gut zugeknöpft hatte, bevor er aus dem Zuge aus- gestiegen wat. Sine plö^icfe, uufrilDertontente Ahnung öurchiurfte ihn, das 3ünbbö leben verbrannte ihm ine Bringer, und er lieft es mit einem terftreuten Fluch fallen. Während in 1 einem ADPt Inrntert Hypothesen schnarrten, entschlaft er fidb endlich, eine zögernde Hand nach der Briistioi'che auszustrecken.
Sie war leer.
T^> und Teufel: Ph-ffpp iiollin burduochtr mit fiebernder Hand feine Kleider, er riß ferne Reisetafche au» und imttrfutfrtc fic und durchstöberte laut brüllend das Innere des Cabs. Tann sank er in die Leterkessen bei- Wagens zurück, voll ohnmächtiger Wut. botenlv'et VeTwundernng und der sich rasch vertiefenden Iteterieugini.i, da ft er ganz einfach bestohlen worden war. Bestohlen von einem Taschendieb, eüiem gcreobnüch^i eng> lffck-en 'Taschendieb! Ja, mit Sicher: eit von dem Äafütenlameraten, dem Manrt aui"be::i Boote, den du, o Philiov Collin, üt deiner Torheit für euren Diener der Gerechtigkeit hieltest. Cin Diener de-, Gerechtigkeit! Das war er eben gewesen Tie Strafe für ferne Vergangenheit bat begonnen, deine Zukunft ist dunkel, tu bist geftrarbn. mit eim ;cn elenden Hundertern, m d»m großen, fremden London! In diesem London, das du plündern, besten Millionen du rauben wolltest! Ha, Vbstwr Collin, fieh hrer deine Loiteeren' Ter cr’/ate Taschstdieb hat London gerettet London lächelt 'N der Wnterfonne, kalt und ptämneriich. London
ist rtchig. London denkt gar nicht daran, Herrn Collm aus Schwede?» Denkmäler au erdichten.
Cs gibt eine Vorsehung» Philipp Collvi! Latz dich warnen.
Mitten in deut iachionalien London liegt Bo. b Street. Und ungefähr m der Mitte von Bond Street liegt te ISb Im Iadre 190b
TTOtmte da der große Wahrsager El ffiabir
London, das abergläubischer ist als trgcrbnn Negerkraal. ist voll von Wahrsagern und >ou- berern. Und einer der berühmtesten von dem war im Jahre 1906 CI ftttbtr, BonteStreet 11Kb.
In her Parterrewohnung des Hanfes war ein Institut de beauta, im rriten Stock ein Tomen- klcidersalon, im nächsten rechntr CI Stabir, und dieses zweite rL»rfroerl verdiente mehr al ? t beiden anderen zusammen genommen Und toi arbeiten Damen' leitef'alons ir.ib Sckvnbnr?in't tute m London nicht mit Verlust.
Cl jkabirs Vohpung bestand aus vier ,im- mern. Das erste war ein Sartenaum Das zweite war das Arbeitsgemach des Magie. , b-i? brnr •e n Privatraum, dos viert' war ganz lein und diente ihm als Ausfichtswfn.'el: ei lag neoen dem Ärbeits-- und dem Wartezimmer und war mit beiden verbunden, obgleich diefe Eingänge durch schwere Draperien verdeckt waren. PeMagromm- geschmückte Draperien dingen überall herab, al? Türen und Ecken verbergend,' und durch dieie braver sengeschmüchha. Türen flute? he Heymtt
irrb halbelegante Welt Londons in einem gleich, mäßigen ström au dem großen Magier, der in fernem Arbeitszimmer über den stlgstallkogeln träumte Ein mystischer Räucherduft schwebte durch das Gemach, dos von einer martschimmerndm l^'laskugcl an der Decke erleuchtet wurde: es ra* schelte unheimlich aus ten Mumienschränken, nx> der Seher ferne geheimen PapyruSdokumente her-* lüabrte: ein alter, grauer Aste ftnrrte regungsbo- aus einer Ccte, reo er in Gemeinschaft mit fernem Herrn über bre Rätsel des Daseins brütete. Aut emem Bern von 4‘ificn saß biner, m Träumen rer» un len, vas Ämn in die .‘öanb gestützt, die Nargilehpfeife zwischen den Lippen, und deutete jemni Sunden die Rätsel b*r Zukunft Niemand ventand es so wie er, den KriftallVtgekn fric Ge- be»nniiiif tu entlocken, die tu item Tiefen schlummerten, it rmanb tourte solche .Horoskope ;u stellen wie er Niemcach verstand es auch besser, sich dafür bezahlen ;u las'en Zwei bis fünf Guineen war
BreiS für ehie gewöhnlich' Sonfultatron, und für em i ach re Tinge, wie üfpnerytillenb» .-teufet* mittel, Skarabäen und gewöhnlichere Dalismmre. Aber gegen besondere Vereinbarung gab ei nicht-, was nicht in der Macht des schwermütig blickenten Orientalen stand: LiebesttLnse, Beriüngnngswaffei nach bisher ungedeuteten --yprischen Dokumenten, und koptisch Beschwörungssäckchen ynn Schutze gegen Unglück und böse Geister.
(Fortsetzung folgt.)
Nr. 98 Stodtes Blatt Siehener Anzeiget (General-Anzeiger für Gberhesfen) Vonnerstag, 2*. April 1921
t)e*tfd>cr Reichstag.
97. Sitzung.
Berlin, 27. April
H-aaS und Tribünen sind bei Beginn der Zit limg nur schwach besetzt
Aw Ministertisch der Rrichskanzier, Minister SffnonS, Wirth, Hermes.
Auf dcr Tagesordnung steht die
Anfrage fiter die auswärtige Politik.
Abg Dr. Rießer T. Vpt): 3m "Jtamcn her RcichSlogssriÄtionen, te? Zentrums, der Deut irfXh öoli'sN.'M'.tet, der Deutschfemokralischen Par tft und der Bayertsteen Pollspartei hab' ich fol gende Erllärung abzugeben: Nachdem die Von xmer BerHandlungen abqcbranm warrn, rat das deutsche Volk in fester Ent schlossen hoi t die über gcoste Tri e Doulschland: 'erhängtet, Zwangsmaß nahmen getragen D»t A.luecten hoben i rrtt Zneck nicht erreicht. Sie würden auch bntd? vecschärfte MastnalMnen ilm niemals erreist)en. Unseren Volks lenoffen bauten wir für ihre Treue Wir> find überzeugt, haft sie auch in Buiunft, wonn es not rombig werden sollte, dieselbe Standhastigkeit und Opfer Willigkeit beweisen würden. Sie enthebt uns »edoch nicht der Pflicht, alles zu tun, um neue Geivait abzuwenden. Schroeren Herzens, ober im vollen Gefühl unserer Verantwortlichkeit fprecten mir unser Cst,Verständnis ba^u aus, daß die Re g tranig den Weg, dcr sich ihr bot, betreten hat, um die ®ermitt1ung des Präsident ei, ter Der -inigten Staaten von Amerika zu ertangen. Wenn *r Präsident diese Aufgabe übernimmt, so eröffnet fick damit die Aussicht, der Welt den F reden zu geben, nach *dem sie ruft, und b e freifait ilx? Ent- micklung Deutschlands in ruhigen Bahnen zu liefern. Tie Borsckiläge, bi? dem Präsidenten Har ding mitgeteilt inorten sind, muten uns Unge- veure« M. Das deutsche Dolf ist aber gewillt, rikf- Imltslos zu leisten, was es nur leisten kann Es nrirb mit rms der Auffassung sein, haft für rück schauende Betrachtungen setzt nicht Zeit ist. Schlägt auch dieser Versuch fehl, so ist vor der (ftesckstchte ieftgrftellt, daft Deutschland alles getan hat, was in seinen Kräften stand, um der erschöpften nnd ,erftdrten Welt den Trieben zu schaffen. Zn bi?iem Benni fttfe in itrürrv das deutsche Voll allem orbree- • elt, m>s die Gewalt verhangen kann, furchtlos unb ungebeugt sfandhalte.i, fZwuf links: JaMmer! Beifall bei ter Mehrheit
Abg. Müller- ganten (Soz.): Es daN "doch >icht vergessen werden, daß, wenn sich der Münster >n einer wenig teneidmswerten Lage befinbet, die frühere Politik der Rechten die Schuld daran trägt. Der erobernngssüchtige Imperialismus ter Rechten tragt die Vetmikworttoig Stürmische Unterbrechung. Pfuirufe rechts. Redner erinnert an das Frzetenspragvamiii des Grasen Westarp, ter den Gegnern sogar die Pensionen auserlegen wollte. Tast Profitent Harding das ihm angebotene Schcedsrichteramt abiebnen würde, iv.ar vorauszn- fCben. Das Kabinett hat hier auf eigene Veranfe Wartung gehandelt. Ter Minister meint, es entspräche auch den demokratischen Anschauimgen, Tvcim das Parlament nickt immer befragt werte, so vermag ich ihm nicht so olme weiteres zuzusttmmen. Lebensfragen des Volkes müssen zum mindesten im auswärtigen Ausschuft besprochen werten. Daft wir bis an die Grenze uirferer £<exfhmg5fäl)tilfeit werden gehen müssen, wissen rorr. Auch untere freunde im Ausland können uns hiervon nt.tt entbinden. Ater was bei der interalliierten Ge- werkschaftStanmig in Amsterdam beschlossen wurde, ist 'das Höchstmaß des Wohlwollens, das man im Ausland noch für uns übrig hat. Pnvsesstor Hötzsch bedauert, daft wir nicht rasch genug gehandelt haben. Wie verträgt sich das mit dem teutschna Nona len Jubel über den Abbruch der Londoner Verltandlungen, und dem Programm, setzt unsererseits leint weiteren Vorschläge zu machen. Gegenüter den Borwürsen Briands, daft wir den WtÄ>erauslau FraaikreichS abiiditlich trerjögtrt hätten, stelle ich fest, daft wir bereits un August 1919 ter französischen Regierung die Lreserung von 60000 Holz barocken für die dringe, d 'e Wohnungsnot angtfaoteu haben. Frankreich hat dies abgelehnt. Die Vonvürfe treffen uns also nicht. Immerhin ist es mit Sachleistungen allein nicht getan. Im übrigen sind wir noch heute der Auffassung, daft die Pariser Forderungen in 42 Jahren nicht erfüllt werden können. Der neue Vorschlag sielst ferne Frist vor Damit wird die Last auch noch einer zweiten Generation aufgebürbrt. Das muft schliesslich ertragen werden. Jedenfalls wird die Deutsch^' Bolkspartei. die mit in der Regierung sitzt, selbst am besten beurteilen, daß wir die Lasten tragen können. Die Lebenshaltung, welche reiche Saite bei uns führen, und die gewaltigen Trvidcirden, die bei uns ausgeschüttet iverden, geben freilich dem Ausland ein ganz falsches Bild von unseren Zuständen. Weirn dann gewffse Parteien noch immer den Mund voll nehmen, und wenn offen die monarchistische Propaganda mehr und mehr zutage tritt, kann man sich über das Mißtrauen im Ausland nicht wundern Es ist ein Skandal, daß die Teutfdmationalm sogar das Begräbnis der Kaiserin für ihre Parteivrovaganda ausgenutzt haben. kLärrn und Protestrufe rechts.'» Unwider
sprochen ist behauptet worden, daß alle Regimenter der Reichswehr Deputationen enffandt hätten. Ich lenke die Aufmerk'amkeit des Ministers auf diesen Punkt. Wir müssen, gm falsche Eindrücke im Auslande zu verhrndern, <Ä6e Sache im Reichstag klarstellen Rufe: Denunzanr! Was Sie mir zurufen, wird mich nickst abbaltcn, die 28ahrteit zu sagen. Daft noch immer Waffen verborgen gehalten rotrten, ergibt sich aus den kommunistischen Unruhen, ater es sind auch aus der anderen Seite die gleichen Befürchtungen berechtigt. Run kommen die neuen Meldungen übet Rüstungen im Osten. An sich sind die Beiürch fangen gegenüber Polen nach ten früheren Ersah rnngen berechtigt, aber politisch darf so etivas nicht ausgenutzt werden, unb wenn die Milüa rillen im Osten auf eigne Faust eine Mobilisation im Osten vorbereitcn sollten, so muß i'düdmigfi eingegriffen werden. Das ist grober Unfug, denn ein l-krieg im Osten würde uns nur in ein Aten - teuer im Westen hinein ziehen. Ich wo nie daher die Arbeiterschaft, sich evtl, an Selbstsckmtzorgani fationen im Olten zu beteiligen, ten.' das alle- find deutschnationale Propaganda mittel. Wir wollen imicr Volk gegen Wirtschafttichc Versklavung unb volittl'che Zerreißung schützen kBeifall bei den 'Soz.l
Zu großen Lärmszenen kommt es, al? der Abg Helfscrich <beutschnattonall seine Rete bamit te- ginnt, baß er tem Abg. Müller-Aranken vorwirsk, er habe mit feinen Ausführungen gegen den deutfcfen Militarismus gewollt ober ungewollt ber Entente Hilfe gegen Deutschland geleistet Die Sozialdemokraten rufen daaeyen tem Redner zu, daß er einer der größten Kriegsschuldigen sei.
Abg. Tr. Helfferich geht weiter atn tue ssnegs- ursachen ein unb versucht nachzuweisen, baß ber frühere Kaiser immer ten Frieden gewollt habe Tas Vorgehen ber Sozialdemokraten bedeute die Bewaffnung unserer Feinde. (Beifall rechts und Unruhe bei den Sozialdemokraten.) Als Redner die Ausführungen des Abg Mütter-Franken über die Beisetzung ber früheren Kaiserin als ein Zeugnis niebrigster Gesinnung kennzeichnet, begleiten ihn die Deutschnationalen mit Pfuirufen gegen die Sozialdemokraten, die von den Sozialoemo- kraten mit Gegenrufen beantwortet werden. Als der Abg. Tr. Helfferich sagt, Deutschland bedürfe einer moralischen Reinigung, wird ihm von ten Sozialdemokraten zugerufen: „Mit Ihnen muß angefangen werden?" Ms Dr Helfferich weiter auf die Kriegsurfachen eingeht, wird ihm von tem Mg. Müller-Franken zugerufen: „Sie lügen unmenschlich V*
Redner fährt sodann fort: Wir sind bereit, schwere Cofer zu bringen, um unser Volk vor einer .üatastrovhe zu bewahren Wir bringen diese Opfer aber nicht aus dem Gefühle einer Verpflichtung heraus, wie es leider aus ter gestrigen Rete des Ministers herausklang. Wir sind damit einverstanden, daß tem Präsidenten Harding das Vermitttungsamt angeboten worden ist. Aber es muß feftgeftellt werden, daß die Schuld an ten entsetzlichen Folgen des Krieges ten früheren Präsidenten Wilson trifft, ter nichts von fernen Worten etnaelöft bat. Das amerikanische Volk bat fein Urteil über diesen Mann Mich schon gesprochen. (Beifall.) Das Scheitern des Vermittlungsversuches des Vatikans erinnert an den Vorgang von 1917, wo die FriedensmSglichkeit von derselben Seite vernichtet ivorden ist. (Sehr richtig.) Wir verurteilen an tem Telegramm an den Präsidenten Harding das Angebot, ihm das Schicksal über unser Volk ganz auSruliefem. Durch die Ablehnung dieses Angebotes hat ber Präsident mehr Ctefühl für die Würde Deutschlands an den Tag gelegt, als die Staatsmänner, die dieses Telegramm abgesandt haben. Das Angebot geht überhaupt weit über unsere Leistungsfähigkeit hinaus. Der Mimster bat in London schon die ihm gezogene Grenze in seinem zweiten Angebot überschritten. Tiesmal ist er aber noch weiter gegangen. Auch protestieren wir dagegen, daß er nicht erst die Aufhebung der Sanktionen verlangt hat. Der Minister hat zweifellos den testen Witten, aber nenn er die Grenze unserer Leistungsfähigkeit zum Gegenstand eines Schachers macht, so Emm er ffn Auslände nicht auf Vertrauen rechnen. Je weiter wir zurückweichen, desto unerhörter imrd die Sprache eines Herrn Briand Solche Worte, wie die Franzosen sie gegen uns anroenten, von Gendarmen imb Gerichtsvollzieher, sind von uns nie gebraucht worden. Es ist erbärmlich, einen Wehrlosen fortgesetzt mit Gewalt zu bedrohen, und wenn heute ter „Vorwärts" sagt, wenn unser An gebot noch nicht genüge, müsse es den Wünschen angepaßt werden, so übersteigt dies doch alte Grenzen. Wer die Pvlittk ans der Geschichte kennt, weiß, daß man damit nicht durchkomml. Wir kämpfen noch heute mit Ludwig 14., wie schon der Geschichtsschreiber Ranke erklärt, Frankreich will an ten Rhein. Aut die Bezahlung kommt es ihm gar nicht so sehr an. Es gilt nur daran festzaihttten, daß die Gewalt ein Ende hat. Die Lasten des Krieges treffen nicht nur die Woh.hatendm, nein auch die Arbeiter. Denken (Sie an Irland, das heute ftattjubt, nur noch vier Millionen Einwohner hat. Solch ein Schicksal will Milterand auch uns bereiten. Das I deutsch: Volk bat schon schwere Schläge überstanden
Fast scheint eS, als ob unser Volk alle hunbat Jafar vin-e moralische Züchtigung nöttg tobe <Die Kreise, dir nm zu uns rechnen, trauern in Sack und Asche großer Lärm und PsuirufeV aber andere Kreise amüsieren sich nach .üräitcn. Die Weltgeschichte, die mit tem Jahre 1807 incht zu Cnte war, wnd auch mit dem Jahre 1921 nicht ou Ente fein. Beifall und Häntellatschen mit ten Tribünen.)
Der Präsident rügt das HändeNätschen
?ftg. Tr. Breitscheid USP. verweist in enter Linie aut die moralische Pfii in zur Wieder - gutmachnng, insbesondere, locil bi - früLerr Regime nicht nur bi: Fnefentzmög 1 bleit richt .c- ickwv'end b<hantelte, io. d-in auch un Znteresie des Maptialtenuu' unnötige Zerstörungen angvidirt bat Diese ganze militärische (flique war stärker als ter staiser von Gottes Gnaden Zn meinen Händen ift ent Aktenstück übe. die i'bantaniirtvii Friedenspläne, die Belgien >j d die 'Seelüfte iür imS verlangen unb d:e selbst ^lalta Cngla. d tteh- men wollten. Man trollte Amerika 30 MiUt.ird.it Dollar unb Frankreich 40 Mitttarten Flanken aut- crlegen. Mit faldyn Plänen sind die Beninh t-tgeit des Nuntius Pacctti zum Sck'eiteni gekommen. Mit solchen Plänen sind aber auch die Wege ter Entente gepflastert Was wir ter Entente zu- gefdirieten haben, will diese uns letzt aufbürden. Die Arbeiter suchten natürlich Wege zu nuten, welche bic Arteiterschast am wenigsten bjlaf.e Die Arbeiter träfe keine Sck u'd am Kriege, trotzdetn müsse ter Arbeiter mitbüßen. Tie Antsterdamcr Beschlüsse sind diesen GeiichtSpuntten entgegengekommen. (Somit hat die 2lrbciterfd>aft zuerst rraktische Wege zur Gesif .dtmg eingeschlagen. Vielleicht ist die'Regierung sich darüber klar gnojiten, daft sie mit den Arbeitern bester fertig geworden wäre, als mit den .stüpitaliiten, denn die Kapitalisten streiten sich immer nur terufet, lütr bezahlen sott, ohne doß sie zitm Ziele lammen. 'J^atüdith will die Arbeiterschaft ber Eittoni * auch zu ihren Rechten gelangen. Zn Frankveich wird auch bald ber Tag kommen, wo die Arbeiterschast ihr Wort in die Wagscknüe werfen tarnt. Ater wir wollen schon jetzt wirten Wir seheit in der Fortsetzung der (stewaltpolitik einen Fehler, >vie er in ten Sanktionen zu Tage tritt, und keinen Weg, ter zu einem endgültigen Zusdmd führt. Die geroaltfame Lösung hat z B. in England zur Arbettslosigteit und zum Streik geführt. Wenn die Teutschnattonalen nicht den Mut ftitbcit, enb^ sich zu sagen, was sie mit ihrer Gewaltpvovagaitda wollen smd sie lediglich sckslechte Komödianten. Auch sie halten einen neuen Krieg für Wahnsinn, aber sie wollen mit ihren Putschereien politisckte Geschäfte machen. si,Sehr richtig!" bei ten Sozial tenwfr atm.) Wir haben nichts dagegen, wenn jemanb ter verstorbenen Kaiserin seine Pietät beweist. Was der Monarchistische Mob aber nt Potsdam getan Hot, das war eine Lei- chenparate, eine Temoitsttation, bei ter sogar ein amerikanisck)es Eliepaar Mutig mißhandelt wurde. (Unruhe rechts.) Bei der Ente waffnungsaktion hat die Regierung recht wenig Energie entwickelt. Tie Regierung hat viele Sünden auf sich geladen Sie hätte nach tem Scheitern ber Londoner Verhandlungen rechtzeitig nme Vorschläge machen müssen. Fraglich war, ob es zweckmäßig war, daß zu derselben Zeit Herr Simons in Lugano Politik machte, während .Herr Fehren- bach im Schwarzwald weilte. Es scheint doch so, daß der alte Geist trotz des modernen Gewarioes noch immer lebt. Sonst hätte ter Herr Minister nicht zu seiner Vertretung im Auswärtigen Amt Leute netaffen, die noch immer alles abstritten, während der Minister schon Herrn Sau er wein empfangen hatte. Wir haben gegen das Interview nichts einzuwenden. Wir bedauern allerdings, daß die Schwenkung, welche die Regierung zweifellos vollzogen hat, bis zum letzten Augenblick be- ftritten wurde. Wir bedauern im Gegensatz zu teu Deutschnationalen diese Schwenkung nicht. Sic hätte vielmehr schon längst erfolgen sollen. Auch die Indiskretion der „Germania" ist verständiich. Gemunkelt wurde genug. Wer weder das Parlament nod) der Auswärtige Ausschuß konnten etwas erfahren. Tas Parlament muß in der Lage sein, rechtzeitig einzugreifen. Mit der nach träglitfen Entlassung der Minister kann ein Schaden am deutschen Volke nicht geheilt werden. Jedenfalls war das deutsche Volk vor dem Erlaß ter Rote nicht gefragt woidm Ter Minister konnte somit nicht gut ffn Namen te? teuriehen Balkes sprechen. Die amerikanischen Ge schäflsleute, die hier weilten, haben unsere deutsche Pollttk geschäffskmrdia in die Hand genommen und nach ihren Wünschen geleitet Das ist fein, deutsche Politik, sondern eine Politik a la arteten Miesnick. Im übrigen erwarten wir nichts von ber Vermittlung, denn einen Erfolg farm es nur geben, wenn den Pariser Wünschen sehr nite gekommen wird Ob die Regierung bleibt oder nicht, ist gleichgültig. Aber jeder kommenden Re qimmg werden ebenfalls die Hände gebunden fein Diese bürgerliche ^Regierung bat alles auf eim 'tarte gefetzt Sie hat mit ten Jntercffen des >?uricfen Volkes ein Hascrrd'viel getrieben. Kommen wir mit einem Mauen Auge davon, Herr
1Mühxuci< iWtrrenbarf), w üt das richt Ber- dienst, ionteni cn iint>td:eirtes 6Hü.f Beifall)
Abg irröblikb vitnmu vermißt in der (Srfiärung ter Mtxxlffionspatteien ieic t ivlitifdru Gcdanten. vvlemi ieri gegen die 'icrtiic als iür teu 51 rüg veranuvonttcb und gmfi ten Abgevrte netn vdhend) an Tw Angrifa Ad.1 ordnet« Müller Franken mn die Reckm nki hätten lediglich ten 3m. tf, bet Sckü'ier ütei die Ergangen beit Au ziebeii. denn die MohrdeitS-ozialisten i«ncn an Sriig auch nirtrt helfe: als die Rechte. Tas bein ist schon ihre Äj- ' i Innung ; m ,mrten «n 5 <• ■ Li Redner gebt fvdann oui unierv ^’ruulage ein und meint, >ni wir die ungcteuren Lasten gax nicht weiter trage» können, es se, d.mn. Nift es auf Brot Verteuerung dinausläust Eine so '»nllare Pxstffik fn tatiätblidi ein Hasardspiel Frankreich bäte die Macht Es nrelle eine imperialistische Politik und Ix'gc aut winichaflliche Zragen gar kein ttzewicht Daher spiele auch Herr^Louckieur feine ^stvlle m.lr Frankreich wolle die Sanktionen und werde sie durchsetze», da der ffanzösifch englische iHrgenfab ucrfdmnmten sei. Llovd Ok-vrge stoße nicht mehr den frütercn Sckwei und) einem teutfdrn risallistt zur Niederwerfung ter Revolution aus unb sei damit einverstanden, daß Frankreich über reifere Leiche hinweg ten Bolsckxlvisten an die Gurgel fafeen. Die Franzosen ,vollen Deutschland politisch frertrümmeru mid wirtschaftlich vernichten. Die deutsche Industrie bricht zu lammen. Der Arbeiterschaii drob.m unerhörte Lasten. ?(bcr schon bemüht sich bei KapitaliSmuS, daraus seine >konsegnenzen yu ziehen Herr Stinnes setzt füfi ffn '.'lu*lanb em, um die 9iol nxxt) zu verschlimmern, unb die Arbeitnehmer leimen icte iveiterc Lohnechöbung ab Tic 9tote an Amerika Ixhcutrt nidito mideres, als dem Kapitalismus die Möglichkeit zu arten, sich m la national zu festigen Die ganze Polittk der letzten Tage bis zu ten blutigen .stampfen in Mttel- teut)44anb war mir ein weiteres <5Hub nt tem Bestreben, die Arbeiterschaft an die Sttavenkett. zu fcsfeln.
Vizepräsident Tittmann bittet den Redner, zur Sache au kommen.
Abg. Fröhlich fährt Tort: Die Konterrevolution deS iiitcriiationaien .stapiia'.isniu- schrat et vorwärts. Ta gibt es für die bcutfdy Arbeiterschaft nur ein Entweter-Oter. 99er sich dieser Polittk entgegenstettt, ist ein Verräter ber Arbeiterschaft — Als Redner ausführlich die Tatigfeit ba Sonder geeichte kritisierst, ivt.b er jum yudtenmal zur Sache gerufen. Er schließt mit einer rknnpff- arrfage an ten Kapitalismus.
Jiad) persSn l icfen Benier kirn gen tes Abg Müller- FrMifen unb Helfserich vertagt das Haus die Weiterberatung aut morgen nachmittag I Uhr.
Die Pftnststferfen
Berlin, 27. ".'ipril. (Wolff.) Ruch dein Bcsck>luff des AeltesbenQuSschuffeS des Reichstages dauern die P f i n g sb- fetten vom 7. Mai bis yan 31 Mai.
Landwirtschaft.
ata Bon ber Bergstraße, 26. April. Jetzt bietet auch die Obstblüte unfern: Bergstraße, besonders in ten tiefen Lagen einen traurigen Anblick: Die M fiten blätter sind gekMich, wie Derbmimt, die Fruchtansätze schwarz unb verdorben, unb das juiuje Laub hangt schlaff mih zerdrückt an den Sliefen. Zhr ter vorigen Soiut- kagsnacht hatte sich der harte Reif mehr nach der Rheinebene hin verbreitet, aber am letzten Samstag ist er auch bei uns stark aufgetreten Die Wärme- ausftrablung m der klaren Bollmondnacht ist fo stark gewesen, daß die über tem Boten tagemfe Lustschicht unter den Taupirnkt sank. Wo rin wenig die Luft durchfkrrichen konnte, ist die Apselblüte von tem starken Ras imb leichten Froste unberührt geblieben. Darum haben in ten Tiefen, an manchen '•(bhängen und Häuserwänten, wo rin leichter Luftzug nicht ankommen tonnte. Mitten, Laub, Rcbcnichößlmge unb zartes Gemüse stark gelitten. Alles Blattwerk, das viel Feuchlrgfeff enthält, wie Salat, Spinat, junges Laub, ist natürlich vom Froste am meisten zusammengedrückt. Der- llammt unb stark bereift motten Zunge Fruchtansätze haben mehr gelitten als das erst Auf- geMühte, bei dem würziger Duft unb prangende Frrscfe sich stellenweise noch erhalten baten.
Aus dem Amt4verkündigunast>latt.
Tas AmtsverkündigungSblatt Nr. 60 vom 26 9lpril enthält: SteverabMg vom .'Arbeitslohn. Sonntagsrube. — ErwerbshMen- i'ürforge - Dienslnachrickten — Feldbevrinigune gen '.fthrm'ter und Holzheim. - (femrinhttnefedagt zu Don'^üll.
Sonn tags ruhe. Da für bie Landgemeinden Ansnahmeli fftr die Sonntagsruhe durch das 'treidaurt nicht getroffen sind, britehtall gemeine Sonntagsruhe für die offenen schäfte, insoweit Ausnahmen durch die Landgemeinden nicht getroffen wurden
Lotterie. TaS Ministerium deS Fffnern hat tem Vorstand des Thüringer Museums in
Zerrn Collins Abenteuer.
Roman von Frank Heller.
3. Fortseftili'.g. Flachdruck »erbotcn
Philipp iog all dies Neue mit offenen Poren em Großstädte hatte er schon viele geloben, ater nichts wie d.efes London. London, inckber Älang fdvm im Namen! Loichmi — ab, eine rcuie Stabt zum Ausplm'Lern, »iiiette c. baiKai t Jür 'ick> leihst. Fch loecte- frc racsv.imtern Treie Mil« lionen wetten für mich arbeiten. M.t mcrnm 70 000 werte ich London besiegen, mb Amban mitt» mir Denkmäler errichten unb muh Str nennen.
So dachte Herr Philipp Collin, denn er war stolz aut seine dänischen Erfolge unb lächelte dabei sanft tem Gewimmel ter Ririenstadt <u iÄint reantelte ihn plötzlich die Lu;t an, cme Zigarette zu rauchen, er zog ^in Attteral und wme Zündhölzchen heraus und zündete sich eine.1. d-'llah an. ITnb dann hielt et mitten in ber Bewe nmg mne, ghne das Zündhölzchen aus-zü oicben, denn es war chm mit ernemmal (um Bewußttern getanen, daß bte Bewegung, die er gemacht hatte, nm die Zigarette hervorzun^bmen. fo merkwürdig leicht vor sich gegangen war Er fast.an -uh herab. Die zwer obersten Knöpfe seines Reveuluers waren geöffnet. Unb wenn er eure Safe sicher wußte, P war es, daß ör den Ulster iugetaä^t, Äü


