einspruch des Betriebsrates der Butzbach- Licher Eisenbahn gegen die fristlose Entlassung eine» Betriebsrats in uglud«'s konnte tu du staNgegeben werden. Die ömncbeünmg ist endgültig nach §87 des Betrick-rätegeiD'tzes
In der Lohnstreitsache im oberhessischen Braunkohlen- und (rifenftrir.bcrglxiu waren am 1. April 1921 vor dem £xmt Staatskommisfar für die wirtschaftliche T< mobil machumg Der Handlungen zwischen dem Verband der Bergarbeiter und dem Arbeitgckrrverl«nd. Auck» die Betricksrvte der Gruben hatten Vertreter gefdütft; da sie aber nicht vom StvatSkommissar besonders geladen waren, weigerten die Arbeitgeber sich, ihnen Lohnausfall, Fahrkosten und Auslagen als notwendige lkosten der Geschäfts führung der Betriebs Vertretung im Sinn des 836 des Betricbsrötegesetzes zu erleben. Der Schlichtungsansschuß erttfdncb auf Gvand der §§93 Z. 4 und 103 des BctrickSrätegefttzes an Stelle deS noch nicht bestehenden BezirlSwirtfchaftS- rates bindend, daß bei der 'Berinihmg deS 8er» handlungsgcgenstandes, bei dem die Verhältnisse jeder einzelnen Grube in Betracht gezogen werden mußten, die Teilnahme je eines Vertreters eines jeden Betriebsrates notwendig war und die Kosten für diese Teilnahme von den Arbeitgebern zu tragen find. Heber die Kostentragung für die Teilnahme je eines Vertreters der zu der Ber Handlung am 8. April 1921 und den Schlichtungsausschußsitzungen am 15. und 23. Kyril geladenen Betriebsräte durch die Arbeitgeber ergab die Verhandlung lieberem» ftimmung der Parteien.
Den Arbeitern der Pflasterstein- und ©drotter- werfe deS Verbandes der Mitteldeutschen Süftn- industriellen soll zur Heranführung ihrer Löhne an die Löhne der anderen Industrien vom 15. Mai 1921 ab bis zum 30. Juni 1921 eine Lohnzulage von 12 Prozent für Arbeiter über 20 Jahren und von 6 Prozent für Arbeiter unter 20 Jahren gezahlt werden
Einige KüttdigungSfälle erledigten sich durch Dmd&ufige Verständigung der Parteien
Handel.
Berlin, 27. Dtei Börjenst immun g s b i l d. Ter Verkehr an bet Börse gestaltete sich meist wieder trage, da die Nachrichten aus O berscht eilen und die verstimmenden Auslassungen Br and.' über diese Fragen sowie ferner die bevorstehenden steuerlichen Maßnahmen auf die Unternehmungslust drückten und teilweise Realisierungen veranlaßten. Tie Rückgänge hielten sich im allgemeinen in mäßigen Grenzen. Stärkerem Truck unterlagen PhönT-Mtien, die 14 Prozent verloren. Einzelne Werte, wie Bockptmer, Rhein- stahl, Lothringer £»ütte und Deutsche Waffen wurden dagegen Ku teilwei'e namhaft flebefferten Kuv- sen geteuft Budenus büßten unter Gkronurrtali- fierungen 18 Prozent ein. Auf einzelne Mbtouial- roerte wirkte die Meldung über die Ausschüttung bei der Deutschen Kvlonialgesellschaft stark kurc- steigernd. Tie Aktien des letzteren Unternehmend geroanncn 300 bis 400 Pvozcnt, Ctabi stellten sich jeitroeüig 30 bis 40 Prozent höher Bon Bankaktien waren Deutsche Bank begehrt und vier Prozent gebessert. Am Anlagemarkt hatten deutsche Anleihen keine gleichmäßige Kursbildung. Reichsanleihen waren eher etwas schwächer. Ungarn neigten gleichfalls abwärts. Devisen wurden infolge der Verschlechterung der Mark im Auslande vormittags höher umgesetzt, gingen bann aber roieber auf den gestrigen Stand zurück.
Frankfurt a. M, 27. Mai. Börsen- stimmungsbild. Am'ftlftßend an die imfidtcrr Haltung der Mittogsnacftbörse trat im Abend- verkehr größere Zurückhaltung ein. Verstimmend wirkten die Vorgänge in Oberschlesien. Uebrigens bewies die schwächere Stimmung bei Mark im im Auslande, daß man in der Welt glaubt, daß Ine deutsche Regierung wieder vor erneuten Opfern auf Grund eines Entcntediktms steht. AuS- landswerte lagen fest. 5prvz. Goldmexikaner standen mit 720 in reger Nachfrage. Deutsche Petroleum lebhaft, 805, 808 Im freien Verl- br wurden Julins Sichel 609, 910 bezahlt Deutsche Maschinen schwächer, 298. Chemische Aktien uneinheitlich. Schetdeanstalt, GneShnm, holzver kohlung befestigt, Badifche Anüm büßten 3Pwz.
ein Elektro Bergmann verloren 2, Lickt und Straft 2' ,Proz Momanaknen ruhig Öberbebarf gaben um 3 Proz nach Rheinftabl blieben gesucht, 157 Pdömr plus 2 Prozent Ätaffainbuüncpajnere bei beidxibcrtrn Umsätzen unregelmäßig Zement veidelberg angeboten Sckl^ußner FrankfttN 260, gaben 4 Proz nach. Äafdxnenfabrif Lvdro- meur fest, plus 18Prrnent Faber und 5d)Ltdxr wgen 4 Praz an. 6eüinbufthf Wolff mit 237 rationiert. Schiftahrtsaktien tonnten sich behaupten Ter Schluß gestaltete sich ruhig bei br haupteter Tendenz bproz Reich-anleihe 77»/,.
<V ran kf e rt a. M., 28 Mai.
Berliner Devisenmarkt.
~ Geld Brief Geld «riel
Datum: 2«. Mai. 27. Mai.
Hm|:erbam. Rotterd. 2172,80 2177,20 2167.80 2172.20 Deüstrl.Antwerpen . 523,45 524,55 522,45 523,55 Christiania...... 944,05 945,95 946.55 94^,45
Kopenhagen 1106,351108,65 1104,85 1107,15 Stockholm 1438,55 1441,45 1438,55 1441,45
Mftngfor« 130,85 131,05 128,8 > 129,15 Italien 331,65 332,35 331,65 332,3 London 243,50 244,- 242,M 243,36 BeuvorK 61,98 62,12 61,93 62,07
Paris......... 522,45 523,55 522,45 523,55
Schweiz 1098,90 1101,10 1098,90 1101,10 Spanien 811,65 813,35 814,15 815,85 Men (altes) —, —
Veutsch-Oesterr. . . . 15,23 15,27 15^28 15^2
Prag......... 90,40 90,60 90,40 9?, 10
Budapest ..... 26,77 26,83 25,77 25,83
Bulgarien —
vörsenkurse.
Frankfurt Berlin Abend- Abend- Schluß- Schluß- Kur» KrrrS Kurs flut»
Datum: 26.5 27.5. 26.5. 27.5.
5'/. Dtfch. chneasanl. 77,62 77.50 77,50 77,50
4'/. Disch. Reichsanl. 77,60 77L0
3'/. Dtsch. Reichsanl. 73,60 73,75 73,10
4e/e Peeuß Konsols 69,90 69,90
Darmslütter Band . 182,50 182,50
Deutsche Bank . . . —305, - 308,— Disconto-Gesellschast 252,50 253,-
vresdner Ban« . . . ——,— 223, - 225,- Nalionalbank f. D. . —,- —184,50 181,50
Mitteld. Credstbank. 168,25 168,- 168,- 168, — H .Amerik. Pakets. . 168,50 166,50 167,75
Norddeutscher Lloyd. 148,25 148,50 148,- 148,-
Doch.Gußstahlwerk . —-,- 449,-
D.-Luxemb. Bergw.. 307^0 306,75
Belsenklrch.Dergw. . -,- -,- 324,- 329,75
Harpener Bergbau . -,- 465,- 468,12
Oberstes. Elsenb.-V. 300,- 296,- 300,- 298,-
Oderschles. Eisentnd. . 289,75 286,- 286,50
Phönix.Bergb -Akt.. 714,- 703,- 711,- 699,-
Bad. Anilin- u. Soda 514,- 515,50 520,- 514,50
Höchster Farbwerk«. 428,50 428.75 430,84 430,25
Llektr. A.L.G. . . 298, - 295,50 297,50 294,50
Schuckert-Werke. . . —,— -,- 244,- 240,50
Felten-GuUleaum«. . 572,- 581,50
Daimler -,- 188,- 190,- 190,-
Bud.- Lisen«.. Akt. . -,- -,- 622,- 603,50
Adlerwerke 250,25 243,- 251,- 247,-
4°/0Hess.Slaat»anl. . -,- -,- 72,- 72,25
Elektron Grierhetm. 399,50 404,— 403, - 402, -
SRarfnotieranoen.
ßfftr 100 deutsche Mark wurden gezahlt:
Latum: 1.7.14. 26.5. 27.5.
Zürich Fr. 125,10 9,12 9,10
Amsterdam Fl. 59,20 4,61 4,62
Kopenhagen Ar 88,80 9,25 9.20
Praa Ar. 117,80 110,25
Stockholm Ar. 88,83 7,10 7.05
Wien Ar. 117,88 924,-
London Sh. 97,80 6,05
Paris Fr. 125,40 19,-
Neuyork 23,80 -,-
Züricher Devisenmarkt.
27.5. 28.5.
Wechsel aus: Schweizer Franken
Holland........100 Fl — 197.— 197.25
Deutschland 100 MK. = 9.15 9jD5
Wien 100 Ar. = 1.375 IJ75
Prag 100 Ar. = 8.175 8.17h
Pari» 100 Fr. = 47.30 47.-
Conboit 1 £ — 22.06 22.13
Italien 400 ß. — 30.20 30.-
Drüssel 100 Zr. - 47.30 47.-
Budapest 100 Ar. ■ 4.45 2.33
Neuyork 100 $ — 562.- 569.-
flgram. ......100 Ar. = 4 50 4-40
Bukarest 100 ß. = 9.50 9.43
!- 1
Spielplan der Frankfurter Theater.
Opernhaus. Sonntag, 29 Mm. Alba. Montag, 30 : Iphigenie auf Tau.r> D«nstug. 31. . Öe Jüdin Mittmmtz, 1. Juni: Der letzte Walzer. Donnerstag,^ 2.: Ter Wa^enschmted. öteiiag, 3.: Tosco. Samstag, 4.: T« Apacken.
Samstag, 28. Mai 1921
oomrtag. 5 : Tk flyad en " jntag. 6 : Jphtgenu
£?un’ Ttawtag, 7 ; itntudi
b.: Sroemg^lb. — Schauspiel liautz Sinn» :ag, 29. Men. mrm 11 Ubr: K’rrrimng der ^Tor.fniT'fT Schauspielschule Abend? 6'. Ubr: ne sVt.ie, rwig des ftie^to v.>. "iir.ia Mfl. 3u : xie $crktetx)nnig de» Ftcsto zu o>enua. 4.renötag, 31.: Ea^t. un> Eloopatr.i
1. Ium: -»MApr.ri. '?In:ig 'ne Do nendtag, 2.7 4<e t<erid>wnDi •, de.' F.. to zu r vnnd firetlng^ 3.: Tie Eerschmärwut bc Fie.'ko m vauuo Samck» tag, 4 . Mnma von Baruhelm
Müller iche Badeanstnlk.
Dassenvönne der Lad.» am 28 Mm 18 Grob 8t ‘ ---— 1 - LLMI
(3n einem Teil der Au>läge mteberbolU
Dos Veriravensvoinm für Brioob.
Paris. 26 Mai DTD^ .Tie von bee Örupix Arag0 in der stamme', cmgebrachte TageSorb n ung lautet Die Sommer b©» trachtet bao von Tculfdilanb angenommene Londoner Ultimatum al da.» Minimum, da- bir Sicherheit und Wied r.chebung Fiankceichs unerläßlich garantier: Sie vertraut darauf, daß bte Rcflierung durch die streng tmitri'Uiertr Entwatz» tuntfl Deutschlands und durch btt von XeutfdP land anerkannte restlose Bezahlung der Sckmlo » :■ und daß
sie ent predxitb ihvcn^Erklärungen die immütd* bare Anwendung der Sanktionen verlangen iiKtbc, falls Deutschland geg.m die von den 11 vrbünbeten uMerzcidmelen Verostichnmgen de» Lontvner Abkommens verstößt Tie Kammer vertrau: »veiler daraus, daß die 9tegienuig in brr oberscklesischt» Frage die strikte und loyale Ausführung der Bestimmungen des B.rfailler Vertrages nach feine» Geiste rote nach seinem Buchstaben sichern werde. Str lehnt deshalb iebrn Zusatz ab und geht ytl Tagesordnung über
Die polllijchen etrciüräftf in Obkrschlesieu.
London, 27. Mai >WTB' Ter „'.’Äw* ttütg Bost" zufolge wird von gut unteniJbteier Seile erklärt, bap. nach Cberf<blt|tcn noch immer polnische ©trettfr dfte rmrikMt
Zum Prozeß Hehne».
London, 26 Ma, , Als her Aid« torntigeneral (jeute nachmittag ün llntrrlxrufe rnttn teüte, daß tzeynen vvm ReichSgertd» in l!ei> tig zu 10 Monaten Gesängntorrurtnlt worden sei, wurde diese Mittiilung von den Abgeordneten mit dem Rufe: Das tst eine Schon de: ausgenommen.
Die englische Presse über das Urteil im Prozeß Hennen.
London, 27. Mai iWTB. Tu gciauüt treffe erklärt das m Leipzrg übet oen llnln* on'izter Leonen gefällte Urteil, das nn Wi- Irrung der tStO» Handlung durch den Borsttzenden ftrbe. für unbefriedigend. „Daily LeKegvarch" schreibt, bieft octchältniSmäßrg minimale Bestrafung könne nicht als em befrfcbteatb« Ergebnis deck Beschlusses der Alliierteii, die Belcraftmg bet Kriegs beschuldigten den deutschen l'-ferichten jpi Überlassen, angeirfjen werden — Die „11 m e £'• sagt, der erste der Leirnuger Prvzesfe habe mrt einem skandalösen Benagen der ®e» re ckttflkrit geendet. Recht imb Merrftttlichkeit lietzeH es nicht Un, daß die bri:ische Regierung sich nur der Auferlegung einer sv leichten Bestrafung für em so abscheuliches Vergeben et.riM-ntnnbtn et* kläre. In einem Briese an das Blatt schreibt Eonan "tonte, die Deutschen müfjtet erst das Blut von ihren Länden abwaschen, bis man ihnen die <?anb reichen tonne „Ta tl v Expreß' etfito Da4 Urteil nicht nur als ungeuugenb, sondern als posfeulMt. „Daily Mat'l" fani, das Urtetl werde nicht ba#i beitragen, daß bte Menschheit von der Wiederholung solcher Grausamkeiten befreit werde. „Dail y Ehronrcle" schreibt, dock Ergebnis des Verlcchvens gegen '-3eonen sei last eine Farve. „Ta tl n Mail' schreibt, die übev Vetjnen verhängte Strafe bedeute eine ^fdxm> -ung ferner Ankläger. ES wäre unklug, ja g©» jährlich, einen solchen Schrmpf yu wiederholen-
Eine Menscheosolle.
Wien, 27. Mai 22te bk Blätter auS Sten meiden, war letzte Rache am der Straße -zwischen Wiener Neustadt und Neunktr» dien auer über br Strasse ein sta r keS Draht» feil gespannt worden Ein Auto fuhr gegen daS Trcchrseil. Der Ehaufteur nmrbc schver verletzt, vermochte aber noch nach Wiener Neustadt *u fahren Lier wurde fcfbgefirlU, datz dem un Wagen befindlichen Besitzer des Autos der Sw glatt cügeschnittar war. Einige MftoNen später ftchr ein zweiter Kraftwagen gepen das Seil. Dcf (Tbmijfair wurde jckrver oraetzt Das Auw fuhr führerlos weiter u-ib stürzte in einen Graben. Zwei Insassen wurden fdxtrr verletzt
ffßrrn Collins Abenteuer.
Roman von Frank Heller.
24. Fortsetzung. (Nachdruck verboten )
Fünf Minuten später flog Philipp ui icrnrm Attto für City und freit vor dem Kanwr ferner Bankiers Meßrs Dbarles und George Rvbrnsvn. Er verlangte, vorgeSassen zu werden und wurde zu Mr. George, dem Jüngeren, geführt.
„Das ist Ihre Ansicht über bte Trgammj- aefelfidxrft, Mr. Robinian?" wagte Phüivv, ohne Platz yu nefrnen.
„Meine Ansicht über bte Trgamrnageiell- cchaft'?" sagte der Bankier lachend. „Tte wollttt Sie hörst? Da Bamt ich Ihnen — bis am roev trres privat — nur sagen: der reine, aufgelegte SckBvmdel."
Ptzilipp erbleichte 3000 Pfund waren der fünfte Teil seines Barvermögens, und bte pah? er in dieses Unternehmen gesteckt — dank Mr. Achns
„Sie feben » ängstlich <tuS/z togie Mr 9?^ binson „Sind Sie bet der Gesellschaft engagiert? Wir haben wentgstens nt<tti für er rtactert."
,La — doch, ich Hn bet 'der Gesellschaft engagiert," sagte Philftw „Ern roeug. vabe privat gekauft."
„Das betrübt müh," ragte Tut. Rvbrwan und runzelte die Augenbrauen. „Welchen Kurs haben Sie be-ahll^
”SÖ) — S« haben also erst ganz kürzlich ."
„Ja — und Sie meinen also, datz bte Gesellschaft Pleite machen muß?"
„Absolut — das heißt, viÄletcht kann ote
Tirekrüm das Publikum noch etne Zeiftang ourtb 3dnmg5artifci bbibalten. Oder ..."
,4Dber Tarrn der Zusammenbruch dadurch rer- mteben werden, bar, irgendeine bekannte Persönlichkeit in btt Srefdx! tritt."
Philipp pnft Lcik vor sich hin. „3nm Beispiel Mr. Ernest Johtrs?" sagte er.
Ter Bankier lach« „Wer?" fagte er. „J^hns: Er hatte nrofr ursprünglich 1000 oder 500 Aknen ber Gesellschaft, aber da iönnen ^te Gift darau' nehmen, der frn sie schon reftriemg trgenb einem leichtgläubtgen Esel Mi gehängt. '
,Lnn — fa — tum schon fein. Ja. tck bank Ihnen für Ihre Aurklärungen, Mr. Robin>on," tagte Pfrlivv und ging.
„Und um Gottes willen," her ihm der Banker noch nack, „verkauftn — Dorf outen — verkaufen
Philipp blieb aur bem TrotVrr neben, mitten in Londons Vormittagsgcwübl in Ged-an'en ret- simken Serfau'en: Ja, das war 'eicht geiagt, aber ein Vergnügen war es wahrlich Trtdx, h um 1500 Pfund zu kommen, txi= war ü-rigms das geringiK, was er nach bem stursnurz verloren mußte, lind verkaufen' Wer zum Geter wollt«: ein solches "Papier kaufenSeme 3000 waren sicherlich rettungslos beim Teufel <cztn Geld roar fort, dank Mr Jahns, und ba-j all oci Adinen, Keinen Aktrenbesitzer auch üter tr die Seitang io schön geschrieben hatte! Alle oerhren fie bank Mr Johns Und die Gesellschaft könnte gerettet werden, wenn Mr. Johns in die Bresche trat Aber Mr. Jahns /rollte nicht. Sollt: b.inmmt incht. Lanntc man ihn dazu bringen? öächst- unwahrscheinlich' Ihn zwmgen? Ausgeschpsfen!
Also roar bas Geld futsch da es feine anderen Mittel gab als Ucbenebung tchne Zwang .
Aber rocrui ... ja tnam . . umn?glick? Nein, dock nickt. Wenn . . . nnb wenn . das wäre wir klick mit .Srifrtannen beim «zahlt M.c einem schallenden Geläcküer, bas Mr. Gaorges Robinftrn ans ^enftrr lockte, 'prang Philipp mtt emem 'nburienÜB m ba? Auto, rer LeSc.tt zwischen :wn Lock'aloen eine Adrefte zu und Der» schwans in dunklen Miimmen tm Gewühl Londons, rmt an jenem Tage, nv er seine Racke gegen Mr. Bateson turferntete
Tenn er hatte einen Plan Erven fernen flau Einen genialen Plan: Kühn, aber was riskiert ( f Guten Mißerfolg? Rein, und tauser.dm^ in: Gefängnis? Bah, das rialiertc er nun schon feit sechs Jcchven.
Gegen 1 Ufr stecke er wieder mit entern jubelnden Lacken em paar gestenwelte Iktmere in seinc Taicke — bte erste Fnubr fernes Racde- werK.-. Und doch härte rin Außerftrrixmder tne Freude kaum begrinoi, dir er über ihren Ben. an den Tag legte. Tenn n»5 roar «s? Tie Order, Mr Jvbns wegen Derbre±erDtf>en Vorge^eis ;u verhaften? Eine Vollmacht, ihn mn d.vx .i.icher Gsvalt zu zwingen, seine Orrer zu en,t'd>ib!n?n ? Nein: tne Erlaubm«, am selben Nachni.rag Krnrx bilder in emei näher bezeichneten Straße ruf* zunehmen.
Gegen Nachmittag wurde bas Dener ’dxmrr. (r-s war windig, tne Dalken flatterten über Den wimmel, rote Gardinen aus ri inn sZemter flattern, Den Sonnenschein ffreL’° m den Daflerpfützen, und lausend blaue Rauchivölkhen wirbelten zum Lerbsthiuunel hinauf.
Sucherland Avenue ist eine Quergasft von
Maida Vale im nörblidrn Lontoiv, frruptsächlrck Txn- Lperetren- und Var«'damen brrojlxtt; mtt Rocht erfreut sie fick evre zwer'rifrchen Ruf- Tack tzaus Nummer 26 ist eine rxxr Lfiegelvilla tum selben Tovus rote bte Iibngen Häuser der Skratze; und in seiner Erdgeiftwchnung toafrur tm Japvk 1907 Mr». Taish Bell.
Ilm halb fünT Ubr deS besagten NachrniL»tz- bog ein emiach gekleideter, Lt.iher, dicker DUnct rott gutmütigem Aussehen um bet Ecke von Marda Vale linder bem enren Arm tru^ er rtn Misarnmew» gelegtes statt» und in bet txmb cm >chwar»es .stasaften, das rote «ne Kamera auSsah Vor bem .harnt Nummer 26 an gelangt, blick e: stehen, stelltc sein Stativ aut bem Trottoir auf, und pL> aertz sorgsam die .Kamera daraus. Tann Imutte er fernen Zigarettenstummel auS und zündete nra Vol-lbehagen eme neue giftig stinkende Zigarette an.
Tret kleine Jungen aus ngenbetnem ber umliegenden Slams beeilten sich em en Kreis um bat interessanten Mann und feinen Apparat ssu bibber, und ein Poli»eikans1a'Ler, ber m Maida Vale tairourl r e, machte einen Ä »'lecher nach Sutherland Avenue, und blick mit den Händen tnt bem Rücken vor ihm stehen
„Kinoaravh?" tragt? er lakmisch.
„Fretlick," sagte der Ticke
Jlri’an?" fragte ber Kmstabler.
„Pelotard," erwiderte der Ticke, ohne tnt 3* garette aus dem Mund zu nehmen.
„Kenne bte Firma nicht. Vamere in Ordnung?"'
(Fortsetzung folgt.)


