Nr. HZ
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Erster Blatt
UL Jahrgang
Montag, 27. Juni 1921
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Griechenland und die Alliierten.
Athen, 26. Juni. (HavaS..) Die Blätker veröffentlichen den Text der Antwortnote, den die griechische Regierung auf den Schritt der Alliierten gegeben hat. Die grre- chischc Regierung erklän. dah sie für das ihr gemachte Angebot sehr dankbar sei, dah aber die Lage so sei, dah eir die militärffchenInteressen maßgebend sein könnten. Der Kampf im nahen Orient sei das Ergebnis der Anwendung der durch den Friedensvertrag festgelegten Bestimmungen. Gne- chenland werde in Kleinasien von der Pflicht gegenüber sich selbst und von der Absicht geleitet. die gemeinsamen Entscheidungen der Mächte durchzusetzen. denen sich die
1 entziehen versuchten. Jeder Aufschub
Die Lage in Oberschlefien.
(Sine Note der Botschafterkonferenz.
Berlin, 25. 3uni. (Wolffs Dem deutschen Botschafter in Paris wurde folgende von E a m b o n gezeichnete Rote der Dotschafterkonferenz übergeben
Die Dotschafterkonferenz erhielt von der ' Liste deutscher Geiseln Kenntnis. die von den Insurgenten in Oberschlesien sestqenommen und nach Polen gebracht worden sein sollen. Die Botschafterkonferenz wurde in ihrer Rote vom 9. Iuni bei der vol- Nischen Regierung vorstellig, um die Fkeilas- sunq der willkürlich festgenommenen Personen zu erwirken. Die Konferenz hat die Pflicht, die Aufmerksamkeit der deutschen Regierung auf die Persönlichkeiten zu lenken, die der Konferenz als in verschiedenen Lagern Deutschlands interniert gemeldet sind unD Die in der beigefügten Liste namentlich aufgeführt werden. Ich habe die Ehre, Sie namcne der Dotschafterkonferenz zu bitten, bei ^''^Regierung dahin vorstellig zu werden, dah diese alles unternimmt, um die Auslieferung der Geiseln sicherzustellen. Eine derartige WaHnahmc entspricht den elementarsten Re-
Der dreijährige Durchschnitt ! bei der Steuerveranlagung.
Der Hansa-Dund schreibt unS: ]
Das Deisptel des Fabrikanten, der in , einem Jahr 150 000 QEL verdient, im nächsten , 22000 Akk. Verlust hat und 12000 Mk. mehr Steuern zahlen muh, wie der, welcher in jedem dieser beiden Jahre 64 000 Mk., also durch- , schnittlich ebensoviel Einkommen hat, beweist nicht nur die Fehlerhafttgkeit der Steuerstaffel, sondern ebenso die der Destimmung, dah der Desteuerung immer nur das Ein- kommeneinesIahreSzugrundege- legt wird. Für alle gewerblichen und landwirtschaftlichen Einkommen, die ihrer Ratur nach schwan'end sind, ist das eine unerttägl che Härte, die durch die starke Staffelung der Einkommensteuer noch unsagbar verschärfen wird.
Ein Landwirt habe eine gute Ernte gehabt und an Viehverkäufen verdient; sein Einkommen berechnet sich in dem guten Jahr auf 150 000 Mk. Davon hat er 56 600 Mk. Einkommensteuer zu zahlen. DaS nächste Jahr hat er eine Mißernte, so daß er einen Verlust von 30 000 Mk. hat, das übernächste bringt Maul- und Klauenseuche, vielleicht auch noch durch Unvorsichtigkeit eines Knechtes den Verlust von ein paar wertvollen Pferden. ES ergibt sich ein Minuseinkommen von 1 5 0 0 00 Mk., was bei den gegenwärtigen Vieh- und Pferdepreisen nicht einmal ungewöhnlich hoch ist. Insgesamt hat er also in 3 Jahren ein Minuseinkommen von 30 000 Mark gehabt. Davon hat er aber noch 56 600 Mark Einkommensteuer zu zahlen. Er kommt in schweren VermögenSverfall.
Genau so jst eS bei Gewerbetreibenden oller Art. Ein gutes Konjunkturjahr läßt das Einkommen auf 1000 000 Mk. hinaufschnellen; in zwei folgenden Jahren wirtschaftlicher Krise ergeben sich 600 000 Mk. Verlust. WaS nützt es dem Industriellen, daß er in ihnen keine Steuer-zu zahlen hat, wenn ihm der ganze Gewinn des dreijährigen Zeitraums von 400 000 Mk. nicht nur vollständig fortgefteuert ist, sondern er dvrüber hinaus noch 151 600 Mk. bloß an Reichseinkommensteuer (ohne die son- ftigen Steuern) darauf legen muß!
Die alten Einkommensteuergesetze der Einzelstaaten, die etwas Sorgfältiger und mit mehr wirtschaftlichem Verständnis gearbeitet waren, als das überhastete Reichseinkommen- steuergesetz, wußten sehr wohl, warum sie den dreijährigen CinkommenSdurchschnitt wählten. Dabei bestand damals doch nicht eine so un- geheuerliche Staffelung der Steuersätze. Sie allein erheischt gebieterisch den dreijährigen Durchschnitt wieder einzuführen.
Unb zwar allgemein: Auch der K ü n st l e r, der in einem Jahr ein Kunstwerk verkauft, an dem er jahrelang gearbeitet hat, der Anwalt. der aus einem großen Prozeß das eine Jahr eine große Einnahme hat, während sich die einiger anderer Jahre zufällig sehr gering stellt, ja selbst der Rentner hat den Anspruch auf diese „steuerliche Gerechtigkeit".
Auch das steuerliche Interesse des Reiches verlangt gleichmäßige Steuererträge; riesige Ausfälle in schlechten Konjunkturjahren sind schlimmer, als ungerechte Mehreinnahmen in guten. Kommt doch auch hinzu, daß durch die Angerechtigkeit des jetzigen Systems die Neigung groß gezogen wird, die Hohen Einkommen guter Iahre zu verschweigen, zu verschleiern, zu versteden, um sich vor dem ruinösen Steuereingriffe zu schützen und für die schlechten Jahre vorzusorgen. Die llnge- rechttgkeit der Steuergeseye ist der stärffte Ansporn zur Steuerdeftaudatton.
Zahlung in europäischen Geldwerten.
Paris. 25. 3v.nL (MTV.) Die Repa- rationskommission veröffcttlicht folgendes offizielle Eommunique: Am Störungen des Wechselmarktes zu vermeiden, hat die Repa- rationSkvmmission beschlossen. versuchsweise für den Monat Juni zu gestatten, daß die deutschen Zahlungen nicht mehr mVo lla r S. sondern in europäischen Gelds orten auSgeführt werden. Diese Entscheidung konnte getroffen werden, dadurch, daß die betteffen- den alliierten Mächte das Kursrisiko übernommen haben, das mit den Zahlungen in deren Währung verbunden ist.
Die Kosten der Befavungsarmeen.
Paris , 26. Zuni. (WTB.) Der Brüsseler Sonderkvrresponbenl des „Lemps' teilt mit, daß aeaenwcr.ig von Sachverständi'ei der verbünde- ten Regierungen die Kosten der Defahungs- annecn im Rheinland geprüft, und daß die Angelegenheit demnächst in London bei der Zusammenkunft der alliierten ^r-anzmiNiUer geregelt werden soll. Belgien wünsche angeblich, daß die Kosten für jeden englischen Soldaten auf zwei Goldmark herabgesetzt wurden und d rß für die Belatzunaskoßen ^,n- Ge- samttc-.sch. l'i-mme von ungefähr 25?
Goldmari festgesetzt werden.
ratirnen würde den Türken zum RachteU gereichen und den Widerstand deS Gegners ermutigen. Die griechische Regierung werde stets bereit sein, in jedem Stadium der Operationen die Vorschläge seiner großen Verbündeten anzuhören. und sie hoffe, daß die Mächte von den Türken greifbare Vorschläge erhalten würden, um die Verwirklichung der aus dem Friedensvertrag erwachsenen Rechte zu ermöglichen, die den von Griechenland gebrachten Opfern Rechnung tragen.
Athen, 27. 3unL (Haoa s ) Die Antwort der Regierung auf daS Veemiulungsangebot der Alliierten hat auf die Oeffentllchkeit einen außerordentlich günstigen Eindruck gemacht. Die Abendzeitungen cmären einstimmig, daß eS für die Regierung ein gebieterischer Zwang gewesen sei, der nationalen Strömung zu folgen. Die Antwortnote bringe den eimtimmigcn Willen aller Griechen zum Ausdruck, mit allen Mitteln die hciliaen Rechte aufrechtzuerhalten, die von den Mächten festgesetzt worden seien.
Das irische Problem.
L o n d o n, 26. Iuni. (Wolff.) Reuter meldet: Lloyd George richtete an den Präsidenten der irischen Republik de V a l c r a ein Schreiben, in dem de Dalera ünb seine Parteigenossen unter Gewährug freien Geleits eingeladen werden, nach London zu kommen, um dort mit dem Premierminister für Rordirland, Sir James Eraig, alle Möglichkeiten einer Lösung der irischen Frage zu prüfen. Das Schreiben fügt hinzu, die britische Regierung sei von dem heißen Wunsche beseelt, den verderblichen Streit zu beenden, der Iahrhunderte hindurch die Beziehungen zwischen den beiden Ländern England und Irland verbittert habe, die doch in nachbarlicher Harmonie miteinander leben sollten und beten Zusammenarbeiten so bedeutungsvoll sein würde nicht nur für das britische Reich, sondern für die gesamte Menschheit.
Das amerikanische Marinebndget.
Paris, 26. Zuni. (Wolff.) Wie der „Rew Bork Heralb" aus Washington meldet, ist in einer gemeinsamen Sitzung der beiden Häuser des Kongresses daS Marinebudget in Höh« von 417 Millionen Dollar- angenommen wov- den. Das nunmehr erledigte Flottengefetz sieht eine Personalstärte von 106 000 Mann vor. Der SntUaffnungSantrag Borah wurde nicht besprochen.
Eine Karnmerrede Ssorzas.
Rom, 25. Iuni. (WB.) In der Kammer etllärte der Minister des Aeußern, ©rar Sforza, er nehme mit Genugtuung von der Regelung des Reparationsproblems Kenntnis. Die E tsch.ießung der deutschen Regierung, den Zahlungsplan zur Ausführung zu bringen, die Entwaffnung und die Aburteilung der KriegSbeschuldigtcn vorzunch- men, fei der größte Fortschritt, der seit der Unter- zeichnung des Friedensvertrages auf dem Wege zur Befriedigung Europas erzielt worden fei Die gegenwärtige deutsche Regierung habe die feste loyale Abffcht bekundet, ihre Verpflichtungen zu erfüllen. Deutschland, oder vielmehr der bessere Test t>cj Landes habe anerkannt, day er durch die Entfernung der Gründe für den Argwohn und der Zwistigkeiten an seiner vollen wirtschasllichen und moralischen Wiederaufrichtung arbeite, was Italien mit herzlicher Gesinnung unterstützen werde. Gras Sforza fuhr fort: Richt der deutschen Regierung, deren gegenwärtiges Verhalten durchaus korrekt sei, wohl aber den Deutschen des einen oder anderen der Länder, die mit Hilfe von Ter» bänden mit mehr ober weniger ausgesprochenen Zielen ihre Blicke auf unsere geheiligte Alpengrenze zu richten waren, wollen wir sagen, dah unsere Mitbürger deutscher oder slawischer Abstammung durch uns die Freiheit haben werden, wodurch uns jedoch nur die größere Verpflichtung auferlegt wird, die außerhalb gesponnenen Ränke nicht zuzulassen. Gras Sforza berührte dann das oberschlesische Problem und crFIärte. ec zweifle nicht daran, daß man eine befriedigende Regelung finden werde. Indem er hervorhob, dah die Bevölkerung der strittigen Zone Gewalt anwandte, um einen tatsächlichen Zustand zu schassen, der auf die Alliierten von Einfluß sein füllte, betonte er, daß italienische Soldaten die ersten Opfer waren. Indem sie ihrer Pllicht in vollem Umfange gerecht wurden, brachten lie weit größere Blutöpfer als die Soldaten der anderen Alliierten. Die polnische Regierung machte einen scharfen Unterschied zwischen ihrer Verantwortlichkeit unb ber ber Insurgenten. ES wäre leboch wünschenswert gewesen, wenn sie auch in ihrem eigenen Intereste von vornherein eine Haltung eingenommen hätte, bie geeignet war, ]dbe Zweideutigkeit auszu schalten.
Graf Sforza betonte dann, daß in der italienischen Kammer früher noch alS ui irgend einem anderen Parlament von Sonnino die Rotwendigkeit verkündet wurde, Polen unadhänig zu machen Die polnischen Flüchtlinge hätten stets in Italien ein gesichertes brüderliches Asyl gefunden, sogar schon zu der Zeit, als ber Zarismus in voller Blüte staub. Zetzt könne Italien Polen freimütig erklären, baß. wenn Polen gedeihen wolle es überall den Frieden wünschen müsse Das oderschlelischc Problem sei ein Problem der Gerechtigkeit für alle Die Abstimmung habe chren Ursprung im Vertrage von Versailles. Sie müsse in den Grenzen des Vertrages geregelt werden, ohne daß Gewalt, von welcher Seite es auch immer fet, zur Anwendung komme.
Die Auslösung der Selbstschutz- Organisationen.
■Berlin, 25. Zuni. (WTB.) Amtlich.
31. Mai b. I hat. wie bclanntgegcben. bu Reichsregierung der interalliierten Militärkow- trvlllommission die biS au diesem Zeitpunkt geforderte Liste der aufzulösenden Selbstschutzorgani- fationen überreicht Mit Rücksicht auf den am 30. Juni bevorstehenden Ablauf der im Ultimatum für die Auflösung gesetzten Frist hat die Reichsregierung nunmehr die formellen B e • kanntmachungen über die Auflösung bei Einwohnerwehren in Bayern, der Ort*- unb Grenzwehren in Ostpreußen und der Organ ila Honen Escherisch erlassen. Don der amtlichen Ver- öffentlichung dieser Bekanntmachungen an. die am Montag im ReichSgeietzblakt erfolgt, sind die Organisationen aufgeßfL Ihre Eintragung im Register ist von Amts wegen zu löschen. ®le Beteiligung an ausgelösten Organisationen ist flraf- bar Die entscheidende Wendung in der frage ber Auslösung ist bekanntlich dadurch eingetreten. bap, während der Friedensvertrag von SeLst- schuhorganifationen nicht spricht, das Ultimatum vom 6. Mai dS 3- in Verbindung mit der Pa- rffer Rote vom 29 Zanuar Deutschland auch die Auslösung der Selbstschutzorganifctionen auferlegt und die Bestimmungen deS 7p ; tcntDcrtrage* in diesen für Deutschland ungünstigem Sinne interpretiert. Die ReichSregierung war durch die Annahme deS Ultimatums gelungen, mich ihrer- teils diele von ihr früher bekämpfte Auslegung der Artikel 177 unb 178 de* FriedensvertrageS anzuwenden. ZustLndrg fÜr die AuslösungSver- fügung auf Grund der Artikel 177 und 178 find nach dem Gesetz vom 22. März 1921 bteßantx*» regierungen unb wenn diese von der Auslösung ablehen. die ReichSregierung Die beteiligten Landesregierungen haben eS zum Xetl vorgezogen, bie Verfügung der ReichSregierung zu überlassen, wollen jedoch selbstverständlich. getreu der Verfassung und in Anerkennung der Zwangslage der Reichsregierung, dieser Verfügung Rechnung
Reichsregierung richtet an alle ‘Beteiligten die Aufforderung, auch ihrerseits sich mit Rücklicht aus diele Zwangslage sich m bie gegebene Rotwendigkeit im vaterländischen Unteren«
^Tr l i n, 25. Iuni. (WTB.) Die Bekanntmachungen des Reichskanzlers über die Auflösung der Selbstschuhorganisativ- neu haben folgenden Wortlaut:
1. Auf Grund des 8 1 des Gesetze- zur Durchführung der Rrtikel Ar. 177 und 178 bei Friedensvertrages vom 22. März lS21 toetben in Verfolg des Ultimatums der alliierten Regierungen vom 5. Mai 1921 bie in der Prvvu» Ostpreußen noch bestehenden Ort6- unb
। ein der Gerechtigkeit unb trägt dazu bei, die I Beruhigung herbeizuführen, die die deutsche
Regierung sicherlich wünscht. >,
Der Rote sind zwei Anlagen beigefügt. , und zwar eine Liste Der in Deutschland inter- । nierten Personen, die 73 Rainen enthält; eine । weitere Liste enthält die Ramen von 44 Per- , onen, die aus Polen stammen, ihren Wohn- , itz in Oberschlesien haben und sämllich in EottbuS interniert sein sollen.
Leronds Doppelspiel.
Berlin, 25. Juni. (Privattel.) Der „ßolalartaeiger“ veröffentlicht einen Geheimbericht des Generals Lervnd an die französische Mission in Berlin. Wie das Blatt behauptet, erhielt es den Bericht auf einem Wege, der es ihm gestattete, die Authentizi- tät des Schriftstückes nachzuprüfen. Der Bericht ist diktiert von hysterischer Angst vor Deutschland. ßeronb fürchtet, dah der Selbstschutz in Oberschlesien immer stärker wird. Er faselt von einer engen Verbindung zwischen dem Selbstschutz und der Orgesch. Der Bericht fährt dann fort: „Korfanty oerliert dagegen täglich mehr an Popularität und wird nächstens gezwungen sein, Oberschlesien zu räumen, wenn wir nicht sofort alle strategischen Punkte einnehmen, um dadurch den deutschen Vorstoß aufzuhalten und so Korfanty im Lande zi» behalten. Wir haben infolgedessen mit allen anderen Cßertretem der Entente folgendes beschlossen: 1. Korfanty kann auf dem Gebiet, das er besetzte, jene Organisation fortführen und vermehren zum Schutze der polnischen Einwohner. Wir fordern von Korfanty, daß er unseren Ge^eimbefehlen unbedingten Gehorsam zollt. 2. Die Truppen der Alliierten müssen zu einer geschlossenen Gruppe zusammengezogen werden und die spezielle Aufgabe erhalten, toeiterc deutsche Vorbereitungen und Vorstöße, sowie die Besetzung strategischer Punkte, ebenso die Vereinigung der deutschen Abtellungen zu einer Front zu verhindern. 3. Unsere Truppen müssen so aufgestellt und verstärkt toerben, bah wir jeben Augenblick bereit sein können, bie beutschen Truppen zu entwaffnen unb ihre Munition zu beschlagnahmen, falls sie nicht auf ben ersten Befehl von uns bie Waffen ausliefem."
Eine anbere Melbung aus Oppeln melbet: Der von General Höfer entworfene R ä u - mungSplanist von ber interalliierten Kommission mit geringfügigen Aenberungen bewilligt worben. Die Insurgenten haben sich gefügt Sie haben bie Verpflichtung übernommen, am 28. Juni mit ber Räumung zu beginnen. Erst wenn mit der Räumung Hindenburgs der Beweis erbracht ist, dah die ernstliche Absicht besteht, auch das Industriegebiet frei zu machen, werden sich die deuffchen Selbstschutzorganisattonen zurückziehen. Von hier aus werden sie, je nach dem Fortgänge 1 her polnischen Räumungsaktion, die am 5. Juli ' beendet sein muh, ihren Bestand auflösen.
Die Not der oberschlesifchen Städte.
G l e i w i tz, 25. Iuni. (WTB.) Die Glei- witzer Stadtverordnetenversammlung fahte eine Entschließung, in der eS heißt: Roch immer sind die oberschlesischen Städte von allem Personen- und Güterver- 1 kehr abgeschnitten. Schon jetzt sind Tausende 1 von Arbeitern beschäftigungslos. Die Gefahr ; ber gänzlichen Arbeitseinstellung rückt jn bie 1 nächste Rähe. Erneut forbert daher die Stabt- 1 oerorbnetenoerfammlung bringend von allen ' Regierungsstellen, von ben interalliierten ' Mächten mit allen Mitteln zu verlangen, die ' Säuberung des oberschlesischen Landes durchzuführen.
Reparationskohleo.
Paris, 25. Juni. (WTB.) Die Reparationskommission beschloy, bie auf Repara- ttonskonw abzu'.icsernbe K o hl e n m e n g e für ben Monat Juli 1921 auf 2 200 000 Tonnen festzusetzen. ES ist bieS bie gleiche Menge, die von ber Kommission bereits für bie Monate vorher festgesetzt war.
Wirkungen des oberschlesischen Kohlenausfalls.
Essen, 25. Zuni. (WTB.) Heber bie Wirkungen beS oberschlesischen Koh» lenauSfalles äußert sich bie Deutsche Bergarbeiterzeitung in Essen. ES wirb beson- berS barauf hingewiesen, bah infolge des Ausfalles der oberschlesischen Kohle die Qualitäts- frage arohe Schwierigkeiten bereite unb daß neben den Anforderungen der Entente die gesamte Steinkohlenversorgung Deutschlands zur Zett auf dem Ruhrrevier laste. Die Herabsetzung des Hüttenzechen-Kontingents, die Einschränkung der Kokserzeugung und die bevorstehende Heraufsetzung der Preise für aufbereitete Kohle seien die Auswirkungen des Sortenmangels. Der Artikel weist auch auf die durch die Kohlennot heraufbeschworene Gefährdung der Ernährungslage bin. Die Besserung der Wagengestellung und bie ausreichenbe Bevorratung ber Eisenbahn seien lediglich ein Zeichen deS erheblichen Rückganges des Güterverkehrs.
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> der Ope-1 fönen, tzie sich an einer der ausgelösten Orgam-


