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m. Jahrgang

Srettag, 27. Mak 1921

ilifdje wie die

er gleichs-

dem Mi"

der Abstimmung

icke Linie zu kommen, .ndmb erfolgt, so sollte

heurige

Brioni) erwirbt fich ein öertroucnsvotnm.

ui einem dreiwöchigen Kuraufenthalt nach Bad Mergentheim in Württeml>erg begeben, da er vor kurzem plötzlich von einem scMerz- lwften Leiden befallen wurde.

No-fkS cinziqcr Sohn gkstordkii.

Nach einer Meldung deSLokal-AnHet- aers" ist der einzige Sohn No-feS, Egon Noske, der im Ärieg schtoer verwundet wor­den ist, an den Folgen der Verletzung im Alter von 26 Jahren gestorben.

Kommunistknvkthaftungkn.

Der frühere sächsische kommunistische Land« tagsabgrordntte Weimer, gegen den die Du-Stmer Staaisanwottschaft einen früftbefehl wegen Loch- vcrralS erlassen hatte, ist nach einer Meldung des B. T." in Stuttgart verhaftet worden, wo er in den iräcksien Tagen von dem Sondergericht ob ge­urteilt werden tmrd

Nach einer Meldung derNoten Hahne" aus Essen ist dort der kommunistische l^ntrifcfrrtär Graul von der Kriminalpolizei verhaftet worden.

Teuschla d die Reparationsschuld ke>lhtt hat Nach 9tbfcrnf von 30 Jahren fei eine neue Dolksabst im mung vorgesehen Polnische Grmocnbungcn sotten durch geheime Berstcherungeu gegenüber der Warschauer Regierung befer tgt werden, daß nach 30 Jahren die polnischen In-

Vit Hauptversammlung Deutscher Zeitungsverleger.

Nürnberg, 25. Mai (Wolff.) Die Hauptversammlung be3 Vereins Deutscher Zeitungsverleger, die unter überaus starker Beteiligung heute im großen Saale be$ MnstlerhauseS stattfand, führte zur einheitlichen Zustimmung zu den im vergangenen Jahre von txmt DorstMw ver­folgten Zielen und den künftig zu erfüllen­den .Aufgaben. Dr. Faber, der I. Vor­sitzende des Vereins Deutscher ZeitungSver- leger, betonte in seiner Eröffnungsansprache die sich immer mehr ausdehnenden Arbeiten und Bestrebungen des Vereins. Einmütig wurde die folgende, vom Vorstand deS Ver­eins Deutscher Zeitungsverleger oorgeschla- gene Entschließ ihn g für daS bedrohte Oberschlesien angenommen:

.fLv L-auvtversammtung deS Vereins Deut­scher ZeilungSverleger richtet ihren Blick mit schwerer Besorgnis auf die sich immer bedrängter

-unehmcn, eine andere ^Regierung eS sein werde, mit der die .Hammer es bann äu tun habe

Es entsteht grobe Unruhe. Tie Worte von Klotz und von Briand werden laut kommentiert Briand will von der Nednerlribüne benmlerftciavn Infolgedessen entsteht Ruhe. Er kann prriahrrn und lagt, wenn die Regierung seit vier Tagen, angegriffen werde, bann habe er wohl das Reckt, %u verlangen, daß die Kammer seine Antwort an höre. Wir wollen daran Mitarbeiten, daß das Werk dec NeparativnskomMil'sion im Eürverstänb- nis mit unseren Alliierten erfüllt werde. Wenn morgen andere tvminxm sollten, die eine andere Politik machen als die meinige, eine kühnere Politik, und ihnen die Regierung den Platz räu­men muß, dami lagen Sie es frei heraus

Die Debatte wird geschlossen. Es tverden 12 Tagesordnungen chigebißd-t. "Rack tod irren unwesentlichen Ausführungen wird das B c r- trauensvotum für Briand mit 419 gegenl71Stimmenangenommen.

Die Tagung in Boulogne.

Paris, 26. Mai. (Wolfs.) Nach einer Mel­dung desPetit Journal" aus Boulogne wer­den dort Vorbereitungen für die nächste Sitzung des Obersten Rates getroffen, die in de» ersten Tagen des I um t statt finden soll. Diplomatisäie Agenten seien bereits dort, um alle Anordnungen zu treffen.

Paris, 26. Mai. (Wolff.) Nach einer La- vas-Meldung geht der Meinungsaustausch &ur Re gdung der oberschlefischen Frage zwischen Paris, London uno Rom m äußerst reget Weise weiter. Während Lloyd George am Tage nach dem Ausdruck des oberschlcsischen Auf­standes die Teilung des Landes durch den Obersten Rat verlangt babc. habe Briand den Grundsatz angenommen, den Obersten Rat erst nack der Aus spräche im Parlament tagen au lassen. Dabei baße cr darauf bestanden, daß die Bwingungen der tedp ni)eben Prüfung des Problems vorher mfammen- gefaßt würden m der Weise, daß man eine Lösung vonr politischen wie auch vorn toir t fd)a f V liefen Standpunkt aus treffen nrüffe. Äavas wÜl mm wissen, daß französische Sachverilandige die praktischen Einzelheiten prüften, um eine voll-

und es sei nicht unwahrscheinlüb, daß sie sich ihm ansdstießen würden. Dieser Bvrscistag bestehe darin, zwi'drcn den drei Kabinetten einen Meinung saus.' tausch herber-uftrbren, dessen Ergebnis dem Ober­sten Rat zur Ratifizierung unterbreitet werd-n würde, während die Eüvzelhetten deut Botschastcrrat überlassen blieben.

Paris. 26. Mai. (Wolff.) DasJour­nal" stellt fest, daß feit zwei Tagen der italie­nische Minister des Aeutzern.sich beton ders lebhaft bemühe, eine Ueberbrückung des sranzöfis ch-eng fischen Gegensatzes in der obersdjlesisckni Frage zu fuibai. Es sei ein lebhafter telegraphischer Meinungsaustausch zwi­schen der Eonsulto und den Kabin.tten von Paris und London im Gange. Man wisse nicht genau, welche Grenzlinie die italienische Regierung Vor­schläge, aber dieTribuna" fpredie davon, daß Polen der größte Teil des Berg Wertsbezirks zu- geroiCfCn werden solle.

Ein unabhängiges Obcrschlesicn?

Paris, 26. Mar. (Wolff.- Sie dreChi­cago Tribüne" mittcLt, sollen Pläne für ein u n » abhängiges Oberschlesien unter Verwah­rung bes Völkerbundes oder des Obersten Rater aufgeitelIt fein. Dieses Regine solle sich auf 30 Jahre erstrecken oder so lange andauern, bis

nistcrvräsidenten für diese Erklärung und geht schließlich dazu über, den französischen Vertretern auf der Londoner Konferenz zu danken.

Abg. Klotz erinnert daran, datz 'Briand ge­sagt habe: Es gäbe zwei Systeme, das der Abge­ordneten Tardieu und sorgest und das tanige. Das erstere fei nach ferner Ansicht ein Sprung ins Tunklo Er habe dann gesagt, er habe seine Verantwortlichkeit übernommen und die Abgeord­neten ausgefordert, das gleiche zu tun. Tarn» wolle er sagen, man solle seine Verantwortlich^ rr teilen. Tie Gründe für bi? Reibungen feien zwi­schen Frankreich und 'England immer zahlreich gewesen. So im Abkommen von 1904 seien jie sehr ernst gewesen Ader dreies AbSmmen haoe ine französffch^mglische Allianz ermöglicht. Der Abgeordncie spricht sodann von den finanziellen Klauseln des Londoner Abkommens. Turck einen Zwischenruf darwi erinnert, datz er rrüt.er er­klärt hab«, Deutschland wolle alles bezalsten, be­hauptet Klotz, man Hobe die e Äleußerung entstellt.

Ter Abgeordnete wird oft un:erbrod-en. Nach­dem Ruhe cingctrcten ist, wirst Klotz der ^Regie­rung vor, datz 'ne nicht zu gegebener Liunde Teutschland begreiflich gemacht habe, datz Frauk- reid' entschlossen ta, beit Frieden sveri rag res ver­tieren zu lassen. Klotz fragt den Mr-ffterpra'i- benten, ob es faiy> sei, datz 'die engn che Hoch­finanz gegen die Besetzung des Ruhrgcr.-btes ge­wesen fei Beifall.^ Brrand rurt: Arcketten Sie doch nicht mir 'solchen Argumenten : Klotz erwidert, er verlange einfach, datz man sage, bas­ta ialsch Er krii.'iert im rceüeret ine »yinany Elaufeln und greift die ttUemarioiuiIe Grotziinanz an. Er wolle ferne Friedensgewi mfer. Klotz ruft aus, daß O berfchLeste.i Polen zugeteilt werden müsse. Briand ruft dazwischen: Tas tvg ja nur von ihrer Regierung ab, uns vor den jettgai Sckwierigkci en zu lewcchren. Wiederum entr.ert ein großer Lärm, so datz'der Kammerpräsident L'tc größte Mühe hat, jid) verLändlich zu machen. Klotz stellt fest, daß die :hcgienrig wegen der fiichtbezahlung der 12 Milliarden Goldmark keine Sanktionen ergriffen habe. Die Regierung habe sogar das getan, was sie nicht hätte tun büren*; 2tc habe diese Summe zur großen Schuld ge- scklagen Das sei eine Abänderimg des Frieden --- Vertrages, die ohne die Zustimmung des Parla­ments die StaatsfÜTcnaen beeinträchtige.

Ministerpräsident Briand

ergreift bas Wort. Es werde gesagt, man Härte die 20 Mi'liarden nicht im Rest der Forderungen aufgehen laffen ''ollen. Dre Reparationsckmm s!um aber habe auf Grund bes 2lrrilels 234 geglaubt, und zwar einstmmng, daß sie die Gesamtschuld fest'eyen könne. Die Juristen hätten bas ge­wünscht und fetet darüber einig. Jetzt mune die fiannncr sagen, ob sie Vertrauen zu bet Regierung habe. Tie Regierung tonne nicht fortwährend um­lauert werden. Ter Vorschlag von Klotz,

Paris, 26. Mai. (Wolff. 1 Tie heutige Kammer fitzung begann unter wesentlich ge­ringerer Teilnahme des Publikums als btc voran- gegangenen Sitzmigen.

In der Fortietzung der. Inter ve l la - tivnsdebatle ergreirt zunackst der Abgeord- nete <>or in das Dort, um das Ergebnis bet Volksabstimmung in Oberschtaien dnrckzu'vrock.n. Tie Alldeutschen hätten imm-r der Venuck ge­macht, die vand auf Mteleurvpa ;u ^-aen. -ie hätten auch die Lldstimmung in £ ber ich. enen ge- fälscht und wenn man nicht achtgebe,^w wurden sie eine neue Bolksabstzmmttng m Obmchle'im organisieren, die zugunmm ern*> Awcklu'ses an Teuffchland ausfalle. Er ha^ ^erne

Antipathie gegen den Reick-kan,ler -_i. S1 r t b, aber in seiner Umgebung beranben lUD^emigc Per­sönlichkeiten, die ihn beimruhtgtan.^te deutickc Regierung habe virilmcht . die WliM, Befriedt- gung zu geben, aber habe ne auch d.e Macht dazu. Trotz d^s Schließens der obericktaticken Grenze bestehe die Gefahr fort. Er trage neb, ob man es in Berlin nicht mit einer voruber.gehen­den Regierung zu tim ha«. Ministerpralt-

bei Anerkennung ferner Sckulzeugnissc in den anderen Bundesstaaten auf diese Rücksicht nehmen. Würde z. B. föenei seine höheren Scknllen acht­jährig und Preußen die teinigen neunjährig macken, bann würbe wahrscheinlich Preußen die heffifcken Reifezeugnisse nicht aiterfemten. sDaraus folgt m. E., baß Hessen ben Abbau feiner Sexten um em Jahr, allo bis Ostern 1923, lr-.aus­schieben muß, um vor allem mit bem größten Bun­desstaat im Reiche in cckeiche Linie zu Font men. Aber auch wenn dieser Aufschub erfolgt, so sollte doch mit der Erörterung und Entscheidung über die erwähnten wichtigen Fragen alsbald begonnen wer­den. In Preußen ist man, wie ich weiß, schon längst an der Arbeit.

Nr. 121

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Aus dem belebten Gebiet.

Neue EinquartierungSlasten.

fpd. WormS, 26. Mai. Licr find in Jbcif letzten Tagen neue französische Trup­pen einquattiert nrorben, die sich sehr und licbfam bemerkbar machen. Täglich kommen Belästigungen und Mißbandiungen der Zivilbevölkerung vor, Frauen und Mädchen wer­den mit sdnmpstichcn Zumuttmgen bedrängt und Überfällen, Männer beschimpft und gefdilaiTrn. Tic Vorkommnisse haben sich derart gehäuit. daß die deutsche Behörde fich beschwerde^ führend an die BesatzunaSbehörde gewandt hat.

das eine andere Bedeutung. Schließlich spricht er die Ansicht aus. daß F-rankveich das Recht habe, Polen zur Mäßigimg und zur Klugheit anzuhalten.

Ministcrpräsidknt Briand unterbricht den Redner und erinnert daran, wie die sckwerenUnruhen iiMberschlestai ausgebrocken sind. Wiederum drückt der Ministerpra i >ent seine Mei­nung dahin aus, daß die Militärs, die in Ober- schlefien feien, in dem erregten Lande viellcidxt nicht so aearbeitet hätten, wie man es hätte wünschen dürfen. Taffächlich feien die Gebiete, wo die Bevölkerung fich als polnisch erwiesen habe, Polen benachbart, und die Gebiete, wo sich die Bevölkerung für Deutschland ausgesprochen habe, Deutschland benachbart. Was die wirt­schaftlichen Fragen aubetreffe, so gäbe es Sorgen, von denen man sprechen müsse, ohne die Empfindlichkeit der Polen zu verletzen. Das- buftriegebict arbeite für bie ganze Welt. AuS diesem Grunde bestimme auch der Friedens- Vertrag, daß auf die wirtschaftliche Notwendig­keit Rücksicht genommen werde. In vielen .Län­dern, die den Polen nicht ungünstig gesinnt wären, wolle man verhindern, daß eine uner* erfahrene Leitung das reiche Indu­striegebiet vernichte. Die industtielle Durchdringung sei so, daß diese Befürchtungen^ gerechtfertigt seien. Alle diese Fragen müßten in den Akten geregelt werden, bie bem Obersten Rat vorgelegt würden, bamit er seine Entscheidung treffen könne. Das sei auch die beste Bedingung für Polen, damit bie Frage rechtlich unb ohne Zweideutigkeit geregelt werde. Frankreich habe von der polnffchen Regierung verlangt, daß bie Be­stimmungen des Vertrages vervollständigt wür­den, damit, wenn Deutschland Oberschlesien ge­nommen werde, man ihm nicht auch die Zah­lungsmöglichkeit nehme, denn 15 Jahre hindurch müsse Deutschland Rohstoffe zu den heutigen Be­dingungen aus Oberschlesien belieben können, und das Gebiet sei verpflichtet, an den Reparations- Verpflichtungen Deutschlands paritättsch teilzu­nehmen. Er sei überzeugt, daß die polnische Re­gierung geneigt sei, diesen wirtschaftlichen Be­stimmungen Folge zu leisten. Nun verbleibe nur iwch die Interpretierung der Abstimmungsziffern nad) Kommunen, sowie eine geographische Grup­pierung unter Berücksichligung der Bvlkswirt- schaft. Ter sranzöstiche Standpunkt sei

gestattende Lage, in der die deutsche Bevölke­rung in den von den polnischen Bonden besetzten oder bedrohten Gebieten OderschlesienS sich be- ftndet. Sie gibt ihrer Entrüstung darüber Aus­druck, baß die verbrecherischen Plane der Polen uiigehmdett durch die französische Besatzung zur Ausführung gelangen konnten, und öerubert bie hartbedrängten Landsleute in der Südostmark des Reiches ihrer herzlichsten Sympathie. Die Ver­sammlung richtet kollegiale Grüße an die durch die Ereignisse ferngehaltenen oberfdHe,'ifdm Be­ruf sgeno>,en Im Mampfe um die D-eutscherhal tung Lberschlesiens steht die oberfchlefische Presse mit in der vordersten Reihe. Nachdem bie ober- schlesischk Preise die schwere Zeit vor und nack "timmung hinter sich bat, droht ihr jetzt ine Unterdrückung. Der Verein Deutscher Zcr-

die Herren Robert Bachern-Köln unb Di­rektor Helffreich-München, die in diesem Jahre auf die 27. Wiederkehr des Iage5 zu- rücckblicken, an dem sie mit anderen führen­den Männern der deutschen Presse den Ver­ein Deutscher Zeitungsverleger gegründet haben, verliehen. Dann folgten ein» gehende Referate und Beratungen, bei denen die Papierfrage als eine der wichtigsten Fragen in den Vor­dergrund trat. Es folgten die Beratungen über das Nachrichtenwesen unb wichtige jour­nalistische Fragen, sowie über das Post- und Telegraphenwesen in seinem Zusammenhänge mit der Presse. Die Verhandlungen erstreck­ten sich über den ganzen Tag. Als Ort der nächsten Hauprversammllmg wurde Hav bürg gewählt.

tereffen gewahrt würden.

London, 26. Mat WTB.) Ltdyd Ge­orge erklärte im Unterhaus- Die Kosten der brt'tiscken Truppen tn Oberschlesien fallen dem Abstimmungsgebiet zur Last.

England gegen die Vefe-ung dec Ruhrhäsen.

Parts, 26. Mai. iAolff. - Wie derOeuvre" mitteilt, erhob bei der gestrigen Unierrebung mit Ministerprä'ioent Briand der englische Bot» schaster in Paris, Lord Lar dinge, wegen der Aufreckterhaltung brr Besetzung ber Häfen des rechten Rbemufers, alfo ber Städte Düssel­dorf, Ruhrort unb Duisburg, durch die franzöi'tschen Truppen Vorstellungen.

TaS vertrauen in die deutsche Regierung

London, 26. Mai. (WTB.) Im Un­terhaus fragte ein Abgeordneter, ob die Alliierten noch immer überzeugt seien, daß Teutschland das am 5. Mai angenommene Ultimatum ausführen werde. Cham­berlain erwiderte, die englische Regierung halte es, so lange nicht Beweise für das Ge­genteil vorsiegen, für sicher, daß Deutsch­land bie Absickr habe, alle feine Verpflich­tungen zu erfüllen.

Aus dem Reiche.

Trr Änraafenibalt des ReichS-räsideutkll.

Wie der ,Lokal-2lnAeiger" meldet, hat sich der Reichspräsident gestern nachmittag

ver Abbau -er Vorschule und der 8exta der höheren Lehranstalten.

Bon Tirektor Dr. Schnell.

Der im Märtz 191b durch das Landesbildungs- hmt an geordnete Abbau der Borsämle ber HR)o- tat Lehranstalten ist nunmehr vollenbcr. Seit Ostern bteses Jahres gibt es in Heften keine Vor­schulen mein. Datz beslxllb in Zukunft die svzt.r- len Gegensätze in unserem Volke weniger scharf fein werben, wie bie Borkänrpstr ber Einheits­schule behauv^n, erwartet im Ernjt modl ntr» ntanb. Unb ob bie gemetnfante Grundschule autzer den StanbeSl-estrebmigen ber Volksschullehrerschaft noch irgend enter Sack? auf ber Wett -zu nützen vermag, weiß ich nicht. 9tur das steht einstweilen fest, daß die Stadt Gießen durch den Weg­fall der Vorschule etwa 150000 Mart art Schulgeld sährlich einbüßt. Trefe burdt eine Art Selbstbesteuerung aufgebrachte schörc Summe könnte uns letzt, wenn die Stabt so leicht­hin daraus verzichten kann, von größtem Wert lein für bie Unterhaltung unb Neuanschaffung! ber Lehrmittel, für die bie zur fügung stehenden kärglichen Mittel bei den heutigen Preisverhältnissen gänzlich unzureichend sind. Auch hätte man das Gelb ben wenigen wirklich hochbegabten Schülern aus gan; mittell losen Kreisen zuwenden können, und hätte dann für ben Aufstieg der Begabten wirklich etwas ye- ton, auf jeben Fall mehr als es je durch bie Ein- richtung einer gemeinsamen (sfrundschule geschieht. Hiermit soll übrigens der Wiedereirichtung ber Vorschule nicht das Wort geredet werden. Dieser Zankapfel sott jetzt nicht auch noch in unser er­regtes und zerriifenes politisches Leben hinein­geworfen werden. Es ist nur schwer, solche Ge­danken zu unter brücken, wenn man von der Sache spricht. Für eine Lebensnvttvenbigkrit ber höheren Schule ist die Vorschille auch niemals angesehen worden. Sie war nur angenehm, hat dem Staat unb ber Stabt nichts gekostet und hat niemanden geschadet.

Wir sind aber mit bem Mbauen noch nicht am Ende augclangt. Nach bem Reichsg rundschul - gefeit soll ncknüich bie gemeinsame Grundschule vier- jäyrig sein, und so muß, loeitn bie Grundschule in einem Zuge voll stündig ringerichtet werben soll, zu Ostern 1922 an säuttlichen höheren Schulen bie Serta ab gebaut werdest. Damit aber wird der Bau ber höheren Lehranstalten in feinen Grund­mauern angegriffen, unb es erhebt sich eine Reihe von Fragen, die m. E. gelüst sein müssen, ehe an den Abbau ber Serta gegangen werben kann. Es ist zunächst »u entfrbeiben, ob bei ber 4jährigen Grunbsclmle Die höhere Schule ober stjährig sein soll. Tann müssen bie Lehrpläne umgearbeitet werden.

Selbst wenn die höhere Schule neunjährig bleibt, geht es doch nickt an, baß mit den seit-, he eigen Lehrplänen roeürrgearbeitet wird, nur daß cm Jahr später begonnen wird. Auch ist die Frage zu entscheiden, ob die verschiedenen. Schul­gattungen in ihrer seitherigen Form weiter be­stehen oder ob tm Sinne des Einheitsschulgedan- kens alle höheren Schulen einen gemeinsamen Unterbau erhallen sollen. Da bis jetzt noch feine dieser Fragen in Angriff genommen ist, so er­scheint mir eine sachgemäße Durchberatung aller dieser Tinge bis Ostern 1922 nicht mehr möglich.

Dazu kommt noch eine andere Schwierigkeit. Preußen und die meisten anderen Bundesstaaten fvben mit dem Abbau der Vorschule ein Iah: später begonnen, bauen also ihre Sexta erst Ostern 1923 ab und werden deshalb bis Ostern 1922 noch kaum eine endgültige Stellung zu ben erwähnten Fragen genommen haben. Hessen aber muß bei der Organisation seines Sckulwe'ens schon wegen

ber, daß die reichen M inen geg endens Polen zuaesprochen werden. Wenn die Ab­stimmung sich für Deutschland ausgesprochen hätte, bann würde sich Frankreich dem Votum fügen, aber die Abstimmung habe sich für Polen ausgesprochen. Das sei aber kein Grund, daß man Polen diese Gebiete, bie ihm zukämen, nicht zu- sprechen iverbe. «Allgemeiner Beifall.) Ter SIbgeorbncte Lorin bankt

ständige und rationelle Lösung herbeizuführen. An­dererseits scheine es, daß die cngl" fränkische Regierung sich für ben 23

vorschlag des Grafen Ssor»a interessieren

_ jie ben, fei Unter

...-------Bedingungen uorgebradu morden, näm­

lich unter der Bedingung, daß, nvnn die Regie­rung es für recht erachte, ben Friedensvertrag an­

völlige Unterdrückung. Ter Verein Deullcker jjti* lungsverleger gelobt der oderschlesischen Preise im Kampfe um ihre Existenz unb tm Kampfe für daS I deutsche Oberschlesien ihr treu zur Seite zu

Vertreter des bayerischen ^andels- ministers Dr. .dämm versicherte Cbcrreaic- rungsrat Dr. Schenk, daß bie bayerische Regierung in der jetzigen schweren Zeit ber Presse zur Seite fiepen und ihr jede Unter» srützung anaedeihchi lassen werve, die ihr möglich erscheint. Das hohe Gut der unab­hängigen deutschen Presse müsse unter allen Umständen bewahrt bleiben. Oberbürgermei­ster Dr Luppe wies auf die Nvtwenbigkeit hin, daß der Presse die notwendige Bewe> gungs- und Entwicklungsfreiheit und die Erhaltung ihrer Vielgestaltigkeit gesichert bleiben. Tie Ehrenmitgliedschaft wurde an

dent Briand ruft dazwischen:Tas bann überall die Entsckeidungaufzusch vorkommen, selbst in Frankreich!" (Heiterkeit.) Ter be'vnderen Brinngimgen norgebrai

9tbgcorbnde Lorin meint aber, in FrMikreich hätte

Ä Het* O MRnabmr wn 3n}ti«cn

für bif Iflqesnummfr

GichenerAnzeiger

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General-Anzeiger für Gberhessen GW

Anzeigrnlell: Fan» Beck,

Drud und Verlag: vrühl'fche Univ.-Vuch- und Steinöruderel H. Lange. Zchriftleituny, Geschäftsstelle und Vruckerel: Zchulstrahe 7. sämtlich in Gießen.